Sitzplätze auf der Haupttribüne fast ausverkauft – 2.000 Tickets bereits im Vorverkauf verkauft

Die Kartennachfrage für das letzte Saisonspiel der Stuttgarter Kickers am kommenden Samstag, 28. Mai 2011 um 14 Uhr gegen den VfR Wormatia Worms im GAZi-Stadion auf der Waldau reißt nicht ab. Auf der Haupttribüne gibt es mittlerweile nur noch einzelne Restkarten an Sitzplätzen, für die Stehplätze sind aber noch genügend Karten auch an der Tageskasse erhältlich.

Alle Fußballfans in der Region, die das große Saisonfinale der Kickers und die Chance auf den Aufstieg in die 3. Liga nicht verpassen wollen, können ihre Eintrittskarte entweder noch im Vorverkauf oder an den Tageskassen, die am Samstag um 12.45 Uhr öffnen, erwerben. Die restlichen Sitzplatzkarten werden am morgigen Freitag, 27. Mai noch bis 12 Uhr an den Vorverkaufsstellen von Easy Ticket Service oder im Kickers-Fan-Shop der Kickers im Königsträßle (Öffnungszeiten am Freitag von 9 bis 12 Uhr) verkauft. Die Stehplätze sind an den Vorverkaufsstellen von Easy Ticket Service am Samstag noch bis zu Spielbeginn erhältlich, der Kickers-Fanshop ist am Samstag geschlossen.

Die Stuttgarter Kickers empfehlen dringend eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

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Saisonrekord bei den Kickers zeichnet sich ab – Vorverkauf vor dem Saisonendspiel gegen Worms läuft super

Die Kartennachfrage für das letzte Saisonspiel der Kickers am kommenden Samstag, 28. Mai 2011 um 14 Uhr gegen den VfR Wormatia Worms im GAZi-Stadion auf der Waldau ist riesengroß. Auf der Haupttribüne gibt es noch lediglich Restkontingente an Sitzplatzkarten, 1.000 Stehplatzkarten sind außerdem bereits im Vorverkauf abgesetzt.

„Die Bestellungen im Fan-Shop und die Kartenverkäufe über Easy-Ticket Service nehmen jeden Tag zu“, freut sich Kickers-Ticketingleiter Kim-Tobias Stehle. „Wir werden einen neuen Saisonrekord aufstellen“, ist sich der langjährige Kickers-Mitarbeiter sicher.
Die bisherige Bestmarke stammt vom letzten Heimspiel gegen die U23 von Eintracht Frankfurt. Hier verfolgten rund 4.400 Fans die Partie der Blauen. „Wir werden die 5.000er Marke übertreffen“, ist sich Stehle sicher.

Alle Fußballfans in der Region, die das große Saisonfinale der Kickers und die Chance auf den Aufstieg in die 3. Liga nicht verpassen wollen, sollten sich also schnell eine Karte im Vorverkauf sichern. Einfach an den Vorverkaufsstellen von Easy Ticket Service oder im Fan-Shop der Kickers im Königsträßle vorbeikommen (Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 15 bis 18 Uhr, Freitag, 9 bis 12 Uhr).
Am Spieltag selbst öffnen die Tageskassen um 12.45 Uhr. Die Stuttgarter Kickers empfehlen dringend eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

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Kickers-Auftritt krönt Festwochenende zum 125-Jahr-Jubiläum des VfL Kaltental

Freundschaftsspiel am Sonntag, 29. Mai (15 Uhr)

Einen Tag nach dem sportlichen Saisonfinale des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers an diesem Samstag gegen Wormatia Worms (GAZi-Stadion, 14 Uhr) legt die Mannschaft von Cheftrainer Dirk Schuster noch eine freiwillige Zusatzschicht ein. Die Blauen sind am Sonntagnachmittag zu Gast beim Stuttgarter B-Kreisligisten VfL Kaltental, der von Freitag bis Sonntag (27. bis 29. Mai) im Rahmen seines 125-Jahr-Vereinsjubiläums ein dreitägiges Sommerfest feiert. Rund um dieses Ereignis haben die Kaltentaler Verantwortlichen die Stuttgarter Kickers zu einem Freundschaftsspiel auf ihren Kunstrasenplatz im Sportgebiet Kohlhau eingeladen. Der Anpfiff der Partie erfolgt um 15 Uhr, der Eintritt kostet 5 Euro.

Die Parkmöglichkeiten rund um das Sportgelände in Stuttgart-Kaltental an der Christian-Belser-Straße 63 sind begrenzt. Deshalb bitten die Verantwortlichen des VfL Kaltental ihre Gäste, das Auto stehen zu lassen und stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Haltestelle Waldeck der Stadtbahnlinie U1 liegt vom Kohlhau nur wenige Gehminuten entfernt.

Weitere Informationen unter www.vfl-kaltental.de

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Kickers bestehen trotz 45-minütiger Unterzahl die Nervenprobe: 2:1-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt II

13. Partie in Serie unbesiegt: Marcel Ivanusa und Fabian Gerster treffen vor 4400 Zuschauern im GAZi-Stadion für die Blauen – Schlussmann Daniel Wagner sieht die rote Karte

Nervenkitzel pur. Die Stuttgarter Kickers haben am Freitagabend in einer an Dramatik und aufregenden Szenen kaum mehr zu überbietenden Vorstellung vor der abermals gesteigerten Saisonrekord-Heimspielkulisse von 4400 Zuschauern im GAZi-Stadion gegen Eintracht Frankfurt II mit 2:1 (1:0) gewonnen. Die Mannschaft von Cheftrainer Dirk Schuster bleibt damit als Tabellenzweiter weiterhin dick im Rennen um den Aufstieg in die 3. Liga und ist auch in ihrer 13. Rückrundenpartie nacheinander ungeschlagen vom Platz gegangen. Die Degerlocher müssen aber weiterhin auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters Darmstadt 98 (2:0 gegen FSV Frankfurt II) hoffen, der wie gehabt mit zwei Zählern Vorsprung in Front liegt.

Marcel Ivanusa (45.+1) per Handelfmeter und Fabian Gerster (60.) brachten die Blauen mit 2:0 in Front. Nach dem 2:1-Anschlusstreffer durch Elia Soriano (65.) mussten die Gastgeber jedoch bis zum Schlusspfiff in personeller Unterzahl um den insgesamt verdienten Erfolg gegen den Tabellensechsten bangen. Der Zweitliga-Schiedsrichter Christian Leicher (Landshut) hatte Kickers-Schlussmann Daniel Wagner in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs (45.+2) nach einer Unsportlichkeit für alle Beteiligten völlig überraschend mit der roten Karte des Feldes verwiesen. Eine gelbe Karte hätte es in dieser Szene jedoch auch getan: Wagner hatte dem Frankfurter Sascha Wolfert nach dessen unsportlichen Verhaltens (Tritt in die Werbebanden) den Ball an den Rücken geworfen.

Es hat jedoch für Blauen auch dank der großartigen Unterstützung der Kickers-Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau trotz einem Mann weniger gereicht: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, lobte der Trainer Schuster die Seinen nach der für alle Beteiligten nervenaufreibenden Begegnung inklusive einer fünfminütigen Nachspielzeit. „Es verdient höchsten Respekt, wie sie sich eine komplette Halbzeit lang mit einem Mann weniger auf dem Platz mit Leidenschaft und Herz präsentiert hat“, sagte Schuster.

Die nächste Partie, 33. Spieltag: Am kommenden Samstag (Volksbank-Arena, 14 Uhr) sind die Stuttgarter Kickers zu Gast beim FSV Frankfurt II.

Spielstatistik

Stuttgarter Kickers: 1 Wagner – 19 Abruscia, 4 Köpf (C), 26 Fennell, 17 Gerster – 7 Ivanusa (46. 3 Auracher) – 6 Demis Jung, 22 Gondorf, 24 Savranlioglu, 27 Türpitz (46. 21 Güvenc) – 37 Yilmaz (87. 11 Brandstetter). Trainer: Dirk Schuster.
Ersatzbank: 8 Rizzi, 9 Treske, 15 Rapp, 20 Pala.

Eintracht Frankfurt II: 1 Rössl – 2 Alikhil, 3 Anthony Jung, 6 Chaftar, 16 Amiri (46. 5 Bartel) – 19 Vural, 8 Di Gregorio (65. 14 Schmitt) – 12 Ernst (84. 21 Zarges), 17 Hassler, 11 Wolfert – 9 Soriano. Trainer: Oscar Corrochano.
Ersatzbank: 22 Muratagic (ETW); 13 Guth, 15 Müller.

Tore: 1:0 Ivanusa (45.+1, Handelfmeter), 2:0 Gerster (60.), 2:1 Soriano (65.)

Schiedsrichter: Christian Leicher (Landshut).

Gelbe Karten: Yilmaz, Fennell / Vural, Rössl, Soriano, Wolfert.

Besonderes: rote Karte für Wagner (Kickers, 45. +2); Gegenspieler den Ball an den Rücken geworfen.

Zuschauer: 4400 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau.

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StZ: Aufstiegsgefahr unterm Fernsehturm

Jürgen Löhle, aktualisiert am 12.05.2011 um 18:21 Uhr

Stuttgart – Noch ein Glas Bier bis zum Anpfiff. Vor dem Imbiss am Fernsehturm sammeln sich die ersten Fans in ihren blauen Shirts vor dem Regionalligaspiel der Stuttgarter Kickers gegen die zweite Mannschaft des Karlsruher SC. Fußball in Degerloch sei etwas ganz Besonderes, sagt man. Ungewöhnlich ist jedenfalls schon mal, dass man hier, unweit des Stadions Currywurst mit Pommes auf weißem Porzellan serviert bekommt.

Gut eine Stunde bevor es los geht, werden die Tore zum Stadion hinter den Kassenhäuschen geöffnet. Zwischen den Holzverschlägen gibt es gratis ein paar Hinweise in Gestalt einer gutdeutschen Hausordnung. Demnach ist den „Besuchern die Mitnahme folgender Gegenstände untersagt: Waffen, Druckgasflaschen, ätzende Substanzen.“ Man braucht sich keine Sorgen zu machen; der Kickers-Fan bringt maximal ein Fähnle mit auf die Waldau. Was schwerer wiegt im Gepäck der treuen Anhänger ist die Verzweiflung über die sportliche Mickerigkeit. Himmel hilf – vierte Liga, ganz weit weg vom Oberhaus des deutschen Fußballs, wo man ja schon zweimal war. Der echte Blaublüter trägt’s mit Fassung und bissigem Humor. „Wie steht’s?“, fragt später beim Spiel ein zu spät gekommener Haupttribünengast in Ermangelung einer Anzeigentafel seinen Nebenmann. „Tragisch wie immer“, knurrt der. Im Klartext: 0:0 nach zehn Minuten.

Ex-Kicker holten 1990 WM-Titel

Angesichts der Historie des Vereins ist es für die Fans traurig, sich mit der zweiten Mannschaft der Karlsruher herumärgern zu müssen. Tief gefallen sind sie, die blauen Götter. Das schmerzt, wir sind hier immerhin bei dem Club, in dessen Trikot Jürgen Klinsmann groß geworden ist. Auch Guido Buchwald, Karl Allgöwer und Fredi Bobic haben unterm Fernsehturm ihre ersten Profitore geschossen, ehe sie dann schnöde in den nahen Talkessel hinab gezogen sind, von dem einige eingefleischte Blaue heute noch behaupten, dass da unten so eine Art Höllenfeuer lodert, das allerlei ungute Dinge ausspuckt, wie schwefliges Mineralwasser oder den VfB.

Klinsi verabschiedete sich 1984 gen Cannstatt, obwohl er nach einer Niederlage als Jugendspieler gegen den VfB einst zum Kickers Präsident Axel Dünnwald-Metzler gesagt hatte: „Eines schwöre ich Ihnen – zu denen gehe ich nie.“ In Degerloch tröstete man sich lange damit, dass der Erzrivale aus Cannstatt ohne Unterstützung eines Ex-Kickers 1992 nicht Deutscher Meister geworden wäre. Buchwald gelang damals im letzten Spiel in Leverkusen das entscheidende Tor. Und eines glaubt man auch unterm Fernsehturm: Ohne „Diego“ Buchwald und dem Klinsi hätte Deutschland 1990 nie den WM-Titel geholt.

Lang ist’s her, heute kickt selbst die zweite Mannschaft des VfB eine Liga höher als Blauen. Und dass ein Jungstar von den Kickers Richtung Cannstatt abgeworben wird – kein Thema, weil es erstligatauglichen Nachwuchs in Degerloch nicht gibt. Dafür geht es jetzt überschaubar zu auf der Waldau. 8,50 Euro kostet das Ticket für Erwachsene, 5,50 Euro für Kinder und zwar bis 16. Man kickt in einem reinen Fußballstadion, so etwas hat der VfB erst im Sommer. Eine halbe Stunde vor Anpfiff füllt sich die Stehtribüne hinterm Tor langsam, auf der Haupttribüne werden Vip-Bändchen an die Handgelenke der Besserzahler getackert. Dann geht’s in die Gasträume auf ein Viertele. Hinterm Tor trinkt man Bier aus Bechern und mit jedem Schluck steigt ein wenig die Hoffnung, Ende Mai vielleicht doch die niedersten Fußballniederungen verlassen zu können. Nach der besten Rückrunde seit Menschengedenken, herrscht Aufstiegsgefahr unterm Fernsehturm.

Aus den Boxen donnert Musik für einen Gutteil des Publikums – also für Männer so ab 40. AC/DC, die Stones, Aerosmith oder die Scorpions. „Wo Fußball noch rockt“, steht auf Kickers- Plakaten und Steven Tyler kreischt „Walk this way“ aus den Boxen. Rainer Graf hängt wie immer bei Heimspielen über einem Metallbogen auf der Stehtribüne, wippt mit dem Fuß und sagt: „Wenigstens dritte Liga, das wär was.“ Graf, 51, kommt seit Jahren von den nahen Fildern auf die Waldau. Ein Blauer durch und durch. Man kennt sich hier hinterm Tor und fiebert zusammen. Die Fans haben viele Abstiege hinter sich, das eint.

Fans schwelgen in Erinnerungen

Christian Mauch kommt vorbei. Der Orthopäde ist Mannschaftsarzt der Kickers. „Vor einem halben Jahr hätte hier doch noch keiner an so eine Serie geglaubt“, sagt er, „und wir haben das alles geschafft, ohne dass hier einer Millionen reingeblasen hätte.“ Da nickt auch Rainer Graf. Über ihm ziehen sich die Wolken zusammen.

Plötzlich schüttet es. Die Fans hinterm Tor werden nass, und auf der geschützten Haupttribüne schwelgen manche in ihren blauen Sitzschalen in Erinnerungen an eine Zeit, als die Spieler da unten auf dem Platz noch in den Windeln lagen – wenn überhaupt. Es war der 5. Oktober 1991 als der Bundesligist SV Stuttgarter Kickers nach München fuhr, um sich, wie alle dachten, eine Klatsche abzuholen. Oktoberfestzeit, da verlieren die Bayern zu Hause nicht, und der Manager Hoeneß hatte getönt, dass man Mannschaften wie die Kickers schon mit drei Toren Unterschied weghauen sollte, so viel Anspruch muss schon sein.

Am Ende haben die Kickers den FC Allmacht 4:1 aus dem Olympiastadion geschossen, Trainer Heynckes platzte vor Zorn beinahe der eh schon kirschrote Kopf. Vier Tage später wurde Heynckes gefeuert, der Sportstudio-Moderator Günther Jauch ätzte im ZDF, dass jetzt selbst „bessere Thekenmannschaften“ ohne Schiss nach München führen. Die Kickers unter Trainer Rainer Zobel waren bundesweit das Thema – aber schon damals mit einem Selbstzerstörungsgen ausgestattet. Nach dem Bayern-Coup gab es zwei 0:1-Niederlagen gegen Duisburg und Düsseldorf und am Ende den Abstieg – ein Pünktchen fehlte zum Klassenerhalt. Zu allem Überfluss wurde der VfB in dieser Saison auch noch Meister. Mit Buchwald. Danach ging es für die die Kickers in Wellen abwärts – bis runter in Liga vier. Begleitet von wachsenden Geldsorgen.

Jetzt keimt wieder Hoffnung auf der Waldau: Kurz vor Anpfiff nochmal Musik, die nicht rockt: „Blau und Weiß sind unsere Farben“ schallt es aus den Boxen. Das Vereinslied ist, wie vieles hier, Tradition, komponiert vom kürzlich verstorbenen Jazzer Erwin Lehn, dem ehemalige Chef des SDR-Tanzorchesters. „Auf die Blaue“ rufen ein paar Herren in edlem Business-Tuch, der Schiedsrichter pfeift an, der Regen nimmt zu. „Typisch“, schnaubt einer, „da kommen mal über 3000 und dann das.“

Man steht hinter dem Team

Kummer ist man hier gewohnt. Und Frust. Trotzdem sind die Blauen immer noch in den Herzen vieler Stuttgarter Kopfmenschen verankert. So leidet auch ein hiesiger Zeitungskolumnist öffentlich und erklärt dem Publikum, dass die Kickers, schwäbisch-linguistisch betrachtet, „in Dägerloch“ spielen. Wie auch immer – auf jeden Fall nicht am, im oder unterm Degerloch, wie schon mancher auswärtige Pressemensch oder Radioreporter behauptet hat. Und schon gar nicht am Böllenfalltor, wie einst das ZDF irrte. Das steht in Darmstadt.

Heute gibt es keine überregionalen Kameras mehr, und der KSC führt im „Gazi Stadion auf der Waldau“, so der offizielle Name, schnell 2:0. Die Herren auf der Haupttribüne sacken ein wenig in sich zusammen, die Jungen singen unverdrossen, wenn auch leiser. Nach einem kläglichen Schuss Richtung Fernsehturm klagt Graf: „Ond wenns Tor doppelt so hoch wär‘, hätt· er immer no drieber gschossa.“ Dann sagt er noch: „Der Spitz.“ Aber liebevoll, denn natürlich stehen sie hier hinter dem Team, auch wenn es nicht läuft. Sonst wäre eh schon lange Schicht.

Die Spieler auf dem Platz schütteln sich im Regen, Trainer Dirk Schuster rudert mit den Armen, die Kickers wachen auf, schießen zwei Tore und gleichen aus. Das Volk ist selig, brüllt nun geschlossen und mächtig: „Auf die Blaue!“ Das Hoffungslichtlein strahlt wieder, die Gesichter der Fans auch. Freude pur, für ein paar Minuten ist die Nummer der Liga wurscht.

Die Blauen bleiben also am Leben, Tradition auf kleiner Flamme. Und so manches hat sich relativiert in den vergangenen Jahren. Die Rivalität zum VfB ist kein großes Thema mehr, der sportliche Unterschied einfach viel zu groß. Und auf den Trikots beider Clubs prangt der gleiche Sponsor: Molkereispezialitäten türkischer Art.

Edelfans haben Dauerkarte für VFB

So mancher Edelfan der Kickers hat mittlerweile eine Dauerkarte des VfB in der Brieftasche und sagt das auch. Wenig geändert hat sich aber daran, dass die Kickers zwar als Verein mit vielen reichen Fans gelten, die aber schwäbisch-fest auf ihren Geldbeuteln sitzen. Der 2004 verstorbene Ehrenpräsident Axel Dünnwald-Metzler war da eine Ausnahme. Etwa zehn Millionen Mark hat ADM in sein Hobby gepumpt, und sich manchmal einen Spaß daraus gemacht, Leute zu veräppeln. „Wissen sie, wie man Millionär wird?“, fragte er gerne und gab auch gleich die Antwort. „Indem man sich als Multimillionär zum Präsident der Kickers wählen lässt.“

Abpfiff, 2:2 am Ende, es regnet immer noch. „Das war wirklich schlecht heute“, klagt ein begossener Blauer und strebt mit hängenden Schultern zum Ausgang. „Stimmt“, grummelt sein Begleiter, „aber sonst ist es auch nicht viel besser.“ Dann sagen sie lange nichts mehr, warum auch? Die Hoffnung ist gedämpft, aber noch am Leben, und zum nächsten Heimspiel morgen gegen die Zweite von Eintracht Frankfurt werden sie wieder da sein. Noch drei Spiele und nur zwei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Darmstadt. Da geht noch was – vielleicht. Sie werden kommen, jubeln oder leiden. Schon aus Tradition.

Stuttgarter Zeitung

Vertragsverlängerung bis Sommer 2012: Daniel Wagner bleibt weiterhin ein Blauer

Der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat vor seinem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt II an diesem Freitag (GAZi-Stadion, 19 Uhr) heute den Vertrag mit seinem Stammtorhüter Daniel Wagner bis zum 30. Juni 2012 verlängert. Der 24 Jahre alte, gebürtige Franke ist schon seit Sommer 2009 an Bord der Blauen und hat mit seinen Leistungen in bislang 27 Regionalliga-Einsätzen (darunter zwei gehaltene Elfmeter) auch in der laufenden Saison großen Anteil am sportlichen Erfolg des aktuellen Tabellenzweiten der Fußball-Regionalliga Süd. An diesem Montag hatte der Traditionsverein aus Stuttgart-Degerloch bereits mit seinem Mittelfeldspieler Jérôme Gondorf (22/vier Saisontore) den Kontrakt ebenfalls vorzeitig um ein weiteres Jahr bis Sommer 2012 verlängert.

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Kickers-Torhüter Daniel Wagner: „Für meine Vertragsverlängerung war ausschlaggebend, dass das Gesamtpaket bei den Stuttgarter Kickers für mich einfach perfekt ist. Dazu zähle ich neben unserem Trainerteam und den Kollegen in der Mannschaft natürlich auch unsere tollen und begeisterungsfähigen Fans sowie das Umfeld und die Stadt selbst.“

Kickers-Präsidiumsmitglied Guido Buchwald: „Ich freue mich sehr, dass wir die Vertragsverlängerung mit Daniel Wagner hinbekommen haben. Daniel ist für unsere Mannschaft ein sehr wertvoller Spieler, der mit seinen Leistungen auch in der Rückrunde unserer Mannschaft sehr viel Sicherheit und Stabilität verliehen hat.“

Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster: „Daniel Wagner ist für unsere Mannschaft aus sportlicher und auch menschlicher Sicht sehr wertvoll und hat noch weiteres Potenzial, um auch in der 3. Liga oder höher spielen zu können. Welches Leistungsvermögen in ihm steckt, hat Daniel erst wieder bei unserem 2:0-Auswärtssieg in Fürth mit seinen grandiosen Paraden in der Schlussphase gezeigt.“

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Jérôme Gondorf verlängert bei den Stuttgarter Kickers

Der Mittelfeldspieler Jérôme Gondorf hat heute einen leistungsbezogenen Vertrag beim Fußball-Regionalligisten SV Stuttgarter Kickers unterschrieben und bleibt bis mindestens 30. Juni 2012 ein Blauer. Der 22-jährige Mittelfeldspieler, der in dieser Saison bislang in 26 Partien zum Einsatz kam und dabei vier Tore für den aktuellen Tabellenzweiten erzielte, war in der Winterpause der vergangenen Saison 2009/2010 vom Oberligisten ASV Durlach auf die Waldau gekommen.

Vier Saisontore hat Jérôme Gondorf in der laufenden Regionalliga-Saison schon für die Stuttgarter Kickers erzielt – nun hat er am heutigen Montag seinen Vertrag bis Sommer 2012 verlängert. Foto: Baumann

„Ich fühle mich sehr wohl bei den Stuttgarter Kickers und will gerne meinen Teil dazu beitragen, die positive Entwicklung weiter voranzutreiben“, sagt Jérôme Gondorf.

Auch Kickers-Präsidiumsmitglied Guido Buchwald freut sich über die Vertragsverlängerung des gebürtigen Badeners im Trikot des Degerlocher Vereins. „Jérôme hat in den vergangenen Wochen mehrfach unter Beweis gestellt, dass er ein sehr wertvoller und wichtiger Spieler für die Stuttgarter Kickers sein kann – und ich bin davon überzeugt, dass er sich in Zukunft noch weiter steigern wird.“

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