Kickers – Karlsruher SC II 2:0 (1:0)

Die Stuttgarter Kickers besiegten im heutigen Heimspiel die Amateurmannschaft des Karlsruher SC mit 2:0 (1:0) Toren. Mann des Tages vor den 3030 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau war wie beim letzten Heimsieg gegen den SC Pfullendorf erneut Mustafa Parmak, der heute mit seinen beiden Treffern den Unterschied machte. Die Blauen gewannen am Ende sicherlich verdient gegen die flinken und spielstarken Karlsruher, die es verpassten selbst ihre Chancen zu verwerten. Mustafa Parmak traf in der 19. Minute mit einem tollen Distanzschuss und sorgte mit seinem fünften Saisontreffer in der Nachspielzeit für den 2:0 Endstand.

Die Aufstellung:

Bashiru Gambo stand heute nach seiner Suspendierung wieder in der Startelf, für den gesperrten Marcus Mann spielte Marco Wildersinn in der Innenverteidigung. Auf der rechten Abwehrseite verteidigte heute Benedikt Deigendesch für Sascha Benda. Ansonsten gab es im Team von Trainer Stefan Minkwitz keine Veränderungen. David Yelldell stand im Kickers-Tor, von rechts die Abwehrreihe mit Benedikt Deigendesch, Marco Wildersinn, Marcel Rapp und Moritz Steinle. Vor der Abwehr spielten Bashiru Gambo und Alexander Rosen, auf den Außenbahnen Mustafa Parmak und Oliver Stierle. Vorne stürmten Angelo Vaccaro und Sokol Kacani.

Der Spielverlauf:

Die Kickers kamen gegen die schnellen und spielstarken Gäste aus Karlsruhe nur schlecht in die Partie. Die junge Amateurmannschaft des KSC hatte demnach auch die ersten beiden Chancen im Spiel. Nach gut zehn Minuten wehrte David Yelldell den Schuss von Marcel Abele aus 20 Metern ab. In der 16. Minute musste Daniel Brosinski sein Team in Führung bringen, als er frei vor David Yelldell stand. Doch der Kickers-Schlussmann blieb lange stehen und drängte so den Karlsruher nach außen. Moritz Steinle konnte für den geschlagenen Keeper klären und grätschte den Ball im Fünfmeterraum weg.
Nur drei Minuten später nahm Mustafa Parmak sein Herz in die Hand. Den kurz ausgeführten Freistoß bekam er von Oliver Stierle zurück, ließ noch schnell zwei Gegenspieler stehen und zog aus halblinker Position ca. 22 Meter vor dem Tor einfach mal ab. Er traf das Leder voll und sein toller Schuss zappelte unhaltbar für den KSC-Torhüter im rechten Dreiangel. Ein tolles Tor zum 1:0 für die Blauen (19.).
Nach einer guten halben Stunde verlor Oliver Stierle im Mittelfeld den Ball und die schnellen Gäste zeigten einen gefährlich Konter. Sebastian Fischer flankte, nachdem er steil geschickt wurde, scharf in die Mitte, doch ging seine Hereingabe an Freund und Feind vorbei. Bis zur Halbzeit hatten die Kickers noch zwei nennenswerte Möglichkeiten, ein Kopfball von Sokol Kacani (32.) und ein Schuss von Oliver Stierle (38.) gingen beiden über das Tor.

Dass Mustafa Parmak ein gesundes Selbstvertrauen hat, zeigte er in der 43. Minute. Er schoss seinen Freistoß aus gut und gerne 40 Metern direkt auf das Tor, weil er sah, dass KSC-Schlussmann Thomas Unger mit einer Flanke rechnete. Doch sein Schuss klatschte an den Außenpfosten.

Nach der Pause passierte zunächst nichts. Die Kickers waren besser in den Zweikämpfen und ließen die Gäste nicht mehr so kombinieren. Angelo Vaccaro hatte dann nach einer Stunde seine Torchance, als er sich stark durchsetzen konnte und den Ball im Fallen unter dem Keeper hindurchspitzelte. Der Ball hoppelte Richtung leeres Tor, doch leider erwischte ein KSC-Spieler den Ball noch vor der Linie. Nur wenige Minuten später erkämpfte sich Angelo Vaccaro an der Mittellinie stark den Ball und legte ihn in den Lauf von Oliver Stierle, der in den Strafraum drängte und aus 12 Metern abzog. Thomas Unger im KSC-Tor reagierte blitzschnell und konnte den Schuss mit der linken Faust klasse parieren (63.). Erneut stand Angelo Vaccaro in der 72. Minute im Mittelpunkt, als er einen Flugkopfball nach einer Parmak-Flanke um Zentimeter am rechten Pfosten vorbeiköpfte.

In der Schlussviertelstunde wechselten beide Trainer noch regelmäßig aus, so dass der Spielfluss doch verloren ging. Die Kickers hatten ihre Möglichkeiten vergeben, das Spiel mit dem 2:0 zu entscheiden, so blieb es bis zum Schluss spannend. Aber von den Gästen kam viel zu wenig im zweiten Durchgang, vor allem vor dem Tor waren sie viel zu harmlos. Als Daniel Brosinski völlig unnötig Mustafa Parmak an der Mittellinie von hinten in die Beide sprang, zeigte ihm Schiedsrichter Deniz Aytekin konsequenter Weise die Rote Karte (86.). Danach war die Gegenwehr der Gäste gebrochen und in den Schlussminuten drängten die Kickers auf die endgültige Entscheidung: der eingewechselte Ferhat Cerci tunnelte seinen Gegenspieler, zog in die Mitte und passte auf Angelo Vaccaro, der direkt ablegte auf den ebenfalls eingewechselten Marco Tucci. Doch der Kickers-Stürmer zögerte einen Tick zu lange beim Torabschluss, so dass sein Versuch in letzter Sekunde noch abgeblockt wurde (88.). Die Kopfballablage vom eingewechselten Recep Yildiz nahm Angelo Vaccaro direkt, sein Schuss war aber zu unplatziert (90.). Den gelungenen Schlusspunkt der heutigen Partie setzte aber nochmals Mustafa Parmak: In seiner unnachahmlichen Art zog er in der Nachspielzeit von seiner rechten Außenbahn in den Strafraum, umkurvte seinen Gegenspieler, zog mit links ab und traf ins lange Eck zum 2:0-Endstand (90.+2).
Mit diesem Heimsieg sind die Blauen nun wieder bis auf drei Punkten an dem zehnten Platz dran, der zur Qualifikation zur dritten Liga berechtigt.

Die Trainerstimmen:

Rainer Krieg: „Nach unserm schwachen Heimspiel vergangene Woche wollten wir heute einen anderen Fußball zeigen. Wir haben viel besser Fußball gespielt und auch zwei drei gute Chancen gehabt in Führung zu gehen. Aber mit dem tollen Fernschuss von Mustafa Parmak sind wir ins Hintertreffen geraten. Parmak hat heute alleine die Partie entschieden und eben den Unterscheid gemacht. Im zweiten Durchgang haben wir alles versucht noch zumindest den Ausgleichstreffer zu erzielen, aber in der Offensive waren wir heute einfach zu schwach. Uns fehlt leider ein Knipser, der auch mal aus keiner Chance ein Tor macht. So stehen wir leider mit leeren Händen da und haben verdient mit 2:0 verloren.“
Stefan Minkwitz: „Karlsruhe war uns spielerisch zeitweise überlegen, aber das war uns schon vorher klar. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir heute nicht Fußball spielen sondern Fußball kämpfen müssen. Das wurde auch größtenteils umgesetzt. Der Unterschied heute hat Mustafa Parmak gemacht, dennoch möchte ich ein Lob an die ganze Mannschaft aussprechen, denn alle haben von der ersten bis zur 90. Minute gefightet.“

Die Spielstatistik

Kickers: David Yelldell – Benedikt Deigendesch, Marco Wildersinn, Marcel Rapp, Moritz Steinle – Alexander Rosen, Bashiru Gambo (83. Recep Yildiz), Oliver Stierle (77. Ferhat Cerci), Mustafa Parmak – Sokol Kacani (80. Marco Tucci), Angelo Vaccaro – Trainer: Stefan Minkwitz
Karlsruher SC II: Thomas Unger – Christopher Reinhard, Sebastian Langkamp, Florian Krebs, Marcel Abele (81. Aykut Akgün) – Matthias Heckenberger (55. Stanislaus Bergheim), Thorsten Barg, Daniel Brosinski, Lars Stindl – Christopher Bieber (55. Mathias Fetsch), Sebastian Fischer – Trainer: Rainer Krieg

Zuschauer:
3030 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Torfolge:
1:0 Mustafa Parmak (19.)
2:0 Mustafa Parmak (90.)

Schiedsrichter:
Deniz Aytekin (Oberasbach)

Verwarnungen:
Gelbe Karten: Benedikt Deigendesch, Angelo Vaccaro – Sebastian Langkamp, Lars Stindl
Rote Karte: Daniel Brosinski (86. grobes Foulspiel)

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Vorberichte II: Stuttgarter Kickers – Karlsruher SC II

„Ich marschiere gerne vorneweg“

Kickers-Neuzugang Rosen

Stuttgart – Er ist die positive Überraschung bei den Stuttgarter Kickers im Jahr 2008: Neuzugang Alexander Rosen (28) hat beim Fußball-Regionalligisten auf Anhieb eine Führungsrolle übernommen. „Ich marschiere gerne vorneweg“, sagt der Mittelfeldspieler vor dem Heimspiel an diesem Samstag (14 Uhr) gegen den Karlsruher SC II.

Herr Rosen, wie fühlt man sich als der neue Chef im Spiel der Kickers?

Moment, ich sehe mich nicht als alleiniger Chef in der Mannschaft. Spieler wie Angelo Vaccaro, Marcel Rapp oder Oliver Stierle übernehmen ebenso Verantwortung.

Vieles konzentriert sich aber derzeit auf Sie.

Wenn andere dadurch befreit aufspielen, ist das doch wunderbar. Und es ist ja auch so, dass eine Mitläuferrolle nicht meinem Naturell entspricht. Sich zu verstecken, vor allem, wenn es nicht läuft, ist nicht mein Ding. Ich marschiere gerne vorneweg und versuche durch Leistung und Einsatz meine Mitspieler mitzureißen.

Waren Sie schon immer ein Leader?

Ich war schon zu Jugendzeiten beim FC Augsburg Kapitän. Später auch bei den Amateuren von Eintracht Frankfurt sowie in der Studenten-Nationalmannschaft. Und zuletzt sogar in Norwegen – als Ausländer. Das gab mir einen großen Schub.

Wie sehr beschäftigt die Mannschaft dieungewisse Zukunft des Vereins?

Kabinengespräch ist das nicht. Was das Finanzielle betrifft, haben uns die Verantwortlichen signalisiert, dass sie die Situation im Griff haben. Sportlich hat jeder im Hinterkopf, dass es um seinen Job geht.

Warum reicht es noch für die dritte Liga?

Weil am Saisonende die Mannschaft mit dem größten Willen über dem Strich steht.

Ein Sieg gegen den KSC II ist Pflicht.

Wir werden gewinnen.

Mit Ihrem ersten Tor für die Kickers?

Warum nicht? Es wird langsam Zeit.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Kickers setzen auf Kampf

Stuttgart (red) – Während Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers heute (14 Uhr) gegen den Karlsruher SC II den zweiten Heimsieg in dieser Saison anpeilt, will der VfB Stuttgart II zeitgleich beim SC Pfullendorf die jüngste Heimniederlage wettmachen.

Stuttgarter Kickers

„Die Waldau muss eine Festung werden“, fordert Trainer Stefan Minkwitz und gibt daher eine klare Anweisung: „Das kämpferische Element hat im Vordergrund zu stehen.“ Elf Partien haben die Kickers noch Zeit, aus dem Tabellenkeller unter die ersten Zehn zu klettern. Derzeit trennen den 15. sechs Punkte vom rettenden Ufer. Heute wollen die „Blauen“ den nächsten Schritt nach oben machen. Dem ersten Heimsieg in dieser Saison vor Ostern gegen den SC Pfullendorf soll gegen den Tabellennachbarn Karlsruher SC II der zweite Dreier im Gazi-Stadion folgen. Verzichten muss Minkwitz auf Marcus Mann, der nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. Für ihn rückt Marco Wildersinn in die Innenverteidigung. Bashiru Gambo steht nach seiner Suspendierung aus disziplinarischen Gründen wieder im Kader. „Er hat im Training richtig Gas gegeben“, begründet Minkwitz die Begnadigung des Mittelfeldmanns.

So wollen sie spielen: Yelldell – Benda, Wildersinn, Rapp, Steinle – Parmak, Rosen, Akcay, Stierle – Kacani, Vaccaro.

(…)

Eßlinger Zeitung

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – Karlsruher SC II

Neues Spiel, neues Glück für Gambo
Kickers empfangen den KSC II

STUTTGART (hec/mad). Die Stuttgarter Kickers wollen in der Fußball-Regionalliga den zweiten Heimsieg der Saison feiern. „Die Waldau muss eine Festung werden“, sagt der Trainer Stefan Minkwitz. Derweil hat Peter Starzmann seinen Vertrag in Reutlingen verlängert.

Stefan Minkwitz greift sich eine Brezel und gleichzeitig zu martialischer Rhetorik. „Wir müssen die Waldau zu einer Festung machen“, sagt der Trainer der Stuttgarter Kickers und beißt in das Laugengebäck. Morgen um 14 Uhr (Gazi-Stadion) empfängt sein Team in der Fußball-Regionalliga die zweite Mannschaft des Karlsruher SC, und Stefan Minkwitz gibt seinen Spielern eine eindeutige Botschaft mit auf den Weg. „Wir müssen Fußball kämpfen und nicht Fußball spielen.“

Nach dem Wirbel der vergangenen Tage um die neuen Strukturen bei den Kickers mit der Bildung einer GmbH & Co. KG und der erneuten Diskussionen über die unendliche Geschichte der Finanznot des Clubs, sind die Verantwortlichen froh, dass sich der Fokus zumindest vorübergehend wieder auf den Fußballplatz richtet. Nach den vier Punkten aus den vergangenen zwei Spielen schöpfen die Kickers elf Spieltage vor dem Saisonende wieder Hoffnung, den Sprung unter die ersten zehn und damit den Einzug in die dritte Liga doch noch zu schaffen. „Dafür müssen wir mindestens alle Heimspiele gewinnen“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast.

Damit dieser Plan aufgeht, soll sich auch Bashiru Gambo morgen wieder das blau-weiße Trikot anziehen. Der Mittelfeldspieler, der zuletzt aus disziplinarischen Gründen eine Denkpause von Minkwitz bekommen hatte, steht wieder im Kader und hat gute Chancen, zum Einsatz zu kommen. „Er hat im Training richtig Gas gegeben. Wenn er klar im Kopf ist, dann können wir auf ihn nicht verzichten“, sagt Minkwitz. Weil Marcus Mann im Spiel gegen Kassel die fünfte Gelbe Karte sah und damit am Samstag ausfällt, läuft Marco Wildersinn von Beginn an gegen seinen Exclub aus Karlsruhe auf. Weitere Veränderungen schließt der Trainer nicht aus. „Auf dem Video vom letzten Spiel habe ich einige Dinge gesehen, die mir nicht gefallen haben“, sagt Minkwitz. „Wer jetzt noch nicht kapiert hat, dass es für uns um alles geht, dem kann ich auch nicht mehr helfen.“

Stuttgarter Zeitung

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 29.03.2008 14:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Assistenten: Müller (Ansbach), Ehwald (Geldersheim)

Stuttgarter Kickers: Mann ist gelbgesperrt, für ihn könnte Yildiz in die Innenverteidigung rücken. Ansonsten dürfte Trainer Minkwitz der Startelf der letzten Woche vertrauen.

Karlsruher SC II: Die Sperre für Langkamp und Barg ist vorbei.Einige Akteure müssen wohl zu den ersatzgeschwächten Profis aufrücken (Dick, Stindl).

Aufstellung

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Benda, Yildiz, Rapp, Steinle – Parmak, Rosen, Akcay, Stierle – Kacani, Vaccaro; Trainer: Minkwitz
Karlsruher SC II
Unger – Abele, Krebs, S. Langkamp, Reinhard – Brosinski, O. Schröder, Bieber, S. Fischer – Bergheim, Fetsch; Trainer: Krieg

Kicker

Kickers gegen Karlsruher SC II – Neue Chance für Bashiru Gambo     

Im Spiel am morgigen Samstag um 14 Uhr im GAZi-Stadion müssen die Stuttgarter Kickers gegen den Karlsruher SC II die zuletzt begonnene Punktejagd fortsetzen, um näher an den für die Qualifikation zur 3. Liga so wichtigen zehnten Tabellenplatz heranzurücken. Cheftrainer Stefan Minkwitz dürfte in dieser Partie auch wieder Bashiru Gambo eine Chance geben, nachdem dieser unter der Woche voller Elan im Training angetreten ist und sich positiv in die Mannschaft einbringen möchte. „Ein Gambo in Bestform kann uns spielerisch nach vorne bringen und er weiß selbst, dass er jetzt hunderprozentig mitziehen muss“, betont der Kickers-Cheftrainer.

Infolge der fünften gelben Karte für Marcus Mann wird Marco Wildersinn dessen Position im Abwehrzentrum einnehmen. Ob es dann noch eine weitere Änderung in der Abwehr oder im Mittelfeld geben wird, lässt Minkwitz noch offen. Im Angriff ist wieder mit dem Sturmduo Kacani und Vaccaro zu rechnen und beide wollen in dieser Partie mit den Karlsruhern ihr Torekonto weiter aufbessern. „Wie schon zuletzt muss im Vordergrund zunächst das kämpferische Element stehen und dann wird sich auch das spielerische Element ergeben“, sieht Minkwitz die Prioritäten in dieser Begegnung.

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Presse zur Gründung der GmbH & Co KG

Transferrechte teilweise verkauft

Umstrukturierung bei den Kickers
STUTTGART (hec). Die Stuttgarter Kickers können sich auch weiterhin nicht nur auf den Sport konzentrieren. Der Fußball-Regionalligist gab gestern die Gründung einer GmbH & Co KG bekannt, die als Inhaberin der Transferrechte fungiert. Im Zuge dieser Umstrukturierung veräußern die Kickers Anteile an den Transferrechten ihrer Profis. Die Gelder in Höhe von rund 300 000 Euro, welche Gremiumsmitglieder des Clubs den Kickers Ende 2007 zur Verfügung gestellt haben, tauchen dann nicht mehr als Darlehen auf, welche die Bilanz negativ belasten, sondern als Eigenkapital. „Damit verschwindet ein Teil der Schulden“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum und betont: „Die Mehrheit der Transferrechte bleibt aber bei den Kickers.“

Vor allem, weil die Zuschauereinnahmen bisher geringer ausfielen als geplant, ist die Saison der Stuttgarter Kickers finanziell noch nicht gesichert. „Da müssen wir noch nacharbeiten“, sagt der Manager Joachim Cast, der hofft, dass sein Team am Samstag im Gazi-Stadion gegen die zweite Mannschaft des Karlsruher SC Boden gutmacht im Kampf um den Einzug in die eingleisige dritte Liga. „Wir leben von den Zuschauereinnahmen“, sagt Eichelbaum: „Wenn es am Ende der Spielzeit für unsere Mannschaft um gar nichts mehr geht, dann kommen auch weniger Zuschauer. Und dann sieht es nicht nur sportlich dunkel aus, sondern auch finanziell.“

Stuttgarter Zeitung

Neue Wege im Kampf ums Überleben
Kickers gründen GmbH & Co. KG – Mauch: „Es sieht kritisch aus“

Stuttgart – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers steht nicht nur sportlich, sondern auch finanziell mit dem Rücken zur Wand. Um die Bilanz zu entlasten, haben die Blauen eine GmbH & Co. KG gegründet.

VON JÜRGEN FREY

Egal wer den kränklichen Patienten pflegte, er stieß bei allem guten Willen an die immer gleichen Grenzen: Es fehlte an Geld. So knapp bei Kasse wie in diesen Wochen waren die Kickers aber wohl selten. Im Mai könnte es für die Bedürftigen von der Waldau richtig eng werden. „Es sieht kritisch aus“, bestätigt Aufsichtsratschef Christian Mauch. Und auch Schatzmeister Friedrich Kummer räumt ein: „Wir hängen den Planungen hinterher, weil die Einnahmen in hohem Maß vom sportlichen Erfolg abhängig sind.“ Durch das Aus im WFV-Pokal-Wettbewerb fehlen Gelder aus dem DFB-Pokal. Außerdem haben sich die Kickers von den Testspielen gegen Borussia Dortmund und den SC Freiburg mehr Einnahmen versprochen. Erschwerend hinzu kommt der Zuschauerrückgang.

Die Finanzprobleme waren schon in der Winterpause absehbar. Deshalb hat der Großteil der Präsidiums- und Aufsichtsratsmitglieder die Privatschatulle gezückt. Zusammengekommen ist ein Kredit in Höhe von rund 300 000 Euro. Ein Teil davon floss, genauso wie die 60 000 Euro aus der Internetaktion „Believe in Blue“, bereits in die laufenden Ausgaben. Der Rest des Darlehens befindet sich auf dem Vereinskonto, was in der Bilanz die Verschuldung sofort erhöht und damit gegen die DFB-Auflagen verstößt. Aus diesem Grund hat die Führungsetage beschlossen, eine GmbH & Co. KG zu gründen. Diese Personengesellschaft wird Inhaberin der Transferrechte der Spieler. Dadurch wird die Eigenkapitalbasis des Vereins gestärkt, der die Mehrheit an der neuen Gesellschaft hält. „Die Verwaltungs-GmbH wird demnächst im Handelsregister eingetragen. Die Lizenz des DFB zur Teilnahme am Spielbetrieb verbleibt beim Verein“, erklärte Dirk Eichelbaum. Der Kickers-Präsident und Manager Joachim Cast wurden als Geschäftsführer bestellt. Kommanditisten werden die Gremienmitglieder des Clubs, die in dieser Saison Darlehen zur Verfügung gestellt haben. Ein Risiko für sie bleibt: Im Falle einer Insolvenz wären sie ihr Geld los.

Bei all diesen finanziellen Turbulenzen gibt es wenigstens von Ursi Dünnwald-Metzler positive Signale. Solange der Verein klamm sei, müsse er sich wegen der Rückzahlung ihres Darlehens in Höhe von 550 000 Euro keine Sorgen machen, erklärte die Frau des ehemaligen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler gegenüber unserer Zeitung. Hans Kullen, der Nachfolger von ADM, sieht das bekanntlich anders. Er klagt auf Zurückzahlung seines Darlehens.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers gründen GmbH & Co. KG
 
Stuttgart (dpa/hag) – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers errichtet eine GmbH & Co. KG, die Inhaberin der Transferrechte der Vertragsspieler ist. Alleiniger Gesellschafter der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Kickers Verwaltungsgesellschaft mbH, ist der Verein, als Geschäftsführer fungieren Club-Präsident Dirk Eichelbaum und Manager Joachim Cast.Kommanditisten der Gesellschaft werden Gremienmitglieder des Vereins, die in dieser Saison Darlehen zur Verfügung gestellt haben. Durch die Ausgliederung zukünftiger Transferrechte auf die GmbH & Co. KG soll die Eigenkapitalbasis der Kickers gestärkt werden.

„Investoren bringen Geld als Kapitalanlage ein und erhalten bei zukünftigen Transfererlösen eine Rendite“, erklärt Cast in einfachen Worten das Prinzip, mit dem sich die finanzielle Lage des abstiegsgefährdeten Vereins verbessern soll. Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, dem zufolge die Kickers in akuten Finanznöten stecken und bereits ums Überleben kämpfen, wollte Cast gestern nicht kommentieren. Nur eines war ihm zu entlocken: „Die finanzielle Lage der Kickers ist nie gut.“ 

Eßlinger Zeitung

Stuttgarter Kickers gründen GmbH & Co. KG

Die Stuttgarter Kickers errichten eine GmbH & Co. KG, die Inhaberin der Transferrechte der Vertragsspieler des Vereins ist. Alleiniger Gesellschafter der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Kickers Verwaltungsgesellschaft mbH, ist der Verein. Zu Geschäftsführern sind der Präsident des Vereins, Dirk Eichelbaum sowie der Manager Joachim Cast bestellt. Kommanditisten der Gesellschaft werden Gremienmitglieder des Vereins, die in dieser Saison dem Verein Darlehen zur Verfügung gestellt haben. Weitere Beteiligungen sind künftig möglich. Durch die Ausgliederung zukünftiger Transferrechte auf die GmbH & Co. KG wird die Eigenkapitalbasis des Vereins gestärkt, der die Mehrheit an der neuen Gesellschaft hält. Die Lizenz des DFB zur Teilnahme am Spielbetrieb verbleibt allerdings beim Verein.

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Presse zu Hessen Kassel – Stuttgarter Kickers (1:1)

Die Stuttgarter Kickers üben weiter den Spagat
Der Präsident Dirk Eichelbaum freut sich über den Punktgewinn in Kassel, kämpft aber nach wie vor ums wirtschaftliche Überleben

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben beim Regionalliga-Konkurrenten Hessen Kassel am Samstag ein 1:1 (1:0) erreicht. „Damit können wir besser leben als der Gegner“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum, den dafür aber noch andere Sorgen drücken.

Von Joachim Klumpp

Der Liveticker des KSV Hessen Kassel im Internet war am Samstag in der Schlussphase der Partie gegen die Stuttgarter Kickers zusammengebrochen. Wegen Überlastung. Was auf die Bedeutung des Spiels schließen lässt – für beide Mannschaften. Dass sich die vor 4500 Zuschauern schließlich mit 1:1 trennten, nützte am Ende keinem der zwei Konkurrenten wirklich etwas im Kampf um den begehrten zehnten Platz. Dennoch sagte der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz: „Ich habe keine Sorge, dass beide Mannschaften da unten rauskommen.“

Sportlich zumindest. Die Kickers haben zuletzt gegen Pfullendorf und in Kassel nicht nur gepunktet, sondern auch so etwas wie eine Stammformation gefunden, mit einem 4-4-2-System ohne echten Spielmacher, dafür mit einem starken Antreiber in Neuzugang Alex Rosen. Einzig Mustafa Akcay und Oliver Stierle fielen etwas ab. „Sie hatten nicht ihren besten Tag, aber das ist nach der langen Verletzungspause verständlich“, sagte der Trainer Stefan Minkwitz und fügte hinzu: „Das war schon meine Wunschformation.“

Die allerdings am nächsten Spieltag gegen den Karlsruher SC II gesprengt wird, weil Marcus Mann seine fünfte Gelbe Karte kassierte. Also wird es notgedrungen mindestens eine Änderung geben, und nicht nur deshalb sagt Minkwitz in Richtung des zuletzt nicht berücksichtigten Bashiru Gambo: „Er soll im Training Gas geben, dann kann er noch ein wichtiger Mann für uns werden.“ Das ist jetzt schon David Yelldell, auf den im entscheidenden Moment in Kassel Verlass war und der das interne Duell gegen den Stürmer Haas klar für sich entschied, auch weil eine Nickligkeit der beiden mit zwei Gelben Karten endete, und nicht mit einem möglichen Platzverweis für den starken Schlussmann. Das hätte gerade noch gefehlt.

„Mit dem Ergebnis können wir besser leben als Kassel“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. Sportlich zumindest. Und wirtschaftlich? Da spekulieren die Verantwortlichen ganz offensichtlich auf mögliche Lizenzentzüge der Konkurrenz (Regensburg, Reutlingen?), doch müssen die Kickers erst einmal ihre eigenen Hausaufgaben machen. Zum einen werden etliche Sponsoren ihre Verträge fristgerecht zum 31. März kündigen, und ein weiteres Engagement natürlich auch von der Ligenzugehörigkeit abhängig machen (sofern beim Abstieg nicht gleich die Insolvenz greift). Das fängt mit dem Trikotpartner Gazi an, dessen Option in der Vergangenheit auf Anfang April datiert war, in dieser Saison aber unbefristet läuft.

Was die Planung nicht einfacher macht, auch wenn man davon ausgehen kann, dass der Sponsor in der dritten Liga weitermachen wird – wobei offen ist, zu welchen (verbesserten) Konditionen. Denn über die Attraktivität der künftigen neuen Spielklasse lässt sich trefflich streiten. Am 25. April will der DFB zunächst seine Mängelliste zu den Lizenzanträgen verschicken. „Dann wissen wir genau, was zu tun ist“, so Eichelbaum, „vorbereitet müssen wir aber sein. Andere Clubs behelfen sich da gerne mit Bürgschaften.“ Welche die Kickers aber erst noch beibringen müssten.

Obwohl die Sponsoreneinnahmen in dieser Saison inzwischen höher sein sollen als im Vorjahr, obwohl durch Aktionen der Führungsgremien angeblich 300 000 Euro außerplanmäßig zuflossen, obwohl die Faninitiative Believe in Blue ein voller Erfolg war (bisher 60 000 Euro), und nebenbei das Gehalt des Extrainers Peter Zeidler gespart wird – alles positive Signale also – soll die Saison finanziell keineswegs in trockenen Tüchern sein. Zum einen schlägt nach wie vor das fehlende Freundschaftsderby gegen den VfB Stuttgart ein Loch in den Etat, daneben hinkt die Zuschauerkalkulation hinter dem Ansatz her. Ob die noch ausstehenden Topspiele wie gegen Aalen oder den VfB II zu Publikumsmagneten werden, hängt nicht zuletzt vom sportlichen Abschneiden ab. Was schnell ein Teufelskreis werden kann.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Mann, Rapp, Steinle – Parmak, Akcay (51. Yildiz), Rosen, Stierle (59. Cerci) – Vaccaro, Kacani (87. Tucci).

Schiedsrichter: Benedum (Mehlingen).

Tore: 0:1 Kacani (4.), 1:1 Schönewolf (69.).

Stuttgarter Zeitung

Yelldell hält Hoffnung am Leben
Umworbener Kickers-Torwart glänzt beim 1:1 in Kassel – Minkwitz: „Wir sind auf dem richtigen Weg“
 

Stuttgart – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers lebt weiter vom Prinzip Hoffnung. Nach dem 1:1 (1:0) beim KSV Hessen Kassel stellte Trainer Stefan Minkwitz zufrieden fest: „Wir sind auf dem richtigem Weg.“

VON JÜRGEN FREY

Stefan Minkwitz ist kein Typ, der unmittelbar nach dem Schlusspfiff kühl und gelassen seine Analyse abgibt. Der Kickers-Coach steht meistens noch etwas länger unter Strom. So war das auch in Kassel. Zunächst war er stinksauer über die Punkteteilung. Als er sich die Partie am Ostersonntag noch einmal in aller Ruhe auf DVD angeschaut hatte, kam der 39-Jährige dann doch zu der Erkenntnis: „Mit dem Punkt können wir ganz gut leben.“ Weil ihm am Bildschirm klar wurde: Kassel vergab nach der Pause doch einige sehr gute Chancen.

Man muss kein Mathe-Genie sein, um zu wissen, dass den Blauen bei ihrer Aufholjagd Richtung Platz zehn nur Siege richtig weiterhelfen. Und ein dreifacher Punktgewinn wäre auch in Kassel möglich gewesen, wenn die Kickers in ihren starken ersten 30 Minuten die 1:0-Führung durch Sokol Kacanis fünftes Saisontor (nach Vorlage von Vaccaro) ausgebaut hätten. Das taten sie aber nicht und kamen deshalb in schwere Bedrängnis: „Wir müssen in Drucksituationen die Ruhe bewahren und nicht nur lange Bälle spielen“, kritisierte Minkwitz.

Folge der fehlenden Entlastung: Im Kickers-Strafraum ging es einige Male hoch her. Doch ein Mann bewahrte den Überblick: Torwart David Yelldell. Der 1,94-m-Riese hielt überragend und ließ nur den Ausgleich (69.) durch Thorsten Schönewolf zu. Kein Wunder, dass der Mister Zuverlässig im Gehäuse der Blauen von höherklassigen Clubs umworben wird. Es ist ein offenes Geheimnis, dass schon in der Winterpause Hoffenheim 1899 und der FC Augsburg Interesse gezeigt hatten. Und jetzt? Sein Berater Uli Ferber hält sich bedeckt. „Es wäre unnormal, wenn es für David keine Interessenten geben würde“, sagt er auf Nachfrage und stellt aber klar: „Zurzeit konzentriert sich David ausschließlich darauf, mit den Kickers die dritte Liga zu erreichen.“ Klappt es doch noch mit der Qualifikation, hätte Yelldell bei den Blauen einen bis 2009 gültigen Vertrag, der wie in solchen Fällen üblich, jedoch eine Ausstiegsklausel enthalten dürfte.

Es ist das Los der Kickers, dass nicht nur der Club, sondern auch die Spieler in den kommenden Wochen zweigleisig planen. Minkwitz sieht darin kein Problem: „Das darf keine Rolle spielen.“ Er baut auf den „Aufwärtstrend der letzten beiden Spiele“ – und die neue Hierarchie in seiner Elf um den Anführer Alexander Rosen: „Er bilden zusammen mit Yelldell, Mann, Parmak und Vaccaro eine wichtige Achse.“ Innenverteidiger Mann wird am Samstag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den KSC II wegen der fünften Gelben Karte fehlen. Für ihn rückt Marco Wildersinn ins Team. Ob Bashiru Gambo wieder dabei sein wird, ließ der Trainer offen: „Es liegt an ihm, wie er sich im Training präsentiert.“ Eines zeigte die zweite Halbzeit in Kassel: Auf einen Gambo in Normalform, auf seine Übersicht und Ruhe am Ball, können die Blauen eigentlich nicht verzichten. Das weiß Minkwitz auch ohne den zweiten Blick auf den Bildschirm.

Stuttgarter Nachrichten

Wieder kein Sieg
KSV Hessen Kassel spielt gegen Stuttgarter Kickers nur 1:1
Von Frank Ziemke

Kassel. Es war ein seltsames Spiel. Eines, in dem es einen klaren Heimsieg hätte geben können, und in dem doch eine Niederlage drin war. Eines, das unfassbar schwache Phasen hatte, und das doch spannend war und gespickt mit dramatischen Szenen. Eines, nach dem man den Stab brechen konnte über einer Mannschaft ob ihrer erschreckenden spielerischen Einfallslosigkeit – und sie für ihre famose kämpferische Einstellung doch loben konnte. Am Ende stand aber vor allem: Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat wieder keinen Sieg gelandet. Und beim dürftigen 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers die Chance verpasst, Boden gutzumachen auf die ersten zehn der Tabelle.

Es herrschte dann auch allgemeine Fassungslosigkeit bei den Löwen. „Wir hatten doch Chancen wie noch nie in einem Regionalliga-Spiel“, sagte Thorsten Schönewolf, der als Einziger eine dieser Chancen nutzte. In der 69. Minute köpfte der Verteidiger einen Freistoß von Turgay Gölbasi zum Ausgleich ein.

Es war der Lohn einer klaren Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte. Und doch viel zu wenig. Denn vor allem Andreas Haas, der schon in der Anfangsphase (4. und 10.) zweimal frei stehend gescheitert war, brachte das Leder bei zig weiteren Möglichkeiten einfach nicht ins Tor der Kickers. Die hatten ihrerseits durch Vaccaro (49. und 88.) sowie Cerci (75.) gute Gelegenheiten zu weiteren Treffern.

Ein Sieg der Gäste wäre trotz der tollen Leistung ihres Torhüters David Yelldell auch zu viel des Guten gewesen, denn der KSV hatte sich bei wieder einmal ganz schlechten Platzverhältnissen mit großem Engagement in das Spiel zurückgebracht. „Da haben wir viele Zweikämpfe gewonnen und Druck gemacht“, lobte Matthias Hamann. Der Trainer hatte bereits bei der Aufstellung mit dem Einsatz von Schönewolf und Sebastian Busch signalisiert, dass bei dieser Partie vor allem der Kampf im Vordergrund stehen würde.

Spielerische Mittel kamen allerdings auch eklatant zu kurz – vor allem in der ersten Hälfte. Zumal der frühe Rückstand ein Schock war. Ein Pass von Parmak auf Vacaro genügte, um die gesamte Abwehr auszuheben. „Da sind wir viel zu weit aufgerückt“, gestand Sebastian Zinke. „Ein Anfängerfehler“, schimpfte Schönewolf.

In der Folgezeit strapazierten die Gastgeber die Nerven ihrer Anhänger dann erheblich. Einfallslos wurden die Bälle hoch durch das Mittelfeld gejagt. Obwohl Daniel Beyer eine ordentliche Leistung zeigte, fand ein Flügelspiel lange gar nicht statt. Spielerisch war das bis zum Halbzeitpfiff ein Offenbarungseid.

Als Hamann später sein Team lobte und erklärte: „Das war heute erste Sahne“, war das wohl eher als Aufmunterung zu sehen. Denn natürlich: Sie kämpfen ja. Aber das Manko bleibt: Sie gewinnen nicht mehr!

HNA Online

Autogramme vom Chancentod
Andreas Haas trifft bei fünf großen Möglichkeiten nicht, zeigt sich aber als fairer Sportsmann
 
Kassel. Andere wären geflüchtet nach so einem Spiel. Bloß runter vom Platz und ab in die Kabine. Andreas Haas hat sich gestellt. Interviews gegeben. Autogramme geschrieben. Und immer wieder beteuert, wie leid ihm das tut. „Für die Mannschaft, für unsere Fans“, sagt Andreas Haas.

Fünfmal hat der Stürmer des KSV Hessen frei vor dem Tor der Stuttgarter Kickers gestanden. Fünfmal wollte der Ball einfach nicht über die Linie. Entweder scheiterte Haas am großartigen Kickers-Torhüter David Yelldell. Oder er traf eben das Tor nicht. Auch nicht in der letzten Aktion der Nachspielzeit, als der Stürmer den Ball von links nur um Zentimeter am rechten Pfosten vorbeischob. „An anderen Tagen“, sagt Haas, „mache ich daraus vier Buden.“

Auswärts hat der Wintereinkauf aus Pirmasens bereits dreimal getroffen. Zuletzt zweimal in Unterhaching. „Aber da hat es uns nichts genutzt. Und auf dem Auestadion liegt für mich noch ein Fluch“, ärgert sich Haas.

Der war auch an einer anderen strittigen Szene der Partie beteiligt. In der 64. Minute grätschte er gegen den weit aus seinem Tor geeilten Yelldell. Stuttgarts Torhüter sprang wutentbrannt auf und stieß Haas um. Schiedsrichter Florian Benedum zog zweimal Gelb, nicht aber das geforderte Rot für den Stuttgarter.

Haas aber zeigte sich nach dem Schlusspfiff als fairer Sportsmann: „Das hat der Unparteiische gut gelöst. Man muss die Kirche im Dorf lassen. Gelb hat völlig gereicht.“ Und nicht nur das sagt Haas. Er gibt auch zu: „Meine Grätsche war unnötig, auch wenn ich den Fuß noch zurückgezogen habe. Ich war wütend über die ausgelassenen Chancen. Und ich habe mich nach dem Schubser auch ein wenig fallen lassen.“

Fast schon ungewöhnlich ist solche Ehrlichkeit im Fußball geworden. Aber es war ja auch kein gewöhnliches Spiel für den Stürmer. Der zumindest noch etwas Positives aus seinen vergebenen Chancen zieht: „Spielerisch stimmt es ja. Immerhin habe ich all diese Chancen.“ Und sein Lob gilt vor allem Sturmpartner Thorsten Bauer: „Es ist klasse, wie er mir die Bälle auflegt.“

Nebenbei kritzelt Haas seine Unterschrift auf einige Zettel, die Physiotherapeutin Yvonne Zuschlag von Kindern auf der Tribüne gebracht hat. Und erklärt mit einer gehörigen Portion Galgenhumor: „Hier sind die Autogramme vom Chancentod.“ (frz)

NHA Online

Presse zu Stuttgarter Kickers II – TSV Crailsheim (1:3)

Gegen die zurzeit beste Mannschaft der Oberliga, den TSV Crailsheim, gab es auch für die Stuttgarter Kickers II nichts zu holen, sie schafften es allerdings, bei der 1:3-Niederlage den Gästen zumindest den ersten Gegentreffer in diesem Jahr beizubringen. Sven Sökler (26.) verwandelte einen Elfmeter zum 1:1-Ausgleich. Crailsheim hat damit unter dem neuen Sportdirektor Wolfram Wuttke 13 Punkte aus fünf Spielen geholt.

Stuttgarter Zeitung

Wuttke bringt Crailsheim auf Trab
Neuer Schwung bei Oberligist

Er bringt ein paar Kilos mehr auf die Waage, sein schütteres Haar ist grau geworden. Doch mit dem ehemaligen Fußball-Nationalspieler Wolfram Wuttke als Sportdirektor ist beim Oberligisten TSV Crailsheim der Erfolg zurückgekehrt.

VON JÜRGEN FREY

Da waren es nur noch drei. Lediglich drei Punkte beträgt nach dem 3:1 bei den Stuttgarter Kickers II der Crailsheimer Rückstand auf Rang vier. Dieser Platz berechtigt am Saisonende gerade noch zur Qualifikation für die neue dreigeteilte Regionalliga. „Crailsheim holte mit wenig Aufwand das Optimale heraus“, sagte Kickers-Trainer Björn Hinck. Eine solche Effektivität zeichnet Spitzenmannschaften aus. Wie hoch der Anteil von Wuttke dabei ist? TSV-Spielleiter Clemens Fritz drückt es so aus: „Wuttke ist ein guter Motivator. Ein offener Mensch, der für neue Harmonie im Team sorgte.“ Seit Januar ist der 46-Jährige im Amt. Bei einem Turnier für Köche lernte ein Crailsheimer Hotelier, gleichzeitig Gönner des TSV, den Ex-Profi kennen und stellte den Kontakt her. Klappt es nicht mit dem Sprung in die vierte Liga, dann ist Wuttkes Mission am Saisonende aber schon wieder beendet. In diesem Fall würde Abteilungsleiter und Hauptsponsor Hermann Opferkuch sein Engagement drastisch zurückschrauben. Fritz: „Dann sind wir ein ganz normaler Oberligaverein.“

Stuttgarter Nachrichten

Oberliga Baden-Württemberg: Crailsheim bleibt oben dran

Ein hartes Stück Arbeit
Von unserem Mitarbeiter Manfred Kunz

Stuttg. Kickers II – Crailsheim 1:3

Crailsheim: Schoppel, Gorgiev, Abazi, Schmidt, Endler, Schumacher (41. Ilgenfritz), Rehm, Onwuzuruike (82. Schmiedel)), Heidenfelder (89. Schenker)Fameyeh, Zaccanti

Tore: 0:1 Daniel Zaccanti (16.), 1:1 Sven Sökler (26.), 1:2 Joe Fameyeh (67.), 1:3 Rüdiger Rehm (76.).

Die Partie unter dem Stuttgarter Fernsehturm war für den TSV Crailsheim alles andere als ein gemütlicher Osterspaziergang. Es bedurfte einer konzentrierten und geschlossenen Mannschaftsleistung, um die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers mit 3:1 Toren zu besiegen.

Die zahlenmäßige Überlegenheit der TSV-Fans spiegelte von Beginn an auch die Verteilung der Spielanteile auf dem Feld wider. Crailsheim spielte mutig nach vorne und setzte die junge Kickerself unter Druck. Die Gäste kontrollierten eindeutig das Spiel. Die Platzherren kamen nur zu sporadischen Gegenangriffen. Dem Spielverlauf entsprechend ging der Favorit auch in Führung. Daniel Zaccanti schlenzte einen Freistoß vorbei an Mauer und Torhüter ins Netz.

Alles schien nun programmgemäß zu laufen. Aus heiterem Himmel kam dann doch Sand ins Getriebe des TSV-Motors. Ajet Abazi wurde der Ball bei einer eigentlich harmlosen Situation im Strafraum aus kurzer Entfernung an den Unterarm geschossen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Sven Sökler souverän zum Ausgleich. Die Gäste verdauten den Schock des ersten Gegentores in der Rückrunde schadlos und behielten in der Folgezeit wieder ihre spielerische Linie bei. Als Folge flotter Kombinationen stellten sich zwangsläufig Einschussmöglichkeiten ein Gleich zwei Mal besaß Joe Fameyeh in aussichtsreicher Position die Möglichkeit zum Führungstreffer,. Doch beide Male agierte der ansonsten so treffsichere Goalgetter zu zögerlich. Bei einem Kopfball von Daniel Zaccanti nach einer Flanke von Rüdiger Rehm reagierte der Kickerstorwart reaktionsschnell.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs zogen die Gäste eine Art Powerplay auf. Bis zum gegnerischen Strafraum lief der Ball immer wieder über mehrere Stationen gekonnt durch die gelbschwarzen Reihen. Der letzte öffnende Pass in die Spitze gelang jedoch nicht. Durch eine Standardsituation stellte Crailsheim dann doch die Weichen auf Erfolg. Joe Fameyeh schnippelte einen Freistoß raffiniert über die Mauer. Beim Versuch, den Flatterball abzuwehren, machte der Torhüter eine unglückliche Figur und lenkte den Ball ins eigene Netz. Nun kehrte Ruhe und Sicherheit ins Spiel der Gäste ein. Möglichkeiten, das Ergebnis höher zu schrauben, waren vorhanden. Henry Onwuzuruike scheiterte am Außenpfosten.

Bastian Heidenfelder jagte den Ball völlig freistehend über den Kasten. Dem besten Gästespieler war es vorbehalten, mit einem ganz besonderen Kabinettstückchen für die Entscheidung zu sorgen. Gefühlvoll lobte Rüdiger Rehm den Ball aus zirka 30 Metern über den heraus gestürzten Torhüter und empfahl sich damit für die Auswahl zum „Tor des Monats“.

Die Gäste waren nun drauf und dran, die Platzherren zu demontieren. Durch ungeschicktes und provozierendes Verhalten handelte sich Daniel Zaccanti jedoch die gelbrote Karte ein und erwies seiner Mannschaft hiermit einen Bärendienst. In Überzahl drängten die Kickers mit Macht auf den Anschlusstreffer. Die Gästeabwehr hatte in der Schlussphase noch einmal Schwerstarbeit zu verrichten.

Fränkische Nachrichten

U-17 gewinnt Fußballturnier in Leinfelden

Kickers gewinnen Elfmeterschießen
LEINFELDEN-ECHTERDINGEN (ben). Die B-Junioren der Stuttgarter Kickers haben das 38. internationale U-17-Osterturnier in Leinfelden gewonnen. Im Finale des mit zehn Bundesligisten besetzten Turniers bezwangen die Degerlocher Alemannia Achen mit 4:3 im Elfmeterschießen. Zum Sieggaranten wurde der 1,98 Meter große Torwart der Kickers. Denis Grgic hatte bereits in den Runden zuvor mit fünf gehaltenen Elfmetern geglänzt. „Wir hoffen, dass dieser Erfolg uns Auftrieb für den Kampf um den Klassenverbleib in der Bundesliga gibt“, sagte der Kickers-Trainer Christian Isert. Dort belegt sein Team zurzeit den viertletzten Rang.

Der dritte Platz in Leinfelden ging an die B-Junioren von Eintracht Frankfurt, die Borussia Mönchengladbach mit 4:2 besiegten. Der VfB Stuttgart, der als Pokalverteidiger ins Turnier gestartet war, schied bereits nach der Vorrunde aus. Die Stuttgarter waren nur mit ihrer U 16 beim Osterturnier angetreten. Die Verantwortlichen des veranstaltenden TSV Leinfelden haderten mit den schlechten Witterungsbedingungen. „Das Wetter hat uns viele Zuschauer gekostet, aber da wir vernünftig kalkuliert haben, wirft uns das nicht um“, sagte der Organisator und Fußball-Abteilungsleiter Günther Pakai. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt war der Glühwein drei Tage lang zum Kassenschlager geworden.

Kickers B-Junioren: Triumph dank Grgic
Stuttgart (StN) – Die B-Junioren der Stuttgarter Kickers haben das internationale Fußball-Jugend-Turnier des TSV Leinfelden gewonnen: Die Mannschaft von Trainer Christian Isert setzte sich im Finale gegen Alemannia Aachen mit 5:4 nach Elfmeterschießen durch. Die Blauen bewiesen starke Nerven. Auch das Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt (4:1) und das Viertelfinale gegen Energie Cottbus (4:2) gewannen sie nach Elfmeterschießen. Mann des Tages war dabei der zwei Meter große Kickers-Keeper Denis Grgic: Der 16-jährige Kroate (früher VfL Kirchheim) hielt in diesen drei Partien insgesamt sechs Elfmeter. Das Spiel um Platz drei gewann Frankfurt gegen Borussia Mönchengladbach mit 4:2 nach Elfmeterschießen. Gastgeber TSV Leinfelden und der VfB Stuttgart schieden bereits nach der Vorrunde aus. Allerdings waren die Roten mit dem jüngeren Jahrgang am Ball.

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Stuttgarter Nachrichten