Becherwerfer vor Gericht

Termin ist Ende Februar

Der Becherwurf, der im Oktober 2006 zum Abbruch des DFB-Pokalspiels der Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC Berlin geführt hat, wird am 26. Februar vor dem Amtsgericht Stuttgart verhandelt. Der 39-jährige Angeklagte hat einen Strafbefehl abgelehnt.

Am 25. Oktober 2006 flog neun Minuten vor Spielende im Gazi-Stadion auf der Waldau ein Plastikbecher aus dem B-Block auf das Feld. Er traf den Schiedsrichterassistenten am Rücken, und zwar derart, dass der Mann benommen zu Boden ging. Daraufhin wurde die Partie abgebrochen; die Kickers, die bereits 0:2 zurücklagen, mussten sich endgültig aus dem Pokal verabschieden.

Ein 39-jähriger Mann, eigentlich ein VfB-Fan, wurde von der Polizei als mutmaßlicher Becherwerfer ausgemacht und zunächst in Untersuchungshaft genommen. Ein beschleunigtes Verfahren scheiterte jedoch, denn ein DNA-Gutachten sollte darüber Aufschluss geben, ob der 39-Jährige tatsächlich für die Verletzung des Linienrichters verantwortlich war, da mehrere Becher umhergeworfen worden waren. Ein weiterer Termin im Herbst 2007 platzte wegen Krankheit, dann ging die zuständige Amtsrichterin in Mutterschutz.

Jetzt wollte ihr Vertreter das Ganze per Strafbefehl regeln – acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung als Angebot. Doch der 39-Jährige will Einspruch einlegen und seine Unschuld beweisen, was einen neuen Prozess vor dem Amtsgericht zur Folge hat. Im Hintergrund geht es auch um Regress: Der Verein fordert vom mutmaßlichen Becherwerfer rund 60 000 Euro, da der Club wegen des Vorfalls ein Sicherheitsnetz spannen und eine Geldstrafe bezahlen musste. jan

Stuttgarter Zeitung

Nico Beigang wechselt zu Jahn Regensburg

Regensburg: Stürmer wechselt zum Jahn
Neuer Anlauf von Beigang

Die Stürmersuche bei Jahn Regensburg ist beendet, Nico Beigang wird in Zukunft für die Oberpfälzer angeriefen. Der 24-Jährige wechselt ablösefrei vom Liga-Konkurrenten Stuttgarter Kickers nach Regensburg und nimmt dort einen neuen Anlauf, nachdem er es bei den Schwaben nicht zum Stammspieler schaffte.

Beigang erhält in Regensburg einen Vertrag bis Saisonende, der sich im Falle der Qualifikation für die neue 3. Liga oder des Aufstiegs in die 2. Bundesliga bis 30. Juni 2009 Verlängert, wie der Sportliche Leiter Horst Eberl am Sonntag wissen ließ.

Hatte Beigang in der Saison 2005/06 in Darmstadt noch zu überzeugen gewusst und bei 31 Spielen zwölf Treffer erzielt, so kam er nach acht Jahren bei den „Lilien“ in seinem neuen Umfeld bei den Stuttgarter Kickers einfach nicht in Tritt. Zwar spielte der 24-Jährige elfmal für die Schwaben, allerdings auch nur ein einziges Mal über die volle Distanz. Ein Tor wollte ihm zudem nicht gelingen. So einigte sich der Angreifer auf eine vorzeitige Auflösung seines bis 2009 laufenden Vertrages in Stuttgart, um in Regensburg anheuern zu können.

Kicker

Presse zum Trainingsauftakt und Verpflichtungen von Russo und Cerci

Neue Gesichter zum Auftakt bei den Kickers

Der Fußball-Regionalligist verstärkt sich in der Winterpause – und sucht jetzt noch einen Mittelstürmer

STUTTGART. Zum Trainingsauftakt haben die Stuttgarter Kickers gestern gleich zwei neue Spieler verpflichtet: Neben Gino Russo (SG Sonnenhof) kommt Ferhat Cerci aus der Türkei. „Damit sind wir offensiv variabler“, sagt der Manager Joachim Cast.

Von Joachim Klumpp

A happy blue year. Mit diesem pfiffigen Slogan begrüßt die Kickers-Homepage ihre Nutzer. Doch allzu blauäugig sollte der Fußball-Regionalligist nicht in das Jahr 2008 gehen, dazu steht zu viel auf dem Spiel: die Qualifikation zur dritten Liga, von der die Kickers momentan noch sechs Plätze trennen. Der Bedeutung sind sich die Verantwortlichen durchaus bewusst, und so begrüßten sie gestern zum Trainingsauftakt im neuen Jahr gleich drei neue Gesichter. Neben dem schon in der vergangenen Woche verpflichteten Mittelfeldspieler Alexander Rosen (28) stießen gestern noch, wie erwartet, Gino Russo vom Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach zum Kader – sowie eher überraschend Ferhat Cerci, der ablösefrei vom türkischen Zweitligisten Koacelispor kommt.

„Damit sind wir im Offensivspiel wesentlich variabler“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast, für den die Transferpolitik damit aber noch nicht abgeschlossen ist. Zum einen suchen die Kickers noch einen Mittelstürmer. Der Wehener Martin Willmann stand auf der Liste, hat aber dem Ligakonkurrenten SV Elversberg den Vorzug gegeben. „Da konnten wir finanziell nicht mithalten“, sagt Cast, der auch auf der wirtschaftlichen Seite schauen muss, dass Nico Beigang einen Abnehmer findet. Cast sagt: „Er hat wohl Angebote, und der Auflösungsvertrag ist aufgesetzt, aber noch nicht unterschrieben.“ Schlechter sieht es bei Sven Sökler und Markus Ortlieb aus, für die es bis jetzt nur lose Anfragen gibt – aber kein Zurück in die erste Mannschaft. Das macht der Chefcoach Stefan Minkwitz nochmals klar: „Wir haben so entschieden, und dabei bleibt es auch.“

Erfreulich war schon mal, dass die Spieler ihre Hausaufgaben gemacht haben und ohne Winterspeck aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekehrt sind. Mit Ausnahme der leicht erkälteten Bashiru Gambo und Mustafa Akcay absolvierten gestern auch alle Mann (21 an der Zahl) den Waldlauf und Laktattest, also auch der zuletzt lange verletzte Kapitän Jens Härter. „Im Moment haben wir hier vernünftige Platzverhältnisse sowie einen neuen Kunstrasen neben der Bezirkssportanlage“, sagt Minkwitz zu der Absage des Trainingslagers in der Türkei. „Und das sind auch die Verhältnisse, die wir im März vorfinden.“ Dann kommt zum Punktspielauftakt der SC Pfullendorf, der sich gestern mit dem Stürmer Timo Trefzger (19) vom Oberligisten SSV Ulm verstärkt hat, nachdem Nico Beigang dem Verein einen Korb gegeben hatte.

Der türkische Kickers-Neuzugang Cerci hat schon in Bielefeld, Ahlen und Emden gespielt, ehe er im Sommer den Verlockungen seines Heimatlands nicht widerstehen konnte. „Doch das Gehalt wurde nicht bezahlt“, sagt der 26-jährige Offensivmann, weshalb er seine Zelte bei Koacelispor abbrach. Auf zu neuen Ufern: „Die Kickers sind ein Traditionsverein, mit dem ich versuchen werde, die Qualifikation für die dritte Liga zu schaffen.“ Dann sieht man weiter.

Längerfristig gilt das für Gino Russo, den die Kickers für eine geringe Ablöse als Perspektivspieler bis 2009 geholt haben, was nicht heißt, dass er nicht schon in der Rückrunde Tore und Furore machen darf. Cast sagt: „Alexander Malchow kennt ihn noch aus seiner Zeit in Großaspach“ – und hält große Stücke auf den 22-Jährigen. „Dass er hier als Co-Trainer ist, hat mit den Ausschlag für die Kickers gegeben“, sagt Russo, dem auch Angebote von Jahn Regensburg sowie dem Hamburger SV II vorlagen. „Ich will hier meine Chance nutzen“, betont Russo – und geht die Aufgabe so gar nicht blauäugig an. Zum Mittagessen bestellt er sich als Getränk ein Mineralwasser und sagt: „Das mit dem Cola und so muss jetzt aufhören.“ Die Einstellung stimmt also schon.

Stuttgarter Zeitung

Vorbereitungsspiele
20. Januar:Hallenturnier in Aalen

23. Januar:VfL Nufringen – Kickers18 Uhr

26. Januar:Believe-in-Blue-Cup:

Soccer-Olymp in Fellbach

30. Januar:Kickers – FC Heidenheim

(Zeit und Ort noch offen)

2. Februar:FC Nöttingen – Kickers 14 Uhr

9. Februar:SG Sonnenhof – Kickers 14 Uhr

16. Februar:TSG Tannhausen – Kickers 14 Uhr

23. Februar:FC Ingolstadt – Kickers

in Gersthofen bei Augsburg 14 Uhr

Die genauen Termine für die Regionalliga werden beim Staffeltag am 24. Januar festgelegt.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Auftakt mit drei Neuen
Stuttgart (kli) – Mit einem Waldlauf und einem Laktattest haben die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers am Montag die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte begonnen. Erstmals neben dem seit Tagen feststehenden Neuzugang Alexander Rosen (Follo FK/Norwegen) mit dabei: Ferhat Cerci (Kocaelispor) und Gino Russo (SG Sonnenhof Großaspach). Stürmer Cerci, der wie Rosen ablösefrei zu den Kickers kam und ebenfalls einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt, spielte vor seinem Abstecher in die Türkei bei Arminia Bielefeld, LR Ahlen und Kickers Emden. In 64 Regionalligaspielen erzielte der 26-Jährige 16 Treffer. Offensivspieler Russo (Vertrag bis 2009) traf in der Hinrunde in 16 Oberligaspielen siebenmal ins Tor. „Durch diese Verpflichtungen sind wir im Offensivspiel variabler geworden“, freut sich Kickers-Manager Joachim Cast, „gerade im Spiel über die Flügel werden wir künftig stärker sein.“

Zu den 23 Akteuren soll noch ein weiterer Stürmer hinzukommen. Sobald der Kontrakt mit dem abwanderungswilligen Nico Beigang aufgelöst ist, besitzen die Kickers wieder finanziellen Spielraum, um zu handeln. Die Kandidaten spielen fast alle im Ausland und absolvieren in den nächsten Tagen ein Probetraining.

Stuttgarter Nachrichten

Neuzugang Alexander Rosen peilt mit den Kickers die dritte Liga an

Rastlos ins nächste Abenteuer

Stuttgart – Er ist der erste Neuzugang der Stuttgarter Kickers im Jahr 2008: Mit Alexander Rosen wollen die Blauen die Aufholjagd in der Fußball-Regionalliga starten.

VON STEFAN KLINGER

Im Sommer 2005 veränderte sich das Leben von Alexander Rosen gewaltig. Der damals 26-Jährige musste sich eines eingestehen: Mit der großen Karriere als Fußballprofi wird es nichts mehr. Bitter, aber wahr. Dabei war für das aufstrebende Talent des FC Augsburg zunächst alles nach Plan gelaufen. Als 19-Jähriger wechselte der Juniorennationalspieler zu Eintracht Frankfurt. Eine erfolgreiche Zukunft als Bundesligaprofi schien vor ihm zu liegen. Daraus wurde nichts. Rosen absolvierte vier Spiele in der ersten und 15 Partien in der zweiten Liga – mehr aber nicht. Die Schuld dafür gibt er sich selbst. „Ich war damals zu ungeduldig“, blickt er zurück, „ich wollte unbedingt so viel wie möglich spielen und habe mich deshalb zweimal ausleihen lassen.“

Ein Fehler. Bei seinen Gastvereinen holte er sich zwar Spielpraxis – bei der Rückkehr zu seinem Stammclub gewann er aber die Erkenntnis: Das Ansehen beim Trainer musste er sich stets aufs Neue erkämpfen. „Die Leihgeschäfte waren der falsche Weg“, sagt er, „es gibt immer Verletzte. Wenn du wartest, bekommst du irgendwann die Chance, dich ins Team zu spielen.“ Eine Möglichkeit, die es für Rosen nicht gab. Es folgte der Abschied aus Frankfurt – und damit auch aus den ersten beiden Ligen. Fortan kickte er in der Regionalliga. Erst für Saarbrücken, später für Elversberg. Tristesse pur. Das führte bei ihm zum Sinneswandel. Rosen wollte nicht mehr nur Fußballprofi sein.

„Mir wurde klar, dass ich von Zweit- oder Regionalligafußball nicht leben kann“, sagt er. Seither ist für ihn die Ausbildung fast so wichtig wie die sportlichen Ziele es sind. Daher wechselte der Mittelfeldspieler nach Norwegen. Seine Perspektive: fußballerisch zweitklassig, aber beruflich brillant. Rosen führte Zweitligist Follo FK nicht nur als Kapitän auf dem Spielfeld an, sondern lenkte auch hinter den Kulissen die Geschicke des Clubs. Er sammelte Berufspraxis, die er für sein Fernstudium als Sportfachwirt benötigt. Eines Tages möchte er einen Aufbaustudiengang zum Sportökonomen absolvieren.

Die Zeit in Skandinavien war für Rosen schön und lehrreich. Nun ist er aber froh, wieder in Deutschland zu sein. Denn bei allen Vorteilen, die er sich für die Karriere nach der Karriere aneignete, merkte er auch eines: So wichtig die Ausbildung ist – noch haben für ihn die sportlichen Ziele Priorität. „Ich denke, dass die dritte Liga mit den ganzen zuschauerstarken Vereinen interessant wird. Dort möchte ich spielen“, sagt er und geht fest davon aus, dass ihm mit den Kickers die Qualifikation dafür gelingt. In den nächsten Wochen möchte der 28-Jährige richtig angreifen. Für den rastlosen Rosen kann das nächste Abenteuer beginnen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers holen Cerci und Russo

Stuttgart: Weitere Neuverpflichtungen

Erst vergangene Woche hatten die Kickers Alexander Rosen vom norwegischen Zweitligisten Follo FK unter Vertrag genommen. Am Montag gab der Verein zwei weitere personelle Verstärkungen bekannt. So wechseln Ferhat Cerci und Gino Russo zu den Schwaben.

Derzeit trennen die „Blauen“ nach bislang enttäuschendem Saisonverlauf fünf Punkte vom zehnten Tabellenplatz. Im November löste Stefan Minkwitz den erfolglosen Peter Zeidler auf dem Trainerposten ab. Insgesamt sind die Kickers seit zehn Ligaspielen ohne Sieg, in neun Heimspielen gelang kein einziger Dreier. Dafür präsentierte der Klub die Neuzugänge zwei und drei.

Die Schwaben verpflichteten den offensiven Mittelfeldspieler Ferhat Cerci (26) vom türkischen Zweitligisten Kocaelispor und Gino Russo (22) vom Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach. Während Cerci lediglich einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieb, bleibt Russo bis zum 30. Juni 2009.

Manager Joachim Cast freut sich über die beiden Neuen: „Durch die beiden Verpflichtungen sind wir in der Offensive nun wesentlich flexibler.“ Der dritte im Bunde, Alexander Rosen, gab bereits einen Appell an den Verein und das Umfeld ab und bat darum, „in den nächsten Monaten persönliche Sachen zurückzustellen und alles dem Projekt Dritte Liga unterzuordnen“.

Kicker

„Die Kickers wird es nach wie vor geben“

Interview mit dem Manager des Fußball-Regionalligisten, Joachim Cast, zum Kampf um die Qualifikation zur dritten Liga und ein mögliches Scheitern

Die Stuttgarter Kickers starten heute mit dem Trainingsauftakt offiziell ins neue Jahr, das für die Zukunft von entscheidender Bedeutung sein wird. Es geht um die Qualifikation für die dritte Liga, von der der Fußball-Regionalligist momentan noch fünf Punkte entfernt ist. „In den nächsten 15 Spielen gibt es keine Alibis und Ausreden mehr“, sagt der Manager Joachim Cast im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Cast, wissen Sie, was die Kickers und der AC Milan gemeinsam haben?

Ehrlich gesagt, nicht.

Beide haben bis Weihnachten kein Heimspiel gewonnen.

Dann sind wir ja in guter Gesellschaft.

Das dürfte aber kaum darüber hinwegtrösten, dass der bisherige Saisonverlauf alles andere als wunschgemäß verlief.

Natürlich können wir damit überhaupt nicht zufrieden sein. Platz 16 und kein Heimspiel gewonnen – da gibt es deutlichen Steigerungsbedarf.

Und was stimmt Sie optimistisch, dass 2008 alles besser wird?

Vor allem die Tatsache, dass ein Großteil der Mannschaft ihr eigentliches Leistungsvermögen bisher noch nicht abgerufen hat. Aber wir können auch nicht ewig darauf warten. In den nächsten 15 Spielen gibt es keine Alibis oder Ausreden mehr, das habe ich den Spielern vor Weihnachten noch mit auf den Weg gegeben. Zusammen mit den Neuverpflichtungen gilt es, aus guten Fußballern einen verschworenen Haufen zu machen.

Rosen ist schon verpflichtet, Russo soll als Ergänzungsspieler kommen, dazu noch mindestens ein Stürmer. Sind das die Veränderungen, um eine Qualitätssteigerung gegenüber den Abgängen zu erreichen?

Grundsätzlich ja. Zumal wir auch noch planen, für die linke Offensivseite eine Verstärkung zu holen. Aber das hängt natürlich auch davon ab, wer den Verein verlässt. Ich gehe jedoch davon aus, dass bei den betreffenden Spielern Sökler, Beigang und Ortlieb eine Lösung gefunden wird. Denn ein Zurück nach oben wird es für sie nicht geben.

Stefan Minkwitz“ Bilanz als Chefcoach war unterm Strich deutlich schlechter als die des Vorgängers Peter Zeidler. Warum hat der Verein trotzdem an ihm festgehalten?

Zunächst einmal hat man in der Art und Weise, wie die fünf Spiele bestritten wurden, Fortschritte gesehen – Ingolstadt einmal ausgenommen. Wir sind zudem der Überzeugung, dass das Trainerteam in sieben Wochen Vorbereitung das vorhandene Potenzial aus der Mannschaft holt – und zwar physisch, aber auch psychisch.

Apropos Psychologe. Was macht die Zusammenarbeit mit dem Mentaltrainer Lösch, die vor der Winterpause bereits einmal praktiziert worden ist?

Da ist noch keine abschließende Entscheidung gefallen. Wir werden das diese Woche nochmals besprechen, auch mit einem Teil der Spieler. Ob und wenn ja, in welcher Form die Zusammenarbeit stattfindet.

In einem anderen Punkt sind die Würfel bereits gefallen. Das angedachte Trainingslager in der Türkei wurde gestrichen. Aus finanziellen Gründen?

In erster Linie schon, aber auch, weil die Trainer der Meinung waren, auch ohne leben zu können. Eine kleine Luftveränderung ist bei der langen Vorbereitungszeit dennoch nötig, so dass wir mal ein paar Tage in die Berge fahren werden, um uns dort alternativ zu beschäftigen.

Beschäftigt sich der Manager denn auch mit der Frage, was er hätte besser machen können – speziell im Punkt Spielerverpflichtungen?

Sicher hinterfragt man sich immer wieder aufs Neue. Aber vor der Saison haben wir Deigendesch und Genisyürek als Perspektivspieler geholt, die vier anderen Neuen waren allesamt gestandene Regionalligaspieler mit guten Referenzen, von denen wir auch überzeugt waren. Aber bei Markus Ortlieb und Nico Beigang hat es eben nicht gepasst, das kann passieren, deshalb sind wir dabei, das zu korrigieren. Jetzt hilft kein Lamentieren, sondern nur der Blick nach vorne.

Da stimmt ja zumindest die Initiative „Believe in Blue“ optimistisch, die ein voller Erfolg ist. Weiß man denn inzwischen, was mit dem Geld (bisher gut 50 000 Euro, d. Red.) passiert?

Das ist nicht genau festgelegt, und es war auch gar nicht der Ansatz, das Geld zweckgebunden zu sammeln. Es fließt in den Gesamtetat ein, also auch ins Personal. Wichtig ist daneben, dass das nicht nur eine einmalige Aktion ist, sondern eine langfristige Kampagne, die zum Beispiel mit dem 1. Believe-in-Blue-Cup am 26. Januar fortgesetzt wird. Wir brauchen eine positive Grundstimmung im Verein, sonst werden wir unser Ziel nur schwer bewältigen können.

Wenn die dritte Liga trotz aller Anstrengung nicht erreicht werden sollte, wäre das das Ende der Kickers, wie manchmal behauptet wird?

Natürlich sind wir nicht blauäugig. Deshalb entwerfen wir auch ein Szenario: was wäre wenn . . . Die Kickers wird es nach wie vor geben, die Frage ist: in welcher Form? Da muss geprüft werden, inwieweit in der vierten Liga ein Profibetrieb möglich wäre.

Das heißt, die Kickers beantragen die Lizenz für die zweite, dritte und vierte Liga?

Ob wir sie auch für die zweite Liga beantragen, sei einmal dahingestellt. Das muss intern noch abgestimmt werden. Aber bei allem Optimismus ist auch Realismus angebracht – bei 14 Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Unser primäres Ziel ist die dritte Liga!

Und was macht der Manager Joachim Cast in der nächsten Saison?

Zunächst einmal habe ich hier einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Ich mache mir keine Gedanken um meine Person, sondern um das Ziel dritte Liga – dann sehen wir weiter.

Stuttgarter Zeitung

Zeidler Co-Trainer in Hoffenheim

Vertrag mit den Kickers aufgelöst

STUTTGART (ump). Im Nachhinein hat Peter Zeidler wohl alles richtig gemacht. Der ehemalige Trainer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers ist seit dem Wochenende Co-Trainer beim ambitionierten Zweitligisten 1899 Hoffenheim. Nachdem sich dort der bisherige Assistent Achim Sarstedt wegen eines Achillessehnenabrisses einer längeren ärztlichen Behandlung unterziehen muss, hat sich der Chefcoach Ralf Rangnick in der vorletzten Woche an seinen alten Weggefährten Zeidler erinnert, mit dem er bereits in der A-Jugend des VfB Stuttgart zusammengearbeitet hat. „Nachdem meine Familie hinter der Entscheidung stand, habe ich zugesagt“, sagt der Gymnasiallehrer Zeidler, der einen Vertrag bis zum Sommer 2010 unterschrieb und bereits am Samstag ins Trainingslager nach La Manga (Spanien) reiste, wo die Mannschaft heute in einem Testspiel auf den Bundesligisten VfL Bochum trifft.

„Der erste Eindruck ist überaus positiv, die Arbeit in Hoffenheim und des Trainers Ralf Rangnick ist sehr zielgerichtet und professionell“, sagt Zeidler, „das ist ein total interessantes Projekt. Mal sehen, wo es hinführt.“ Bis zu Zeidlers Vertragsende will der Verein den Aufstieg in die erste Bundesliga verwirklicht haben.

Peter Zeidler ist bei den Kickers Anfang November nach einem 1:1 gegen den FSV Frankfurt als Tabellenelfter beurlaubt worden und hat seither in Frankreich vor allem bei Racing Straßburg, aber auch dem AS Nancy hospitiert. „Doch jetzt zählt nur noch Hoffenheim“, betont der 45-Jährige, der inzwischen auch seinen Auflösungsvertrag bei den Stuttgarter Kickers unterzeichnet hat. Positiver Nebeneffekt für die Blauen: der Verein spart dadurch für den Rest der Saison noch etwa 25 000 Euro.

Stuttgarter Zeitung

Kickers Zweiter beim 25. Sindelfinger Glaspalast

Erfolgreich nahm das Oberligateam der Stuttgarter Kickers beim 25. Sindelfinger teil. Erst im Finale unterlagen die Blauen dem Regionalligisten SSV 05 Reutlingen mit 0:2 Toren. Die Kickers erhielten für den zweiten Platz eine Prämie von 1250 Euro.

Die einzelnen Ergebnisse sind auf der Homepage des Sindelfinger Glaspalastet zu finden.