Presse zu SV Darmstadt 98 – Stuttgarter Kickers 1:3 (0:0)

Die richtige Antwort
 
Nach den Turbulenzen in der Führungsetage kehren die Kickers in die Erfolgsspur zurück
 
DARMSTADT. Das neue Präsidium der Stuttgarter Kickers hat Glück gebracht. Das wiederum hat die Mannschaft beim 3:1-Sieg in Darmstadt gebraucht.

Von Joachim Klumpp

Als die Stimmung auf der Bank der Stuttgarter Kickers vier Minuten vor Schluss der Partie in Darmstadt zu ausgelassen wurde, weil die Ersatzspieler sich ein paar Späßchen erlaubten, wiesen Manager Cast und Trainer Dutt sie umgehend zurecht. Dabei hatte die Mannschaft allen Grund, fröhlich zu sein. Schließlich hatte sie einen 0:1-Rückstand innerhalb von nur zehn Minuten in einen etwas glücklichen 3:1-Sieg verwandelt.

„Die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben“, sagte der Manager Joachim Cast – und sprach die Turbulenzen der vergangenen Woche an, auch wenn er hinzufügte: „Solche Dinge berühren die Spieler gar nicht so.“ Gemeint war der Führungswechsel im Präsidium, das am Samstag in der Besetzung Eichelbaum, Kelsch und Kummer komplett vor Ort gewesen ist. Die Fahrt wurde von den drei Funktionären im Übrigen dazu genutzt, vor Anpfiff in einer zweistündigen Klausur die drängendsten Fragen, zum Beispiel nach einem Marketingmann, zu diskutieren.

Gelohnt hat sich der Ausflug allemal. Der neue Präsident Dirk Eichelbaum sagte: „Der Sieg war ganz wichtig, um überhaupt keine Diskussionen über eine mögliche Verunsicherung der Mannschaft aufkommen zu lassen.“ Wobei die in weiten Phasen vor allem in der Abwehr eklatante Schwächen verriet. Dutt gab zu: „Wir hatten Glück, mit einem 0:0 in die Pause zu gehen.“ Und einem vorzüglichen Torwart David Yelldell dazu.

Dass die Elf dann nochmals ins Spiel zurückfand, war auf zwei Dinge zurückzuführen: die Einstellung – und die Aufstellung. Letztendlich hat alles gestimmt. Marco Tucci kam, sah und traf: „Ich fackle eben nicht lange“, sagte der 21-Jährige, der in seinem vierten (Kurz-)Einsatz in dieser Regionalligasaison bereits zum zweiten Mal seinen Torriecher demonstrierte. Der hat dem Sturmpartner Bastian Bischoff bisher gefehlt, doch beim Führungstreffer bewies er Übersicht, als er sah, dass Darmstadts Torwart ausgerutscht war. Der 22-Jährige sagte: „Natürlich verstehe ich mich mit Marco Tucci gut, wir kennen uns schließlich aus der Oberliga. Aber das nächste Mal treffen die anderen.“

Angelo Vaccaro etwa, der ausgewechselt wurde – oder Sean Dundee, der nicht mal eingewechselt wurde? Zunächst aus taktischen Gründen, weil Dutt gegen die etwas hüftsteife Innenverteidigung der Hessen einen laufstarken Spieler wie Bischoff vorzog; und nach dem Rückstand einen beweglichen wie Tucci. Das Schöne daran – Dundee nimmt seine Rolle klaglos hin: „Ich habe kein Problem damit, der Trainer hat mir das bereits am Donnerstag erklärt“, so der gebürtige Südafrikaner. Und der Trainer sagte: „Sean ist für diese Mannschaft Gold wert.“ Als Motivator, als Vorbild. „Ohne ihn würden die anderen nicht diese Leistung abrufen, weil sie gewissermaßen einen Stammplatz geschenkt bekämen.“ Davon kann jetzt nicht mehr die Rede sein, schließlich lauert in Sokol Kacani (23) noch ein dritter Oberligastürmer auf seine Chance. Manager Cast: „Wir haben ja immer gesagt, dass das Spieler sind, die sich jetzt bewähren können.“

Das tat auch ein alter Bekannter: Mustafa Parmak: „Ich war schockiert, als ich vor dem Spiel die Aufstellung gelesen habe.“ Sechs Wochen war er verletzt, hatte erst seit Mittwoch mit der Mannschaft trainiert und sollte dann spielen, so lange die Kraft reicht: erst zentral, später rechts, am Ende die kompletten 90 Minuten, in denen er ein Tor vorbereitete, das letzte selbst markierte und zudem mit einem Freistoß noch die Latte traf.

„Die Mannschaft ist jetzt dafür belohnt worden, wie sie die letzten acht Wochen geackert hat“, sagte Dutt. Dass nebenbei Hoffenheim beim KSC verlor, interessierte ihn zumindest offiziell nicht. „Wenn man gewinnt, schaut man nicht auf die Tabelle.“ Höchstens in den Fernseher. Vor der Heimfahrt war der Busfahrer extra angewiesen worden, Hessen 3 zu empfangen, um dort die Aufzeichnung vom Spiel zu verfolgen. So einen Sieg kann man nicht oft genug sehen.

Kickers: Yelldell – Sökler, Yildiz, Härter, Stierle – Benda (46. Steinle), Hartmann, Parmak, Weller (80. Kanitz) – Vaccaro (69. Tucci), Bischoff.

Tore: 1:0 Leitl (49.), 1:1 Tucci (75.), 1:2 Bischoff (79.), 1:3 Parmak (85.).

Stuttgarter Zeitung

Junge Kickers-Elf mit längerem Atem
 
Dundee 90 Minuten Ersatz
 
Stuttgart – Einträchtig saßen sie nebeneinander. Dirk Eichelbaum, der neue Chef der Stuttgarter Kickers, sowie seine Präsidiumskollegen Walter Kelsch und Friedrich Kummer durchlebten auf der Tribüne des Böllenfalltors ein Wechselbad der Gefühle: „Die ersten 55 Minuten waren ganz furchtbar anzuschauen, dann wachte die Mannschaft auf und hat großen Sport gezeigt“, sagte Eichelbaum nach dem 3:1(0:0)-Sieg der Blauen beim SV Darmstadt 98.

VON JÜRGEN FREY

Es war ein Erfolg der Jugend über ein Team, in dem sechs Feldspieler über 30 Jahre alt waren. „In der Schlussviertelstunde konnten die Darmstadter unsere konditionsstarken Jungs nicht mehr halten“, stellte Eichelbaum erfreut fest. Das drückte sich in Toren aus: Joker Marco Tucci (21 Jahre) gelang der Ausgleich, Bastian Bischoff (22) traf zum 2:1, für die Entscheidung sorgte Mustafa Parmak (24). Am Ende hatte Trainer Robin Dutt alles richtig gemacht. Vor allem bei der Aufstellung. Die auffälligste Änderung: Erstmals drückte Sean Dundee nur die Bank. Als Fehleinkauf sieht Dutt den 34-Jährigen allerdings nicht: „Wenn er körperlich besser drauf ist, wird seine Zeit kommen“, glaubt Dutt. Außerdem bringe Dundee andere Qualitäten ein: „Er ist wie ein zusätzlicher Co-Trainer. Er spricht mit den Jungen und stachelt durch seine Präsenz den Konkurrenzkampf an.“ Der Trainer zieht einen Vergleich mit der ebenfalls umstrittenen Verpflichtung von Carsten Lakies im Februar 2004. Der Stürmer hatte in neun Spielen keinen einzigen Treffer für die Blauen erzielt. „Doch ohne seine Anwesenheit hätte Suad Rahmanovic damals nie eine solch hervorragende Rückrunde gespielt“, versichert Dutt. Was natürlich nicht vergessen werden darf: Dundee ist ein ziemlich teurer Motivationsgeber. „Ich muss jetzt ein Durchatmen verhindern“, sagte Dutt nach dem Sieg in Darmstadt. Dundee darf sich nicht angesprochen fühlen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers feiern Auswärtssieg  

Darmstadt (bw) – Anscheinend unbeeindruckt von den Turbulenzen an der Vereinsspitze haben die Fußballer von Regionalligist Stuttgarter Kickers ihren ersten Sieg in diesem Jahr gefeiert. Beim SV Darmstadt 98 gewann die Mannschaft von Trainer Robin Dutt mit 3:1 (0:0) – und verkürzte durch die Niederlage der TSG Hoffenheim den Abstand zu den Aufstiegsplätzen auf sechs Punkte. „Natürlich bin ich froh über den Sieg, aber das ist kein Grund, jetzt durchzuatmen“, meint Dutt und blickt bereits auf das Heimspiel am Samstag gegen Pfullendorf: „Nun gilt es, diese Leistung zu Hause zu bestätigen.“ Erst mit einem starken Endspurt schafften es die Kickers, bei den abstiegsgefährdeten Hessen drei Punkte zu entführen. Dutt hatte das Team auf einigen Positionen umgestellt. Auf der rechten Abwehrseite spielte Sven Sökler für Moritz Steinle, für den kranken Bashiru Gambo lief Mustafa Parmak hinter den Spitzen auf. Im Sturm kam Bastian Bischoff für Sean Dundee zum Einsatz. In der ersten Hälfte hatten die Gäste nach einer guten Anfangsphase schnell den Faden verloren. Nach einer Viertelstunde nahmen die Gastgeber das Heft in die Hand und gingen durch Stefan Leitl in der 50. Minute verdient in Führung. Doch dann legten die Stuttgarter einen Gang zu und schafften es, binnen zehn Minuten das Spiel zu drehen. Zunächst verwertete der erst wenige Minuten zuvor eingewechselte Marco Tucci aus kurzer Distanz einen Querpass zum Ausgleich (75.). Bischoff erhöhte aus 20 Metern auf 2:1 (79.) und Parmak setzte mit dem Treffer zum 3:1 (85.) den Schlusspunkt.

Yelldell – Sökler, Yildiz, Härter, Stierle – Hartmann – Benda (46. Steinle), Parmak, Weller (81. Kanitz) – Vaccaro (69. Tucci), Bischoff.

Eßlinger Zeitung

Tuccis 1:1 stellt alles auf den Kopf
Es war ein seltsames Spiel. Mit einem – selbst für den Sieger – unfassbaren Ende. Darmstadt, beseelt durch die Rückkehr von Leitl und Mendez, dominierte die erste Hälfte.

Doch genau die beiden vergaben auch beste Chancen. Als Leitl nach Pass von Mendez dann doch die Führung erzielte, schien der Weg frei. Erst danach begannen sich die Kickers zu wehren. Tuccis 1:1 nach einem Stellungsfehler auf der rechten Darmstädter Abwehrseite fiel dennoch unvermittelt. Danach brach der SV 98 völlig zusammen.

Uli Mosberger

Kicker

SV Darmstadt 98 – Kickers 1:3 (0:0)

Es sah heute lange so aus, als ob die Hessen die drei Punkte am Böllenfalltor behalten könnten. Doch die Kickers gaben nach dem Rückstand durch Darmstadts Leitl (50.) nie auf und kämpften sich zurück ins Spiel. Mit einem Doppelschlag in der letzten Viertelstunde durch Marco Tucci (75.) und Bastian Bischoff (78.) drehten die Blauen schließlich die Partie. Mustafa Parmak setzte mit einem tollen Solo zum 3:1 den Schlußpunkt (85.).

Zur Aufstellung:

Kickers-Trainer Robin Dutt stellte sein Team heute auf einigen Positionen um: Auf der rechten Abwehrseite spielte Sven Sökler für Moritz Steinle, für den kranken Bashiru Gambo lief Mustafa Parmak hinter den Spitzen auf. Vorne im Sturm stand heute Bastian Bischoff für Sean Dundee in der Anfangself.
Die Kickers-Aufstellung im Überblick: David Yelldell im Tor, die Abwehrreihe mit Sven Sökler, Recep Yildiz, Jens Härter und Oliver Stierle. Im Mittelfeld zentral Manuel Hartmann, auf dem linken Flügel Thomas Weller, rechts Sascha Benda und zentral offensiv Mustafa Parmak, im Sturm Angelo Vaccaro und Bastian Bischoff.

Zum Spielverlauf:
Die Kickers begannen die Partie sehr druckvoll und störten die Darmstädter durch ihr Pressing sehr früh, doch bis auf ein paar Distanzschüsse wurden keine nenneswerten Chancen herausgespielt. Nach der temporeichen Anfangsphase übernahm aber der SVD mehr und mehr das Kommando und hatte auch etwas mehr Spielanteile. Die Kickers bleiben durch ihr schnelles Umschalten aber immer wieder gefährlich. Die größe Chance in der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber, als Leitl alleine vor David Yelldell auftauchte, doch an seinem Heber war der Kickers-Torwart mit den Fingerspitzen noch dran (45.). Mit dem Pausenpfiff schoss Beigang den bereits am Boden liegenden Kickers-Keeper David Yelldell an, anstatt das Tor zu erzielen. So wurden die Seiten ohne Torerfolg gewechselt.

Die zweite Hälfte begann denkbar schlecht die Blauen: Ein langer Ball von Mendez in den Strafraum, wo Leitl das Leder aus spitzem Winkel direkt abnahm und Kickers-Keeper David Yelldell keine Chance ließ. Das 1:0 für die Lilien in der 51. Minute. Der Gegentreffer weckte das Team von Trainer Robin Dutt aber auf: Die Blauen machten nun wieder mehr Druck und es entwickelte sich ein munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Mit der Einwechslung von Marco Tucci bewies Robin Dutt einen guten Riecher: Nur 6 Minuten war der Kickers-Stürmer auf dem Platz, als er goldrichtig stand und aus kurzer Distanz einen Querpass zum 1:1 Ausgleich verwertete (75.). Die Kickers legten nach: Nach einem Fehler in der Darmstädter Abwehr nutzt Bastian Bischoff die Gunst der Stunde und traf mit deinem Schuss aus 20 Metern. Fünf Minuten vor Spielende entschied Mustafa Parmak die Partie mit seinem Treffer zum 3:1: Er schloss sein tolles Solo, als er zwei Gegenspieler stehen ließ, mit einem trockenen Schuss ab (85.).

Die Spielstatistik

SV Darmstadt 98: Bastian Becker – Christian Remmers (78. Adrian Mahr), Achim Pfuderer (80. Manuel Do Vale), Echendu Adiele, Richard Hasa – Zivojin Juskic, Marcus Mann, Stefan Leitl, Alberto Mendez, Sebastiao De Veiga – Nico Beigang – Trainer: Gerhard Kleppinger
Kickers: David Yelldell – Sven Sökler, Recep Yildiz, Jens Härter, Oliver Stierle – Manuel Hartmann, Sascha Benda (46. Moritz Steinle), Thomas Weller (80. Nico Kanitz), Mustafa Parmak – Angelo Vaccaro (69. Marco Tucci), Bastian Bischoff – Trainer: Robin Dutt

Zuschauer:
3100 Fans im Stadion Böllenfalltor

Torfolge:
1:0 Stefan Leitl (50.)
1:1 Marco Tucci (75.)
1:2 Bastian Bischoff (78.)
1:3 Mustafa Parmak (85.)

Schiedsrichter:
Roland Greth
Verwarnungen:
gelbe Karten: Beigang, Do Vale – Weller, Bischoff

Offizielle Homepage

Vorberichte SV Darmstadt 98 – Stuttgarter Kickers

Fußball-Regionalliga, 23. Spieltag
Personalsorgen bei den Kickers

[…]

Auf eine ähnliche Moral baut auch Robin Dutt, der morgen (14.30 Uhr) mit den Stuttgarter Kickers in Darmstadt antritt. „Unsere Aufstiegschancen sind nur noch theoretisch“, sagt der Trainer: „Aber wir wollen beweisen, dass wir nach oben gehören.“ In Darmstadt muss der Trainer auf Bashiru Gambo (Grippe) und Laszlo Kanyuk (Knieprobleme) verzichten. Auch Mustafa Parmak und Mustafa Akcay sind noch nicht fit. „Es wird schwer, die Ausfälle zu kompensieren“, sagt Dutt, der bis Ende März erklären will, ob er die Kickers verlässt. Mit dem neuen Präsidenten Dirk Eichelbaum hat sich der Trainer schon ausgetauscht: „Durch den Führungswechsel hat sich für mich nichts geändert“, sagt Dutt.

[…]

Stuttgarter Zeitung

Spielinfos:

Anstoß: 10.03.2007 14:30
Stadion: Stadion am Böllenfalltor

Schiedsrichter:

SV Darmstadt 98: Kapitän Leitl kehrt nach Gelb-Rot zurück, dafür ist jetzt Endres gesperrt. So ist erneut Co-Trainer Hasa (37) als Allrounder die erste Alternative.

Stuttgarter Kickers: Für Gambo (Grippe) könnte Kanyuk kommen. Parmak (Achillessehne) fehlt weiter, auch für Akcay (Muskelfaserriss) reicht es noch nicht.

Aufstellung

SV Darmstadt 98
S. Schmitt – Remmers, Pfuderer, Mavraj, Hasa – Hanke, Juskic – Leitl, Mendez, Sebastiao – Beigang; Trainer: Kleppinger

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Stierle – M. Hartmann – Benda, Gambo, Weller – Vaccaro, Dundee; Trainer: Dutt

Kicker

Im dritten Versuch der erste Sieg?

Der Druck auf den SV Darmstadt 98 wächst. Nach dem verkorksten Start in die zweite Saisonhälfte der Fußball-Regionalliga Süd mit nur einem Punkt aus zwei Spielen müssen die Darmstädter endlich in die Gänge kommen – sonst wird es nichts mit dem Klassenerhalt. Leicht wird es am Samstag allerdings nicht: Mit den Stuttgarter Kickers kommt eine der Spitzenmannschaften der Dritten Liga ans Böllenfalltor (14.30 Uhr).

Die Schwaben, die zu Saisonbeginn die Tabelle anführten, sind mittlerweile auf Platz vier zurückgefallen. Der angestrebte Aufstieg ist abgehakt, der Verein in eine Krise gestürzt. Am Dienstag trat Präsident Hans Kullen zurück, der bisherige Schatzmeister Dirk Eichelbaum trat die Nachfolge an. Schwer einzuschätzen, ob das an der Stuttgarter Mannschaft spurlos vorbei gegangen ist.

An das Hinspiel haben die Darmstädter schlechte Erinnerungen. Obwohl sie am sechsten Spieltag ihre bis dahin beste Saisonleistung geboten hatten, verließen sie das Degerloch mit einer 0:3-Niederlage. Ausschlaggebend war im September ein überflüssiger Platzverweis von Alberto Mendez. Und über Platzverweise wurde auch in dieser Woche am Böllenfalltor gesprochen. Denn sowohl beim 2:2 vor zwei Wochen gegen Reutlingen (Stefan Leitl) als auch vergangenen Samstag beim 1:3 in Pirmasens (Peter Endres) kassierte der SV 98 vermeidbare Gelb-Rote Karten. „Da müssen wir uns cleverer verhalten. Solch dumme Aktionen wie die von Endres in Pirmasens dürfen nicht passieren“, fordert Trainer Gerhard Kleppinger.

Grund zur Panik sieht der Fußballlehrer nicht. „Solche Patzer wie in Pirmasens machen wir nicht noch einmal“, ist er überzeugt, dass die Abwehr wieder zu alter Stärke zurückfindet. „Wichtig ist, dass wir hinten sicher stehen und zu Null spielen. Denn eigene Chancen haben wir in jedem Spiel.“ Wenn das alles so einfach wäre, müssten sich die Darmstädter aber auch keine Gedanken um den Klassenerhalt machen.

Kaesberg oder Hasa auf der linken AbwehrseiteDie Abwehr muss allerdings wegen der Sperre von Endres neu formiert werden. Da mit Christian Wiesner der zweite Linksverteidiger verletzt ist, muss sich der Trainer etwas einfallen lassen. Kandidaten für die linke Abwehrseite sind Patrick Kaesberg oder Richard Hasa, der Allrounder im Darmstädter Kader.

Fraglich ist auch, ob Mergim Mavraj und Stephan Hanke (beide Grippe) spielen können. Für Mavraj würde Echendu Adiele in die Innenverteidigung rücken, Hankes Rolle im defensiven Mittelfeld Marcus Mann übernehmen. Im Offensivbereich setzt Kleppinger auf Alberto Mendez („er kann spielen“) und die Rückkehr des in Pirmasens gesperrten Mannschaftskapitäns Stefan Leitl. Kniffliger wird die Frage, wer im Tor steht. Nach den wenig überzeugenden Auftritten von Sven Schmitt (Kleppinger: „Er sah bei einigen Treffern recht unglücklich aus“) ist ein Wechsel hin zu Bastian Becker nicht auszuschließen. Doch zu diesem sensiblen Thema schweigt der Trainer.

Echo Online

Kickers gastieren bei Darmstadt 98

Zum nächsten Auswärtsspiel müssen die Kickers am Samstag, 10. März 2007 um 14.30 Uhr im altehrwürdigen Stadion am Böllerfalltor bei Darmstadt 98 antreten. Wie die Kickers sind auch die Hessen ein traditionsreicher Verein, der in den letzten Jahren auf bessere Zeiten und auch auf den Aufstieg in die 2.Bundesliga hofft. So recht will es bei den Lilien mit den beiden ehemaligen Kickersspielern Achim Pfuderer und Markus Beierle aber nicht klappen. Im Gegenteil, die Darmstädter liegen auf einem Abstiegsplatz und kämpfen ums Überleben in der Regionalliga. Nun gilt es zunächst den „Super-Gau“ mit dem Abstieg in die Oberliga abzuwenden. Daher benötigen die Darmstädter jeden Sieg und den wollen sie möglichst auch gegen die Kickers einfahren, zumal das Hinspiel mit einem klaren 3:0-Erfolg für die Kickers endete.

Anfangs der Saison verpflichtete Darmstadt 98 das Brüderduo Gino und Gianni Lettieri, um mit dem ehemaligen Bayreuther Trainergespann den Aufschwung und eine sorgenfreie Zeit zu erleben. Aber das Gegenteil war der Fall. Immer wieder setzte es Niederlagen und schon bald sah sich der Traditionsverein auf einem Abstiegsplatz. Mitte der Saison wurde dann ein „Kurswechsel“ vollzogen und Gerhard Kleppinger als Cheftrainer verpflichtet. Kleppinger ist ein echtes „Lilien-Eigengewächs“, bestritt für Darmstadt zahlreiche Zweitligaspiele und war zwischen 1994 bis 1996 schon einmal als Trainer tätig. Unter Kleppinger klappte es zuletzt besser, aber eine richtige Erfolgsserie konnte auch er noch nicht auslösen. Mit einem 2:2-Unentschieden gegen den SSV Reutlingen und der 1:3-Niederlage bei der FK Pirmasens starteten die Lilien ähnlich wie die Kickers in die verbleibende Rückrunde.
Kickers-Trainer Robin Dutt kann für die morgige Partie nahezu aus dem vollen Schöpfen. Die angeschlagenen Spieler Mustafa Akcay und Mustafa Parmak stiegen wieder voll in den Trainingsbetrieb ein. Dagegen steht aber noch hinter dem Einsatz von Bashiru Gambo ein Fragezeichen, der sich mit einem grippalen Effekt krank meldete.

Offizielle Homepage

SV98 trifft am Samstag auf die Stuttgarter Kickers

Am kommenden Samstag (10. März) empfängt der SV Darmstadt 98 den Tabellenvierten der Regionalliga-Süd, die Stuttgarter Kickers. Anpfiff im Stadion am Böllenfalltor ist um 14.30 Uhr.

Sportmanager Tom Eilers ist überzeugt davon, dass die Mannschaft mit großem Engagement zur Sache gehen wird und die konzentrierte Vorbereitung auf dieses Spiel zum Erfolg führt: „Die Mannschaft wird sich mit vollem Einsatz hineinknien in dieses Spiel, zur Vorbereitung werden wir auf Einladung des Hotels Brandhof in Seeheim-Jugenheim mit dem gesamten Kader dort ein Trainingslager beziehen. Wir danken Herrn Althaus und dem Brandhof-Team schon jetzt für diese wichtige Unterstützung. Im Spiel wollen wir wie gegen Reutlingen mit allem Einsatz und miteinander unsere Chance suchen. Ich bin sicher, dass wir es schaffen werden, gerade wenn uns unser Publikum wie in den letzten Spielen in jeder Phase antreibt. Dass wir es mit jeder Mannschaft in der Klasse aufnehmen können, haben wir gezeigt, auch noch so ärgerliche Niederlagen ändern nichts daran, dass wir es selbst schaffen werden.“

Die Stuttgarter Kickers waren stark in die Runde gestartet und hegten nach dem ersten Saisondrittel noch große Aufstiegshoffungen. Bis zum 11. Spieltag war man auf einem Aufstiegsplatz, dann kamen die „Blauen“ ins Straucheln. So sind die Ambitionen mittlerweile ziemlich gedämpft, hat man doch jetzt mit Wehen, Hoffenheim und VfB Stuttgart II drei starke Teams vor der Nase. Wobei der Lokalrivale natürlich kein Aufstiegskonkurrent ist. Doch es sind neun Punkte auf den Tabellenzweiten Hoffenheim. Da müssten schon die Konkurrenten ihrerseits ihre Formkrise nehmen.

Trainer Robin Dutt – er gilt in der Regionalliga als einer der besten seines Fachs – sieht die Sache realistisch, ist aber weit davon entfernt, den vierten Platz als Enttäuschung anzusehen. Auch eine zwischenzeitliche Führungskrise ist vorerst gelöst, Dirk Eichelbaum ersetzt auf der Position des Präsidenten nunmehr Hans Kullen, der den Club vor gut 4 Jahren von Axel Dünnwald-Metzler übernahm. Ziel der Vereinsführung ist weiterhin die Vorraussetzungen für den Aufstieg in die zweite Liga zu schaffen.

Für den SV 98 steht im Moment das kurzfristige Ziel Klassenerhalt im Mittelpunkt. Da die Lilien unter Gerhard Kleppinger gerade gegen die spielstarken Mannschaften wie Siegen, Saarbrücken oder Bayern München II gut aussahen, sieht der Fußball-Lehrer mit begründeter Zuversicht den schweren Spielen am Samstag gegen Stuttgart und am folgenden Wochenende in Wehen entgegen: „Die Mannschaft hat sich damals nach der Niederlage in Pfullendorf eindrucksvoll zurückgemeldet. Warum sollte nicht auch jetzt der Befreiungsschlag gelingen? Wir wollen uns rehabilitieren und setzen auf die Unterstützung unseres Publikums.“

Hompage SV Darmstadt 98 

IRSport-Radiotalk in Reutlingen

Das Internetportal IRSport.de veranstaltete zu Wochenbeginn in den Räumlichkeiten der Firma Morgenstern den IRSport-Radiotalk. Teilnehmer waren unter anderem Vertreter des SSV Reutlingen, der Stuttgarter Kickers und der regionalen Presse.Gemeinsam mit Moderator Michael Lightbeer wurde dabei über den Fußball der Region und die aktuellen Entwicklungen in der Regionalliga Süd gesprochen. Neben SSV-Trainer Peter Starzmann und Präsidiumsmitglied Harald Lang waren zahlreiche weitere Gäste aus dem regionalen Sportgeschehen geladen, unter anderem die Trainer Robin Dutt und Martin Hägele, sowie Ex-SSVler und Kickers-Manager Joachim Cast.

Über folgenden Link kann der IRSport-Radiotalk erreicht werden:

http://www.irsport05.de/webradio/radio-talk/rt-t01.html

Beim Abspielen des Radio-Talks kann es im Firefox-Browser zu Problemen kommen. Mit dem Internet Explorer (eventuell auch andere) sollte es dann funktionieren.

SSV-News

Kicker: Stuttgart: Eichelbaum soll Nachfolger von Kullen werden

Führungswechsel bei den Kickers
Die Stuttgarter Kickers stehen vor einer Führungskrise: Vor einer Sitzung der Führungsgremien bestätigte Präsident Hans Kullen Medienberichte über seine bevorstehende Demission. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte er, er könne sich „nichts anderes vorstellen als den Rücktritt“.

Hintergrund ist ein Zerwürfnis des 65-Jährigen mit dem Aufsichtsrat der „Blauen“ während eines Treffens am vergangenen Samstag. Dabei soll es um die Vereinsfinanzen, den noch nicht gesicherten Vertrag mit Hauptsponsor Gazi für die kommende Saison, Kullens Führungsstil und das finanzielle Engagement der Aufsichtsrats-Mitglieder gegangen sein. Kullen, der selber einen sechsstelligen Betrag in den Verein gesteckt hat, hatte nach eigenen Angaben einen neuen Hauptsponsor an der Angel, dessen Engagement vielleicht sogar höher gewesen wäre als das von Gazi-Chef Eduardo Garcia. „Der steigt jetzt aber nicht mehr ein“, so Kullen.

Mit Kullen werden wohl auch die Präsidiumsmitglieder Dieter Wahl, Edgar Kurz und Jürgen Köhn ihre Ämter aufgeben. Nachfolger Kullens, der im Juli 2003 das Amt von Axel Dünnwald-Metzler übernahm, soll der bisherige Schatzmeister Dirk Eichelbaum werden. Der 42-Jährige wurde darum vom Aufsichtsrat gebeten.

Gegenüber der Stuttgarter Zeitung sagte der Rechtsanwalt: „Um Kontinuität zu wahren und das totale Chaos zu verhindern, habe ich meine Bereitschaft erklärt“, allerdings unter einer Voraussetzung: „Der Wechsel muss mit Stil und Anstand über die Bühne gehen. Es darf keine schmutzige Wäsche gewaschen werden.“ Außerdem sieht er sich selbst nur als Übergangslösung. Gegenüber der dpa sagte Eichelbaum: „Sobald jemand kommt, der die Aufgabe mit einem gewissen Mäzenatentum verbindet, würde ich das Amt aber dieser Person überlassen.“

Kicker

Presse zu Stuttgarte Kickers – FC Ingolstadt (1:1)

Großer Kampf bleibt unbelohnt
 
1:1 – Ein Missverständnis kostet die Blauen gegen Ingolstadt zwei Punkte
 
Stuttgart – Trotz einer starken kämpferischen Leistung hat es für Regionalligist Stuttgarter Kickers gegen den FC Ingolstadt nur zu einem 1:1 gereicht. Trainer Robin Dutt stellte sich vor sein Team: „Diese Jungs haben Anerkennung verdient.“

VON JÜRGEN FREY

Bis zur 83. Minute sah es so aus, als würde der direkt verwandelte Eckball von Sascha Benda den Kickers drei Punkte bescheren. Dann nutzte Ingolstadts agiler Stürmer Andras Tölcseres ein Missverständnis zwischen dem ansonsten starken Torwart David Yelldell und Innenverteidiger Recep Yildiz zum 1:1. „Wir betreiben einen Riesenaufwand und bekommen dann so ein dummes Gegentor“, schimpfte Stürmer Angelo Vaccaro. Spielerisch blieben die Blauen vieles schuldig, Herz und Leidenschaft konnte ihnen keiner absprechen. Zu Recht bescheinigte Trainer Robin Dutt seiner Elf für ihre kämpferische Leistung eine „Eins plus“.

Umso mehr ärgerten ihn wieder einmal die Schmährufe von der Tribüne: „Die Leute müssen lernen, ihren Verein einzuschätzen. Was diese Mannschaft im Verhältnis zu den finanziellen Möglichkeit leistet – das wird man vielleicht erst in zwei, drei Jahren realisieren“, sagte Dutt – und kritisierte indirekt auch die Führungsetage: „Stimmung kann man auch steuern. Jedes Umfeld bekommt das, was es verdient.“ Seine eigene Trainerzukunft bezeichnete er als offen. Seit dem „sehr fairen Vertragsangebot“ (Dutt) vom vergangenen Dienstag habe er erstmals eine Entscheidungsgrundlage. „Damit kann ich definitiv ausschließen, innerhalb der Regionalliga zu wechseln.“

Stuttgarter Nachrichten

Nur ein Glücksmoment

Regionalligist Stuttgarter Kickers leistet beim 1:1 gegen den FC Ingolstadt zumindest kämpferisch Wiedergutmachung
 
Stuttgart – Bei Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers ist das Unternehmen Wiedergutmachung geglückt – zumindest, was den Einsatz betrifft. „Die kämpferische Leistung war eins plus“, lobte Trainer Robin Dutt nach dem 1:1 (1:0) gegen Aufsteiger FC Ingolstadt, bei dem vor allem der heftige Wind und der tiefe Boden kein spielerisches Glanzstück zuließen.

Damit scheinen sich mittlerweile auch die Spieler abzufinden. Sie haben sich nun offensichtlich dazu entschieden, das Beste aus dieser Situation zu machen. Der Druck, der am Wochenende zuvor im Stadtderby beim VfB II (0:1) die Beine lähmte, war am Samstag im Gazi-Stadion nicht mehr vorhanden. Es ging wesentlich engagierter zur Sache. „Wir wollen den Rest der Saison so gut wie möglich gestalten“, erklärte Angelo Vaccaro. Dass dem Stürmer bei seinem zweiten Einsatz wieder kein Treffer gelang, lag mit daran, dass er und Sean Dundee kaum aus dem Mittelfeld bedient wurden. Das resultierte wiederum auch aus den fast irregulären Bedingungen. „Die Platzverhältnisse und der Wind haben es für beide Mannschaften schwer gemacht“, sagte Dutt und bezeichnete den Führungstreffer daher als „Glücksmoment“: In der sechsten Minute nutzte Sascha Benda den Wind und sein Geschick, um eine Ecke direkt zu verwandeln. Auch bei weiteren Eckstößen blieb diese Variante mit dem Schuss zum Tor hin die einzige Möglichkeit, für Gefahr zu sorgen. Vom Winde verweht waren eine Reihe von Aktionen, der tiefe Platz erschwerte Pässe und ließ auch nach der Führung keine souveräne Spielgestaltung der Hausherren zu. Die Gäste kamen zu einigen Chancen, die allerdings nicht verwertet wurden. „In der ersten Hälfte hat das kämpferische Element gefehlt, um das Spiel zu machen und den Sieg nach Hause zu bringen“, meinte Dutt. Nach der Pause wurde es besser, die Kickers eroberten viele Bälle, doch hatten keine echten Torchancen. Der Aufsteiger zwar auch nicht, aber sein stetes Bemühen führte noch zum Erfolg. In der 84. Minute erzielte der auffälligste Ingolstädter Andras Tölcseres den verdienten Ausgleich zum 1:1 – profitierte dabei aber von einem Ausrutscher von David Yelldell auf dem aufgeweichten Boden.

Trotz des verpassten Sieges brachte das Spiel die Erkenntnis, dass das Team den Aufstieg zwar abgehakt, sich aber nicht aufgegeben hat. Neben einem guten Saisonabschluss kämpfen die Spieler nun vor allem auch um ihren Trainer. Dessen Zukunft ist zwar weiter offen, dennoch hatte er Neues zu berichten: „Ich habe von den Kickers ein sehr faires Angebot erhalten und kann nun definitiv ausschließen, dass ich innerhalb der Regionalliga wechsle.“

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Stierle – Hartmann – Benda, Gambo (79. Kanitz), Weller (64. Rodrigues) – Vaccaro, Dundee (61. Bischoff).

FC Ingolstadt: Lutz – Schmidt, Kroll, Rosenwirth – Keidel, Sbordone, Schmidberger – Schlauderer (59. Wohlfahrt), Jungwirth (73. Fink), Obele (59. Buchner) – Tölcseres.

Schiedsrichter: Christ (Kaiserslautern).

Zuschauer: 2083.

Tore: 1:0 Benda (6.), 1:1 Tölcseres (84.).

Gelbe Karten: Gambo, Stierle, Yildiz / Kroll, Keidel.

Beste Spieler: Yelldell, Gambo / Obele, Tölcseres.

Eßlinger Zeitung

Kampf gegen Wind, Rasen und die Kickers
    
Stuttgart (DK) Über 90 Minuten hat der FC Ingolstadt bei den Stuttgarter Kickers tapfer gekämpft – und wurde in der Schlussphase schließlich doch noch belohnt. Andras Tölcseres sorgte sechs Minuten vor dem Ende der Regionalliga-Partie für den verdienten Ausgleich zum 1:1 (1:0).

Der Stürmer sorgte damit für einen weiteren Punkt in der erfolgreichen FC-Auswärtsbilanz aus der Hinrunde, die nun auch in Stuttgart fortgeschrieben werden konnte.
Es war ein regelrechtes Kampfspiel am Samstagnachmittag im Gazi-Stadion. Das lag vor allem daran, dass diesmal mehr als nur zwei Gegner aufeinander trafen. Der starke Wind und die schlechten Platzverhältnisse spielten eine nicht unerhebliche Rolle in der Begegnung zwischen dem Vierten und dem Achten der Tabelle. „Leider war das Spiel dadurch nicht immer berechenbar“, sagte FC-Trainer Jürgen Press, der gerade deshalb mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden sein konnte.

Ähnlich wie zum Rückrundenauftakt gegen Pirmasens spielte das Team bei den Kickers, die sich eine Woche zuvor aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hatten, erneut frisch nach vorn und ließ sich auch nicht von dem frühen Rückstand beeindrucken. Gleich in der sechsten Minute hatte der Stuttgarter Sascha Benda mit Geschick und der Unterstützung des Windes einen Eckball direkt ins Tor des chancenlosen Michael Lutz befördert. Nach dem 0:1 blieb Ingolstadt fleißig, kam dadurch auch zu einigen Tormöglichkeiten.

Acht Minuten nach der Führung hatte Herbert Obele, der auf der linken Seite ein starkes Spiel machte, den Ausgleich auf dem Fuß. Sein Schuss landete jedoch am Außennetz. In der 24. Minute scheiterte Kapitän Markus Rosenwirth am gut aufgelegten Stuttgarter Torhüter David Yelldell. Sehr engagiert war auch Andras Tölcseres. Der wendige Solist im Sturm ackerte, erarbeitete sich viele Bälle – scheiterte jedoch im Abschluss, sowohl in der 34. Minute nach einem Pass von Michael Schmidberger als auch kurz vor dem Halbzeitpfiff per Kopf nach einer Flanke von Obele. Mit diesem Offensivdrang setzte der FC die Gastgeber unter Druck, die nur noch bei Standards gefährlich wurden. Ingolstadts Trainer Jürgen Press war denn auch zufrieden mit der Leistung seines Teams: “ In der ersten Halbzeit waren wir sehr stark, hatten Chancen über Chancen und hätten daher locker mit 5:1 führen können. Da sind die Kickers mit einem blauen Auge davon gekommen.“

In der zweiten Hälfte steigerten sich die Stuttgarter. Stürmer Sean Dundee verstolperte aber die 2:0-Führung. Auf der anderen Seite fand der unermüdlich kämpfende Tölcseres stets in Yelldell seinen Meister. In der 84. Minute konnte er den Keeper der Kickers schließlich doch einmal überwinden und den Ausgleich erzielen.

Dass der aufgeweichte Rasen, auf dem Yelldell in diesem Moment ausrutschte, großen Anteil am Tor hatte, trübte die Freude bei den Ingolstädtern nicht. „Wir haben den Punkt mehr als verdient“, fand Markus Rosenwirth nach der nicht immer regulären Partie zwischen den Kickers, dem FC, dem Wind und dem Rasen.

Donaukurier

Starker Yelldell rutscht aus – 1:1
Bei schlechter Witterung gab es kaum spielerische Höhepunkte, aber zwei Tore mit Seltenheitswert: Beim 1:0 verwandelte Benda mit Wind-Unterstützung eine Ecke direkt.

Vor dem 1:1 rutschte der ansonsten starke Yelldell auf dem aufgeweichten Boden aus, der unermüdliche Tölcseres traf. Mit Dundee und Vaccaro waren die Kickers im Angriff erneut schwach. Ingolstadt scheiterte mehrfach an Yelldell, einmal klärte Stierle auf der Linie (77.).

Matthias Jung

Kicker

Kickers – FC Ingolstadt 1:1 (1:0)

Das erste Heimspiel im neuen Jahr zwischen den Kickers und dem FC Ingolstadt endete mit einen gerechten 1:1-Unentschieden. Vor 2380 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau brachte Sascha Benda die Kickers früh mit einem direkt verwandelten Eckball in Führung (6.). Sieben Minuten vor Spielende gelang Tölceres der sicherlich verdiente Ausgleichstreffer. Bei beiden Treffer half der starke Wind kräftig mit.

Zur Aufstellung:

Kickers-Trainer Robin Dutt vertraute trotz der Auftaktniederlage im Derby beim VfB II auch heute derselben Elf: David Yelldell im Tor, die Abwehrreihe mit Moritz Steinle, Recep Yildiz, Jens Härter und Oliver Stierle. Im Mittelfeld zentral Manuel Hartmann, auf dem linken Flügel Thomas Weller, rechts Sascha Benda und als Spielmacher lief Bashiro Gambo auf, im Sturm das Duo Sean Dundee und Angelo Vaccaro.
Die Gäste aus Bayern spielten mit einer Dreierabwehrreihe, einem dichten Sechser-Mittelfeld und nur einem Stürmer, wobei die Flügelspieler ständig mit nach vorne stießen.

Zum Spielverlauf:

Der wichtigste Mitspieler auf beiden Seiten war heute der böige Wind. Nicht nur dass der Wind an beiden Toren maßgeblich beteiligt war sondern auch vom ganzen Spielverlauf her musste sich beide Teams darauf einstellen, dass die Bälle heute nicht so flogen wie gewöhnlich.
In der ersten Halbzeit spielten die Kickers mit dem Wind, jeder Abschlag oder lange Ball war heute fast schon ein Angriff, der vor dem Strafraum landete. So hatten es die Abwehrspieler schwer, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen.
Dank der Wind-Unterstützung fiel auch das 1:0 in der 6. Minute. Die Kickers schlugen drei Eckbälle hintereinander nicht wie sonst vom Tor weg, sondern in Richtung Gästetor. Im dritten Versuch schließlich überwand Sascha Benda den Gästekeeper direkt und traf ins rechte Toreck zum Führungstreffer.
In der zehnten Minute ließ Ingolstadts Sturmspitze Andras Tölcseres seine Gefährlichkeit aufblitzen, als er frei vor David Yelldell stand doch sein Versuch links oben am Tor vorbeiging. Vorausgegangen war ein schlimmer Ballverlust nach einem Querpass im Kickers-Mittelfeld, den Robin Dutt zum ersten Mal auf die Palme brachte.
Die Ingolstädter blieben in der Folgezeit das Team mit den besseren Chancen: Nach einem Getümmel im Kickers-Strafraum schaffen es die Gäste nicht den ball aufs Tor zu schiessen, bis schließlich die Kickers-Abwehr klären konnte (15.) Nach einer Kopballverlängerung nach einem Freistoß landete der Ball wieder zu Tölcseres, der sofort per Drehschuss abzog, doch David Yelldell war auch dem Posten und reagierte stark (25.).
Zehn Minuten vor dem Pausentee kam wieder Tölcseres zu Abschluss, doch sein Schuss hielt David Yelldell im rechten Eck sicher. Von den Blauen war leider nur wenig zu sehen. Die Gäste aus Bayern standen solide in der Abwehr und ließen die Kickers kaum Chancen zu, wobei auch der letzte Druck fehlte. Zwar eroberten sich die Blauen durch das Pressing und ihren Einsatz immer wieder die Bälle, aber wurde sie meist viel zu schnell wieder verloren.

Im zweiten Durchgang schien es zunächst anderes zulaufen: In der 50. Minute legte Angelo Vaccaro zurück auf Sascha Benda, der direkt aus 16 Metern abzog, doch Gästekeeper Lutz war schnell am Boden und parierte stark. Sean Dundee schnappte sich den Abpraller und versuchte den Keeper zu umspielen, doch scheiterte er mit seinem Versuch aus spitzem Winkel am Aussennetz. Danach verflachte die Partie auch durch einige Wechsel auf beide Seiten. In der 70. Minute hatte erneut der einzig gefährliche Gästespieler Tölcseres die nächste Möglichkeit, als er im Strafraum freigespielt wurde und aus sechs Metern links am Tor vorbeischoss. In der 75. Minute schlug Oliver Stierle den Freistoß von der Linie.
Sieben Minuten vor Schluss war es aber dann doch soweit: Ein langer Ball wurde in den Kickers-Strafraum verlängert, wo Recep Yildiz schlecht stand. Der Wind trieb den Ball immer weiter Richtung Kickers-Tor, so dass der Kickers-Abwehrspieler nicht mehr an den Ball kam und zurückzog. Er dachte wohl sein Torhüter David Yelldell kommt an den Ball, doch dieser rutschte aus. Tölcseres spekulierte goldrichtig und köpfte die Kugel über David Yelldell hinweg zum 1:1 Ausgleich.
In den Schlussminuten hatte zunächst der eingewechselte Wohlfahrt für Ingolstadt die Möglichkeit zur Führung, als er nach einem Konter im Strafraum völlig frei angespielt wurde. Doch der Stürmer braucht zu lange, so dass David Yelldell auf dem Posten war und abwehren konnte. Mit dem Schlusspfiff hatte der ebenfalls eingewechselte Bastian Bischoff nach einer Ecke die Kopfballchance, doch schafften es die Ingolstädter in letzter Sekunde den Ball vor dem Tor wegzuschlagen.
So blieb es bei einem sicherlich verdienten Unentschieden, das sich die Kickers aufgrund der kämpferischen Leistung auch mehr als verdient hatten. Herausgespielte Chancen war auch heute leider nicht allzu viel zu sehen, zudem bekam die Kickers-Abwehr den immer brandgefährlichen Tölcseres nie in den Griff.

Die Trainerstimmen:

Jürgen Press: „Ich denke wir haben heute ein sehr unterhaltsames Spiel gesehen, das durch den Wind nicht immer berechenbar war. Leider haben wir das frühe Gegentor bekommen. Doch danach muss ich sagen haben wir ein tolles Spiel gezeigt und hätten bereits zur Halbzeit mit 5:1 führen müssen. So sind wir wenigstens froh dass wir kurz vor Schluss endlich den Ausgleich erzielt haben und fahren mit einem wichtigen Punktgewinn nach Ingolstadt.“
Robin Dutt: „Ich sah in dieser Partie heute kein tolles Spiel. Durch den starken Wind und den tiefen Boden war es nicht immer regulär. Wir haben trotzdem die Vorlage mit dem 1:0 bekommen und wollten dann über das kämpferische Element den Sieg erringen. Dennoch konnten wir froh sein, dass Ingolstadt vor dem Tor nicht so effektiv war. Bei dem Gegentor stehst du einfach machtlos da, erst das Tor letzte Woche und heute dieses. Leider sind wir für die kämpferische Leistung nicht belohnt worden. Für alles andere hätten wir aber auch nichts verdient gehabt.“

Die Spielstatistik

Kickers: David Yelldell – Moritz Steinle, Recep Yildiz, Jens Härter, Oliver Stierle – Manuel Hartmann, Sascha Benda, Bashiru Gambo (71. Nico Kanitz), Thomas Weller (63. Dominique Rodrigues) – Angelo Vaccaro, Sean Dundee (60. Bastian Bischoff) – Trainer: Robin Dutt
Ingolstadt: Lutz – Rosenwirth, O. Schmidt, Kroll – Sbordone, Schmidberger, Keidel, Schlauderer (58. Wohlfarth), Jungwirth (73. T. Fink), Obele (58. Buchner) – Tölcseres – Trainer: Press

Zuschauer:
2.380 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Torfolge:
1:0 Sascha Benda (6.)
1:1 Andras Tölcseres (83.)

Schiedsrichter:
Tobias Christ (Kaiserslautern)
Verwarnungen:
gelbe Karten: Gambo, Yildiz, Stierle – Kroll, Keidel