Vorberichte II Kickers Emden – Stuttgarter Kickers

Kickers in Emden ohne Parmak
STUTTGART (ump). Die erste Wut nach der Niederlage in Sandhausen ist bei dem Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers gestern verraucht gewesen. Die Mannschaft hat 80 Minuten auf dem Trainingsplatz gestanden, das mentale Einschwören auf die Partie morgen (14 Uhr) bei Kickers Emden erfolgt noch. „Wir haben auf der Fahrt genug Zeit“, sagt der Trainer Edgar Schmitt, der seine Brandrede vom Dienstag damit begründet, „dass wir inzwischen höhere Ansprüche an die Mannschaft stellen“. Denen wurde sie beim 0:2 nicht gerecht, so dass auch der Manager Joachim Cast nochmals betont: „Das muss ein einmaliger Ausrutscher bleiben.“

Neben dem gesperrten Sascha Traut („Er darf in der zweiten Mannschaft spielen“, so Cast) bleibt auch Mustafa Parmak wegen seines Bänderanrisses zu Hause. Bashiru Gambo, der gestern im Training umgeknickt war, ist ebenso dabei wie der Kapitän Alexander Rosen. „Ansonsten muss ich mir über die Aufstellung noch Gedanken machen“, sagt Schmitt. Die Mannschaft wird nach der Partie in Emden an einer Kickers-Fanparty in Osnabrück teilnehmen. „Für die Stimmung dort wäre es natürlich nicht schlecht, wenn wir in Emden etwas mitnehmen würden“, sagt Cast.

Stuttgarter Zeitung

Parmak fällt aus, Gambo-Einsatz offen

Kickers mit Personalsorgen

Stuttgart (kli) – Schrecksekunde für die Stuttgarter Kickers: Bashiru Gambo ist am Donnerstag im Training umgeknickt und hat sich eine Bänderverletzung am Knöchel zugezogen. Ob der Spielmacher in der Partie bei Kickers Emden (Samstag, 14 Uhr) spielen kann, entscheidet sich erst kurzfristig. Definitiv nicht zum Einsatz kommen Mustafa Parmak und Sascha Traut (gesperrt). „Mustafa trotz seiner Bänderverletzung aufzustellen bringt nichts. Er hat es in Sandhausen zwar versucht, sich spritzen zu lassen und zu spielen – aber er soll lieber mal eine Woche Pause machen“, sagt Kickers-Trainer Edgar Schmitt. Statt Parmak und Traut stehen diesmal Michael Schürg und Jens Härter im Kader.

Stuttgarter Nachrichten

„Wir greifen noch mal richtig an“

Die Stuttgarter Kickers reisen geläutert zu Kickers Emden

Stuttgart – Bei Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers ist die Wut nach der 0:2-Pleite am Dienstag beim SV Sandhausen verraucht und wieder dem (Zweck- ) Optimismus gewichen. „Wir greifen noch mal richtig an – da bin ich mir ganz sicher“, sagt Edgar Schmitt, Trainer des Tabellenschlusslichts, vor der Partie morgen (14 Uhr) bei Kickers Emden.

Von Beate Wockenfuß

So deutliche Worte wie in Sandhausen gab es von Schmitt und Manager Joachim Cast noch nie zu hören. Hatte sich das Duo bisher stets schützend vor die Spieler gestellt und immer wieder deren Willen und kämpferischen Einsatz hervorgehoben, griffen sie die Mannschaft nach der jüngsten Niederlage ungewohnt scharf an. Von „kollektivem Versagen“ (Cast) und „katastrophaler Leistung“ (Schmitt) war die Rede. Jetzt haben sich die Gemüter wieder etwas beruhigt. „Es wollten ja alle, aber es ging nicht“, meint der Coach und fügt zur Verteidigung seiner Schützlinge an: „Vier Spiele hintereinander sind eben auch eine enorme psychische und physische Belastung, die viele so noch nie erlebt haben.“ Und das hatte Folgen. „Manche dachten, es geht auch mit bisschen weniger. Deshalb war meine Wut so groß“, erklärt Schmitt und betont: „Wir stellen mittlerweile höhere Ansprüche.“Auch Cast packt die Profis noch mal bei der Ehre. „In unserer Situation dürfen wir uns solche Auftritte einfach nicht erlauben“, sagt der Manager. Fünf Punkte sind es bis zum rettenden Ufer. 13 Spiele stehen noch aus. „Das muss ein einmaliger Ausrutscher bleiben, sonst werden wir Probleme kriegen, den Rückstand aufzuholen“, betont Cast und sagt dann den in solchen Situationen wohl am häufigsten gebrauchten Satz: „Die Mannschaft ist gefordert, die richtige Reaktion zu zeigen.“Die Spieler hatten sich noch am Dienstag zusammengesetzt und die Pleite ausgewertet. Heute haben Mannschaft und Trainer 680 lange Kilometer Zeit, die Marschroute auf engstem Raum gemeinsam zu diskutieren. Um 6 Uhr startet der Bus nach Emden. „Da sind wir ganz ganz lange allein und können Revue passieren lassen, was gewesen ist und was sein soll“, kündigt Schmitt vielsagend an. Nicht mit auf die Reise in den Norden gehen Mustafa Parmak (Bänderanriss) und Sascha Traut (Gelb-Rot-Sperre). Dagegen kehren Jens Härter und Michael Schürg in den Kader zurück. So wollen sie spielen: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Rosen – Galm, Gambo, Landeka – Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Vorberichte Kickers Emden – Stuttgarter Kickers

Die Kickers unter Druck: letzte Ausfahrt Emden?

Der Präsident Dirk Eichelbaum fordert vor dem nächsten Spiel: „Wir müssen Punkte holen, wenn keiner damit rechnet“

STUTTGART. Bereits morgen früh um sechs Uhr reist der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers zum Spiel nach Emden. Dort erwartet der Präsident Dirk Eichelbaum eine Reaktion von der Mannschaft. Die hatte nach dem 0:2 in Sandhausen aber erst einmal frei.

Von Joachim Klumpp

Eigentlich ist gestern Morgen für zehn Uhr ein Training angesetzt gewesen – doch dann: Tote Hose in Degerloch. Edgar Schmitt hat es sich anders überlegt. Und der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum sagt: „Ich weiß, dass unser Trainer die Spieler am liebsten noch in der Nacht zum Straftraining verdonnert hätte, aber man muss das Pensum jetzt aufgrund der englischen Wochen eben auch dosieren.“ Wenn“s hilft. Doch nach der unter dem Strich peinlichen 0:2-Niederlage in Sandhausen hätte es genügend Gesprächsbedarf gegeben – auch ohne harte Arbeit. Wie sagte Schmitt: „Leider war keine Kamera im Stadion, sonst hätten sich die Spieler das gleich zweimal anschauen können.“ Diese Ansammlung von Fehlern.

Ohne den Torhüter Manuel Salz wären die Kickers mit einer richtigen Klatsche nach Hause gefahren. Die Mängelliste ist so lang gewesen, dass der Tüv für die dritte Liga unter diesen Umständen zum Saisonende am 23. Mai nicht verlängert werden könnte: Die Abwehr ungewohnt unsicher, das Mittelfeld nicht kompakt genug und der Angriff eine verkappte Ein-Mann-Schau des eifrigen Orlando Smeekes – und das alles gegen eine Mannschaft wie Sandhausen, für die es in der Liga im Prinzip um nichts mehr geht.

Im Gegensatz zu den Kickers. „So kann es nicht weitergehen“, weiß auch der Präsident, der am Samstag eine Reaktion von der Mannschaft beim Namensvetter Kickers Emden erwartet. Emden als letzte Chance? „Es kommt immer auf die Art und Weise der Niederlage an“, sagt Eichelbaum zu möglichen Szenarien. Und ein frustrierter Manager Joachim Cast fügt hinzu: „Wenn das Spiel am Dienstag unsere wahre Leistungsstärke wäre, könnten wir dichtmachen.“

Die Frage ist nun, was ist das wahre Gesicht der Kickers? Die Siege in Aue (allerdings 70 Minuten in Überzahl) oder gegen Unterhaching – oder der durchwachsene Auftritt gegen Erfurt oder gar die Niederlage in Sandhausen? Eichelbaum sagt: „Wir müssen jetzt auch mal Punkte holen, wenn keiner damit rechnet.“ Emden, der Tabellenvierte, wäre dazu prädestiniert, zumal in Ostfriesland erschwerte Bedingungen herrschen. Was vor allem die Platzverhältnisse angeht. „Das weiß jeder, der schon einmal dort war oder die Bilder im Fernsehen gesehen hat“, sagt Cast. Auf dem weichen Untergrund sind besonders Kampf und Einsatz gefordert – Tugenden, die die Kickers in Sandhausen vermissen ließen.

Man kann deshalb davon ausgehen, dass die Mannschaft wieder ein anderes Gesicht bekommt, nachdem am Dienstag der Kapitän Alexander Rosen mehr als eine Stunde lang nur auf der Bank gesessen hat. Der 21-jährige Neuzugang Simon Köpf dagegen durfte, oder musste, durchspielen, obwohl er gegen Roberto Pinto überfordert war. „Das haben wir auch gesehen, aber wir wollten auf Offensive setzen, deshalb haben wir ihn nicht ausgewechselt“, sagt Schmitt zu der Maßnahme und fügt hinzu. „Er war nicht gut, aber damit in guter Gesellschaft.“ Oder wie es Cast ausdrückt: „Die Mannschaft hat kollektiv versagt.“ Wobei sich Sascha Traut besonders negativ hervortat, nicht nur wegen einer Gelb-Roten Karte. Cast: „Die passte ins Bild.“

Abgesehen von personellen Umstellungen könnte Edgar Schmitt am Samstag aber auch über eine taktische Änderung nachdenken und wieder (wie vor der Winterpause) mit zwei Stürmern auflaufen, da der schnelle Orlando Smeekes als einzige Spitze letztlich verschenkt ist. „Aber wir dürfen jetzt auch nicht in Aktionismus verfallen“, sagt der Trainer, der zuletzt immer betont hatte: „Wir schaffen den Klassenverbleib. Wir können jeden Gegner schlagen.“ Den Beweis ist die Mannschaft in Sandhausen schuldig geblieben – und zwar auf der ganzen Linie.

Stuttgarter Zeitung

Ultimativer Weckruf für Kickers-Spieler

Trainer Schmitt und Manager Cast gehen Team bewusst hart an – Duell in Emden als Frage der Ehre

Stuttgart – Eine Brandrede als Wachmacher: Edgar Schmitt, der Trainer der Stuttgarter Kickers, faltete seine Mannschaft nach dem 0:2 beim SV Sandhausen zusammen wie noch nie. Und das ganz bewusst: Er erwartet am kommenden Samstag (14 Uhr) bei Kickers Emden eine Trotzreaktion.

VON JÜRGEN FREY

Mustafa Parmak hat in seiner Zeit bei TuS Koblenz viel erlebt. Vor allem auch in Uwe Rapolder einen Trainer, der für seine emotionalen Ausbrüche berüchtigt ist. Doch Parmaks aktueller Coach bei den Blauen übertraf in Sandhausen alles: In der Halbzeit und nach der Partie mutierte Edgar Schmitt zum HB-Männchen. Er flippte völlig aus. „In der Kabine haben die Wände gewackelt“, bestätigt Mittelfeldspieler Parmak – und fügt selbstkritisch hinzu: „Völlig zurecht.“ Viel zu wenig hielt das Drittliga-Schlusslicht am Hardtwald dagegen. Einer für alle, alle für einen, dieses Motto galt für die Blauen an diesem Abend nicht. Die Mannschaft versagte im Kollektiv.

Wie so etwas in der prekären Lage, in der die Kickers stecken, zu erklären ist? „Vielleicht haben manche nach drei guten Spielen gedacht, es geht von alleine so weiter“, vermutet Manager Joachim Cast. Deshalb ließ auch er Dampf ab wie nie. Selbst mit einem Tag Abstand schäumte der 41-Jährige noch vor Wut: „Wir haben uns präsentiert wie ein Absteiger. So etwas darf nie wieder vorkommen.“ Und mit Blick auf das Spiel bei den kampfstarken Ostfriesen in Emden stellte er klar: „Wenn wir uns dort nicht wehren, werden wir gnadenlos untergehen.“

Der Hintergrund der Botschaft ist klar: Mit ihrer scharfen öffentlichen Kritik wollten die Kickers-Strategen die Spieler an der Ehre packen, die letzten Reserven aus der Mannschaft herauskitzeln. Wer nun aber glaubt, Schmitt hätte dem Team gestern ein Straftraining aufgebrummt, täuscht sich allerdings. Der 45-Jährige griff ganz tief in die psychologische Trickkiste und setzte die ursprünglich für Mittwoch angesetzte Übungseinheit ab. „Ich wollte die Spieler einfach nicht mehr sehen“, begründete Schmitt die ungewöhnliche Maßnahme. Von Joachim Cast bekam er Unterstützung: „Es schadet nicht, wenn jeder Einzelne mal in sich geht.“

Die Spieler haben sich noch in Sandhausen in der Kabine zusammengesetzt und die Lage analysiert. Ohne Trainer. Gestern kam etwa die Hälfte der Mannschaft freiwillig in den ADM-Sportpark und absolvierte ein Regenerationsprogramm. Heute (10 Uhr) folgt das nächste Training, und morgen um 6 Uhr startet der Mannschaftsbus Richtung Emden. Ob der ultimative Weckruf tatsächlich beim Team angekommen ist, wird sich am Samstag auf dem Platz zeigen. Cast: „Ich bin ganz sicher, dass wir eine Reaktion der Mannschaft sehen werden.“ Wenn nicht, müssen sich die Blauen langsam, aber sicher mit dem Abstieg abfinden.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu SV Sandhausen – Stuttgarter Kickers (2:0)

Kickers-Trainer Schmitt tobt
Der Fußball-Drittligist präsentiert sich bei der 0:2-Niederlage in Sandhausen wie ein Absteiger

SANDHAUSEN. Die Stuttgarter Kickers haben das Nachholspiel in der dritten Liga beim SV Sandhausen 0:2 (0:1) verloren. „Das war überhaupt nichts“, ärgerte sich der Trainer Edgar Schmitt.

Von Joachim Klumpp

So wie gestern Abend hat man den Kickers-Trainer Edgar Schmitt in Stuttgart noch nicht erlebt. Er war auf hundertachtzig. „Das war ein Katastrophenspiel“, sagte er nach der 0:2-Niederlage, „vorne nichts, hinten nichts – überhaupt nichts.“ Ein Rückfall in schon überwunden geglaubte Zeiten. „Unverständlich“, meinte auch der Präsident Dirk Eichelbaum. Dabei waren die Kickers eigentlich gut vorbereitet gewesen auf das Gastspiel in Nordbaden. Vor exakt zwei Wochen ist die Mannschaft schon einmal in Sandhausen gewesen – als Zaungast der Partie gegen Werder Bremen II. Der Anschauungsunterricht war letztendlich umsonst. „Vielleicht haben einige nach zwei Siegen gedacht, das geht von alleine“, sagte der Manager Joachim Cast nach dem mutlosen Auftritt der Mannschaft.

Zwar begannen die Kickers vor den 1720 Zuschauern im Hardtwaldstadion gut, vor allem dank Orlando Smeekes, doch nach einer Viertelstunde war die Herrlichkeit bereits vorbei. Sandhausen wurde von Minute zu Minute stärker, vor allem dank Roberto Pinto, der über die rechte Seite fast an allen gefährlichen Angriffen der Gastgeber beteiligt war und in der 26. Minute Pech hatte, als er mit einem gefühlvollen Heber nur die Latte traf. Der junge Gegenspieler Simon Köpf jedenfalls war völlig überfordert, nachdem er für Gentner in die Startformation gerückt war – als einer von drei neuen Spielern. War die Hereinnahme von Bashiru Gambo für den mit einem Bänderanriss gehandicapten Mustafa Parmak erwartet worden, kam die Nichtberücksichtigung des Kapitäns Alexander Rosen doch mehr als überraschend. „Er darf heute mal pausieren“, sagte der Manager Joachim Cast nur, zumindest bis zur 66. Minute. Was allerdings nicht nur mit der Dauerbelastung der englischen Wochen zu tun haben dürfte, sondern auch mit den zuletzt gezeigten Leistungen, die eine solche Maßnahme durchaus rechtfertigten.

Doch gestern lief auch ohne Rosen nichts zusammen, im Mittelfeld klafften große Löcher. Noch vor der Pause wurde die Überlegenheit Sandhausens belohnt. Nachdem Alf Mintzel im Strafraum nach einem Zweikampf mit Benedikt Deigendesch zu Fall kam, gab es Elfmeter. Und den verwandelte – genau, Pinto – sicher und auch verdient zur 1:0-Pausenführung. Edgar Schmitt reagierte und setzte nun auf Offensive. In der Pause kamen Parmak (für Landeka) und Tucci als zweite Spitze (für Deigendesch). Und der hatte prompt die Chance zum Ausgleich, doch seinen Kopfball lenkte Torwart Gurski zur Ecke (51). Und auch der Seitfallzieher von Smeekes wäre ein Tor wert gewesen.

Ein Strohfeuer, mehr nicht. Zumal nach einer Stunde der nächste Schreck folgte, als der bereits verwarnte Sascha Traut nach Foul an Mintzel erneut Gelb sah – und zum Duschen gehen konnte. „Das war die Krönung seiner Leistung“, ärgerte sich Cast später, und Schmitt sagte: „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir mit sechs oder sieben Toren nach Hause geschickt worden wären.“ Am Ende blieb es beim 2:0 für Sandhausen, das der eingewechselte Müller aus 18 Metern erzielte (79.).

„Vierte Liga, Stuttgart ist dabei“, skandierten Sandhausens Fans. So weit ist es zwar noch nicht, aber viel fehlt nicht mehr, wenn man die Leistung von gestern als Maßstab nimmt. „Wir haben gespielt wie ein Tabellenletzter“, gab der Manager Cast zu. Was tun? Ein Mentaltrainer wird jedenfalls auf die Schnelle nicht kommen. „Aus diesem Schlamassel muss sich die Mannschaft selbst rausziehen“, sagt Cast. Am Freitag geht es nach Emden. Um sechs Uhr morgens. Nicht zur Strafe, zur Übung. Vor Ort soll schließlich noch für das Spiel am Samstag trainiert werden. Die Mannschaft hat es nötig.

Sandhausen: Gurski – Bindnagel, Göttlicher, Beisel, Kirsch – Kolb – Pinto (75. Müller), Leandro, Mintzel (82. Eberlein) – Haas (46. Boskovic), Öztürk.

Stuttgart: Salz – Steinle, Traub, Mann, Köpf – Deigendesch (46. Tucci), Ortlieb – Traut, Gambo (66. Rosen), Landeka (46. Parmak) – Smeekes.

Schiedsrichter: Thomas Gorniak (Bremen).

Tore: 1:0 Pinto (40., Foulelfmeter), 2:0 Müller (79.).

Gelb-Rote Karte: Traut (61.).

Stuttgarter Zeitung

0:2 – Kickers-Coach Schmitt schlägt Alarm
Nach schwacher Vorstellung in Sandhausen wird die Lage im Kampf gegen den Abstieg immer prekärer

Sandhausen – Erneuter Rückschlag für die Stuttgarter Kickers: Der Fußball-Drittligist hat das Nachholspiel beim SV Sandhausen mit 0:2 (0:1) verloren und leichtfertig eine weitere Möglichkeit zur Aufholjagd vergeben.

VON THERESA DÖFT

Wenige Minuten nach dem Abpfiff platzte Edgar Schmitt der Kragen. Als der Kickers-Trainer auf der Pressekonferenz um seinen Kommentar zum Spiel gebeten wurde, sprach er Tacheles. „Das war heute ein katastrophales Spiel von uns. Das war offensiv nichts – und defensiv nichts“, schimpfte Schmitt, „wenn Sandhausen die Chancen besser genutzt hätte, wäre das Spiel 0:7 ausgegangen.“ Lediglich einen Kickers-Spieler nahm der Coach bei seinem verbalen Rundumschlag von seiner Kritik aus: Torhüter Manuel Salz, der eine gute Leistung zeigte.

Dass Schmitt mit seiner Elf derart hart ins Gericht ging und Manager Joachim Cast dem Team sogar „kollektives Versagen“ vorwarf, zeigt: Beim Schlusslicht auf der Waldau brennt der Baum. Der Auftritt in Sandhausen dürfte Konsequenzen haben.

Die Mannschaft spielte am Hardtwald über weite Strecken schwach und unterlag verdient – völlig chancenlos waren die Kickers aber nicht. In der ersten Hälfte wäre Sandhausen neben dem von Roberto Pinto verwandelten Foulelfmeter (40.) – zuvor hatte Benedikt Deigendesch Alf Mintzel gefoult – zwar durch einen Heber von Pinto (28.), der an der Latte abprallte, beinahe ein zweites Tor gelungen. Gerade aber zu Beginn der zweiten Hälfte spielten die Blauen ordentlich und erarbeiteten sich gute Chancen. Zwischen der 51. und 53. Minute scheiterte aber Orlando Smeekes gleich zweimal, und auch Marco Tucci machte es in aussichtsreicher Position nicht besser.

Die offensivere Ausrichtung von Edgar Schmitt, der in der Pause für den defensiven Mittelfeldspieler Deigendesch in Tucci einen zweiten Stürmer brachte, schien sich auszuzahlen. Neben den drei Großchancen kamen die Kickers zu weiteren guten Möglichkeiten. Auf der anderen Seite hatten sie dagegen Glück, dass Schiedsrichter Thomas Gorniak Danko Boskovics Kopfballtor (59.) wegen eines Fouls des Sandhauseners nicht gab. In der 61. Minute machten sich die Kickers das Leben noch schwerer: Sascha Traut, der zuvor wegen Meckerns Gelb gesehen hatte, musste nach einem Foul mit Gelb-Rot vom Platz. „Der Platzverweis war typisch für seine Leistung“, kritisierte Schmitt. Die Badener nutzten die Überzahl bestens aus und erspielten sich einige gute Chancen – sorgten aber erst in der 79. Minute durch den Treffer von Nicolai Müller, der den Ball aus 20 Metern unhaltbar ins Tor hämmerte, für die Entscheidung. Einziger Vorteil für die Kickers: Bereits am Samstag in Emden können sie sich rehabilitieren.

Stuttgarter Nachrichten

„Kollektives Versagen“
Die Stuttgarter Kickers verlieren die Nachholpartie beim SV Sandhausen mit 0:2

Sandhausen (bw) – Die Stuttgarter Kickers mussten im Abstiegskampf den nächsten herben Rückschlag einstecken. Der Fußball-Drittligist kassierte gestern Abend in der Nachholpartie beim SV Sandhausen eine 0:2 (0:1)-Niederlage und droht den Anschluss zu verpassen.

Der Abstand des Tabellenschlusslichts zu den Nichtabstiegsplätzen ist zwar konstant bei fünf Punkten geblieben, doch in Werder Bremen II punktete gestern ein direkter Konkurrent. Die Hanseaten feierten überraschend einen 1:0-Auswärtssieg beim FC Erzgebirge Aue. Heute haben zudem noch Jahn Regensburg und der VfR Aalen die Chance, sich etwas abzusetzen.Während Kickers-Manager Joachim Cast nach der zweiten Niederlage innerhalb von vier Tagen enttäuscht von einem „kollektiven Versagen“ der Mannschaft sprach, ließ auch Trainer Edgar Schmitt seinem Frust freien Lauf. „Wir haben hinten und vorne eine katastrophale Leistung gezeigt“, schimpfte der Coach, nahm allerdings Torhüter Manuel Salz als einzigen Kickers-Akteur aus dieser Kritik heraus. Hätte der 23-Jährige nicht mehrfach mit Glanzparaden Großchancen der Gastgeber pariert, wäre die Niederlage der Kickers noch weitaus höher ausgefallen. „Wir hätten hier mit 0:7 verlieren können“, haderte Schmitt mit seinem Team. Der Trainer der „Blauen“ hatte in der Startformation gegenüber der 1:2-Heimniederlage gegen Rot-Weiß Erfurt drei Änderungen vorgenommen. Neben dem angeschlagenen Mustafa Parmak (Bänderdehnung), für den Bashiru Gambo im offensiven Mittelfeld spielte, blieben auch Kapitän Alexander Rosen und Außenverteidiger Thomas Gentner erst einmal auf der Bank. Sie wurden durch Markus Ortlieb und Simon Köpf ersetzt.Die Kickers hatten zunächst mehr vom Spiel, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. Nach 15 Minuten übernahmen die Gastgeber die Regie und erspielten sich einige gute Chancen, die Salz zunichte machte. Nach einem Foul von Benedikt Deigendesch an Alf Mintzel erzielte Roberto Pinto (40.) per Strafstoß die Führung für die Gastgeber. In der zweiten Hälfte drängten die Kickers auf den Ausgleich. Für Deigendesch war in Marco Tucci ein zweiter Stürmer ins Spiel gekommen. Parmak wurde für Josip Landeka eingewechselt. Das Powerplay der „Blauen“ blieb aber unbelohnt und wurde später durch die Gelb-Rote Karte für Sascha Traut (61.) erschwert. Mit Kapitän Rosen kämpften die „Blauen“ leidenschaftlich weiter, doch die größeren Chancen hatte weiter Sandhausen. Während Salz noch mehrmals retten konnte, war er bei einem Schuss von Nicolai Müller schließlich machtlos. Der SV-Stürmer sorgte fünf Minuten nach seiner Einwechslung für den 2:0-Endstand (80.). Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Köpf – Deigendesch (46. Tucci), Ortlieb – Traut, Gambo (67. Rosen), Landeka (46. Parmak) – Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Ampelkarte für Traut
Der SVS rückt vor

Der SV Sandhausen hat gegen das Schlusslicht Stuttgarter Kickers einen 2:0-Pflichtsieg eingefahren und konnte mit dem dritten Sieg in den letzten vier Partien seine Position im Mittelfeld stabilisieren. Das Schmitt-Team verlor nicht nur die Partie, sondern auch noch Traut mit der Gelb-Roten Karte.

Gegenüber dem 1:1 gegen Burghausen nahm Sandhausens Trainer Gerd Dais nur eine Umstellung vor. In der Abwehr ersetzte Beisel Eberlein. Bei den Stuttgarter Kickers gab es im Vergleich zum 0:2 in Paderborn drei Änderungen in der Startelf: Gambo, Köpf und Ortlieb spielten für Gentner, Rosen und Parmak.

Die Kickers hatten im Hartwaldstadion zunächst mehr vom Spiel, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. Mit zunehmender Spieldauer übernahm aber der SVS das Kommando. Und die Sandhauser konnten sich auch Chancen erspielen. Doch zunächst scheiterte Haas an Kickers-Keeper Salz (17.), Pinto lupfte den Ball an das Aluminium (28.).

In der 40. Minute war es dann aber soweit. Nach einem Stoß von Deigendesch gegen Mintzel gab es Elfmeter für Sandhausen. Pinto trat an, der Portugiese verwandelte sicher.

In der zweiten Halbzeit versuchten die Kickers, der Partie noch eine Wende zu geben. Sandhausen stand in der Defensive aber sicher und ließ nur wenig zu. Nach einer Stunde schwächten sich die Stuttgarter selbst, Traut musste mit der Ampelkarte den Platz verlassen.

Trotz Unterzahl konnten sich die Stuttgarter in der Folgezeit ein optisches Übergewicht erspielen. Dies ging allerdings auf Kosten der Stabilität in der Defensive. Und der eingewechselte Nicolai Müller nutzte eine der Lücken zum entscheidenden 2:0 in der 79. Minute aus.

Der SV Sandhausen gastiert am kommenden Samstag in Regensburg, die Stuttgarter Kickers treten ebenfalls am Samstag in Emden an.

Kicker

Kickers treffen das Tor nicht und unterliegen in Sandhausen mit 0:2

Rückschlag im Abstiegskampf. Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat sein Nachholspiel am Dienstagabend beim SV Sandhausen mit 0:2 verloren. Für den Tabellenachten erzielten Roberto Pinto (40., Foulelfmeter) und der eingewechselte Nicolai Müller (80.) die Tore zum insgesamt verdienten Sieg. Bei den Blauen, die von der 61. Minute an nach Gelb-Rot für Sascha Traut in Unterzahl agieren mussten, war die Chancenverwertung erneut ein Manko. Trotz einiger guter Gelegenheiten für die Gäste durch Marco Tucci, Orlando Smeekes und des eminent fleißigen Orlando Smeekes blieb am Ende die Null stehen.

Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt hatte in Sandhausen seine Startformation gegenüber dem Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt auf drei Positionen verändert. Marcus Ortlieb, Bashiru Gambo und Simon Köpf ersetzten Alexander Rosen, Mustafa Parmak und Thomas Gentner, die zunächst Platz auf der Bank nahmen. Die Gäste starteten druckvoll in das Gastspiel bei den Kurpfälzern und übernahmen nach einem Warnschuss von Sascha Traut zunächst die Regie.

Dieses Bild änderte sich nach einer Viertelstunde Spielzeit. Der SV Sandhausen kam nun über die Außenpositionen besser ins Spiel und erarbeiteten sich in der Folge einige Tormöglichkeiten. Die beste hatte Roberto Pinto für die Hausherren: Sein als Lupfer gedachter Schuss klatschte an die Querlatte des Stuttgarter Gehäuses, anschließend bereinigte der abermals sehr gut aufgelegte Kickers-Rückhalt Manuel Salz die Situation.

In der 40. Minute ging der Tabellenachte dennoch in Führung. Der Schiedsrichter Thomas Gorniak wertete einen Zweikampf im Sandhausener Strafraum zwischen Benedikt Deigendesch und dem Sandhausener Alf Mintzel als Foulspiel und entschied auf Strafstoß. Pinto verwandelte sicher zur 1:0-Pausenführung, sein neunter Saisontreffer.

Auch den zweiten Spielabschnitt begannen die Kickers mit dem druckvolleren Spiel. Der für Deigendesch eingewechselte Marco Tucci hatte gleich nach wenigen Minuten eine gute Möglichkeit – seinen Kopfball lenkte der Sandhausener Schlussmann Michael Gurski zur Ecke. Ein Seitfallzieher von Orlando Smeekes strich kurz darauf nur wenige Zentimeter am Ziel vorbei. Glück hatten die Gäste allerdings, als der Schiedsrichter wenig später einen Kopfballtreffer des eingewechselten Danko Boskovic nicht anerkannte – warum, blieb unklar.

Von der 61. Minute an agierten die Kickers in personeller Unterzahl: Der bereits verwarnte Sascha Traut sah nach einem Foulspiel Gelb-Rot. Dennoch wurde die Partie nun immer munterer, Edgar Schmitt wechselte seinen Kapitän Alexander Rosen für Gambo ein (67.). Dicke Chancen für die Blauen gab es danach fast im Minutentakt. Zunächst parierte der Keeper Gurski einen Distanzschuss von Simon Köpf mit einem tollen Reflex, anschließend verfehlte Tucci das Tor nur knapp.

Dennoch fiel der nächste Treffer wieder auf der Gegenseite. Der kurz zuvor für Pinto eingewechselte Nicolai Müller traf in der 80. Minute aus gut 20 Meter Tordistanz ins lange Eck – Salz blieb ohne Chance. Es war die Entscheidung vor 1720 Zuschauern im Sandhausener Hardtwaldstadion.

SV Sandhausen: Gurski – Bindnagel, Göttlicher, Beisel, Kirsch – Kolb – Pinto (76. Müller), Grech, Mintzel (82. Eberlein) – Öztürk, Haas (46. Boskovic). Trainer: Dais.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Traub, Mann, Köpf – Deigendesch (46. Tucci), Ortlieb – Traut, Landeka (46. Parmak) – Gambo (67. Rosen) – Smeekes. Trainer: Schmitt.

Tore:
1:0 Pinto (40., Foulelfmeter), 2:0 Müller (80.)

Schiedsrichter: Gorniak (Bremen)

Zuschauer: 1720 Fans im Hardtwaldstadion

Gelbe Karten: — / Köpf

Besonderes: Gelb-Rot für Traut (61., Kickers)

Offizielle Homepage

Vorberichte SV Sandhausen – Stuttgarter Kickers

Sandhausen überraschend gut
In Hoffenheims Schatten aufgeblüht – Heute kommt das Schlusslicht Stuttgarter Kickers

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers treten heute (19 Uhr) beim SV Sandhausen an, der in der dritten Fußballliga im Moment die beste Mannschaft aus Baden-Württemberg stellt. Der Kickers-Trainer Edgar Schmitt sagt: „Die stehen zu Recht auf Platz acht.“

Von Joachim Klumpp

Gerd Dais hat das Gazi-Stadion am vergangenen Mittwoch schon vor dem Ende der Partie zwischen den Stuttgarter Kickers und Unterhaching verlassen. Genug gesehen. Sein Urteil? „Wenn man die Mannschaft spielen sieht, denkt man nicht, dass sie auf dem letzten Platz steht.“ Tut sie aber, und das gleich zwölf Ränge hinter dem SV Sandhausen, der erst im Vorjahr in die Regionalliga aufgestiegen ist und sich dann auf Anhieb für die eingleisige dritte Liga qualifiziert hat. Alles andere wäre für den Verein auch nicht infrage gekommen, denn die Lizenz für die viertklassige Regionalliga haben die Verantwortlichen erst gar nicht beantragt.

Das spricht für ein gewisses Selbstbewusstsein im Club, der seit 2005 von Gerd Dais trainiert wird. „Wir können hier in Ruhe arbeiten“, sagt Dais und verweist darauf, dass seine Mannschaft in dieser Saison schon eine Schwächephase durchgemacht hat, mit zehn Spielen ohne Sieg. Doch im neuen Jahr läuft es gut. Was auch damit zusammenhängen dürfte, dass in der Winterpause – ähnlich wie bei den Kickers – gleich vier neue Spieler kamen, was den Konkurrenzkampf belebt hat. Drei Siege, ein Remis, eine Niederlage stehen seither auf dem Konto, und Dais sagt: „Es wird zwar nicht leicht gegen die Kickers, aber wir haben auch einen guten Lauf.“

Zumal der Kader in der Vergangenheit schon Stück für Stück verstärkt worden ist. Zum Beispiel durch Roberto Pinto (VfB, Grasshopper Zürich), der sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zu einem echten Leistungsträger entwickelt hat und inzwischen aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken ist. Der Vertrag des 30-Jährigen läuft zwar aus, doch er hat signalisiert: „Es sieht positiv aus.“ Dass er verlängert. „Letztlich sind das die Spieler, die auch mal ein Spiel alleine entscheiden“, sagt der Kickers-Trainer Edgar Schmitt, der heute zunächst auf den angeschlagenen Mustafa Parmak verzichten wird, dafür rückt Bashiru Gambo in die Startelf.

„Wir haben mit den Neuzugängen sicher auch ein glückliches Händchen gehabt“, sagt Dais, der dementiert, dass sein Verein finanziell exorbitante Gehälter zahlt. „Das können wir gar nicht.“ Nicht zuletzt deshalb, weil die Zuschauerzahlen – zuletzt nur 1450 gegen Burghausen – hinter den Erwartungen zurückblieben, obwohl der Verein vor der Saison eine neue Tribüne mit zweieinhalbtausend Sitzplätzen errichtet hat, um die Auflagen für die Liga zu erfüllen. „Wir haben im Moment das Problem, dass viele Leute aus der Region in der Euphorie nach Hoffenheim rennen“, gibt Dais zu. In einem anderen Punkt profitiert Sandhausen dagegen von dieser Nähe. So stehen mit Mario Göttlicher, Denis Bindnagel und Marcel Throm drei ehemalige Hoffenheimer im Kader. „Wenn sie dort nicht weiterkommen, überlegt sich der eine oder andere den Wechsel, auch wenn es keine konkreten Absprachen gibt“, sagt Dais.

Dafür gibt es die Vorgabe durch den Präsidenten Jürgen Machmeier: „Gegen die Kickers holen wir drei Punkte.“ Dais selbst formuliert die weiteren Ziele so: „Wir wollen versuchen, in dieser Saison noch den einen oder anderen Platz gutzumachen.“ Im besten Fall bis Rang vier, denn der berechtigt zur Teilnahme am DFB-Pokal, nachdem Sandhausen in der Qualifikation auf Verbandsebene ausgeschieden ist. Zumindest in dieser Hinsicht teilen sie das Los mit den Kickers.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Gambo spielt für Parmak
Stuttgart (jüf) – Die Kernspintomografie ergab eine Bänderdehnung im Knöchel – dennoch wird Mittelfeldspieler Mustafa Parmak am heutigen Dienstag (Anpfiff 19 Uhr) mit Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers zum Spiel zum SV Sandhausen reisen. Möglicherweise reicht es für ihn zu einem Kurzeinsatz. Parmaks Position als Spielmacher nimmt Bashiru Gambo ein. Da die englischen Wochen viel Kraft kosten, könnten auch Markus Ortlieb für Alexander Rosen und Simon Köpf für Thomas Gentner ins Team kommen. Respekt hat Kickers-Trainer Edgar Schmitt vor allem vor der rechten Seite der Sandhausener. Dort sorgt Ex-VfB-Profi Roberto Pinto für viel Betrieb. Schmitt: „Wenn wir eine Chance haben wollen, müssen wir voll dagegenhalten.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers treten heute in Sandhausen an

Stuttgart (bw) – Nach zwei Tagen Pause rollte heute (19 Uhr) in der dritten Liga wieder in einigen Nachholspielen der Ball: Die Stuttgarter Kickers sind beim SV Sandhausen zu Gast, (…)

Nach dem 1:2 gegen Rot-Weiß Erfurt kommt den Kickers die derzeitige Vielbeschäftigung sehr gelegen. „Da brauchen wir nicht eine ganze Woche lang über diese ärgerliche Niederlage nachzudenken, sondern müssen uns gleich auf das nächste Spiel konzentrieren – und das wird schwer genug“, sagt Kapitän Alexander Rosen. Denn der Tabellenachte Sandhausen hat 2009 noch kein Heimspiel verloren. Bei Schlusslicht Kickers rückt Mittelfeldspieler Bashiru Gambo wieder in die Startformation, der angeschlagene Mustafa Parmak (Bänderdehnung) bleibt dafür zunächst auf der Bank.

Indes hat der DFB den 31. Spieltag genau terminiert. Demnach treten die Kickers am Ostersonntag (14 Uhr) beim 1. FC Union Berlin an. Drei Tage später am 15. April (19 Uhr) empfangen sie Jahn Regensburg zum Nachholspiel.

So wollen sie spielen: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Rosen – Traut, Gambo, Landeka – Smeekes.

Eßlinger Zeitung

SVS – Nachholspiel gegen Kickers

Sandhausen (svs). Am Dienstag empfängt der SVS zum Nachholspiel des 23. Spieltages – und dem vierten Heimspiel nacheinander – um 19 Uhr die Stuttgarter Kickers.

Der SVS, auf Tabellenplatz 8, geht als Favorit ins Spiel gegen das Schlusslicht und möchte die 10 Punkte in der Heimspielserie voll machen. Aber aufgepasst: zwar verloren die Kickers am Samstag zuhause gegen Erfurt, davor holten sie jedoch Siege in Aue und gegen Unterhaching und zeigten sich verbessert im Vergleich zum Vorjahr.

Nicht zuletzt aufgrund eines geringeren Etats lautete das Ziel der Kickers schon vor der Saison, Klassenerhalt. Es folgte eine Hinrunde mit durchwachsenen Leistungen und einem Trainerwechsel, Stefan Minkwitz wurde nach sieben Spielen vom ehemaligen Aalen-Trainer Edgar Schmitt ersetzt. Mit 47 Gegentoren halten die Kickers noch den Negativrekord der Liga, aber einige der fünf Winterzugänge erwiesen sich schon als Verstärkung. Größte Hoffnungsträger sind Verteidiger Torsten Traub, mit viel Zweitliga-Erfahrung aus Reutlingen und Erfurt ausgestattet; außerdem kehrte Mittelfeldspieler Mustafa Parmak zurück. Er bewies noch letzte Saison seine Torgefährlichkeit bei den Kickers, sein Wechsel zum Zweitligisten Koblenz brachte jedoch nicht den erhofften Durchbruch. Der mit 5 Toren erfolgreichste Torschütze Vaccaro wechselte im Winter zu Frankfurt II.

Zuletzt ließ Trainer Schmitt mit nur einer Spitze spielen – in den letzten Spielen war das der quirlige Holländer Orlando Smeekes (bisher 4 Saisontore); Alternativen sind Tucci oder Kacani. Im Mittelfeld blieben die erfahrenen Rosen, Traut (für Parmak von Koblenz gekommen) oder Gambo in der Hinrunde etwas hinter den Erwartungen zurück oder fielen aus. Schmitt setzte auch auf die jüngeren Deigendesch oder Landeka. Positive Überraschung bei den Kickers ist Torhüter Salz, er ließ den nach Koblenz gewechselten Yelldell vergessen. Zu erwähnen ist auch, dass sich die 29 Saisontore auf 12 Torschützen verteilten.

Die glanzvollsten Zeiten bei der zweiten Macht in der baden-württembergischen Landeshauptstadt liegen 20 Jahre zurück. 1989 spielten die Kickers in der Bundesliga und standen 1987 im DFB-Pokalfinale, unterlagen aber dort dem HSV. 1991 kehrten sie noch einmal für ein Jahr ins Oberhaus zurück. Dann folgte lange die Zugehörigkeit zur zweiten Liga, abgesehen von zwei Regionalligajahren, wo die Degerlocher 1995/96 auch auf den SVS trafen. Seit 2001 sind die Kickers ununterbrochen drittklassig, die Qualifikation zur dritten Liga schafften sie knapp als Zehnter. Anfang der Achtziger spielte Jürgen Klinsmann einige Jahre bei den Kickers.

Die Begegnung wird kein leichtes Spiel für den SVS, aber mit einer konzentrierten Leistung sollte der nächste Dreier machbar sein.

Sportwoche

Presse zu FCA Walldorf – Stuttgarter Kickers II (1:4)

Rundherum zufrieden war der Trainerkollege von den Stuttgarter Kickers II, Björn Hinck, nach dem 4:1-Sieg seiner Mannschaft in Walldorf. Doch ganz so deutlich, wie es das Ergebnis vermuten ließe, war es nicht. Nach einem Doppelpack von Mijo Tunjic (24./26.) führten die Kickers zur Pause mit 2:0. Als dann nach 54 Minuten auch noch der Walldorfer Phillip Ehning wegen einer Roten Karte vom Feld musste, schien die Partie gelaufen. Doch nach dem schnellen Anschlusstreffer der Gastgeber (56.) wurde es noch einmal spannend, ehe die Stuttgarter Michele Rizzi (88.) und Maikel Boric (91.) den Sieg sicherten. „Nach der Roten Karte haben wir angefangen, unsere Führung zu verwalten. Das können wir einfach nicht“, sagte der Kickers-Trainer Björn Hinck, der die Drittligaspieler Härter, Schürg und Reiß im Team hatte.

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – Rot-Weiß Erfurt

Ein Dämpfer zur rechten Zeit?
Die Kickers-Niederlage gegen Erfurt zeigt, dass der Klassenverbleib kein Selbstläufer wird

STUTTGART. Nach dem 1:2 gegen Erfurt in der dritten Liga scheiden sich die Geister bei den Stuttgarter Kickers vor allem an Orlando Smeekes. „Bei ihm wechseln Licht und Schatten“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast.

Von Joachim Klumpp

Bundesweit gedachten am Wochenende alle Fußballclubs bis zur Oberliga der Opfer des Amoklaufs von Winnenden. Doch bei keiner Partie war die Anteilnahme so omnipräsent wie bei der zwischen den Stuttgarter Kickers und Rot-Weiß Erfurt. Es war fast schon Ironie des Schicksals, dass hier die beiden Vereine aufeinandertrafen, die von Schulmassakern am nächsten betroffen waren: in Winnenden und vor sieben Jahren in Erfurt.

In den 90 folgenden Minuten galt der Blick dann wieder dem Fußball, auch wenn der aus Sicht der Kickers durch die Heimniederlage zusätzlich getrübt wurde. Denn nach zuletzt zwei Siegen bestand berechtigte Hoffnung, dass die Mannschaft mit weiteren Punkten endlich mal wieder die rote Laterne abgeben könnte. Doch daraus wurde nichts, obwohl die Weichen gestellt schienen. Denn zunächst einmal profitierten die Kickers bei ihrer Führung von einem Torwartfehler Orlishausens und kurz vor der Pause noch von einer rüden Attacke Pesolats gegen Parmak, die glatt mit Rot bestraft wurde, so dass selbst Erfurts Trainer Karsten Baumann zugeben musste: „Berechtigt“. Doch weder aus der vermeintlichen Unsicherheit des Schlussmannes noch der numerischen Überlegenheit konnten die Kickers Kapital schlagen. Im Gegenteil: durch einen individuellen Fehler von Steinle hieß es 1:2, nach 52 Minuten und am Ende. Ein Rückschlag – zur rechten Zeit? Der Trainer Edgar Schmitt gibt sich gelassen: „Es werden Vereine unten reinkommen, die noch gar nicht daran denken.“

Dass Orlando Smeekes nach dem Schlusspfiff vor 3690 Zuschauern mit sich und der Welt haderte, hatte seinen Grund. Denn der Niederländer offenbarte wieder einmal seine zwei Gesichter. „Licht und Schatten“, so der Manager Joachim Cast, wobei Letzteres diesmal überwog. In seinem Übereifer provozierte er unnötige Zweikämpfe, so dass am Ende ein möglicher Elfmeterpfiff ausblieb, doch nicht nur das ärgerte Schmitt: „Man kann auch mal schießen.“ Das tat er danach, am Tor vorbei. Der Kapitän Alexander Rosen monierte nach dem Schlusspfiff: „Vielleicht hätten wir in Überzahl noch mehr Druck entwickeln müssen.“ Und vor allem früher.

Denn zwei Dinge müssen sich die Kickers bei allem Eifer schon vorwerfen lassen. Zunächst einmal versäumten sie es, von Beginn an zu zeigen, wer Herr im Hause ist, so dass die Erfurter ihr gefälliges Spiel aufziehen konnten und vor der Pause dominant waren. Zum Zweiten, dass nach der Führung der Gäste fast eine halbe Stunde lang nicht allzu viel passierte, jedenfalls nichts Zwingendes, nichts Durchdachtes. „Das Powerplay war manchmal etwas ungeordnet“, sagte Schmitt dazu, „und dann vergibt man Chancen.“

Marco Tucci zuletzt, davor auch Landeka – und natürlich Smeekes. Wobei sich speziell am Holländer (Motto: „Warum einfach, wenn“s auch kompliziert geht“) die Geister schieden. Was schon mit seiner taktischen Rolle begann. Als Sturmspitze scheint er irgendwie fehl am Platze, weil er dort seine Schnelligkeit nicht so ausspielen kann, beziehungsweise permanent ins Verderben, sprich Abseits rennt. Andererseits ist es sicher kein Zufall, das der „Paradiesvogel“ (Cast) an den drei Treffern in dieser Woche beteiligt war, wobei er die allesamt über die Flügel eingeleitet hat, das ist sein Terrain, wo er sich am wohlsten fühlt, nachdem ihm der Trainer in puncto Einstellung in der Winterpause schon die Leviten gelesen hat.

Bleibt abzuwarten, was in den nächsten Spielen – schon morgen in Sandhausen – überwiegt: Genie oder Wahnsinn. Denn in den kann Smeekes jeden Trainer treiben.

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Traub, Mann, Gentner (62. Köpf) – Deigendesch (57. Tucci), Rosen – Traut, Parmak (65. Gambo), Landeka – Smeekes.

Erfurt: Orlishausen – Stenzel, Pohl, Loose, Schnetzler – Hauswald (73. Wolf), Peßolat, Rockenbach, Semmer (86. Carolus) – Pagenburg (46. Pinske), Cannizzaro.

Schiedsrichter: Christian Leicher (Weihmichl).

Tore: 1:0 Deigendesch (34.), 1:1 Pagenburg (43.), 1:2 Semmer (51.).

Rote Karte: Peßolat wegen groben Foulspiels (45.).

Stuttgarter Zeitung

Kickers fehlt ein Knipser
Gegen Erfurt werden viele Torchancen vergeben – Bundesligisten an Salz dran

Stuttgart – Sie spielten mit heißem Herzen. Doch am Ende fehlte der kühle Kopf. Trotz vieler Torchancen und einem Mann mehr auf dem Platz verloren die Stuttgarter Kickers gegen RW Erfurt mit 1:2. Ein Rückschlag, aber noch lange nicht der Untergang im Kampf gegen den Abstieg.

VON JÜRGEN FREY

Joachim Cast gilt nicht gerade als Hitzkopf. Der Kickers-Manager wird in der Branche als ruhiger und sachlicher Vertreter geschätzt. In der Schlussphase des Drittligaspiels gegen Erfurt aber platzten die Emotionen aus ihm heraus. Er unterzog das Dach über der Trainerbank einem intensiven Materialtest. Nach jeder vergebenen Möglichkeit donnerte der 41-Jährige dagegen. „Es ist doch zum Verrücktwerden, wir haben nach dem 1:2-Rückstand 1000 Chancen und machen keine rein“, ärgerte sich Cast.

1000 waren es nicht, aber zumindest fünf glasklare Möglichkeiten versiebten Josip Landeka, Simon Köpf, Marco Tucci und zweimal Orlando Smeekes, der zudem noch elfmeterreif von den Beinen geholt wurde. Vor dem Tor versagten den leidenschaftlich kämpfenden Blauen die Nerven. Was zu der nüchternen Erkenntnis führt: Dem Team fehlt ein Torjäger, ein Knipser, der auch mal aus keiner Chance einen Treffer macht.

Smeekes ist pfeilschnell, ein guter Vorbereiter, doch ein Gerd Müller wird aus ihm garantiert nicht mehr. Große Alternativen nach dem Abgang von Angelo Vaccaro haben sich bisher nicht aufgedrängt. Marco Tucci und Danny Galm müssen stärker die Ellbogen ausfahren – ihnen fehlt die körperliche Robustheit. Die hat Sokol Kacani zwar, aber die Klasse für die dritte Liga blieb er in seinen Kurzeinsätzen bisher schuldig. Bleibt noch Michael Schürg. Er erarbeitete sich in der Hinrunde viele Chancen, zeigte vor dem Tor aber auch Nerven. Nach seinen Achillessehnenproblemen in der Vorbereitung sucht der 24-Jährige jetzt wieder den Anschluss ans Team.

Was Trainer Edgar Schmitt zu der Problematik sagt? „Natürlich müssen wir vor dem Tor cleverer werden“, beklagt er das Unvermögen im Strafraum, doch gleichzeitig nimmt er die Spieler auch in Schutz: „Wenn wir nicht so ungeordnet anrennen, tun sich die Angreifer auch leichter.“

Das soll schon morgen (19 Uhr) im Nachholspiel beim SV Sandhausen besser werden. Mustafa Parmak (verstauchter Knöchel am Sprunggelenk) wird auf der Bank sitzen, für ihn beginnt Bashiru Gambo. „Mund abputzen und weitermachen“, gibt Kapitän Alexander Rosen als Motto aus. Auch Manager Cast dürfte sich wieder abreagiert haben – und die nicht ganz leichten Planungen für die kommende Runde vorantreiben. Immer wahrscheinlicher wird der Abgang von Torwart Manuel Salz. „Er wird kaum zu halten sein“, sagt sein Berater Ronny Zeller und spricht von mehreren Anfragen, darunter auch zwei aus der Bundesliga. Es sieht so aus, als hätten die Blauen bald nicht mehr nur das Problem des fehlenden Knipsers.

Neue Spieltermine: Union Berlin – Kickers (12. April, 14 Uhr), Kickers – Jahn Regensburg (15. April, 19 Uhr/Gazistadion).

Stuttgarter Nachrichten

Ganz schnell abhaken

Die Stuttgarter Kickers verlieren durch die 1:2-Niederlage gegen Rot-Weiß Erfurt wieder an Boden im Abstiegskampf

Stuttgart – Aufwärtstrend gestoppt: Die Stuttgarter Kickers haben die Chance verpasst, den letzten Tabellenplatz zu verlassen. Nach zuletzt zwei Siegen in Folge, die im Abstiegskampf Mut machten, erlitt der Fußball-Drittligist beim 1:2 (1:1) gegen den FC Rot-Weiß Erfurt einen herben Rückschlag. Durch die Heimniederlage vergrößerte sich der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze wieder auf fünf Punkte.

Von Beate Wockenfuß

Die Tristesse unterm Fernsehturm ist schneller zurück als befürchtet. Während die Erfurter Fans ihr Team, das 45 Minuten in Unterzahl spielte und die Partie trotzdem drehte, feierten, lagen die „Blauen“ deprimiert und erschöpft auf dem Rasen. Kickers-Trainer Edgar Schmitt raste fauchend in die Kabine, Verteidiger Torsten Traub stapfte ebenso wütend hinterher – und der glücklose Stürmer Orlando Smeekes brüllte seinen Frust in den Katakomben heraus. „Wir hatten in der zweiten Hälfte Chancen für zwei Spiele“, resümierte Kapitän Alexander Rosen nach dem erfolglosen Powerplay der leidenschaftlich kämpfenden Hausherren enttäuscht. „Wenn man so aus der Unordnung spielt, dann vergibt man eben auch große Chancen“, ärgerte sich Coach Schmitt und ergänzte frustriert: „Vielleicht war auch ein bisschen Unvermögen dabei.“Benedikt Deigendesch hatte die Kickers in der 34. Minute in Führung gebracht und dabei von einem Fehler des Erfurter Torhüters Dirk Orlishausen profitiert, der den Ball fallen gelassen hatte. Chhunly Pagenburg glich vor der Pause zum 1:1 (43.) aus. Dass Matthias Peßolat kurz danach wegen eines groben Fouls an Mustafa Parmak Rot (45.+1) sah, ließ die Hoffnungen der Kickers auf den dritten Sieg in Folge wachsen. Doch daraus wurde nichts. Nach einem Fehler des ansonsten guten Rechtsverteidigers Moritz Steinle gelang Tino Semmer das 2:1 (51.). Danach zog sich Erfurt zurück – und sowohl Smeekes (54., 89.) als auch Marco Tucci (59., 81.), Josip Landeka (64.) und Simon Köpf (74.) vergaben kläglich. „Die Niederlage ist ärgerlich, aber wir müssen sie jetzt ganz schnell abhaken“, forderte Rosen. Viel Zeit zum Nachtrauern bleibt den Kickers sowieso nicht. Bereits morgen (19 Uhr) treten sie zum Nachholspiel beim SV Sandhausen an. Schmitt blickt weiter optimistisch gen Klassenverbleib. „Wir werden es schaffen. Die Jungs sind da, sie können jeden Gegner schlagen“, betont er und ist sich sicher: „Da wird noch sehr viel passieren. Wir werden Vereine einholen, die noch gar nicht damit rechnen.“

Statistik
Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner (62. Köpf) – Deigendesch (57. Tucci), Rosen – Traut, Parmak (65. Gambo), Landeka – Smeekes.

FC Rot-Weiß Erfurt: Orlishausen – Stenzel, Pohl, Loose, Schnetzler – Hauswald (73. Wolf), Peßolat, Rockenbach, Semmer (86. Carolus) – Pagenburg (46. Pinske), Cannizzaro.

Schiedsrichter: Leicher (Weihmichl).

Zuschauer: 3690.

Tore: 1:0 Deigendesch (34.), 1:1 Pagenburg (43.), 1:2 Semmer (51.).

Gelbe Karten: Gambo / Schnetzler, Semmer, Hauswald, Rockenbach.
Rote Karte: – / Peßolat (45.+1/grobes Foulspiel).
Beste Spieler: Salz, Rosen / Rockenbach, Semmer.

Eßlinger Zeitung

Peßolat sieht den Roten Karton
Engagierte Erfurter siegen in Unterzahl
Rot-Weiß Erfurt gelang es trotz der 1:0-Führung der Kickers und der Roten Karte von Peßloat, drei Punkte aus Stuttgart mit nach Hause zu nehmen. Eine gute Moral und die Treffer von Pagenburg und Semmer besorgten den Auswärtssieg.

Trotz des 2:1-Erfolges gegen Unterhaching änderte Kickers-Coach Edgar Schmitt seine Startformation auf vier Positionen: Deigendesch, Gentner, Traut und Parmak ersetzten Köpf, Ortlieb, Galm und Gambo.

Auch Rot-Weiß Erfurts Trainer Karsten Baumann sah nach dem enttäuschenden 1:4 gegen Paderborn Handlungsbedarf und ließ für Möckel und Cinaz Loose und Peßolat von Beginn an auflaufen.

Sowohl die Kickers als auch die Erfurter starteten engagiert in die erste Hälfte dieser Partie und begannen früh, Druck auf den Gegner aufzubauen. Die Spielanteile waren ausgeglichen, eine klare Dominanz einer der beiden Teams nicht abzusehen, ehe die Schmitt-Elf nach einer halben Stunde einen Gang höher schaltete. Die Bemühungen der Stuttgarter wurden prompt belohnt: Die Flanke von Smeekes konnte Orlishausen erst noch abwehren, doch Deigendesch traf im Nachschuss zum 1:0 (34.). Die Erfurter zeigten sich von diesem Gegentor jedoch unbeeindruckt und spielten munter nach vorne und erzielten noch vor dem Pausenpfiff durch den Ex-Nürnberger Pagenburg den Ausgleichstreffer (43.). Doch dann gab es noch einen Aufreger von Seiten der Rot-Weißen, als Peßolat nach grobem Foulspiel an Parmak die Rote Karte sah (45.+2). Nun musste die Baumann-Elf eine komplette Halbzeit in Unterzahl auskommen.

Die zweiten 45 Minuten begannen mit einer Überraschung: Die dezimierten Erfurter begannen trotz Unterzahl offensiv und schienen sich mit einem Punkt nicht zufrieden geben zu wollen und waren in ihrem Bemühen rasch erfolgreich. In der 52. Spielminute überwand Semmer nach einem Alleingang Kickers-Keeper Salz zum 2:1 und drehte die Partie. Die Kickers waren nicht in der Lage, Kapital aus der zahlenmäßigen Überlegenheit zu schlagen. Die verbliebenen zehn Erfurter kämpften um die drei Punkte und ließen wenige Möglichkeiten für den Stuttgarter Ausgleich zu. Somit gewannen die Gäste nach guter moralischer und spielerischer Leistung verdient mit 2:1.

Die Stuttgarter Kickers müssen am kommenden Dienstag in Sandhausen ran und Erfurt erwartet mittwochs den VfR Aalen.

Kicker

Kickers II siegen in Walldorf

Das U23 Team der Stuttgarter Kickers gewintn bei Astoria Walldorf mit 4:1. Mijo Tunjic konnte die Blauen durch einen Doppelschlag (24. und 26. Spielminute) auf die Siegesstraße führen. Nach einem Platzverweis für die Hausherren kamen diese in der 56. Minute zum Anschlußtreffer. Kurz vor Ende der Begegnung konnte Michelle Rizzi den Dreier perfekt machen. In der Nachspielzeit setzte Maikel Boric sogar noch einen drauf.

Durch diesen Sieg haben sich die Kickers im Mittelfeld der Tabelle festgesetzt. Der Vorsprung vor den Abstiegsrängen beträgt nach 19 Spielen neun Punkte. Am kommenden Sonntag erwarten die Kickers den Bahlinger SC.