Du durchsuchst das Archiv für Friedrich Kummer.

Vorberichte Rot-Weiß Erfurt – Stuttgarter Kickers und dem Ausfall vom Smeekes

19. September 2008 in Kickers I, News

Hiobsbotschaft für Minkwitz
Der Kickers-Spieler Orlando Smeekes fällt in Erfurt vermutlich wegen eines Muskelfaserrisses aus

STUTTGART. Stefan Minkwitz, der Trainer der Stuttgarter Kickers, ist um seine Aufgabe morgen in Erfurt nicht zu beneiden. Neben dem gesperrten Angelo Vaccaro fehlt in dem Schlüsselspiel der dritten Fußballliga wohl auch der Neuzugang Orlando Smeekes.

Von Joachim Klumpp

Siegen oder fliegen – selten einmal ist dieses Motto bei den Stuttgarter Kickers treffender gewesen, als vor dem Auswärtsspiel der dritten Liga morgen (14 Uhr) bei Rot-Weiß Erfurt. Wobei allenfalls noch die Frage im Raume steht, was bei einem Unentschieden passieren würde. Unabhängig von den Spekulationen um einen Trainerwechsel gibt sich der Coach Stefan Minkwitz nach wie vor kämpferisch: „Ich gehe in jedes Spiel, um zu gewinnen.“ Weil das in dieser Saison bei sechs Versuchen bisher aber noch nicht gelungen ist, braucht der Trainer (samt seinem Assistenten Alexander Malchow) jetzt zwingend ein Erfolgserlebnis, um die Arbeit über dieses Wochenende hinaus fortzusetzen.

Die Aufgabe wird nicht leichter, nachdem sich ausgerechnet der Neuzugang und Hoffnungsträger Orlando Smeekes am Dienstag im Testspiel auf Kunstrasen beim FC Welzheim (9:0) einen Muskelfaserriss zugezogen hat und damit höchstwahrscheinlich ausfallen wird. Der Niederländer soll aber heute um 14 Uhr mit der Mannschaft zunächst nach Thüringen reisen. „Vielleicht schafft die medizinische Abteilung ja doch noch eine Wunderheilung“, sagt Minkwitz.

Ein kleines Wunder benötigt wohl auch der Trainer selbst, zumal der vermeintliche Torjäger Angelo Vaccaro für das Spiel am Wochenende noch gesperrt ist. Dabei würden die Kickers gerade eine starke Offensive brauchen, um mögliche Schwächen der Erfurter Abwehr ausnützen zu können. „Ich hoffe, dass die Mannschaft sagt: jetzt erst recht“, sagt Minkwitz zur sportlichen Situation.

Am Mittwochabend tagten turnusgemäß Präsidium und Aufsichtsrat der Kickers, und natürlich kamen die Gremien auch am Thema Minkwitz nicht ganz vorbei, zumal sich der Verein einen Trainerwechsel im Grunde nicht leisten kann. „Wir haben aber keine Liquiditätsprobleme“, betont der Schatzmeister Friedrich Kummer, der mit der Wirtschaftssituation des Vereins nicht unzufrieden ist. „Die Marketingabteilung hat die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um rund 150 000 Euro gesteigert“, sagt Kummer – auch wenn damit noch ein kleiner Ansatz im Etat fehlt. „Aber das ist in dieser frühen Phase der Saison ja normal.“

Die genauen Zahlen werden den Mitgliedern auf der Hauptversammlung präsentiert, die ursprünglich bereits für die jetzige Phase unmittelbar nach den Sommerferien geplant war – inzwischen aber auf den traditionellen Termin Ende November verschoben wurde. Durch die sportliche Talfahrt haben die Verantwortlichen momentan andere Sorgen, die zum Saisonbeginn so nicht abzusehen waren. Und die könnten sich am Sonntag weiter zuspitzen, auch wenn die meisten Präsidiumsmitglieder geschäftliche und private Termine im Kalender stehen haben. „Wir gehen einmal davon aus, dass wir uns am Wochenende nicht zusammentelefonieren müssen“, sagen der Präsident und der Schatzmeister einstimmig. Ihr Mobiltelefon werden sie dennoch auf Empfang haben: für gute oder für schlechte Nachrichten.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Smeekes fällt in Erfurt ausStürmer mit Muskelfaserriss

Stuttgart (jük) – Hiobsbotschaft für Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers: Neuzugang Orlando Smeekes hat sich im Freundschaftsspiel gegen Kreisligist FC Welzheim einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen – sein Einsatz im Spiel bei Rot-Weiß Erfurt am morgigen Samstag (14 Uhr) ist äußerst unwahrscheinlich. „Wir werden alles versuchen“, sagt Trainer Stefan Minkwitz, „aber es sieht schlecht aus. Orlando wird aber in jedem Fall mit nach Erfurt fahren.“ Als Ursache sieht der Coach die Tatsache, dass der Niederländer, der zuletzt ohne Vertrag war, noch nicht zu 100 Prozent fit war.

Der Ausfall des 26-Jährigen ist ein harter Schlag für die Kickers und für Minkwitz. Im Angriff hat der Coach nun nur noch wenige Alternativen, da Angelo Vaccaro noch gesperrt ist. „Ich kann noch nicht sagen, ob wir mit einem oder zwei Stürmern beginnen“, sagt Minkwitz, „ich hoffe auf einen Jetzt-erst-recht-Effekt in meiner Mannschaft.“ In Erfurt geht es für den Club nicht nur darum, den ersten Saisonsieg einzufahren – es geht auch um die Zukunft des Trainers. Nach nur einem Punkt und zwei Treffern in sechs Spielen dürfte nur ein Sieg die vorzeitige Beurlaubung des 40-Jährigen verhindern. „Wir wollen immer gewinnen – ganz unabhängig von der aktuellen Situation“, sagt Minkwitz.

Stuttgarter Nachrichten

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 20.09.2008 14:00
Stadion: Steigerwaldstadion

Schiedsrichter:

Rot-Weiß Erfurt: Wolf rückt für den gesperrten Hauswald in die Startelf. Weitere Änderungen sind trotz des 0:2 in Paderborn nicht wahrscheinlich.

Stuttgarter Kickers: Schmiedel, Russo und der gesperrte Vaccaro fehlen weiter. Rosen und Smeekes haben Adduktorenprobleme, können aber wohl spielen.

Aufstellung

Rot-Weiß Erfurt
Orlishausen – Schnetzler, M. Pohl, Loose, Pinske – D. Wolf, Cinaz, Rockenbach da Silva, T. Judt – Cannizzaro, Bunjaku; Trainer: Baumann

Stuttgarter Kickers
Salz – Deigendesch, Mann, Rapp, Landeka – Rosen, Gambo – Smeekes, Kettemann, Traut – Tucci; Trainer: Minkwitz

Kicker

StZ: Wer zahlt einen Trainerwechsel?

16. September 2008 in Kickers I, News

Kickers: Auflagen durch den DFB

STUTTGART (ump). Die Trainerdiskussion beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers ist auf Eis gelegt – zumindest bis Samstag. Sollte es beim Spiel in Erfurt allerdings kein Erfolgserlebnis geben, dürfte Stefan Minkwitz trotz größten Wohlwollens des Präsidiums nicht mehr zu halten sein. „Ein Trainerwechsel darf auch nicht an finanziellen Dingen scheitern“, sagt der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christian Dinkelacker.

Wobei das Geld bei den Kickers immer eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt. „Schließlich haben wir auch Auflagen vom DFB zu erfüllen“, betonte der Schatzmeister Friedrich Kummer erst am Rande der Niederlage gegen Aue. Die sehen – grob formuliert – so aus, dass zusätzliche Personalausgaben im Laufe der Saison entsprechend abgedeckt sein müssen. Da solche nach der außerplanmäßigen Verpflichtung des Niederländers Orlando Smeekes aus dem laufenden Etat nicht zu finanzieren sind, wären dazu im Zweifel zusätzliche Mittel nötig: entweder durch erhöhte (Werbe-)Einnahmen oder aber durch Bürgschaften, wobei darauf bereits im Rahmen der Lizenzierung zurückgegriffen worden ist. Und inwieweit zum Beispiel der Hauptsponsor Eduardo Garcia zu größeren Sonderzahlungen bereit ist, bleibt abzuwarten – oder hängt vielleicht auch von der Person des potenziellen Trainerkandidaten ab. „Die Zahlen werden jedenfalls turnusgemäß zum Quartalsende am 31. Oktober überprüft“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum zum organisatorischen Prozedere.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird entsprechende Veränderungen bei den Kickers jedenfalls aufmerksam verfolgen. Und dass der DFB bei möglichen Verstößen gegen die Auflagen auch nicht vor Sanktionen zurückschreckt, musste zuletzt der Zweitligist TuS Koblenz erfahren, der nicht nur mit einer Geldstrafe, sondern zusätzlich mit einem Punktabzug belegt worden ist. Na und, könnten böse Zungen nun behaupten, bei den Stuttgarter Kickers kann man momentan ja sowieso nichts abziehen.

Die Stuttgarter Kickers bestreiten heute (18.30 Uhr) ein Testspiel beim FC Welzheim.

Stuttgarter Zeitung

Presse zur Einwilligung des Präsidiums zur Verpflichtung von Orlando Smeekers

9. September 2008 in Kickers I, News

Kickers hoffen auf Smeekes

Eine Einigung ist möglich
STUTTGART (ump). Nachdem sich die Verantwortlichen des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers vorerst auf den Trainer Stefan Minkwitz festgelegt haben, sollen auch in puncto Verstärkung Nägel mit Köpfen gemacht werden, wobei sich alles um den Wunschspieler Orlando Smeekes dreht. „Wir stehen in Verhandlungen mit den Beratern“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast, „die Tendenz ist positiv.“ Der vertragslose Niederländer (zuletzt Go Ahead Deventer) hat Abstriche bei seinen Gehaltsforderungen gemacht, so dass eine Einigung möglich erscheint. Zumal der Offensivspieler, der auch im Probetraining bei englischen Clubs war, „gerne hier spielen würde“, wie Cast betont.

„Nach den Eindrücken im Probetraining wäre er für uns sicher eine Verstärkung“, fügt der Manager hinzu, der sich am Wochenende beim Präsidium grünes Licht für den Transfer geholt hat, sofern der finanzielle Rahmen eingehalten wird. Im besten Fall könnte der 26-Jährige bereits am Samstag gegen Aue eingesetzt werden, „aber das wird zeitlich sehr eng werden“, gibt Cast zu.

Stuttgarter Zeitung

Smeekes vor Unterschrift
Clubführung: Grünes Licht für Stürmer-Verpflichtung

Stuttgart – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers wird aller Voraussicht nach noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Das Präsidium gab grünes Licht für die Verpflichtung des holländischen Offensivmanns Orlando Smeekes, der Aufsichtsrat trägt die Entscheidung mit.

VON JÜRGEN FREY

Ein Trainerwechsel hätte Geld gekostet. Nachdem sich die Blauen am Wochenende gegen eine Beurlaubung von Stefan Minkwitz ausgesprochen haben, entschied die Chefetage nun, in einen neuen Spieler zu investieren. „Wir müssen ein sportliches Zeichen setzen“, sagte das für die Finanzen zuständige Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer. Das Kontrollgremium stimmt einem Neuzugang bereits zu. „Es besteht Handlungsbedarf, deshalb tragen wir die Entscheidung mit“, bestätigte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christian Dinkelacker – mit einer Einschränkung: „Die Konditionen müssen stimmen.“

Genau darum geht es in den zähen Verhandlungen mit den Beratern von Orlando Smeekes. „Sie haben sich deutlich auf uns zubewegt, aber noch nicht weit genug“, erklärt Kickers-Manager Joachim Cast. Dennoch verdichten sich die Anzeichen, dass der Offensivmann, der zuletzt für den holländischen Zweitligisten Go Ahead Eagles Deventer am Ball war, bei den Blauen unterschreiben wird. Dass er der Richtige ist, davon sind die Verantwortlichen in Degerloch fest überzeugt. Allen voran Trainer Minkwitz: „Smeekes ist pfeilschnell und auch technisch sehr gut. Er kann im Sturm und auf den Außenbahnen spielen.“ Klappt es mit der Einigung, könnte der 26-Jährige möglicherweise schon am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazistadion) im Schlüsselspiel gegen Erzgebirge Aue zum Einsatz kommen. Allerdings sind die bürokratischen Hürden bei einem internationalen Vereinswechsel recht hoch. Am Erteilen der Spielgenehmigung ist neben dem Württembergischen Fußball-Verband und dem Deutschen Fußball-Bund auch der holländische Verband beteiligt.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zum Festhalten an Trainer Stefan Minkwitz

8. September 2008 in Kickers I, News

Kickers-Aussprache am Samstag

Minkwitz bleibt, kommt Smeekes?
STUTTGART (ump). Die kurzfristige Absage des für Samstag terminierten Fußball-Freundschaftsspiels beim SSV Reutlingen hatte den Kickers-Präsidenten Dirk Eichelbaum nicht besonders interessiert, er hätte sich das Spiel sowieso nicht angetan. Schließlich hatte er am Mittwoch beim WFV-Pokal-Aus in Großaspach genug gesehen, weshalb es am Samstagvormittag zu einer Aussprache mit der sportlichen Führung – mit dem Trainer und dem Manager – kam, an dem auch noch der Schatzmeister Frieder Kummer teilnahm.

Während im Vorfeld noch über eine Ablösung des Trainers spekuliert werden konnte, erklärte der Verein gestern offiziell, wovon bis zuletzt immer auszugehen war: Stefan Minkwitz bleibt im Amt. Nach Rücksprache mit den verhinderten Präsidiumskollegen Edgar Kurz und Dieter Wahl sowie dem Aufsichtsrat sagte Eichelbaum: „Stefan Minkwitz hat uns in dem 90-minütigen Gespräch überzeugt, indem er jeden Problemfall im Kader einzeln analysiert hat, das war sehr profund“, sagte der Präsident. „Es zeigt, dass sich der Trainer Gedanken über die Situation macht, und wie wir sie beheben können. Er genießt unser volles Vertrauen.“

Wie lange? „Bis auf weiteres“, sagt Eichelbaum dazu nur, ohne ein zeitliches Ultimatum zu stellen. „Es gilt weiter der Grundsatz, dass das nicht nur ergebnis-, sondern auch leistungsabhängig ist.“ Der Trainer Stefan Minkwitz selbst verschwendet keinen Gedanken daran, das Handtuch zu werfen: „Wir werden konzentriert weiterarbeiten, um an die Leistung von Regensburg anzuknüpfen.“ Und der ebenfalls involvierte Manager Joachim Cast sagt: „Ich habe schon das Gefühl, dass die Mannschaft noch mehr mitzieht.“

Am Samstag stand statt eines Spiel jedenfalls ein Training an, auch wenn vorübergehend nur noch acht Mann verfügbar waren (deshalb die Absage in Reutlingen). Verstärkungen des Kaders sind aus diesem Grund nach wie vor denkbar, wobei der Niederländer Orlando Smeekes erste Wahl ist. „Wir schauen, was machbar ist“, sagt Eichelbaum, der persönlich aber nicht in den Vordergrund treten will: „Es bringt jetzt nichts, vor der Mannschaft als Motivator aufzutreten.“ Das soll der Trainer übernehmen.

Stuttgarter Zeitung

Schonfrist für Minkwitz verlängert
Kickers halten vor dem Schlüsselspiel gegen Aue am Trainer fest

Stuttgart – Stefan Minkwitz bleibt Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers – zumindest bis zum Heimspiel am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen Erzgebirge Aue. „Ein anderer Trainer hätte dieses Vertrauen von uns vielleicht nicht bekommen“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum.

VON JÜRGEN FREY

Treffpunkt ADM-Sportpark, Geschäftszimmer. Dort diskutierten am Samstag um 10 Uhr eineinhalb Stunden lang Minkwitz, Eichelbaum, Schatzmeister Friedrich Kummer und Manager Joachim Cast die prekäre Lage. Danach war um 12 Uhr Training, am Sonntag dann gaben die Kickers nach Absprache mit den Präsidiumsmitgliedern Dieter Wahl und Edgar Kurz bekannt: Minkwitz darf weitermachen. „Der Trainer hat sich ausführlich und seriös auf das Gespräch vorbereitet und eine umfassende Fehleranalyse betrieben“, sagte Eichelbaum. „Außerdem präsentierte er einen Maßnahmenkatalog für den Weg aus der Krise, der intern bleibt.“ Einschneidende Änderungen sind jedoch nicht zu erwarten. Minkwitz wird bis auf weiteres am 4-2-3-1-System festhalten, personelle Alternativen gibt es praktisch nicht – wenn man mal davon absieht, dass Mijo Tunjic, Gökhan Gümüssu und Royal-Dominique Fennell aus der zweiten Mannschaft in dieser Woche im Drittligateam mittrainieren werden. Es sei denn, es gibt doch noch einen Neuzugang. „Das ist nicht gänzlich ausgeschlossen“, sagte Eichelbaum am Sonntag. Voraussetzung dürfte sein, dass Wunschkandidat Orlando Smeekes seine Gehaltsansprüche weiter reduziert.

Zunächst aber muss Minkwitz ohne den holländischen Offensivmann planen. Der Coach geht es optimistisch an: „Das Vertrauen in mich hat sich schon mal ausgezahlt, das wird auch diesmal so sein.“ In der vergangenen Rückrunde führte der 40-Jährige die Blauen aus einer nahezu ausweglosen Lage noch in die dritte Liga. Von diesem Bonus zehrt er. Dass in der damaligen Phase jeder einzelne Spieler am Limit agierte, sich das Team in einen Lauf spielte und in der neuen Saison die Substanz der Mannschaft weiter bröckelte, steht auf einem anderen Blatt. Klar ist: Minkwitz bleibt auf der Bank. Zumindest bis zum Samstag. Von einem Freibrief für die nächsten vier Spiele ist keine Rede mehr. Was auch keinen Sinn macht, wenn die Blauen gegen Aue sang- und klaglos untergehen sollten.

Stuttgarter Nachrichten

Rückendeckung für Minkwitz

Stuttgart (bw) – Krisenzeiten schweißen zusammen: Die Stuttgarter Kickers versuchen nach dem Fehlstart in der dritten Liga und dem Aus im WFV-Pokal Geschlossenheit zu vermitteln. Präsident Dirk Eichelbaum reagierte jetzt auf die Unruhe im Umfeld und bereitete allen Spekulationen über die Zukunft von Trainer Stefan Minkwitz zumindest vorerst ein Ende. „Stefan Minkwitz genießt unser volles Vertrauen“, hieß es gestern in einer Pressemitteilung. Das ist das Ergebnis einer Sitzung, an der am Samstag neben Eichelbaum Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer sowie Minkwitz und Manager Joachim Cast teilnahmen. In knapp 90 Minuten hatte der Coach den Weg dargelegt, der zurück in die Erfolgsspur führen soll. „Das war ein gutes Gespräch“, sagte der Präsident, betonte aber auch: „Gegen Erzgebirge Aue wollen wir Aktionen sehen.“ Auch Minkwitz berichtete von einer „klaren Aussprache“ und widmete sich danach sofort auf dem Platz der Vorbereitung auf das Kellerduell am Samstag (14 Uhr). Dass nur acht gesunde Feldspieler da waren, machte die Sache nicht einfacher. Heute sollen aber zumindest einige der zuletzt angeschlagenen zehn Akteure ins Mannschaftstraining zurückkehren.

Eßlinger Zeitung

Stuttgarter Kickers: Nach einer Situationsanalyse
Minkwitz genießt weiter „vollstes Vertrauen“
Das Präsidium von Drittligist Stuttgarter Kickers hält trotz der andauernden sportlichen Krise weiter an Trainer Stefan Minkwitz fest.

Wie der Verein am Sonntag mitteilte, hat das Führungsgremium dem Coach nach einer eingehenden Analyse und Bewertung der sportlichen Situation „das volle Vertrauen“ ausgesprochen.

Dies sei das Ergebnis eines eineinhalbstündigen Gesprächs zwischen Kickers-Chef Dirk Eichelbaum und Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer sowie der durch Minkwitz und Manager Joachim Cast repräsentierten sportlichen Leitung.

Der Termin war nach dem blamablen Pokal-Aus am vergangenen Mittwoch beim fünftklassigen Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach anberaumt worden.

In der neuen 3. Liga hatte der schwäbische Traditionsverein nach zunächst vier Niederlagen am vergangenen Spieltag mit einem 1:1 bei Jahn Regensburg seinen ersten Punkt geholt, belegt aber nach wie vor den letzten Tabellenplatz.

Vor der Partie in Regensburg hatte sich Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum von Minkwitz und Cast schon einmal darlegen lassen, wie sie die Mannschaft aus der Krise führen wollen. Am kommenden Samstag empfangen die Kickers den Tabellenvorletzten FC Erzgebirge Aue.

Kicker

Kickers-Trainer Minkwitz genießt volles Vertrauen der Vereinsführung

7. September 2008 in Kickers I, News

Die Vereinsführung des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers hat seinem Chefcoach Stefan Minkwitz am gestrigen Samstag im Anschluss an eine Analyse zur derzeitigen Situation das volle Vertrauen ausgesprochen. An dem rund 90-minütigen Gespräch hatten außer Stefan Minkwitz der Präsident der Stuttgarter Kickers, Dirk Eichelbaum, sowie das Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer und der Kickers-Manager Joachim Cast teilgenommen.

Die Gesprächsrunde nahm einen sehr positiven Verlauf. Eine eingehende Analyse und Bewertung der sportlichen Situation (ein Zähler aus fünf Punktspielen sowie das überraschende Achtelfinal-Aus der Blauen im WFV-Pokal) und entsprechende Maßnahmen zur Bewältigung dessen wurden detailliert von Stefan Minkwitz dargelegt. Es folgte eine einstimmige Entscheidung des Kickers-Präsidiums in Absprache mit den nicht anwesenden Präsidiumsmitgliedern, die da lautet: Trainer Stefan Minkwitz genießt das volle Vertrauen seitens der Kickers-Vereinsführung.

Zum nächsten Punktspiel in der dritten Fußballliga empfangen die Stuttgarter Kickers am kommenden Samstag, 13. September 2008, den Tabellenvorletzten FC Erzgebirge Aue. Spielbeginn im GAZI-Stadion auf der Waldau ist um 14 Uhr, Stadion- und Kassenöffnung erfolgt um 12.45 Uhr.

Offizielle Homepage

StZ: Kickers: Schonfrist für Minkwitz – Ali Pala zum VfB

5. September 2008 in Kickers I, News

Die Geduld ist nicht grenzenlos

STUTTGART. Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat wieder einmal eine große Chance vergeben, sich für den DFB-Pokal zu qualifizieren. Schlimmer noch: auch für die Liga muss man in dieser Verfassung schwarz sehen.

Von Joachim Klumpp

Au, das tut weh. Nicht das nächste Spiel der Stuttgarter Kickers gegen Aue, sondern das Ausscheiden aus dem WFV-Pokal. Der Manager Joachim Cast weiß: „Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“ Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn die sportliche Leitung hat seit dem Saisonstart praktisch nichts unversucht gelassen (Zuckerbrot und Peitsche, freie Tage und Trainingslager), mit nicht gerade durchschlagendem Erfolg. Selbst der Systemwechsel, der zuletzt in Regensburg Anlass zur Hoffnung gegeben hat, verpuffte am Mittwoch bei der 0:1-Niederlage beim Oberligisten in Großaspach, die nicht nur mit dem kurzfristigen Ausfall des Kapitäns Alexander Rosen zu erklären ist.

Dennoch hält das Präsidium an seiner in der vergangenen Rückrunde bewährten Marschroute fest, die da lautet: „Ruhe bewahren“, wie es der Schatzmeister Frieder Kummer ausdrückt. „Damit sind wir in schwierigen Situationen immer am besten gefahren.“ Doch natürlich wissen alle Verantwortlichen, dass jede Geduld einmal zu Ende geht, zumal die Art und Weise des Auftretens im WFV-Pokal nicht zu Optimismus Anlass gibt.

Der Trainer Stefan Minkwitz sagt: „Mir sind die Hände gebunden, ich hatte gestern nur noch 13 Spieler im Training.“ Neben Rosen fehlten Jens Härter, Jörn Schmiedel, Sasa Janic, auch Dirk Prediger ist angeschlagen; Bashiru Gambo (Schmerzen im Zeh) sowie Marcus Mann nach seinem Kahnbeinbruch sollen morgen im Testspiel beim SSV Reutlingen geschont werden, der möglicherweise in Frage kommende Markus Ortlieb von der zweiten Mannschaft steht verletzungsbedingt ebenfalls nicht zur Verfügung. Und zu schlechter Letzt haben die Kickers auch noch ihr Talent Ali Pala, das bereits sporadisch in der ersten Mannschaft mittrainiert hat, kurz vor dem Ende der Wechselfrist an den Ligarivalen VfB verloren – ablösefrei, „weil er ja nur einen Jugendvertrag besaß“, wie Thomas Albeck, der sportliche Leiter der VfB-Jugend, bestätigt. Also klagt der Trainer: „Da fehlen mir die Alternativen.“

Der Manager Cast weiß um die Sorgen: „Jeder hat gesehen, dass uns eine Verstärkung guttäte.“ Ganz oben auf der Wunschliste steht der Niederländer Orlando Smeekes, der im Probetrainning überzeugt hat, doch bisher war der Verein nicht bereit, dessen Gehaltsforderungen zu akzeptieren. Vielleicht zögert das Präsidium mit einer weiteren Investition auch deshalb, weil es im Hinterkopf hat, dass möglicherweise in absehbarer Zeit auch in Sachen Trainer zusätzliche Kosten auf den Verein zukommen könnten.

Umso schwerer wiegt das Scheitern in Großaspach, durch das die Kickers nun frühestens 2010 wieder im DFB-Pokal mitwirken könnten. In dem winken bereits in der ersten Runde 98 000 Euro plus Zuschauereinnahmen. Geld, das die Kickers in Anbetracht des Defizits der Vorsaison und der Zusatzverpflichtungen gegenüber Expräsident Kullen hätten gut gebrauchen, aber sich erst einmal abschminken können. Es sei denn, sie kommen in der dritten Liga unter die ersten vier.

Doch davon träumt in Degerloch niemand. Die Partie in acht Tagen gegen den Zweitligabsteiger Erzgebirge Aue avanciert vielmehr zum Schlüsselspiel, zur letzten Chance. Sollte auch das Kellerduell verloren gehen, dürfte Minkwitz nicht mehr zu halten sein. Einstweilen kann das Präsidium nur versuchen, mögliche Defizite im Innenverhältnis Trainer und Mannschaft zu erkennen und zu korrigieren. Ein Zweiklassenunterschied zwischen den Kickers und der SG Sonnenhof war am Mittwoch jedenfalls nichts zu sehen. Und wenn es so weitergeht, gibt es nächste Saison gar keinen Unterschied mehr, sondern ein Wiedersehen auf halbem Wege – in der Regionalliga.

Stuttgarter Zeitung