Presse am Montag: Präsident Kullen will zurücktreten

Hans Kullen gibt den Kampf auf
 
Während die Zukunft des Kickers-Trainers Robin Dutt offen ist, will der Präsident zurücktreten
 
STUTTGART. Für die Stuttgarter Kickers steht eine Woche der Wahrheit bevor. Morgen will der Präsident Hans Kullen seinen Rücktritt bekannt geben. „Die Anzeichen deuten darauf hin“, sagt ein Insider nach dem 1:1 gegen Ingolstadt.

Von Joachim Klumpp

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen manchmal 90 Minuten. Die Stuttgarter Kickers hätten ihren 2380 Fans in der Fußball-Regionalliga gegen Ingolstadt gerne eine spielerische Gala geboten, doch der Trainer Robin Dutt gab angesichts von Windstärke acht zu: „Bei diesen äußeren Bedingungen wollten wir nur das passende Ergebnis.“ Dass das mit dem 1:1 verpasst wurde, war nicht der Grund für seinen Unmut, sondern das Umfeld des Klubs. „Es geht darum, das Team nicht nur zu unterstützen, wenn es den HSV schlägt.“ Ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Kritiker, von denen es ja nicht wenige gibt.

Doch die dürften wohl schon morgen aufatmen. Dann will der Präsident Hans Kullen bei der gemeinsamen Sitzung mit dem Aufsichtsrat seinen Rücktritt bekannt geben. Was vor allem vom Zeitpunkt her überraschend kommt. Offensichtlich ist der Versicherungskaufmann nicht mehr gewillt, die finanziellen Löcher im Verein zu stopfen – und dafür auch noch wenig Dank zu erhalten. „Ewig in der dritten Liga herumzuspielen ist nicht meine Sache“, hat er dieser Tage nochmals betont, nachdem er zuvor nicht zum ersten Mal, an die Kollegen in Präsidium und Aufsichtsrat appelliert hatte, sich stärker für den Verein zu engagieren. Offensichtlich ohne den gewünschten Erfolg.

Im Gegenteil. Aus dem Aufsichtsrat, der Kullen erst bei der Hauptversammlung im November für eine weitere Amtsperiode empfohlen hat, gibt es nun vermehrt Strömungen, die Kullen zur unerwünschten Person erklären. „Es gibt Leute, die ihn wissen lassen, dass er nicht mehr der richtige Mann ist“, sagt ein Insider, „da wäre es kein Wunder, wenn er die Brocken hinwirft.“

Erschwerend kommt hinzu, dass die Mannschaft in den beiden ersten Spielen nach der Winterpause praktisch schon die minimale Chance auf den Aufstieg verspielt hat. Am Samstag hätte der Abstand zum zweiten Platz mit einem Sieg um zwei Punkte verringert werden können, doch das wäre wohl nur Augenwischerei gewesen, so verständlich die Sehnsucht nach der zweiten Liga auch ist. Die Realität sieht anders aus: Da geht es um einen Platz unter den ersten sechs, „was kein Selbstläufer wird“, so Dutt – bei nur zwei Punkten Abstand auf Rang acht.

Der Trainer selbst wusste gestern offiziell noch nichts von der sich anbahnenden Wende im Führungsgremium, „deshalb möchte ich zu solchen Spekulationen auch keine Stellung abgeben. Das ist für mich an den Haaren herbeigezogen.“ Dabei hatte Dutt noch am Samstag provokativ erklärt: „Es werden Zeiten kommen, da wären die Kickers froh über unsere jetzige Platzierung. Aber in diesem Verein suchen die Leute immer ein Opfer.“ Und das ist in diesem Fall der Präsident, obwohl der in seinen nun mehr als drei Jahren Amtszeit den Klub endlich wieder in die schwarzen Zahlen geführt hat. Doch das wird gerne vergessen.

Noch am vergangenen Dienstag hat Kullen dem Trainer ein verbessertes Angebot unterbreitet, das bis an die Schmerzgrenze des Klubs geht. Und Dutt, der am Samstag phasenweise so klang, als ob sich einer den Frust von der Seele redet, der nichts mehr zu verlieren hat, betonte: „Ich befinde mich nicht auf einer Abschiedstournee.“ Im Gegenteil. „Alles ist offen.“ Die Situation habe für die Kickers eher verbessert. „Und sicher ist auch, dass ich zu keinem anderen Regionalligisten wechseln werde.“ Davon war primär nie die Rede, sondern von der zweiten Liga.

Allerdings nicht mit den Kickers. „Wir steigen nicht auf – wenn alles normal läuft“, sagt Dutt. Nächste Saison geht es um die Qualifikation für die eingleisige dritte Liga. „Ein Kraftakt“, betont der Manager Joachim Cast. „Das versuche ich immer wieder klar zu machen.“ Offensichtlich bisher nicht mit dem gewünschten Erfolg. „Das gibt ein Hauen und Stechen.“ Und noch klafft im Etatansatz für die nächste Saison ein großes Loch, zum Beispiel, weil das Thema Trikotpartner nicht geklärt ist. Die Beziehung des Hauptsponsors Eduardo Garcia zu Kullen gilt als gestört.

Bei Kullens Rücktritt wären zunächst keine Neuwahlen fällig, sofern der Aufsichtsrat einen Nachfolger bestellt. Als Kandidat gilt der Schatzmeister Dirk Eichelbaum.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Stierle – Benda, Hartmann, Gambo (77. Kanitz), Weller (63. Rodrigues) – Vaccaro, Dundee (60. Bischoff).

Tore: 1:0 Benda (6.), 1:1 Tölcseres (83.).

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Chef Kullen vor dem Rücktritt
 
Im Aufsichtsrat des Fußball-Regionalligisten verstärkt sich der Widerstand gegen den Präsidenten
 
Stuttgart – Schwere Führungskrise bei den Stuttgarter Kickers: Vieles deutet darauf hin, dass Präsident Hans Kullen am morgigen Dienstag seinen Rücktritt erklären wird, nachdem ihm der Aufsichtsrat das Vertrauen entzogen hat.

VON JÜRGEN FREY

Es lag nicht nur am mageren 1:1 der Blauen in der Fußball-Regionalliga gegen den FC Ingolstadt: Die Mienen der Männer aus Präsidium und Aufsichtsrat wirkten am Samstag reichlich düster. Schon vor der Partie tagten die letzten Instanzen der blauen Familie. Nach Informationen unserer Zeitung hat der Aufsichtsrat in dieser Sitzung dem Präsidenten unmissverständlich erklärt, nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten zu wollen, und ihn zum Rücktritt aufgefordert.

Die Gründe für den Unmut im Kontrollgremium sind jene, die Hans Kullen seit seinem Amtsantritt am 16. Juli 2003 immer wieder vorgeworfen werden: erhebliche Kommunikationsprobleme und gutsherrenartige Alleingänge bei wichtigen Entscheidungen. Auch sei der hemdsärmelige Versicherungskaufmann aus Hülben nach wie vor ein Hemmschuh für neue Sponsoren. Kullen wiederum fühlt sich im Stich gelassen in seinen Bemühungen, den Verein nach vorne zu bringen. „Es muss Schluss damit sein, sich immer nur an den gedeckten Tisch zu setzen. Damit meine ich, dass die Teamarbeit auch hinter den Kulissen funktionieren muss“, hatte der 65-Jährige vor kurzem in einem Interview gesagt und mit einem Rücktritt zum 1. Juli dieses Jahres gedroht.

Wahrscheinlich wird es so lange gar nicht dauern. Nach Lage der Dinge wird Kullen schon auf der gemeinsamen Präsidiums- und Aufsichtsratssitzung am morgigen Dienstag seinen Hut nehmen – und mit ihm die Präsidiumskollegen Jürgen Köhn, Dieter Wahl und Edgar Kurz. Das Trio sieht den Kickers-Chef zwar alles andere als unkritisch, doch mit der totalen Kehrtwende des Großteils der Aufsichtsratsmitglieder, die Kullen vergangenen November einstimmig in seinem Amt bestätigt hatten, tun sie sich angeblich schwer.

Kommt es tatsächlich zu der Rücktrittswelle, wäre Dirk Eichelbaum der letzte Mohikaner im aktuellen Kickers-Präsidium. Wie es heißt, habe der Schatzmeister seine Bereitschaft erklärt, interimsweise das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit der Verein beschlussfähig bleibt, müsste der Aufsichtsrat im Fall der Fälle vier weitere Präsidiumsmitglieder neu bestimmen.

Bleibt die Frage, wie sich ein mögliches Aus von Kullen auf die finanzielle Seite des Vereins auswirken würde. Fest steht: Der Präsident hat ein Darlehen von 450 000 Euro in den Club investiert – und den Rangrücktritt bis zum 30. Juni 2008 erklärt. Dadurch stehen die Kickers nicht unter unmittelbarem Zeitdruck. Denkbare Variante: Kullen erhält den – dank der DFB-Pokal-Spiele gegen den Hamburger SV und Hertha BSC Berlin – zu erwartenden Gewinn aus der laufenden Saison in Höhe von 250 000 Euro bald, den Rest später.

Was auf Degerlochs Höhen immer wieder kolportiert wird: Hauptsponsor Eduardo Garcia würde im Falle eines Kullen-Rücktritts sein Engagement nicht nur verlängern, sondern auch erhöhen. Wie auch immer: Wenn die forschen Aufsichtsratsmitglieder bei ihrer heiklen Mission nicht plötzlich der Realitätsverlust erfasst hat, müssen sie konkrete Zusagen von Geldgebern in der Hinterhand haben. Sonst könnte die Botschaft drohen: Der Verein ist seinen ungeliebten Präsidenten los. Die Kickers aber auch ihre Lizenz.

Stuttgarter Nachrichten

U19 trotz Tabellenführer Punkt ab

Die U19 der Blauen brachte den bisher ungeschlagenen Tabellenführer FC Bayern München an den Rand einer Niederlage. Bis zur 89. Spielminute führten die Blauen 1:0, dann der Treffer durch Benede. Trotzdem macht dieser Punktgewinn Mut und bedeudet ein nicht eingeplanter Punkt im Kampf gegen den Abstieg.
In der  Tabelle belegen die Blauen nun Rang 12, Ulm gewann überraschend deutlich 4:1 gegen Burghausen und liegt nun ein Punkt vor den Blauen auf dem ersten Nichtabstiegsrang. Am 18. März geht es weiter: Das Derby beim VfB Stuttgart.
Die Kickers spielten mit:
Rodrigues; Schneider, Thies, Jung (62. Mucan), Leist, Weber; Brandstetter (78. Petruso), Rizzi (80. Gümüssü), Candan; Tunjic (73. Gonzales), Zivaljevic

Kickers – FC Ingolstadt 1:1 (1:0)

Das erste Heimspiel im neuen Jahr zwischen den Kickers und dem FC Ingolstadt endete mit einen gerechten 1:1-Unentschieden. Vor 2380 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau brachte Sascha Benda die Kickers früh mit einem direkt verwandelten Eckball in Führung (6.). Sieben Minuten vor Spielende gelang Tölceres der sicherlich verdiente Ausgleichstreffer. Bei beiden Treffer half der starke Wind kräftig mit.

Zur Aufstellung:

Kickers-Trainer Robin Dutt vertraute trotz der Auftaktniederlage im Derby beim VfB II auch heute derselben Elf: David Yelldell im Tor, die Abwehrreihe mit Moritz Steinle, Recep Yildiz, Jens Härter und Oliver Stierle. Im Mittelfeld zentral Manuel Hartmann, auf dem linken Flügel Thomas Weller, rechts Sascha Benda und als Spielmacher lief Bashiro Gambo auf, im Sturm das Duo Sean Dundee und Angelo Vaccaro.
Die Gäste aus Bayern spielten mit einer Dreierabwehrreihe, einem dichten Sechser-Mittelfeld und nur einem Stürmer, wobei die Flügelspieler ständig mit nach vorne stießen.

Zum Spielverlauf:

Der wichtigste Mitspieler auf beiden Seiten war heute der böige Wind. Nicht nur dass der Wind an beiden Toren maßgeblich beteiligt war sondern auch vom ganzen Spielverlauf her musste sich beide Teams darauf einstellen, dass die Bälle heute nicht so flogen wie gewöhnlich.
In der ersten Halbzeit spielten die Kickers mit dem Wind, jeder Abschlag oder lange Ball war heute fast schon ein Angriff, der vor dem Strafraum landete. So hatten es die Abwehrspieler schwer, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen.
Dank der Wind-Unterstützung fiel auch das 1:0 in der 6. Minute. Die Kickers schlugen drei Eckbälle hintereinander nicht wie sonst vom Tor weg, sondern in Richtung Gästetor. Im dritten Versuch schließlich überwand Sascha Benda den Gästekeeper direkt und traf ins rechte Toreck zum Führungstreffer.
In der zehnten Minute ließ Ingolstadts Sturmspitze Andras Tölcseres seine Gefährlichkeit aufblitzen, als er frei vor David Yelldell stand doch sein Versuch links oben am Tor vorbeiging. Vorausgegangen war ein schlimmer Ballverlust nach einem Querpass im Kickers-Mittelfeld, den Robin Dutt zum ersten Mal auf die Palme brachte.
Die Ingolstädter blieben in der Folgezeit das Team mit den besseren Chancen: Nach einem Getümmel im Kickers-Strafraum schaffen es die Gäste nicht den ball aufs Tor zu schiessen, bis schließlich die Kickers-Abwehr klären konnte (15.) Nach einer Kopballverlängerung nach einem Freistoß landete der Ball wieder zu Tölcseres, der sofort per Drehschuss abzog, doch David Yelldell war auch dem Posten und reagierte stark (25.).
Zehn Minuten vor dem Pausentee kam wieder Tölcseres zu Abschluss, doch sein Schuss hielt David Yelldell im rechten Eck sicher. Von den Blauen war leider nur wenig zu sehen. Die Gäste aus Bayern standen solide in der Abwehr und ließen die Kickers kaum Chancen zu, wobei auch der letzte Druck fehlte. Zwar eroberten sich die Blauen durch das Pressing und ihren Einsatz immer wieder die Bälle, aber wurde sie meist viel zu schnell wieder verloren.

Im zweiten Durchgang schien es zunächst anderes zulaufen: In der 50. Minute legte Angelo Vaccaro zurück auf Sascha Benda, der direkt aus 16 Metern abzog, doch Gästekeeper Lutz war schnell am Boden und parierte stark. Sean Dundee schnappte sich den Abpraller und versuchte den Keeper zu umspielen, doch scheiterte er mit seinem Versuch aus spitzem Winkel am Aussennetz. Danach verflachte die Partie auch durch einige Wechsel auf beide Seiten. In der 70. Minute hatte erneut der einzig gefährliche Gästespieler Tölcseres die nächste Möglichkeit, als er im Strafraum freigespielt wurde und aus sechs Metern links am Tor vorbeischoss. In der 75. Minute schlug Oliver Stierle den Freistoß von der Linie.
Sieben Minuten vor Schluss war es aber dann doch soweit: Ein langer Ball wurde in den Kickers-Strafraum verlängert, wo Recep Yildiz schlecht stand. Der Wind trieb den Ball immer weiter Richtung Kickers-Tor, so dass der Kickers-Abwehrspieler nicht mehr an den Ball kam und zurückzog. Er dachte wohl sein Torhüter David Yelldell kommt an den Ball, doch dieser rutschte aus. Tölcseres spekulierte goldrichtig und köpfte die Kugel über David Yelldell hinweg zum 1:1 Ausgleich.
In den Schlussminuten hatte zunächst der eingewechselte Wohlfahrt für Ingolstadt die Möglichkeit zur Führung, als er nach einem Konter im Strafraum völlig frei angespielt wurde. Doch der Stürmer braucht zu lange, so dass David Yelldell auf dem Posten war und abwehren konnte. Mit dem Schlusspfiff hatte der ebenfalls eingewechselte Bastian Bischoff nach einer Ecke die Kopfballchance, doch schafften es die Ingolstädter in letzter Sekunde den Ball vor dem Tor wegzuschlagen.
So blieb es bei einem sicherlich verdienten Unentschieden, das sich die Kickers aufgrund der kämpferischen Leistung auch mehr als verdient hatten. Herausgespielte Chancen war auch heute leider nicht allzu viel zu sehen, zudem bekam die Kickers-Abwehr den immer brandgefährlichen Tölcseres nie in den Griff.

Die Trainerstimmen:

Jürgen Press: „Ich denke wir haben heute ein sehr unterhaltsames Spiel gesehen, das durch den Wind nicht immer berechenbar war. Leider haben wir das frühe Gegentor bekommen. Doch danach muss ich sagen haben wir ein tolles Spiel gezeigt und hätten bereits zur Halbzeit mit 5:1 führen müssen. So sind wir wenigstens froh dass wir kurz vor Schluss endlich den Ausgleich erzielt haben und fahren mit einem wichtigen Punktgewinn nach Ingolstadt.“
Robin Dutt: „Ich sah in dieser Partie heute kein tolles Spiel. Durch den starken Wind und den tiefen Boden war es nicht immer regulär. Wir haben trotzdem die Vorlage mit dem 1:0 bekommen und wollten dann über das kämpferische Element den Sieg erringen. Dennoch konnten wir froh sein, dass Ingolstadt vor dem Tor nicht so effektiv war. Bei dem Gegentor stehst du einfach machtlos da, erst das Tor letzte Woche und heute dieses. Leider sind wir für die kämpferische Leistung nicht belohnt worden. Für alles andere hätten wir aber auch nichts verdient gehabt.“

Die Spielstatistik

Kickers: David Yelldell – Moritz Steinle, Recep Yildiz, Jens Härter, Oliver Stierle – Manuel Hartmann, Sascha Benda, Bashiru Gambo (71. Nico Kanitz), Thomas Weller (63. Dominique Rodrigues) – Angelo Vaccaro, Sean Dundee (60. Bastian Bischoff) – Trainer: Robin Dutt
Ingolstadt: Lutz – Rosenwirth, O. Schmidt, Kroll – Sbordone, Schmidberger, Keidel, Schlauderer (58. Wohlfarth), Jungwirth (73. T. Fink), Obele (58. Buchner) – Tölcseres – Trainer: Press

Zuschauer:
2.380 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Torfolge:
1:0 Sascha Benda (6.)
1:1 Andras Tölcseres (83.)

Schiedsrichter:
Tobias Christ (Kaiserslautern)
Verwarnungen:
gelbe Karten: Gambo, Yildiz, Stierle – Kroll, Keidel

Dutt hat die Wahl: Gambo oder Kanyuk

Stuttgart (dip) – Im ersten Heimspiel des Jahres an diesem Samstag (14.30 Uhr, Gazistadion) gegen den FC Ingolstadt benötigen die Stuttgarter Kickers vor allem eines: Tore. Dafür sind zuallererst die Stürmer verantwortlich, doch nicht minder wichtig ist die zentrale Position dahinter. Daher grübelt Robin Dutt, der Trainer des Fußball-Regionalligisten, über die Besetzung der Spielmacherposition ganz besonders viel. Der Coach muss sich entscheiden: zwischen Bashiru Gambo und Laszlo Kanyuk. „Beide spielen auf etwa gleichem Niveau“, sagt Dutt, der in der vergangenen Woche beim 0:1 gegen den VfB Stuttgart II zunächst Gambo den Vorzug gab.

Wohl in der Hoffnung auf Gambos Treffsicherheit aus der Vorrunde (sieben Tore). Kanyuk, in der ersten Saisonhälfte durch Verletzungen geschwächt, sei eher der Mann für Einzelaktionen und habe „eine starke Vorbereitung absolviert“. Gut möglich, dass er am Samstag dafür belohnt wird.

Stuttgarter Nachrichten

Stadion-TV wird erprobt

In der Begegnung mit Ingolstadt wird erstmals das Kickers-Stadion-TV erprobt und auf Sendung gehen. Dank der Unterstützung der Firma Schawa wurde dieses Stadion-TV in den VIP-Räumlichkeiten des GAZi-Stadions installiert und künftig soll es bei allen Heimspielen ausgestrahlt werden. Gespräche am Spielfeldrand sind vor dem Spiel, während der Halbzeitpause und nach dem Spiel geplant. Kickers-Pressesprecher Guido Dobbratz versucht dafür Offizielle, Spieler oder auch die Trainer vor die Kamera und das Mikrofon zu bekommen. Auch die Pressekonferenz wird natürlich über das Kickers-TV übertragen und evtl. wird es danach noch einen eigenen Sport-Talk geben.

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Dutt: Respekt vor Ingolstadt – Heimspiel am Samstag im GAZi-Stadion auf der Waldau

Durchaus Respekt hat Kickers-Trainer Robin Dutt vor dem nächsten Heimgegner der Blauen, dem FC Ingolstadt. „Der Aufsteiger hat mit dem siebten Platz bisher eine gute Saison gespielt, besitzt die zweitbeste Auswärtsbilanz und verfügt über eine gestandene Regionalligamannschaft.“
Dennoch glaubt Robin Dutt, dass die Kickers die Punkte im GAZi-Stadion auf der Waldau nicht abgeben sondern selbst für einen Sieg sorgen. „Nach dem Ausrutscher gegen den VfB haben wir unsere Fehler analysiert und jeder einzelne muß sich jetzt bis Saisonende für die Kickers verrreißen.“

Robin Dutt sieht auch deshalb die Mannschaft in der Pflicht, weil das Saisonziel mit einer Platzierung zwischen 1-6 unbedingt umgesetzt werden soll. „Sollten wir am Ende auch einen Platz zwischen 3-6 erreichen, wäre das angesichts unserer finanziellen Möglichkeiten im Vergleich zu Hoffenheim, Wehen und anderen Mannschaften ebenfalls ein Erfolg“, stellte der Kickers-Trainer bei der Pressekonferenz am Donnerstag klar.
Wichtig sei es jetzt auch, dass sich die einzelnen Spieler weiterentwickeln, um auch für die nächste Saison gut aufgestellt zu sein. In der Begegnung mit Ingolstadt vertraut Dutt übrigens dem Kader vom letzten Wochenende, denn ein schwächeres Spiel könnte ihm nicht das Vertrauen in die Mannschaft rauben. Fehlen werden weiterhin die noch leicht verletzten Mustafa Parmak und Mustafa Akcay. Marco Wildersinn kann wegen Problemen mit dem Meniskus ebenfalls nicht zum Einsatz kommen.

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StN: Kickers weiter ohne Akcay und Parmak

Steinle und Sökler verlängern
 
Stuttgart – Die Ernüchterung war groß. Statt zum Angriff zu blasen, vermasselten die Stuttgarter Kickers den Auftakt gegen den VfB Stuttgart II (0:1). Nun steht am Samstag (14.30 Uhr, Gazistadion) gegen Ingolstadt das erste Regionalliga-Heimspiel des Jahres an. Robin Dutt sagt: „Wir haben den Start verpatzt, deswegen sind wir aber keine schlechte Mannschaft.“Das gilt es zu beweisen, weshalb der Trainer das Team wohl nicht verändern wird. Zumal die, die besonders vermisst wurden, weiter ausfallen. Mustafa Parmak plagen Achillessehnenprobleme, Mustafa Akcay hat nach einem Muskelfaserriss erst einmal mit der Mannschaft trainiert. Zudem fehlt der am Knie verletzte Abwehrmann Marco Wildersinn.

Nachdem der Kontakt zu den Aufstiegsrängen abgerissen ist, hat sich Dutt an das ursprüngliche Saisonziel erinnert. „Es geht darum, einen Platz zwischen eins und sechs zu erreichen“, sagt der Trainer. Das Thema Aufstieg ist für ihn nur noch ein theoretisches: „Wehen und Hoffenheim werden aufsteigen.“ Möglichem Motivationsverlust im Team wirkte er gleich am Montag entgegen. „Ich werde es nicht dulden, dass einer weniger macht“, hat er seinen Spielern erklärt.

Ob er über die Saison hinaus noch deren Trainer ist, bleibt offen. Unabhängig davon wird die Zukunft geplant. Am Donnerstag haben Moritz Steinle (bis 2008) und Sven Sökler (bis 2009) ihre Verträge verlängert. „Im März fallen weitere Entscheidungen“, sagt Manager Joachim Cast. Wohl auch die, ob sich die Stadt an den Kosten für das Sicherheitsnetz vor der Gegengerade beteiligt. Dies kommt am Samstag erstmals zum Einsatz. Cast verspricht: „Es gibt eigentlich keine Sichtbehinderung.“ Dirk Preiß

Stuttgarter Nachrichten