Presse zu Stuttgarter Kickers – SF Siegen (1:1)

1:1 – gerechtes Unentschieden gegen Siegen

Den Stuttgarter Kickers fehlt in der Fußball-Regionalliga noch die Konstanz über 90 Minuten – Gambo sorgt für die Wende

STUTTGART. Zur Halbzeit hat es noch Pfiffe gegeben, am Ende zumindest einen Punkt. „Es gibt noch viel zu tun, aber daran arbeiten wir“, sagte der Kickers-Trainer Peter Zeidler nach dem 1:1 (0:1) gegen die Sportfreunde Siegen in der Fußball-Regionalliga.

Von Joachim Klumpp

Wenn Nico Beigang sieben Minuten vor Schluss alleine auf dem Weg zum Tor nicht an Schlussmann Wulnikowski gescheitert wäre, dann hätten die Stuttgarter Kickers wie schon vergangenes Wochenende in Pfullendorf einen Rückstand noch in einen Sieg gedreht. So aber blieb es gegen die Sportfreunde Siegen bei einem 1:1-Unentschieden, nach dem es zur Pause noch gar nicht ausgesehen hatte. Da wurden die eigenen Spieler von den 3300 Zuschauern mit einem Pfeifkonzert in die Kabine begleitet.

Was durchaus verständlich war. Schließlich lief mehr oder weniger gar nichts zusammen, sodass der Manager Joachim Cast später zugeben musste: „Wir waren froh, dass wir nur mit einem Tor Rückstand in die Halbzeit gingen.“ Denn in den 45 Minuten zuvor bestimmten die Gäste aus Siegen eindeutig das Geschehen im Gazistadion (Cast: „Da wurden wir teilweise vorgeführt“), weil die Kickers vor allem im Mittelfeld keinen Zugriff auf den Gegner bekamen. Das lag zum einen daran, dass der mit der Achse Nemeth und Gaede hervorragend besetzt war, dem wiederum das Pendant Markus Ortlieb und Marcus Mann bei den Kickers nichts entgegen zu setzen hatte. Man kam nicht in die Zweikämpfe, und wenn doch mal einer gewonnen wurde, folgte prompt ein Fehlpass.

Die Führung von Siegen entsprang allerdings einer Standardsituation. Nach einem Freistoß köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Bogusz den Ball unhaltbar für David Yelldell zum 1:0 (18.) ein. Nach einer knappen halben Stunde reagierte der Kickers- Trainer Peter Zeidler: zunächst taktisch – und stellte Mann sowie Ortlieb auf eine Linie zu zwei defensiven Mittefeldspielern.

Wesentlich wirkungsvoller waren dagegen die personellen Umstellungen zur Pause. Da kam Saban Genisyürek für den schwachen Rodrigues und Sökler musste Bashiru Gambo weichen. Der hatte sich bei Anpfiff etwas überraschend nur auf der Bank wiedergefunden. Manager Cast: „Er war die letzten beiden Spiele nicht so gut.“

Im Gegensatz zu gestern Abend. Da brachte der Ghanaer endlich Struktur in die Aktionen. Am Ausgleich war er aber nicht beteiligt. Dafür wieder Sokol Kacani, der einen Eckball von Benda mit dem Kopf ins Tor setzte. Da waren erst zwei Minuten in der zweiten Hälfte gespielt – es keimte Hoffnung auf drei Punkte. Zwar waren die Kickers nach dem Wechsel zumindest gleichwertig und hatten auch ein, zwei sehr gute Möglichkeiten, doch die Gäste blieben stets gefährlich. Weniger durch den schwachen und in Degerloch allseits bekannten Christian Okpala als durch Gerrit Müller, der die Abwehr öfter mal in Aufregung versetzte. Jedoch ohne den letzten Zug zum Tor. Am Ende sagte Siegens Alexander Blessin: „Wir haben es versäumt, noch vor der Pause das 2:0 nachzulegen.“ Dafür gab sein Trainer Ralf Loose zu: „Das Ergebnis ist gerecht.“

Blieb noch die Frage, warum die Kickers es in dieser Saison bisher nicht verstanden haben, über 90 Minuten eine konstante Leistung abzurufen. Der Kapitän Jens Härter sagt: „Das ist unverständlich.“ Nicht für den Trainer Peter Zeidler: „Unsere Mannschaft ist eben noch in der Entwicklung. Da sind junge Spieler wie Sökler, Rodrigues – oder Genisyürek, der bisher gegen Hildrizhausen gespielt hat.“ Und nicht in Gladbach (wie Gaede) oder Frankreichs erster Liga (wie Assoumani). Fazit Zeidler: „Um Siegen über neunzig Minuten zu beherrschen, dafür ist die Mannschaft zu gut.“ Diese Einschätzung wiederum müsste für sein Team am Dienstag im WFV-Pokalspiel beim SSV Ulm II gelten.

Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Sökler (46. Gambo), Ortlieb, Mann, Rodrigues (46. Genisyürek) – Kacani (74. Beigang), Vaccaro.

Tore: 0:1 Bogusz (18.), 1:1 Kacani (47.)

Stuttgarter Zeitung

1:1 – Kickers mit zwei Gesichtern

Die Blauen laufen gegen Siegen erst hinterher – und schaffen dann die Wende

Stuttgart – Die Kickers sind die Wundertüte der Regionalliga-Saison. Keiner weiß, was drinsteckt. Beim 1:1 (0:1) gegen die SF Siegen gab“s in Halbzeit eins die Mogelpackung. Doch nach der Pause drehten die Blauen auf und kamen zum Remis.

VON JÜRGEN FREY

Es ist nicht ganz so einfach, in dieser Saison die Spiele der Stuttgarter Kickers zu analysieren. Mal überzeugen die Blauen auf ganzer Linie, mal machen sie Fehler, dass es dem Anhang die Zehennägel hochrollt. Und dass die Kickers dies alles in 90 Minuten packen, macht die Sache für die Nerven nicht einfacher. „Uns fehlt noch die Konstanz“, hat Manager Joachim Cast erkannt.

Den besten Beweis für diese These lieferten die Kickers am Freitagabend im Gazistadion gegen die SF Siegen. Das Team von Trainer Peter Zeidler zeigte in der ersten Halbzeit eine Leistung, die das Schlimmste befürchten ließ. Und das einzig Gute daran war, dass nur Daniel Bogusz per Kopfball für die Gäste traf (18.). Genug Chancen für weitere Treffer hätten die Siegener gehabt. Das war auch Cast nicht entgangen, der zugab: „Wir können heilfroh sein, dass wir nicht höher in Rückstand geraten sind.“ Die Voraussetzungen dazu wären geschaffen gewesen. Die Blauen verloren viele Zweikämpfe, hatten eine schlechte Organisation und nach dem Rückstand kein Selbstvertrauen mehr. Es gab nicht mehr sehr viele Kickers-Fans unter den 3300 Zuschauern, die sich auf die zweite Hälfte freuten.

So kann man sich täuschen. Denn Zeidler brachte Bashiru Gambo und der neuen Schwung ins Spiel. Plötzlich waren die Kickers präsent und zeigten ein Spiel, das Zeidler zu Recht als“sehr emotional und umkämpft“ beschrieb. Die Blauen setzten die Siegener plötzlich unter Druck und wurden umgehend belohnt – durch den Ausgleich von Sokol Kacani (47.), der nach einer Ecke von Sascha Benda per Kopf traf.

Am Ende wäre sogar noch ein Sieg möglich gewesen, die schwache erste Hälfte war fast vergessen. „Wir haben heute zwei Gesichter gezeigt“, sagte Kapitän Jens Härter. Zeidler glaubt, den Grund dafür zu kennen. „Wir haben viele Spieler, die noch in der Entwicklung sind.“ Man darf gespannt sein, wohin das in dieser Saison noch führt.

Stuttgarter Nachrichten

Den Kampfgeist rechtzeitig entdeckt

Kickers erreichen gegen Siegen ein glückliches 1:1 – Kacani trifft

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers warten weiter auf den ersten Heimsieg. Der Fußball-Regionalligist kam gestern Abend gegen die SF Siegen über ein 1:1 (0:1) nicht hinaus. „Es bleibt noch viel zu tun“, bilanzierte Kickers-Trainer Peter Zeidler die 90 Minuten

Von Carlos Ubina

Die Kickers hatten zwar durch Dominique Rodrigues, der mit einem Freistoß an Torhüter Robert Wulnikowski scheiterte, die erste Chance (4.), doch schnell wurde deutlich, dass die Gäste nicht gewillt waren, kampflos Boden preiszugeben. Siegen profitierte dabei von einem unorganisierten Mittelfeld der Stuttgarter, die es nicht schafften, die Räume eng zu machen. Die Kickers-Abwehr geriet deshalb ständig unter Druck. Nach 17 Minuten stieg Daniel Bogusz im Anschluss an eine Freistoßflanke am höchsten und köpfte zum 1:0 für Siegen ein. Markus Ortlieb und Marcus Mann im zentralen Mittelfeld der Degerlocher kamen oft einen Schritt zu spät und mussten den Gegenspielern hinterherlaufen. Auch vorne herrschte Flaute. Sokol Kacani, dem zuletzt in Pfullendorf zwei Treffer gelungen waren, ließ einige technische Defizite erkennen. Nach 39 Minuten gelang den Siegenern eine schöne Kombination, die Kickers wählten den Beobachterstatus. Den Schuss von Alexander Blessin wehrte David Yelldell gekonnt ab. Kurz vor dem Halbzeitpfiff wäre der Stuttgarter Schlussmann allerdings machtlos gewesen. Glück gehabt: Christian Okpala traf aus kurzer Entfernung den Ball nicht richtig. Bei einem 0:2-Rückstand wäre das Spiel gelaufen gewesen. „Wir konnten froh sein, dass wir nach der ersten Hälfte nicht höher zurück gelegen sind“, meinte ZeidlerZur Pause reagierte der Kickers-Trainer und brachte mit Bashiru Gambo für Sven Sökler und Saban Genisyürek für Rodrigues zwei frische Spieler für die Außenbahnen. Dennoch fiel der Ausgleich der Kickers wie aus dem Nichts. Nach einem Eckball von Sascha Benda wuchtete Kacani den Ball mit dem Kopf ins Netz. Im zweiten Durchgang entdeckten die Stuttgarter wenigstens die zuvor vermisste Kampfkraft und hielten somit die Partie offen. Am Ende wäre sogar noch ein Sieg drin gewesen, doch Nico Beigang scheiterte an Wulnikowski (82.). Das wäre auch zu viel des Guten gewesen.
statistik

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Sökler (46. Gambo), Ortlieb, Mann, Rodrigues (46. Genisyürek) – Kacani (74. Beigang), Vaccaro.

SF Siegen: Wulnikowski – Gallego, Assoumani, Bogusz, Escudero – Pfingsten (90. Weikl), Nemeth, Gaede, Blessin – Okpala, Müller (87. Popovic).

Schiedsrichter: Greth (Menning).

Zuschauer: 3300.

Tore: 0:1 Bogusz (17.), 1:1 Kacani (47.).

Gelbe Karten: Kacani, Rodrigues, Mann, Gambo/Assoumani, Müller.

Beste Spieler: Yelldell/Gaede, Müller.

Eßlinger Zeitung

Siegen vergab Sieg – und rettete Punkt

Stuttgart. Um 19.19 Uhr waren die Sportfreunde Siegen gestern erstmals Tabellenführer in der Regionalliga Süd. Mit einem frühen Tor hatten sie den Stuttgarter Kickers eine Hälfte lang den Schneid abgekauft. Doch den sicheren Sieg vor Augen gaben die Sportfreunde zwei Punkte wieder her – fahrlässig.

Bereits nach den ersten 45 Minuten hätte die Partie unter dem Fernsehturm für die Elf von Trainer Ralf Loose entschieden sein müssen. Die Gäste waren spielerisch absolut überlegen. Mit zwei, drei Toren hätten die Sportfreunde die total verunsicherte Truppe von Trainer Peter Zeidler in die Kabine schicken müssen. Nach vielen vergebenen Chancen der Siegener war es jedoch nur ein 0:1 und ein gellendes Pfeifkonzert, das die „Kickers“-Kicker mit in die Katakomben nahmen.

Doch am Ende der zweiten Hälfte, nach einem wahren Feuerwerk der Stuttgarter, wurde man das Gefühl nicht los, dass die Siegener hier einen Auswärtspunkt gewonnen hatten und froh sein konnten, immer noch ungeschlagen zu sein.

Sieben Minuten brauchten die Sportfreunde, da hatten sie das Heft in der Hand. In diesen Anfangsminuten setzten die „Kickers“ das um, was ihnen Trainer Peter Zeidler ins Logbuch geschrieben hatte: Schnell Druck aufbauen.

Ganze zwei Minuten waren gespielt, da rangelte sich im Strafraum Sokol Kacani im Zweikampf durch und reklamierte dann einen Elfmeter. Was er jedoch bekam, war eine gelbe Karte wegen Handspiels. Und auch in der vierten Minute stand der Schwabenzug unter Volldampf. Mit einem direkt geschossenen Freistoß von der Strafraumgrenze zwang Dominique Rodrigues Torhüter Robert Wulnikowski zur Glanztat.

Doch dann war es zunächst vorbei mit der Schwaben-Herrlichkeit. Die Sportfreunde knüpften da an, wo sie gegen Unterhaching aufgehört hatten: Mit Offensivfußball und Einsatz. Zuerst war es Enrico Gaede mit einem Distanzschuss (11.), dann knallte Gerrit Müller einen „Hammer“ knapp übers Gehäuse.

Besser Maß genommen hatte dann Daniel Bogusz. Nach einem Foul an Enrico Gaede trat Nils Pfingsten den fälligen Freistoß aus etwa 30 Metern gefühlvoll in den Sechzehner auf den sträflich frei stehenden Innenverteidiger Daniel Bogusz – und der bedankte sich für die Nachlässigkeit der Abwehr mit einem lehrbuchreifen Kopfballtor in der 17. Minute.

Damit war den Kickers der Wind aus den Segeln genommen. Nach einem erneuten Freistoß von Nils Pfingsten köpfte Mansour Assoumani völlig frei einen Gegenspieler an und in der 39. Minute hatte dann Alexander Blessin die größte Siegener Chance zur 2:0-Führung. Seinen Distanzschuss konnte Yelldell parieren, zum Abpraller kam Gaede einen Schritt zu spät. In der 43. Minute ging Müller über die linke Seite auf und davon, doch im Strafraum landete sein Ball zwei Mal in den Abwehrbeinen. In der 45. Minute vergab Okpala, der sich so sehr ein Tor gegen die Kickers gewünscht hatte.

Gastgeber brannten nach Wiederanpfiff ein Feuerwerk ab

Leider ist nicht überliefert, welche Standpauke Trainer Peter Zeidler in der Kabine gehalten hat. Fest steht: wie verwandelt kamen die Schwaben aus der Halbzeit und brannten ein wahres Feuerwerk ab. 90 Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, da hatte Sokol Kacani zugeschlagen: Eine Ecke verwandelte er mit einem Kopfball. Frei hatte ihn die Siegener Hintermannschaft gewähren lassen, aber auch der ansonsten fehlerfreie Siegener Schlussmann machte hier keine gute Figur.

Jetzt spielten die Platzherren stark auf – und in der 51. Minute war es wieder Kacani, der zur Führung hätte treffen müssen. Wulnikowski schien jetzt zu ahnen, dass den Seinen noch alle Fälle davonschwimmen können und nahm sich nach einem Eckball in einem heftigen Rededuell Müller zur Brust, der sich zuvor einen Stellungsfehler geleistet hatte.

Der Weckruf für seine Vorderleute verhallte offenbar ungehört, denn in der 62. Minute hätte Angelo Vaccaro den Führungstreffer für die Kickers markieren müssen. Nach einem Konter über Kacani rutschte er, nachdem Wulnikowski bereits geschlagen war, um Haaresbreite am Ball vorbei.

In der letzten halben Stunde wurde es hektisch. Fouls, zweifelhafte Entscheidungen des Unparteiischen hüben wie drüben und zwei Trainer, die gehörig aneinander geraten waren.

Tormöglichkeiten hatte Siegen auch noch: 67. Müller über links und Okpala im Nachsetzen und in der 74. Minute vergab Okpala aus spitzem Winkel. Doch die deutlicheren Chancen hatten die Stuttgarter. In der 82. Minute rettete Wulnikowski nach einem Konter über Nico Beigang den Punkt für Siegen.

Westfälische Rundschau

Ralf Loose: „Okpala hätte treffen müssen“

Stuttgart. (jd) Stimmen vom gestrigen Spiel der Sportfreunde Siegen gegen die Stuttgarter Kickers:

Ralf Loose (Trainer der Sportfreunde Siegen): Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel. Wir haben in der ersten Hälfte gut ins Spiel gefunden. Waren spielerisch besser und hatten auch die klareren Chancen. Okpala hatte die größte Möglichkeit und hätte sie auch verwerten müssen. Nach der Halbzeit wollten wir da anknüpfen, wo wir vorher aufgehört hatten, aber der Gegentreffer aus einer Standardsituation war der Schock zum falschen Zeitpunkt. Trotzdem hat die Mannschaft den Ausgleich schnell weggesteckt. In den zweiten 45 Minuten war es dann ein ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften hatten noch die eine oder andere Großchance, aber am Ende müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein.

Peter Zeidler (Trainer der Stuttgarter Kickers): Die Spielanalyse deckt sich mit der meines Siegener Kollegen. In der ersten Hälfte haben wir uns keine Überlegenheit herausspielen können. Wir waren froh, zur Halbzeit nur 0:1 zurückzuliegen, um nach dem Seitenwechsel das schnelle 1:1 zu machen. Danach wurde es ein umkämpftes Spiel, das von viel Spannung geprägt war.

Björn Weikl (SF Siegen): Man kann darüber streiten, ob wir einen Punkt gewonnen oder zwei verloren haben. In der ersten Hälfte hatten wir drei hundertprozentige Chancen, andererseits ist ein Auswärtspunkt immer gut.

Christian Okpala (SF Siegen): Wir müssen mit dem Spiel absolut zufrieden sein, auch wenn wir nach den ersten 45 Minuten hätten höher führen können.

Alexander Blessin (SF Siegen): Alles in allem bin ich absolut unzufrieden. Wir haben das Spiel im ersten Durchgang klar bestimmt und hätten locker 3:0 führen können. Wenigstens hat es noch zu einem Auswärtspunkt gereicht.

Robert Wulnikowski (Torhüter/SF Siegen): Ich bin natürlich absolut zufrieden, aber wenn wir das 2:0 machen, ist das Spiel gelaufen und wir nehmen drei Punkte mit.

Westfälische Rundschau

Schwache Chancenverwertung rächt sich nach dem Wechsel

Stuttgart. Mit einem 1:1 (1:0) bei den Stuttgarter Kickers mussten sich die Siegener Sportfreunde gestern Abend in ihrem zweiten Auswärtsduell der Fußball-Regionalliga begnügen. Eine blendend aufgelegte Siegener Mannschaft schaffte es vor der Pause nicht, für die entscheidende Führung zu sorgen. Viele Chancen blieben ungenutzt. Das sollte sich direkt nach dem Wechsel rächen.

Die gellenden Pfiffe, die die Stuttgarter Kickers in die Kabinen begleiteten, spiegeln die Kräfteverhältnisse in der Waldau beim Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Roland Greth aus Menning wider. Klar überlegene Siegener gehen mit einem 1:0-Vorsprung in die Pause und hätten 2:0 oder gar 3:0 führen müssen.

Die Gastgeber, denen daheim im Stuttgarter Stadtteil Degerloch die Pest an den Stiefeln klebt, bekamen nach einer recht schwungvollen, dreiminütigen Startphase kein Bein mehr auf den Rasen. Fehlpässe sogar am eigenen Strafraum brachten die Fans in blau auf die Palme.

Die Siegener nutzten dies zu überlegenem Spiel, kombinationssicher, ganz in Ruhe und wenn es nach vorne ging, dann blitzschnell.

Der einzige Treffer vor der Halbzeitpause war aber nicht einer Offensivkraft der Sportfreunde vergönnt, sondern Abwehrmann Daniel Bogusz. Der wuchtete nach 17 Minuten einen genau getimten Freistoß des erneut bärenstarken Nils Pfingsten unerreichbar für David Yelldell im Kickers-Tor ins lange Eck.

Eine Führung, die schon nach dieser knappen Viertelstunde mehr als nur in Ordnung ging, die aber im Verlaufe dieser ersten 45 Minuten ausgebaut werden musste.

Alexander Blessin, Gerrit Müller, Enrico Gaede vergaben ihre Chancen. Die dickste versiebte kurz vor dem Gang in die Kabine Christian Okpala. Von Pfingsten toll frei gespielt, taucht der „Ex-Blaue“ vor dem Keeper auf und bugsiert die Kugel flach am langen Eck vorbei.

So viele gute Möglichkeiten vergeben, den Gegner dermaßen sicher im Griff – und dann nur ein Tor. Häufig rächt sich das im Fußball.

Und in der Tat. Der Fußball bleibt seinen Gesetzen treu. Kaum war der Sekundenzeiger einmal gekreist im zweiten Durchgang, werden die Siegener abgestraft. Den Eckball von Oliver Stierle köpft Mittelstürmer Sokol Kacani aus fünf Metern ins Tor. Ausgleich für die Stuttgarter Kickers.

Und plötzlich sind die Gastgeber präsent. Umgekehrte Vorzeichen in der Waldau. Drei Minuten später ist es wieder der Albaner, der frei vor Wulnikowski auftaucht. Doch der Keeper kann klären.

Wenig später Eckball von der rechten Seite. Gerrit Müller springt am kurzen Pfosten unter dem Ball her. Gefahr kommt dadurch nicht auf, doch Wulnikowski flippt fast aus, packt sich den kleinen Ex-Karlsruher in Oliver-Kahn-Manier und kann erst durch Mansour Assoumani und Bogusz davon abgehalten werden, handgreiflich gegen Müller zu werden.

Sicher nicht die feine Art, aber doch so eine Art Weckruf für seine fast eingeschlummerten Vorderleute.

Erst jetzt finden die Siegener ins Spiel zurück, bekommen die Partie wieder in den Griff. Das Spiel ist jetzt insgesamt besser, weil die Hausherren durch die Einwechslungen von Saban Genisyürek und Bashiru Gambo stärker geworden sind.

Besser, intensiver und auch ruppiger. So versucht Assoumani nach einem Eckball mit gestrecktem Fuß gegen Yelldell zum Zuge zu kommen. Gelb ist die Folge, der eingewechselte Gambo lässt Gaede den Ellenbogen spüren – auch Gelb, Marcus Mann lässt Peter Nemeth im Mittelfeld über die Klinge springen – wieder Gelb.

Die besseren Chancen jedoch sind auch in diesem zweiten Durchgang auf Seiten der Siegener. So kann Müller nach 58 Minuten aus etwas spitzem Winkel Yelldell ebenso wenig überwinden wie nach 74 Minuten Okpala, der seinen Kopfball aus sechs Metern zu hoch ansetzt.

Die Sportfreunde haben ganz ohne Zweifel ein optisches Übergewicht, ohne dabei aber so glänzend und durchdacht zu sein wie vor dem Wechsel. Die Stuttgarter haben es leichter, sich zu befreien, gefährlich zu kontern. Der eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselte Nico Beigang hat das 2:1 auf dem Fuß, als er allein in Richtung Wulnikowski stürmt, der aber die Fingerspitzen noch an den Ball bekommt (83.).

Ein interessantes Spiel ist es geworden, daran kann auch die Einlage von Müller nichts ändern, die ihm Gelb statt Elfmeter einbrachte (85.). Das hat er einfach zu oft versucht, den Schiedsrichter konnte er damit nicht überzeugen.

Die Siegener bleiben ungeschlagen, müssen sich aber den Vorwurf gefallen lassen, die überlegen geführte erste Halbzeit nicht zu einer klareren Führung genutzt zu haben. Nach der Pause reichte eine Aktion, den Gastgebern Oberwasser zu verschaffen. Ein paar Minuten Tiefschlaf hätten selbst den Punktgewinn noch gefährden können.

Westfalenpost

Siegener Vorstellung erntet auch bei den Kickers großes Lob

Stuttgart. Zwei Punkte verloren oder einen gewonnen? Diese Frage beschäftigte nach den 90 Minuten den zahlenmäßig starken Anhang im Stuttgarter Stadtteil Degerloch. Auch Vereins-Chef Christoph Hansen stellte sie sich.

„Ich weiß auch nicht, was ich von diesem Remis halten soll. Die Mannschaft hat in der ersten Halbzeit meisterlich gespielt, nach der Pause ein paar Nachlässigkeiten gezeigt. Das haben die Stuttgarter ausgenutzt.“

Sein Name sei Hase, meinte Torhüter Robert Wulnikowski nach dem Schlusspfiff, angesprochen auf die „Oliver-Kahn-Aktion“ gegen Gerrit Müller nach 55 Minuten. „Manchmal muss man seinem Ärger auch Luft machen“, so der Keeper.

Vollstes Verständnis für die Aktion zeigte Enrico Gaede. „Ein Torwart muss auch mal laut werden, das ist sein Recht. Wir sind einfach zu nachlässig aufgetreten in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs.“

„3:0 mussten wir führen nach 45 Minuten“, ärgerte sich Co-Trainer Sascha Franz am Ende. „Aber dennoch können wir mit der Leistung und dem Spiel zufrieden sein. Das war teilweise echt Klasse.“

Als klar dominierend hat Alexander Blessin die Sportfreunde-Mannschaft erlebt. „Wir mussten einfach mehr aus dieser Überlegenheit machen“, so der Schwabe im Siegener Dress, der Besuch am Spielfeldrand von seiner Mutter erhalten hatte. „Ich bin immer dabei, wenn der Alex in unserer Nähe spielt“, so Mama Blessin.

Einen Sieg hätte sie natürlich genau so gern bejubelt wie ihr Sohn.

Keinen „Zugriff“ auf die spielerisch starken Siegener hatte Kickers-Trainer Peter Zeidler im ersten Durchgang ausgemacht. „Von dieser Leistung war ich echt angetan“, so der frühere Aalener Coach. „Wir konnten froh sein, dass es zur Pause nur 0:1 stand.“

Seine taktische Umstellung habe sich dann im Verlaufe der zweiten Hälfte ausgezahlt.

„Für uns bleibt unter dem Strich noch vieles zu tun. Man hat klar gesehen, dass wir gegen einen so starken Gegner das Spiel nicht 90 Minuten bestimmen können.“Lob also aus dem Munde des Kickers-Trainers, der ebenso wie Ralf Loose von einer „sehr emotionalen Partie“ sprach. Bei einem schwächeren Schiedsrichter als Roland Greth aus dem bayerischen Menning „hätten wir beide“, so noch einmal Zeidler, „von der Tribüne aus zugesehen.“

Sein Gegenüber wollte partout nicht über nicht gepfiffene Elfmeter für die Sportfreunde sprechen: „Ob Gerrit Müller die Gelbe Karte wegen einer angeblichen Schwalbe sehen muss, wage ich sehr stark zu bezweifeln.“

Ansonsten war der Fußball-Lehrer mit dem Punktgewinn zufrieden. Doch ein Wermutstropfen bleibt: „Christian Okpala muss natürlich das zweite Tor machen. Da fehlt ihm einfach die nötige Ruhe. Aber ich glaube, dass er bei seinem ehemaligen Klub etwas übermotiviert war.“

Westfalenpost

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SF Siegen

Fußball-Regionalliga, 4. Spieltag
Vaccaro stürmt – und wer noch?

STUTTGART (ump). Gerade einmal drei Spieltage sind in der Fußball-Regionalliga Süd absolviert, zu früh für eine Zwischenbilanz. „Das ist dann vielleicht nach dem zehnten Spieltag möglich“, sagt der Kickers-Trainer Peter Zeidler vor dem Heimspiel heute Abend gegen die Sportfreunde Siegen (19 Uhr, Gazistadion) mit dem Ex-Stürmer Christian Okpala. Zeidlers vorläufige Erkenntnis: „Die Liga ist absolut ausgeglichen.“ Das hat seine Mannschaft in den bisherigen 270 Minuten hinreichend feststellen können. Gute Ansätze wechselten mit schlechteren Phasen – unter dem Strich fehlt noch die Konstanz. Für den Trainer ist das nicht verwunderlich: „Wir haben doch einige neue Spieler, da dauert die Abstimmung eine gewisse Zeit.“

Während sich in der Abwehr, trotz einiger Unsicherheiten, nichts ändern wird, hat der Trainer in der Offensive die Qual der Wahl. Nach seinen zwei Treffern in der Vorwoche hat Sokol Kacani zwar Pluspunkte gesammelt, aber noch keinen Stammplatz. Zeidler sagt: „In Pfullendorf haben wir das Spiel auch von der Bank aus gewonnen.“ Ob auf die auch Bashiru Gambo muss? Nicht mal im Kader stehen die Rekonvaleszenten Akcay und Yildiz sowie Mustafa Parmak, der noch Trainingsrückstand hat. „Das ist eine neue Situation – aber auch daran müssen sich die Spieler gewöhnen“, sagt Zeidler, der dafür den jungen Genisyürek in den Kader nimmt.

(…)

Stuttgarter Zeitung

Die Kraft des Team-Frühstücks

Kickers: Zeidlers neue Akzente

Stuttgart – Am heutigen Freitag (19 Uhr/Gazistadion) empfangen die Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga die SF Siegen. Für Peter Zeidler ist es der zweite Heimauftritt als neuer Coach der Blauen. Zeit für ein kleines Zwischenfazit, was sich unter seiner Regie verändert hat.

VON JÜRGEN FREY

Das Training

Peter Zeidler bereitet sich genauso akribisch wie sein Vorgänger Robin Dutt vor. Qualität und Quantität ähneln sich. Der größte Unterschied: Zeidler unterbricht die Übungseinheiten öfter, „friert die Situation ein“, wie es im Fachjargon heißt, und erklärt sofort, wie er sich es besser vorstellt. Weitere Besonderheit: Unter Zeidler enden Trainingsspiele nie remis. Zur Not wird die Entscheidung im Elfmeterschießen herbeigeführt.

Die Taktik

Mit nahezu unveränderter Philosophie und taktischer Grundaufstellung sind die Blauen in dieser Saison am Ball. Auch Zeidler legt viel Wert auf Pressing und Kurzpassspiel. Er schwört auf ein 4-4-2-System. Zeidlers Vorteil: Aufgrund der Vorkenntnisse der meisten Spieler, braucht er für taktische Dinge nicht allzu viel Zeit zu investieren.

Der Führungsstil

„Manche Spieler hatten vor Robin Dutt richtig Schiss“, heißt es aus der Mannschaft. In einer Ausnahmesituation strafte der Ex-Trainer seine Mannschaft einmal eine Woche lang mit eisigem Schweigen. Unter Zeidler wäre dies undenkbar. Der Pädagoge genießt in der Mannschaft zwar auch den nötigen Respekt, gilt dennoch als lockerer und kommunikativer. Er hat eine engere Bindung zum Team. Selbstverantwortung spielt bei Zeidler eine große Rolle. Die Zuordnung bei Standardsituationen überlässt er größtenteils den Spielern selbst.

Die Motivation

Zeidler setzt auf die Kraft des gemeinsamen Frühstücks. Immer zu Wochenbeginn sind drei Spieler für die Zubereitung zuständig. Zeidler zündet zwar keine Knaller in der Kabine – doch er puscht seine Spieler in Einzelgesprächen vor dem Anpfiff. Für Freistoßtricks, die im Spiel funktionieren, spendiert Zeidler schon mal etwas in die Mannschaftskasse. „Die Höhe ist dem Gehalt angemessen“, verrät er mit einem Schmunzeln.

Stuttgarter Nachrichten

Zeidler hat heute die Qual der Wahl

Stuttgart (bw) – Am 4. Spieltag der Fußball-Regionalliga wollen die Stuttgarter Kickers heute (19 Uhr) gegen die Sportfreunde Siegen endlich auch mal im Gazi-Stadion punkten und den verpatzten Heimspiel-Auftakt damit vergessen machen. (…)

Das Lazarett lichtet sich so langsam. Daher kann Trainer Peter Zeidler auf fast alle Profis zurückgreifen. „Es war eine gute und intensive Trainingswoche“, sagte er zufrieden. Stürmer Angelo Vaccaro hat seine Muskelverhärtung auskuriert und ist genauso wieder einsatzbereit wie Mustafa Parmak nach seinem Infekt. Ob der Mittelfeldspieler aber bereits von Beginn an aufläuft, ist fraglich. Gute Nachrichten gibt es auch von Recep Yildiz, der fünf Wochen nach seiner Innenbandverletzung im Knie gestern das erste Mal wieder am Mannschaftstraining teilnahm. Zeidler rechnet aber frühestens im nächsten Spiel beim FC Bayern München II mit dem ersten Saisoneinsatz des 21-Jährigen. Ausfallen werden heute außerdem Mustafa Akcay (Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur) und Moritz Steinle, der sich in der Partie beim SC Pfullendorf einen Innenbandanriss im linken Sprunggelenk zuzog und vier Wochen pausieren muss. Im nun wieder vollzähligen Angriff hat der Coach die Qual der Wahl. Als Sturmpartner für Vaccaro hat sich Sokol Kacani, der Matchwinner beim 2:1-Sieg in Pfullendorf, wärmstens empfohlen. Aber auch die Abwehr muss stehen. Schließlich haben die Gäste in Christian Okpala und Alexander Blessin zwei ehemaligen Kickers-Stürmer in ihren Reihen, die bei den zwei Siegen und einem Remis in dieser Saison bereits drei Mal trafen. Die Westfalen kommen mit einem 3:1-Erfolg gegen Zweitliga-Absteiger Unterhaching im Rücken auf die Waldau.

So wollen sie spielen: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Sökler (Parmak), Ortlieb, Mann, Rodrigues – Kacani, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Mit Christian Okpala die Spur halten

Motiviert bis in die Haarspitzen, das müssten alle Spieler im Team von Ralf Loose Loose nach der überragenden Partie gegen die Spielvereinigung Unterhaching sein. Doch einem dürfte es beim Namen Stuttgarter Kickers besonders in den Beinen kribbeln: Stürmer Christian Okpala.

Siegen.Der in der vergangenen Saison bei den Stuttgartern suspendierte Nigerianer mit Schweizer Pass hat sicher gegen seinen Ex-Verein noch eine kleine Rechnung offen. Denn als die Sportfreunde den Schwaben im April mit einem 3:0-Sieg das Osterfest vermasselten, da war Okpala nicht bei den Torschützen (zwei Mal Krebs, ein Mal Blessin). Weit entfernt von einer Top-Form wartete damals der kräftige Stoßstürmer auf seinen Durchbruch bei den Siegenern.

„Kickers“-Manager Cast: „Ein Spieler wie jeder andere“

Doch das ist „Schnee von gestern“. Längst hat Okpala in Siegen seine Form gefunden und zu welchen Leistungen er fähig ist, zeigte er in seinem bislang besten Spiel für die Sportfreunde beim 3:1-Heimsieg gegen die Lorant-Elf vor einer Woche. Ein Tor, dazu vier Großchancen – mit soviel Turbo im Tank ist der Nigerianer für jede Abwehrreihe eine harte Nuss.

Dass die Begegnung der „Kickers“ mit den Sportfreunden und „Chris“ Okpala keine Regionalliga-Partie mit besonderem Stellenwert sei, das sagte der Manager Joachim Cast völlig emotionslos: „Für uns und die Mannschaft ist er ein Spieler wie jeder andere.“ Sei`s drum, die Antwort wird heute auf dem Platz im Stuttgarter GAZI-Stadion (Anstoß 19 Uhr) gegeben. Noch ist Okpala mit zwei Saisontreffern der erfolgreichste Stürmer bei den Sportfreunden.

Was haben die beiden heutigen Kontrahenten gemeinsam? Sowohl die Siegener als auch die Stuttgarter legten einen guten Start hin hier sieben – dort sechs Punkte zum Auftakt. Einzig und allein mit der Leistung vor eigenem Publikum konnte der Nachfolger von Robin Dutt, Trainer Peter Zeidler, nicht zufrieden sein. Vor dem Hintergrund des 0:3 gegen Siegen im April und nach dem 1:3 gegen Jahn Regensburg konstatierte Zeidler einen „Mega-Heimkomplex“ seiner Mannschaft (s. Interview). Diese Feststellung und das Zeidler die Sportfreunde zu den besten fünf Teams der Liga zählt, rief bei Ralf Loose schon fast Verärgerung hervor: „Das ist doch Unsinn, das interessiert mich gar nicht, wie uns andere sehen. Den Gegner stark zu machen dient doch nur dazu, den Druck von der eigenen Mannschaft zu nehmen.“

Loose reagierte auf die Aussage Zeidlers wohl auch deshalb gereizt, weil er den Vergleich mit dem gut bestückten Kader der „Kickers“ (Zeidler: „Ich habe jetzt wieder genügend Alternativen und muss mir genau überlegen, wie ich vor allem das Mittelfeld und den Angriff optimal aufstelle.“) nicht aufnehmen kann. Loose: „Fest steht: Andere Vereine haben 23, 24 Spieler im Kader. Davon sind wir weit entfernt. Es sind noch rund 13 Tage Zeit und ich kann im Sinne des Vereins immer nur warnend den Finger heben, dass wir uns verstärken müssen. Ich kenne das Geschäft…“

Gleiche Startelf wie gegen Unterhaching

In Ermangelung von Alternativen, aber vor allem aufgrund der starken Leistung gegen U`haching geht Loose heute nach dem alten Fußballer-Dogma: „Never change a winning team (ändere niemals eine erfolgreiche Mannschaft). Zwar waren in dieser Woche Daniel Bogusz, Mansour Assoumani (Oberschenkel) und Veselin Popovic (Grippe) angeschlagen, doch der Cheftrainer geht davon aus, dass er alle drei zur Verfügung hat und die gleiche Formation wie gegen Unterhaching aufs Feld schicken wird.

Loose erwartet trotz der zuletzt starken Vorstellung seiner Mannschaft eine schwere Aufgabe: „Die Kickers sind stark, auch wenn sie noch keinen Heimpunkt geholt haben. Es wird für uns so schwer wie gegen den FSV Frankfurt. Entscheidend wird sein, wie wir in die Zweikämpfe gehen. Ansonsten ist die Partie völlig offen.“

„Kickers“ im Soll – aber mit Heimpleite

ZUM GEGNER Direkter Vergleich: Zum elften Mal treten die beiden Clubs in der Regionalliga Süd gegeneinander an. In guter Erinnerung ist die vergangene Regionalliga-Saison: Im Hinspiel schlugen die Siegener den als Spitzenreiter anreisenden Gast mit 4:1, das Rückspiel im Stuttgarter GAZI-Stadion entschieden die Loose-Schützlinge mit 3:0 für sich. Es war übrigens der einzige Sieg der Siegener in Stuttgart seit der Saison 2001/02. Gesamtbilanz der beiden Teams: Jeweils drei Siege und Niederlagen und vier Unentschieden gab es bisher. Nur die Tordifferenz spricht eindeutig zugunsten der Sportfreunde.

Bilanz der „Kickers“: Sechs Punkte in drei Spielen, sechs Tore geschossen, sechs Tore kassiert – so sieht bislang die Bilanz der Stuttgarter Kickers aus. Dabei holte das Team von Peter Zeidler bislang alle Punkte auswärts: Mit einem 3:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt und mit einem 2:1-Erfolg, dank zweier später Tore durch Sokol Kacani (80./85.) vor einer Woche beim SC Pfullendorf.

Aufstellung der „Kickers“: Yeldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Parmak. M. Ortlieb, Mann, Rodriguez – Kacani, Vaccaro.

Westfälische Rundschau

Trotz breiter Brust Bodenhaftung bei den Kickers nicht verlieren

Siegen. Im Speisesaal des Stuttgarter Mannschafts-Quartiers konnte gestern Abend ausschließlich in zuversichtliche Sportfreunde-Gesichter geblickt werden. Kein Wunder: Vor dem heutigen Regionalliga-Match im Degerloch bei den Stuttgarter Kickers ist die Stimmung bei den Siegener bestens.

„Ist doch klar“, meint Trainer Ralf Loose, „wenn du gut spielst und Punkte holst, bist du gut drauf.“

Sieben Zähler haben die Sportfreunde in drei Spielen gesammelt. Dementsprechend breit ist die Brust der Akteure, wenn Schiedsrichter Roland Greth heute Abend um kurz vor sieben auf den Rasen des Gazi-Stadions bittet.

Dass zur breiten Brust nicht auch eine Art von Hochnäsigkeit kommt, dafür will der Trainer sorgen. Ralf Loose: „Jedem Spieler muss bewusst sein, dass er seine Bodenhaftung nicht verlieren darf.“ Denn der Coach weiß: Hochmut kommt vor dem Fall. Und den wollen die Siegener tunlichst vermeiden.

Mithelfen beim Vorhaben, bei den Schwaben Zählbares zu erringen, soll der von “ Video-Mann“ Rothenpieler erstellte Film der Kickers-Partie beim SC Pfullendorf, den sich die Sportfreunde-Kicker gestern auf der Busfahrt zu Gemüte führten.

Das Spiel haben die Stuttgarter 2:1 gewonnen. Im übrigen schon der zweite Auswärtssieg, der Mannen um Trainer Peter Zeidler. Alle sechs Punkte sammelte sein Team in der Fremde, im eigenen Stadion setzte es dagegen eine 1: 3-Niederlage gegen Neuling Regensburg. Den Kickers aus diesem Grund eine Heimkrise zu attestieren, wäre wohl etwas verfrüht.

Früh genug vom Platz gegangen ist am vergangenen Sonntag Mansour Assoumani. Das leichte Muskelziehen war eine Warnung und wurde gehört. Nachdem er Anfang der Woche im Training etwas kürzer trat, ist der neue Innenverteidiger rechtzeitig wieder fit, um bei den Kickers aufzulaufen.

Cem Islamoglu, der leicht angesäuert auf der Bank sitzt und seinen Stammplatz los ist, wurde zum Reservisten degradiert. Er durfte gegen die Münchener Löwen mit ran, die letzten 25 Minuten gegen Unterhaching. Dass es mit seiner Stimmung derzeit nicht zum besten steht, dürfte klar sein.

Doch am 24-jährigen Assoumani führt derzeit einfach kein Weg vorbei. Der dunkelhäutige Franzose ist schon jetzt eine echte Bank in der Defensiv-Zentrale.

Auf dem Weg dorthin – allerdings in der Offensive – ist seit dem Haching-Auftritt auch Gerrit Müller. Der kleine Angreifer hat die Gunst der Stunde genutzt und den angeschlagenen Veselin Popovic bestens vertreten.

Auch heute ist der Ex-Karlsruher wieder erste Wahl. Und das sicher nicht nur, weil Popovic nach seiner überstandenen Grippe noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Denn Müller überzeugte mit Einsatz und Tordrang, aber auch dem guten Auge für den Nebenmann. Bestes Beispiel ist das 1:0 gegen die Hachinger nach dem Doppelpass mit Alexander Blessin.

Die Mannschaft stellt sich demnach von selbst auf. Ralf Loose kann der ersten Elf vertrauen. Mit Islamoglu, Popovic und Björn Weikl folgen noch drei Kicker, die sicherlich problemlos in die Bresche springen könnten. Was von den restlichen Kickern, die derzeit zur Verfügung stehen, wohl noch nicht mit Fug und Recht behauptet werden kann. Elvir Melunovic und Christian Pospischil sind derzeit noch nicht so weit, wirkliche Alternativen zu sein.

Das wird sich gewiss ändern, wie es auch in Sachen Kader-Aufstockung bis Ende August noch Neuigkeiten geben wird. Bis gestern allerdings wussten die Sportfreude dahin gehend nichts zu vermelden.

Als Mannschaftsarzt wird heute der Siegener Mediziner Dr. Ulrich Wahl die Reise nach Stuttgart antreten, womit offiziell noch keine Einigung über eine dauerhafte Anstellung des früheren Ferndorfer Handballers gefallen ist. „Es wir in der nächsten Woche noch Gespräche geben“, meinte Vorstands-Chef Christoph Hansen zu dem Thema.

Westfalenpost

Vorschau
Spielinfos:

Anstoß: 17.08.2007 19:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Greth (Menning)
Assistenten: Schlott (Marktl), Dreyer (Oberschneiding)

Stuttgarter Kickers: Vaccaro hat seine Muskelverletzung, Parmak einen Infekt auskuriert. In der Offensive sind auch Gambo, Beigang, Tucci oder Sökler Alternativen.

Sportfr. Siegen: Trainer Loose lässt das Team, das gegen die SpVgg Unterhaching überzeugte, unverändert. Neuerwerbung Melunovic bleibt auf der Bank.
Aufstellung
Stuttgarter Kickers
Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Parmak, M. Ortlieb, Mann, Rodrigues – Kacani, Vaccaro; Trainer: Zeidler

Sportfr. Siegen
Wulnikowski – Gallego, Assoumani, Bogusz, Escudero – Gaede, Nemeth, Pfingsten, Blessin – G. Müller, Okpala; Trainer: Loose

Kicker

Heimspiel gegen Sportfreunde Siegen am Freitagabend

Die Stuttgarter Kickers haben ihre Vorbereitungen für das Punktspiel am morgigen Freitagabend um 19.00 Uhr gegen die Sportfreunde Siegen abgeschlossen. „Es war eine gute und intensive Trainingswoche“, berichtete Peter Zeidler, der fast alle Mann zur Verfügung hatte. Es fehlte lediglich Moritz Steinle, dessen Verletzung sich als Bänderanriss im linken Sprunggelenk herausstellte. Er dürfte damit fast vier Wochen ausfallen. Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur halten derzeit auch Mustafa Akcay von einem geregelten Training ab. Dafür aber kämpft sich Recep Yildiz wieder an die Mannschaft heran, bestanden Mustafa Parmak und Angelo Vaccaro den Abschlusstest ohne größeren Probleme.

„Ich habe jetzt wieder genügend Alternativen und muß mir genau überlegen, wie ich vor allem das Mittelfeld und den Angriff optimal aufstelle“, sinniert Zeidler vor dem Spiel. Natürlich gilt es auch die beste Abwehrformation zu finden, da Siegen gerade in diesem Bereich nicht nur mit Okpala und Blessin über exzellente Stürmer verfügt. Die Begegnung mit dem ehemaligen Kickersspieler Okpala sieht Manager Joachim Cast völlig emotionslos. „Für uns und die Mannschaft ist er ein Spieler wie jeder andere“, stellt der Manager heraus.“
„Natürlich bauen wir auch wieder auf die Fans, die uns erneut im Auswärtsspiel in Pfullendorf tatkräftig unterstützt haben“, ergänzt der Kickers-Trainer.

Guido Dobbratz

Offizielle Homepage

Sportfreunde wollen in der Erfolgsspur bleiben
Können die Loose-Schützlinge auch bei den Stuttgarter Kickers punkten? – Mit unverändertem Kader zu Gast unter dem Fernsehturm

Zu einem Duell zweier Teams, die durchaus ordentlich in die neue Regionalliga-Saison gestartet sind, kommt es am Freitagabend im Stuttgarter GAZI-Stadion. Die Sportfreunde Siegen sind zu Gast bei den Stuttgarter Kickers.

Um 19.00 Uhr wird die Partie des aktuellen Tabellenachten gegen den Dritten der Regionalliga Süd im Stadion unter dem Fernsehturm angepfiffen. Zum elften Mal treten die beiden Clubs in der Regionalliga Süd gegeneinander an. Vor allem die Spiele der Vorsaison dürfte den Sportfreunde-Fans noch bestens in Erinnerung sein. Im Hinspiel schlug man den als Spitzenreiter anreisenden Gast mit 4:1, das Rückspiel entscheiden die Loose-Schützlinge ebenso deutlich mit 3:0 für sich. Insgesamt ist die Bilanz der beiden Teams gegeneinander jedoch ausgeglichen, jeweils drei Siege und Niederlagen und vier Unentschieden gab es bisher. Lediglich die Tordifferenz spricht eindeutig zugunsten der Sportfreunde.

Auf der Waldau wollen die Sportfreunde natürlich an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen. Loose wird gegen die Stuttgarter aller Voraussicht nach zum dritten Mal in Folge die gleiche Startelf ins Rennen schicken können. Denn die Auswechselung von Mansour Assoumani am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Deutlich genug war der Vorsprung gegen den Zweitliga-Absteiger, sodass Siegens sportliche Leitung schnell genug auf da Zeichen des Verteidigers reagierte, der ein Ziehen im Oberschenkel verspürte. In dieser Woche konnte der Franzose schon wieder weitgehend an den Trainingseinheiten teilnehmen.

Was nicht unbedingt für Veselin Popovic gilt, der das Training am Dienstag abbrach. Bereits in der vergangenen Woche hatte eine Grippe den Stürmer an einem Einsatz im Spiel gegen Unterhaching gehindert. Die Reise nach Stuttgart wird er aber mitmachen können, nach intensiver medizinischer Behandlung nahm Popovic am Mittwochstraining wieder teil. Definitiv fehlen werden die Langzeitverletzten Andreas Nauroth und Richard Dostalek. Torwart Marc Birkenbach kann derzeit nur ein Lauftraining absolvieren, für ihn wird Nathanael Weiss wieder auf der Bank Platz nehmen. Trotz des Personalmangels, in das Spiel gegen die Stuttgarter Kickers gehen die Siegener mit breiter Brust. Loose wird sicher dafür sorgen, dass seine Spieler, trotz der herausragenden Leistung am vergangenen Sonntag, die Bodenhaftung nicht verlieren. Zu jung ist die Saison, um sich bereits jetzt entspannt zurücklehnen zu können, für die angestrebte Qualifikation zur neuen 3. Liga fehlen noch etliche Punkte.

Sechs Punkte – und damit einen Zähler weniger als die Sportfreunde – haben die „Blauen“ aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt in den ersten drei Meisterschaftsspielen gesammelt. Und die ausschließlich auswärts. Die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler gewann, nach eigener Aussage etwas glücklich, zum Start beim FC Ingolstadt mit 3:2, dazu auch beim SC Pfullendorf mit 2:1. Den Heimauftakt gegen den Aufsteiger SSV Jahn Regensburg verpatzte man jedoch, die Schwaben unterlagen vor mehr als 3.700 Zuschauern mit 1:3.

Zeidler, der von Dezember 2002 bis August 2004 in der Regionalliga Süd Trainer des VfR Aalen war, ist bislang dennoch zufrieden mit der Punkteausbeute. Mit Angelo Vaccaro, Mustafa Parmak, Mustafa Akcay und Recep Yildiz fehlten zuletzt vier wichtige Akteure, doch, so ließ der Nachfolger von Robin Dutt verlauten, zum Spiel am Freitag hoffe er auf die Rückkehr mindestens drei dieser Akteure. Ausfallen wird auf jeden Fall Moritz Steinle, der im Spiel in Pfullendorf einen Außenbandriss im linken Knöchel erlitt.

Sportfreunde Siegen

Positive Nachrichten vor dem Siegen-Spiel: Vaccaro wieder fit, Yildiz und Akcay wieder im Training

Kickers-Lazarett lichtet sich
Vaccaro sprüht vor Tatendrang
 
STUTTGART (ump). So ein Auswärtssieg wirkt offenbar Wunder. Jedenfalls verspürte der Trainer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers, Peter Zeidler, nach dem 2:1 in Pfullendorf eine „angenehmere Trainingswoche“ als zuvor nach der Niederlage gegen Regensburg. Die Stimmung wurde durch die kürzer werdende Verletztenliste zusätzlich aufgebaut. Zwar fällt Moritz Steinle nach seinem in Pfullendorf erlittenen Bänderanriss für vier Wochen aus, dafür haben sich alle anderen Rekonvaleszenten zurückgemeldet, wobei es weder für Recep Yildiz noch für Mustafa Akcay im Heimspiel morgen (19 Uhr) gegen die Sportfreunde Siegen zum Sprung in den Kader reicht.

Dagegen ist Angelo Vaccaro wieder fit und „sprüht vor Tatendrang“ (Zeidler), doch nicht nur das dürfte ihm seinen Stammplatz garantieren. „Die Gegner haben Respekt vor ihm“, sagt der Trainer, der sich noch nicht auf den zweiten Angreifer festgelegt hat, nachdem er da die Qual der Wahl hat. Sokol Kacani hat sich durch seine beiden Treffer am vergangenen Samstag jedenfalls in den Vordergrund gespielt. Was gegen einen Einsatz spricht? „Nichts“, sagt Zeidler. „Das gilt aber auch für die anderen Stürmer.“

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Vaccaro wieder am Ball
 
Stuttgart (jüf) – Selten war bei den Stuttgarter Kickers die Besetzung der Offensive so offen wie vor dem Regionalliga-Heimspiel am morgigen Freitag (19 Uhr/Gazistadion) gegen die SF Siegen. Angelo Vaccaro meldete sich nach überstandenen Oberschenkelproblemen wieder fit und „strotzt vor Tatendrang“ (Trainer Peter Zeidler). Heiß auf einen Einsatz von Beginn an ist auch Sokol Kacani, der zuletzt als Joker zwei Tore in Pfullendorf erzielte. Dort begannen Nico Beigang und Bashiru Gambo im Sturm. Zeidler hat die Qual der Wahl: „Ich habe noch nicht entschieden, wer in der Anfangsformation steht“, versichert er glaubhaft. Fest steht, dass die Rekonvaleszenten Recep Yildiz und Mustafa Akcay noch nicht im Kader stehen werden. Mustafa Parmak hat dagegen das komplette Training problemlos absolvieren können. Terminiert ist das WFV-Pokal-Drittrundenspiel der Blauen: Am kommenden Dienstag (18.30 Uhr) geht es zum Landesligisten SSV Ulm 1846 II.
Stuttgarter Nachrichten

Zeidler hat Siegen auf der Rechnung

Stuttgart. Auf der Homepage der Stuttgarter Kickers, die am Freitag (19 Uhr) die Sportfreunde Siegen empfangen, wird mit der Underdog-Rolle im Schwabenland kokettiert. Neben der normalen Web-Adresse gelangt man auch über www.auch-stuttgart.de auf die Seite der Kickers. Dort ist seit Saisonbeginn Peter Zeidler Trainer. Der 45-Jährige löste Robin Dutt ab, der zum SC Freiburg gewechselt ist, und scheint dessen erfolgreiche Arbeit nahtlos fortzusetzen. Aus den ersten drei Partien gab es zwei Siege und eine Niederlage. Dabei fällt auf, dass die beiden Auswärtsspiele gewonnen wurden und die Heimpremiere gegen den SSV Jahn Regensburg misslang. Wir sprachen mit Peter Zeidler.

Westfalenpost: Hallo, Herr Zeidler. Nach den ersten drei Saisonspielen kann man schon einmal die erste Bilanz ziehen. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Peter Zeidler: Ich bin mit der Punktausbeute zufrieden: Immerhin haben wir sechs Punkte aus drei Spielen geholt. Wenn man das hochrechnet, reicht es am Ende für Platz zehn.

Frage: Platz zehn? Die Kickers wurden von einigen Ihrer Konkurrenten zum erweiterten Favoriten-Kreis gezählt!

Zeidler: Das ist schön zu hören, aber wohl nicht realistisch. Das ist jetzt auch kein Zweckpessimismus von mir, um später gelobt zu werden. Ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft über genug Qualität verfügen, um die Qualifikation für die eingleisige dritte Liga zu schaffen. Für alles andere gibt es auch andere Favoriten.

Frage: Sie meinen die üblichen Verdächtigen? Immerhin haben die Kickers beim FC Ingolstadt gewonnen!

Zeidler: Mit viel Glück, ja. Wenn das Spiel noch zehn Minuten länger gedauert hätte, wäre es für uns eng geworden. Ingolstadt, Burghausen, Unterhaching, Aalen und auch Siegen werden das unter sich ausmachen.

Frage: Die beiden Siege gelangen Ihrer Mannschaft ausgerechnet auf fremden Plätzen. Lässt sich da schon eine Tendenz erahnen?

Zeidler: Wir haben einen Mega-Heimkomplex (lacht). Ich denke, dass die Tendenz im Fußball ohnehin in die Richtung geht, dass es mehr Auswärtssiege gibt. Als Auswärtsmannschaft hat man mehr Platz zum Kontern, man steht nicht so unter Druck. Da geht vieles einfacher.

Frage: Am Freitag kommen nun die Sportfreunde Siegen zu den Kickers. Gelingt nun der erste Heimsieg?

Zeidler: Ich hoffe es. Obwohl die Siegener auch eine perfekten Saisonstart hingelegt und damit ihre Favoritenrolle untermauert haben, glaube ich, dass wir eine gute Chance haben. Wir wollen es den Sportfreunden auf jeden Fall nicht so einfach machen wie in der Vorsaison. Da gab es bei uns einen lockeren 3:0-Sieg.

Frage: Wie sieht es personell aus?

Zeidler: Mit Angelo Vaccaro, Mustafa Parmak, Mustafa Akcay und Recep Yildiz fielen zuletzt vier Leistungsträger aus. Ich hoffe, dass zumindest drei der Jungs wieder dabei sein werden. Aber ich will nicht klagen. Wir haben auch ausreichend Leute in der zweiten Reihe, die im Zweifelsfall einspringen können. Sokol Kacani zum Beispiel, der zuletzt in der Schlussphase in Pfullendorf beide Tore zum 2:1-Sieg erzielte.
 
Westfalenpost

Presse zu SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers (1:2)

Der Konkurrenzkampf im Sturm ist eröffnet

Sokol Kacani rettet den Stuttgarter Kickers den Sieg in Pfullendorf und untermauert seinen Anspruch auf einen Stammplatz

PFULLENDORF. „Das Spiel hat viele Wünsche offengelassen“, sagt der Kickers-Trainer Peter Zeidler – trotz des 2:1-Erfolgs in Pfullendorf. Doch immerhin bewies er ein glückliches Händchen, denn der eingewechselte Sokol Kacani machte in der Schlussphase beide Tore.

Von Joachim Klumpp

Die Szene wirkte wie einstudiert: Kopfball Kacani, Tor für die Kickers, kurzer Jubel, dann der Sprint hinüber zur Spielerbank, direkt auf Angelo Vaccaro zu. Zweimal innerhalb von fünf Minuten. Der Matchwinner Sokol Kacani wollte sich auf diese Weise bei seinem verletzten Mitspieler revanchieren. Zum einen verdankte er ihm indirekt überhaupt erst seinen Einsatz, nachdem er in der Vorwoche nicht mal im Kader stand, zum anderen hatte der ihm vor dem Spiel Mut gemacht: „Ich habe ihm gesagt, er wird heute ein Tor machen – oder auch zwei“, sagte Vaccaro nach dem 2:1-Sieg der Stuttgarter Kickers am Samstag in Pfullendorf.

Es waren die beiden Treffer, die dem Spiel die entscheidende, fast nicht mehr für möglich gehaltene Wende gaben, nachdem die Kickers quasi mit dem Pausenpfiff bei einem Konter durch Calamita in Rückstand geraten waren. Dann das alte Bild: unter Druck gesetzt wirkte die Hintermannschaft nervös, das Mittelfeld (mit Ausnahme von Sascha Benda) nicht mehr inspiriert, der erste Sturm mit Beigang und Gambo harmlos. „Es blieben viel Wünsche offen“, gab der Trainer Peter Zeidler zu. Allerdings nicht bei seinen Wechseln. Die passten wie die Faust aufs Auge: Erst kam Tucci, dann Sökler (für den verletzten Steinle), schließlich noch Kacani, der letzte Trumpf. Der stach. Und wie.

Es könnte eine Initialzündung für den Stürmer sein, der im Vorjahr bereits bei den Amateuren auf sich aufmerksam gemacht hat, mit zwölf Toren – und einigen Kurzeinsätzen in der ersten Mannschaft plus dem Treffer gegen Hoffenheim. „Man hat ja heute gesehen, dass er kein Blinder ist“, sagte Vaccaro. Die Floskel aus der Fußballersprache hat in diesem Fall einen ernsthaften Hintergrund. Die Geschichte hinter der Geschichte gewissermaßen. Denn Kacanis Karriere stand vor kurzem am Scheideweg.

Der Stürmer, der über den FC Augsburg und Österreich (Linzer ASK) zu Rot-Weiß Erfurt in die Regionalliga Nord gelang, zog sich Weihnachten 2005 eine Entzündung der Augen zu und konnte nichts mehr sehen. „Ich war blind“, sagt Kacani. Drei Monate lang rätselten die Ärzte, woher die Erkrankung kommt, möglicherweise von einem Zeckenbiss. Glücklicherweise schlugen die Medikamente an, allerdings auch in die falsche Richtung. „Die Antibiotika wirkten sich auf die Leistung negativ aus“, sagt sein Berater Jürgen Schwab, der das Sorgenkind in die schwäbische Heimat nach Winterbach holte, wo seine Spieler auch individuell betreut werden. „Da hat er seine körperlichen Defizite Schritt für Schritt aufgeholt“, sagt der Berater, der einen guten Draht zu den Kickers hat. Also vermittelte er ihn in die zweite Mannschaft, die schon öfter als Sprungbrett diente – Suad Rahmanovic etwa, oder Bastian Bischoff.

Sokol Kacani könnte der Nächste sein. Auch der Trainer Peter Zeidler sagt inzwischen lobend: „Er ist eben ein Goalgetter.“ Davon war das Präsidiumsmitglied Walter Kelsch schon länger überzeugt, er hält große Stücke auf den 23-Jährigen – und hat wohl auch ein gutes Wort beim Trainer eingelegt. Der Exprofi sagt über den Albaner, der mit einer deutschen Jurastudentin verheiratet ist: „Er spielt unorthodox und unberechenbar, das gefällt mir.“ Da werden auch noch ein paar technische Unfertigkeiten in Kauf genommen. Der Trainer: „Im Training springt der Ball manchmal noch wie eine Flipperkugel, aber daran arbeiten wird.“ Mit Erfolg.

Bei Nico Beigang sieht das anders aus, dem Neuzugang aus Darmstadt war eigentlich die Rolle des Helden zugedacht, doch er konnte sie nicht nutzen. Frei vor dem Tor vergab er die Führung der Kickers. „Eine Schlampigkeit. Vielleicht sieht er jetzt ein, wie wichtig der Schuss mit der Innenseite ist“, sagt Peter Zeidler.

Kelsch ahnt: „Ich muss diese Woche mal mit Beigang sprechen, er braucht jetzt Selbstvertrauen.“ Denn der Konkurrenzkampf im Sturm ist eröffnet. Vaccaro dürfte am Freitag gegen Siegen wieder fit sein und ist gesetzt. Viel spricht dafür, dass der Nebenmann Kacani heißt. Nicht nur, weil die beiden dicke Kumpels sind, sie bräuchten dann beim Torjubel auch nicht mehr bis zur Bank rennen.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle (62. Sökler), Wildersinn, Härter, Stierle – Benda, Ortlieb, Mann, Rodrigues – Gambo (54. Tucci), Beigang (73. Kacani).

Tore: 1:0 Calamita (45.), 1:1 Kacani (80.), 1:2 Kacani (85.).

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Joker Kacani sticht

Beim 2:1 in Pfullendorf profitieren die Blauen von ihrer starken Bank

SC Pfullendorf: Hermanutz – Deufel, Kiefer, Lerandy, Zimmermann – Gerster (79. Narr), Flum, Leandro, Isailovic (46. Lucic) – Rogosic (65. Muzliukaj), Calamita.

Kickers: Yelldell – Steinle (62. Sökler), Wildersinn, Härter, Stierle – Benda, Ortlieb, Mann, Rodrigues – Gambo (54. Tucci), Beigang (73. Kacani).

Tore: 1:0 Calamita (45.), 1:1 Kacani (80.), 1:2 Kacani (85.).

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden).

Zuschauer: 1684.

Stuttgart – Mit Glück, Geschick und starken Jokern haben die Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga auch ihr zweites Auswärtsspiel gewonnen. Vor allem Stürmer Sokol Kacani glänzte beim 2:1 (0:1) in Pfullendorf als zweifacher Torschütze.

VON JÜRGEN FREY

Den Sonntagnachmittag genoss der Mann des Tages zusammen mit seiner Frau Anja im Biergarten. Sokol Kacani hatte sich die Auszeit verdient. Mit seinen zwei späten Toren rettete der Stürmer den Blauen drei Punkte. Gerade mal sieben Minuten auf dem Platz, köpfte er eine Flanke des ebenfalls eingewechselten Sven Sökler ins Tor (80.). Fünf Minuten später war der 1,88-m-Mann nach einem Freistoß von Sascha Benda wieder mit dem Kopf zur Stelle. „Wir hatten heute auch richtig Dusel“, sagte der Joker hinterher bescheiden.

Vergangene Woche beim 1:3 gegen Regensburg stand der gebürtige Albaner nicht einmal im Kader. Jetzt bekam der 23-Jährige in der Schlussphase seine Chance – und nutzte sie eindrucksvoll. „Sokol ist ein ungemein fleißiger Stürmer mit Torriecher, dazu unberechenbar, robust, schnell, sprung- und laufstark“, lobt ihn Trainer Peter Zeidler. Das klingt schon ziemlich perfekt, doch der Coach schränkt ein: „An seiner Basistechnik muss er noch arbeiten. Manchmal agiert er auch zu hektisch.“

Kacani hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Mit 14 Jahren war er nach Deutschland gekommen und spielte zunächst für den FC Augsburg. In der A-Jugend trug er für kurze Zeit sogar den Dress von Juventus Turin. Über Blau-Weiß Linz und RW Erfurt landete er im Januar 2006 in der zweiten Mannschaft der Kickers. Mit guten Leistungen arbeitete er sich Schritt für Schritt ins Regionalligateam hoch.

Fast schon eine logische Folge wäre jetzt ein Platz in der Startelf am kommenden Freitag (19 Uhr) im Heimspiel gegen die SF Siegen. „Ich schließe es nicht aus“, sagt Zeidler, der jedoch noch nicht weiß, ob Angelo Vaccaro (Oberschenkelprobleme) wieder zur Verfügung stehen wird. Am morgigen Dienstag beginnt der Stürmer wieder mit dem Lauftraining. Länger ausfallen wird dagegen Moritz Steinle. Der Verteidiger zog sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zu. „Man sieht, wir brauchen alle Spieler. Unsere gute Bank kann in dieser Saison den Unterschied ausmachen“, erklärt Zeidler. In Pfullendorf sorgte neben Kacani und Sökler in Marco Tucci auch der dritte Joker für wertvolle Impulse. Weiterer Pluspunkt: Konditionell sind die Blauen topfit. Andererseits gibt es auch noch sehr viel zu tun. Dass das Team in Pfullendorf „in einem nicht sonderlich ansehnlichen Spiel“ (Manager Joachim Cast) nach der Pause für 30 Minuten den Faden verlor, entging dem Trainer nicht: „Wir brauchen noch eine Weile, bis wir stabil sind“, bittet Zeidler um Geduld. Sechs Punkte aus zwei Spielen sind eine gute Basis, sie zu behalten.

Stuttgarter Nachrichten

Sokol Kacani wird zum Matchwinner

Pfullendorf (red) – Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers jubelten, als hätten sie die angestrebte Qualifikation für die eingleisige dritte Liga schon in der Tasche. Dabei hatten sie „nur“ beim SC Pfullendorf mit 2:1 (0:1) gewonnen. Die Torfolge erklärt die gute Stimmung jedoch: Bis zur 80. Minute waren die Stuttgarter durch einen Treffer von Marco Calamita (45.) zurückgelegen. Dann wendete der kurz zuvor eingewechselte Sokol Kacani mit zwei Treffern das Blatt (80./85.). „Das sind Erlebnisse, die uns zusammenschweißen“, freute sich Kickers-Trainer Peter Zeidler, während sich sein Gegenüber Michael Feichtenbeiner ärgerte: „Wir haben uns einfach zu dumm angestellt.“

Denn vor allem in der ersten Hälfte waren die Pfullendorfer überlegen, nach der Führung hatten sie mehrfach die Chance, diese auszubauen. „Aber wir haben richtig zulegen können“, fand Zeidler den Erfolg am Ende „glücklich, aber nicht unverdient“. Vor allem bei den Einwechslungen lag der Coach richtig, denn alle drei neuen Akteure gaben entscheidende Impulse. Kacani, eine Woche zuvor nicht einmal im Kader, war am Ende sogar der Matchwinner. „Er hat einen Sprung nach vorne gemacht“, lobte Zeidler den Stürmer.

Der Trainer will den Sieg aber nicht überbewerten. „Wir sind am Anfang unserer Entwicklung und wissen, dass wir noch viel zu tun haben.“ Sechs Punkte aus den ersten drei Spielen sind da kein schlechtes Zwischenergebnis.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Steinle (62. Sökler), Ortlieb, Mann, Rodrigues – Gambo (54. Tucci), Beigang (73. Kacani).

Eßlinger Zeitung

Erst die Butter, dann das Brot …

PFULLENDORF – Brutaler Rückschlag für den SC Pfullendorf: Stuttgarts Joker Sokol Kacani machte am Samstag-mit zwei Toren in der Schlussphase aus einem 0:1-Rückstand- noch einen 2:1-Auswärtstriumpf für die Kickers.-Kacani nutzte zwei-gravierende Pfullendorfer Abwehrfehler aus.

„Das hatte mit Pech nichts zu tun. Das war dumm und amteurhaft!“ – SCP-Coach Michael Feichtenbeiner ließ seinem Ärger über die Ereignisse in der 80. und 85. Spielminute freien Lauf.- 1:0 hatte Pfullendorf bis dahin durch ein Tor von Marco Calamita in der 45. Minute geführt, da machte Sokol Kacani aus einem fast schon sicher geglaubten Sieg-für den-SCP- noch einen für die Stuttgarter Kickers. Kickers-Coach Peter Zeidler hatte Kacani erst in der- 73. Minute- für die glücklose Sturmspitze Nico Beigang eingewechselt. Was Feichtenbeiner so auf die Palme brachte: Während Beigang in der zweiten Hälfte keinen Stich bekam,–fühlte sich fortan für Kacani-kein Pfullendorfer Innenverteidiger so recht zuständig. Im Gegenteil: Mark Lerandy und Mathias Kiefer hielten zu Kacani-Abstand, als ob dieser mit einer ansteckenden Krankheit infiziert sei. Der 23-jährige Stuttgarter erfreut sich aber bester Gesundheit und- verfügt obendrein über ein exzellentes Kopfballspiel: Die 80. Minute zeigte dies: Ortlieb spielt Sökler auf rechts frei, der sieht, was Kiefer, Lerandy und Deufel nicht- sehen: den völlig freien Kacani am „langen“ Pfosten. Die Flanke kommt-präzise, Kopfball, Tor.

Damit hatte der Stuttgarter den- Pfullendorfern die Butter vom Brot genommen, doch sein Appetit war noch nicht gestillt: Nach einem Eckball von Benda schnappte er sich fünf Minuten später auch noch das Brot: Gänzlich unbedrängt köpfte der Ersatzmann des Ersatzmanns des verletzten Kickers-Sturmführers Vaccaro aus genau fünf Metern einen Benda-Eckball ein – die- SCP-Verteidiger-standen wie erstarrt daneben, schauten nur zu (85.).

Unverständlich aus Pfullendorfer Sicht erschien dieses Abwehrfehlverhalten aus zwei guten Gründen. Erstens: Bereits nach den Spielen gegen Frankfurt und Unterhaching hatte Feichtenbeiner jeweils das Defensivverhalten bei Standardsituationen gerügt und in aller Deutlichkeit erhöhte Aufmerksamkeit in diesen Momenten eingefordert. Zweitens: Bei Standardsituationen gibt es in der Pfullendorfer Defensive-verbindliche -Zuordnungen. Feichtenbeiner: „Mark Lerandy war- zunächst für Beigang zuständig. Wenn dieser dann als Keilstürmer ausgewechselt wird, ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass er-für Kacani zuständig ist, wenn der Beigangs Rolle übernimmt.“

Allerdings, so schien es, hatten auch Feichtenbeiners Wechselspiele auf der zentralen defensiven Mittelfeldposition vor der Abwehr nicht gerade zur Stabilität der SCP-Defensive-beigetragen. Für Kapitän Marco Konrads Ausfall, der diese Rolle normalerweise spielt, -konnte Feichtenbeiner-freilich nichts.- Der routinierte Abräumer hatte sich-wegen einer schmerzhaften Verrenkung eines Halswirbels kurzfristig spielunfähig melden müssen.- Für Konrad durfte-Daniel Isailovic auf der „Sechs“ ran.- Zur Pause blieb Isailovic in der Kabine, weil Feichtenbeiner mit Lucic auf der rechten Außenstürmerposition beim Stand von 1:0 für den SCP – richtigerweise – einen Konterstürmer brachte. Der etwas langsamere Fabian Gerster machte-den Platz im Sturm für den flinken Lucic frei und rückte seinerseits auf die Isailovic-Position. In der 79. Minute beorderte Feichtenbeiner dann Gerster vom Platz und- warf dafür das gerade mal 18-jährige Eigengewächs Wolfgang Narr – hoch talentiert zwar, aber gänzlich unerfahren – ins Feuer vor der Abwehr. „Gerster hat nicht schlecht gespielt, aber er war auch schon besser!“, begründete Feichtenbeiner hinterher, als alle schlauer waren,-seine Entscheidung für den dritten Wechsel in 45 Minuten auf ein- und derselben Position. „Wenn Sie glauben, dass das entscheidendend war, muss ich das auf meine Kappe nehmen“, antwortete der Coach auf-die bohrenden Nachfragen der Presse selbstkritisch. Weshalb letztlich auch immer – in der Schlussphase brach in der SCP-Defensive jedenfalls das kollektive Chaos aus, das in den beiden späten Gegentoren gipfelte.

Hermanutz reagiert super

Gäbe es im Fußball Gerechtigkeit, hätte das Spiel 1:1 unentschieden enden müssen. Die Kickers hatten die erste Halbzeit bestimmt, Pfullendorf – bis kurz vor Schluss – die zweite. Stuttgarts Sturmspitze Nico Beigang hatte nach einem Benda-Traumpass- aus nicht mal besonders spitzem Winkel- das leere Tor vor sich, traf- aus 14 Metern aber nur das Außennetz (23.). In der 41. Minute holte Hermanutz mit einer sensationellen Reaktion einen Beigang-Kopfball aus dem Winkel. Calamita nahm dann- Sekunden vor dem Pausenpfiff ein steiles Flum-Zuspiel sauber mit und schob den Ball auch noch an Yelldell vorbei zur bis dato glücklichen Pfullendorfer 1:0-Führung.

In der zweiten Halbzeit kam Pfullendorf- zu guten Konterchancen. Muzliukay, der für den enttäuschenden Rogosic eingewechselt wurde (65.), sorgte für Belebung und verpasste mit einem Drehschuss aus zehn Metern nur knapp das 2:0 (66.). Auch Calamita hätte für Klarheit sorgen können, doch sein Schlenzer aus 16 Metern flog knapp am Kickers-Kasten vorbei (67.). Pfullendorf- zeigte sich-in dieser Phase-wieder spielerisch stark verbessert, hielt- den Ball gut und kombinierte geschickt.- Doch dann kam Kacani …

Am Samstag-muss der SCP zum SV Elversberg.–Dort wird mit- einer ähnlichen Defensivleistung nichts zu holen sein. Aber auch die Treffsicherheit im Angriff genügt-derzeit noch nicht dem hohen Anspruch, der mit der–Qualifikation für die dritte Liga- formuliert wurde. Am Dienstagabend (19 Uhr) testet der SC Pfullendorf- gegen den Schweizer Zweitligisten FC Winterthur drei- Stürmer, zwei aus dem Jugendinternat von Paris St. Germain und-einen aus der zweiten Liga Australiens. „Down under“ – das ist dieser Tage auch wieder der SCP.

http://www.szon.de/lokales/pfullendorf/sport/200708130541.html

Stimmen zum Spiel
SCP-Spielmacher Leandro:- In der Schlussviertelstunde hat es uns an Konzentration gefehlt. Die beiden Tore waren geschenkt.

SCP-Abwehrspieler Ralf Zimmermann:- Nach der letzten Auswechslung haben wir plötzlich die Ordnung verloren. Die Gegentore, insbesondere das zweite, dürfen nie fallen.

SCP-Torschütze Marco Calamita:- Wie schon am Mittwoch in Unterhaching haben wir auch heute wieder drei Punkte verschenkt. Wir müssen uns vielleicht den Vorwurf gefallen lassen,- dass wir das zweite Tor nicht gemacht haben.

SCP-Stürmer Spetim Muzliukay:- Das Spiel hätten wir gewinnen müssen. Leider haben wir hinten zwei Stellungsfehler gemacht.

SCP-Coach Michael Feichtenbeiner:- In der ersten Halbzeit hatten wir zwei Mal Glück, beziehungsweise einen guten Torwart. In der zweiten Hälfte hätten wir das zweite Tor machen müssen. Eine Viertelstunde vor Schluss hatte ich eigentlich nicht mehr das Gefühl, dass die Kickers treffen könnten. Wie wir das Spiel dann doch noch aus der Hand gegeben haben, war schlichtweg dumm und amateurhaft.- Zumal wir diese Fehler nicht zum ersten Mal gemacht haben. Für den Kickers-Torschützen Kacani war bei Standardsituationen Lerandy zuständig. Er hatte erst Beigang-als Gegenspieler. Und wenn der als Keilstürmer ausgewechselt wird und Kacani dessen Rolle übernimmt, dann ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass derselbe Abwehrspieler diesen Mann übernimmt.

Kickers-Coach Peter Zeidler: Wir hatten in der Endphase zwar Glück, doch geklaut haben wir diesen Sieg auch nicht. Schließlich hatten wir in der ersten Halbzeit durch Beigang zwei exzellente Chancen und hätten da schon in Führung gehen müssen. Pfullendorf war insgesamt vielleicht etwas aggressiver als wir. Kacani war letzte Woche noch nicht mal im Kader. Und heute kam er spät, aber nicht zu spät. (ok)

Schwäbische Zeitung

1:2 – Hängende Köpfe im Linzgau
VON JüRGEN WITT
Die Enttäuschung in Pfullendorf ist groß, der gute Saisonstart wieder halbwegs passé. Die Elf von Michael Feichtenbeiner lag bis zehn Minuten vor Ultimo durch Marco Calamitas Konterschlag vorn, verpatzte dann aber ihr Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers durch zwei überaus krasse Abwehrschnitzer.

FußballRegionalligaSC PfullendorfStuttgarter Kickers1:2 (1:0) Der Sportclub-Vorsitzende Manfred Walk wollte nach Spielende für sich alleine sein. „Ich bin total enttäuscht, weil nicht die bessere Mannschaft gewonnen hat“, sinnierte er über die ärgerlichen Kardinalfehler einer zum Schluss nicht mehr im Bilde befindlichen SCP-Abwehr, die in bitterer Konsequenz zu Dankeschön-Bällen siegreicher Stuttgarter Kickers-Angreifer avancierten.

Doch schlechter waren die gelb-blau gewandeten Gäste auf keinen Fall. Allerdings einigte sich die Fachwelt auch darüber, dass die Stuttgarter Kickers längst nicht mehr zu jenen Schwergewichten wie im Vorjahr zählen – Pfullendorfs Trainer Michael Feichtenbeiner hatte sie im Vorfeld gar zu den Titelanwärtern in der Regionalliga Süd auserkoren.

Fast 1700 Besucher fanden den Weg in die Alno-Arena und sie sahen eine kurzweilige Partie. Feichtenbeiner musste gegenüber dem Spiel bei der SpVgg Unterhaching einige Umstellungen vornehmen. So rückte Daniel Isailovic zentral defensiv vor die Abwehr für den verletzten Kapitän Marco Konrad (verrenkter Halswirbel) in die Startelf, Christian Deufel übernahm von Michael Falkenmayer (Adduktorenverletzung) den rechten Abwehrpart und Fabian Gerster beackerte anstelle von Ivica Lucic in defensiverer Ausrichtung das rechte Mittelfeld.

Pfullendorf suchte sein Heil über die kämpferische Schiene. Die Kickers zeigten den gefälligeren Spielaufbau und bereiteten den Linzgauern mit ihren schnell vorgetragenen Angriffen erhebliche Probleme. SCP-Torhüter Ralf Hermanutz musste schon nach 15 Minuten auf der Hut sein, als Dominique Rodrigues über den linken Flügel den kurzen Pfosten anvisierte. Mit beiden Fäusten wehrte der Keeper einen Schuss von Nico Beigang ab (17.) und er fischte mit einer Prachtparade dessen hochkarätigen Kopfball aus dem Winkel (44.). Zudem stand ihm Fortuna bei, als er von Beigang bereits ausgespielt war und dieser nach 21 Minuten mit falscher Schusstechnik nur das Außennetz traf.

Unmittelbar vor dem Pausengong setzte es die kalte Kickers-Dusche: Ein blitzsauberer, über Johannes Flum eingeläuteter Konterschlag brachte den abdüsenden Marco Calamita auf den Plan, der das Leder zur bis dato schmeichelhaften Pfullendorfer Führung ins lange Eck feuerte. „Das war eine psychologisch schwierige Situation für uns“, bekannte Kickers-Coach Peter Zeidler. Und es schien so, als habe der dominanter werdende SCP die Degerlocher nunmehr voll im Griff.

Zwar ließ Lucic, in der Pause für Isailovic gekommen, von seinen gefürchteten Flankenläufen partout nichts sehen. Mehr Betrieb machte da der für den farblosen Neno Rogosic eingetauschte, quirlige Spetim Muzliukaj, dessen Drehschuss nach Calamatias Zuspiel haarscharf am langen Eck vorbeistrich (66.). Gleich darauf hatte Calamita nach einer Freistoßvorlage von Leandro an der Strafraumgrenze freie Bahn, doch sein Visier war nicht präzise genug eingestellt und das mögliche 2:0 somit vertan. Obgleich SCP-Trainer Feichtenbeiner die Ermüdungserscheinungen bei einigen seiner Akteure nicht entgangen waren, glaubte er nicht mehr, dass in der Defensive noch etwas anbrennen könne.

Ein klarer Fall von denkste. Denn sein Studienkollege Zeidler brachte noch zwei Trümpfe, die sehr effektiv stachen. Da diente Sven Sökler als frischer Impuls- und Vorlagengeber für den just eingewechselten Sokol Kacani, der völlig freistehend am linken Pfosten zum 1:1 einköpfen durfte (80.). Dann wuchtete Kacani eine scharfe Eckballeingabe von Sascha Benda zur Freude der 180 leicht mürrisch gewordenen Kickers-Fans ins Netz (85.). „So frei im Fünfmeterraum jemanden köpfen zu lassen, das ist eine Dummheit, das ist amateurhaft“, schalt Feichtenbeiner die grobe Nachlässigkeiten seiner Deckung, die binnen fünf Minuten den Knockout bekam. Pfullendorfs Fußball-Lehrer räumte zwar ein, für den Torschützen explizit keine Zuteilung vorgenommen zu haben, doch letztlich hätte Mark Lerandy – er stellte Bashirou Gambo bis zu dessen Auswechslung (54.) kalt – den hochgewachsenen Angreifer übernehmen müssen.

Während sich die nachrückenden Spieler am Dienstag, 19 Uhr, beim FC Winterthur im Test beweisen dürfen, bleibt dem Regionalligisten bis Samstag Zeit, um wieder mehr Abwehrstabilität zu erlangen. Dann geht’s zu den Elversbergern, die denkbar schlecht aus den Startlöchern gekommen, alles andere als ein bequemer Gegner sind.

Südkurier

2:1 Auswärtserfolg in Pfullendorf!

Durch zwei Tore von Sokol Kacani in der Schlußphase gewannen die Stuttgarter Kickers heute glücklich beim starken SC Pfullendorf.

Nachdem die Kickers in der ersten Hälfte zwei sehr gute Torchancen ausließen, kam der Gastgeber kurz vor der Halbzeit überraschend durch Marco Calamita in Führung. In der zweiten Hälfte waren die Pfullendorfer dem 2:0 näher, verpassten aber eine vorzeitige Entscheidung. Mit einsetzendem Sonnenschein und der Einwechslung von Sokol Kacani drehten die Kickers dann das Spiel. In der 82. Spielminute köpfte Kacani nach Flanke von Sven Sökler zum Ausgleich, in der 87. Minute köpfte erneute Kacani nach einem Eckball von Sascha Benda zum umjubelten Siegtreffer ein. Ein glücklicher dreifacher Punktgewinn für die Kickers.

Abwehrspieler Moritz Steinle musste verletzt ausgewechselt werden, näheres ist noch unbekannt.

Für die Kickers spielten:
Yelldell; Wildersinn, Härter, Steinle (63. Sökler); Stierle, Rodirgues, Ortlieb, Mann, Benda; Gambo (54. Tucci), Beigang (73. Kacani)

Vorberichte II: SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers

Kickers: Rapp bleibt im Wartestand

Ohne Vaccaro in Pfullendorf

Stuttgart (jüf) – 28, 31, 32, 33, 36 – diese Ziffernfolge ist nicht ein Teil der Lottozahlen. Sie dokumentiert vielmehr die Zahl der Einsätze pro Saison von Marcel Rapp in den vergangenen fünf Spielzeiten für den Fußball-Regionalligisten SC Pfullendorf. Das zeigt: Der Mann war vor seinem Wechsel in diesem Sommer zum Ligarivalen Stuttgarter Kickers absoluter Stammspieler. Das Unangenehme für den Abwehrrecken: Wenn die beiden Clubs an diesem Samstag (14 Uhr) in Pfullendorf aufeinandertreffen, sitzt er bei den Blauen nur auf der Bank. Trainer Peter Zeidler vertraut in der Innenverteidigung erneut Marco Wildersinn und Jens Härter. „Es ist nicht bitter, in Pfullendorf nicht zu spielen, es ist allgemein bitter, nicht zu spielen“, sagt Rapp.

Weiter Gas geben wolle er im Training, und seinen Mitspielern habe er ein paar Tipps mit auf den Weg ins Linzgau gegeben. „Doch eigentlich weiß auch so jeder, was uns in Pfullendorf erwartet“, betont der 28-Jährige. Die Kickers werden auf einen kampfstarken Gegner treffen, der sich in der Außenseiterrolle pudelwohl fühlt. Die Kickers werden auf drei Spieler verzichten müssen: Neben Angelo Vaccaro (Oberschenkelprobleme) und Mustafa Parmak (krank) fällt auch Mustafa Akcay (Adduktorenprobleme) aus. Julian Leist und Moritz Steinle rücken in den Kader. „Worte sind genug gewechselt, jetzt müssen Taten folgen“, fordert Trainer Zeidler und streicht die Bedeutung des baden-württembergischen Derbys heraus: „Es geht zwar nicht um Leben und Tod, aber richtungweisend ist diese Partie allemal.“ Wie“s ausgeht? Rapp legt sich fest: „Wir gewinnen“, sagt er und fügt zur Sicherheit hinzu: „Mit wir meine ich die Kickers.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers mit Pokalschwung

Zeidlers Team in Pfullendorf

Stuttgart (bw) – Am dritten Spieltag der Fußball-Regionalliga müssen die Stuttgarter Kickers heute (14 Uhr) beim SC Pfullendorf ran und wollen sich dort für ihre 1:3-Heimschlappe gegen Jahn Regensburg rehabilitieren. (…)

Stuttgarter kickers

Wiedergutmachung, Teil zwei, ist heute bei den Kickers angesagt. Der erste Teil war schon am Dienstag im WFV-Pokal gelungen. Dort hatte sich die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler beim Landesligisten GSV Dürnau souverän mit 10:1 durchgesetzt. Jetzt gilt die volle Konzentration der Partie in Pfullendorf. Zeidler hofft darauf, dass seine Spieler den Schwung aus dem Pokal mitnehmen: „Ich erwarte eine ähnlich konzentrierte Leistung.“ Allerdings hat der bakterielle Infekt, der bereits beim Regensburg-Spiel einen Teil der Mannschaft lahm gelegt hatte, in Mustafa Parmak ein nächstes Opfer gefunden. Der Einsatz des Mittelfeldspielers ist ebenso unwahrscheinlich wie der von Angelo Vaccaro (Muskelverhärtung).

So wollen sie spielen: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Sökler, Ortlieb, Mann, Rodrigues – Beigang, Gambo.

(…)

Eßlinger Zeitung

SCP will neue Spielstärke auch heute gegen Kickers zeigen

PFULLENDORF (ok) Mit den Stuttgarter Kickers steht dem Fußball-Regionalligisten SC Pfullendorf nach FSV Frankfurt und SpVgg Unterhaching heute bereits der dritte Gegner in Folge aus der Kategorie „Spitzenmannschaft“ gegenüber. Doch im SCP-Lager fürchtet sich niemand so recht vor den „Blauen“.

Was Spieler und Trainer beim SCP zurzeit so selbstbewusst macht, ist die neue Spielkultur, die sich aktuell entwickelt. Wo früher mit der Holzkeule gekämpft wurde, führten Leandro und Kollegen in der jüngeren Vergangenheit plötzlich fein das Florett. Regisseur Leandro (Trainer Feichtenbeiner: „Einer der Besten der Liga auf dieser Position!“) und Sturmneuzugang Marco Calamita stehen in erster Linie für diese Qualitätsverbesserung. Von ihnen inspiriert und vom Coach motiviert, riefen zuletzt auch die Teamkollegen ihr schlummerndes Kreativpotenzial im offensiv ausgerichteten 4-3-3-System wieder verstärkt ab. Zudem stehen mit Spetim Muzliukay und Faruk Gül technisch versierte Ergänzungsspieler bereit.

Doch attraktives Spiel bringt nur dann Erfolg, wenn das „Kleinklein“ in Nähe des gegnerischen Strafraums nicht übertrieben wird – wie am Mittwoch geschehen. „Ich habe im Angriff die Zielstrebigkeit vermisst“, kritisierte Coach Feichtenbeiner zurecht.

Im Umfeld der Stuttgarter Kickers (Hauptsponsor Gazi, offizieller Jahresetat 2,4 Millionen Euro und damit doppelt so hoch wie beim SC Pfullendorf) ist die Erwartungshaltung wie vor jeder Saison sehr hoch.

Minimalziel ist die Qualifikation für die dritte Liga, aber auch der Aufstieg in die zweite Liga darf es gerne sein. Da kann Peter Zeidler, Nachfolger von Robin Dutt auf der Trainerbank, noch so oft betonen, dass dies (also der Zweitligaaufstieg) in dieser Saison unmöglich sei. Mit einem 3:2-Sieg am ersten Spieltag bei Titelmitfavorit FC Ingolstadt 04 gelang den Degerlochern zwar ein Traumstart. Doch dann verloren sie ihr Heimspiel gegen Aufsteiger Jahn Regensburg mit 1:3. Tragische Figur dabei war Pfullendorfs Ex-Abwehrchef Marcel Rapp, der den SCP im Sommer nach fünf Jahren verließ. Laut Zeidler verschuldete Rapp nach seiner Einwechslung zwei Tore. Trotzdem sei er froh, Rapp zu haben, beschwichtigte der neue Chef der Blauen.

Die Kickers bangen um ihre beiden Offensivkräfte Vaccaro (Zerrung) und Parmak (Grippe). Kapitän Härter, Sohler und Gambo waren auch verschnupft, sind aber wieder hergestellt.

Beim SC Pfullendorf fehlt voraussichtlich der Torschütze gegen Unterhaching, Michael Falkenmayer, der sich in der Schlussphase eine Adduktorenzerrung holte. Christian Deufel stünde für die Position hinten rechts als Alternative bereit.

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden).

Schwäbische Zeitung

Studienkollegen als Rivalen
VON JüRGEN WITT
Der SC Pfullendorf bekommt heute in der Fußball-Regionalliga den nächsten dicken Brocken serviert. Denn auch die Stuttgarter Kickers gelten als einer der Aufstiegsaspiranten, der seine erste Auswärtshürde in Ingolstadt mit 3:2 bewältigt hat. Ein brisantes Match kündigt sich in der Alno-Arena an, zu dem Frauen und Jugendliche bis 16 Jahre freien Eintritt haben.

Fußball-Regionalliga: SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers (Samstag, 14 Uhr, Alno-Arena). – Pfullendorfs Trainer Michael Feichtenbeiner ließ zwar nach dem unglücklichen 1:2 beim erklärten Aufstiegskandidaten SpVgg Unterhaching nicht die Mundwinkel hängen, ärgerte sich aber über die „unnötige“ Niederlage unter der Woche: „Wir haben dort einen sehr guten Auftritt abgeliefert, der uns Mut macht!“ Habe doch seine Elf speziell im Mittelfeld das gefälligere Spiel gezeigt. Als bärenstark strich er den in der Offensivzentrale unglaublich aktiven Leandro heraus. Letztendlich aber wollte seinen Akteuren der finale Pass nicht gelingen, „waren wir im Abschlussbereich nicht konsequent genug“. Feichtenbeiner schloss daraus: Seine Elf müsse im Spiel nach vorn eine „gewisse Kaltschnäuzigkeit und Zielstrebigkeit“ bringen.

„Wir müssen nach vorne schauen und es gegen die Kickers besser machen“, richtet der Pfullendorfer Torsteher Ralf Hermanutz sogleich seinen Blick auf den heutigen Gegner. Feichtenbeiner hält große Stücke auf die „Stukis“ seines mit ihm befreundeten, früheren Studienkollegen und Coaches Peter Zeidler, die einen weiteren Aufstiegskandidaten darstellen würden. Was aber von den Kickers-Verantwortlichen selbst energisch bestritten wird. „Sie kommen mit der Empfehlung, in Ingolstadt gewonnen zu haben“, belegt Pfullendorfs Fußball-Lehrer Feichtenbeiner. Zum Beleg verweist der Trainer auf die engen Matches des Vorjahres zwischen dem SC Pfullendorf und den Stuttgarter Kickers, in denen keiner seinen Heimvorteil zu nutzen vermochte. Beide Teams würden sich aus dem „Eff-eff“ kennen: „Das wir kein einfaches Spiel.“

Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, dass unruhige Tage auf Degerlochs Höhen bevorstehen, wenn die Kickers nach ihrer 1:3-Heimpleite gegen Regensburg den Hebel nicht schnell wieder umlegen können. „Eines kann ich versprechen: wir werden vielleicht noch weitere Spiele verlieren, aber so nicht mehr“, kündigte Trainer Peter Zeidler nach dem ernüchternden Fehltritt an. Da gingen ihn eingefleischte Fans persönlich an, weil sich Petr Stoilov als dreifacher Jahn-Schütze auszeichnen konnte. Schadlos hielten sich die „Blauen“ daraufhin in der zweiten Pokalrunde beim Landesligisten GSV Dürnau, bei dem sie sich mit 10:1 (3:0) durchsetzten und Wiedergutmachung betrieben. „Jetzt gilt die ganze Aufmerksamkeit dem Spiel in Pfullendorf und ich erwarte dort ich eine ähnlich konzentrierte Leistung“, fordert Zeidler, bei dem sich der in Pfullendorf stets gesetzte Marcel Rapp noch in die Stammformation hineinspielen muss.

Feichtenbeiner hofft, dass seine Innenverteidigung mit Matthias Kiefer und Mark Lerandy ihre brandgefährlichen Gegenüber im Kickers-Sturm, Angelo Vaccaro und Bashiru Gambo, in Schach halten kann. „Da gilt’s höllisch aufzupassen“, warnt Feichtenbeiner. Bis auf seinen rechten Abwehrmann Michael Falkenmayer – er zog sich in Unterhaching bei seiner letzten Aktion eine Adduktorenzerrung zu – steht kein aktueller Spieler auf der Ausfall-Liste. Neuzugang Achim Pfuderer hat seine Achillessehnenbeschwerden überwunden und ist am Donnerstag wieder ins Training eingestiegen, Patrick Hagg will dies in der kommenden Woche tun. Der konkrete Zeitpunkt einer Rückkehr auf dem Rasen lässt sich aber nicht taxieren, zumal sich beide Spieler das konditionelle Grundgerüst erst noch erarbeiten müssten.

Unverändert bleibt die Suche nach einem Stoßstürmer, der Neno Rogosic – er habe seine Sache in Haching gut gemacht, lobte der Coach – vertreten könne. Bislang scheint auf dem derzeit überhitzten Transfermarkt kein passender Eric-Agyemang-Ersatz in Sicht zu sein. „Wenn uns einer über den Weg läuft, könnten wir die Qualitätssteigerung noch kriegen“, bemerkte Feichtenbeiner dazu.

Südkurier

Kickers in Pfullendorf: Verhaltener Optimismus     

Mit verhaltenem Optimismus fahren die Stuttgarter Kickers am morgigen Samstag zu ihrem Auswärtsspiel beim SC Pfullendorf (14 Uhr). Den Schwung beziehen sie vor allem aus dem Pokalspiel am Dienstag, als sie den GSV Dürnau mit 10:1 besiegten und dabei vor Ehrgeiz und Tatendrang sprühten. “Diese Eigenschaften erhoffe ich mir auch in Pfullendorf, damit wir diese schwere Aufgabe meistern“, sagt Trainer Peter Zeidler.

Der Kickers-Coach beobachtete gemeinsam mit Manager Joachim Cast die Pfullendorfer am Mittwoch bei ihrem Auswärtsspiel in Unterhaching, als sie trotz einer guten Leistung dem Ligafavoriten Unterhaching knapp mit 1:2 verloren. „Sie waren aber näher einem Unentschieden als einer höheren Niederlage“, urteilt der Kickers-Mananger. Die Blauen stellen sich also auf ein hart umkämpftes Spiel ein und versuchen die vielleicht kleinen Vorteile im technischen Bereich auszuzspielen. Erst kurz vor Spielbeginn will sich Trainer Peter Zeidler auf seine Formation festlegen, um eventuell auch seinen Pfullendorfer Kollegen Michael Feichtenbeiner zu überraschen.

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