Vorberichte: SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers

(…) Die Kickers gewannen damals die Partie mit 3:2, und die Verantwortlichen auf der Waldau könnten gut damit leben, wenn auch das Spiel morgen gegen Pfullendorf mit dem gleichen Ergebnis enden würde. Nach der Heimniederlage vor einer Woche gegen Regensburg will die Mannschaft Wiedergutmachung betreiben. „Wir brauchen diese Woche einen Sieg“, sagt der Manager Joachim Cast, der den Gegner zusammen mit dem Kickers-Trainer Peter Zeidler am Mittwoch in Unterhaching beobachtet hat (Pfullendorf unterlag 1:2). „Das wird ein harter Brocken“, sagt Cast, zumal bei den Kickers noch die Einsätze von Mustafa Parmak (grippaler Infekt) und Angelo Vaccaro (Muskelzerrung) ungewiss sind.

Stuttgarter Zeitung

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 11.08.2007 14:00
Stadion: ALNO-Arena

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)
Assistenten: Ostheimer (Petersthal), Färber (Augsburg)

SC Pfullendorf: Pfullendorf bestritt am Mittwoch die Nachholpartie vom zweiten Spieltag bei der SpVgg Unterhaching (1:2)

Stuttgarter Kickers: Für Parmak (bakterieller Infekt) und Vaccaro (Muskelverletzung) wird die Zeit knapp. Härter, Sökler und Gambo haben ihre Infekte auskuriert.
Aufstellung

SC Pfullendorf
Hermanutz – Falkenmayer, Kiefer, Lerandy, R. Zimmermann – Flum, Konrad, Leandro – I. Lucic, Rogosic, Calamita – Trainer: Feichtenbeiner
Stuttgarter Kickers
Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Sökler, M. Ortlieb, Mann, Rodrigues – Beigang, Gambo – Trainer: Zeidler
 
Kicker

Die Statistik

Kickers gegen Pfullendorf, zwei Vereine, die sich zwar freundschaftliche verbunden fühlen, aber auf dem Platz sind die Duelle meist äußerst knapp und energiegeladen. Von bisher 10 Spielen konnten die Kickers 6 gewinnen, viermal gewannen die Elf vom Bodensee. In Pfullendorf konnten die Kickers bisher dreimal gewinnen, wobei lediglich die ersten zwei Begegnugnen in Pfullendorf verloren gingen (zuletzt am 29.05.2004). Eins ist sicher: Mit einer einzigen Ausnahme (2004/2005) gewinnt je ein Team das Hin- und das andere das Rückspiel. Und diesmal?

Kickersarchiv

„Der Aufstieg in die zweite Bundesliga ist für uns unmöglich!“
Interview mit Peter Zeidler, Trainer der Stuttgarter Kickers

STUTTGART – Robin Dutt hat in Degerloch knapp vier Jahre gewirkt und hervorragende Arbeit geleistet, ehe es ihn im Sommer zum SC Freiburg zog. Sein Nachfolger Peter Zeidler trainierte zuletzt zwei Jahre lang die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg. In der Regionalliga Süd ist Zeidler kein Unbekannter, war er doch zuvor an seinem Wohnort Aalen beim VfR tätig. SZ-Mitarbeiter Dirk Meier sprach vor dem morgigen Spiel gegen den SC Pfullendorf mit Zeidler.

SZ: Herr Zeidler, wo haben Sie am Mittwoch Geburtstag gefeiert?

Peter Zeidler: Ja, ich bin 45 Jahre alt geworden. Die Zeit vergeht so schnell. Ich habe doch hier in Stuttgart-Degerloch Sport und Französisch studiert und das ist nun schon 25 Jahre her. Unglaublich. Ich war am Mittwoch selbstverständlich in Unterhaching und habe mir die Partie gegen den SC Pfullendorf angesehen.

SZ: Und wie war Ihr Eindruck?

Zeidler: Unterhaching hat zwei glückliche Tore erzielt. Nach dem 2:0 hat es so ausgesehen, als ob die Partie gelaufen sei. Aber bei Pfullendorf gab es einen Ruck, auch wenn die Hachinger so viele Chancen nicht mehr zugelassen haben. Polak und Frühbeis in der Innenverteidigung sind ja keine Anfänger. Dennoch wäre ein 2:2 gerecht gewesen. Mich hat Pfullendorf nach dem 1:2-Anschlusstreffer beeindruckt. Vor allem Flum, Leandro und Konrad. Der SCP ist ein gestandenes Team und hat gute Chancen auf die dritte Liga.

SZ: Sie sind jetzt bei den Blauen, waren aber auch schon bei den Roten…

Zeidler: Ich habe beim VfB Stuttgart im Nachwuchsbereich trainiert. Am Schluss war ich zwei Jahre Co-Trainer bei der zweiten Mannschaft unter Rainer Adrion. 2000 bin ich dann zum VfR Aalen gewechselt.

SZ: Mit Markus Ortlieb steht ein zweiter Ex-Pfullendorfer in ihrem Team. Wie sind Sie bislang mit ihm zufrieden?

Zeidler: Sehr. Markus hat eine Führungsrolle übernommen im zentralen defensiven Mittelfeld. Durch seine beiden Jahre in Wuppertal hat er viel Erfahrung gesammelt.

SZ: Nun gab es nach dem Sieg in Ingolstadt gleich eine Heimniederlage gegen Aufsteiger Regensburg. Wie verarbeiten Sie solche Dinge?

Zeidler: Man muss grundsätzlich positiv denken und darf auf gar keinen Fall in Hektik verfallen. Ich muss sagen, dass der Aufstieg in die zweite Liga in dieser Saison unmöglich ist. Das Ziel ist aber mindestens Platz zehn, also die dritte Liga. Mir war wichtig, dass wir in dieser Woche im Pokal den Landesligisten GSV Dürnau 10:1 besiegt haben. Sascha Benda hat da binnen vier Minuten einen Hattrick gemacht, in der 84, 86. und 88. Minute. Das war sensationell. Dieser Sieg war für mich wichtig. Die Mannschaft hat da gezeigt, dass es geht. Wir fahren nun mit breiter Brust nach Pfullendorf, auch wenn die drei Klassen besser als Dürnau spielen.

SZ: SCP-Stürmer Neno Rogosic ist ein ehemaliger Spieler von Ihnen aus der Zeit beim VfR Aalen…

Zeidler: Neno ist immer noch gefährlich. Er hatte bei mir eine tolle Zeit. Zusammen mit Christian Seeber und Ünal Demirkiran haben die drei 50 Tore geschossen.

SZ: Michael Feichtenbeiner trainiert den SC Pfullendorf. Kennen Sie sich nicht?

Zeidler: Doch, sogar sehr gut. Wir haben in Stuttgart zusammen studiert und wir telefonieren oft. Ich wünsche Michael alles Gute und die Qualifikation für die dritte Liga. Nur gegen uns darf er nicht punkten.

Schwäbische Zeitung

StZ: Ein Härtefall wartet auf seine Chance

Marcel Rapp, der neue Innenverteidiger der Stuttgarter Kickers, sitzt bis jetzt meist auf der Bank
 
STUTTGART. Marcel Rapp trifft mit den Kickers in der Fußball-Regionalliga morgen auf seinen Exverein SC Pfullendorf. Fünf Jahre lang war er dort Stammspieler. Ein Ziel, das der 28-Jährige in Stuttgart noch erreichen muss.

Von Joachim Klumpp

Als Pfullendorfs Trainer Michael Feichtenbeiner am vergangenen Samstag auf der Tribüne des Gazistadions beim Spiel Stuttgarter Kickers gegen Regensburg saß, hätte er fast feuchte Augen bekommen. Was weniger mit dem Geschehen auf dem Rasen zusammenhing als vielmehr mit der Tatsache, dass Marcel Rapp erst einmal nur auf der Bank saß. „Damit musste er bei dem Kader der Kickers rechnen“, sagte Feichtenbeiner. „Bei uns war er, neben Marco Konrad, der Führungsspieler der Mannschaft schlechthin.“

Bei den Kickers ist das anders. Zum Auftakt in Ingolstadt saß der 28-Jährige 90 Minuten auf der Bank, gegen Regensburg wurde er immerhin zur Pause eingewechselt, nach dem Gesetz der Serie müsste er morgen in Pfullendorf also von Anfang an spielen. Ausgeschlossen ist das nach der 1:3-Niederlage vom vergangenen Samstag nicht. „Natürlich bin ich mit der Erwartung gekommen, hier zu spielen, und dafür werde ich alles tun.“ Aber letztlich entscheidet der Trainer. Peter Zeidler eben, der sagt: „Marcel Rapp ist einer unserer Härtefälle, aber sicher wird er noch zu seinen Einsätzen kommen.“

Schließlich haben die Kickers für die Innenverteidigung bewusst einen Spieler im besten Fußballeralter gesucht – und gefunden. Der Manager Joachim Cast sagt: „Er hat bei Pfullendorf bewiesen, dass er ein sehr guter Regionalligaspieler ist.“ In fünf Jahren hat er es so auf gut 150 Einsätze gebracht. „Mit der Situation bei den Kickers muss ich jetzt eben so gut wie möglich zurechtkommen“, sagt Rapp, der sich dennoch voll integriert fühlt. Dass er und die anderen Neuzugänge wie Ortlieb, Mann oder Beigang vergangenen Samstag als Letzte zum Essen kamen, sei reiner Zufall gewesen. Kein Grund zur Sorge: „Die mannschaftliche Geschlossenheit stimmt, aber so etwa muss auch wachsen.“

Auf dem Platz wirkt Marcel Rapp jedenfalls extrovertierter als ein Jens Härter, der Kapitän. „Das ist meine Art zu spielen“, sagt Rapp, „ich versuche konstruktiv zu helfen.“ Schließlich sieht man von hinten das Spiel aus einem ganz anderen Blickwinkel und kann somit mehr korrigieren. Gegen Regensburg ohne entsprechenden Erfolg. „Da habe auch ich nicht meine normale Leistung gebracht“ sagt Rapp selbstkritisch. Was ganz im Sinne des Managers ist: „Ich denke, er passt charakterlich gut zu uns“, sagt Cast über den Neuzugang, der aus Pforzheim stammt, aber in Degerloch lebt. Die tägliche Hatz auf der Autobahn will er sich nicht antun. Aus gutem Grund. „Wenn man schon gestresst ins Training kommt, ist die Verletzungsgefahr größer“, sagt Rapp, der einst beim Karlsruher SC groß geworden ist. Den Schritt zu den Kickers sieht er als logische Folge, „wenn man sich weiterentwickeln möchte“. Hier sei alles professioneller als in Pfullendorf: die Geschäftsstelle, das Management, das Stadion. Rapp: „Natürlich spielt man lieber vor viertausend Zuschauern als vor tausend.“ Außerdem sieht er bei den Kickers die besseren Chancen, die dritten Liga zu erreichen.

Pfullendorf war im Vorjahr immerhin Siebter – und damit so etwas wie die Überraschung der Saison, doch der Aderlass im Sommer war enorm. Außer Rapp haben noch weitere Stammspieler den Verein verlassen. Und selbst bei der Suche nach Ersatz waren die Kickers ein Konkurrent. Denn deren Neuzugänge Marcus Mann und Nico Beigang hatte Feichtenbeiner ebenfalls auf seiner Liste. Doch der Pfullendorfer Trainer ist Realist: „Wenn ein Spieler zwischen den Kickers und uns wählen kann, wird er sich immer für die Kickers entscheiden.“ Auch wenn ihm dort im Zweifel der Platz auf der Bank droht.

Stuttgarter Zeitung

Stuttgarter Kickers: Benda erzielt Hattrick in vier Minuten

(openPR) – Regionalligist SV Stuttgarter Kickers hat beim Auftaktspiel der zweiten Runde des württembergischen Pokals eine gute Figur gemacht. Beim Landesligisten GSV Dürnau gewannen die Degerlocher gestern mit 10:1. Vor etwa 650 Zuschauern sorgte das Zeidler-Team schon früh für klare Verhältnisse. Nach zwei Kacani-Toren war die Begegnung bereits nach einer halben Stunde entschieden. In der zweiten Halbzeit hielt sich der Landesligist wacker, bis sechs Minuten vor Schluss stand es ‚erst’ 1:5.

Doch dann kam Kickers-Stürmer Sascha Benda. Zwischen der 84. und 87. Minuten gelangen ihm binnen vier Minuten drei Treffer. Diese fanden als einer der schnellsten Hattricks in der deutschen Fußballgeschichte bereits in der Online-Enzyklopädie ‚Wikipedia’ Erwähnung. Jörg Pochert, Redakteur des Onlineportals „die-fans.de“, ist begeistert: „Ich kann gar nicht verstehen, warum dieser Blitz-Hattrick auf der Kickers-Homepage oder in den Stuttgarter Medien nicht entsprechend gewürdigt wird. Das ist etwas Historisches, selbst wenn es „nur“ in einem Pokalspiel gegen einen Sechstligisten passierte. Ich glaube nicht, dass man in der fast 108-jährigen Vereinsgeschichte der Blauen einen schnelleren Hattrick findet“, so der Journalist.

Beigang (89.) und Kacani (90.) schraubten das Endergebnis schließlich noch in zweistellige Höhen. In der dritten Runde treffen die Kickers nun auf den Sieger der Begegnung TSV Köngen – SSV Ulm 1846 II. Das Spiel wird am 21. oder 22. August ausgetragen.

Zuschauer: 650
Tore: 0:1 Kacani (13.), 0:2 Kacani (30.), 0:3 Genisyürek (42.), 0:4 Leist (49.), 0:5 Akzay (51.), 1:5 Majowski (81.), 1:6 Benda (84.), 1:7 Benda (86.), 1:8 Benda (87.), 1:9 Beigang (89.), 1:10 Kacani (90.)
Quelle:
die-fans.de
Rungestr. 22-24
10179 Berlin

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Nachgefragt bei Marcus Mann

Er kam zu Saisonbeginn vom SV Darmstadt 98, spielte davor seit der D-Jugend beim Karlsruher SC und hat seine Wurzeln dennoch in der Region. Der Rutesheimer Marcus Mann stellte sich der 2. Ausgabe von „Nachgefragt bei …“ und berichtet unter anderem weshalb er sich in Stuttgart absolut wohl fühlt und wie er einen freien Tag genießt. Mann verrät zudem dass die Trainings- und Arbeitsbedingungen sich kaum mit denen bei den KSC-Profis unterscheiden. Offen und ehrlich schildert der sympathische Mittelfeldspieler auch zwei seiner peinlichsten Momente, die er je auf einem Fussballplatz erlebt hat. Zu lesen im Forum.

StN: WFV-Pokal: Kickers ohne Mühe weiter

Dürnau (jüf) – In der zweiten Runde des WFV-Pokals haben die Stuttgarter Kickers am Dienstagabend ihre Pflichtaufgabe souverän gelöst. Der Regionalligist setzte sich beim Landesligavertreter GSV Dürnau ungefährdet mit 10:1 (3:0) durch. Kickers-Trainer Peter Zeidler ließ Akteure aus der ersten Garnitur ebenso wie Ergänzungsspieler auflaufen. Von Beginn an war der Klassenunterschied spürbar, nie bestand Zweifel am Erfolg des hohen Favoriten. Für die Kickers trafen vor 650 Zuschauern Sokol Kacani (13., 30., 90.), Saban Genisyürek (42.), Julian Leist (49.), Mustafa Akcay (51, Foulelfmeter) sowie die eingewechselten Sascha Benda (84., 86., 88.) und Nico Beigang (90.). „Das war sehr gute Werbung für die Kickers. Jetzt fahren wir am Samstag mit etwas breiterer Brust nach Pfullendorf“, sagte Zeidler, die kommenden Ligaaufgaben bereits im Blick. Der Dürnauer Trainer Norbert Stippel analysierte: „Das war eine Lehrstunde. Die Spielfreude der Kickers war beeindruckend.“ In Runde drei treffen die Blauen am 21. oder 22. August auf den Sieger aus der Begegnung TSV Köngen gegen SSV Ulm 1846 II.

Stuttgarter Nachrichten

GSV Dürnau – Kickers I 1-10 (0-3)

Martin (SVK4ever) und Julia (Jules) machen es möglich, dass es auch von der 2. Runde des wfv-Pokals einen Liveticker und auch Live-Bilder gibt es dank Business.com.
Einfach hier ins Kickers-Forum reinklicken:
http://forum.stuttgarter-kickers.de/viewtopic.php?t=7330

Hier die Zusammenfassung: Salz – Steinle, Wildersinn (46.Leist), Rapp, Stierle (46.Baradel)- Akcay (60. Akcay), Deigendesch, Genisyürek, Rodrigues (60.Benda)- Tucci (60.Beigang), Kacani
0-1 Deigendesch
0-2 Kacani,
0-3 Genisyürek
0-4 Leist
0-5 Akcay (Elfmeter)
1-5 ?
1-6 Benda
1-7 Benda
1-8 Benda
1-9 Beigang
1-10 Kacani

StN: Kickers-Gegner lässt Stürmer einfliegen

Stuttgart (jüf) – Für den Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers gehört das WFV-Pokal-Zweitrundenspiel beim GSV Dürnau am heutigen Dienstag (18 Uhr/Sportplatz bei der Kornberghalle) zur Kategorie Pflichtaufgabe. Für den ambitionierten Landesligisten aus dem Kreis Göppingen ist es „der Höhepunkt der Vereinsgeschichte“, wie Trainer Norbert Stippel betont. Da passt es ins Bild, dass Dürnau seinen Torjäger einfliegen lässt: Vidaim Kadrolli unterbricht extra für den Pokalhit seinen Urlaub im Kosovo. Kickers-Trainer Peter Zeidler erwartet keinen Spaziergang: „Das wird ein hartes Stück Arbeit, aber wir wollen eine kleine Wiedergutmachung betreiben für das 1:3 gegen Jahn Regensburg.“ Die große soll am kommenden Samstag (14 Uhr) beim SC Pfullendorf erfolgen. Zeidler wird in Dürnau eine Mischung aus Spielern der ersten und zweiten Reihe auflaufen lassen. Ein Fragezeichen steht hinter Angelo Vaccaro. Er zog sich im Training am Montag eine Oberschenkelverletzung zu. Eine Kernspintomografie soll genaueren Aufschluss geben.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – Jahn Regensburg (1:3)

Erster Dämpfer – zur rechten Zeit?

Der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers zeigt gegen Regensburg unerwartete Schwächen

STUTTGART. Die Euphorie bei den Stuttgarter Kickers ist erst einmal verflogen. Die 1:3-Niederlage zu Hause gegen den Aufsteiger Jahn Regensburg kam – trotz aller Warnungen – überraschend. „Unser Plan ging nicht auf“, gab der Trainer Peter Zeidler zu.

Von Joachim Klumpp

Am Ende hatte es Günter Güttler sehr eilig: „Ich möchte jetzt schnell nach Hause.“ Dabei hätte der Regensburger Trainer allen Grund gehabt, die Pressekonferenz auszukosten. Seine Mannschaft hatte die Auswärtshürde bei den Stuttgarter Kickers in überzeugender Manier mit 3:1 (1:1) genommen, verdient, wie auch der Kollege Peter Zeidler zugeben musste. Der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum wurde noch deutlicher: „Das war eine gefühlte 1:6-Niederlage.“ Schließlich musste der Torwart David Yelldell in etlichen Situationen in höchster Not klären. „Aber mir ist so eine Klatsche lieber als mehrere schleichende Niederlagen“, sagte Eichelbaum.

Wer weiß, wofür es gut ist. Ein Dämpfer zur rechten Zeit? Vielleicht lief die Saison einfach zu gut an, fast perfekt. 3:2 beim Mitfavoriten in Ingolstadt gewonnen, 1:0 gegen Regensburg nach einer halben Stunde. Was sollte da noch passieren? „Ich möchte nicht ausschließen, dass das bei einigen mental eine Rolle gespielt hat“, sagt Zeidler. Und der Mittelfeldspieler Marcus Mann gab zu: „Wir haben uns vielleicht etwas zu sicher gefühlt – und so das 1:1 selbst verschuldet.“

Den Ausgleich und damit den Knackpunkt des Spiels. Dass letztlich alle drei Treffer auf das Konto des überragenden Tschechen Petr Stoilov (der Koller der Regionalliga) gingen, spricht nicht für die Abwehr im Allgemeinen und für den Gegenspieler Marco Wildersinn im Besonderen. Dennoch sagte der Trainer Zeidler: „Wir werden ihm nicht allzu viele Vorwürfe machen.“

Dafür dürfte eine Fehleranalyse folgen, für alle. Auffällig nach zwei Spielen ist: die Kickers schafften es nicht, über 90 Minuten eine konstante Leistung abzurufen. In Ingolstadt klappte das immerhin eine Stunde lang, am Samstag nur eine halbe. Während zum Auftakt noch der terminlich ungelegene Test gegen Dortmund in den Knochen steckte, war es diesmal ein bakterieller Infekt, „der keine optimale Vorbereitung zuließ“, so Zeidler später. Der Trainer fügte allerdings rasch hinzu, dass dies nur eine Erklärung sei, keine Entschuldigung. Gut so. Denn erstens ist der Kader diese Saison bewusst so bestückt, dass Ausfälle kompensiert werden sollen, und zweitens war – zumindest offiziell – unter der Woche von den Problemen der Herren Sökler, Benda, Gambo oder Härter nicht die Rede. Die Begründung des Managers Joachim Cast für die Geheimniskrämerei lautete: „Wir wussten ja, dass sie zum Spiel fit werden.“

Ganz so war es nicht. Der Kapitän Jens Härter lief zwar auf, bat in der Halbzeit aber um seine Auswechslung. Nicht wegen einer Platzwunde, sondern weil ihm schwindelig war. Auch Gambo war nur für 70 Minuten eingeplant, doch in Anbetracht des Rückstands musste er durchhalten. Wobei sich die offensive Variante in der zweiten Hälfte (mit Nico Beigang) als Bumerang erwies, weil die Gäste gleich nach der Pause in Führung gingen und die Kickers aufmachen mussten.

Dass die Hintermannschaft dabei etliche Schrecksekunden überstehen musste, liegt in der Natur der Sache, dennoch wirkte die Defensive (unter Druck) schon in Ingolstadt und auch in der Vorbereitung gegen Freiburg nicht souverän und abgeklärt. „Wir beginnen recht gut und offenbaren mit fortlaufender Zeit plötzlich Schwächen“, sagt Wildersinn. „Das müssen wir in den Griff kriegen.“

Auch dem Mittelfeld mit der Achse Ortlieb/Mann glitten die Fäden zunehmend aus der Hand, und das Flügelspiel bekam erst mit Mustafa Parmaks Einwechslung nochmals so etwas wie Schwung, doch da hatte Regensburg die Weichen längst auf Sieg gestellt.

„Wir schwimmen momentan auf einer Euphoriewelle“, sagte der Jahn-Trainer Güttler. Die wollten eigentlich auch die Kickers vor 3710 Zuschauern nutzen, doch jetzt herrscht erst mal Ernüchterung. „Das oberste Gebot heißt Ruhe bewahren“, sagt der Manager Cast vor dem Spiel beim SC Pfullendorf. Dessen Trainer Michael Feichtenbeiner war auch im Gazistadion. Den Anschauungsunterricht hätte er sich schenken können, wenn man Peter Zeidler glaubt. Der verspricht: „Wir werden nicht noch einmal so spielen.“

Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter (46. Rapp), Stierle – Sökler (61. Parmak), Ortlieb, Mann, Rodrigues (46. Beigang) – Vaccaro, Gambo.

Tore: 1:0 Vaccaro (22.), 1:1 Stoilov (37.), 1:2 Stoilov (48.), 1:3 Stoilov (65.).

Stuttgarter Zeitung

Ernüchterung bei den Kickers

1:3 – Nach gutem Beginn brechen die Blauen gegen Jahn Regensburg ein

Stuttgart – Mit großer Vorfreude waren die Fans der Stuttgarter Kickers zur Regionalliga-Heimpremiere ins Gazistadion gepilgert. Gegangen sind sie reichlich ernüchtert: Das 1:3 (1:1) gegen Jahn Regensburg offenbarte unbarmherzig viele Schwächen des Fußball-Regionalligisten.

VON JÜRGEN FREY

Die Bilder nach den 90 Minuten sprachen Bände. Ein Teil der Kickers-Spieler sackte enttäuscht auf dem Rasen zusammen. Die anderen steuerten mit gesenktem Kopf und Tunnelblick schnurstracks Richtung Kabine. Die Enttäuschung saß richtig tief. Und auch der neue Trainer Peter Zeidler war in der rauen Wirklichkeit angekommen. Ein Haupttribünenbesucher raunzte ihm mit schwäbischem Zungenschlag lautstark die Worte entgegen: „Ja, ja, Zeidler, du brauchsch koin Gegner beobachte – ond jetzt macht der Stoilov drei Tor.“ Der erboste Mensch griff die Aussage des Kickers-Trainers vor der Partie auf, er habe Regensburg im ersten Saisonspiel nicht beobachtet, da er das Team und seinen Torjäger Petr Stoilov aus der Bayernliga bestens kenne.

Damit kein falscher Verdacht aufkommt: Für Kickers-Verhältnisse trug der blaue Anhang die desolate Vorstellung nach der Pause mit Fassung. Denn die Liste der Unzulänglichkeiten in Hälfte zwei war lang.

Die Abwehr: Katastrophale Pannen in der Defensive ließen die Beobachter erschaudern. Viel zu weit standen die Kickers-Akteure von ihren Gegenspielern weg. Hätte nicht Torwart David Yelldell zwei-, dreimal glänzend gehalten – das Spiel wäre 1:5 oder 1:6 ausgegangen. „Mit dem Ergebnis sind wir gut bedient“, gab auch Zeidler zu.

Das Mittelfeld: Die Feinabstimmung fehlte, Automatismen griffen nicht. Weitgehend ideenlos und ohne Spielsteuerung kämpfte die Elf vor sich hin. Besonders auffallend: Die äußeren Mittelfeldspieler rückten zu weit ins Zentrum, es gab fast keine Flanken. „Die Ordnung ging völlig verloren, wir haben die Positionen nicht mehr gehalten“, kritisierte Manager Joachim Cast.

Der Sturm: Den Angreifern ist noch der geringste Vorwurf zu machen. Da kein geordneter Spielaufbau mehr stattfand, bekamen die Stürmer kaum brauchbare Bälle.

Dabei waren die Blauen nach dem 3:2 zum Auftakt in Ingolstadt mit viel Schwung ins Spiel gegangen. Der Lohn der Dominanz: das sehenswerte 1:0 (22.) durch Angelo Vaccaro nach einem Traumpass von Marcus Mann. Danach verpassten es die Blauen nachzulegen. „Wir waren uns zu sicher“, räumte Mann ein. Das Spiel kippte – und als Teil der Erklärung dafür führte Zeidler schwindende Kräfte an: „Einige Spieler litten während der Woche an einem bakteriellen Infekt.“ Als Entschuldigung für das Ergebnis, betonte Zeidler, wolle er das aber nicht verstanden wissen. Dafür ist der Kader der Blauen auch zu ausgeglichen besetzt. Das wird sich auch am morgigen Dienstag (18 Uhr) zeigen: Im Pokalspiel beim Landesligisten GSV Dürnau schenkt Zeidler nahezu komplett der zweiten Garde das Vertrauen.

Stuttgarter Nachrichten

Giftig ausgekontert

Kraftloser Regionalligist Stuttgarter Kickers unterliegt Aufsteiger Jahn Regensburg mit 1:3

Stuttgart – Die Dritte-Liga-Euphorie bei den Stuttgarter Kickers hat einen ersten Dämpfer bekommen. Der Fußball-Regionalligist verlor seine erste Heimpartie in dieser entscheidenden Saison gegen Aufsteiger Jahn Regensburg mit 1:3 (1:1). Damit ging Coach Peter Zeidlers Pflichtspiel-Premiere vor eigenem Publikum gründlich daneben.

Von Beate Wockenfuß

So hatte sich Zeidler sein Debüt auf der Trainerbank im heimischen Stadion nicht vorgestellt. „Ich bin total enttäuscht, aber diese Niederlage wirft uns jetzt nicht gleich aus dem Konzept“, sagte der 44-Jährige nach einem Spiel, das nur in den ersten 22 Minuten dem entsprach, was sich die Kickers vorgenommen hatten. Die zum Saisonauftakt in Ingolstadt siegreiche Formation sollte es auch gegen den souveränen Bayernliga-Meister richten. Bis zum Führungstreffer durch Angelo Vaccaro (22.) nach einem Traumpass von Neuzugang Marcus Mann ging das Konzept auch auf. Doch danach brachen die „Blauen“ völlig ein, mussten kraft- und hilflos zusehen, wie die Gäste das Spiel machten.Der Erfolg der Oberpfälzer hatte einen Namen: Petr Stoilov. Der tschechische Stürmer schoss die Kickers fast im Alleingang ab. Er machte auf der Waldau seine Saisontreffer drei (37.), vier (48.) und fünf (65.) und führt damit die Torschützenliste der Liga einsam an. Bereits die 2:1-Auftaktpartie gegen die SpVgg Unterhaching hatte der wegen seines Aussehens, seiner Herkunft und seiner Torjäger-Qualitäten als „Jan Koller der Regionalliga“ bezeichnete Stoilov mit beiden Treffern entschieden. Zeidler hatte nicht umsonst vor der Stärke der ihm aus Nürnberger Zeiten gut bekannten Regensburger eindringlich gewarnt und musste letztlich trotzdem feststellen: „Sie haben uns giftig ausgekontert. Wir müssen uns bei unserem Torhüter David Yelldell bedanken, dass wir am Ende nicht noch mehr Tore kassiert haben.“ Knackpunkt der Partie war der Ausgleich noch vor der Pause, der den Gästen Selbstvertrauen bescherte und die nachlassenden Gastgeber überrumpelte. „Wir dachten, nach dem 1:0 läuft es für uns so weiter, wir hätten nachlegen müssen“, haderte Mann. Der K.o.-Schlag erfolgte beim 1:2 kurz nach Wiederanpfiff. „Wir hatten völlig den Faden verloren, schwer zu erklären, was da los war“, meinte Verteidiger Marco Wildersinn ernüchtert. Eine mögliche Erklärung hat Zeidler. „Die Kräfte fehlten, weil einige Spieler unter der Woche wegen eines bakteriellen Infekts mehrere Tage nicht trainieren konnten“, sagte der Coach, betonte aber zugleich: „Das soll nur eine Erklärung sein, keine Entschuldigung.“ Und: „Wir werden schon noch ein paar Partien verlieren, aber garantiert nie wieder so spielen.“

Optimales Training wird allerdings auch in dieser Woche nicht möglich sein. Morgen (18 Uhr) müssen die Kickers bereits wieder im WFV-Pokal beim Landesligisten GSV Dürnau ran. Und am Samstag wartet der SC Pfullendorf. Die oberste Devise auf der Waldau? „Ruhe bewahren“, sagte Manager Joachim Cast.

Statistik

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter (46. Rapp), Stierle – Sökler (61. Parmak), Ortlieb, Mann, Rodrigues (46. Beigang) – Gambo, Vaccaro.

Jahn Regensburg: Lengsfeld – Jarosch, Selimbegovic, Grassow, Binder – Bambara (90.+1 Escherich), Zellner, Brysch, Hiemer (61. Zani) – Stoilov, Schmid (76. Özgür).

Schiedsrichter: Stieler (Obertshausen).

Zuschauer: 3710.

Tore: 1:0 Vaccaro (22.), 1:1 Stoilov (37.), 1:2 Stoilov (48.), 1:3 Stoilov (65.).

Gelbe Karten: Benda, Ortlieb / -.

Beste Spieler: Yelldell / Stoilov

Eßlinger Zeitung

Güttler: „Das war Leidenschaft pur“
SSV Jahn überzeugt bei 3:1 gegen die Kickers

Von Heinz Reichenwallner, MZ

REGENSBURG. Der SSV Jahn Regensburg ist mit sechs Punkten aus zwei Spielen in die Saison der Fußball-Regionalliga Süd gestartet. „Wenn mir das vorher jemand erzählt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt“, sagte Trainer Günter Güttler am Samstag beinahe ungläubig nach dem hochverdienten 3:1 (1:1)-Auswärtserfolg bei den favorisierten Stuttgarter Kickers.

Der Sieg war wieder hauptsächlich der Verdienst von Petr Stoilov. Wie schon beim 2:1 gegen Unterhaching erzielte der 31-Jährige auch diesmal alle Tore der Regensburger. In der 37. Minute egalisierte er mit einem Abstauber zuerst die 1:0-Führung der Kickers durch Angelo Vaccaro (22.). Drei Minuten nach dem Wechsel gelang ihm mit einem Kopfball nach einer Ecke von Tobias Zellner das 2:1 und in der 64. Minute setzte er mit dem 3:1 nach herrlichem Zuspiel von Jürgen Schmid den Schlusspunkt. Letztlich wurde die Partie aber auch durch eine geschlossene Leistung einer Jahn-Mannschaft entschieden, die konzentriert ihre Abwehraufgaben erledigte, Laufbereitschaft, Kampfkraft und taktische Disziplin zeigte.

Dazu besaßen die von Güttler hervorragend eingestellten Regensburger die Stabilität, die man benötigt, um einen Rückstand in einen Erfolg umzuwandeln. „Ich bin stolz auf die Truppe“, sagt der Coach, „das war Leidenschaft pur“. Vor allem der kurzfristige Ausfall des erkrankten Andreas Schäffer und dann der 0:1-Rückstand sei für sein Team „eine Nagelprobe in Sachen Moral gewesen, und die hat sie mit Bravour bestanden“.

Ähnlich sah es Dennis Grassow. Der Jahn-Kapitän, der zusammen mit Mersad Selimbegovic den hoch gepriesenen Kickers-Sturm mit Bashiru Gambo und Angelo Vaccaro bei zunehmender Spieldauer mit kompromissloser Abwehrarbeit immer mehr den Schneid abkaufte, empfand den Sieg als logische Konsequenz der Gesamtleistung. „Es geht nur mit der richtigen Einstellung und Geschlossenheit im Team. Und die haben wir den anderen Mannschaften voraus.“

Lob von Zeidler

Der SSV Jahn war aber auch spieltechnisch die bessere Mannschaft. „Wir können froh sein, nicht noch mehr Gegentore kassiert zu haben. Die Regensburger waren gut organisiert, standen kompakt und spielten gefährliche Konter“, lobte selbst Stuttgarts Trainer Peter Zeidler. Trotz all ihrer Überlegenheit, vor allem im zweiten Durchgang, gab es aber Momente, in denen es so aussah als würden sich die Regensburger aufgrund mangelnder Chancenverwertung selbst um die Früchte ihrer glänzenden Arbeit bringen. Im ersten Durchgang inmitten der Stuttgarter Anfangsoffensive, aus der das 1:0 durch Vaccaro nach herrlichem Pass von Marcus Mann resultierte, brauchte das Jahn-Team noch Anlaufzeit, ehe seine Aktionen runder wurden. So dauerte es bis zur 35. Minute, bis Dennis Grassow das erste Mal dann Kickers-Keeper David Yelldell mit einem Flachschuss prüfen konnte. Die erste richtige Jahn-Chance wurde von Stoilov (37.) sogleich verwertet, nachdem Yelldell vorher den Schuss von Stefan Jarosch nicht weit genug abwehren konnte. Kurz vor der Pause bot sich Jürgen Schmid schon die Möglichkeit zur Jahn-Führung, doch brachte er freistehend den Ball nicht richtig unter Kontrolle, so dass sein Schüsschen eine leichte Beute für Yelldell wurde.

Als drei Minuten nach Wiederbeginn Stoilov das 2:1 für die Regensburger herstellte, kippte die Partie vollends. Das Jahn-Mittelfeld – vor allem Moise Bambara und Tobias Zellner – hebelte ein ums andere Mal die aufgelöste Kickers-Deckung aus, während sich Andreas Brysch als Schäffer-Ersatz wie ein Wadenbeißer an die Fersen seiner Gegner heftete. Dazu gesellten sich vor dem selten beschäftigten Torwart Andreas Lengsfeld die offensiv orientierten Außenverteidiger Stefan Jarosch und Stefan Binder und der stets anspielbare Jahn-Sturm.

Einen schweren Stand hatte dagegen Manuel Hiemer, der in der 60.Minute durch Armando Zani ersetzt wurde. Ehe Stoilov (64.) das 3:1 für den Jahn glückte, hatte er schon eine Chance alleine vor Yelldell vergeben. Kurz danach scheiterte der für Schmid eingewechselte Özgür Kart vor dem Kickers-Torwart, der sich anschließend erneut gegen Stoilov beweisen musste. „Die Chancenverwertung hätte besser sein können“, sagte Grassow, sah es aber locker. „Es ist besser, dass Stoilov heute nicht mehr als drei Tore geschossen hat, sonst würden ihn andere Vereine womöglich gleich raus kaufen wollen.“

Mittelbayerische

Jan Koller und der Jahn-Koller
Fünf Tore: Liga wird auf Petr Stoilov aufmerksam

Von Heinz Reichenwallner, MZ

STUTTGART. Im Grunde war Peter Zeidler selbst schuld, dass die Stuttgarter Kickers zu Hause mit 1:3 (1:1) in der Fußball-Regionalliga gegen den SSV Jahn Regensburg verloren haben. Wäre der Trainer doch nur mit einem Unentschieden zufrieden gewesen! Er hätte vor der Partie nur Horst Eberl zuhören müssen. Auf die Frage, wie das Spiel wohl ausgehen werde, antwortete da der Sportchef des SSV Jahn, dass er mit einem Unentschieden hochzufrieden wäre. „Am besten ein 2:2. Insgesamt vier Tore machen die Zuschauer glücklich und mit jeweils einen Punkt haben beide Mannschaften auch was davon.“

Doch Kickers-Coach Peter Zeidler hatte dem Gespräch nicht gelauscht, er wollte mehr, und so dachte er nach der Niederlage nur noch an Revanche: „Am 8. Dezember im Rückspiel sind dann wir aber mit dem Gewinnen dran“, hoffte der symphatische Fußballlehrer, der mit seinen Teams gegen den SSV Jahn einfach nicht siegen kann.

Denn in der vergangenen Bayernliga-Saison, als er noch den 1. FC Nürnberg II betreute, gab es zwei deftige Niederlagen (1:5, 0:4). Doch auch diesmal attestierte Zeidler dem Jahn „einen völlig verdienten Erfolg“ attestiert. Das sahen neutrale Beobachter auch so. „Die Regensburger werden in der Saison das Überraschungsteam werden“, waren sich die Journalisten einig.

So gingen denn auch später die Akteure beider Mannschaft mit sehr unterschiedlichen Gefühlsregungen vom Platz. Während die Kickers-Spieler eilends und wortlos mit Tunnelblick schnurstracks den Kabinen zueilten, ließen die Jahn-Kicker noch auf dem Platz ihrer Freude freien Lauf, lagen sich in den Armen und bedankten sich bei ihren mitgereisten Fans, die sie überschwänglich feierten.

Stoilov: „Es ist ein Traum“

Derweil erfuhr Petr Stoilov, dass man sich nach einem solchen Spiel nicht einfach dann davon stehlen kann. Der Jahn-Stürmer bezahlte noch auf dem Platz seine herausragende Leistung und seinen Dreier-Pack mit unzähligen Interviews, wenngleich das sicherlich nicht unbedingt zu seinen Lieblingsdisziplinen zählt. Erst mal pustete er kräftig durch. Das gab dem bescheidenen 31-Jährigen ein wenig Zeit, sich eine passende Antwort auf die gestellte Frage zu überlegen.

Fünf Tore: Liga wird auf Petr Stoilov aufmerksam

Ob er, der noch nie höherklassiger als Bayernliga gespielt habe, sich solch einen Einstand in der Regionalliga mit fünf Toren in zwei Spielen denn habe vorstellen können? „Nein, es ist ein Traum“, gab der Stürmer frank und frei zu.

Dagegen war Günter Güttler vorher schon fest davon überzeugt, „dass Stoilov auch in der Regionalliga seine Tore machen wird. „Stoilov trifft aber nicht nur“, sagt der Trainer, „sondern arbeitet auch viel zum Wohle der Mannschaft“.

In der Tat, muss man dem 1,90 Meter großen Jahn-Angreifer bescheinigen, der äußerlich und auch in der Spielweise seinem tschechischen Landsmann und Nationalstürmer Jan Koller sehr ähnelt, dass er ein ungeheures Laufpensum erfüllt, nicht nur in der Offensive glänzt und Tore schießt, sondern auch in der Abwehr aushilft und dort mit seinem Kopfballspiel auch noch so manche brenzlige Situation in Stuttgart bereinigen konnte.

Dazu versteht er sich mit Jürgen Schmid, seinem Sturmpartner, beinahe blind und profitiert auch von dessen Vorlagen – wie beim Tor zum 3:1 der Regensburger gegen die Kickers im Gazi-Stadion. Schmid neidet seinem Kollegen nicht die Treffer. „Es ist egal wer bei uns die Tore schießt. Ich werde sicherlich auch bald treffen“, hofft der 25-Jährige. Letztlich seien ihm die Tore aber gar nicht so wichtig. „Wichtig ist die Mannschaft“, sagt Schmid. Indes wunderte sich Stoilov, „dass die Stuttgarter so offensiv waren. Da wurden große Lücken für uns Stürmer frei“. „Wir haben es mit der Brechstange versucht, aber auch das half nichts“, begründete Peter Zeidler die Situation. Hätte der Stuttgarter Trainer vorher nur Horst Eberl zugehört…

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