Presse: Nachbetrachtungen zum Sieg in Ingolstadt

Die Kickers 2007: Erinnerungen werden wach

Trotz des Auftakterfolges in der Fußball-Regionalliga bleiben die Verantwortlichen auf dem Teppich – Vorjahr als Warnung

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers sind mit einem Auswärtssieg in die Regionalligasaison gestartet. Genau wie im Vorjahr. Es gibt weitere Parallelen, aber auch Unterschiede. Der Manager Joachim Cast dämpft die Euphorie: „Das war nur eines von 34 Spielen.“

Von Joachim Klumpp

Ein klein wenig muss sich der Kickers-Trainer Peter Zeidler noch an seinen neuen Verein gewöhnen. Nach dem Auftakterfolg in Ingolstadt gab es Glückwünsche vom Präsidenten – „Herrn Eichelbaum“. Dann fiel dem Trainer ein, dass man inzwischen ja per Du ist und fügte rasch hinzu: „Dirk.“ Ein freundschaftliches Verhältnis untereinander pflegte man auch schon in der Vergangenheit, was alleine daran deutlich wird, dass der Excoach Robin Dutt sich gleich nach Spielende am Freitag über das Ergebnis in Ingolstadt erkundigt hat. 3:2, klingt nicht schlecht.

„Und vielleicht war es ja gut, dass wir nicht 4:1 gewonnen haben.“ Dann wären die Kickers nämlich Tabellenführer gewesen – und die Parallelen zum Vorjahr noch etwas frappierender. Doch auch so drängen sich genug Vergleiche auf. Denn in der vergangenen Saison starteten die Kickers ebenfalls auswärts, auch bei einem Mitfavoriten (in Aalen), mit einem 5:2-Sieg.

Dass die Mannschaft drei Wochen später in Ingolstadt eines der besten Saisonspiele ablieferte, kommt einem Déjà-vu-Erlebnis gleich. Denn im August 2006 führten die Kickers ebenfalls 3:0 (allerdings schon nach einer halben Stunde, und nicht erst nach 53 Minuten) und zweifacher Torschütze damals wie heute war – Bashiru Gambo. „Ingolstadt scheint uns zu liegen“, sagt der Manager Joachim Cast. „Aber das ist nur eines von 34 Spielen.“ Kein Grund zu Übermut, der tat auch im Vorjahr nicht gut.

Worin liegt nun der Unterschied? Auf jeden Fall in dem breiter aufgestellten Kader der Kickers. Quantitativ wie qualitativ. „Im Vorjahr hatten wir zwölf, dreizehn Spieler, danach war Schluss“, das hatte der damalige Torjäger Mirnes Mesic kritisch angemerkt, diesmal stehen 22 Mann im Kader. Natürlich sind nicht alle prädestiniert für 90-minütige Einsätze, aber der Konkurrenzdruck ist doch deutlich höher. Bestes Beispiel – oder erstes Opfer: Nico Beigang. Der Neuzugang aus Darmstadt, mit der Empfehlung von zwölf Saisontreffern gekommen, schien neben Angelo Vaccaro gesetzt. Doch es kam irgendwie anders als gedacht. Beigang fand sich 75 Minuten lang auf der Bank wieder. Zeidler begründete den Einsatz von Sven Sökler mit taktischen Gründen, doch Tatsache ist auch, dass Beigang in den letzten Vorbereitungsspielen nicht hundertprozentig überzeugen konnte – und zudem wohl auch im Training nicht optimal gearbeitet hat.

Das tat ein Christian Okpala im Vorjahr zwar auch nicht immer, doch waren dem Trainer die Hände gebunden. Es fehlte meist an Alternativen, die Druck ausüben. „Das ist in diesem Jahr anders“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum und denkt auch noch an die Eigengewächse Tucci oder Kacani, die sich vorläufig und vorbildlich aber in den Dienst der Mannschaft stellen. Die hat mit Mustafa Parmak, Marcel Rapp oder auch Recep Yildiz in jedem Fall noch drei Spieler mit berechtigten Ambitionen auf einen Stammplatz.

Den hat zunächst einmal Bashiru Gambo sicher. Der Ghanaer, der nach dem Ausscheiden des Präsidenten und väterlichen Freundes Hans Kullen trotz eines Vertrags bis 2010 zunächst in Degerloch nicht mehr ganz glücklich schien, hat rechtzeitig die Kurve bekommen. Offensichtlich auch dank der Fürsorge des neuen Trainers. „Die Arbeit mit ihm ist sehr gut“, sagt Gambo, und der Präsident fügt lobend hinzu: „Da zahlt sich auch die pädagogische Erfahrung des Trainers aus.“

Der vergleicht den Auftaktgegner Ingolstadt mit Hoffenheim, das letzte Saison auch erst im sechsten Spiel erstmals gewonnen hatte. Im Gegenzug will er von einem Traumstart der Kickers nichts wissen. „19 Punkte aus sieben Spielen werden wir wohl kaum schaffen“, meint Peter Zeidler. Warum nicht? Vielleicht weil die Defensive unter Druck noch einige Schwächen zeigte. „Schon gegen Regensburg müssen wir besser spielen“, sagte der Trainer nach Spielschluss, noch in Unkenntnis des Sieges gegen den Zweitligaabsteiger Unterhaching. Ein Spitzenspiel also. Der Manager Cast denkt schon einen Schritt weiter und sagt: „Ich hoffe, das schlägt sich in der Zuschauerzahl nieder.“

Zuvor steht morgen (18 Uhr) ein WFV-Pokalspiel auf dem Programm. Beim Kreisligisten Jungingen. Dort werden dann die „Reservisten“ zum Zuge kommen. „Aber das Spiel gewinnen wir“, sagt Zeidler. Der Einzug in die zweite WFV-Pokalrunde wäre zwar auch noch eine Parallele zum Vorjahr, aber eine, aus der sich keine Schlüsse ziehen lassen.

Stuttgarter Zeitung

„Wir müssen souveräner auftreten“

Kickers-Trainer Peter Zeidler fordert Wettkampfhärte über 90 Minuten

Stuttgart – Der Regionalliga-Auftakt der Stuttgarter Kickers war viel versprechend, doch Trainer Peter Zeidler fordert nach dem 3:2 in Ingolstadt: „Wir müssen uns steigern, sonst gewinnen wir gegen Regensburg nicht.“

Herr Zeidler, haben Sie das Wochenende genossen?

(Lacht). Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Am Samstag stand Training auf dem Programm, danach habe ich die Partie des VfB II angeschaut. Gut, am Sonntag habe ich Kraft getankt, selbst Sport getrieben und den Geburtstag meiner Frau gefeiert. Dieses Spiel bei einer individuell bärenstarken Ingolstadter Mannschaft war schon äußerst intensiv und nervenaufreibend.

Sie haben beim Topfavoriten gewonnen – sind die Kickers jetzt in dieser Rolle?

Quatsch, wir wissen den Erfolg schon richtig einzuordnen. Natürlich bestätigte der Start, dass wir einen Plan haben, jeder kämpft und rennt und wir keinen Spinner im Team haben, der sein eigenes Süppchen kocht. Es war eine sehr positive Standortbestimmung, und drei Tore müssen in einem Auswärtsspiel erst einmal geschossen werden, doch insgesamt müssen wir um einiges souveräner auftreten.

Was kritisieren Sie konkret?

Wir müssen uns in vielen Bereichen steigern, sonst werden wir am kommenden Samstag unser Heimspiel gegen Jahn Regensburg definitiv nicht gewinnen. Wir brauchen taktische Disziplin und Wettkampfhärte über 90 Minuten und eine bessere Defensivarbeit als in der zweiten Halbzeit, als wir die Räume nicht mehr zugestellt haben. Ganz ehrlich: Wir spielten nach der Pause wirklich nicht mehr gut und haben den Sieg am Ende mit viel Glück über die Zeit gerettet.

Nur zwei von sechs externen Neuzugängen haben von Beginn an gespielt . . .

. . . Dafür haben in Marcus Mann und Markus Ortlieb zwei Neue im zentralen Mittelfeld das Herz der Mannschaft gebildet und über 90 Minuten klasse gespielt. Die beiden sind zwei echte Volltreffer. Nico Beigang und Benedikt Deigendesch wurden immerhin eingewechselt. Bei uns herrscht eben großer Konkurrenzkampf, das ist doch positiv.

Und im WFV-Pokalspiel am Dienstag um 18 Uhr beim Ulmer Kreisligisten SV Jungingen kann sich die zweite Garde austoben?

Ja, zum allergrößten Teil werden diejenigen am Ball sein, die in Ingoldstadt nicht von Anfang an dabei waren. Was keineswegs heißt, dass wir diesem Wettbewerb wenig Bedeutung zumessen: Wir wollen den WFV-Pokal gewinnen.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

45 Minuten Anlaufzeit

Ingolstadt (DK) Der gelungene Auftakt war dahin, doch nach der notwendigen Selbstkritik im Anschluss an das 2:3 des FC Ingolstadt gegen die Stuttgarter Kickers war man schon bald bemüht, die positiven Aspekte herauszustellen. Insbesondere die Leistung in der zweiten Halbzeit gab Anlass zur Hoffnung.

Dass im ersten Saisonspiel aber noch reichlich Sand im FC-Getriebe war, wollte niemand verschweigen: „Wir haben zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten gesehen“, meinte FC-Trainer Jürgen Press in der anschließenden Pressekonferenz. Überraschend dabei aber die schwache erste Halbzeit seiner Mannschaft. „Wir sind einfach nicht in die Gänge gekommen“, haderte Press und führte das offensichtlich zu hohe Anspruchsdenken seiner Spieler als Erklärung an.
Denn das nicht zuletzt durch die Neuverpflichtungen mit einer Menge Erfahrung ausgestattete FC-Team hatte die eigenen Nerven einfach nicht im Griff. “ Ich weiß auch nicht warum sich einige so einen Druck machen“, rätselte Ralf Keidel. „Das war das erste Spiel und nicht etwa das letzte, wo es um den Klassenerhalt oder so etwas geht.“ In der Halbzeitpause hatte der 30-Jährige, der selber noch einen recht souveränen Eindruck hinterließ, deshalb auch das Wort ergriffen: „Ich hab den Jungs einfach gesagt, dass wir im Mittelfeld lieber mal den kurzen Pass spielen müssen, statt ohne Not immer lang nach vorne zu schlagen.“

Auch in der Defensive lief noch nicht alles rund. Ob Abwehrhüne Malte Metzelder, der nicht nur beim 0:1 nervös wirkte oder auch Heiko Gerber, der beim 0:2 durch Bashiro Gambo zu spät kam, die Unsicherheiten waren unverkennbar. „Die ersten beiden Tore haben wir durch individuelle Fehler kassiert“, ärgerte sich Press. Der Kopfballtreffer des Ghanaers, der schon in der Vorsaison zwei Mal in Ingolstadt getroffen hatte, tat dabei besonders weh. „Das war jetzt schon der dritte Spieler, den ich gegen Gambo gestellt habe, und wieder trifft er.“

Mittelfeldmotor „Zecke“ Neuendorf konnte dem Spiel auch noch nicht, wie wohl auch von ihm selbst erhofft, den Stempel aufdrücken. „Abstimmungsprobleme“ hatte er ausgemacht und warb angesichts seiner nicht ganz optimalen Vorbereitung um Verständnis. „Ich weiß, dass ich noch etwas aufholen muss“, sagte der 32-Jährige, der immerhin 57 Minuten auf dem Platz stand. Dann erst kam der zuvor abgesprochene Wechsel, obwohl der zuletzt lädierte Oberschenkel noch okay war. „Ein Problem hab ich jetzt eher im Kopf“, erklärte er anschließend, „ich verliere nämlich sehr ungern und ärgere mich einfach über die Niederlage.“

Die hätte, trotz des 0:3 zu Beginn der zweiten Halbzeit, noch nicht einmal sein müssen. „Normalerweise ist das Ding dann erledigt. Dass wir dann aber noch zwei Tore gemacht haben, spricht für die Mannschaft“, fasste Keidel die Gedanken der meisten Zuschauer zusammen. Dabei wunderten sich nicht wenige, warum Trainer Press Andreas Buchner zunächst auf der Bank hatte sitzen lassen. Der flinke und beim Publikum beliebte Rechtsaußen brachte nach seiner Einwechselung sofort Schwung in die Ingolstädter Angriffe und hätte sicher einen Einsatz von Beginn an verdient gehabt.

Szenenapplaus

Auch wenn das unglückliche dritte Tor der an diesem Tag erstaunlich effektiv agierenden Gäste nicht ins Bild passte, mit Buchner über die rechte Seite und Stefan Leitl in der zentralen Position begann dann die stärkste Phase der Ingolstädter. Mit dem Mut der Verzweiflung wollte die FC-Truppe offensichtlich retten, was noch zu retten war, und das Publikum dankte dieses Bemühen gleich mehrfach mit Szenenapplaus. Zwei Tore durch den nicht unbedingt auffälligen, dafür aber sehr effektiv agierenden Neuzugang Ersin Demir (58., 85.) gelangen immerhin noch. Das plötzlich mögliche Unentschieden war ihnen aber nicht mehr vergönnt, weil Steffen Wohlfarth (79.) sowie Demir und Herbert Obele in der Schlussminute ihre „Hundertprozentigen“ (Press) vergaben. „Erst danach habe ich gewusst, dass wir hier heute gewinnen werden“, zeigte sich Gästetrainer Peter Zeidler sichtlich erleichtert. Er hatte, wie wohl die meisten, eine „packende Partie“ gesehen, und war „sehr, sehr froh“ über diesen ersten Auswärtssieg.

Den streben nun auch die Ingolstädter an. Am liebsten schon am kommenden Sonntag in Elversberg. „Da müssen wir uns die Punkte zurückholen, die wir heute verloren haben“, sagt Press und wirkte dabei schon wieder recht optimistisch.

Von Norbert Roth

Donaukurier

Funke springt beim Saisonauftakt auf die Zuschauerränge über

Ingolstadt (DK) Fußball verbindet. Wie, das konnte man beim FC Ingolstadt im ersten Punktspiel am Freitagabend beobachten. 3560 Fans, Fußballinteressierte, Neugierige und Skeptiker waren gekommen und sorgten gleich beim ersten Auftritt des ambitionierten FC-Teams für eine Rekordkulisse des jungen Klubs.

Stimmlich musste der FC-Anhang aber erst noch zueinander finden. So machten die 100 Stuttgarter zu Beginn mehr Lärm als der Rest im MTV-Stadion. Aber als der Funke dank der druckvolleren Spielweise der Ingolstädter nach dem Seitenwechsel auf die Zuschauer übersprang, klatschte auch die Gegengerade aufmunternden Beifall. Und obwohl es am Ende nicht mehr zum erhofften Ausgleich reichte, verabschiedete das Publikum die Mannschaft mit Applaus. „Das war das erste Mal, dass die Zuschauer uns nach einer Niederlage feierten. Das hat gut getan“, notierte FC-Trainer Jürgen Press die Reaktion dankbar.
Auch auf dem Sitzplatz-Tribühnchen herrschte Einigkeit, und das parteiübergreifend. So saßen Joachim Genosko (CSU), Sepp Mißlbeck (FW), Andreas Schleef und Achim Werner (beide SPD) einträchtig nebeneinander, während sie in der Stadtratsdebatte zum Thema Stadionneubau tags zuvor noch vergeblich versucht hatten, ihre teils widerstrebenden Parteifreunde auf Kurs zu bringen.

Bewundernswert auch die Ernergie auf den Sitzplätzen. Denn von hier aus kam in der ersten Halbzeit die größte Anfeuerung für die Heimelf, und das selbst bei der kleinsten Angriffsaktion – wohl einmalig in ganz Fußball-Deutschland: Der FC hat seine größten Fans auf der Sitztribüne.

Bauernwürste in der Sauna

Und gestärkt von Chefwirtin Resi Kicks frischen Bauernwürsten und Snackplatten in der saunaheißen VIP-Kammer liefen die FC-Edelfans nach der Pause zur Höchstform auf. Vizepräsident Hans Friedl hielt es ebenso wenig auf der Kunststoff-Sitzschale wie Aufsichtsratschef Peter Jackwerth, und nach Herbert Obeles vergebener 100-prozentiger Ausgleichschance kurz vor Schluss hallte manch bayerischer Kraftausdruck in den Abendhimmel.

Gelassener reagierten die Fußballgäste aus Nah und Fern, die sich neben Kickboxpromoter Mario Wrede und dessen Schützling Rene Kretzschmar oder den beiden ERC-Geschäftsführern Stefan Wagner und Sven Zywitza („Jetzt macht es der FC schon genauso wie der ERC und verliert auch seine Auftaktspiele“) auf der Ehrentribüne ein Stelldichein gaben.

„Ich habe ein sehr gutes Regionalligaspiel gesehen, und auch wenn Ingolstadt verloren hat, ist der FC spielerisch gegenüber vergangener Saison erheblich verbessert“, urteilte Trainer Gino Lettieri (zuletzt Burghausen). Ernst Reichenberger, neben den einstigen Kickern Sepp Stadler (ESV), Roland Beran (MTV und ESV) und Sasa Miskovic (MTV) oder Schiedsrichter Roland Greth, ebenfalls Tribünengast, outete sich gar als kommender FC-Fan. „Ich habe jahrelang unterklassigen Fußball gesehen. Jetzt freue ich mich richtig auf die Regionialliga. Ich werde kaum ein Heimspiel auslassen“, versprach der 68-Jährige, der nach 39 Trainerjahren nun im Fußball-Ruhestand die Spiele als Zuschauer genießen will. Allerdings nicht ohne kritischen Blick. „Auf der rechten Seite war in der ersten Halbzeit gar nichts los“, bemängelte Reichenberger.

Falsche Startelf

Und schon war erneut die einende Kraft des Fußballs spürbar. Denn worüber ließe sich trefflicher diskutieren als über ein verlorenes Spiel? „Die Neuzugänge waren alle schwach“, meinte Spielerberater Michael Koppold, MTV-Präsident Gerhard Bonschab hielt die Startelf für falsch („Buchner und Wohlfarth hätten von Anfang an spielen müssen“) und ein anderer war mit der Taktik nicht einverstanden („Mit einem halben Stürmer kann man kein Spiel gewinnen“).

Einig war sich am Ende die Mehrheit aber auch, dass sie ein packendes Spiel gesehen hat. FC-Sportdirektor Harald Gärtner griff dann auch das Positive auf: „Die Kulisse hat gezeigt, was in Ingolstadt möglich ist. Ich hoffe, dass die Zuschauer Lust auf mehr bekommen haben. Nur das Ergebnis sollten wir das nächste Mal umdrehen.“

Von Gottfried Sterner

Donaukurier

StN: Wettlauf um Sein oder Nichtsein beginnt

Wettlauf um Sein oder Nichtsein beginnt

Am heutigen Freitag startet die letzte Saison der zweigeteilten Fußball-Regionalliga

Stuttgart – Die Spannung steigt: Am heutigen Freitag startet die Fußball-Regionalliga in ihre letzte Saison nach dem bisherigen Modus. Wir geben die Antworten auf die wichtigsten Fragen. „StN: Wettlauf um Sein oder Nichtsein beginnt“ weiterlesen

Vorberichte: FC Ingolstadt – Stuttgarter Kickers

Fußball-Regionalliga, 1. Spieltag
Parmak fällt zum Auftakt aus

STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers überlassen nichts dem Zufall. Wegen des ersten Ferienwochenendes in Baden-Württemberg reist die Mannschaft bereits heute am frühen Morgen nach Ingolstadt zum Start der Fußball-Regionalliga und quartiert sich bis zum Anpfiff in einem Tageshotel ein. Trotz der guten Vorbereitungsergebnisse (2:2 gegen Freiburg, 4:2 gegen Dortmund) verfällt bei den Kickers niemand in Euphorie. „Die Gefahr, dass die Elf abhebt, besteht nicht“, sagt der Trainer Peter Zeidler: „Wir wissen die Ergebnisse richtig einzuordnen.“ Auch die Aufstellung steht größtenteils fest. Viel spricht für die Anfangsformation gegen Dortmund (wenn auch mit etwas anderer Grundausrichtung), zumal Mustafa Parmak nach seinem Muskelfaserriss die Reise erst gar nicht mit antreten wird – genau wie der verletzte Recep Yildiz sowie Julian Leist, Saban Genisyürek und Moritz Steinle.

Stuttgarter Zeitung

Die Blauen ohne Parmak und Steinle

Stuttgart (StN) – Die Stuttgarter Kickers starten am heutigen Freitag um 8.30 Uhr mit dem Bus zum Regionalligaauftakt (Anpfiff 19.30 Uhr) beim FC Ingolstadt. Die Aufstellung wird Trainer Peter Zeidler erst zwei Stunden vor Spielbeginn bekannt geben, klar ist bereits, wer nicht im Kader steht: Für Mustafa Parmak (Oberschenkelprobleme) kommt die Partie zu früh, auf Moritz Steinle und Saban Genisyürek verzichtet der Trainer freiwillig. Manager Joachim Cast: „Es wird ein heißer Tanz, doch wir sind körperlich und mental topfit.“

Stuttgarter Nachrichten

Gerbers Plan: Mit Ingolstadt nach oben

Auftakt gegen die Kickers

Bezirkssportanlage Mitte – so heißt die Anlage, auf der der FC Ingolstadt am heutigen Freitag (19.30 Uhr) zum Auftakt der Fußball-Regionalligasaison die Stuttgarter Kickers empfängt. Und Heiko Gerber bestätigt, was der Name des immerhin 8000 Zuschauer fassenden Stadions erahnen lässt: „Es geht hier alles etwas ruhiger und beschaulicher zu“, sagt der Neuzugang des FC. Acht Jahre lang war er Profi beim VfB Stuttgart. Seine Frau Mandy und die beiden Kinder Felix und Sophia wohnen nach wie vor in Stuttgart-Hofen, dorthin wird der 35-Jährige nach seiner Karriere zurückkehren. Und dennoch ist für ihn das Duell gegen die Blauen nichts Besonderes: „Mit den Kickers hatte ich doch nie was zu tun, für uns ist es einfach wichtig, das erste Spiel zu gewinnen – egal gegen wen.“

Bis Saisonende läuft sein Vertrag in Ingolstadt. Klappt es mit dem Sprung in die zweite oder dritte Liga, verlängert sich der Kontrakt automatisch. Daran zweifelt keiner. Der Audi-Konzern steht hinter dem Club, der gewaltig aufrüstete: Neben Gerber zog der Vorjahresfünfte auch Andreas „Zecke“ Neuendorf (Hertha BSC) an Land. „Wir haben ein starkes Team, hier bewegt sich wirklich einiges“, sagt Gerber. Startprobleme befürchtet er nicht. Sein Tipp gegen die Kickers: „Wir gewinnen 2:1.“jüf

Stuttgarter Nachrichten

Vorschau
Spielinfos:

Anstoß: 27.07.2007 19:30
Stadion: Bezirkssportanlage Mitte

Schiedsrichter: Kempter (Sauldorf)
Assistenten: Leicher (Weihmichl), Münch (Gottmadingen)

FC Ingolstadt 04: Der Einsatz von „Zecke“ Neuendorf ist fraglich, ansonsten hat Trainer Jürgen Press aber die Qual der Wahl.

Stuttgarter Kickers: Yildiz fällt mit einem Innenbandriss im Knie aus. Der Einsatz von Parmak ist nach einem Muskelfaserriss unwahrscheinlich.

Aufstellung
FC Ingolstadt 04
M. Lutz – Keidel, M. Metzelder, Wenczel, H. Gerber – Schmidberger, Leitl – Buchner, Jungwirth, Obele – Demir

Trainer: Press

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Beigang, M. Ortlieb, Mann, Rodrigues – Gambo, Vaccaro

Trainer: Zeidler

Kicker

Mit Selbstbewusstsein nach Ingolstadt         

Mit Respekt, aber auch mit Selbstbewusstsein fahren die Stuttgarter Kickers zum Punktspielauftakt am Freitagabend beim FC Ingolstadt 04. Das Selbstbewusstsein holten sich die Blauen zuletzt bei den Freundschaftsspielen gegen den SC Freiburg und Borussia Dortmund, doch weiß Trainer Peter Zeidler auch um die Schwere der Aufgabe in Ingolstadt. „Nach Meinung der Experten gilt Ingolstadt neben Unterhaching als der große Favorit der Regionalliga und wir treten daher eher als Außenseiter an.“

Beim Abschlusstraining am Donnerstagvormittag waren aber alle Kickersspieler hochmotiviert und jeder brennt auf seinen Einsatz zum Punktspielbeginn. Fehlen wird weiterhin Recep Yildiz und auch der Einsatz von Mustafa Parmak bleibt ungewiß. Jedoch zeigten sich die Blauen zuletzt auch ohne die beiden letztjährigen Stammspieler als eine homogene Einheit, wirkte vor allem die Abwehr um Torhüter David Yelldell als äußerst stabil.

Um nicht in unnötigen Streß bei der Anreise zu kommen, wurde die Abfahrt am Freitag auf den frühen Vormittag gelegt. In einem Tageshotel will sich dann die Mannschaft entsprechend ausruhen und auf das Spiel in Ingolstadt vorbereiten. Bei Ingolstadt ist noch ungewiß, ob der Neuzugang „Zecke“ Neuendorf auch antreten kann. Mit dabei ist indessen auf alle Fälle Neuzugang Heiko Gerber, der in der Vierer-Abwehrkette zum Einsatz kommt. Ingolstadts Trainer Jürgen Press beobachtete mehrmals die Kickers, doch dürfte sich sein Stuttgarter Kollege Peter Zeidler die eine oder andere Überraschung einfallen lassen. Nicht umsonst zeigten die Kickers in der letzten Saison eine ihrer besten Leistungen gerade in Ingolstadt.

Offizielle Homepage

Saison-Auftakt in der Regionalliga-Süd
Der FC Ingolstadt 04 empfängt heute Abend die Stuttgarter Kickers.

Die Schwaben wurden in der vergangenen Spielzeit Vierter und gelten auch diesmal wieder als heisser Anwärter um die vorderen Plätze. FC-Trainer Jürgen Press sagte: „Wir sind vorgewarnt, die Kickers sind eine Spitzenmannschaft. Wir wollen kompakt stehen, aber trotzdem nach vorne spielen und unsere Tor-Chancen hoffentlich besser verwerten als in der letzten Saison.“ Anstoß im MTV-Stadion ist heute um 19:30 Uhr. Zeitgleich spielen die Sportfreunde Siegen gegen 1860 München. Bereits eine Stunde zuvor eröffnet der Karlsruher SC die neue Regionalliga-Saison mit der Partie gegen Zweitliga-Absteiger Wacker Burghausen.

Kanal 8

Press gibt Entwarnung: Zecke ist dabei

Ingolstadt (DK) Es wird Zeit. „Nach fünf Wochen Vorbereitung warten alle darauf, dass es endlich losgeht“, sagt Neuzugang Stefan Leitl. Und heute Abend ist es so weit: der FC Ingolstadt startet um 19.30 Uhr mit dem Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers in die Fußball-Regionalliga-Saison.

So sehr, dass der 32-jährige Neuzugang von Hertha BSC Berlin zeitweise sogar gebremst werden musste. Denn „Zecke“, wie ihn alle nur nennen, hat muskuläre Probleme. Der Oberschenkel zwickt, und im Testspiel gegen den Zweitligisten Greuther Fürth ist er sogar leicht angeschlagen aufgelaufen. „Im Nachhinein hätte er da nicht spielen dürfen“, sagt Trainer Press inzwischen. Denn seit dieser Partie pendelte „Zecke“ zwischen Reha und Trainingsplatz, sein Einsatz gegen die Kickers war bis zuletzt fraglich. Erst nach einem Härtetest beim gestrigen Abschlusstraining entschied Trainer Press: „’Zecke’ kann spielen!“ Ob es für 90 Minuten reicht, muss abgewartet werden. „Durch seine Erfahrung und sein individuelle Klasse wird er aber auf jeden Fall eine Bereicherung sein“, ist sich der Trainer sicher.

„Ordentliche Leistung“

Ebenfalls dabei ist Marcel Hagmann. Auch der 24-Jährige Zugang von SV Wilhelmshaven, der normalerweise für den defensiven Mittelfeldpart vorgesehen ist, absolvierte gestern noch einmal einen Test und wird zumindest im Kader sein. Gut möglich allerdings, dass Press dem nach seiner Fußoperation wieder vollständig hergestellten Michael Schmidberger den Vorzug gibt. Insgesamt kann der Coach also aus dem Vollen schöpfen.

Dass die Saisonpremiere trotzdem alles andere als einfach wird, in diesem Punkt sind sich alle einig. Denn Gegner Stuttgarter Kickers, gegenüber dem Vorjahr noch einmal verstärkt, zeigte in der Vorbereitung eine beachtliche Form. Nach dem 2:2 gegen Zweitligist SC Freiburg ließ insbesondere der 4:2-Sieg gegen das Bundesligateam von Borussia Dortmund aufhorchen. „Das war schon eine ganz ordentliche, taktisch kluge Leistung“, meinte Leitl, der mit den Neu-Stuttgartern Nico Beigang und Marcus Mann im Vorjahr in Darmstadt zusammen gespielt hat. Allerdings will er das Ergebnis auch nicht allzu hoch bewerten. „Gegen einen Bundesligisten zerreißen sich die Jungs natürlich. Ob sie das aber auch in der Regionalliga wiederholen können, steht auf einem ganz anderen Blatt“, so Leitl. „Wir sind trotzdem Favorit.“

Freuen können sich auf jeden Fall die Zuschauer. Denn die Offensivabteilung der Stuttgarter, die mit dem Ex-Hachinger Angelo Vaccaro, Nico Beigang und Bashiro Gambo (in der Vorsaison schon zwei Mal in Ingolstadt erfolgreich) glänzend besetzt ist, lässt vermuten, dass sich die Gäste kaum verstecken werden. Und da auch FC-Trainer Press weiter an einem System mit drei Stürmern festhält, kann ein sehenswerter Schlagabtausch erwartet werden. „Es wird 90 Minuten lang ein heißer Kampf, bei dem sich vielleicht erst in den Schlussminuten entscheidet, wer das glücklichere Ende für sich hat“, glaubt Press. „In erster Linie müssen wir natürlich ergebnisorientiert spielen, denn Punkte sind nun mal unser Brot. Aber selbstverständlich werden wir zugleich versuchen ein attraktives Spiel abzuliefern“, verspricht Press.

Es ist klar, dass wie üblich beim Auftakt, viele Neugierige im Stadion sein werden, und deshalb mit einer ordentlichen Zuschauerkulisse zu rechnen ist. „Denen wollen wir etwas bieten“, kündigt Leitl an, „dass die Leute sagen können: Mensch, da passiert ja wirklich was, da gehen wir wieder hin.“

Donaukurier

EßZ: Konzentration auf das Machbare

Der neue Trainer Peter Zeidler will sich mit den Stuttgarter Kickers für die dritte Liga qualifizieren – und fordert Geduld
 
Stuttgart – Hinter den Stuttgarter Kickers liegt die sportlich erfolgreichste Saison seit dem Abstieg 2001 aus der zweiten Liga. Platz vier stand nach einem ständigen Auf und Ab unter dem Strich. Vor ihnen liegt eine brisante, richtungweisende Spielzeit, die mit dem Sprung in die neue dritte Liga enden soll – das und nichts anderes ist das Ziel des neuen Trainers Peter Zeidler.
 
Von Beate Wockenfuß

„Wir wissen, was mit der Mannschaft möglich ist und werden daher keine unrealistischen Ziele ausgeben“, sagt Zeidler vor dem Auftakt morgen (19.30 Uhr) beim FC Ingolstadt. Aufstiegsträumen erteilt er daher eine rigorose Absage – zumindest, was den Aufstieg in die zweite Liga betrifft: „Ganz klar: Nein!“ Der Nachfolger von Robin Dutt definiert das Wort anders: „Wenn wir die dritte Liga schaffen, sind wir aufgestiegen.“ Gelingt die Qualifikation aber nicht, wäre das praktisch ein Abstieg. Denn die Regionalliga ist ab Sommer 2008 nur noch die vierthöchste Spielklasse.Der Verbleib in der Regionalliga schwebt wie ein Damoklesschwert über Degerloch. Manager Joachim Cast weiß: „Wenn wir die Qualifikation nicht schaffen, dann ist bei den Kickers mit halbwegs professionellem Fußball erst mal Schluss.“ Dass solche Sorgen schnell zu Ungeduld führen, wenn die „Blauen“ zwischenzeitlich jenseits des für die dritte Liga wichtigen zehnten Tabellenplatzes rangieren sollten, ist Zeidler bewusst. „Wenn wir ein paar Spieltage mal nur den zwölften oder 13. Platz belegen, darf niemand in Hektik verfallen“, warnt er daher und fordert, Ruhe zu bewahren, „dann garantiere ich, dass wir es schaffen.“Geduld ist das Zauberwort. Fünf Wochen hatte Zeidler Zeit, die Mannschaft kennenzulernen, die Neuen zu integrieren und eine passende Struktur zu finden. „In dieser kurzen Zeit kann man keine großen Experimente machen“, sagt er und will daher auf Bewährtes zurückgreifen. „Was zuletzt gut funktioniert hat, übernehmen wir“, so der 44-Jährige. Das trifft zum Beispiel auf den Mannschaftskapitän zu: Jens Härter wird die Binde behalten, Oliver Stierle sein Stellvertreter bleiben. Aber Zeidler will auch dokumentieren, dass eine neue Saison beginnt und berief daher Neuzugang Markus Ortlieb und Bashiru Gambo neu in den Mannschaftsrat. Umgebaut werden muss zwangsläufig. Vor allem die Abgänge Mirnes Mesic (bereits in der Winterpause) und Manuel Hartmann seien schwer zu verkraften, sagt der Trainer: „Diese Spieler haben die Kickers in den vergangenen Jahren geprägt und zu einer Spitzenmannschaft gemacht.“ Geduld ist also auch in dieser Hinsicht gefragt, denn „es wird eine Weile dauern bis die Automatismen da sind“. Auf jeden Fall stimme aber die Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen, die die Gestandenen herausfordern.

Überraschung Rodrigues
Einer der Jungen ist es auch, der den Trainer in der Vorbereitung besonders überrascht hat: Dominique Rodrigues. Der 24-Jährige, der aus dem Oberliga-Team dazugestoßen ist, bringt laut Zeidler alles mit, um sich auch in der ersten Mannschaft zu etablieren: „Er hat eine gute Technik, ist taktisch gescheit. An ihm sieht man, was die Kickers ausmacht: eine hervorragende Schulung in der Amateurabteilung.“

Zudem hat sich Angelo Vaccaro in den vergangenen Wochen enorm entwickelt. Der Stürmer, der im Winter vom FC Augsburg kam, scheint seine schwierige Eingewöhnungsphase überwunden zu haben. Er glänzte in den Testspielen mit 15 Treffern als bester Torschütze und gehörte zuletzt gegen Freiburg und Dortmund zu den auffälligsten Spielern. „Er hat absolut überzeugt und einen richtigen Sprung nach vorn gemacht“, lobt der Coach, der Vaccaro nun auch als Antreiber sieht: „Er reißt die anderen mit, wir erwarten einiges von ihm.“

Auf die richtige Arbeits-Atmosphäre legt Zeidler besonders viel Wert. Als Oberstudienrat weiß er: „Nur wenn man sich in einer Gemeinschaft wohl und respektiert fühlt, kann man Leistung bringen.“ Die ist morgen beim Auftakt in Ingolstadt gefragt. „Das ist die Startruppe schlechthin, deswegen wäre ein Erfolgserlebnis für uns umso hochwertiger“ – und würde die Kickers gleich unter die entscheidenden ersten Zehn bringen.
der kader

Abgänge: Bastian Bischoff (SSV Reutlingen), Sean Dundee (Kickers Offenbach), Manuel Hartmann (TuS Koblenz), Nico Kanitz (Hallescher FC), Thomas Weller (Ziel unbekannt), Laszlo Kanyuk (TSV Crailsheim).

Zugänge: Nico Beigang, Marcus Mann (beide SV Darmstadt), Benedikt Deigendesch (1. FC Nürnberg II), Saban Genisyürek (FV Illertissen), Markus Ortlieb (Wuppertaler SV), Marcel Rapp (SC Pfullendorf), Sokol Kacani, Dominique Rodrigues, Marco Tucci (alle Kickers II),

Tor: Manuel Salz, David Yelldell.

Abwehr: Sascha Benda, Jens Härter, Marcel Rapp, Moritz Steinle, Oliver Stierle, Marco Wildersinn, Recep Yildiz.

Mittelfeld: Mustafa Akcay, Benedikt Deigendesch, Bashiru Gambo, Marcus Mann, Markus Ortlieb, Mustafa Parmak, Dominique Rodrigues, Sven Sökler.

Angriff: Nico Beigang, Saban Genis­yürek, Sokol Kacani, Marco Tucci, Angelo Vaccaro.

Trainer: Peter Zeidler.

Eßlinger Zeitung

StZ: „Ich erwarte im Training Respekt unter den Spielern“

„Ich erwarte im Training Respekt unter den Spielern“
 
Der neue Kickers-Trainer Peter Zeidler über seine Fußball-Philosophie und die sportlichen Perspektiven der Mannschaft
 
Nach dreieinhalb erfolgreichen Jahren unter Robin Dutt beginnt mit Peter Zeidler beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers eine neue Zeitrechnung. Der Gymnasiallehrer für Französisch und Sport soll den Traditionsverein zumindest in die künftige eingleisige dritte Liga führen, wozu Platz zehn nötig ist. „Das wäre auch schon so etwas wie ein Aufstieg“, sagt der 44-Jährige im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Zeidler, heute beginnen in Baden-Württemberg die großen Ferien. Sind Sie da manchmal nicht neidisch auf Ihre Lehrerkollegen, oder liegt Ihnen der Beruf als Fußballtrainer einfach mehr am Herzen?

Natürlich gibt es noch den typischen Lehrer, der gleich nach der letzten Schulstunde mit voll bepacktem Wohnmobil gen Süden fährt. Und es wäre für mich auch mal ein Traum, mit der Familie vier Wochen nach Südfrankreich, speziell nach Nizza, in den Urlaub zu gehen. Aber es macht so viel Spaß hier, dass mir das in keinster Weise fehlt. Ich freue mich jetzt auf den Start in Ingolstadt.

Stichwort Ingolstadt. Der Auftakt gleich bei einem der Mitfavoriten, ist das nun ein Vor- oder Nachteil?

Es kann ein Vorteil sein, weil die vier, fünf neuen Spieler dort wie Neuendorf, Leitl oder Gerber vielleicht noch nicht so eingespielt sind. Und weil wir mit einem Erfolgserlebnis gleich ein Zeichen setzen können. Warum sollten wir dort nicht gewinnen können?

Was kann man vom Lehrerberuf auf den Trainerbereich übernehmen – oder sind das zwei verschiedene Welten?

Nein, man kann sehr viel übernehmen. Es geht beides Mal um eine Gruppe, da braucht man eine gute Atmosphäre, um Erfolg zu haben und gute Leistungen zu bringen. Letztlich gelten hier und da die Gesetzmäßigkeiten der Pädagogik. Auf der anderen Seite ist Pädagogik so komplex, dass man sich da nicht immer an Gesetze halten kann.

Nach dem Gesetz der Serie müssten die Kickers eigentlich aufsteigen. Die Mannschaft war im Vorjahr Vierter, der Dritte VfB II darf nicht in die zweite Liga, also wären die Kickers dran. Wie bremst man solche Gedanken im Umfeld?

Objektiv ist die Behauptung richtig, aber wenn man die Tabelle der Vorsaison genauer analysiert sieht es anders aus. Hätten man am 31. Spieltag gegen 1860 München nicht gewonnen, wäre vielleicht Abstiegskampf angesagt gewesen. Der vierte Platz ist ein Riesenerfolg für Robin Dutt, das hat mich auch persönlich für ihn gefreut. Alles andere ist eine Milchmädchenrechnung, auch wenn der Aufstieg bei den Kickers immer ein Thema sein wird. Schließlich ist der Verein in der ewigen Tabelle der zweiten Liga Zweiter hinter Düsseldorf. Das steckt in vielen Köpfen drin. Und arm sind die, die keine Träume haben. Die habe ich auch, nur bin ich Realist, und da wird es eine große Aufgabe sein, die Geduld einzufordern. Für viele war es schon normal, dass man gegen Freiburg 2:2 spielt.

Die Erwartungen sind also hoch. Sind Sie gewappnet, falls es im Haifischbecken Kickers drunter und drüber gehen sollte?

Ich habe hier schon viel Kredit und auch Vorschusslorbeeren, aber man muss sich überall erst einmal durchsetzen. Wichtig ist, dass die Arbeit mit dem Manager gut funktioniert. Dann muss man auch im Umfeld zeigen, was man kann. Ich erwarte nicht, dass mich die Leute in den Himmel loben, aber dass sie mir die Chance geben, mich zu beweisen. Über einen längeren Zeitraum von – sagen wir mal – zehn Spielen, lässt sich dann erkennen, wie die Mannschaft spielt. Ich habe keine Angst, ich weiß was ich kann. Aber ich weiß auch, dass nur der Erfolg zählt – dafür bin ich gewappnet.

Ihre besonnene Ausstrahlung scheint sich offenbar auf die Mannschaft zu übertragen. Jedenfalls haben einige Spieler – zum Beispiel der Ex-Darmstädter Nico Beigang – gesagt, bei ihren früheren Vereinen seien im Training mehr die Fetzen geflogen. Achten Sie auf Disziplin?

Felix Magath sagt, im Leistungssport kann nicht nur immer Heile-Welt-Stimmung im Training herrschen, das sehe ich auch so. Trotzdem erwarte ich Respekt im Umgang miteinander. Dazu gehört auch, dass sich die Spieler nicht mit allen möglichen Schimpfworten titulieren. In dieser Beziehung bin ich schon jemand, der auch erziehen will. Vielleicht ist mein Anspruch da zu hoch, aber man kann sich nur entfalten, wenn jeder ernst genommen wird. Da achte ich auf ein gewisses Niveau. Ganz nebenbei: wo ist denn Darmstadt gelandet?

Haben Sie den Eindruck, dass die Mannschaft Ihre Linie akzeptiert?

Bisher passt das. Wir haben 22 Leute, alle wollen spielen, nur elf können es.

Befürchten Sie bei diesem Konkurrenzkampf kein Konfliktpotenzial, nachdem bei den Kickers früher oft nicht mal der Spielbericht komplett gefüllt werden konnte?

Robin Dutt hatte vielleicht nur 18 Spieler im Kader, aber dafür hatte er immer ein paar aus den Amateuren eng an der ersten Mannschaft. Das haben wird diesmal etwas anders gemacht und die Kandidaten – wie Kacani, Tucci, Sökler, Deigendesch, Genisyürek, Leist – gleich hochgezogen. Letztlich ist das also nur ein Rechenspiel. Aber was den Konkurrenzkampf angeht, den haben wir. Es gibt jetzt schon Härtefälle, beispielsweise Marcel Rapp, der in Pfullendorf Stammspieler war oder noch zwei, drei andere. Dahinter haben wir dann aber eine stimmige Struktur, das heißt nach den Stammspieler kommen die Jungen aus der Position des Jokers. Vielleicht schafft es einer relativ schnell – Rodriguez könnte so einer sein.

Sie haben sich auf ein 4-4-2-System festgelegt. Andere Trainer halten sich oft noch eine Option offen, Sie nicht?

Ich habe Fußball als Trainer so gelernt, und das System entspricht meiner Philosophie. Es ist besser, ein System annähernd perfekt zu beherrschen, als immer zwischen drei, vier hin und her zu hüpfen. Aber die Option halten wir uns natürlich auch offen. Es muss nur ein klares Gerüst stehen, dann kann man immer flexibel und kreativ reagieren.

Sie waren früher schon beim finanzkräftigen VfR Aalen Trainer, jetzt bei den nicht auf Rosen gebetteten Kickers. Was unterscheidet die beiden Vereine?

Der Vergleich ist schwierig, weil zu meiner Zeit in Aalen noch Schulden abbezahlt werden mussten und der Etat unter zwei Millionen Euro lag. So gesehen herrschten dort ähnliche Verhältnisse. Mit dem Unterschied, dass wir keine Jugend hatten, die top war, keine Amateure, die nur eine Klasse tiefer spielten. Hier kann man im Training immer auf junge Spieler zurückgreifen, ohne dass ein Qualitätsverlust entsteht.

Was macht sonst den Reiz der Kickers aus?

Die Tradition – und eine Art Faszination für den Klub, die Blauen. Da wird noch über den 100-Tore-Sturm von 1947/48 und die Erstligazeiten geredet. Und in der Stadt merkt man schon, dass die Kickers etwas bedeuten.

Sie haben zuletzt in Nürnberg auch viel Kontakt zu Chefcoach Hans Meyer gehabt. Was kann man von so einem erfahrenen Trainer übernehmen?

Vor allem die Akribie im Training und seine Präsenz: er war morgens immer als Erster da und ging abends als Letzter. Es geht nur über Fleiß, wie in jedem Beruf, aber auch als Fußballtrainer. Und er hat die Dinge so auf den Punkt gebracht, dass die Spieler nach den Gesprächen rausgegangen sind und gesagt haben: Ich bin der Beste. Selbst wenn ich den Fußball schon etwas anders sehe als er, hat er mich so respektiert wie ich bin, weil er gewusst hat, ich kann auch noch etwas anderes außer Fußballtrainer.

Wenn schon die Kickers nicht aufsteigen, wer sind dann Ihre Favoriten in der Liga?

Vier Mannschaften sind das: Unterhaching, Burghausen, dann schon Ingolstadt – und Aalen, das mit einem Etat von inzwischen knapp vier Millionen Euro gut eingekauft hat. Aber ich versuche immer zu vermitteln, dass auch die Qualifikation für die neue eingleisige dritte Liga ein Aufstieg wäre. Schließlich zählt man dann zu den 56 Profiklubs in Deutschland, bisher sind das noch 73 Vereine. Das ist schon ein Unterschied.

Stuttgarter Zeitung

Unser nächster Gegner FC Ingolstadt im Kicker-Test

Für Press ist die dritte Liga Pflicht
Der beste Vorjahresaufsteiger (Platz fünf) strebt in seiner zweiten Regionalligasaison weiter nach oben und rüstet gewaltig auf. Erklärtes Ziel ist die Zweite Liga – je früher, desto besser.
Kommen & Gehen

Die Stützen Schmidt und Sbordone beendeten ihre Karriere, Römer und Mbwando wurden aussortiert. Mit Neuendorf und Gerber leistete sich der FC zwei Bundesliga-Direktimporte. Dazu kamen die zweitligaerfahrenen Leitl sowie Demir und bewährte Regionalligakräfte wie Metzelder und Neunaber. Insgesamt gab es zehn Neuzugänge.

System & Taktik

Trainer Jürgen Press bevorzugte im ersten Regionalligajahr ein vorsichtiges, ganz auf Sicherheit bedachtes 3-1-5-1-System. Nun will er offensiver werden und studiert in der Vorbereitung ein 3-4-3-System mit Mittelfeldraute ein.

Stärken & Schwächen

Eine Stärke der Ingolstädter sollte die individuelle Klasse des Kaders sein. Jede Position ist doppelt oder sogar dreifach besetzt. Schwächen können eigentlich nur dann entstehen, wenn es nicht gelingt, ein funktionierendes Kollektiv zu formen.

Trainer & Umfeld

Jürgen Press durfte seine Einkaufstour ungebremst fortsetzen, der Etat beträgt 3,5 Millionen. Mit Harald Gärtner stand ihm erstmals ein Sportdirektor zur Seite. Spannend bleibt die Frage, ob der noch junge FC 04 seine Anhängerschar (Vorjahresschnitt knapp 1500) vergrößern kann. Potenzielle Großsponsoren warten, dass die Stadt ihr Okay zum geplanten Audi-Sportpark gibt.

Fazit & Prognose

Mit diesem Kader ist die Qualifikation zur Dritten Liga Pflicht. Wenn es gut läuft, könnte auch mehr drin sein.

Gottfried Sterner

Auszug aus dem Mannschaftstest RL Süd des Kicker

Presse zum 4:2 Erfolg gegen Dortmund

4:2 – Kickers gelingt Generalprobe
 
Trotz des Sieges gegen Dortmund besteht kein Grund zur Euphorie vor dem Regionalligastart
 
STUTTGART (ump). Die Spieler von Borussia Dortmund haben es gestern Abend sehr eilig gehabt, aus dem Gazistadion in Degerloch wegzukommen. Was zum einen mit dem eng gesetzten Zeitplan bis zum Abflug ihrer Chartermaschine zu tun hatte, zum anderen mit der 2:4-(2:2-)Niederlage beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Trotz dieser gelungenen Generalprobe im Hinblick auf den Saisonstart am Freitag beim FC Ingolstadt sagte der Kickers-Trainer Peter Zeidler: „Die Gefahr, dass bei uns jemand abhebt, besteht nicht.“ Und der Manager Joachim Cast fügte hinzu: „So ein Ergebnis ist besser, als wenn man eine Klatsche kriegt.“

Danach sah es allenfalls beim 0:1 nach vier Minuten durch Buckley aus. Doch die Antwort der Kickers folgte prompt – im Doppelpack durch Angelo Vaccaro. Erst verlängerte er einen Freistoß (11.) von Benda zum Ausgleich (Zeidler: „Das haben wir im Training geübt“), dann schob er nach einer schönen Kombination über Rodrigues und Gambo zum 2:1 (11.) ein. Etliche gute Chancen des Erstligisten vereitelte der Schlussmann Yelldell, der jedoch vor dem Ausgleich durch Tinga (38.) den Ball abklatschen ließ.

Nach der Pause wechselten die Kickers, wie angekündigt, komplett durch, doch das tat dem Spiel nur kurz einen Abbruch. Auch der zweite Anzug saß. Sökler (75.) und Deigendesch (83.) mit zwei Distanzschüssen machten in der Schlussphase den Sieg perfekt, sodass Dortmunds Trainer Thomas Doll anerkennen musste: „Das haben die Kickers richtig gut gemacht.“ Die 4210 Zuschauer jedenfalls waren auf ihre Kosten gekommen, die Kickers nicht ganz. Nach Abzug der Fahrtkosten dürfte der Erlös bei knapp 25 000 Euro liegen, dennoch sagte Peter Zeidler: „Das Spiel war eine gute Werbung für uns.“

Tore: 0:1 Buckley (4.), 1:1 Vaccaro (7.), 2:1 Vaccaro (11.), 2:2 Tinga (38.), 3:2 Sökler (75.), 4:2 Deigendesch (83.).

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Motto: Bloß nicht abheben
 
4:2 gegen Borussia Dortmund – Blaue tanken vor Ligastart Selbstvertrauen
 
Stuttgart – Vor dem Regionalliga-Auftakt in Ingolstadt am Freitag (19.30 Uhr) haben die Stuttgarter Kickers mächtig Selbstvertrauen getankt. Im letzten Härtetest besiegten sie am Dienstag Bundesligist Borussia Dortmund mit 4:2 (2:2). Der unerwartete Erfolg kam nicht jedem Blauen entgegen.

VON JÜRGEN FREY

Vor zwei Tagen hat Borussia Dortmund den Champions-League-Teilnehmer AS Rom 4:0 vom Platz gefegt – am Dienstagabend fand der BVB in den Kickers seinen Meister. Es gab Zeiten, da hätte dieser Zahlenvergleich ganz Degerloch in einen Rausch versetzt. Diesmal blieben die Blauen nüchtern und bescheiden. Klar, sie freuten sich natürlich über den Erfolg und 25 000 Euro Gewinn, aber sie waren auch sichtlich bemüht, das Ergebnis richtig einzuordnen. Es war ein Test gegen einen müden Gegner. Das Motto auf der Waldau: Bloß nicht abheben.

„Das hat Spaß gemacht, wir haben verdient gewonnen. Das bringt jeden Spieler einen Schritt weiter“, freute sich Kickers-Manager Achim Cast – er versprach aber im nächsten Atemzug: „Wir bewerten das nicht über – in der Truppe hebt keiner ab.“ Beim Trainer muss er sich in dieser Hinsicht ohnehin keine Gedanken machen. Im Gegenteil. Peter Zeidler übte Kritik: „In der ersten Halbzeit sind wir phasenweise im Kreis gelaufen. Einigen war schwindlig.“ In der Tat, jedes Mal, wenn Dortmund schnell kombinierte, taten sich Lücken in der Kickers-Abwehr auf. Doch erstens war dies an diesem Abend nur selten der Fall, und zweitens setzten die Kickers eine tolle kämpferische und läuferische Leistung entgegen. Vor 4210 Zuschauern im Gazistadion ging der BVB durch Delron Buckley in Führung (3.). Die Blauen schlugen doppelt zurück – durch Angelo Vaccaro (7./11.). Tinga erzielte das 2:2, doch Sven Sökler (75.) und Benedikt Deigendesch (83.) sorgten für den Kickers-Sieg. Bemerkenswert: Zur Pause wechselte Zeidler elf neue Spieler ein. Doch die zweite Garde schlug sich ebenfalls wacker.

Vacarro, der Mann des Tages, reihte sich nahtlos in die Riege der Bescheidenen ein: „Gegen einen Bundesligisten ist es einfacher. Die Jungs stehen nicht hinten drin. Zweimal zu treffen war schön, aber es sind unwichtige Tore. Wichtig ist die Meisterschaft – und da muss ich am Freitag in Ingolstadt erfolgreich sein.“ BVB-Trainer Thomas Doll wollte das Spiel „nicht überbewerten“. Doch so langsam entwickeln sich die Kickers zu seinem persönlichen Albtraum. Die 3:4-Niederlage gegen die Blauen im DFB-Pokal in der vergangenen Saison war der Anfang von seinem Ende als Trainer des Hamburger SV.

Doch auch der verletzte Kickers-Spieler Mustafa Parmak blickt nicht gerne aufs HSV-Spiel zurück: „Danach ging es bei uns ebenfalls bergab. Deshalb wäre es mir lieber gewesen, wir hätten jetzt 2:4 verloren statt gewonnen.“ Seine Sorge ist vielleicht unberechtigt. Schließlich üben sich die Blauen diesmal vorbildlich in Zurückhaltung.

Stuttgarter Nachrichten

4:2 Sieg gegen Borussia Dortmund

2:4 – Borussen und Stuttgarter Kickers liefern sich einen offenen Schlagabtausch

[24.07.] Borussia Dortmund hat in der Vorbereitung die erste „echte“ Niederlage hinnehmen müssen. Zwei Tage nach dem 4:0 gegen AS Rom unterlag der BVB am Dienstag Abend beim Regionalligisten Stuttgarter Kickers mit 2:4 (2:2). Während es in der Defensive deutlich hakte, gab es im Spiel nach vorne viele gelungene Aktionen. Der starke Buckley (3.) und Tinga (38.) trafen für die Schwarzgelben.

Delron Buckley traf mit einem fulminanten Schuss zum frühen 1:0 und hinterließ insgesamt einen sehr guten Eindruck.
Thomas Doll hatte die leicht angeschlagenen Kuba (Oberschenkelverhärtung), Wörns und Smolarek zu Hause gelassen und in der Defensive der Jugend vertraut. Kringe (24), Brzenska (23), Amedick (24) und Vrzogic (17) bildeten in der ersten Halbzeit die Viererkette, davor agierte zentral defensiv Kruska (20).

Die Zuschauer – darunter zahlreiche BVB-Fans – sahen bei Sommerwetter eine furiose Anfangsphase mit hohem Tempo, sieben Großchancen und insgesamt drei Toren in den ersten zehn Minuten. Drei Tage vor dem Pflichtspielstart in der Regionalliga Süd hatten die Gastgeber schon in der zweiten Minute das 1:0 auf dem Fuß, doch Vaccaro schoss knapp vorbei. Dann der BVB: Petric spielte an der Mittellinie einen langen Ball auf Valdez, der leitete an der Strafraumkante mit der Hacke weiter auf Buckley, und dessen fulminanter Linksschuss zappelte zur frühen Führung im Stuttgarter Netz (3.).

Sekunden später hätte Federico beinahe das 0:2 erzielt, anschließend scheiterten zunächst Valdez nach Buckleys Zuspiel am Torwart (6.), kurz darauf schoss Buckley nach sehenswerter Kombination über Petric und Valdez am Ziel vorbei (9.).

Zwischenzeitlich aber war schon der frühe Ausgleich gefallen. Benda hatte einen Freistoß quer gelegt und Vaccaro das Leder unhaltbar für Ziegler ins Eck gejagt (7.). Borussias Nummer 20 stand im Tor, um mit Blick auf das DFB-Pokalspiel am 4. August in Magdeburg Spielpraxis zu sammeln. Vier Minuten später musste Ziegler schon wieder den Ball aus dem Netz holen: Nach einem Missverständnis zwischen Petric und Kruska auf Höhe der Mittellinie führte ein pfeilschneller Konter gegen die aufgerückten Borussen zum 2:1; Vaccaro war nach Zuspiel des früheren Dortmunders Bashiru Gambo abermals erfolgreich.

Schütze des zweiten Dortmunder Tores war Tinga.
Die Borussen, die am Vormittag in Dortmund noch hart trainiert hatten, offenbarten Probleme mit dem quirligen Stuttgarter Mittelfeld, suchten in diesem interessanten Match aber weiterhin ihre Chancen: Valdez scheiterte nach toller Kombination mit Federico frei vor dem Tor (32.), Kringe schoss knapp vorbei (24.). Auf der anderen Seite traf Benda mit einem Freistoß die Querlatte des Dortmunder Tores (27.).

Die Partie hatte mehr den Charakter eines Pokalfights denn eines Freundschaftsspiels. Beide gingen hohes Tempo, und der BVB kam noch der Pause zum verdienten Ausgleich: Kruska bediente Kringe auf dem rechten Flügel, dessen scharfe Flanke konnte der bis dahin überragende Torwart Yelldell nicht festhalten, und Tinga staubte ab zum 2:2 (38.).

Die bei weitem nicht mehr so intensive zweite Hälfte stand im Zeichen personeller und taktischer Wechsel. Stuttgart brachte gleich elf Neue, beim BVB kamen nach der Pause Degen und Klimowicz für Federico und Tinga. Kringe und Buckley übernahmen im 4-4-2 die Halbpositionen. Nach einer Stunde Spielzeit dann ein Systemwechsel bei den Borussen: Gordon und Kehl kamen neu in die Mannschaft, bildeten eine „Doppel-Sechs“ hinter einem offensiven Mittelfeld mit Kringe, Petric und Buckley und nur noch einer echten Spitze, Klimowicz, die in der 68. Minute das 2:3 verpasste. Auch Petric scheiterte zwei Mal knapp (71./72.). Auf der anderen Seite überwand Sökler Ziegler mit einem Distanzschuss (75.). Acht Minuten später ließ Deigendesch Vrzogic aussteigen und traf mit einem satten Schuss aus 17 Metern.

Das nächste und zugleich vorletzte Testspiel findet am Samstag (17 Uhr) in Kleve statt. Gegner ist der niederländische Ehrendivisionär Vitesse Arnheim.

BVB: Ziegler – Kringe, Brzenska, Amedick, Vrzogic – Kruska (59. Kehl) – Federico (46. Degen), Tinga (46. Klimowicz) – Petric – Valdez (59. Gordon), Buckley. Tore: 0:1 Buckley (3.), 1:1 Vaccaro (7.), 2:1 Vaccaro (11.), 2:2 Tinga (38.), 3:2 Sökler (75.), 4:2 Deigendesch (83.).
Boris Rupert

Borussia Dortmund“