Der Präsident spielt den Stimmungstöter

Dirk Eichelbaum bemängelt die gute Laune bei den Kickers trotz schlechter Ergebnisse – Yelldell verlängert, Weller muss gehen

STUTTGART. Vom Aufstiegsanwärter zum Abstiegskandidaten? „Mich ärgert, wie wenig sich die Mannschaft in den vergangenen Spielen aufgebäumt hat“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum vor dem Regionalliga-Heimspiel (heute, 19 Uhr) gegen 1860 München II.

Von Joachim Klumpp

Am vergangenen Samstag hat sich Dirk Eichelbaum auf die Fahrt nach Wehen gemacht. Jenem kleinen Flecken mit 6700 Einwohnern im Taunus, der künftig im Profifußball mitmischen will. Und weil dieser Fakt schon seit einer Woche feststand, konnte der Kickers-Präsident hautnah erleben, wie die Mannschaft des Gastgebers vor dem Anpfiff Indianertänze aufgeführt hat. Doch anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen und auf dem Kriegspfad drei Punkte zu ergattern, rauchten die Stuttgarter Spieler lieber die Friedenspfeife. „Erst nach der Pause wurde es besser“, sagt Eichelbaum, der diese Partie beim designierten Meister sinnbildlich für das gesamte Jahr 2007 nimmt. „Es ärgert mich schon, wie wenig sich die Mannschaft in den vergangenen Spielen aufgebäumt hat.“

Mit der Konsequenz, dass sie vom Aufstieganwärter zum Abstiegskandidaten mutierte. Nur fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf den Viertletzten Pfullendorf. Die Tendenz ist fallend. „Neun Punkte aus zehn Spielen in diesem Jahr – das ist die Bilanz eines Absteigers“, macht sich Eichelbaum keine Illusionen (wobei die Talfahrt schon mit der ersten Niederlage am neunten Spieltag in Siegen begann). Dennoch wehrt sich der Manager Joachim Cast: „Mangelnden Einsatz kann man dem Team nicht vorwerfen.“

Das wäre auch nochmal schöner. Aber der letzte Wille und die Konzentration fehlen offensichtlich. Ursache laut Eichelbaum: „Bei uns herrscht zu gute Stimmung.“ Selbst nach Niederlagen. Ein Fall für den Trainer? Dessen Situation trug insgesamt auch nicht gerade zur Entspannung bei: Erst lockte Hannover, dann wurde eine Vertragsverlängerung in der Winterpause so lange hinausgezögert, bis auch dem Letzten klar war, dass Robin Dutts Zukunft nicht in Stuttgart liegt, sondern in Freiburg. „Das ganze Theater dort hat bis zu uns gewirkt“, sagt Eichelbaum. Soll heißen: die Unruhe in und um den Sportclub ging auch an Dutt nicht spurlos vorüber, wenngleich der 42-Jährige alles tut, um sich das nicht anmerken zu lassen. Zwar hat er – in Absprache mit dem Manager Cast – einige Termine wahrgenommen, betont aber: „Absolute Priorität haben die Kickers, dafür habe ich dem Verein zu viel zu verdanken.“

Ob das alle Spieler auch so sehen, steht auf einem anderen Blatt. Einige wie Manuel Hartmann hängen in der Luft, andere wie Laszlo Kanyuk können sich einen Verein suchen, 15 weitere haben einen Vertrag. „Bisher hat der Trainer immer die richtigen Worte gefunden“, sagt Eichelbaum. Und jetzt? „Die Mannschaft macht das durch, was sonst in der Vorrunde passierte“, so Dutt. Weil im Winter der Sturm ausgewechselt worden ist. Und die jungen Nachrücker – Bischoff, Tucci und Kacani (bleibt bis 2009) – einige Monate brauchen, bis sie integriert sind. Zudem haben die Zugänge nicht wie erhofft eingeschlagen, sodass man sich von der Leihgabe Sean Dundee ebenso trennen wird wie von Thomas Weller – und Angelo Vaccaro verstärkt in die Pflicht nimmt. „Wir brauchen ihn nächste Saison“, betont das Präsidiummitglied Walter Kelsch.

Aber nicht nur ihn. „Wir wissen, wo wir ansetzen müssen“, sagt der Präsident. Die vier bis fünf Neuzugänge in allen Mannschaftsteilen sollen deshalb auf dem Platz auch mal eine Reaktion zeigen, in der Kabine ungemütlich werden, kurzum: Leistungsträger und Führungsspieler in Personalunion sein, wie einst Mirnes Mesic, der durch seinen Weggang immerhin 200 000 Euro einbrachte. Gegen eine festgeschriebene Ablöse könnte auch der Torwart David Yelldell gehen, der gestern seinen Vertrag vorzeitig bis 2009 verlängert hat. „Wir sind mit einigen Spielern in Kontakt“, sagt Cast, „können aber keinen Vollzug melden, weil die zum Teil noch bei anderen Vereinen unter Vertrag stehen.“ Die Stürmer Sascha Maier oder Nico Beigang etwa, der Darmstadt 98 aber nur im Falle des Abstiegs verlassen kann. Ein Szenario, das auch den Kickers drohen könnte.

„Wir haben das Thema so kurz wie nötig angesprochen“, sagt Dutt, der vor dem Schlüsselspiel gegen 1860 München II den Teufel nicht an die Wand malen möchte. Dennoch bittet er heute Vormittag zum Torschusstraining, danach zum Mittagessen. „Das haben wir bei Freitagspielen hin und wieder gemacht“, spielt er die Maßnahme herunter. Auch Walter Kelsch hat sich diese Woche kurz gefasst. Zehn Minuten Ansprache mussten reichen. „Da habe ich deutlich gemacht, dass ich von allen Spielern 120 Prozent verlange.“ Ohne Wenn und Aber. Schließlich hat der Verein das Minimalziel Platz sechs nicht ganz aus den Augen verloren.

Und dem sind die Kickers immer noch näher als einem Abstiegsplatz. So soll es bleiben. Eichelbaum: „Wenn wir heute gegen 1860 nicht gewinnen, wann dann?“

Stuttgarter Zeitung

Becherwurf-Prozess wird zu Hängepartie

Becherwurf-Prozess wird zu Hängepartie

DNA-Gutachten fehlt – Wurfversuche der Polizei im Kickers-Stadion

Während sich die Anhänger des VfB Stuttgart bereits auf das DFB-Pokalfinale am 26. Mai in Berlin freuen, beschäftigt der Becherwurf beim Pokalspiel der Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC am 25. Oktober 2006 immer noch die Justiz. „Becherwurf-Prozess wird zu Hängepartie“ weiterlesen

Sebescen wird Teamchef für den Nachwuchs

Nun ist es endgültig. Der frühere Kickers-Spieler Zoltan Sebescen übernimmt vom 1. Juli 2007 an den Posten als Teamchef für den Nachwuchs bei den Stuttgarter Kickers. Der 31jährige, ehemalige Nationalspieler ist zuständig für alle Bereiche im Nachwuchsbereich, angefangen von den Bambinis bis zum U 23-Team. „Von der Verpflichtung von Sebescen versprechen wir uns einen Schub in der Nachwuchsarbeit, die für einen Verein wie die Kickers immer wichtiger wird“, kommentierte Präsident Dirk Eichelbaum die Verpflichtung des ehemaligen Fußball-Profis.

Zoltan Sebescen spielte nach seinem Wechsel von den Kickers bei Wolfsburg und Leverkusen und wurde kurzfristig auch in die Nationalmannschaft berufen. Nach einem Zeckenbiß und mehreren Verletzungen mußte er vorzeitig seine Laufbahn als Profi beenden und nimmt nun einen neuen Anlauf als Teamchef für den Nachwuchs. „Wichtig ist für mich eine enge Verzahnung der U17-, U19- und U23-Mannschaft, um in Abstimmung mit dem neuen Trainer Peter Zeidler und mit Manager Joachim Cast möglichst viele Talente der ersten Mannschaft zuzuführen“, sieht Sebescen seine Hauptaufgabe an.

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Der doppelte Hinck

Der Trainer der Kickers-Amateure hat auch die A-Jugend übernommen

Degerloch. Carpe diem – nutze den Tag. Björn Hinck kann in dieser Hinsicht niemand etwas vorwerfen: Der 30-Jährige trainiert parallel zur Oberliga-Mannschaft des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers auch die vom Abstieg bedrohten Bundesliga-A-Junioren – neben seiner Arbeit als Finanzbeamter.

Von Frank Pfauth

Zeit für ein Schwätzle am Telefon? „Gewiss“, sagt Björn Hinck, „telefonieren geht immer, trotz meines derzeitigen Programms.“ Selbst schuld, könnte man süffisant dazu anmerken. Seit Hinck unlängst zu seiner eigentlichen Aufgabe als Trainer der Oberliga-Mannschaft bei den Stuttgarter Kickers auf Bitten des Präsidiums auch das Coaching der abstiegsgefährdeten Bundesliga-A-Junioren des Degerlocher Clubs übernommen hat, ist Zeit für ihn zu einem knappen Gut geworden.

Beispielsweise am zurückliegenden Wochenende. Am Freitag musste er von der Seitenlinie aus ansehen, wie die zweite Kickers-Mannschaft ihre Partie in der derzeitigen Heimspielstätte im Stadion Festwiese mit 1:2 gegen den Spitzenreiter SV Sandhausen verlor. Zwei Tage später durfte der 30-Jährige dafür mit den A-Junioren über einen 3:2-Auswärtssieg beim Abstiegsmitkontrahenten SSV Reutlingen jubeln.

Drei Spiele, zwei Siege – so sieht die Zwischenbilanz der noch jungen Ära Hinck bei den Junioren aus. Die hatten die Punkte auch nötig und haben sie weiterhin nötig. Aus den verbleibenden drei Begegnungen muss die A-Jugend noch zwei weitere Siege einfahren, dann würde der Kickers-Nachwuchs den Klassenverbleib wider Erwarten noch schaffen.

Für den Trainer Hinck sind es sieben Partien bis zum Saisonende, die für ihn mit beiden Mannschaften zusammen in den kommenden drei Wochen auf dem Programm stehen. Reisestrapazen bei den Auswärtsfahrten sowie unzählige Trainingseinheiten nicht mitgerechnet. Nicht zu vergessen: Dieses Mammutprogramm absolviert er in seiner Freizeit. Der Mann arbeitet in seinem Hauptberuf als Finanzbeamter auf dem Böblinger Landratsamt. Außerdem ist Hinck vor knapp acht Wochen zum ersten Mal Vater geworden. Wie es dem Doppeltrainer gelingt, angesichts der Terminhetze den Überblick zu wahren? „Bislang jedenfalls war ich in den vergangenen Wochen immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, antwortet Hinck schmunzelnd.

Das Kontrastprogramm genießt derzeit Hincks Vorgänger, Wolfgang Schneck. Allerdings ist ihm sein Plus an Freizeit kein ungetrübter Genuss. Nach fast fünfjähriger Tätigkeit als A-Jugend-Coach hatten er und die Kickers-Verantwortlichen sich vor knapp zwei Wochen dazu durchgerungen, künftig getrennte Wege zu gehen. „Es war eine geräuschlose Trennung“, sagt Schneck. Kommentieren will er die Entscheidung nicht. Aber: „Sehr gerne hätte ich mein Werk auch bis zum Saisonende vor Ort begleitet“, sagt der 53-Jährige, der in seinem eigentlichen Beruf als Sportlehrer an einer Tübinger Hauptschule in Vollzeit unterrichtet. Die Verantwortlichen des Vereins hatten ihrem Meistertrainer den Klassenverbleib in der höchsten deutschen Spielklasse diesmal nicht mehr zugetraut – anders als noch in den vorangegangenen Jahren. Seit dem Bundesliga-Aufstieg der Blauen im Jahr 2003 war Schneck dieses Unterfangen regelmäßig gelungen.

Inzwischen habe er bereits einige Anfragen von anderen Vereinen erhalten, sagt Schneck, der nach eigenen Worten „auch zukünftig dem Fußballgeschäft verbunden“ bleiben werde. In welcher Form? „Kein Kommentar.“ Sicher ist derzeit nur so viel: „Björn Hinck genießt angesichts seines Engagements meinen vollen Respekt“, sagt Schneck, „ich hätte mir diese Doppelbelastung ganz sicher nicht angetan.“

Das Restprogramm des Trainers Björn Hinck in der Oberliga: Sa, 12. Mai: Bahlinger SC – Kickers II (15.30 Uhr); So, 20. Mai: Kickers II – 1. FC Pforzheim (15 Uhr); Sa, 26. Mai: TSG Hoffenheim II – Kickers II (15.30 Uhr); Sa, 2. Juni: Kickers II – VfR Mannheim (15.30 Uhr).

In der A-Junioren-Bundesliga: So, 13. Mai: Kickers – Karlsruher SC (14 Uhr); So, 3. Juni: Kickers – SSV Ulm 1846 (11 Uhr), So, 10. Juni: SC Freiburg – Kickers (11 Uhr).

Stuttgarter Nachrichten

StN: Kickers: Interesse an Stürmer Nico Beigang

Stuttgart (jüf) – Die Personalplanungen des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers gehen nur sehr schleppend voran. Im Poker um Sascha Maier (SV Elversberg) geht es laut dem Stürmer immer noch „um diverse Vertragsinhalte“. Er habe auch andere Optionen. Die Kickers genauso. Ganz oben auf der Wunschliste für den Angriff steht Nico Beigang vom SV Darmstadt 98. Der 24-Jährige, mit dem bereits intensive Gespräche geführt wurden, hat in dieser Saison sieben Tore erzielt. Ein anderer Stürmer stellte sich im Probetraining vor: der 21-jährige Saban Genisyürek, 1,90-m-Mann des Verbandsligisten FV Illertissen. Die zweite Mannschaft der Blauen steht unterdessen vor der Verpflichtung von Srdan Stevanovic vom Oberligakonkurrenten SG Sonnenhof Großaspach. Perfekt ist seit gestern der Einstieg von Zoltan Sebescen als hauptamtlicher Jugendkoordinator. Der Ex-Profi wird am 1. Juli offiziell seine Arbeit aufnehmen.

Stuttgarter Nachrichten

Björn Hinck: Der Mann im Dauerstress

Im Dauerstress befindet sich derzeit der Kickers-Amateurtrainer Björn Hinck, der im Hauptberuf am Landratsamt Böblingen als gelernter Diplom-Verwaltungswirt für Haushaltsplanung und Finanzkontrolling zuständig ist. Daneben aber nützt er jede freie Minute, um bei den Stuttgarter Kickers das Training der zweiten Mannschaft zu leiten. Zusätzlich muß er sich neuerdings aber auch um die A-Junioren kümmern, da sich das Präsidium von dem zuletzt glücklosen Wolfgang Schneck getrennt und Björn Hinck als Interimstrainer berufen hat. All diese Aufgaben ergeben einen äußerst gedrängten Terminplan, zumal der 30jährige Schwabe auch vor sieben Wochen noch Vater eines Sohnes namens Levin Elias wurde.

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Presse zu SV Wehen – Stuttgarter Kickers (1:0)

Hartmann selbst hatte unter der Woche erklärt, nicht bei den Stuttgarter Kickers zu bleiben. Am Samstag verlor die Mannschaft beim anderen Aufsteiger SV Wehen mit 0:1. „Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen“, sagte der Kickers-Trainer Robin Dutt und dachte dabei vor allem an Sokol Kacanis große Chance nach der Pause. In der zweiten Hälfte lief es mit drei Stürmern – neben den eingewechselten Kacani und Bischoff noch Yildiz – besser, wobei der Gastgeber in Gedanken vielleicht schon bei der Aufstiegsfeier in der künftigen Heimat Wiesbaden war.

Für den Kickers-Präsidenten Dirk Eichelbaum ist die Saison dagegen noch nicht abgehakt. Denn nach den beiden letzten 0:1-Niederlagen in München und Wehen ist es auch mit der oft genannten Auswärtsstärke nicht mehr weit her. Sieht man einmal von den acht Spielen ohne Niederlage zu Saisonbeginn ab, haben die Kickers aus den darauf folgenden 22 Partien genau 22 Punkte geholt – macht einen im Schnitt pro Spiel, die Bilanz eines Absteigers. Und selbst mit den aktuellen 42 Zählern ist der Klassenverbleib nach den Ergebnissen des Wochenendes noch nicht ultimativ gesichert. „Das ist kein Ruhekissen“, sagt der Manager Joachim Cast, „das haben wir der Mannschaft nach der Rückkehr in Stuttgart nochmals gesagt.“ Die Partie gegen 1860 München am Freitag bekommt plötzlich eine enorme Bedeutung. Allerdings unter ganz anderen Vorzeichen als gedacht. „Wir müssen jetzt nochmals Vollgas geben“, fordert Eichelbaum, der das Minimalziel (Platz sechs) noch nicht ganz aus den Augen verloren wird.

In puncto Neuzugänge gibt es nichts Neues. Ob Sascha Maier (Elversberg) im Sturm kommt, ist weiter offen. „Wir haben noch andere Optionen“, sagt der Manager Joachim Cast. Zumindest hat Marco Wildersinn in Wehen seine Ambitionen unterstrichen, seinen Vertrag in Degerloch – wie Mustafa Akcay – zu verlängern. Keine Freigabe erhält dagegen der zweite Torwart Manuel Salz, wegen dem (wie im Vorjahr) der Ligarivale SSV Reutlingen angeklopft hat.

Stuttgarter Zeitung

Minimalziel der Kickers in Gefahr

Regionalligist nach 0:1 in Wehen nur noch Siebter – Dutt: „Nicht schön“

Wehen/Stuttgart – Zu Saisonbeginn träumten die Stuttgarter Kickers vom Aufstieg in die zweite Liga, nach der 0:1(0:1)-Niederlage beim SV Wehen ist beim Fußball-Regionalligisten sogar das Minimalziel Platz sechs in Gefahr.

VON DIRK PREISS

Es gab schon ausgiebigere Aufstiegsfeiern als die am Samstag in Wehen. Bereits vor Wochenfrist hatten die Hessen den Aufstieg in die zweite Liga perfekt gemacht, nun sollte rund um das Heimspiel gegen die Kickers mit den Fans gefeiert werden. Doch es kamen gerade einmal 1054 Fans.

Bei den Kickers wäre in solch einem Fall wahrscheinlich ein wenig mehr los gewesen. Doch das Thema Aufstieg hat sich längst erledigt. Nach der Niederlage in Wehen ist nun aber auch der als Minimalziel ausgegebene sechste Platz erst einmal weg. „Das ist nicht schön“, sagt Kickers-Trainer Robin Dutt, der seiner Mannschaft aber eine gute Leistung beim Tabellenführer bescheinigte. Das Problem sei, so der Coach, dass sich die jungen Spieler, die in der Vorrunde nicht zum Einsatz gekommen waren, jetzt erst entwickeln müssen. Am Freitag (19 Uhr) im Heimspiel gegen den TSV 1860 München II fordert Dutt aber dennoch einen Sieg: „Da müssen wir unbedingt gewinnen.“

Die eher schwache Rückrunde zeigt aber auch, dass die Kickers Verstärkung benötigen. Doch Manager Joachim Cast mahnt zur Geduld: „Wir sind mit vielen Spielern in Gesprächen, vieles entscheidet sich aber erst, wenn feststeht, welche Teams künftig in welcher Liga spielen.“ Stürmer Sascha Maier (Elversberg) drängt allerdings auf eine zügige Entscheidung. Am Sonntagabend haben dessen Berater Martin Wagner und Cast noch einmal über einen Wechsel zu den Blauen verhandelt.

Stuttgarter Nachrichten

Großer Bahnhof in Wiesbaden, aber kaum Resonanz in Wehen
Der Zweitliga-Aufstieg des kleinen Klubs aus dem Taunus wird in der Landeshauptstadt weitaus enthusiastischer gefeiert als im Heimatort
VON SUSAN DOBIAS

Den Zweitliga-Aufstieg haben die Kicker des SV Wehen bereits erreicht. Seit Samstag scheinen die nicht gerade von einer großen Anhängerschar unterstützten Taunussteiner auch die Herzen der Fans in Wiesbaden erobert zu haben. Mit Jubel und Schlachtgesängen bereiteten über 1000 Fans den in mehreren schwarzen und silbernen Cabriolets sitzenden Fußballern auf dem Schlossplatz der Landeshauptstadt einen warmen Empfang. Die Protagonisten waren mehr als überrascht und entsprechend gerührt. „Das ist der Wahnsinn. Wenn am ersten Spieltag in der Zweiten Bundesliga doppelt so viele Zuschauer kommen, wären wir schon zufrieden“, sagte Torhüter Adnan Masic strahlend. Kapitän Sascha Amstätter, der zuvor beim 1:0 (1:0) gegen die Stuttgarter Kickers sein Comeback nach fünfmonatiger Verletzungspause feierte, bezeichnete die Stimmung als „sensationell“ und empfand diese als ein „gutes Fundament für die Zukunft“. Die liegt für den Aufsteiger demnächst in Wiesbaden an der Berliner Straße in einem Neubau aus Stahlrohr.

Mitten in der hüpfenden und singenden Jubeltraube stand Heinz Hankammer und wischte sich Tränen der Rührung aus den Augen. Als die Fans seinen Namen lauthals skandierten, ließ der Präsident und Macher seinen Gefühlen freien Lauf. „Ich bin sehr nah am Wasser gebaut“, versucht sich der Mäzen zu entschuldigen. Seine Frau und Tochter gaben dem 75-Jährigen, der unzählige Hände schütteln musste, Halt.

Trainer Christian Hock rang ebenfalls nach Worten. "Das sind hier mehr Menschen als erwartet. Ich hätte nie gedacht, dass so viele kommen. Ich hatte mit ein paar Zuschauern gerechnet. Das ist überwältigend, vor allem, nachdem in Wehen kaum jemand reagiert hat", sagte Hock, der sich wie Manager Bruno Hübner ob des Interesses im Heimatort zuvor ein paar Sorgen gemacht hatte. Denn in dem 7500 Einwohner großen Ortsteil von Taunusstein hatte kaum jemand Notiz vom größten sportlichen Erfolg des Vereins genommen. Kein Plakat, keine Vereinsfahne oder ein sonstiges Souvenir schmückten das hübsche Örtchen im idyllischen Taunus. Alles war wie immer. Den Sieg am Nachmittag über die Kickers durch Veselin Popovics Tor (22.) verfolgten die üblichen etwa 1000 Besucher.

Nach Spielschluss waren alle schnell wieder vom Halberg verschwunden, so dass der Wehener Auto-Konvoi ohne Hindernisse in wenigen Minuten den Ort passieren hatte. "Das war nicht gerade wie bei der Tour de France. In Wiesbaden waren deutlich mehr Leute da", meinte Hübner süffisant. Auf dem Schlossplatz flogen dem Regionalliga-Spitzenreiter die Sympathien zu. "Ich könnte mir vorstellen, so etwas öfter zu machen, beispielsweise vor dem ersten Punktspiel. Wir müssen hier immer wieder präsent sein", erklärte Manager Hübner.

Selbst Oberbürgermeister Hildebrand Diehl mischte sich unter die Gratulantenschar und dankte dem Team für künftige Profifußball-Spiele in der betuchten Stadt. "Endlich ist der weiße Fleck auf der Bundesliga-Landkarte weg", sagte er Freude strahlend und versprach: "Wir kommen alle zum ersten Punktspiel im August." Dann werden auch die Spieler Adnan Masic, Hajrudin Catic und Dajan Simac dabei sein, die unter der Woche ihre neuen Verträge unterschrieben haben. Torjäger Matias Cenci liegt jetzt ein Angebot vor, mit Sturmkollege Martin Willmann folgt am Mittwoch ein Gespräch.

Frankfurter Rundschau

Presse zur U19: SSV 05 Reutlingen – Stuttgarter Kickers (1:2)

A-Junioren-Bundesliga
Kickers erleichtert

STUTTGART (StZ). Mit einem 2:1-Sieg beim Tabellenletzten SSV Reutlingen haben die Bundesliga-A-Junioren der Stuttgarter Kickers einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib gemacht. Nach dem 0:1 durch Altindag (14.) drehten Petruso (26.) und Brandstetter (81.) die Partie noch zu Gunsten der Kickers. „Wir sind erleichtert“, sagte der neue Trainer Björn Hinck.

Stuttgarter Zeitung

Einen Erfolg feierte auch die A-Jugend der Stuttgarter Kickers. Beim SSV Reutlingen gewann das Team von Interimstrainer Björn Hinck mit 2:1 (0:1). Die Treffer für die Blauen, die sich ein wenig vom Tabellenende lösen konnten, erzielten Franco Petruso und Marcel Brandstetter.

Stuttgarter Nachrichten

A-Jugend: Traum vom Klassenerhalt ist geplatzt

Die Reutlinger A-Junioren unterlagen den Stuttgarter Kickers mit 1:2 (1:1) und müssen damit alle Hoffnungen auf den Klassenerhalt ad Acta legen. Vor rund 250 Zuschauern im Kreuzeiche-Stadion hatte Tevik Altindag die SSV-Führung erzielt.

[Alexander Thomys] – Dabei hatte das SSV-Team stark begonnen und hatte die Partie in den ersten 30 Minuten klar unter Kontrolle. Nach einem Pass von Giuseppe Di Leone kam Angreifer Sven Schipplock frei vor das Tor der Stuttgarter, verfehlte dann allerdings das Tor (12.). Zwei Minuten später die umjubelte Führung für die Kreuzeiche-Kicker: Tevfik Altindag sorgte mit einem sehenswerten Freistoß aus 25 Metern für das 1:0 (14.). Im Anschluss hätten die Nullfünfer auf 2:0 erhöhen müssen, aber Alen Lekavski (21.) und Altindag (25.) vergaben weitere gute Möglichkeiten.

Die Reutlinger hatten das Spiel in dieser Phase unter Kontrolle – erst ein Fehlpass in der Vorwärtsbewegung der SSVler ermöglichte den Stuttgartern den 1:1-Ausgleich. Mit einem Pass in den Rücken der Abwehr hebelten die Kickers die Defensivabteilung der Nullfünfer aus, Franco Petruso traf zum 1:1 (26.). „Wir haben den Ausgleich durch einen Fehler erst ermöglicht, und dann ist gleich der erste Sonntagsschuss drinn“, ärgerte sich Al-Kayed. Nach dem Ausgleich verloren die Reutlinger völlig den Faden, die Kickers kamen zu guten Torgelegenheiten. Der agile Marcel Brandstetter schoss zunächst über die Latte und fand später seinen Meister in SSV-Keeper Julian Hauser (33./38.). Zudem köpft Volkan Candan nur knapp am Reutlinger Tor vorbei (45.).

In der zweiten Halbzeit nahmen die Gäste das Spiel in die Hand – ebenso wie die Reutlinger benötigten auch die Kickers einen Sieg im Abstiegskampf. Die Reutlinger Abwehr konnte dem Druck allerdings eine ganze Weile standhalten. Zunächst rettete Antonio Rizzo im Strafraum vor Kickers-Akteur Petruso (55.), später klärte Di Leone auf der Linie für seinen geschlagenen Keeper (71.). Kurze Zeit später die entscheidende Szene: Brandstetter marschierte durch den Reutlinger Strafraum und schloss sein schönes Solo gekonnt zum 1:2 für die Kickers ab (79.). Im Anschluss warf das Al-Kayed-Team alles nach vorne, doch Alen Lekavski verpasste die Ausgleichschance (90.).

Bundesliga zu stark für den SSV

„Das wars dann endgültig“, ist für SSV-Trainer Al-Kayed die Messe im Bundesliga-Abstiegskampf gelesen. Einen Vorwurf konnte der erfahrene Trainer seinem Team allerdings nicht machen. „Sie haben ihr bestes gegeben, das reichte einfach nicht“, erklärte Al-Kayed. „Wir haben nur fünf, sechs Spieler auf Bundesliga-Niveau, das ist einfach zu wenig.“ Dennoch wollen sich die Reutlinger sportlich fair aus der Bundesliga verabschieden und „bis zum Schluss Gas geben“.  Sportlich gesehen ist der Abstieg allerdings zu verkraften. Schließlich agierten die Nullfünfer in derselben Liga mit Vereinen wie dem Rekordmeister FC Bayern München, VfB Stuttgart, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Nürnberg, FSV Mainz 05 oder dem Karlsruher SC. Dennoch war die Chance auf den Klassenerhalt lange Zeit gegeben – obwohl die Nullfünfer finanziell gesehen kaum mithalten konnten. Dies ist bereits aller Ehre wert. In der Oberliga sollte nun der Wiederaufstieg angepeilt werden, doch die Konkurrenz ist groß.

Nun müssen die Planungen für die kommende Oberliga-Saison möglichst schnell anlaufen. Mehrere Spieler haben sich bereits anderen Vereinen zugewandt, das Hauptproblem bleibt dabei die zweite SSV-Mannschaft. Selbst nach dem Aufstieg in die Kreisliga A ist der Reutlinger Unterbau zu unattraktiv für die A-Jugendlichen. Daniel Blazevic (TuS Metzingen) und Steven Kröner (VfB Stuttgart) stehen bereits als Abgänge fest.

SSV-News.de

Reutlingen – Stuttgarter Kickers 1:2 – Altindags Führungstreffer am Ende zu wenig. SSV vor Bundesliga-Abstieg 
 
Resignation nach Derby-Niederlage 
 
VON ALEXANDER THOMYS 
 
REUTLINGEN. Die Reutlinger A-Junioren können für die Oberliga planen. Am 24. Spieltag unterlag die Mannschaft um Trainer Walid Al-Kayed dem Abstiegsmitkonkurrenten Stuttgarter Kickers mit 1:2 (1:1). Der Abstieg aus der Bundesliga ist nach der erneuten Niederlage wohl nicht mehr zu vermeiden. 

Zunächst begann das SSV-Team stark und kontrollierte die Partie in den ersten 30 Minuten. Im Angriff erwiesen sich die Nullfünfer allerdings als zu harmlos und vergaben zahlreiche Torgelegenheiten. Nach einem Pass von Giuseppe Di Leone kam Sven Schipplock frei vor das Tor der Stuttgarter, agierte dann aber zu unentschlossen (12.).

Kurze Zeit später die umjubelte Führung für die SSVler: Tevfik Altindag sorgte mit einem sehenswerten Freistoß aus 25 Metern für das 1:0 (14.). Im Anschluss hätten die Nullfünfer auf 2:0 erhöhen müssen, aber Alen Lekavski (21.) und Altindag (25.) vergaben gute Möglichkeiten. Die Reutlinger hatten das Spiel unter Kontrolle – ein unnötiger Fehlpass brachte die Gäste aber zurück ins Spiel und ermöglichte den 1:1-Ausgleich. Die Kickers konterten geschickt, Franco Petruso schloss sicher ab (26.).

»Der erste Sonntagsschuss ist gleich ein Tor«, ärgerte sich Reutlingens Kommandogeber Al-Kayed. Nach dem Ausgleich verloren die SSVler völlig den Faden, die Kickers kamen zu guten Torchancen. Der agile Marcel Brandstetter schoss zunächst über die Latte und fand wenig später seinen Meister in SSV-Keeper Julian Hauser (33./38.).

Zudem köpfte Volkan Candan nur knapp am Reutlinger Tor vorbei (45.). Am Ende gingen die Nullfünfer mit einem glücklichen 1:1-Unentschieden in die Pause. Den Schwung aus der letzten Viertelstunde vor der Pause nutzten die Gäste auch im zweiten Durchgang und dominierten die Partie nach Wiederanpfiff deutlich. Im Abstiegskampf zählte für beide Teams nur ein Sieg. Die SSV-Abwehr konnte dem Druck zunächst standhalten. Antonio Rizzo rettete gegen Kickers-Akteur Petruso (55.), Di Leone klärte auf der Linie vor Mijo Tunjic (71.).

Einzelaktion entscheidet das Spiel

Spielerisch konnten die Kickers die Nullfünfer nicht bezwingen, erst eine Einzelaktion sorgte für den Siegtreffer der Gäste. Brandstetter marschierte durch den SSV-Strafraum und traf nach einem schönen Solo zum 1:2 (79.). Im Anschluss warf der SSV alles nach vorne, doch Lekavski verpasste den Ausgleich (90.). Selbst SSV-Keeper Hauser ging am Ende in die Offensive, doch gelang es nicht die Niederlage abzuwenden.

»Das war’s dann endgültig«, ist für Al-Kayed die Messe im Abstiegskampf gelesen. Sieben Punkte trennen die SSV-Junioren bereits vom sicheren Ufer. Einen Vorwurf konnte der erfahrene Trainer seinem Team allerdings nicht machen. »Sie haben ihr Bestes gegeben, das reichte einfach nicht«, erklärte Al-Kayed. »Wir haben nur fünf, sechs Spieler auf Bundesliga-Niveau, das ist zu wenig.« Dennoch wollen sich die Reutlinger sportlich fair aus der Bundesliga verabschieden und »bis zum Schluss Gas geben«. (GEA)

Reutlinger General Anzeiger