Joe Bauer: Seilbahn zum Friedhof

Warum auch der allerletzte Trick nichts bewirkt hat

Es war der letzte Trick, der mir einfiel. Einem Kickers-Mann, glauben Sie mir, fällt schon lange nichts mehr ein. Ich kam am Samstag gegen eins aus dem Mineralbad Berg, meinem zweitwichtigsten Naherholungspark der Stadt, und fuhr nach Degerloch. Normalerweise nehme ich am Charlottenplatz die Linie 7, sie hält auf der Waldau; diese Haltestelle hat man zu Ehren des Sponsors auch Gazistadion genannt.

Eine halbe Stunde vor Spielbeginn wartete ich am Charlottenplatz auf die Bahn. Diesmal, habe ich gesagt, diesmal nehme ich nicht die Linie 7 zum Gazistadion. Aberglaube, davon hatte ich gehört, kann Berge versetzen. Wenn Aberglaube Berge versetzt, überwindet er auch Abgründe.

Wie viele Jahre bin ich nach Degerloch gefahren. Erst mit der Zahnradbahn, dann mit der Linie 6, schließlich mit der Luxuslinie 7. Über dreißig Jahre bin ich nach Degerloch gefahren. Im Grunde, sage ich mir heute, war es wurscht, wie ich gefahren bin: Es ging bergab.

Diesmal bin ich mit der Linie 15 gefahren. Die Haltestelle Gazistadion stinkt, habe ich gesagt. Ich nehme die Linie 15 zum Fernsehturm. Der Fernsehturm leuchtet. Die Linie 15 ist die Gewinnerlinie, habe ich gesagt. Wenn du mit der Linie 15 fährst, kannst du nicht verlieren.

Im B-Block wartete wie immer mein Kollege George der Grieche, im Hauptberuf Gerichtsreporter, auch der Redaktions-Azubi Klinger war angereist, um am Ende der Bratwurst zu riechen, und irgendwo, in einem anderen Fan-Block, schlug wie bei jedem Spiel das blaue Herz des stadtbekannten Punk-Musikanten Tschelle, ich konnte es spüren im Stadion.

Genau genommen gibt es kein Stadion auf der Waldau. Es gibt seit jeher nur den gottverdammten Kickersplatz. Das war mal ein schöner Fußballplatz. Als Naherholungspark hat er ausgedient. Bald werde ich zur Naherholung die Seilbahn zum Dornhaldenfriedhof nehmen.

Die Toten auf dem Hügel haben ihre Würde behalten. Die Unterirdischen regieren bei den Kickers. Stehen herum wie Wachsfiguren. Die einen mit Visitenkarte, die anderen mit Rückennummer. Blamieren sich bis auf die Knochen, obwohl sie keine haben. Sonst würden sie die mal hinhalten. Was bleibt zu sagen: Auch die 15 ist eine Verliererlinie. Wir sind Scheißverlierer auf der ganzen Linie.

Stuttgarter Nachrichten

Vorberichte Stuttgarter Kickers – SC Pfullendorf

Mit drei Neuen gegen Pfullendorf
Denkpause für Gambo

Stuttgart (kli) – Es ist der letzte Rettungsversuch: Gleich auf drei Positionen verändert Trainer Stefan Minkwitz das Team der Stuttgarter Kickers im wichtigen Nachholspiel gegen den SC Pfullendorf am heutigen Dienstag (19 Uhr/Gazistadion). So stehen nach überstandenen Verletzungen Mustafa Akcay und Oliver Stierle sowie der zuletzt gesperrte Angelo Vaccaro wieder in der Startelf. Vaccaros Einsatz stimmt Minkwitz zuversichtlich, dass dem im Angriff harmlosen Regionalligisten im elften Anlauf der erste Heimsieg gelingt. „Von ihm erhoffe ich mir, dass er unsere Offensivprobleme löst und die anderen mitreißt“, sagt Minkwitz.

Wer seinen Platz in der Anfangsformation räumen muss, lässt der Kickers-Coach offen. Sicher ist aber: Der zuletzt schwach spielende Bashiru Gambo gehört diesmal nicht zum Kader. „Wir haben ihn aus disziplinarischen Gründen für Dienstag freigestellt“, erklärt Minkwitz, „ich warte jetzt, ob er in den nächsten Trainingseinheiten eine Reaktion zeigt – dann sehen wir weiter.“ Zurzeit liegen die Blauen neun Punkte hinter Platz zehn zurück. Ein Sieg gegen Tabellennachbar Pfullendorf ist daher Pflicht.

Stuttgarter Nachrichten

„Nun müsste schon ein Wunder her“
Prominente zur Misere

Stuttgart – Sind die Kickers zu retten? Hoffnung, sagen viele, gibt es kaum noch. Dafür Einigkeit unter den Blaublütigen: Stuttgart wäre ohne die Kickers ärmer. Viel ärmer.

Fredi Bobic, Ex-Kickers-Profi: „Ich bin gerade in Amerika. Ist Minki noch Trainer? Er hat es schwer. Denn normal muss in Heimspielen die Basis für Erfolge gelegt werden, das haben die Kickers verpasst. Die Blauen sind in Stuttgart eine Institution, das wird von vielen unterschätzt. Ein Abstieg wäre jämmerlich schade.“

Susanne Eisenmann, Sportbürgermeisterin: „Mit den Kickers sind Generationen von Stuttgartern aufgewachsen. Wer hier von einem Traditionsverein redet, der spricht von den Blauen. Das aktuelle Team hat Potenzial, aber ein immenses Problem im Sturm. Und es fehlt jegliches Selbstvertrauen. Da wird sogar Pfullendorf zum Angstgegner. Der Abstieg wäre ein ganz, ganz unschönes Signal für die Sportstadt Stuttgart.“

Michael Gaedt, Musiker und Comedian: „Auch ,Die Kleine Tierschau“ glaubt an die Blauen, hat Pixel auf der Homepage gebucht. An uns liegt“s also nicht. Tatsächlich ist alles eine Tragödie. In Stuttgart gab es mitten im Wald Kultur – in welcher Stadt gibt es das sonst noch? Wenn die Kickers nicht mehr da sind, würde in Stuttgart viel fehlen. Eigentlich geht das gar nicht.“

Wolfgang Wolf, Ex-Profi und -Trainer der Kickers: „Mein Herz hängt immer noch an den Blauen. Wenn ich die Tabelle sehe, ist das sehr unbefriedigend. Doch scheinbar steckt das Schiff fest. Nach dieser katastrophalen Serie und der Heimmisere habe ich keine Hoffnung mehr. Nun müsste schon ein Wunder her. Wichtig ist, schon jetzt zu schauen, was in der vierten Liga passiert. Verschwinden die Blauen von der Bildfläche, wäre das ganz traurig – für die Kickers, aber auch für die gesamte Stadt.“

Erwin Staudt, VfB-Präsident: „Es gibt kein Patentrezept dafür, wie die Kickers die Krise beenden können. Ich hatte eigentlich gedacht, dass nach dem Ausstieg von Hans Kullen einige potente Geldgeber bereit wären, in die Kickers zu investieren, aber das ist wohl nicht passiert. Früher war es ein schönes Wechselspiel zwischen dem ,großen“ VfB und den ,kleinen“ Kickers. Für mich gab es nichts Schöneres, als die Derbys in der Bundesliga. Doch diese Zeiten sind leider vorbei.“

Werner Schretzmeier, Theaterhaus-Intendant: „Die Gründe für die Krise sind derartig umfassend – das ist ein ganzer Komplex. Wenn es nur am fußballerischen Bereich liegen würde und das Umfeld intakt und stimmig wäre, dann wäre es ja einfach. Stattdessen ist es ein Konglomerat an Ungereimtheiten. Im Handeln der Kickers gibt es keine Stringenz, vieles passiert zufällig. Das ist katastrophal. Dabei ist das Label der Blauen immer noch positiv besetzt. Die Kickers in ihrem liebevollen, nostalgischen Stadion sind in Stuttgart ein kulturelles Gut.“ jok

Stuttgarter Nachrichten

Kickers heute gegen Pfullendorf

Stierle und Akcay in der Startelf
STUTTGART (ump). Als die Spieler des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers gestern Mittag zum Training marschiert sind, haben die zuletzt suspendierten Markus Ortlieb und Sven Sökler abermals gefehlt. „Sie sind noch kein Thema“, sagt der Trainer Stefan Minkwitz vor der Nachholpartie gegen Pfullendorf (heute, 19 Uhr), „und was danach kommt, interessiert mich jetzt noch nicht.“

Schließlich gilt es heute im elften Heimspiel der Saison den ersten Sieg einzufahren, um im Kampf um einen Platz für die dritte Liga nicht vorzeitig aus dem Rennen zu sein. „Natürlich wird es nach der Leistung vom Samstag einige Umstellungen geben“, sagt Minkwitz, der wieder auf den Linksverteidiger Oliver Stierle und den Mittelfeldspieler Mustafa Akcay zurückgreifen kann – und wird. Weitere Änderungen könnten im Mittelfeld und Sturm erfolgen, wo Ferhat Cerci, Bashiru Gambo und Sokol Kacani als Wackelkandidaten gelten. „Mit Ausnahme von Alexander Rosen war ich gegen München mit keinem Spieler zufrieden“, sagt Minkwitz.

Im Angriff setzt er wieder auf den zuletzt gesperrten Angelo Vaccaro, „damit sieht das Spiel nach vorne schon wieder ganz anders aus“, sagt Pfullendorfs Trainer Michael Feichtenbeiner, der am Samstag im Gazi-Stadion war. Hinter dem Einsatz seiner Offensivkräfte Marco Calamita und Neno Rogosic steht ein Fragenzeichen, der ehemalige Kickers-Spieler Ralf Zimmermann ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt. „Je länger es 0:0 steht, desto größer wird unsere Chance“, sagt Feichtenbeiner und fügt hinzu: „Wenn wir nicht in Rückstand geraten, können wir das Spiel in der zweiten Halbzeit gewinnen.“

Stuttgarte Zeitung

„Erstes Endspiel“ für die Kickers
 
Stuttgart (bw) – Für Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers steht heute (19 Uhr) im Gazi-Stadion das „erste Endspiel“ an – als solches bezeichnete zumindest Cheftrainer Stefan Minkwitz die Nachholpartie des Tabellen-17. gegen den SC Pfullendorf, der auf dem 16. Platz steht. Nach der enttäuschenden 0:1-Heimpleite am vergangenen Samstag gegen den FC Bayern München II, mit der die Kickers wieder an Boden im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga verloren haben, beschloss das Präsidium, an Minkwitz festzuhalten. Präsidiumsmitglied Walter Kelsch redete anschließend der Mannschaft ins Gewissen, forderte eine massive Leistungssteigerung und erwartet im heutigen Duell der Kellerkinder eine Trotzreaktion. Wahrscheinlich können die „Blauen“ dabei wieder auf Oliver Stierle zurückgreifen, der seinen Muskelfaserriss auskuriert hat. Auch Angelo Vaccaro steht nach seiner Gelb-Sperre wieder zur Verfügung. Außerdem soll Mustafa Akcay in die Startformation rücken.

So wollen sie spielen: Yelldell – Benda, Wildersinn, Rapp, Stierle – Rosen, Parmak, Akcay, Cerci – Vaccaro, Kacani.
 
Eßlinger Zeitung

Letzte Chance gegen Pfullendorf
Auch der VfB drückt heute die Daumen
Von HELMUT HEIMANN

Heute gilt’s!
Für die Stuttgarter Kickers geht’s im Regionalliga-Nachholspiel gegen den SC Pfullendorf (19 Uhr, Gazi-Stadion) bereits um Alles oder Nichts.

Bei einem Sieg wird der Abstand auf Rang zehn, der zur Teilnahme an der neuen 3. Bundesliga berechtigt, auf sechs Punkte verkürzt – und die Hoffnung, dass es der Traditionsverein doch noch schafft, etwas vergrößert.
Bei einem weiteren Spiel ohne Dreier können die Blauen bereits für die 4. Liga planen. Das wäre für den ehemaligen Bundesliga-Klub der Super-Gau!

Und schade für den Stuttgarter Fußball. Superstars wie Jürgen Klinsmann, Guido Buchwald oder Karl Allgöwer starteten auf der Waldau ihre Karrieren. Doch das ist lange her.

„Jetzt gibt keiner mehr einen Pfifferling auf uns“, meint Joachim Cast. Wenn der Manager sich da mal nicht irrt…

Denn viele Stuttgarter drücken den Blauen heute die Daumen, dass sie mit dem ersten Heimsieg der Saison die Aufholjagd starten.

So auch VfB-Präsident Erwin Staudt: „Ich hoffe, dass die Kickers das Unmögliche doch noch möglich machen. Es wäre sehr schade, wenn der Verein von der Bildfläche verschwinden würde.“

Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann wird heute sogar im Stadion sein: „Die Kickers sind ein Traditionsverein. Ich hoffe, dass mit dem Spiel gegen Pfullendorf die Wende beginnt.“

BILD

Pfullendorf muss beiden Kickers punkten
STUTTGART/PFULLENDORF (ok) – Der Vorletzte gegen den Drittletzten – heute Abend um 19 Uhr steht der SC Pfullendorf im Nachholspiel der Fußball-Regionalliga bei den Stuttgarter Kickers enorm unter Erfolgsdruck.

„Ein Punkt hilft uns nicht weiter“, sagt SCP-Trainer Michael Feichtenbeiner ganz offen. Für den SCP geht es also um viel – für die dauergebeutelten Kickers sogar schon um alles.
Bei den Kickers herrscht spätestens seit dem 0:1 am vergangenen Samstag gegen den FC Bayern II eine Art Endzeitstimmung. Die Partie gegen den SC Pfullendorf wird in Degerloch nun als allerletzte Chance gesehen, den Karren vielleicht doch noch aus dem Dreck zu ziehen und Richtung Qualifikation zur Dritten Bundesliga zu bewegen.

Ähnlich kritisch stellt sich die Situation beim SCP dar. Will man dort die Drittligaträume noch eine Weile weiter träumen, muss heute gegen die nach Oggersheim zweitschlechteste Heimelf der Liga ein Sieg her. Allerdings gehört der SCP mit erst einem einzigen Auswärtssieg (1:0 in Elversberg) zu den schwächsten Auswärtsteams der Liga.
Der Rückstand auf den angestrebten zehnten Platz beträgt derzeit (mit einem Spiel weniger als der Tabellenzehnte Bayern München II) sieben Punkte. Vielleicht helfen den Linzgauern heute die Insider-Kenntnisse ihres Trainers, der ja nur einen Steinwurf vom Gazi-Stadion entfernt wohnt und die „Blauen“ bekanntlich einst in glorreicheren Zweitliga-Tagen trainierte: „Ein frühes Gegentor wäre Gift für uns. Dann fiele von den Kickers die ganze Verunsicherung ab. Deshalb müssen wir defensiv gut stehen und die Null halten. Je länger das Spiel dann dauert, desto besser werden unsere Chancen“, prognostiziert Feichtenbeiner.

Schwäbische Zeitung

„Ein frühes Gegentor wäre Gift!“
STUTTGART – Der Vorletzte gegen den Drittletzten – heute Abend steht der SC Pfullendorf im Nachholspiel bei den Stuttgarter Kickers enorm unter Erfolgsdruck. „Ein Punkt hilft uns nicht weiter“, sagt Trainer Michael Feichtenbeiner ganz offen. Für den SCP geht es also um viel – für die gebeutelten Kickers sogar schon um alles.
Bei den Schwaben herrscht spätestens seit dem 0:1 am vergangenen Samstag gegen den FC Bayern II eine Art Endzeitstimmung. Nur ein Fußballwunder, so scheint es, kann den Absturz des einstigen Bundesligisten in die Viertklassigkeit jetzt noch verhindern. Der zehnte Versuch, endlich den ersten Heimsieg zu schaffen, scheiterte gegen München einmal mehr an der Offensivschwäche der Degerlocher. Den Vorstand um Präsident Dirk Eichelbaum würden die leidgeprüften Kickers-Fans deshalb lieber heute als morgen in die Wüste schicken. Der Hauptvorwurf der Anhänger: In der Winterpause wurde trotz der eklatanten Sturmprobleme kein neuer Angreifer geholt, stattdessen mit Nico Beigang auch noch ein erwiesenermaßen regionalligatauglicher Torjäger an Jahn Regensburg abgegeben

Aber auch die lasche Einstellung diverser Führungsspieler wie Bashirou Gambo oder Neuzugang Ferhat Ferci gegen München zeigte, dass bei den Kickers in dieser Saison bislang überhaupt nichts passt. Symptomatisch für den mentalen Zustand der Mannschaft war, dass sich die „Blauen“ gegen die „Roten“ nicht eine einzige Gelbe Karte einhandelten. Sportlicher Existenzkampf und Schmusekurs – das passt halt nicht zusammen.
Trainer darf bleiben

Trainer Stefan Minkwitz, der die Kickers im November von Peter Zeidler übernahm, steht trotz seiner verheerenden Bilanz (drei Punkte und zwei Tore in sieben Spielen!) nicht mehr zur Disposition. Präsidiumsmitglied Walter Kelsch stellte dem 39-Jährigen am Sonntag nach einer einstimmigen Vorstandsentscheidung pro Minkwitz quasi eine Beschäftigungsgarantie für den Rest der Saison aus: „Ein Wechsel würde nichts bringen. Wir ziehen das mit ihm durch.“ Auch Präsident Dirk Eichelbaum bezog in der Trainerfrage öffentlich klar Stellung: „Es wird keinen Wechsel geben.“
Die Partie gegen den SC Pfullendorf wird in Degerloch nun als allerletzte Chance gesehen, den Karren vielleicht doch noch aus dem Dreck zu ziehen und Richtung Qualifikation zur Dritten Bundesliga zu bewegen. Angelo Vaccaro, Mustafa Akcay und Oliver Stierle werden dazu wohl in die Anfangsformation zurückkehren. „Wer nicht mitzieht, findet sich auf der Tribüne wieder“, droht Minkwitz seinen Spielern. Unsicher scheint jedoch, ob diese ihm überhaupt noch zuhören.

Auswärtsschwacher SCP
Ähnlich kritisch, wenn auch nicht mit ganz so lautstarker „Begleitmusik“ durch die Anhängerschaft, stellt sich die Situation beim SCP dar. Will man dort die Drittligaträume noch eine Weile weiter träumen, muss heute gegen die nach Oggersheim zweitschlechteste Heimelf der Liga natürlich ein Sieg her. „Ein Punkt hilft uns nicht weiter“, findet auch Trainer Michael Feichtenbeiner. Allerdings gehört der SCP mit erst einem einzigen Auswärtssieg (1:0 in Elversberg) zu den schwächsten Auswärtsteams der Liga.

Der Rückstand auf den angestrebten zehnten Platz beträgt derzeit (mit einem Spiel weniger als der Tabellenzehnte Bayern München II) sieben Punkte. Das Feichtenbeiner-Team steht also unter maximalem Zugzwang. Das 0:2 am vergangenen Freitagabend bei Titelanwärter Ingolstadt wurde im Aktenordner „einkalkulierte Niederlagen“ abgelegt. Dennoch warf die Tatsache, dass sich der SCP in der ersten halben Stunde zwar respektabel schlug, danach aber nur noch eine Art „Sparringspartner“ für die Ingolstädter darstellte, auch wieder Fragen nach der Qualität der neu formierten Mannschaft auf. Einfältige Schnitzer in der Abwehr, lähmende Ideenlosigkeit in der Vorwärtsbewegung – in dieser Form wird auch heute bei den Stuttgarter Kickers nichts drin sein.
Vielleicht helfen den Linzgauern die Insider-Kenntnisse ihres Trainers, der ja nur einen Steinwurf vom Gazi-Stadion entfernt wohnt und die „Blauen“ bekanntlich einst in glorreicheren Zweitliga-Tagen trainierte: „Ein frühes Gegentor wäre Gift für uns. Dann fiele von den Kickers die ganze Verunsicherung ab. Deshalb müssen wir defensiv gut stehen und die Null halten. Je länger das Spiel dann dauert, desto besser werden unsere Chancen. Dann wird nämlich das Publikum unruhig und die Kickers werden immer nervöser“, prognostiziert Feichtenbeiner

Die Chancen auf einen Einsatz von Stürmer Marco Calamita (Sprunggelenkverletzung aus dem Elversbergspiel) sind eher gering. Definitiv fallen Marco Konrad (Innenband) und Sturmspitze Neno Rogosic aus (Jochbeinbruch) sowie – sehr zum Ärger von Feichtenbeiner – auch der wiedergenesene Ralf Zimmermann auf der linken Abwehrseite. Der handelte sich nach seiner Einwechslung in Ingolstadt trotz 0:2-Rückstands in der 89. Minute mit einem Foul an der Mittellinie völlig unnötig die fünfte Gelbe Karte ein und muss heute zwangspausieren.

Schwäbische Zeitung

„Fußball ist in erster Linie eine Sache des Kopfes“

Jürgen Sundermann über die mentale Schwäche des Regionalligisten Stuttgarter Kickers und mögliche Wege aus der Krise

Seit sechs Wochen ist der frühere Bundesligatrainer Jürgen Sundermann bei den Stuttgarter Kickers engagiert: als Berater der Profis und im Bereich der Jugendkoordination. „Ich will hier als Helfer auftreten und nicht als Besserwisser“, sagt der 68-Jährige im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Sundermann, Sie haben sich am vergangenen Samstag nach der Niederlage gegen die zweite Mannschaft der Bayern auf der Tribüne noch intensiv mit dem Präsidiumsmitglied Walter Kelsch ausgetauscht. Mit welchem Ergebnis?

Also ich habe in meiner langen Karriere schon schlimmere Situationen erlebt; die Lage bei den Kickers ist sicher schwierig, aber noch lange nicht hoffnungslos.

Was stimmt Sie nach dieser Vorstellung gegen Bayern München II denn zuversichtlich?

Die Mannschaft kann ja Fußball spielen, das hat man beim Sieg gegen Ingolstadt in der Vorbereitung gesehen. Oder auch in der zweiten Halbzeit in Siegen, wo die Kickers klar die bessere Elf waren.

Warum zeigen die Spieler das dann nicht über 90 Minuten und schon gar nicht in den Heimspielen?

Da fehlt in erster Linie natürlich das Selbstvertrauen. Da unten kommt man nur raus, wenn unheimliche Kräfte auf dem Platz frei werden. Letztlich ist Fußball keine Frage der Muskeln oder der Taktik, sondern in erster Linie eine Sache des Kopfes.

Und der ist bei den Spielern der Kickers demnach blockiert?

Es scheint so, die Mannschaft muss einfach an sich glauben, da vermisse ich auch die gegenseitige Motivation und Anfeuerung. Am Samstag zum Beispiel gab es keine einzige Gelbe Karte, das sagt einiges.

Sie sind vom Kickers-Präsidium als Berater engagiert worden. Haben Sie denn regelmäßigen Kontakt zur Mannschaft?

Nein, den gibt es nicht. Abgesehen von ein paar persönlichen Gesprächen mit dem einen oder anderen Spieler.

Das dürfte für Sie nicht unbedingt eine zufriedenstellende Situation sein?

Bitte haben Sie Verständnis, dass ich mich dazu nicht äußern möchte, schon gar nicht vor so einem wichtigen Spiel wie gegen Pfullendorf. Denn das wäre jetzt kontraproduktiv. Wobei ich an dieser Stelle betonen möchte, dass ich hier als Helfer auftreten will und nicht als Kritiker oder Besserwisser.

Gab es denn diesen Vorwurf?

Nach dem Spiel in Siegen wurde bei den Kickers der Kampfgeist in der zweiten Halbzeit gelobt. Ich habe dazu gesagt, das ist für mich selbstverständlich. Das wurde negativ ausgelegt, auch wenn es nicht so gemeint war. Im Gegenteil: ich wollte nur ausdrücken, dass die Mannschaft weiß, dass dies selbstverständlich ist.

Die mentale Ebene scheint Ihnen sehr am Herzen zu liegen?

Ich habe mich in meiner Karriere viel damit befasst. Und es gibt immer wieder Fälle, die das untermauern.

Zum Beispiel?

Nehmen wir Leipzig, wo ich Trainer in der zweiten Liga war und wir im letzten Saisonspiel gegen 1860 München gewinnen mussten, um nicht abzusteigen. Die Teamsitzung habe ich damals vor dem Hotel im Park abgehalten, ohne den Gegner oder das Wort Fußball überhaupt zu erwähnen. Dafür habe ich die Spieler daran erinnert, dass sie mit einem Sieg die Zukunft der eigenen Familie mitbestimmen können – was gibt es Schöneres. Wir haben gewonnen und sind ein Jahr später in die Bundesliga aufgestiegen.

Aber die Spieler der Kickers haben Angst vor der Arbeitslosigkeit.

Das ist in dieser Situation das Schlimmste, was passieren kann. Schon allein deshalb würde ich hier auch keinem Kickers-Akteur unterstellen, dass ihm die nötige Einstellung fehlt. Die Spieler haben zuletzt von der Vereinigung der Vertragsspieler einen Brief erhalten, in dem steht, dass bei einem Abstieg ihre Verträge ungültig seien und sie sich arbeitslos melden müssten – sonst würden sie gesperrt.

Was kann man dagegen tun?

Hier müsste vielleicht eine gewisse Hilfestellung von außen gegeben werden. Aber zunächst einmal hege ich die Hoffnung, dass die Mannschaft über Erfolgserlebnisse wieder in die Verfassung kommt, um die Qualifikation zu schaffen. Es sind ja noch 13 Spiele.

Im Nachwuchsbereich arbeiten Sie derzeit eng mit dem verletzten Jugendkoordinator Zoltan Sebescen zusammen. Gibt es denn hier wenigstens positive Nachrichten?

Die sportliche Lage ist auch da schwierig. Aber es gibt konkrete Pläne zum Aufbau einer Jugendakademie, die in Deutschland federführend sein wird. Die entsprechenden Gespräche mit Schulen – wie der Wald-, Merz- oder Cottaschule – laufen bereits. Allerdings steht und fällt das Ganze eben mit der Qualifikation für die dritte Liga.

Stuttgarter Zeitung

StN: Helfen können nur noch die Fans

Die Blauen versinken plan-, ideen- und hilflos in der Bedeutungslosigkeit

Stuttgart – Sie sind Teil der Stuttgarter Sportkultur, sie prägten über Jahrzehnte die Farbenlehre diesseits und jenseits des Neckars mit. Das Kickers-K gehört zur Stadt wie der Fernsehturm. Jetzt droht den Blauen der Untergang. Das Schlimmste daran ist: Es scheint keinen zu kümmern.

Zugegeben: Es gibt bedeutendere Dinge in und um Stuttgart als den schleichenden Tod eines Fußball-Regionalligisten mit beachtlicher Vergangenheit. Wer die 109-jährige Geschichte der Stuttgarter Kickers einigermaßen kennt, fällt ohnehin von einem Koma ins andere. Gnadenlos stürzten die Blauen ihre Fangemeinde von blanker Euphorie in bodenlose Verzweiflung, von fassungslosem Glück in bitteres Elend. Doch womöglich ist es genau diese emotionale Unberechenbarkeit, dieses ewige Schwanken zwischen Champion und Loser, der ständige Kampf um die Existenz, der die Stuttgarter Kickers zu einer Art Metapher für das tägliche Leben machte. Wer ein bisschen näher dran sein wollte am Schicksal als die ewig vom Glück Begünstigten, der hing an den Zäunen des Waldaustadions und spielte im Geiste den entscheidenden Pass in die wirbelnden Beine von „Turbo-Dreher“. Der machte Toni Kurbos unter wildestem Gebrüll auch noch in der 89. Minute wieselflinke Beine – und brach atemlos zusammen, wenn Dieter Dollmann, der Hagestolz in Fußballschuhen, im eigenen Strafraum einen Gegenspieler tunnelte – aus Versehen.

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Ganz gleich, wie die Chose auch lief: Immer war es das unausgesprochene Gesetz des Zusammenwirkens von leicht unterdurchschnittlichen Profikickern mit leicht übermotivierten Kickers-Sympathisanten: Wenn der zwangsläufig parteiische Schiedsrichter die Backen zum Schlusspfiff aufblies, hatten alle ihr Bestes gegeben. Das war gar nicht so selten mehr als auf vergleichbaren Plätzen dieser Stadt und versetzte die Blauen häufig in die Lage, noch ans rettende Ufer zu krabbeln, wenn andere längst ertrunken wären. Zwar musste man nach solchen Aktionen den einen oder anderen kollabierenden Präsidenten wiederbeleben oder mit einem Viertele Trollinger geduldig aus irgendeiner dunklen Ecke des Stadions locken, aber wenigstens regte sich damals noch jemand auf, wenn den Blauen mal wieder der sportliche Exitus drohte. Diesmal zuckt Stuttgart nur noch mit den Schultern.

Wahrscheinlich liegt es an der bestürzenden Fantasielosigkeit, mit der die aktuelle Führungsmannschaft auf der Waldau die Notlage zur Kenntnis nimmt. Ihr Plan könnte sein, keinerlei Ideen zu haben. Immerhin hat ein Präsidiumsmitglied durchgesetzt, dass es im Clubheim neben Riesling auch Pinot Grigio gibt. Dem Kompetenzzentrum für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit wird nachgesagt, dass es nur dann Bewegung in den Club bringt, wenn es sein Auto vom Parkplatz fährt. Auf den Kauf eines Stürmers haben die Experten nach intensiver Analyse verzichtet, weil es vor der Winterpause lediglich am Erarbeiten von Chancen mangelte. Nach der Winterpause mangelt es an allem. Akute Abstiegsgefahr! Helfen können nach Lage der Dinge nur noch die Fans. Heute Abend, 19 Uhr, kommt der SC Pfullendorf. Eine Frage der Ehre!

Gunter Barner, Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – FC Bayern München II (0:1) – Minkwitz bleibt Trainer

Die Kickers: ein hoffnungsloser Fall?
Nach der 0:1-Niederlage gegen Bayern München rückt die dritte Liga in weite Ferne

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers machen im neuen Jahr da weiter, wo sie im alten aufgehört hatten: mit einer Heimniederlage. Personelle Konsequenzen gibt es dennoch nicht. „Wir ziehen das Ding mit Stefan Minkwitz durch“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum.

Von Joachim Klumpp

Das Gazi-Stadion in Degerloch liegt etwa 400 Meter hoch, doch inzwischen muss man sich dort fühlen wie auf dem Gipfel des Mount Everest. Die Luft zum Atmen wird immer dünner. Wer nach mehr als drei Monaten Fußballentzug auf die Wende gehofft hatte, der wurde am Samstag bitter enttäuscht. Mehr noch: mit dem 0:1 gegen den FC Bayern München II haben die Kickers eine Endzeitstimmung geschaffen. Total fatal. Auch nach zehn Versuchen noch kein Heimsieg, vorletzter Platz, neun Punkte Rückstand ans rettende Ufer, sprich der Qualifikation zur dritten Liga – kein Wunder also, dass gestern die Vereinsgremien tagten. Wieder einmal. Und das alles nur, um zu verkünden: „Es gibt keine Trainerdiskussion.“ Sondern?

Natürlich steht Stefan Minkwitz in der Kritik, er ist letztendlich verantwortlich für das Auftreten auf dem Platz, und seine Bilanz liest sich katastrophal. Zwei Tore und gerade einmal drei Punkte aus sieben Spielen, das ist ein Offenbarungseid. Der Trainerwechsel jedenfalls ist verpufft wie ein einzelner Chinakracher im Karneval. Ohne Wirkung. Dennoch sagt der Präsident Dirk Eichelbaum: „Wir ziehen das Ding mit ihm durch.“ Bis zum bitteren Ende? Zu beschönigen gab es diesmal jedenfalls rein gar nichts: „Mit der Leistung der letzten halben Stunde haben wir in der dritten Liga nichts zu suchen“, sagte selbst der Manager Joachim Cast.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Kickers in Rückstand geraten, und das gegen eine harmlose Bayern-Mannschaft, die beim Anpfiff garantiert jede Friedenspfeife für ein 0:0 geraucht hätte. Am Ende aber mussten die Kickers sogar froh sein, dass der Gegner sie bei seinen vielen Kontern nicht noch abschoss. Minkwitz gab zu: „Das war kein Fußball mehr.“ Und schon gar kein Aufbäumen. Mit Ausnahme von Rosen und Yelldell erreichte kein Spieler Normalform.

Die Frage, was die Mannschaft in drei Monaten Spielpause gemacht hat, drängte sich förmlich auf. Wie lange Trainer und Mannschaft noch weiterwursteln dürfen? Der Präsident Dirk Eichelbaum sagte sarkastisch: „Bis sie sich arbeitslos gemacht haben.“ Viel fehlt dazu nicht mehr. Ohne den gesperrten Angelo Vaccaro entpuppte sich der Angriff als harmlos, weil Sokol Kacani praktisch jeden Ball verstolperte und auch die eingewechselten Tucci und Genisyürek keine Regionalligatauglichkeit nachweisen konnten.

Das ruft logischerweise all jene Kritiker auf den Plan, die den Verantwortlichen vorhalten, in der Winterpause keine Alternativen für den Angriff geholt zu haben. Doch da bleibt die Frage – unabhängig von finanziellen Aspekten: wer war auf dem Markt, der den Kickers weitergeholfen hätte? Der umworbene Willmann etwa hat beim Ligarivalen Elversberg bisher auch keine Bäume ausgerissen. „Und Beigang wollte weg“, sagt der Manager Joachim Cast, der für die Zusammenstellung des Kaders eine gehörige Portion Mitverantwortung trägt. Seine Einschätzung, die Mannschaft habe Fortschritte gemacht, korrigierte er als „Trugschluss“.

Mit fatalen Folgen. Personell kann nun nicht mehr nachgebessert werden (sieht man davon ab, dass die suspendierten Sökler und Ortlieb morgen gegen Pfullendorf vielleicht wieder im Kader stehen werden). Finanziell müssen die Kickers bei sinkenden Zuschauerzahlen schauen, dass sie über die Runden kommen. So sind die Reflexe der Fans verständlich. „Vorstand raus“, skandierten einige nach Spielschluss. Die Replik des Schatzmeisters Frieder Kummer lautete: „Wenn“s hilft, trete ich sofort zurück.“ Ganz so einfach ist die Lage bei den Kickers leider nicht.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn (77. Yildiz), Rapp, Baradel – Rosen, Mann – Parmak, Gambo, Cerci (59. Tucci) – Kacani (59. Genisyürek).

Tor: 0:1 Sikorski (61.).

Stuttgarter Zeitung

Die Kickers am Tiefpunkt

Wenn der Blick für die Realität fehlt
Von Joachim Klumpp

Der Samstag bildete schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die drohende Fußballzukunft in Degerloch. Ein Spiel im Gazi-Stadion ohne eine einzige Fernsehkamera, dafür mit ein paar Worten des Mitleids aus dem Munde der „Sportschau“-Moderatorin Monica Lierhaus. „Besonders tragisch sieht es für die Stuttgarter Kickers aus“, sagte die später mit Blick auf die Tabelle. Platz 17, die Viertklassigkeit vor Augen. Der Tiefpunkt schlechthin. Und die Hoffnung auf den Wendepunkt schwindet von Spiel zu Spiel.

Dabei sollte doch unter dem vor einem Jahr angetretenen Präsidium alles besser werden – was für ein Irrtum: angefangen bei den Personalentscheidungen, bei denen sich der Wunschtrainer Zeidler als Irrtum erwies, der Nachfolger als glücklos und dazu Jürgen Sundermann ins Boot geholt wurde, der sich inzwischen wohl selbst fragt, wozu eigentlich. Die klare Linie fehlt, stattdessen regiert das Prinzip Hoffnung: auf das nächste Spiel, auf mehr Fernsehgelder, auf ein ausgebautes Stadion, auf x-beliebige Neuzugänge, auf Lizenzverweigerungen für die Konkurrenz. Die Verantwortlichen beschäftigen sich mit allem, selten aber mit der Realität.

Die heißt vierte Liga. Dafür gibt es zwar einen Lizenzantrag, aber kein Konzept. Soll im Sommer bloß niemand behaupten, die Entwicklung sei aus heiterem Himmel gekommen. Denn spätestens seit Samstag wäre alles andere als der Abstieg eine Überraschung. Und zumindest darauf sollte man bei den Kickers vorbereitet sein.

Stuttgarter Zeitung

Endzeitstimmung bei den Blauen
Hilflos auf und neben dem Platz – Trainer Minkwitz darf weitermachen

Stuttgart – Planlos, hilflos, ratlos – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers gibt ein Bild des Jammers ab. Einen Rauswurf von Stefan Minkwitz schloss Präsident Dirk Eichelbaum nach der desolaten Leistung beim 0:1 gegen den FC Bayern München II aus: „Es wird keinen Trainerwechsel geben.“

VON JÜRGEN FREY

Es war fünf vor zehn am gestrigen Sonntagmorgen, als das Präsidiums-Quartett der Blauen in Richtung Jugendhaus marschierte. Dort wartete die versammelte Mannschaft ohne ihren Trainer. Die Spieler rechneten schon mit der Bekanntgabe des Rauswurfs von Stefan Minkwitz – doch es kam anders: Die Kickers-Granden redeten dem Team mal wieder ins Gewissen. Nicht mehr und nicht weniger. „Der Trainer und die sportliche Leitung sollen es jetzt richten“, sagte Eichelbaum hinterher lapidar – und ergänzte: „Der Beschluss, mit Minkwitz weiterzumachen, war einstimmig. Alles andere wäre Aktionismus.“ Das für den sportlichen Bereich zuständige Präsidiumsmitglied Walter Kelsch stellte dem Coach trotz der miserablen Bilanz (zwei Tore und drei Punkte aus sieben Spielen) sogar einen Freibrief aus: „Ein Trainerwechsel bringt nichts, wir ziehen das jetzt bis Saisonende durch.“

Die Lage der Kickers erinnert an den Untergang der Titanic: Das Schiff sinkt, die Musik spielt weiter. Es herrscht Endzeitstimmung. Und wer die beinahe ausweglose Situation nüchtern betrachtet, kommt zu der Erkenntnis: Es ist das Resultat unprofessioneller Flickschusterei, mit der sich der Club systematisch nach unten schraubt. Es hätte nicht den Fußball-Sachverstand eines Ottmar Hitzfeld gebraucht, um spätestens in der Winterpause die eklatanten Probleme im Offensivbereich zu erkennen. Wenn die Führungsetage im Kampf ums sportliche Überleben schon auf einen unerfahrenen Trainer setzt, hätte sie das eingesparte Geld dringend in einen gestandenen Stürmer investieren müssen. Doch Eichelbaum blieb auch nach dem Trauerspiel gegen die Bayern hartnäckig bei seiner gewagten Theorie: „Unser primäres Problem ist das Herausarbeiten von Chancen.“ Dabei wurde gegen die Münchner Nachwuchstruppe deutlich, dass hinter dem diesmal gesperrten Angelo Vaccaro eine gewaltige Lücke klafft – weil es Spielern wie Sokol Kacani, Marco Tucci und vor allem Saban Genisyürek (noch) an der nötigen Qualität fehlt.

Wie es jetzt weitergeht? Zunächst mit dem Heimspiel am morgigen Dienstag (19 Uhr/Gazistadion) gegen den SC Pfullendorf. Minkwitz wird einige Veränderungen vornehmen. Fest steht: Vaccaro, Mustafa Akcay und – wenn es die Verletzung zulässt – Oliver Stierle werden in die Anfangsformation zurückkehren. „Wer nicht läuft und kämpft, hat seinen Platz auf der Tribüne“, droht der Trainer. Wen die Verbannung trifft, will er erst nach dem heutigen Training entscheiden. Neuzugang Ferhat Cerci ist ein heißer Kandidat – genauso Bashiru Gambo. „Wer die Kapitänsbinde trägt und so wenig tut, muss sich Gedanken machen“, erklärt Minkwitz, der sich die lasche Einstellung einiger Spieler nicht erklären kann: „Das ist mir ein völliges Rätsel.“

Klar dagegen: Im Spiel gegen Pfullendorf geht es um die allerletzte Chance. Klappt es auch im elften Anlauf nicht mit dem ersten Saisonheimsieg, können endgültig die Planungen für die dreigleisige Regionalliga beginnen. Ob es in dieser vierthöchsten Spielklasse überhaupt eine Zukunft für die Kickers geben würde, ließ Eichelbaum offen: „Wir müssten abwarten, ob die Sponsoren dabeiblieben. Klar ist, es würde außerordentlich eng werden.“ Zuzuschreiben haben sich die Blauen das selbst.

Stuttgarter Nachrichten

Ernüchterung
 
Die Stuttgarter Kickers taumeln nach dem 0:1 gegen den FC Bayern München II weiter in Richtung vierte Liga
 
Stuttgart – Im Gazi-Stadion ist eine Serie gerissen. Allerdings nicht wie erhofft jene des in dieser Saison zu Hause sieglosen Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Die Gäste vom FC Bayern München II haben mit ihrem 1:0 (0:0)-Sieg zum ersten Mal auf der Waldau drei Punkte geholt – und die erneut enttäuschende Mannschaft von Trainer Stefan Minkwitz damit wieder ein gewaltiges Stück weiter weg von der dritten Liga geschossen.

Von Beate Wockenfuß

Neun Punkte trennen die Kickers inzwischen vom zehnten Platz, der mindestens für den Sprung in die dritte Liga notwendig ist. Und so langsam realisiert wohl auch der Letzte im bisher stets optimistischen blauen Lager, dass die Situation immer aussichtsloser wird. In den Schlussminuten der schwachen Partie gegen die Münchner herrschte pure Verzweiflung an der Seitenlinie. „Mann, was ist hier?“, brüllte Co-Trainer Alexander Malchow entsetzt in Richtung der hilflosen Akteure in Blau, die sich schon nach dem 0:1 durch Daniel Sikorski in der 61. Minute aufgegeben hatten.Dabei waren die Kickers hoch motiviert in ihr erstes Heimspiel nach der Winterpause gestartet. Schließlich galt es, die negative Serie endlich zu beenden. Die 4-2-3-1-Taktik versprach eine stürmische Partie. Doch ohne den Gelb-gesperrten besten Torschützen Angelo Vaccaro scheiterte das Vorhaben. Sokol Kacani brachte als Solist im Angriff nichts zu Stande. Torhüter David Yelldell war souverän wie immer, doch beim Tor machtlos.

Vier Chancen, kein Tor
Nach einer relativ ausgeglichenen ersten Hälfte verpassten es die Kickers kurz nach der Pause, aus vier guten Chancen wenigstens ein Tor zu machen. Die Münchner waren in der 61. Minute effektiver – und nach dem Rückstand ging bei den Gastgebern gar nichts mehr. „Das war kein Fußball mehr, sondern nur noch Hauruck und vorne hilft der liebe Gott. Das hat er aber nicht gemacht“, schimpfte Minkwitz, der auch im siebten Spiel als Cheftrainer ohne Dreier blieb. Die dritte Liga aufgegeben hat er indes nicht: „So lange rechnerisch noch alles möglich ist, werden wir nicht den Kopf in den Sand stecken.“

Nach dem Schlusspfiff war Minkwitz wutentbrannt in die Katakomben gerast. Malchow und Manager Joachim Cast verharrten regungslos auf der Bank. Und die Spieler lagen hilflos auf dem Rasen und ernteten gellende Pfiffe und „Pfui“-Rufe von den Fans, deren Geduldsfaden wohl endgültig gerissen ist. Und auch der des Präsidenten. „Nach so einem Spiel kann man nicht mehr optimistisch sein“, wetterte Dirk Eichelbaum und schickte gleich noch eine Warnung hinterher: „Die Spieler sollten ihre Einstellung überdenken. Sie können noch so lange weiter rumwurschteln, bis sie sich selber arbeitslos gemacht haben.“ Eine Trainerdiskussion lehnte Eichelbaum ab: „Selbst Ottmar Hitzfeld könnte aus der Truppe nicht mehr rausholen.“ Auch der Manager fand drastische Worte. „Mit dieser Leistung haben wir in der dritten Liga nichts verloren“, meinte Cast, sprach von „Ernüchterung“ und forderte mit Blick auf die Nachholpartie morgen (19 Uhr) gegen den SC Pfullendorf: „Die Mannschaft muss die Antwort geben, sonst rückt unser Ziel in weite Ferne.“

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn (77. Yildiz), Rapp, Baradel – Rosen, Mann – Parmak, Gambo, Cerci (59. Genisyürek) – Kacani (59. Tucci).

FC Bayern München II: Kraft – Celozzi, Saba, Linke, Heinze – Müller (83. Kokocinski), Schütz, Badstuber, Schwarz (68. Fürstner) – Sikorski – Wagner (85. Nagorny).

Schiedsrichter: Kunzmann (Niederaula).

Zuschauer: 3100.

Tor: 0:1 Sikorski (61.)

Gelbe Karte: – / Müller.

Beste Spieler: Yelldell / Saba.
 
Eßlinger Zeitung

Presse zu SGV Freiberg – Stuttgarter Kickers II (1:2)

Die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers hat in der Fußball-Oberliga das zweite Spiel in Folge gewonnen. Am Samstag siegten die Kickers beim SGV Freiberg mit 2:1 und haben wieder gute Chancen, den Klassenverbleib zu schaffen.

Von Thomas Müller

Die Tabelle der Oberliga präsentiert sich dieser Tage als Dreiklassengesellschaft. Die ersten acht Teams spielen um den Aufstieg, die letzten sechs gegen den Abstieg. Dazwischen, im Niemandsland der Tabelle, liegt der SGV Freiberg. Und irgendwie scheint die Mannschaft von Marcus Wenninger aus dieser Situation nicht das optimale Leistungsniveau auf den Rasen zu bringen. Aus den vier Spielen seit der Winterpause haben die Freiberger gerade einmal einen Punkt gewinnen können. Nach der Niederlage in Kirchheim vor einer Woche verloren sie nun auch ihr Heimspiel am Samstag gegen die Stuttgarter Kickers II mit 1:2. Doch wer jetzt so etwas wie nachbarschaftliche Beihilfe zum Klassenverbleib vermutet, liegt völlig falsch. „Das ist sicher nicht unsere Aufgabe. Das schaffen die schon selber“, sagte Wenninger.

Im ersten Spielabschnitt im Wasenstadion belegten die Kickers Wenningers Worte. Nahtlos knüpften sie an die starke Leistung beim Heimsieg gegen Waldhof Mannheim an. Dementsprechend war die 1:0-Pausenführung durch den Treffer von Muhamed Bajrami in der 30. Minute hochverdient. Doch nach dem Wechsel wachten die Freiberger auf und zeigten, dass sie sich nicht als Punktelieferant in schweren Zeiten verstehen. Nach dem Ausgleich durch Predrag Sarajlic (70.) hatten auch sie sehr gute Möglichkeiten zum Führungstreffer. Den machten dann aber die Gäste mit ihrer einzigen Chance im zweiten Durchgang. Der eingewechselte Dirk Prediger bescherte seiner Mannschaft mit seinem Treffer nach 87 Minuten den zweiten Sieg nacheinander.

„Unter dem Strich war dies sicher ein glücklicher Sieg für uns. Vor allem nach dem Wechsel waren die Freiberger die bessere Mannschaft, aber wir hatten heute eben das Quäntchen Glück, das man auch mal braucht, um so ein Spiel zu gewinnen“, sagte der Kickers-Trainer Björn Hinck. Sein Freiberger Kollege Wenninger zog am Ende trotz der Niederlage ein versöhnliches Fazit. „Die erste Hälfte haben wir verschlafen, die zweite war dann aber gut von uns. Nach dem Ausgleich haben wir vielleicht etwas zu euphorisch auf den Siegtreffer gespielt und uns hinten nicht sehr clever verhalten“, sagte er.

Die Kickers empfangen nun die Mannschaft der Stunde in der Oberliga, den TSV Crailsheim. Doch bange ist Hinck deswegen nicht. „Wir haben mit unserem Sieg gegen den Waldhof gezeigt, dass wir durchaus an einem guten Tag mit den besten Teams der Liga mithalten können“, sagte Hinck.

Stuttgarter Zeitung

Die kleinen Blauen machen Freude

Es ist ein eher schwacher Trost für die Fans der Stuttgarter Kickers, aber immerhin: Wenigstens die kleinen Blauen machen derzeit viel Freude. Dem 1:0-Überraschungscoup gegen den SV Waldhof Mannheim ließ die Mannschaft von Trainer Björn Hinck ein 2:1 in Freiberg folgen. Das Siegtor erzielte der eingewechselte Dirk Prediger. Der ehemalige VfB-Jugendspieler (zuletzt FC St. Pauli) war erst in der Winterpause nach Degerloch gekommen. „Wir wachsen immer besser zusammen“, jubelte Hinck, mahnte jedoch gleichzeitig zur Vorsicht: „Wir müssen in den nächsten Wochen auch die direkten Duelle gegen die Mitkonkurrenten gewinnen.“ Die geschlossene Teamleistung zeichne seine Mannschaft derzeit aus. Deshalb tut sich der Coach auch schwer damit, einen seiner Spieler für höhere Regionalligaaufgaben zu empfehlen. „Noch gibt es auch keine Anfrage von Stefan Minkwitz“, sagt Hinck. Seinem Freiberger Trainerkollegen Marcus Wenninger stach dagegen ein Kickers-Offensivspieler ins Auge: „Mustafa Bajrami hat überragend gespielt.“

Stuttgarter Nachrichten

Prediger trifft ganz spät

SGV Freiberg verliert gegen die Stuttgarter Kickers II mit 1:2

Mit dem 1:2 gegen den bisherigen Tabellenletzten Stuttgarter Kickers II kassierte Fußball-Oberligist SGV Freiberg im vierten Spiel nach der Winterpause die dritte Niederlage, hat 2008 bislang nur einen Punkt geholt.
 
Nach der 0:2-Niederlage acht Tage zuvor beim VfL Kirchheim verlor der SGV Freiberg beim 1:2 gegen die Stuttgarter Kickers II erneut gegen einen Abstiegskandidaten. Den Siegtreffer für die Kickers erzielte Dirk Prediger drei Minuten vor Schluss. Schon beim Heimspiel gegen den 1. FC Normannia Gmünd zwei Wochen zuvor mussten die Freiberger einen späten Gegentreffer hinnehmen. Das damalige 2:2 brachte dem SGV bislang den einzigen Punkt in den vier Spielen 2008.

Die von Trainer Björn Hinck taktisch gut eingestellten Gäste waren dem SGV in allen Belangen überlegen. Vor allem offensiv hatten die Kickers einiges zu bieten. Die Gäste in Führung gebracht hatte Muhamed Bajrami nach einem Konter über Akcay in der 29. Minute. Die Freiberger konnten ihre Qualitäten nicht abrufen, erst als SGV-Trainer Marcus Wenninger mit Jose Macias und Eleftherios Avraam zwei Offensivspieler einwechselte, wurde seine Mannschaft aggressiver, spielte zielstrebiger nach vorne. In der 70. Minute gelang Sarajlic nach Zuspiel von Macias das 1:1, als er den starken Kickerstorhüter Mauser mit einem Heber überwand. In der 86. Minute hatte Marius Müller den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte aber aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden Julian Mauser. Besser machte eas praktisch im Gegenzug der eingewechselte Dirk Prediger, der einen Konter mit dem 2:1-Siegtreffer abschloss. nik/bz

Statistik

SGV Freiberg: Burkhardt – Bartholomä, Jaksche (88. Grüttner), Kuch, Sevimli – Schwintjes (63. Avraam), Deligiannidis, Sarajlic, Schreiber – Müller, Balmuk (63. Macias).

Stuttgarter Kickers II: Mauser – Sökler, Ortlieb, Ivanusa, Gentner – Parhizi (25. Schneider), Bajrami (88. Rizzi), Kovac, Pertuso – Stevanovic (77. Prediger), Akcay. 

Bönnigheimer Zeitung“

SGV Freiberg lässt sich auch vom Schlusslicht aufs Kreuz legen
Freiberg - Kickers IIFreiberg – Von allen guten Geistern verlassen sind derzeit die Fußballer des SGV Freiberg in der Oberliga Baden-Württemberg. Selbst das als Schlusslicht angereiste Team des SV Stuttgarter Kickers II war stark genug, um beim 2:1 (1:0)-Sieg die Punkte aus dem Wasenstadion zu entführen.

Dabei hatten sich die Gastgeber nach der Pleite in Kirchheim viel vorgenommen, konnten dieses Vorhaben aber vor allem ersten Durchgang in keiner Phase umsetzen. Die gut eingestellten Kickers waren dem SGV in allen Belangen überlegen und ließen die Freiberger immer wieder schlecht aussehen.
Vor allem in der Offensive waren die Stuttgarter läuferisch und spielerisch überlegen. So war es folgerichtig, als den Gästen nach einem schnellen Konter durch Bajrami das 0:1 gelang.
Während die Führung den Kickers noch mehr Sicherheit verlieh, wurden die Freiberger zunehmend nervöser. Erst nach Wiederanpfiff und vor allem ab der 63. Minute, als SGV-Coach Wenninger Jose Macias für den glücklosen Tufan Balmuk und Eleftherios Avraam für Andreas Schwintjes einwechselte, wurde der SGV aggressiver, hatte aber in der 67. etwas Pech, als Avraam mit seinem Schuss an der Latte scheiterte.
In der 70. Minute dann aber doch das 1:1. Nach einem Traumpass von Macias lupfte „Pele“ Sarajlic das Leder unhaltbar für den starken Kickers-Torsteher Julian Mauser zum Ausgleich in die Maschen. Jetzt schien der Knoten geplatzt, der erste Sieg des Jahres fällig.
In der 86. Minute war es dann Marius Müller, der das 2:1 auf dem Stiefel hatte, jedoch in Mauser seinen Meister fand. Besser machten es dann eine Minute später die Gäste, die bei einem Konter eine SGV-Abwehrschwäche gnadenlos ausnutzten und durch den eingewechselten Dirk Prediger zum etwas glücklichen 1:2-Siegtreffer kamen.

SGV Freiberg: Burkhardt – Bartholomä, Jaksche (88. Grüttner), Kuch, Sevimli – Schwintjes (63. Avraam), Deligiannidis, Sarajlic, Schreiber – Müller, Balmuk (63. Macias).
SV Stuttgarter Kickers II: Mauser – Sökler, Ortlieb, Ivanusa, Gentner – Parhizi (25. Schneider), Bajrami (88. Rizzi), Kovac, Pertuso – Stevanovic (77. Prediger), Akcay.
Tore: 0:1 Bajrami (29.), 1:1 Sarajlic (70.), 1:2 Prediger (87.).
Schiedsrichter: Groß (Mannheim). – Zuschauer: 200.
Gelbe Karten: Balmuk, Deligiannidis – Sökler, Stevanovic.

Ludwigsburger Kreiszeitung

Kickers II mit wichtigen drei Punkten

Das Oberligateam der Stuttgarter Kickers sorgt weiterhin für positive Schlagzeilen und hat mit einem 2:1 Erfolg bei der SGV Freiberg den Sprung auf die Nichtabstiegsplätze geschafft. Der eingewechselte Dirk Prediger erzielte drei Minuten vor dem Abpfiff den Siegtreffer für die Blauen. Muhamed Bajrami konnten seine Farben in der 30. Minute in Führung bringen, Predrag Sarajlic erzielte nach 70. Minuten den Ausgleich.

Die Kickers spielten mit:
Hauser; Ivanusa, Bajrami (89. Rizzi), Kovac, Ortlieb; Sökler, Gentner, Akcay, Petruso; Parhizi (25. Schneider), Stevanovic (77. Prediger)

Vorberichte III: Stuttgarter Kickers – FC Bayern München II

„Vielleicht klappt“s gerade ohne mich“

Vaccaro fehlt den Kickers

Stuttgart – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers peilt im zehnten Anlauf seinen ersten Heimsieg in dieser Saison an. Doch ausgerechnet an diesem Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen den FC Bayern II ist Torjäger Angelo Vaccaro gesperrt.

Herr Vaccaro, wie bitter ist es für Sie, gegen die kleinen Bayern pausieren zu müssen?

Sehr bitter, weil ich im ersten Spiel nach der Winterpause in Siegen gleich getroffen habe und ich voller Euphorie unheimlich gerne nachgelegt hätte. Schade, ich hätte einfach ein Foul weniger machen sollen.

Wie soll die Mannschaft jetzt ausgerechnet ohne ihren Torjäger zum ersten Heimsieg kommen?

Vielleicht passiert es ja gerade deshalb (lacht). Wir haben genügend torgefährliche Spieler, die treffen können. Kacani, Tucci, Gambo, Parmak – und warum soll nicht auch einmal einem Verteidiger ein Kopfballtor nach einer Standardsituation gelingen?

Sind Sie sicher, dass die Qualifikation für die dritte Liga noch klappt?

Ich bin mir ganz sicher. Ich sehe die Jungs jeden Tag im Training. Und auch, wenn es sich bei Tabellenplatz 17 komisch anhört, muss ich sagen: Nicht viele Regionalligisten haben eine solche Qualität im Kader wie wir.

Warum zeigt sich das nicht auf dem Platz?

Das wird sich nun ändern. Wir werden gegenüber der Konkurrenz den längeren Atem haben.

Wie geht“s gegen die Münchner Bayern aus?

Wir gewinnen 2:0.

Und wer schießt die Tore?

Das ist völlig egal. Aber ich tippe mal auf einen Stürmer und einen Verteidiger.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten