Vorberichte: Großaspach – Kickers (WFV-Pokal)

Aspachs Oberliga-Reserve will die Kickers ärgern

(hes) Die Bezirksligafußballer der SG Sonnenhof Großaspach freuen sich auf das morgige Spiel im WFV-Pokal. Die zweite Mannschaft um Spielertrainer Rainer Schwarz trifft in der zweiten Runde auf den Regionalliga-Spitzenreiter Stuttgarter Kickers. Dabei sind die Aspacher krasser Außenseiter. Los geht es um 18 Uhr im Sportpark Fautenhau.

„Das ist für jeden unserer Spieler eine super Sache, gegen den Regionalliga-Tabellenführer Stuttgarter Kickers spielen zu dürfen“, sagt der Großaspacher Sportkoordinator Andreas Ferber. Genauso sieht es auch SG-Spielertrainer Rainer Schwarz: „Es ist eine Herausforderung.“ Deswegen möchte er auch die Akteure spielen lassen, die in der ersten Pokalrunde den Landesligisten Spvgg Neckarsulm mit 3:1 bezwungen haben. Demzufolge wird auch Jürgen Rittenauer zwischen den Pfosten stehen. Vorgesehen war laut Andreas Ferber auch der Einsatz vom früheren Kickers-Spieler Mohamed Abou-Shoura, der sich aber am vergangenen Samstag einen Kreuzbandriss zuzog (siehe nebenstehenden Kasten). „Es werden jedoch wahrscheinlich zwei bis drei Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft spielen“, sagt Andreas Ferber.

Trotzdem wissen die Großaspacher, dass sie krasser Außenseiter sind. „Uns geht es in erster Linie darum, den Regionalligisten zu ärgern“, bemerkt Schwarz. Der Aspacher Spielertrainer hat immerhin schon das Trikot der Stuttgarter Kickers getragen. Er spielte in der Saison 1991/92 für die A-Jugend der Blauen. „Aber Kontakt zu jemanden von der heutigen Regionalliga-Mannschaft habe ich nicht“, sagt Schwarz. Trotzdem kennt er das Regionalliga-Team der Stuttgarter recht gut. Und Kickers-Trainer Robin Dutt betont: „Wir werden mit der kompletten ersten Mannschaft antreten.“ Aus der Oberliga-Mannschaft kann er keinen Spieler einsetzen, weil das zweite Team der Stuttgarter Kickers ebenfalls morgen um 18 Uhr im WFV-Pokal beim FV 08 Rottweil spielt.

Einen hohen Stellenwert hat für den Klub aus dem Stuttgarter Stadtteil Degerloch der WFV-Pokal. „Der Wettbewerb ist für uns lukrativ“, sagt Dutt, der mit seinem Team 2005 und 2006 den WFV-Pokal gewonnen, ist demzufolge in den vergangenen Jahren im WFV-Pokal ungeschlagen. Dem Kickers-Coach ist auch klar, dass sein Team der klare Favorit in der morgigen Begegnung ist. „Diese Rolle müssen wir auch annehmen“, fordert Dutt. Bei den Stuttgartern wird unter anderem auch David Yelldell, ehemaliger Torhüter der TSG Backnang, morgen dabei sein.

Keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen wird es bei der morgigen Begegnung im Fautenhau geben. „Es werden die Sicherheitskräfte wie bei den Oberligaspielen da sein“, sagt Andreas Ferber. Er rechnet mit 250 bis 300 Zuschauern.

Backnanger Kreiszeitung

Presse zu Kickers vs. VfB Stuttgart II (1:1) II

Die Blauen und die Polizisten sehen schwarz
 
DERBY Stau und VfB-Fans, die auf ihre Vereinsfarbe verzichten, prägen das Spiel der Kickers gegen den VfB
 
Degerloch. Mehr als 7000 Fans sorgten am Freitag für eine angemessene Kulisse im Stadt-Derby zwischen den Kickers und den Amateuren des VfB. Dies zeigte sich auch auf den Straßen rund um die Waldau. Die Polizei war aber aus einem anderen Grund zahlreich vertreten.

Von Alexander Kitterer

Langsam dämmert es jedem, dass dies kein normales Spiel auf der Waldau ist. Autoschlangen verstopfen die Straße. Dazu noch der Neubau des Wasserspeichers an der Jahnstraße und die parkenden Autos auf beiden Seiten – Verkehrschaos leicht gemacht. Bus und Bahn verrichten zwar anstandslos ihren Dienst, die meisten hoffen aber trotzdem auf einen Parkplatz direkt vor dem Eingangstor. Die zahlreichen Polizisten können darüber nur den Kopf schütteln: „Jeder, der normal überlegt, muss wissen, dass er keinen Parkplatz bekommt“, sagt einer derjenigen, der versucht, den Verkehr zu regeln.

Manch einer ohne VIP-Karte für die Parkflächen, bei denen Normalfans sich im Vorübergehen immer fragen, was Menschen, die dort parken dürfen, anders machen als sie selbst, versucht es mit der Mitleidsmasche: „Ich war so im Stress vom Arbeiten und hab“ jetzt in der Eile meinen Parkschein vergessen.“ Doch der Mann im BMW erntet dafür nur ein eisiges Schweigen und ein Kopfschütteln des eindrucksvollen Ordners in Schwarz.

Schwarz sind auch viele der VfB-Fans gekleidet. Wer ein rotes Fahnenmeer erwartet hat, wird enttäuscht. Sonnenbrillen, schwarze Jeans und Jacken prägen das allgemeine Erscheinungsbild vor der Kasse der Auswärtsmannschaft. Genau aus diesem Grund sind auch die Männer in Grün in größerer Zahl vertreten als üblich. „Um die 100 gewaltbereite Fans und viele Halbwüchsige, die sich benutzen lassen“, erwartet die Polizei. Sechs Pferde und insgesamt etwa 50 Beamte beziehen rund um die Auswärtsfans Stellung und sorgen für Ruhe.

50 Meter weiter, am Eingang der Gastgeber, ein ganz anderes Bild: Ein kleiner harter Kern von Kickers-Fans in Kutte und Mütze diskutiert die Chancen und Gefahren des bisherigen Saisonverlaufs. Daneben stehen Familien, Väter mit ihren Söhnen, die das schöne Wetter nutzen wollen, um ein spannendes Fußballspiel zu sehen. Insgesamt finden mehr als 7000 Zuschauer den Weg ins Stadion. Etliche aber erst nach dem Anpfiff, denn noch kurz vor 19 Uhr kurven sichtlich genervte Autofahrer auf dem überfüllten Parkplatz umher. Auch die Taktik, den Platz zu Fuß zu erkunden und dann eine freie Lücke zu besetzen, geht nicht immer auf. Ein ruhiger, freundlich aussehender Herr Mitte 40 wird von einem schon leicht alkoholisierten Mann, der augenscheinlich gerne seine Zeit im Fitnessstudio verbringt, darauf hingewiesen, dass dieser Parkplatz „meiner Freundin gehört. Ist das klar?“

Vielleicht liegt es auch an dem verspäteten Kommen vieler, dass die Begrüßung des Stadionsprechers nur schwach erwidert wird. So können sich die Nachbarn bis zur 66. Minute über Lärm nicht unbedingt beschweren. Dann fällt die Führung für die Kickers, erzielt von Bashiru Gambo. Dass es letztendlich ein Unentschieden wird, versetzt den Kickers-Fans zwar einen kleinen Dämpfer, aber die Aufstiegsambitionen als Tabellenführer bleiben aktuell. Was wiederum die Nachbarn nicht unbedingt freuen dürfte. Denn wenn die Stuttgarter Kickers tatsächlich nächste Saison in der zweiten Bundesliga spielen, können viele Fans auf Parkplatzsuche die erste Halbzeit im Radio hören und besagte Nachbarn ihren schnellen Einkauf per Auto auf einen anderen Tag verschieben.

Stuttgarter Zeitung

Reizvolle Regionalliga
 
Im Derby zwischen den Stuttgarter Kickers und dem VfB II können sich die Fans mit den Spielern identifizieren
 
Beim Regionalligaderby zwischen Kickers und VfB (1:1) am Freitag hat es auf dem Rasen zwar keinen Sieger gegeben, dafür aber auf den Rängen. „Das war Werbung für die Regionalliga“, sagte der Kickers-Trainer Robin Dutt nach dem Spiel.

Von Joachim Klumpp

Vor dem Stuttgarter Derby in der Fußball-Regionalliga ist der Kickers-Trainer Robin Dutt mutig gewesen, und hat getippt. Nicht auf das Ergebnis, sondern auf die Zuschauerzahl: sechstausend lautete seine Vorhersage. Weit gefehlt, sie wurde deutlich übertroffen, am Ende waren am Freitagabend 7210 Besucher ins Gazistadion gekommen, so viele wie noch nie bei einem Punktspiel oder Derby seit dem Zweitligaabstieg. „Diejenigen, die da waren, sind voll auf ihre Kosten gekommen“, sagte selbst der VfB-Trainer Rainer Adrion nach dem 1:1. Und sein Kollege Dutt wagt bereits wieder eine Prognose. „Es waren sicher fünfzehnhundert neutrale Zuschauer darunter. Viele von ihnen werden sich überlegen, wieder zu kommen.“ Gegen den SV Darmstadt 98 in elf Tagen?

Das dürfte auch ein wenig vom Ergebnis am nächsten Samstag in Ingolstadt abhängen. Denn Stuttgart ist nicht Dortmund oder Kaiserslautern. Fußball ist kein Selbstläufer. Egal ob in der Bundesliga bei den Roten oder in der Regionalliga bei den Blauen. Doch Dutt weiß auch: „Die Kickers sind ein Traditionsverein. Wenn die Leistung stimmt, sind die Leute auch da.“

Zumal die sich mit der Mannschaft identifizieren können. Die Hälfte des 18er-Kaders stammt aus dem eigenen Nachwuchs- oder Amateurbereich. Von der anderen Hälfte wiederum kommt die Hälfte der Spieler aus der Region; und nur das restliche Viertel rekrutiert sich aus überregionalen Spielern, wie etwa den Neuzugängen Christian Okpala oder dem noch verletzten Laszlo Kanyuk. „Jetzt kommt schon auch mal der ein oder andere Zuschauer aus Freiberg und schaut, was macht den unser Härter oder Hartmann“, sagt Dutt zu der positiven Entwicklung. Vom Abstiegskandidaten zum Aufstiegsanwärter. Ob es letztendlich mit dem Sprung in die zweite Liga klappt, wird man sehen. Der Trainer will erst die beiden nächsten Spiele abwarten: auswärts beim Aufsteiger Ingolstadt, zu Hause gegen den Aufstiegsanwärter Darmstadt. „Dann ist ein Drittel der Vorrunde vorbei und man hat einen gewissen repräsentativen Überblick“, so Dutt.

Schon jetzt aber lässt sich feststellen, dass die Liga generell an Niveau gewonnen hat. Dutt: „Sie ist ausgeglichen wie nie.“ Hoch eingeschätzte Vereine wie Aalen oder erst recht Hoffenheim warten noch auf den ersten Sieg, andere wie die Aufsteiger Kassel oder Reutlingen machen Furore. „Das kann nur gut tun“, sagt Dutt. „Und das Derby war eine Werbung für die Regionalliga.“

Nicht zuletzt aus diesem Grund ist man beim VfB Stuttgart vehement daran interessiert, dass die zweite Mannschaft in der dritten Liga bleiben kann. „Das ist für uns die ideale Ausbildungsplattform“, sagt der Trainer Rainer Adrion zu den Gedankenspielen, die so genannten Amateurteams von der übernächsten Saison an zu verbannen. Derzeit gibt es aber auch Überlegungen, zunächst einmal zumindest zwei Vereine für eine eingleisige dritte Liga zuzulassen (über deren Einführung auf dem DFB-Bundestag am 8. September entschieden wird). Adrion lässt keinen Zweifel daran, dass der VfB sich dafür sportlich qualifizieren möchte. Als Tabellenvierter wäre man locker dabei, und das obwohl am Freitag kein Beck, Tasci oder Nehrig von oben ausgeholfen haben.

Dafür kam nach der Pause ein gewisser Adam Szalai zum Einsatz, ein Name den sich die VfB-Fans durchaus merken sollten. Denn der Ungar, der sämtliche Junioren-Nationalmannschaften seines Heimatlands durchlaufen hat, machte mit einem schönen Tor den Ausgleich. Und Trainer Adrion sagt: „Er ist ein typischer Strafraumspieler und trotz seiner 1,90 Meter sehr beweglich, sodass er auch auf engem Raum etwas mit dem Ball anfangen kann.“ Zwei Tore hat er in dieser Saison bereits erzielt, eines vorbereitet, das spricht für ihm. Und die Nachwuchsarbeit des Vereins.

In diesem Punkt kann sich Stuttgarts Fußball sehen lassen: egal ob bei den Kickers oder dem VfB.

Stuttgarter Zeitung

Zuschauer im Derby
 
Saison 01/02:VfB – Kickers (1:1)2500

Kickers – VfB (0:0)3580

Saison 03/04:VfB – Kickers (2:1)5000

Kickers – VfB (1:4)3000

Saison 04/05:VfB – Kickers (3:2)2700

Kickers – VfB (2:0)5040

Saison 05/06:VfB – Kickers (2:4)4100

Kickers – VfB (0:0)3010

Saison 06/07:Kickers – VfB (1:1)7210

Stuttgarter Zeitung

Kickers wecken wieder Emotionen
 
Fans honorieren Aufschwung – Dutt: „Erfolge keine Momentaufnahme“
 
Stuttgart – Der blaue Anhang kann die Regionalligatabelle weiter ausschneiden und genießen. Auch nach dem 1:1 der Stuttgarter Kickers im Stadtderby gegen den VfB II bleibt das Team von Trainer Robin Dutt Spitzenreiter. Noch viel wichtiger: Die Blauen wecken wieder Emotionen.

VON JÜRGEN FREY

Die Fans im B-Block zogen vor dem Anpfiff ein riesiges Transparent in die Höhe. Es zeigte einen gelben Lichtstrahl mit Kickers-Emblem, der vom Fernsehturm aus in den Himmel ragte. Motto: Die Kickers greifen nach den Sternen. Als Dutts Auswahl noch kreuzbrav vor sich hin kickte, taten sich auch die Treuesten der Treuen schwer mit der Kreativität. Das ist jetzt anders.

Zwar fehlt den Blauen vor allem in Sachen Abgeklärtheit schon noch etwas zu einer absoluten Spitzenmannschaft, doch eines steht fest: Die Mannschaft weckt mit ihrem couragierten Start in die Saison neue Emotionen. Die Welle der Begeisterung schwappt sogar über auf die Haupttribüne. Beim Vorlesen der Aufstellung brüllen neuerdings nicht nur ein paar Teenies den Namen der Spieler mit. „Die Leute fiebern mit und sind interessiert, was hinter unserem Aufschwung steckt“, vermutet Trainer Robin Dutt.

7210 Neugierige strömten am Freitagabend ins Gazistadion auf der Waldau. Mehr waren es bei einem Punktspiel letztmals im April 2001 gewesen: Damals wollten 7580 Zuschauer die Blauen unter Trainer Rainer Zobel gegen Arminia Bielefeld sehen. Sechs Spieltage später waren die Kickers aus der zweiten Liga abgestiegen.

Seitdem suchen die Blauen im Aufzug den Knopf, der sie wieder nach oben rauschen lässt. Einiges deutet darauf hin, dass sie ihn vor dieser Saison gefunden haben. Das spüren die Fans. Sie honorieren das gelassene und hartnäckige Arbeiten der sportlichen Leitung an den kleinen Schritten in die Zukunft. „Unsere Erfolge sind keine Momentaufnahme“, betont Dutt, „wir haben uns in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich vom Abstiegs- zum Aufstiegskandidaten entwickelt.“

Die Chancen, die Euphorie am Kochen zu halten, stehen nicht schlecht. Die nächsten Heimgegner heißen SV Darmstadt 98 (1. September), 1. FC Saarbrücken (16. September) und SSV Reutlingen (30. September). Nebenbei geht der DFB-Pokalschlager gegen den Hamburger SV (9. September) über die Bühne. „Das Derby gegen den VfB war beste Werbung für die Kickers“, ist sich Manager Joachim Cast sicher, „vielleicht konnten wir von den vielen neutralen Zuschauern im Stadion ein paar Kickers-Fans gewinnen.“ Schließlich wollen die Blauen in dieser Saison nach den Sternen greifen.

Stuttgarter Nachrichten

Kurven lassen sich nicht vermeiden
Die Stuttgarter Kickers und der VfB Stuttgart II sind auf dem richtigen Weg
 
Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers sind auch nach dem vierten Spieltag der Fußball-Regionalliga Tabellenführer. So dürfen sie sich trotz des 1:1 im Derby gegen den VfB Stuttgart II ein bisschen als Sieger fühlen. Für die VfB-Kicker gilt das vielleicht sogar ein wenig mehr. Denn dass sie als Vierter ebenfalls zur Spitzengruppe gehören, ist eine noch größere Überraschung.
 
Von Sigor Paesler

Als Rainer Adrion bei den Kickers noch Robin Dutts Chef war, waren die beiden Trainer in fachlichen Fragen nicht immer einer Meinung. So munkelte man damals auf Degerlochs Höhen jedenfalls. Adrion ist schon lange wieder Coach des VfB Stuttgart II, Dutt als sein Nachfolger bei den „Blauen“ fest im Sattel. Das Verhältnis ist gut. Und nach dem 1:1 im direkten Aufeinandertreffen waren sich die beiden in ihrer Einschätzung absolut einig. Beide hatten ein „packendes Derby“ gesehen, „das alles geboten hat, was man von ihm erwartet hat“. Und „Werbung für den Fußball“ sei die Begegnung vor der Stuttgarter Rekord-Regionalliga-Kulisse von 7210 Fans auch gewesen.

Vom schnellen Umbruch überrascht
Aus ihrer Sicht lagen sie damit richtig. Denn beide Mannschaften hatten taktisch eine hervorragende Leistung geboten und viel Tempo auf den Platz gebracht. Spannend war es am Ende auch. Aber die Fans hätten durchaus ein paar mehr gelungene Offensivaktionen vertragen können. Die Kickers mussten das Spiel machen und bissen sich immer wieder an den engagiert verteidigenden VfB-Akteuren die Zähne aus. Das einzige, was sich Adrions Mannschaft vorwerfen lassen muss, ist, dass sie selbst zu wenige Aktionen nach vorne initiierte. Aber dass der jährlich wiederkehrende Umbruch so schnell klappen würde, hatte wohl auch der Trainer nicht erwartet. Gegen eine Spitzenmannschaft wie die Kickers so mitgehalten zu haben, beflügelt. „Meine erste Saison in der Regionalliga, die vierte Einwechslung, das zweite Tor – das ist einfach fantastisch“, strahlte etwa Torschütze Adam Szalai. Der 18-Jährige ist nicht der einzige Youngster, von dem noch einiges zu erwarten ist.

Und die Kickers? „Wir können mit den zehn Punkten aus vier Spielen sehr zufrieden sein“, sagte Dutt zurecht. Und er hatte auch keinen Anlass, seine Spieler zu kritisieren. Erkenntnisse, was es noch zu verbessern gilt, gab es aber auch diesmal. Zumal, wenn man oben dabei bleiben will. Während die Mannschaft beim Auftaktsieg in Aalen durchweg überzeugt und die beiden Begegnungen danach trotz etwas schwächerer Leistungen siegreich absolviert hatte, gelang das gegen den VfB nicht. Ein Spitzenteam gewinnt solche Spiele, sagt man. Und was sagte Dutt diesmal? „Wenn man 1:0 führt und eine Spitzenmannschaft sein will, darf man den Ball im Mittelfeld nicht so verlieren“, meinte er zu der Szene vor dem Treffer, der die Führung durch Bashiru Gambo egalisierte. Stürmer Mirnes Mesic war im Gegensatz zu seinem Coach zwar mächtig sauer über die verlorenen Punkte. In einem aber sprach er auch für Dutt: „Das wirft uns nicht zurück.“ Der eingeschlagene Weg ist der richtige, Kurven lassen sich ohnehin nicht vermeiden. Das gilt für den VfB II genauso.

Eßlinger Zeitung

Benda bereitet zweimal vor – 1:1

Beide Trainer konnten mit dem Unentschieden leben, weil in einem von Taktik geprägten Spiel vor Stuttgarter Rekord-Regionalliga-Kulisse beide Seiten vor allem in der Defensive gut arbeiteten und den Spielaufbau des Gegners früh störten.

Die Kickers mussten über die Punktverluste etwas unglücklicher sein, weil sie insgesamt mehr Spielanteile sowie ein leichtes Chancenplus besaßen – und vor allem, weil sie ihre Führung nicht über die Zeit brachten, obwohl sie gute Konterchancen zum 2:0 hatten. In der 66. Minute gab Defensivspieler Sascha Benda mit einer Ecke die Vorlage zur Führung durch einen Kopfball von Bashiru Gambo, in der 83. war es Benda, der sich den Ball im Mittelfeld abnehmen ließ, wonach Adam Szalai aus spitzem Winkel zum Ausgleich traf.

Zuvor schon hätte ein 40-Meter-Sturmlauf von Matthias Morys ein Tor verdient gehabt. Doch der Schuss des VfB-Mittelfeldspielers krachte an die Latte.

Sigor Paesler

Kicker

Presse zu Normannia Gmünd – Kickers II (0:0)

Mit dem zweiten Remis im zweiten Spiel sind die Stuttgarter Kickers II in die Saison gestartet. Doch anders als beim starken 2:2 gegen den Heidenheimer SB, lieferte die Mannschaft von Björn Hinck bei ihrem torlosen Gastspiel bei Normannia Gmünd diesmal eine eher schwache Leistung ab. Und das obwohl in Manuel Salz im Tor sowie Nico Kanitz und Marco Wildersinn gleich drei Regionalligakicker das Team verstärkten.

In den ersten 45 Minuten lief es bei den kleinen Blauen noch ganz gut, und man hatte gar die eine oder andere Chance zum Führungstreffer. Doch im zweiten Durchgang stellten die Degerlocher ihre Offensivbemühungen ein und mussten angesichts des Gmünder Drucks mit einem Zähler hochzufrieden sein. „Hinten standen wir ganz gut, aber nach vorne war dies heute einfach zu wenig“, lautete Hincks Fazit.

Stuttgarter Zeitung

Mit den Abwehrspielern Marco Wildersinn und Nico Kanitz aus dem Regionalligakader holten die Stuttgarter Kickers II ein 0:0 bei Normannia Gmünd. „Mit dieser Abwehr durfte nicht viel passieren, und es ist nicht viel passiert“, sagte Kickers-Trainer Björn Hinck. Allerdings lief nach vorne herzlich wenig – bei beiden Teams. Hinck: „Wenn ich als Zuschauer Geld bezahlt hätte, wäre ich sicher unzufrieden nach Hause gegangen.“

Stuttgarter Nachrichten

FUSSBALL / Oberliga – FC Normannia spielt gegen die Kickers II 0:0 – Trainer Zorniger: „Eine Frechheit“ 
 
Der Tag der unerhörten Predigt 

Alexander Zorniger lässt neuerdings eine Spielstatistik anfertigen. Vom 0:0 gegen die Stuttgarter Kickers II am Samstag wird der Normannia-Trainer in der Auswertung jede Menge Chancen finden: Gut 20 Torschüsse hatte der FCN. 20 Mal ohne Erfolg. 
 
VON BERND MÜLLER 
 
normanniakickers2_1.jpgDas war es auch, was FCN-Trainer Zorniger in Rage brachte: wie seine Offensivkräfte mit den Chancen umgegangen waren. „Ich bin jetzt seit fünf Jahren bei der Normannia, und immer predige ich, dass ein Stürmer mit einem klugen Abspiel aus einer neunzigprozentigen Torchance eine hundertprozentige machen muss“, wetterte Zorniger. An des Trainers Vorträge schien an diesem Nachmittag keiner zu denken. Drum sprach er so weiter: „Und was machen meine Spieler: Sie versemmeln eine Torchance nach der anderen. Was die Offensive hier abgeliefert hat, das war eine Frechheit.“
Was der Gegner aus der Landeshauptstadt ablieferte, war auch keine Offenbarung. Die Kickers hatten über die gesamte Spielzeit verteilt zwei, drei gute Chancen, wurden aber meist von der Normannia kaltgestellt. Kickers-Trainer Björn Hinck war entsprechend unzufrieden, sprach von „Fußball zum Abgewöhnen“ und „ideenlosem Spiel“.
Die Gmünder ließen aber auch nicht mehr zu, die Normannia-Defensive stand gut, trotz der frühen Verletzung von Innenverteidiger Michael Kuhn, für den der zuletzt angeschlagene Michael Zimmermann ins Spiel kam. Ein Risiko, das gab Zorniger nach dem Spiel zu. „Er sollte erst nächste Woche im Pokal wieder voll zum Einsatz kommen, und es war in diesem Spiel nicht abzusehen, ob er schon fit genug war.“ Den Ausschlag gab für Zorniger die Überlegung, dass er einen großen, kopfballstarken Spieler gegen Kickers-Mann Bastian Bischoff stellen wollte. Zimmermann bestätige das Vertrauen, er hielt durch und machte ein gutes Spiel. Zum Beispiel in der 44. Minute, als er als letzter Mann Kickers-Stürmer Marco Tucci den Ball abgrätschte.
normanniakickers2_2.jpgDie Gesamtleistung der Heimmannschaft konnte sich also sehenlassen. Ein Faktum, das auch Zorniger mit Lob quittierte: „Wir haben gut nach vorne gespielt, es gab sehr gute Ballstaffetten“, sagte er, und es trug eher noch mehr zur Verärgerung bei. „Da reißen sich hier alle Spieler den Hintern auf, und dann sowas. Wer meint, er muss hier sein Ego durchdrücken, der wird Probleme bekommen.“

FC Normannia:
Gruca – Jurczyk, Kuhn (12. Zimmermann), Funk, Kunze, Mangold, Kaiser, Schöllkopf, Molner (62. Molinari), Krätschmer, Kluge (77. Korkmaz).
Stuttgarter Kickers II:
Salz – Accardi, Kanitz, Wildersinn, Lukic, Kärcher, Schneider, Baradel (80. Ivanusa), Bischoff (67. Kacani), Rodrigues (88. Karapantzos), Tucci.
Zuschauer: 410

Gmünder Tagespost

Positiver Start in U19-Bundesliga

Die A-Junioren der Stuttgarter Kickers gewannen zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison mit 1:0 (0:0) beim Aufsteiger Wacker Burghausen. Vargas-Müller erzielte in der 90. Spielminute das goldene Tor für die Blauen.

Weiter geht es am kommenden Samstag gegen die Junioren der SpVgg Greuther Fürth. Diese spielten zum Auftakt 0:0 gegen 1860 München. Dabei kommt es zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Kickers-Junioren-Torhüter Jens Grahl, der das Gehäuse der Fürther hütet. Das Spiel beginnt um 11:00 Uhr.
Die Kickers spielten mit:
Rodrigues; Jung, Leist, Mucan; Brandstetter, Weber, Rizzi (52. Kandazoglu), Gümüssü (69. Thies); Tujic (46. Gonzsales/86. Vargas-Müller), Zivaljevic, Petruso

Sonntag Aktuell: Die Kickers und die Rückkehr der Fans

Es war Hans Kullen wichtig, diese Geschichte zu erzählen. Es ging am Freitag schon auf 22 Uhr zu, das spannende Stadtderby gegen die zweite Mannschaft war längst abgepfiffen, da erklärte der Präsident der Stuttgarter Kickers, wie vor einigen Monaten die neue Zeitrechnung bei dem Fußball-Regionalligisten begonnen hatte. „Ich habe gesagt: Wir müssen einiges unternehmen, damit die Leute merken, bei den Kickers tut sich etwas.“
Denn Kullen glaubt, dass die dritte Liga „auf Dauer kein Zustand für uns sein kann. Mit der Zeit läuft sich das tot.“ Der Beleg: Die Heimspiele der vergangenen Saison besuchten im Schnitt nur 2492 Zuschauer. Also habe die Führung der Blauen gemeinsam mit Beratern und Sponsoren überlegt, was man tun könne. Die Folge: Der Etat wurde erhöht und mit den Neuzugängen Laszlo Kanyuk, Christian Okpala und Sascha Benda eine neue Euphorie ausgelöst.
Zwar reichte es gegen den V** Stuttgart II nur zu einem 1:1 und damit erstmals in dieser Saison nicht zu einem Sieg. Dennoch durfte sich Kullen bestätigt fühlen. 7210 Zuschauer sorgten im Gazistadion für eine großartige Kulisse beim Aufeinandertreffen des Spitzenreiters mit dem Tabellenvierten. Mehr waren es letztmals am 8. April 2001 in der Zweiten Bundesliga gewesen: 7580 gegen Arminia Bielefeld. Kurze Zeit später waren die Kickers abgestiegen.
Nun wollen sie zurück ins Profiunterhaus, und es scheint, als hätte das Umfeld nur darauf gewartet. „Das ist der Vorteil eines Traditionsvereins“, sagt Kickers-Trainer Robin Dutt. „In Hoffenheim können sie noch und nöcher Spieler verpflichten, und es kommen trotzdem nicht viele Zuschauer.“
Die Fans in Stuttgart hatten ein interessantes Derby gesehen mit einer Reihe schöner Szenen und Torchancen. Eine davon nutzte Bashiru Gambo in der 66. Minute per Kopf zur Führung der Kickers. Dass es Mirnes Mesic und Mustafa Akcay bei weiteren Großchancen versäumten, für die Entscheidung zu sorgen, zeigt Dutt, „dass uns noch etwas fehlt zu einer absoluten Spitzenmannschaft“. Allerdings fällt noch immer der verletzte Spielmacher Kanyuk aus.
Die Kickers trafen aber auch auf einen VfB, der trotz der Wechsel von Andreas Beck, Bernd Nehrig und Serdar Tasci in den Profikader offenbar die Qualität gehalten hat. Und auf den risikobereiten V**-Trainer Rainer Adrion, der die Abwehr in der Schlussphase auf eine Dreierkette verkleinerte und mit fünf Offensivkräften den Punktgewinn suchte. Die Folge: Der Ausgleich durch den eingewechselten Adam Szalai sieben Minuten vor dem Abpfiff. „Ich bin schon etwas überrascht, dass es so früh so gut bei uns klappt“, gab Adrion zu, dessen Team weiter ungeschlagen ist – wie auch die Kickers.
Die hoffen in den kommenden Heimspielen gegen die Aufstiegskandidaten Darmstadt und Saarbrücken sowie den Lokalrivalen Reutlingen auf weitere Festtage. Zudem steht am 9. September das DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV an. „Jetzt ist es auch glaubhaft, dass wir in die Zweite Bundesliga wollen“, sagt Hans Kullen. „Das ist mir wichtig.“ Sein Trainer Dutt will das große Ziel mit einer „Mischung aus Erfolg und Attraktivität“ erreichen – und damit die Zuschauer binden. Dass Unentschieden dabei auf Dauer zu wenig sind, braucht ihm niemand zu sagen.
Matthias Jung

Sonntag Aktuell via Kickers-Forum

Spielberichte Normannia Gmünd – Kickers II (0:0)

Leichte Enttäuschung im Schwerzer

Trainer Alexander Zorniger musste im Nachgang des Spiels in der Pressekonferenz erst eine kurze Zeit überlegen, was er der Zuschauerschar über das vergangene Spiel erzählen soll.
Insgesamt war das Publikum und der Trainer mit der Leistung gegen eine etwas enttäuschende Kickers-Truppe zufrieden, einzig die mangelnde Chancenverwertung und die heute enttäuschende Offensivabteilung ragten aus diesem Statement heraus. Zorniger wird aber im Laufe dieser Woche die Dinge intensiv ansprechen und versuchen den alten Zustand herzustellen, da “ es vollkommen egal ist wer als Torschütze im Videotext oder in den Stuttgarter Nachrichten erscheint“.

Das Spiel konnte vor 410 Zuschauern stattfinden und war von Anfang an von Tempo und einer leichten Dominanz der Normannen gekennzeichnet, der bisherige starke Rückhalt der Mannschaft Torhüter Gruca musste kaum bis gar nicht in dieses Spiel eingreifen. Nach zwölf Minuten mussten die Normannen leider Michael Kuhn verletzungsbedingt einwechseln und Michael Zimmermann musste seinen Belastungstest vom kommenden Pokalspiel gegen Kornwestheim bereits gegen die Kickers II vorziehen (wir wünschen Michael Kuhn gute Besserung). Zimmermann zeigte seine Stärken und die Kickers hatten offensiv ihre Probleme und konnten die guten Referenzen laut Ihrem Trainer gegen den Titelfavoriten Heidenheim in diesem Spiel nicht beweisen.

Aber auch die Normannen müssen sich nach diesem Spiel den Vorwurf der mangelnden Torgefährlichkeit und Chancenverwertung anlasten lassen, da es durchaus gute Torchancen hatte. Dies war das einzigste was Trainer Zorniger seiner Offensivabteilung zu Lasten legte, auch die Einwechslung von Cem Korkmaz gegen Ende der Spielzeit konnte hier keine Verbesserung bringen.

Festzuhalten bleibt nach diesem Spiel das die Defensive des FC Normannia durchaus stabil steht und noch keinen Gegentreffer in den ersten Oberliga-Partien zugelassen hat und man aus zwei Spielen nun 4 Punkte auf dem Punktekonto stehen hat.

Homepage Normannia Gmünd, hier auch Bilder zum Spiel