0:3-Heimpleite gegen den SV Wehen

Die Kickers Kickers unterlagen im Spitzenspiel der Regionalliga Süd dem neuen Tabellenführer SV Wehen mit 0:3 (0:1). Ronny König (28.), Martin Willmann (53.) und Mathias Cenci (60.) trafen vor 3.225 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau^für die Gäste, bei denen Marko Kopilas in der 65. die Rote Karte wegen einer Notbremse sah.
Trainer Robin Dutt: „Der 3:0-Sieg für Wehen geht mehr als in Ordnung, wir können uns vorerst von unseren Träumen verabschieden auf den ersten beiden Tabellenplätzen zu stehen. Heute haben wir den Unterschied zwischen uns und einer absoluten Spitzenmannschaft gesehen.“

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Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SV Wehen

zum anderen empfangen die Stuttgarter Kickers den SV Wehen zum Spitzenspiel: Während sich allerdings die Mannschaft von Robin Dutt mit fünf sieglosen Spielen in Folge im Abwärtstrend befindet – erstmals seit Saisonbeginn stehen die Schwaben nicht auf einem Aufstiegsplatz – ist der SV im Aufwind. Auch unter den Interimstrainern Christian Hock und Steffen Vogler konnten damit die Aufstiegsambitionen mit einem 5:0 gegen Pirmasens eindrucksvoll unterstrichen werden. Mit dem sechsten Spiel ohne Niederlage in Serie überholte das Team erstmals die Kickers in der Tabelle. Gleichzeitig ist die Partie am Sonntag das Duell der besten Sturmreihen (jeweils 23 Tore).

Anstoß: 29.10.2006 14:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: 

Stuttgarter Kickers: Im Pokalspiel gegen Hertha BSC flog Abwehrmann Steinle nach einer Notbremse vom Platz, ist aber für die Ligapartie spielberechtigt.

SV Wehen: Startet Wehen im Auswärtsspiel mit nur einer echten Spitze, wäre Yilmaz die Alternative zu Willmann oder Cenci.
Aufstellung
Stuttgarter Kickers
Yelldell – Steinle, M. Hartmann, Yildiz, Kanitz – Akcay – Benda, Kanyuk, Parmak – Okpala, Mesic; Trainer: Dutt

SV Wehen
Masic – Nakas, Kopilas, Glibo, Damm – König, Amstätter, Hollmann, Catic – Willmann, Cenci; Trainer: Hock

Kicker

Lockerer und unverkrampfter
Gut gelaunte Wehener wollen im Regionalliga-Topspiel ein Zeichen setzen

WEHEN Topspiel in der Fußball-Regionalliga Süd. Die sensationell gestarteten, zuletzt schwächelnden Stuttgarter Kickers erwarten am Sonntag (14 Uhr, Degerloch) den jüngst überzeugenden SV Wehen mit seinem neuen Trainerduo. Vierter gegen Zweiter, ein brisantes Duell. 
Von Henning Kunz

Glücklicherweise geisterte der böse Gedanke nur einmal ganz kurz durch den Kopf und war flugs wieder verbannt, weil es im Nachhinein wenig Sinn machte, sich mit dem nicht eingetretenen „Worst Case“ zu beschäftigen. Christian Hock weiß, was gewesen wäre, „wenn wir das Ding ummachen“. Wenn die Premiere in verantwortlicher Position nicht so gut gelaufen wäre, wie sie gelaufen ist. „Dann hätte es auf Jahre geheißen, dem Typ kannst du keine Mannschaft übergeben“. Uff, erst mal durchatmen – es ist ja alles gut gegangen. Um nicht zu sagen: richtig gut. 5:0. Der perfekte Einstand für das Trainerduo des SV Wehen.

Steffen Vogler, Hocks kongenialer Partner, sagt: „Man ist ziemlich erleichtert, wenn man sich für das Vertrauen auf so eine Art und Weise bedanken kann.“ Hock bekräftigt: „Diese Chance ist für uns ein Riesen-Vertrauensbeweis. Ein Riesen-Glücksfall.“ Vielleicht sind gerade diese Beiden, der ehemalige Mainzer Fußballprofi Hock und der ehemalige Profikeeper Vogler, ein Glücksfall für den ambitionierten Regionalligisten. Vielleicht impfen sie den begabten Kickern jene Lockerheit ein, die man unter Trainerfuchs Djurardj Vasic nicht selten vermisste. „Wir wollen nicht Jojo spielen und jede Disziplin vermissen lassen“, sagt Vogler, „aber wir wollen einfach ein bisschen mehr Fußball spielen, uns mehr zutrauen und nicht so verkrampft sein.“ Und so ein Auswärtsspiel bei einem anderen Topteam kommt eigentlich gelegen, um diese Masche zu vertiefen.

Die Liste der Gratulanten war lang, die Anerkennung groß. Der Mainzer Kicker Christof Babatz zog vor seinem ehemaligen Mitspieler Hock per SMS den Hut: Gut gemacht. Hock freut´s, Hock sagt aber auch: „Jetzt müssen wir dran bleiben.“ Die erste Halbzeit gegen Pirmasens bestätigen, den offensivstarken Kontrahenten beschäftigen, unter Druck setzen, nicht zum Zug kommen lassen. Hock weiß um die Chance in diesem Spitzenspiel. Es geht darum, sich ein wenig von den so gut gestarteten, zuletzt schwächelnden Kickers abzusetzen. Und: „In so einem Spiel kannst du ein Zeichen setzen.“ Logisch. Die Blauen aus Stuttgart gehören neben dem SV Wehen und dem Topfavoriten TSG Hoffenheim zum kleinen, aber feinen Kreis der Aufstiegsanwärter – danach kommt momentan erst mal lange nichts.

Steffen Vogler hat den Konkurrenten in dieser Spielzeit mehrmals unter die Lupe genommen und kann nicht leugnen, bisweilen schwer beeindruckt gewesen zu sein von der spielerischen Qualität der Schwaben. „Die sind schon sehr spielstark, aber auch keine Übermannschaft“, sagt der Coach, „wir müssen keine Angst haben.“ Im Kickers-Kader stecke sehr viel Qualität, allerdings weniger Quantität – und die Breite des Aufgebots wiederum ist die große Stärke der Taunussteiner. Ein großer Kader mit einem großen Konkurrenzkampf, in dem sich keiner ausruhen kann, darob kein Schlendrian einkehrt.

Doch Konkurrenzkampf ist relativ, wenn die Wehener Mannschaft einen derart überzeugenden Auftritt wie am zurückliegenden Wochenende hinlegt. Es gibt eigentlich keinen Grund, irgendetwas zu ändern. Darüber hinaus taugt so ein Spitzenspiel ohnehin nicht dazu, etwas völlig Neues auszuprobieren. Das wissen die Cheftrainer Christian Hock und Steffen Vogler. Und deshalb machen sie sich einfach keinen Kopf darüber.

McVillagerVeröffentlicht am Kategorien Kickers I, NewsSchreibe einen Kommentar zu Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SV Wehen

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SV Wehen in der Statistik

Nach dem Pokalspiel und Desaster gegen Hertha BSC am Mittwoch geht es am Sonntag zurück in den Alltag, der Regionalliga. Zu Gast im Gazi-Stadion ist der SV Wehen Taunusstein, der aktuelle Tabellenzweiter und damit neben der TSG Hoffenheim der große Aufstiegsfavorit. Also ein echtes Topspiel mit Symbolcharakter.

Die Vorzeichen für die Blauen sind nicht wirklich gut. Seit vier Spielen in der Regionalliga sieglos und noch dazu eine miserable Bilanz gegen die Taunusstädter. Von insgesamt sechs Spielen in der Regionalliga konnten die Kickers zuhause gegen Wehen nur zweimal gewinnen und spielten zudem zweimal unentschieden. Das Positive dabei: Wenn die Kickers daheim gegen Wehen gewinnen, dann deutlich: 7:2 und 4:1 hieß es bei den Siegen. Zudem war die Reihenfolge immer gleich: Auf einen hohen Sieg folgten zwei Spiele gegen Wehen mit einer Niederlage und einem Unentschieden. Bleibt diese Regel bestehen, wäre also ein erneut hoher Sieg der Kickers fällig!

Alle Spiele im Kickersarchiv.

Erklärung von Präsidiumsmitglied Dirk Eichelbaum

Als Präsidiumsmitglied für Finanzen und Recht nehme ich die Vorkommnisse des gestrigen Abend zum Anlass, einige Anmerkungen und Anregungen des Präsidiums sowie persönliche Bemerkungen hier zu veröffentlichen.

Natürlich bedauern wir alle, was gestern in unserem Gazi-Stadion vorgefallen ist. Tragisch ist dabei, dass der Linienrichter von einem mehr oder weniger leeren Plastikbierbecher am Hinterkopf zu unglücklich betroffen wurde, dass er zu Boden ging und in der Folge nicht fähig war, seine Tätigkeit als Linienrichter fortzusetzen. Besonders tragisch ist sodann, dass der Verein durch einen bereits überführten Täter, der nicht der Fanszene des Vereins oder dem Verein selbst angehört und bundesweite negative Schlagzeilen kam.

Tragisch ist auch, dass der DFB zu dem erwarteten Pokalfight einen erfahrenen Bundesligaschiedsrichter abstellt, der dann sicher einen seiner schwächeren Auftritte hatte und zur aufgeheizten Atmosphäre beitrug. All das ist tragisch, eine Verkettung unglücklicher Umstände und obwohl die Fans der Kickers vorbildlich bei der Ermittlung des Täters mitwirkten ist der Flurschaden für den Verein katastrophal, so groß, dass es jetzt noch gar nicht absehbar ist.

Ich habe mich in der Konsequenz an den Schulz-Botha-K(r)ampf in der Schleyerhalle im Jahr 1995 erinnert gefühlt. Egal wie es seinerzeit zu dem anschließenden Skandal mit Flaschenwürfen kam, das Boxen brauchte Jahre, bis es medial wieder wahrgenommen wurde. Für Sponsoren waren die Geschehnisse ein Startschuß zum sofortigen Rückzug.

Dies darf bei uns nicht geschehen. Dazu müssen aber alle, auch die gestern am Becherwurf unschuldigen Fans an sich arbeiten. Sonst ist eine Verhänung der Gegentribühne mit einem Fangnetz eine nicht zu vermeidende Folge. Dass die ganzen Fans dann wie Wilhelmainsassen wirken wäre die fatale Nebenfolge.

Was aber nicht sein kann, ist, dass Mannschaftsarzt und Sanitäter, die den Linienrichter behandelten sowie beschwichtigende Spieler genauso ausgepfiffen und bepöbelt werden wie das Schiedsrichtergespann selbst. Ferner muss eine eiserne Trennung her zwischen Emotionen, die sich auch in einem Stakkato von Beleidigungen gegen die Schiedsrichter entladen und Würfe mit Gegenständen oder gar tätliche Angriffe. Diese sind ein absolutes Tabu und müssten das selbst ohne Zaun sein. Ich frage mich hier, warum englischen Fans das möglich ist, wobei die sonst sicher größtenteils mit guter Kinderstube nichts am Hut haben.

Hier müssen alle Fans der Stuttgarter Kickers, auch einige Herrschaften auf der Haupttribühne, noch ordentlich an sich arbeiten. Der Wunsch des Präsidiums und auch mein spezieller Wunsch wäre es, wenn hier die Fans dem sonstigen Ruf des Vereins gerecht würden und zwar als in der Sache emotionale, aber jederzeit gewaltfreie Fans, ohne Schläger, Werfer und antidemokratische Fremdenfeinde.

Schlußendlich hoffen wir, dass der DFB bei Berücksichtigung der tragischen Einzelumstände noch gnädig mit uns verfährt, auf jeden Fall werden wir um eine faire Behandlung und eine noch erträgliche Bestrafung kämpfen. Dass die Sache für den Chaoten nicht folgenlos bleibt versteht sich von selbst.

Thread im Offizielen Kickers-Forum

Presse zum DFB-Pokal: Stuttgarter Kickers – Hertha BSC Berlin (0:2)

Ein Bierbecher beendet den Pokalabend
 
Beim Stand von 0:2 wird das Spiel der Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC abgebrochen
 
STUTTGART. Das DFB-Pokalspiel der Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC ist mit einem Skandal zu Ende gegangen. Von einem Bierbecher getroffen brach der Linienrichter zusammen, woraufhin die Partie abgebrochen wurde. Ein langes Nachspiel wird folgen.

Von Joachim Klumpp

Berlins Trainer Falko Götz hatte vor dem Spiel in Stuttgart schon geunkt gehabt: „Dort erwarten uns Hektik und Provokationen.“ Dass diese Worte, die auf den Pokalkampf David gegen Goliath gemünzt waren, gestern Realität wurden, war nicht zu ahnen. Die Pokalpartie war praktisch entschieden, der Favorit aus Berlin führte mit 2:0 gegen den Regionalligisten, als ein großer Abend ein ebenso dramatisches wie unwürdiges Ende fand. Von einem vollen Bierbecher im Nacken getroffen sank der Linienrichter Kai Voss nach 80 Minuten benommen vor der Gegengerade des Gazistadions in sich zusammen. Nachdem er kurz behandelt worden war, brach der Unparteiische Michael Weiner nach Rücksprache mit dem Schiedsrichterbeobachter Winfried Buchhard das Spiel schließlich vorzeitig ab.

„Dieses Ende ist für uns eine Katastrophe“, sagte der Kickers-Manager Joachim Cast, für den es ein schwacher Trost war, dass die Polizei unverzüglich den Täter ermitteln konnte. Es handelt sich nach Polizeiangaben um einen 38-jährigen Mann aus dem Raum Necker-Fils, der zur Hooliganszene zählt und mehrfach vorbestraft ist. Der Schiedsrichterassistent, so teilte ein Polizeisprecher mit, habe keine ernsthafte Verletzung davongetragen.

Dabei war alles angerichtet gewesen für einen großen Fußballabend. Das Gazistadion war mit 10 500 Zuschauern ausverkauft, die ARD rückte mit einem 30-Mann-Team an, die Berliner kamen mit all ihren Nationalspielern wie Arne Friedrich, Malik Fathi oder Yildiray Bastürk, denen Dutt ein hoch motiviertes Kickers-Team entgegen stellte. „Raus aus dem Alltag, rein ins Vergnügen“, so lautete vor dem Spiel das Motto des Trainers, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnte, dass der Abend am Ende alles andere als vergnüglich werden sollte.

Auch der große Favorit aus der Hauptstadt hatte im Vorfeld nichts dem Zufall überlassen, als er sich auf das Pokalspiel vorbereitete. Gleich zweimal entsandte Hertha BSC seine Spione in den Süden, um Profile der Gegenspieler und Varianten ihrer Standardsituationen zu erstellen. Einen klassischen Pokalkampf erwarteten die Hertha-Chefs, die leidenschaftliche Auseinandersetzung zwischen den Kleinen aus Stuttgart, die nichts zu verlieren haben, und den Großen aus Berlin, die sich vor der Blamage fürchten. Dass es dann aber gleich so unschön werden würde, das hatten freilich auch Hoeneß und Götz in ihren schlimmsten Vorahnungen nicht vermutet. Der Manager Hoeneß ging hinterher davon aus, „dass das Spiel so gewertet wird, wie es bei Abbruch stand“.

Dabei wollten die Kickers mit aller Macht an das 4:3 nach Verlängerung in der ersten Runde gegen den Hamburger SV anknüpfen, mit dem sie bundesweit für Aufsehen gesorgt hatten. Auch jetzt sind ihnen wieder die Schlagzeilen gewiss – diesmal allerdings der negativen Art. „Ich mag an die Folgen noch gar nicht denken“, sagte Cast.

Nicht mehr als eine Randnotiz wird es sein, dass die Kickers auch gegen Berlin lange Zeit ein ebenbürtiger Gegner waren. Im Gegensatz zu den letzten Regionalligapartien sprühte der Außenseiter nur so vor Spielfreude, erspielte sich gute Chancen und geriet erst in der zweiten Halbzeit ins Hintertreffen, nachdem Moritz Steinle kurz vor der Pause nach einer Notbremse gegen Marko Pantelic mit Rot vom Platz geflogen war.

Nach einer Stunde gingen die Berliner mit 1:0 in Führung: Solomon Okoronkwo war zur Stelle, als der Kickers-Schlussmann David Yelldell einen Distanzschuss nur hatte abklatschen können. Als auch die Berliner dezimiert waren – Cairo saht die rote Karte – bäumten sich die Kickers noch einmal auf, das nächste Tor fiel aber wieder auf der anderen Seite: Recep Yildiz war im Strafraum der Ball an die Hand gesprungen, Yildiray Bastürk verwandelte den fälligen Elfmeter.

Dennoch sagte Hertha-Trainer Götz: „So einen Abgang haben die Kickers nicht verdient, weil sie über die 90 Minuten dagegen gehalten waren.“ Dass es am Ende nur 86 Minuten wurden, sei unter diesen Umständen nachgesehen.

Stuttgart: Yelldell – Steinle, Hartmann, Yildiz, Kanitz, – Parmak, Akcay, Kanyuk (55. Schlabach), Benda – Okpala, Mesic.

Berlin: Fiedler – Friedrich, Chahed, Simunic, Fathi – Dardai – Cairo, Bastürk, Boateng – Pantelic (81. Lakic), Okoronkwo.

Schiedsrichter: Weiner (Giesen).

Tore: 0:1 Okoronkwo (58.), 0:2 Bastürk (74./Handelfmeter).

Rote Karten: Steinle (Notbremse/44.); Cairo (Tätlichkeit/63.).

Besonderes Vorkommnis: Abbruch (86.).

Stuttgarter Zeitung

Stimmen zum Spielabbruch
„Das schlimmste Szenario“
 
Robin Dutt (Kickers-Trainer): „So wollten wir das Spiel nicht beenden. Wir sind faire Verlierer und hätten die Niederlage akzeptiert, auch wenn wir ein gleichwertiger Gegner waren, so lange wir vollzählig waren. Das macht alles kaputt, was wir in den letzten drei Jahren hier aufgebaut haben. Das ist ein unglaublicher Rückschlag für den Verein.“

Hans Kullen (Präsident): „Ich kann mich nur in aller Form bei den Unparteiischen entschuldigen. Wir werden mit aller Härte gegen den Täter vorgehen.“

Dieter Wahl (Präsidiumsmitglied): „So etwas passt nicht zu den Kickers. Wir haben das Spiel heute gleich zweimal verloren.“

Marco Wildersinn (Kickers-Spieler): „Das ist das schlimmste Szenario, das man sich als Spieler vorstellen kann. Da hat ein Zuschauer total die Nerven verloren.“

Christian Mauch (Aufsichtsratsvorsitzender und Mannschaftsarzt): „Der Linienrichter war nach der Attacke sicher drei bis vier Minuten lang benommen. Das war keine Simulation. Es kann gut sein, dass der ganze Pokal für die Katz war. Das kann uns im schlimmsten Fall die gesamten Zuschauereinnahmen kosten.“

Dieter Hoeneß (Hertha-Manager): „Ich selbst habe so etwas noch nie erlebt. Aber dem Verein Stuttgarter Kickers kann man keinen Vorwurf machen. Das ist die Tat eines Wahnsinnigen. Allerdings hat sich der Schiedsrichter das Leben zuvor manchmal auch selbst schwer gemacht – auf beiden Seiten. Die eine oder andere Entscheidung hätte man nicht pfeifen müssen.“

Falko Götz (Hertha-Trainer): „Das ist sehr bedauerlich, was hier passiert ist. Man muss bedenken, dass so ein Geschoss auch einen Spieler hätte treffen können.“ ump

Stuttgarter Zeitung

Spielabbruch bei den Kickers
Tiefpunkt statt Höhepunkt
 
Von Joachim Klumpp
 
Das Pokalspiel in Gazistadion sollte gestern Abend ein Höhepunkt in der Vereingsgeschichte der Kickers werden – und endete als Tiefpunkt: nach 86 Minuten mit einem Spielabbruch. Der Linienrichter war von einem Bierbecher getroffen worden und nicht mehr in der Lage, die Partie zu Ende zu führen. Eine Katastrophe: für den Fußball im Allgemeinen und für die Kickers im Besonderen. Nachdem in den vergangenen Wochen die deutschen Fans schon durch rassistische Parolen unangenehm aufgefallen waren, hat sich gestern Abend die hässliche Fratze am Schiedsrichtergespann entladen. Auch wenn solche Auswüchse Einzelner nie hundertprozentig in den Griff zu bekommen sind, werden sie die Diskussion um Sicherheitsmaßnahmen neu anheizen.

Für die Kickers wird es nicht bei Diskussionen bleiben, sondern auch Sanktionen geben. In Form einer Geldstrafe, im schlimmsten Fall vielleicht sogar einer Platzsperre. Womit der Gewinn aus dem Pokal mit einem Schlag dahin sein könnte. Zum finanziellen Schaden kommt noch der Imageverlust. Und der wiegt weitaus schwerer als diese Niederlage in der zweiten Pokalrunde.

Stuttgarter Kickers

Kickers: Spielabbruch nach Becherwurf
 
Schiedsrichter beendet DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC vorzeitig – Zweimal Rot in hektischer Partie
 
Stuttgart – Unrühmliches Ende für ein hoch dramatisches DFB-Pokalspiel: Die Zweitrundenpartie zwischen dem Regionalligisten Stuttgarter Kickers und Bundesligist Hertha BSC Berlin am Mittwoch im Gazistadion wurde nach 86 Minuten beim Stand von 2:0 für Hertha BSC Berlin abgebrochen.

VON JÜRGEN FREY

UND DIRK PREISS

Eigentlich schien alles entschieden. Im mit 10 500 Zuschauern ausverkauften Gazistadion waren noch vier Minuten zu spielen, Berlin führte mit 2:0 – und es war klar, dass dem Pokal-Triumph über den Hamburger SV kein weiterer folgen würde. Die Niederlage war bitter, doch dann kam alles noch viel schlimmer.

In der 86. Minute brach Schiedsrichterassistent Kai Voss an der Seitenlinie auf der Gegengeraden plötzlich zusammen. Die Ursache war schnell geklärt: Der Mann an der Linie war von einem gefüllten HartplastikBierbecher am Nacken getroffen worden. Der Kickers-Arzt und Aufsichtsrats-Vorsitzende Christian Mauch behandelte den Unparteiischen mehrere Minuten lang. „Er war benommen“, berichtete er. Und vor allem: Voss war nicht mehr in der Lage, das Spiel fortzusetzen – Schiedsrichter Michael Weiner brach die Partie daraufhin ab.

Die Kickers waren geschockt. „Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass bei uns so etwas möglich ist“, stammelte Präsident Hans Kullen, „ich kann mich bei den Schiedsrichtern nur entschuldigen.“ Das Spiel wird wohl mit 0:2 gegen die Kickers gewertet werden. Was aber noch viel schwerer wiegt: Die zu erwartende Strafe wird den Verein viel Geld kosten, die zusätzlichen Einnahmen aus dem DFB-Pokal fallen wesentlich geringer aus. Und auch das neu erworbene, gute Image der Blauen leidet unter diesem Vorfall enorm. „So ein tolles Pokal-Fest und dann macht uns ein Vollidiot alles kaputt“, schimpfte Manager Joachim Cast, „er muss richtig hart bestraft werden.“ Der Täter wurde noch im Stadion ermittelt und festgenommen. Es soll sich um einen Vorbestraften aus der Hooligan-Szene handeln, der den Kickers-Fans nicht zugeordnet wird.

Auch Kickers-Trainer Robin Dutt war sauer. Noch auf dem Spielfeld griff er zum Mikrofon und versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war: „Wir sind faire Verlierer“, brüllte er. Die Nachricht kam nicht bei allen an. Doch zumindest der Gegner zeigte Mitgefühl. „Den Club trifft keine Schuld, es ist ein Phänomen unserer Gesellschaft, dass einige Wahnsinnige alles zerstören“, sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß, „die Kickers haben diesen Abgang nicht verdient.“

Denn die Blauen hatten erneut an der Sensation geschnuppert. Doch nach der umstrittenen Roten Karte gegen Moritz Steinle (44./Notbremse) ging die Hertha in der 58. Minute durch Solomon Okoronkwo in Führung. Nach einem Rempler sah dann zwar auch der Berliner Ellery Cairo Rot, Yildiray Bastürk (74.) machte per Handelfmeter dennoch alles klar. Die Kickers fügten sich fortan in die Niederlage. „Wir hätten das so akzeptieren können“, sagte Dutt. Das Ende, wie es dann kam, dagegen nicht.

Stuttgarter Nachrichten

Der Skandal
 
VON JÜRGEN FREY
 
Bei den Kickers hatten sich vor dem Spiel gegen Hertha BSC nicht wenige zurückgelehnt, die Augen geschlossen und geträumt: vom Einzug ins Achtelfinale und vom damit verbundenen finanziellen Befreiungsschlag. Am Ende kam alles ganz anders: Abrupt ging ein Fußballfest zu Ende. Mit einem Skandal. Ein unverbesserlicher Zuschauer machte mit einem Wurf auf den Schiedsrichterassistenten alles zunichte. Ein Albtraum für die Blauen. Möglicherweise gibt es eine Platzsperre. Sicher: Die Geldstrafe wird hoch ausfallen und die Kickers hart treffen. Denn es war nicht das erste Mal, dass es im Gazistadion zu Vorkommnissen kam – wenn auch nicht in diesem Ausmaß und auch nicht von Kickers-Fans initiiert.

Das Schlimmste an der Tat eines einzelnen polizeibekannten Hooligans ist aber der Imageschaden für den gesamten Club. Die Kickers befanden sich in den vergangenen Wochen und Monaten auf dem besten Weg, sich mit ihrer jungen Mannschaft ein erfrischendes Bild in der Öffentlichkeit zu erwerben. Auch die Führungsriege machte sich zuletzt immer wieder stark für lobenswerte soziale Projekte. Dies tritt nun zumindest fürs Erste in den Hintergrund. Es ist ein schwacher Trost, dass dieser bedauerliche Vorfall in jedem anderen Stadion hätte passieren können.

Stuttgarter Nachrichten

Der Triumph
 
VON JÜRGEN FREY
 
Das Schöne am Fußball: Er steckt voller Überraschungen. Nach dem Triumph gegen den HSV haben die Stuttgarter Kickers nun auch Hertha BSC geschlagen und stehen im Achtelfinale des DFB-Pokals. Es waren zwei grandiose Feste auf der Waldau voller Emotionen, die zeigen: Die Mannschaft lebt, und die Kickers sind wieder wer im Fußball.

Die Blauen sind durch den Einzug unter die letzten 16 viele ihrer Geldsorgen los. Ein Livespiel im Dezember wäre sogar so etwas wie der finanzielle Befreiungsschlag.

Doch bei aller Euphorie, darf eines nicht vergessen werden: Drei Punkte gibt es für den Erfolg gegen Hertha nicht. Am Sonntag steht gegen den SV Wehen ein Schlüsselspiel in der Regionalliga auf dem Programm. Bei allem Selbstvertrauen, das aus dem neuerlichen Coup gezogen werden kann: In den wenigsten Fällen sind Pokal-Sensationen hilfreich für die Bewältigung des Ligaalltags. Die Kickers selbst haben das leidvoll erfahren. 2000 waren sie mit Glanz und Gloria ins DFB-Pokal-Halbfinale eingezogen. Am Saisonende standen sie in der zweiten Liga sportlich auf einem Abstiegsplatz. Es liegt nun an Mannschaft, Trainer und Verantwortlichen dafür zu sorgen, dass aus dem wertvollen Pokal-Triumph kein Pyrrhus-Sieg wird. Gelingt dies, stehen die Blauen vor rosigen Zeiten.

Stuttgarter Nachrichten

Attacke gegen Linienrichter führt zu Spielabbruch

Aus den Kickers-Rängen fliegt beim Stand von 0:2 gegen Hertha BSC ein Hartplastikbecher – Verdächtiger bereits festgenommen
 
Stuttgart – Eklat bei den Stuttgarter Kickers: Das Zweitrunden-Spiel im DFB-Pokal des Fußball-Regionalligisten gegen Hertha BSC musste gestern Abend vorzeitig abgebrochen werden. Schiedsrichter-Assistent Kai Voss war in der 82. Minute von einem Gegenstand am Kopf getroffen worden. Zu diesem Zeitpunkt lagen die „Blauen“ mit 0:2 zurück. Der Fall kommt nun vor den DFB-Kontrollausschuss. Die Polizei führte einen Verdächtigen bereits ab.
 
Von Sigor Paesler

Das Gazi-Stadion war rappelvoll und noch vor dem Anpfiff hatten die Kickers-Fans ihrer Vorfreude Ausdruck verliehen. Sie sangen den heiteren Slogan des WM-Spieles um Platz drei: „Stuttgart ist viel schöner als Berlin“. Hinterher herrschte jedoch Begräbnisstimmung. Die Verantwortlichen waren konsterniert und auch ein Appell von Trainer Robin Dutt über Lautsprecher dürfte nicht mehr helfen. Der Unparteiische Michael Weiner hatte die Begegnung abgebrochen, nachdem ein voller Hartplastikbecher einen seiner Linienrichter getroffen hatte. „Es war eine klare Angelegenheit, weil das Wurfgeschoss von den Kickers-Rängen kam“, sagte Weiner. Allerdings soll es sich bei dem Verdächtigen nicht um einen Anhänger der Degerlocher handeln, sondern um einen vorbestraften Hooligan aus der Szene des VfB Stuttgart. Angeblich halfen Kickers-Fans den Mann zu identifizieren.

Das Spiel dürfte dennoch als verloren für die Stuttgarter gewertet werden – und dazu müsste es mindestens eine saftige Geldstrafe geben. Wenn es schlecht für die „Blauen“ läuft, sind ein guter Teil der Pokaleinnahmen dahin. Zumal es für die Kickers in der laufenden Saison bereits eine Geldstrafe wegen Zuschauerausschreitungen gab.

„Das ist aber auch ein nicht zu beziffernder Imageschaden für den Verein“, sagte Dutt, „manche Leute wissen einfach nicht, was sie tun.“ Präsident Hans Kullen hatte Tränen in den Augen. „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass so etwas bei uns im Stadion passiert“, sagte der Clubchef. Hertha-Manager Dieter Hoeneß äußerte ebenfalls sein Bedauern über den unrühlichen Höhepunkt eines Pokalkampfes. Voss war benommen, benötigte nach wenigen Minuten aber keine ärztliche Behandlung mehr.

Die Partie war von einigen Emotionen begleitet gewesen. Bis zum Spielabbruch hatte Schiedsrichter Weiner zwei Rote Karten gezeigt. Eine für den Kickers-Verteidiger Moritz Steinle (44.) und eine für Ellery Cairo (62.). Doch angesichts des unschönen Vorfalls geriet der sportliche Verlauf in den Hintergrund. Dabei hatten die Gastgeber ihre Anhänger unter den 10 500 Besuchern mit Engagement und Zweikampfstärke erfreut – obwohl es einige Veränderungen in der Anfangself gab. Da Abwehrchef Jens Härter grippekrank ausfiel, zog das gleich eine Reihe von Wechseln nach sich. Manuel Hartmann rückte nach hinten. Im Mittelfeld sollten der in der Regionalliga gesperrte Mustafa Parmak und Laszlo Kanyuk für Kreativität sorgen. Sascha Benda probierte es von außen.

Die Hertha deutete ihre bessere Spielkultur an. Und je länger es ging, desto mehr schien das Konzept des Abwartens von Hertha-Trainer Falko Götz aufzugehen. Eine Abwehraktion von Steinle gegen Pantelic hatte dann Folgen: Weiner erkannte auf Foul und Notbremse. Steinle erhielt die Rote Karte – eine sehr umstrittene Entscheidung.

Effizient gingen die Gäste zu Werke. Solomon Okoronkwo traf zum 1:0 (58.). Aufregung kurz darauf: Cairo musste nach einer Tätlichkeit gegen Mesic mit Rot vom Platz. Ein Handelfmeter, den Yildiray Bastürk verwandelte (74.), ließ die Emotionen dann hochkochen. Die sportliche Entscheidung war eigentlich gefallen, ehe das Unheil aus den Zuschauerrängen seinen Lauf nahm.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Hartmann, Yildiz, Kanitz – Akcay – Parmak, Kanyuk (55. Schlabach), Benda – Okpala, Mesic.

Hertha BSC Berlin: Fiedler – Chahed, Friedrich, Simunic, Fathi – Dardai – Cairo, Bastürk, Boateng – Pantelic (81. Lakic), Okoronkwo.

Schiedsrichter: Weiner (Giesen).

Zuschauer: 10 500 (ausverkauft).

Tore: 0:1 Okoronkwo (58.), 0:2 Bastürk (74./Handelfmeter).

Gelbe Karten: Kanyuk, Mesic, Akcay/Boateng, Bastürk, Friedrich.

Rote Karten: Steinle wegen Notbremse (44.)/Cairo wegen Tätlichkeit (62.).

Besonderes Vorkommnis: Spielabbruch wegen einer Attacke auf den Schiedsrichterassistenten (82.).

Beste Spieler: Mesic, Yildiz/Bastürk, Boateng.

Eßlinger Zeitung

Linienrichter am Kopf getroffen

Beim Stand von 2:0 für Hertha BSC wird das Spiel bei den Stuttgarter Kickers abgebrochen

Michael Kölmel

STUTTGART. Das Pokalspiel zwischen den Stuttgarter Kickers aus der Regionalliga Süd und dem Bundesligisten Hertha BSC wurde am Mittwochabend nach 86 Minuten abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt führten die Berliner durch Treffer von Solomon Okoronkwo (58.) und Yildiray Bastürk (74./Handelfmeter) mit 2:0.   

Dann wurde der Schiedsrichter-Assistent Kai Voss von einem Gegenstand am Kopf getroffen. Er sank zu Boden, war kurze Zeit ohnmächtig. Voss wurde einige Minuten behandelt und musste dann in die Kabine geführt werden. Äußere Zeichen einer schlimmeren Verletzung waren zunächst nicht zu erkennen. Referee Michael Weiner aus Gießen brach nach diesem schlimmen Zwischenfall die Partie ab. Weiner blieb nach dem Abbruch in seiner Kabine, ließ aber den wartenden Journalisten folgendes ausrichten: Er werde keine Stellung beziehen, aber eigentlich sei die Angelegenheit klar. Der Gegenstand – es soll ein Hartplastikbecher gewesen sein – sei aus dem Block der Stuttgarter Kickers gekommen. Eine Entscheidung über die Wertung des Pokalspiels müsse aber das Sportgericht treffen.

Kickers-Trainer Robin Dutt: „Das ist für uns eine totale Katastrophe und ein unglaublicher Rückschlag für den Verein.“ Dabei hatten sich die Kickers viel vorgenommen. Knapp zwei Jahrzehnte ist es her, dass die Blauen zuletzt in der ersten Bundesliga mitspielen durften. Inzwischen fristen die Kickers ein tristes Dasein in der Regionalliga und leben in der Vergangenheit. Vor dem Pokalspiel gegen Hertha BSC schwelgten die Stuttgarter Medien in Erinnerungen. Sie erzählten den Einzug ins Pokalfinale im Jahr 1987 und den überraschenden 4:3-Sieg nach Verlängerung über den Hamburger SV vor sechs Wochen nach.

Kickers-Trainer Robin Dutt hatte verkündetet, sein Team werde mutig nach vorne spielen und sich nicht vom Gegner einschüchtern lassen. Tatsächlich sah es in der Anfangsphase so aus, als hätten die beiden Mannschaften schon vorher die Trikots getauscht. Hertha agierte in dem mit 10 500 Zuschauern ausverkauften Stadion am Degerloch hektisch, die Kickers aggressiv, schnell und mit Übersicht. Allein Torhüter Christian Fiedler war es zu verdanken, dass Hertha nicht früh in Rückstand geriet. Nach neun Minuten entschärfte er einen Distanzschuss des Nigerianers Christian Okpala, der schon gegen den HSV zweimal getroffen hatte. Wenig später konnte Fiedler nur mit den Fäusten ein Tor durch Laszlo Kanyuk verhindern (19.).

Erst diese Schreckmomente weckten die schläfrigen Berliner. Bastürk und Boateng nutzten im Mittelfeld endlich ihre individuelle Klasse, Hertha kam zu ersten Gelegenheiten, die aber blieben sträflich ungenutzt. Bastürk und Solomon Okoronkwo, der für den verletzten Angreifer Christian Giménez (Adduktoren) spielte, verfehlten aus exzellenten Positionen das Tor. Erst später nutzte Okoronkwo einen Abpraller zum 0:1 und Bastürk verwandelte einen Handstrafstoß sicher. Zuvor waren schon Steinle (Stuttgart) und Cairo (Hertha) vom Platz gestellt worden. Zum Schluss wurde es hektisch, und trauriger Höhepunkt war der Wurf auf den Linienrichter. Später wurde der vermutliche Werfer verhaftet. Es soll sich um einen vorbestraften Hooligan aus dem Raum Neckarfilz handeln, hieß es aus Polizeikreisen.

Berliner Zeitung

Hamburg – Die Begegnung zwischen den Stuttgarter Kickers und Bundesligist Hertha BSC Berlin wurde in der 86. Minute beim Stande von 2:0 für den Favoriten von Schiedsrichter Michael Weiner abgebrochen. Dessen Assistent Kai Voss war von einem Gegenstand am Kopf getroffen worden und zu Boden gegangen. Nach kurzer Behandlung wurde Voss in die Kabine geführt. In der hektischen Begegnung sahen der Stuttgarter Moritz Steinle (44. Notbremse) und der Berliner Ellery Cairo (63. Tätlichkeit) zuvor die Rote Karte.

Berliner Zeitung


Spiegel

„Das ist für uns eine totale Katastrohe und ein unglaublicher Rückschlag für den Verein“, sagte Kickers-Trainer Robin Dutt. Auch Hertha-Coach Falko Götz war fassungslos. “ Das ist sehr bedauerlich, was hier passiert ist. Man muss bedenken, dass so ein Geschoss auch einen Spieler hätte treffen können.“

Mittlerweile scheint klar, dass das Geschoss aus dem Stuttgarter Block kam, der mutmaßliche Täter wurde als Kickers-Anhänger identifiziert und auch Schiedsrichter Weiner ließ über einen Sprecher ausrichten, dass das „eine klare Angelegenheit“ sei. Weitere Kommentare wollte der Fifa-Referee, der im Hauptberuf Polizist ist, nicht abgeben, da es sich um ein “ schwebendes Verfahren handelt“. Was Weiner in seinem Zusatzbericht vermerkte, war nach dem Abbruch deshalb nicht zu erfahren.

Am grünen Tisch wird das DFB-Sportgericht nun über mögliche Sanktionen beraten, Gastgeber Stuttgarter Kickers muss aber neben dem voraussehbaren Pokal-Aus auch mit einer empfindlichen Strafe rechnen, da die Hausherren für einen ausreichenden Ordnungsdienst sorgen müssen. Als „Vollidioten“ bezeichnete ein entsetzter Ex-DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder den Tatverdächtigen.

Spiegel

Hoeneß: Wahnsinnige machen alles kaputt

Nach dem Abbruch des Pokalspiels von Hertha BSC bei den Stuttgarter Kickers ist das Entsetzen groß. Ein Übeltäter wurde bereits festgenommen, drastische Strafen drohen.

Es war die 80. Minute im DFB-Pokalspiel zwischen dem Regionalligisten Stuttgarter Kickers und Hertha BSC, als ein Wurfgeschoss den Linienrichter Kai Voss traf, später als Hartplastikbecher identifiziert. Voss fiel benommen um, offenbar am Kopf getroffen.

«Eindeutige Angelegenheit»

2:0 führte der Bundesligist zu diesem Zeitpunkt, als sich Schiedsrichter Michael Weiner, im Hauptberuf Polizeibeamter, entschloss, die Partie abzubrechen. Während der benommene Assistent von einem Arzt mehrere Minuten lang behandelt werden musste, versuchte Kickers-Trainer Robin Dutt noch, mit einem Aufruf an die Fans die Situation zu beruhigen, doch Weiner blieb konsequent. «Es war eine eindeutige Angelegenheit, weil das Wurfgeschoss von der Kickers-Tribüne kam«, begründete Weiner seinen Entschluss, die Partie vorzeitig zu beenden. «Es fällt natürlich schwer nach solch einem Spiel über das Sportliche zu reden. Das ist sehr bedauerlich und es tut mir Leid für die Kickers. Hoffentlich erholt sich der Linienrichter schnell. Solch ein Ende hatte dieses Spiel nicht verdient», sagte Hertha-Coach Falko Götz nach dem Zweitrundenspiel, das seine Mannschaft wohl ins Achtelfinale brachte. Denn «höchstwahrscheinlich» werde das Spiel für die Hertha gewertet, wie der Spielausschuss-Vorsitzende des Württembergischen Fußballverbandes bereits kurz nach dem Spiel erklärte.
 

Kickers-Fan unter Verdacht

Der ehemalige DFB-Prädident Gerhard Mayer-Vorfelder, an diesem Abend einer der 10.500 Zuschauer im ausverkauften Waldau-Stadion, war ebenfalls schockiert über das Geschehene. Für ihn war klar, dass «es ein Verfahren gibt» und «eine Strafe. Das kommt auf den Schiedsrichter-Bericht an», sagte Mayer-Vorfelder. Das Wurfgeschoss, offenbar ein gefüllter Bierbecher, soll von einem Kickers-Fan stammen. Die Polizei nahm den 38 Jahre alten mutmaßlichen Täter noch am Abend fest. Dies bestätigte ein Sprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Strafe dürfte deftig ausfallen für den Vierten der Regionalliga-Süd, denn die Kickers sind in dieser Saison schon einmal auffällig geworden und haben deshalb bereits eine Geldstrafe von 3000 Euro zahlen müssen. Das Punktspiel gegen den 1. FC Saarbrücken am 16. September hatte zwei Mal unterbrochen werden müssen, weil Fans des Gegners Feuerwerkskörper gezündet und andere Zuschauer bedroht hatten. Den Kickers war seinerzeit auch mangelnder Schutz des Schiedsrichtergespanns angelastet worden. Nach dem Vorfall vom Mittwochabend droht nun eine weitaus höhere Geldstrafe und sogar eine Platzsperre. «Der Fall wird dem Kontrollausschuss unterbreitet», kündigte ein DFB-Sprecher an.

 

Beteiligte betroffen

Die Kickers-Verantwortlichen reagierten betroffen auf den Spielabbruch, der in die Annalen des DFB-Pokals eingehen wird. «Es tut uns außerordentlich Leid. Das ist ein ganz schlimmer Vorfall und ein schwarzer Tag für die Stuttgarter Kickers. Wir werden mit unseren Fans hart ins Gericht gehen», kündigte Kickers-Präsident Hans Kullen an. Betrübt reagierte auch Kickers-Trainer Robin Dutt: «Unsere sportliche Leistung gerät durch solche Vorkommnisse völlig in den Hintergrund. Das ist ein großer Imageschaden für den Verein und ich entschuldige mich in aller Form dafür. Das ist eine Katastrophe.» In den Hintergrund geriet der Ausgang des Spiels. Bis zum Abbruch hatten Solomon Okoronkwo (58. Minute) und Yildiray Bastürk per Handelfmeter (74.) für die 2:0-Führung von Hertha BSC gesorgt. In einem Spiel, das für Hertha-Coach Götz «ein toller Pokalfight» gewesen war. «Beide Mannschaften haben sehr gut gespielt. Es war das erwartet schwere Spiel. Nach anfänglichen Problemen bekamen wir das Spiel in den Griff und haben uns gute Chancen erspielt», fügte Götz hinzu. Während bei den Kickers Kapitän Moritz Steinle wegen einer Notbremse an Marko Pantelic Rot sah (44.), musste Hertha-Profi Ellery Cairo wegen einer Tätlichkeit vom Platz (63.).  

 

Erster Pokalsieg für Hertha weiter möglich

Für Götz ist das Achtelfinale jedenfalls erreicht. «Wir sind verdient eine Runde weiter und natürlich sehr zufrieden», sagte er. Hertha-Manager Dieter Hoeneß gab sich in Anbetracht des wahrscheinlichen Weiterkommens versöhnlich: «Die Kickers haben keinerlei Schuld an diesem Vorfall, es ist ein Zeichen unserer Gesellschaft, dass ein paar Wahnsinnige alles kaputt machen. Wir sind hier sehr gut aufgenommen worden und wünschen den Kickers alles Gute.» (nz)

Netzeitung

Vorberichte DFB-Pokal: Stuttgarter Kickers – Hertha BSC Berlin – Teil II

Noch 500 Karten fürs Kickersspiel
Kein Spieler wird geschont
 
STUTTGART (ump). Der Pokalschlager der Stuttgarter Kickers heute (20 Uhr, Gazistadion) steht werbetechnisch unter dem Motto: „Her-tha-mit.“ Was übersetzt heißen soll: Her mit der Hertha“! Die Mannschaft kam gestern in Stuttgart an und übernachtete im Waldhotel – genau wie in der vorigen Runde der Hamburger SV. Ein gutes Omen für die Kickers? „Es kommt auf die Einstellung an“, sagt Berlins Trainer Falko Götz. „Wenn sich die spielerischen Mittel durchsetzen, kann es nur einen Sieger geben.“

Wobei auch die Kickers ein Wörtchen mitreden wollen. „Ich denke, es wird ein enges Spiel geben“, sagt der Trainer Robin Dutt, der wieder auf den in der Liga gesperrten Mustafa Parmak zurückgreifen dürfte. Offen ist noch die Position im offensiven Mittelfeld (Akcay oder Kanyuk). Geschont wird jedenfalls kein Spieler. „Das können wir uns nicht leisten“, sagt Dutt, auch wenn am Sonntag das wichtige Punktspiel gegen Wehen ansteht. Für diese Partie erhalten alle Besucher ermäßigter Stehplätze (Jugendliche, Rentner) freien Eintritt, die eine Karte des Pokalspiels vorlegen können. Und für das Schlagerspiel heute gibt es an der Tageskasse von 17 Uhr an noch 500 Restkarten.

Stuttgarter Zeitung

Der Ehrgeiz ist Hartmanns Begleiter
 
Bei den Stuttgarter Kickers ist der 22-Jährige im Mittelfeld gesetzt – auch im DFB-Pokal heute gegen Hertha
 
Die Pokalpartie heute gegen Hertha BSC (20 Uhr, Gazistadion) ist das 18. Pflichtspiel der Stuttgarter Kickers in dieser Saison. Immer zum Einsatz gekommen ist dabei nur ein Spieler: Manuel Hartmann. „Ich habe in meinem Leben bisher das erreicht, was ich mir vorgenommen habe“, sagt er.

Von Joachim Klumpp

Wenn vor den Spielen die Sprache auf die Mannschaftsaufstellung kommt, macht der Kickers-Trainer Robin Dutt gerne ein Geheimnis daraus, als ginge es um den Gehaltszettel. Während dort allmonatlich Lohnsteuer und Sozialabgaben aufgezeigt werden, ist auch bei den Stuttgarter Kickers eine Position nicht wegzudiskutieren: Die Nummer 19 gilt als gesetzt – sie gehört Manuel Hartmann. 18 Pflichtspiele hat der Regionalligist diese Saison absolviert, und Hartmann war stets dabei. Lediglich beim WFV-Pokal in Crailsheim hat er pausiert: eine Halbzeit lang.

Hartmann, der Stammspieler. Davon war im Sommer vergangenen Jahres nicht auszugehen, als der 22-Jährige vom SGV Freiberg gekommen war. Genau wie zuvor schon Jens Härter, der Kapitän. Der Oberligist als Zulieferbetrieb, das funktioniert bestens. „Es zeigt aber auch die gute Arbeit von Robin Dutt“, sagt Hartmann zum Weitblick des Kickers-Trainers, der den Mittelfeldspieler vor der Verpflichtung mehrmals beobachtet hat. Das hat Hartmann überzeugt, genauso wie die Tatsache, dass bei den Kickers in den vergangenen Jahren etliche Spieler aus den eigenen Reihen den Sprung in die erste Mannschaft geschafft haben: Stierle, Parmak, Steinle, um nur ein paar Namen zu nennen. „Das hat meine Entscheidung beeinflusst.“

Und Hartmann hat sie bisher nicht bereut. „Ich habe mir die Tipps des Trainers im taktischen Bereich zu Herzen genommen und mich kontinuierlich weiterentwickelt.“ Erst in der Innenverteidigung, nun auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld, dem Sechser, wie Fachleute gerne sagen. „Da fühle ich mich am wohlsten, weil dort meine Laufbereitschaft am besten zum Tragen kommt.“ Und die ist hoch. Hartmann muss im Spielsystem einer Raute deutlich mehr Abwehrarbeit verrichten, wenn mit zwei defensiven Mittelfeldspielern operiert wird. „Die Abstimmung mit den Spielmachern klappt gut“, sagt Hartmann, egal ob dieser nun Akcay, Gambo, Parmak oder Kanyuk heißt, „das sind alles sehr gute Fußballer.“

„Manuel Hartmann braucht fast keine Pause“, sagt wiederum Dutt und macht dessen physische Stärke auch an den exzellenten Laktatwerten fest. „Das war schon immer so, vielleicht ist es genetisch bedingt“, sagt Hartmann, der zudem mit drei Treffern diese Saison schon seine offensiven Qualitäten bewiesen hat. Daneben ist er aber auch mental stets präsent. Er könnte sich zu einem Führungsspieler entwickeln, von denen die Kickers nicht viele haben. Dazu Dutt: „Er kann auf dem Platz schon mal laut werden.“

Eine Rolle, die Hartmann nicht fremd ist. „In fast allen Jugendmannschaften bin ich Kapitän gewesen“, sagt er, aber mit 22 Jahren sei es in der Regionalliga noch etwas früh dafür. Dennoch wäre es ein Ziel. Zumal der Schwabe aus Sirnau bisher alles erreicht hat, was er sich vornahm. „Ich bin extrem ehrgeizig“, gibt Hartmann zu. Und diszipliniert. Schließlich haben schon die Eltern seine Laufbahn nicht nur gefördert, sondern auch gefordert, Schule und Fußball unter einen Hut zu bringen. Die Praxis sah so aus: als der Unterricht im Gymnasium um 17 Uhr zu Ende war, wartete der Vater schon mit laufendem Motor im Auto, auf dem Weg zum VfL Kirchheim stopfte der Spieler noch rasch die mitgebrachte Portion Spaghetti in sich rein, dann ging“s zum Training, und abends um zehn wurden die letzten Hausaufgaben gepaukt. „Das war manchmal nicht leicht.“

Doch Hartmann blickt über die Strafraumgrenze hinaus. Sein Studium an der Uni Stuttgart (Sport, Mathematik) hat er bis Sommer 2007 unterbrochen. Kein Dauerzustand. Für nächstes Jahr, wenn sein Vertrag ausläuft, gibt es zwei Optionen: entweder ein Fernstudium an der Uni Hagen oder eine Kompromisslösung mit den Kickers. „Die sind mein erster Ansprechpartner“, sagt Hartmann, der nicht nur um Vertragslaufzeit und Gehalt verhandeln will, sondern auch um die Möglichkeit der Weiterbildung.

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, das weiß Hartmann und nennt das Beispiel des ehemaligen Mitspielers Heiko Gumper, der verletzungsbedingt die Karriere mit 23 Jahren beim Bezirksligisten TSV Allmendingen ausklingen lässt. Wobei Hartmann auch mal nach unten schaut. Wenn es die Zeit erlaubt besucht er die Spiele seiner Exklubs, wie in Freiberg. Hartmann: „Da ist man ein gern gesehener Gast.“ Auch wenn man dort immer damit rechnen muss, dass die Kickers das nächste Talent wegschnappen.

Stuttgarter Zeitung

Jubel, Trubel, tolle Tore: Blaue Wunder im Pokal
 
Kickers ärgern auf der Waldau gerne die Großen
 
Stuttgart – Die Geschichte des DFB-Pokals auf der Waldau ist auch eine Geschichte der Sensationen. Wenn die Stuttgarter Kickers am heutigen Mittwoch (20 Uhr/Gazistadion) Hertha BSC Berlin empfangen, spielen Erinnerungen an unerwartete Erfolge mit.

Kurtenbachs Doppelpack

In der Saison 1986/87 jubelten die Blauen nach zwei Auswärtssiegen bei TeBe Berlin (5:0) und Borussia Neunkirchen (3:2) über die Pokalheimpremiere im Achtelfinale: Am 19. November 1986 wurde Hannover 96 mit 2:0 geschlagen. Dirk Kurtenbach gelangen vor 10 000 Zuschauern beide Tore.

Eintracht Frankfurt ohne Chance

Der nächste Feiertag folgte im Viertelfinale. Am 7. März 1987 waren erneut 10 000 Fans ins Kickers-Stadion geströmt und bejubelten ein 3:1 gegen Eintracht Frankfurt. Die Tore erzielten Arthur Jeske, Hans Hein und erneut Kurtenbach. Der Gegentreffer von Janusz Turowski störte keinen mehr.

Kein Aprilscherz: Finale erreicht

Nein, nein, es war kein Aprilscherz, der den 10 000 Fans und Millionen vor den Fernsehern vorgeführt wurde: Am 1. April 1987 besiegten die Helden von Trainer Dieter Renner Fortuna Düsseldorf souverän mit 3:0. Die Torschützen: Frank Elser, Kazimierz Kmiecik – und Mister DFB-Pokal Dirk Kurtenbach. Das Endspiel in Berlin gegen den HSV ging unglücklich mit 1:3 verloren.

Kevrics Gala gegen Dortmund

1999 begannen die Kickers erneut Pokalgeschichte zu schreiben. Das erste Kapitel: ein 3:1 am 12. Oktober in der dritten Runde gegen Borussia Dortmund – mit Fredi Bobic. Der überragende Adnan Kevric machte nicht nur das Spiel seines Lebens im Kickers-Dress, sondern auch zwei Tore. Der dritte Treffer vor 10 618 Zuschauern ging auf das Konto von Tomislav Maric – nach einem Freistoß von Kevric.

Wintermärchen gegen Bielefeld

Im Achtelfinale am 1. Dezember 1999 ließen sich die Blauen von Arminia Bielefeld nicht aufhalten – 3:2 nach Verlängerung. Maric und Kevric sorgten vor 4600 Zuschauern für eine 2:0-Führung. Ein Treffer von Artur Wichniarek (75.) und ein Eigentor von Darko Ramovs (78.) brachten die Verlängerung. Das Team von Trainer Michael Feichtenbeiner ließ sich nicht unterkriegen und bewies Nervenstärke: Kevric traf in der 110. Minute. Der Rest war weiß-blauer Siegestaumel.

SC Freiburg rutscht aus

Ski und Rodel gut auf der Waldau. Volker Finke, der Trainer des SC Freiburg, hüpfte an jenem 22. Dezember 1999 aufgeregt an der Seitenlinie entlang und beschwerte sich über die Platzverhältnisse: „Unzumutbar.“ Es half nichts. Die Kickers entpuppten sich auf dem spiegelglatten Untergrund als die besseren Schlittschuhläufer: Das Tor zum 1:0-Sieg vor 9300 Zuschauern erzielte Maric. Die Kickers standen im Halbfinale, das am 15. Februar 2000 bei Werder Bremen mit 1:2 n. V. verloren ging. Ende März bekam Coach Feichtenbeiner den Laufpass.

Dramatik pur gegen den HSV

Jubel, Trubel, Heiterkeit am 9. September dieses Jahres: Dem Regionalligateam von Trainer Robin Dutt gelang vor 10 500 Zuschauern die Sensation gegen den Hamburger SV – 4:3 n. V. Recep Yildiz und Christian Okpala trafen je zweimal. Jürgen Frey
Stuttgarter Nachrichten

Kickers: Härter droht auszufallen
 
Hertha BSC erwartet Hektik
 
Stuttgart (jüf) – Die Fans sind heiß, die Spieler sind heiß – und der Trainer der Stuttgarter Kickers denkt gar nicht daran, die Emotionen zu bremsen: „Wir können gar nicht auf Abwarten spielen. Wir müssen unsere eigene spielerische Linie durchbringen und die Räume nutzen“, sagt Robin Dutt vor dem DFB-Pokal-Spiel gegen Hertha BSC Berlin. Daran ändern vor der Zweitrundenpartie am heutigen Mittwoch (20 Uhr) im Gazistadion (Schiedsrichter ist Michael Weiner aus Gießen) auch diverse personelle Probleme nichts: Jens Härter konnte wegen Fieber gestern nicht trainieren. Der Kapitän droht auszufallen. Auch hinter dem Einsatz von Oliver Stierle (Magen-Darm-Infekt) steht ein Fragezeichen.

Hertha-Trainer Falko Götz rechnet mit einer hart umkämpften Partie. „Uns erwarten Hektik und Provokationen. Der Underdog will den Großen schlagen“, warnte er und appellierte an die Einstellung seiner Profis: „Erst wenn wir den Kampf angenommen haben, werden sich die spielerischen Mittel durchsetzen. Dann kann es nur einen Sieger geben.“ Für das Spiel gibt es im Stadion an Kasse 5 ab 17 Uhr noch 500 Karten.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Kickers: Yelldell – Steinle, Yildiz, Hartmann, Kanitz – Benda, Akcay, Parmak, Stierle (Gambo) – Mesic, Okpala.

Hertha BSC: Fiedler – Chahed, Friedrich, Simunic, Fathi – Cairo (Ebert), Dardai, Bastürk, Boateng – Pantelic, Lakic.
Stuttgarter Nachrichten

NACHGEFRAGT ROBIN DUTT, TRAINER DER STUTTGARTER KICKERS
„Ich kann mir nicht erlauben, nur nach der Tabelle zu schauen“

Für den 41-Jährigen hat die Regionalliga Priorität, trotzdem will er heute im DFB-Pokal gegen Hertha BSC weiterkommen
 
Stuttgart – Robin Dutt und die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers, das ist seit über 100 Spielen eine Erfolgsgeschichte. Im Moment steckt das Team in einem Tief, an das heute Abend aber keiner denken wird: Um 20 Uhr wird das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal gegen Bundesligist Hertha BSC angepfiffen. „Jetzt ist wichtig, dass wir an unsere Chance glauben – und das tun wir“, sagt der 41-Jährige im Gespräch mit Sigor Paesler.
 
Freuen Sie sich auf das Hertha-Spiel, in dem der Druck nicht so groß ist wie zuletzt in der Liga?

Dutt: Man ist immer froh, wenn man so ein Spiel machen kann. Ich glaube aber nicht, dass es ein großer Unterschied wäre, wenn die Spiele in der Liga zuletzt anders ausgefallen wären. Ein gewisser Druck ist trotzdem da, wir wollen ja weiterkommen.

Spielen die Vorzeichen wirklich keine Rolle? In die Erstrundenbegegnung gegen den Hamburger SV sind die Kickers-Akteure mit sehr breiter Brust gegangen.

Dutt: Ich glaube, dass sich die mentale Verfassung aus der Liga in so einem Spiel vor 11 000 Zuschauern gegen Hertha BSC schlagartig ändern kann. Vielleicht ist es sogar ein Vorteil, dass die Erwartungshaltung geringer ist als gegen den HSV, als viele durch die Leichtigkeit der Siege davor an die Sensation geglaubt haben. Jetzt ist wichtig, dass wir an unsere Chance glauben – und das tun wir.

Die Mannschaft ist nach zwölf Spieltagen Vierter mit zwei Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Das ist nicht schlecht. Andererseits folgte auf eine starke Anfangsphase eine nun schon vier Wochen dauernde Schwächeperiode. Befinden sich die Kickers wieder auf dem Boden der Tatsachen?

Dutt: Ich kann mir als Trainer nicht erlauben, nur nach der Tabelle zu schauen. Das kann ich erst, wenn die Saison vorbei ist. Ansonsten muss ich die Entwicklung beurteilen, weil sie zeigt, wie viele Punkte wir in den nächsten Spielen voraussichtlich holen werden.

Wird Ihnen da im Moment angst und bange?

Dutt: Es ist auf jeden Fall so, dass ich trotz der guten Tabellensituation mit den vergangenen Spielen nicht zufrieden sein kann – das 1:1 zuletzt gegen Bayern II vielleicht ausgenommen. Zumindest zeigt die Kurve nach der Niederlage davor in Pirmasens nicht mehr nach unten. Wenn es so weitergeht, folgt nun wieder eine Leistung, die für drei Punkte würdig ist.

Es gab ein paar Ausfälle. Ist das nun die Zwischenrechnung für das Risiko, mit einem guten, aber kleinen Kader in die Runde gestartet zu sein?

Dutt: Diese Zwischenrechnung habe ich vor der Saison vorhergesagt. Wir mussten damit rechnen, dass die Mannschaft Schwankungen unterliegen wird. Wenn man aber in so einer Durststrecke steckt, ist das Gefühlsleben natürlich ein anderes wie vorher, als man es aufzeigt hat. Ich hoffe, dass es so weitergeht: Dass wir jetzt wieder gewinnen, uns vielleicht im Frühjahr nochmal eine Krise nehmen und am Ende unsere Ziele erreichen. Wie beurteilen Sie die Situation für sich als Trainer. Man sagt, in schwierigen Situationen lernt man mehr als wenn es läuft.

Dutt: Es war kurios. In den vergangenen zwei Jahren, als wir von der Abstiegszone losgekommen sind, hatte ich hier in Stuttgart eine hohe Anerkennung. Überregional hat das aber kaum jemand wahrgenommen. Jetzt sind wir oben, wir werden mehr wahrgenommen – aber überregional bekommt niemand die momentane Krise mit, während hier in Stuttgart kritischer hingeschaut wird. Für mich persönlich läuft es so schlecht nicht.

Die überregionale Wahrnehmung hat auch dazu geführt, dass Sie vor einigen Wochen beim Bundesligisten Hannover 96 im Gespräch waren. Auch wenn Dieter Hecking jetzt dort Trainer ist: Sind Sie damit ihrem Traum von der Bundesliga näher gekommen?

Dutt: Das hat Vor- und Nachteile gebracht. Überregional wurde mein Name schon bekannter. In Hannover war es eine super Geschichte, weil ich einer von vier gezielt ausgewählten Kandidaten war, von denen sich keiner selbst beworben hatte. Aber mal da genannt zu werden und dort auf einer Liste zu stehen und dann mit Aachen oder Braunschweig in Verbindung gebracht zu werden, obwohl kein Kontakt besteht – das sehe ich eher kritisch.

Ihre Mannschaft hat zwei interessante Spiele vor sich. Wenn Sie wählen könnten, würden Sie sich für einen weiteren Pokalcoup gegen Hertha oder für einen Sieg am Sonntag im Spitzenspiel gegen den SV Wehen entscheiden?

Dutt: Zum Glück muss ich nicht wählen. Ein Sieg gegen Wehen hat für mich absolute Priorität, deshalb würde ich das Hertha-Spiel aber nicht herschenken wollen.

Nach dem Ausscheiden im WFV-Pokal gibt es nur noch zwei Möglichkeiten, sich wieder für den DFB-Pokal zu qualifizieren: Den Wettbewerb gewinnen oder in die zweite Liga aufsteigen . . .

Dutt: Letzterer wäre der leichtere Weg. Man darf bei der Kritik nach dem Ausscheiden aus dem WFV-Pokal in Crailsheim aber nicht vergessen, dass wir mit dem Sieg gegen den HSV den nächsten DFB-Pokalwettbewerb finanziell schon locker in der Tasche haben. Mit einem Sieg gegen Hertha hätten wir vielleicht schon die nächsten drei Jahre aufgefangen. Aber wenn wir nicht aufsteigen oder das Finale in Berlin gewinnen, könnte es uns sportlich eben keiner ersetzen, dann nächstes Jahr im Juli nicht in der Lostrommel zu sein.

Eßlinger Zeitung

Aus Erfahrung ungut
Im Pokal scheiterte Hertha oft an Unterklässlern – bei den Kickers in Stuttgart soll sich das ändern

Von Stefan Hermanns

Berlin – Ein Fußballtrainer muss immer wissen, wann er sich einen Scherz erlauben kann und wann nicht. Falko Götz ist dieser Tage gefragt worden, was er denn von den Stuttgarter Kickers wisse. „Jede Menge“, antwortete der Trainer von Hertha BSC. „Stuttgart liegt im Süden, die Kickers sind Regionalligist. Sie haben ein enges Stadion, da wird viel Hektik und Theater sein.“ Sollte das alles sein, was Götz über Herthas heutigen Gegner in der zweiten Runde des DFB-Pokals in Erfahrung gebracht hat, müsste man ernsthaft an seiner Berufsauffassung zweifeln. Aber Götz hat sich diesen kleinen Scherz erlauben können, weil er sich und seine Mannschaft gut vorbereitet, weiß für das Duell mit dem Drittligisten. Zweimal hat er die Kickers beobachten lassen.

So viel Sorgfalt ist trotz des Zweiklassenunterschieds keineswegs übertrieben. In der ersten Runde des Pokalwettbewerbs sind vier Bundesligisten an Klubs aus der Regionalliga gescheitert: Werder Bremen am FK Pirmasens, Mainz 05 beim 1. FC Saarbrücken, Arminia Bielefeld in Pfullendorf und der Hamburger SV in Stuttgart bei den Kickers. Selbst der Deutsche Meister Bayern München benötigte für das Weiterkommen gegen den FC St. Pauli eine Verlängerung, genauso wie Hertha bei Darmstadt 98.
 
Auch Regionalligafußballer betreiben ihren Sport in der Regel professionell. In den Mannschaften finden sich viele ältere Spieler, die früher in der Bundesliga gespielt haben, dazu einige junge Talente, die auf dem Sprung nach oben sind. Punktuell, vor allem mit der Unterstützung ihres Publikums, sind solche Teams sehr wohl in der Lage, den Leistungsvorsprung der Bundesligisten aufzuholen. St. Pauli stand in der vergangenen Saison im Halbfinale – nach Siegen gegen Bremen, Bochum und Hertha. Drei Drittligisten – Herthas Amateure, Energie Cottbus und der 1. FC Union – schafften es sogar ins Endspiel des DFB-Pokals. „Wichtig ist, dass man nicht leichtfertig spielt gegen solche Gegner“, sagt Herthas Manager Dieter Hoeneß.

Kaum jemand hat die Stärke der dritten Liga schmerzlicher zu spüren bekommen als Herthas Profis. In den vergangenen vier Jahren sind sie dreimal an einer Mannschaft aus der Regionalliga gescheitert: an Holstein Kiel (2002), Eintracht Braunschweig (2004) und eben St. Pauli (2005). Auch aus dieser Erfahrung sagt Hoeneß vor dem Spiel in Stuttgart: „Das wird ein heißer Tanz, da muss man kein Prophet sein. Auch wenn die Kickers zuletzt ein paar schlechtere Ergebnisse hatten.“ Lange Zeit führten die Stuttgarter die Regionalliga Süd an, inzwischen sind sie auf Platz vier zurückgefallen. Aus den ersten sieben Spielen holten die Kickers 19 Punkte, in den fünf folgenden waren es nur noch drei. „Gerade dann ist der Pokal eine wunderbare Gelegenheit, wieder die Kurve zu kriegen“, sagt Hoeneß.

Auf der anderen Seite bietet sich Hertha die Chance, mit einem Sieg im Pokal die positiven Eindrücke der jüngeren Vergangenheit weiter zu vertiefen. Der Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach am Wochenende hat den ordentlichen Saisonstart der Berliner in ein noch milderes Licht getaucht. „Mir hat gut gefallen, wie die Mannschaft den Sieg erkämpft hat, dass sie Moral und Charakter gezeigt hat“, sagt Hoeneß. „Genau mit dieser Einstellung müssen wir gegen die Kickers spielen. Das ist reine Kopfsache.“

Neben Gilberto und Christian Gimenez, die schon gegen Gladbach fehlten, wird Götz in Stuttgart auch auf Innenverteidiger Dick van Burik verzichten müssen, der sich am Samstag eine Schienbeinprellung zugezogen hat. Theoretisch sollte Herthas Kader trotzdem stark genug sein für einen Regionalligisten; in der Praxis jedoch werden die Berliner gegen die Kickers mehr als ihre spielerische Überlegenheit einbringen müssen. „Uns erwartet ein Kampfspiel mit Hektik und Provokation. Darauf müssen wir eingestellt sein“, sagt Götz. Darauf hinzuweisen ist das eine, diese Erkenntnis auf dem Platz umzusetzen das andere. „In Stuttgart werden wir uns wieder schwer tun“, sagt Mittelfeldspieler Yildiray Bastürk. „Warum das so ist, weiß ich auch nicht.“

Tagesspiegel

Angst vor neuen Aufsätzen

Hertha will eine schlechte Pokal-Tradition brechen

Michael Jahn

BERLIN. Bundesaußenminister Klaus Kinkel wurde zum neuen Vorsitzenden der FDP gewählt und die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hatte unter Bundestrainer Berti Vogts gerade beim US-Cup in Washington ein 3:3 gegen Brasilien erreicht. Zweifacher Torschütze: Jürgen Klinsmann. 

Diese beiden Meldungen stammen vom 12. Juni 1993, einem Sonnabend. Am gleichen Tag unterlagen die Amateure von Hertha BSC im DFB-Pokalfinale dem Bundesligisten Bayer Leverkusen nach großem Kampf mit 0:1. Diese Ereignisse, die fast aus einer anderen Welt zu stammen scheinen, zeigen, wie lange es eigentlich her ist, das eine Mannschaft von Hertha BSC im nationalen Pokal-Wettbewerb von sich Reden machte. Nach dem couragierten Auftritt der Amateure um Torhüter Christian Fiedler und die Mittelfeldleute Andreas Schmidt und Carsten Ramelow konnte anschließend keine Profi-Mannschaft von Hertha BSC mehr im Pokal überzeugen. Im Gegenteil. Fast alle versagten. Und seit einigen Jahren ist es sogar zu einer schlechten Tradition geworden, dass der Bundesligist gegen Regionalligisten ausscheidet und mit Häme leben muss.

Drei verletzte Stammspieler

2002/03 blamierten sich die Berliner unter Trainer Huub Stevens beim Tabellenletzten der Regionalliga Nord, Holstein Kiel. Nach einem 1:1 in 120 Minuten versagten in Roberto Pinto, Andreas Schmidt und Michael Hartmann drei Profis vom Elfmeterpunkt. Zwei Jahre später war bei Eintracht Braunschweig Endstation (2:3), und im Vorjahr stürzte ein 3:4 nach Verlängerung beim FC St. Pauli das Team in eine Sinnkrise. Manager Dieter Hoeneß erfand in seiner Not die Schulaufsätze neu und ließ seine Profis schriftlich niederlegen, was Hertha BSC für sie bedeute. Diese Aktion – einige Stammspieler sträubten sich – sorgte für bundesweites Aufsehen.

Nach all diesen Leiden haben sie bei Hertha nun darauf verzichtet, den Einzug ins Pokalfinale im eigenen Stadion als Ziel öffentlich zu machen. Das gilt auch vor dem Pokal-Duell bei den Stuttgarter Kickers am Mittwoch, 20 Uhr. Mit Dick van Burik, Gilberto und Stürmer Christian Giménez fallen drei Stammspieler wegen Verletzungen aus. Trainer Falko Götz ahnt, was seine Profis beim Tabellenvierten der Regionalliga Süd erwartet: „Hektik und Provokationen.“ Deshalb wollen sie das Spiel „mit aller Macht möglichst schnell entscheiden.“

Vielleicht können sie dabei Mut aus der Historie schöpfen. Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren siegte der damalige Zweitligist Hertha BSC bei den Kickers mit 2:1. Es war das erste Spiel, nachdem Dieter Hoeneß in der Hertha-Führung installiert worden war. Den Libero in Stuttgart gab: Falko Götz.

Berliner Zeitung

Vorberichte DFB-Pokal: Stuttgarter Kickers – Hertha BSC Berlin in der Statistik

Morgen Abend, 20 Uhr, das Stadion gefüllt, der kleine David kämpft wieder einmal gegen den großen Goliath. Die Vorzeichen sind eindeutig. Hier der Tabellendritte der Bundesliga mit einem Millionen-Kader, dort der Tabellenvierte der Regionalliga Süd, seit fünf Spielen sieglos, mit einem Gesamtttat, mit dem sich nicht ein Bundesligaspieler der Hertha zufrieden geben würde.

Trotzdem: Mit dem Anpfiff steht es 0:0, nur die Tore zählen und nach 90 Minuten plus eventueller Verlängerung und Elfmeterschießen wird ein Sieger vom Platz gehen. Wird es nach dem Spiel wieder heißen, der DFB-Pokal hat seine eigenen Gesetze?

Die Bilanz gegen Hertha ist fast ebenso eindeutig. Die Kickers haben gegen Hertha eine negative Bilanz. In Stuttgart konnten die Blauen von neun Spielen erst zwei Spiele gewinnen. Allerdings gab es in den letzten 22 Jahren auch nur eine Niederlage, im letzten Vergleich der beiden verloren die Kickers mit 1:2. Die Hertha ist in dieser Saison in die Bundesliga aufgestiegen, die Kickers verpassten den Aufstieg in die Bundesliga.

Mehr dazu im Kickersarchiv.