Presse zur Gründung der GmbH & Co KG

27. März 2008 in Allgemein

Transferrechte teilweise verkauft

Umstrukturierung bei den Kickers
STUTTGART (hec). Die Stuttgarter Kickers können sich auch weiterhin nicht nur auf den Sport konzentrieren. Der Fußball-Regionalligist gab gestern die Gründung einer GmbH & Co KG bekannt, die als Inhaberin der Transferrechte fungiert. Im Zuge dieser Umstrukturierung veräußern die Kickers Anteile an den Transferrechten ihrer Profis. Die Gelder in Höhe von rund 300 000 Euro, welche Gremiumsmitglieder des Clubs den Kickers Ende 2007 zur Verfügung gestellt haben, tauchen dann nicht mehr als Darlehen auf, welche die Bilanz negativ belasten, sondern als Eigenkapital. „Damit verschwindet ein Teil der Schulden“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum und betont: „Die Mehrheit der Transferrechte bleibt aber bei den Kickers.“

Vor allem, weil die Zuschauereinnahmen bisher geringer ausfielen als geplant, ist die Saison der Stuttgarter Kickers finanziell noch nicht gesichert. „Da müssen wir noch nacharbeiten“, sagt der Manager Joachim Cast, der hofft, dass sein Team am Samstag im Gazi-Stadion gegen die zweite Mannschaft des Karlsruher SC Boden gutmacht im Kampf um den Einzug in die eingleisige dritte Liga. „Wir leben von den Zuschauereinnahmen“, sagt Eichelbaum: „Wenn es am Ende der Spielzeit für unsere Mannschaft um gar nichts mehr geht, dann kommen auch weniger Zuschauer. Und dann sieht es nicht nur sportlich dunkel aus, sondern auch finanziell.“

Stuttgarter Zeitung

Neue Wege im Kampf ums Überleben
Kickers gründen GmbH & Co. KG – Mauch: „Es sieht kritisch aus“

Stuttgart – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers steht nicht nur sportlich, sondern auch finanziell mit dem Rücken zur Wand. Um die Bilanz zu entlasten, haben die Blauen eine GmbH & Co. KG gegründet.

VON JÜRGEN FREY

Egal wer den kränklichen Patienten pflegte, er stieß bei allem guten Willen an die immer gleichen Grenzen: Es fehlte an Geld. So knapp bei Kasse wie in diesen Wochen waren die Kickers aber wohl selten. Im Mai könnte es für die Bedürftigen von der Waldau richtig eng werden. „Es sieht kritisch aus“, bestätigt Aufsichtsratschef Christian Mauch. Und auch Schatzmeister Friedrich Kummer räumt ein: „Wir hängen den Planungen hinterher, weil die Einnahmen in hohem Maß vom sportlichen Erfolg abhängig sind.“ Durch das Aus im WFV-Pokal-Wettbewerb fehlen Gelder aus dem DFB-Pokal. Außerdem haben sich die Kickers von den Testspielen gegen Borussia Dortmund und den SC Freiburg mehr Einnahmen versprochen. Erschwerend hinzu kommt der Zuschauerrückgang.

Die Finanzprobleme waren schon in der Winterpause absehbar. Deshalb hat der Großteil der Präsidiums- und Aufsichtsratsmitglieder die Privatschatulle gezückt. Zusammengekommen ist ein Kredit in Höhe von rund 300 000 Euro. Ein Teil davon floss, genauso wie die 60 000 Euro aus der Internetaktion „Believe in Blue“, bereits in die laufenden Ausgaben. Der Rest des Darlehens befindet sich auf dem Vereinskonto, was in der Bilanz die Verschuldung sofort erhöht und damit gegen die DFB-Auflagen verstößt. Aus diesem Grund hat die Führungsetage beschlossen, eine GmbH & Co. KG zu gründen. Diese Personengesellschaft wird Inhaberin der Transferrechte der Spieler. Dadurch wird die Eigenkapitalbasis des Vereins gestärkt, der die Mehrheit an der neuen Gesellschaft hält. „Die Verwaltungs-GmbH wird demnächst im Handelsregister eingetragen. Die Lizenz des DFB zur Teilnahme am Spielbetrieb verbleibt beim Verein“, erklärte Dirk Eichelbaum. Der Kickers-Präsident und Manager Joachim Cast wurden als Geschäftsführer bestellt. Kommanditisten werden die Gremienmitglieder des Clubs, die in dieser Saison Darlehen zur Verfügung gestellt haben. Ein Risiko für sie bleibt: Im Falle einer Insolvenz wären sie ihr Geld los.

Bei all diesen finanziellen Turbulenzen gibt es wenigstens von Ursi Dünnwald-Metzler positive Signale. Solange der Verein klamm sei, müsse er sich wegen der Rückzahlung ihres Darlehens in Höhe von 550 000 Euro keine Sorgen machen, erklärte die Frau des ehemaligen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler gegenüber unserer Zeitung. Hans Kullen, der Nachfolger von ADM, sieht das bekanntlich anders. Er klagt auf Zurückzahlung seines Darlehens.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers gründen GmbH & Co. KG
 
Stuttgart (dpa/hag) – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers errichtet eine GmbH & Co. KG, die Inhaberin der Transferrechte der Vertragsspieler ist. Alleiniger Gesellschafter der persönlich haftenden Gesellschafterin, der Kickers Verwaltungsgesellschaft mbH, ist der Verein, als Geschäftsführer fungieren Club-Präsident Dirk Eichelbaum und Manager Joachim Cast.Kommanditisten der Gesellschaft werden Gremienmitglieder des Vereins, die in dieser Saison Darlehen zur Verfügung gestellt haben. Durch die Ausgliederung zukünftiger Transferrechte auf die GmbH & Co. KG soll die Eigenkapitalbasis der Kickers gestärkt werden.

„Investoren bringen Geld als Kapitalanlage ein und erhalten bei zukünftigen Transfererlösen eine Rendite“, erklärt Cast in einfachen Worten das Prinzip, mit dem sich die finanzielle Lage des abstiegsgefährdeten Vereins verbessern soll. Einen Bericht der „Bild“-Zeitung, dem zufolge die Kickers in akuten Finanznöten stecken und bereits ums Überleben kämpfen, wollte Cast gestern nicht kommentieren. Nur eines war ihm zu entlocken: „Die finanzielle Lage der Kickers ist nie gut.“ 

Eßlinger Zeitung

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