Kickers: Freude über Rosens Rückkehr

Mit Elan nach Burghausen

Stuttgart (jük) – Fünf Spiele ohne Niederlage – die Fußball-Profis der Stuttgarter Kickers wollen ihre Serie an diesem Samstag im Regionalliga-Spiel bei Wacker Burghausen (Anpfiff 14 Uhr) ausbauen. „Das nötige Selbstvertrauen ist da“, sagt Trainer Stefan Minkwitz, „es weiß auch jeder, dass eine Leistung wie gegen Oggersheim in Burghausen nicht ausreicht, um drei Punkte zu holen.“ Die Rückkehr von Alexander Rosen stimmt den Coach zuversichtlich, dass die Blauen munterer als gegen Schlusslicht Oggersheim auftreten – der 29-Jährige habe großen Anteil an den jüngsten Erfolgen, weil er das Team führt und Ruhe am Ball ausstrahlt. Ob der ebenfalls wiedergenesene Oliver Stierle von Beginn an ran darf, will Minkwitz erst am Spieltag entscheiden. Derweil warnte Wacker-Trainer Peter Assion seine Mannschaft vor der Torgefährlichkeit des Angelo Vaccaro. „Wir müssen uns vor Kontern in Acht nehmen und vor allem Vaccaro ist brandgefährlich“, sagte Assion. Minkwitz nimmt“s schmunzelnd zur Kenntnis. „Auch Sokol Kacani und Mustafa Parmak können Tore schießen“, sagt er.

Stuttgarter Nachrichten

Umfrage: Blaues Wunder?

Der Countdown für die eingleisige Dritte Liga läuft auf vollen Touren: „Acht Runden – acht Tickets“ lautet derzeit das Motto in der Regionalliga-Süd. In Lauerstellung liegen die Stuttgarter Kickers, die sich nach einer längeren Durststrecke durch eine Erfolgsserie vom Tabellenkeller auf Platz 13 vorgerobbt haben. Nur drei Punkte, sprich ein Sieg, trennen die „Blauen“ vom Platz an der Sonne, den zur Zeit Jahn Regensburg belegt.Die Krux an der Sache ist, dass sich noch zehn Mannschaften berechtigte Hoffnungen auf einen der vier unteren Qualifikationsplätze machen können. Die Plätze drei bis sechs sind bereits so gut wie vergeben. Der FSV Frankfurt, Aalen und Sandhausen mischen sogar noch um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit und Unterhaching hat ein sattes Fünf-Punkte-Polster vor Burghausen. Es wird also noch ein heißer Tanz in der Fußball-Regionalliga. Werden wir ein „blaues Wunder“ erleben?

Man mag es sich gar nicht vorstellen, wenn die Kickers den bitteren Gang in die Viertklassigkeit antreten müssten. Es wäre wohl das Ende des Traditionsclubs, der einst in der 1. Bundesliga und im DFB-Pokal für Furore gesorgt hat. „Believe in Blue“ heißt der Slogan der jüngsten Werbekampagne, mit dem man sich auf der Waldau Mut macht. Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum hat anscheinend kein Vertrauen in die Kampagne und verfällt auf die kuriose Idee, den Papst ins Gazi-Stadion einzuladen.

Mit kirchlichem Segen von höchster Stelle in die Dritte Liga – ein Werbegag, der mehr Hohn und Spott als Begeisterung in den Reihen der Fans erntete. Und noch ein Bock schoss der Kickers-Präsident Anfang der Woche. Das Sportamt hätte angekündigt, dass die Kickers im Falle eines Abstiegs sich nach einer „alternativen Spielstätte“ umschauen müssten. Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann blieb fast das Frühstücksbrötchen im Hals stecken, als sie Eichelbaums Behauptung in der Tageszeitung las. Das Stadion werde, so Eisenmann, wie geplant in der 1. Stufe für 250.000 Euro saniert, so dass die Kickers – gleich ob Dritte oder Vierte Liga – und die zweite Mannschaft des VfB in der nächsten Saison dort spielen können.

Bleibt zu hoffen, dass das „Himmelfahrtskommando“ ausbleibt und die Kickers am letzten Spieltag in Elversberg (31. Mai) die letzten Punkte für den Sprung in die Dritte Liga unter Dach und Fach bringen. Dann haben sie auch nach der großen, fünf Millionen Euro teuren, zweiten Sanierungsstufe in der Saison 2009/2010 ein Bleiberecht.

Helmut Winkler

Stuttgarter Wochenblatt – Link zur Umfrage

Vorberichte Wacker Burghausen – Stuttgarter Kickers

Fußball-Regionalliga, 27. Spieltag

STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers müssen ohne ihren Manager auskommen. Doch keine Sorge, Joachim Cast ist nicht kurzfristig zurückgetreten, sondern er fliegt am Wochenende nach Berlin zu einer Sitzung des Regionalliga-Ausschusses, dem er angehört. „Das sind eben übergeordnete Interessen“, sagt Cast, der sich aber telefonisch über den Spielstand in Burghausen auf dem Laufenden halten wird. Beim Zweitliga-Absteiger wollen die Kickers morgen (14 Uhr) ihre Serie von fünf Spielen ohne Niederlage ausbauen. Der Trainer Stefan Minkwitz kann nahezu aus dem Vollen schöpfen, sieht man einmal davon ab, dass Franco Petruso nach seiner Roten Karte gegen Oggersheim für drei Spiele (auch in der Oberliga) gesperrt wurde. Alex Rosen dürfte wieder in das Team kommen, und in der Abwehr könnte es neben den gesetzten Benedikt Deigendesch und Marcus Mann Änderungen geben. „Das lassen wir noch auf uns zukommen“, sagt Minkwitz, der sich mit dem Kader schon heute auf den Weg macht.

Stuttgarter Zeitung

Einsicht nach der Strafpredigt
 
Stuttgart (bw) – Fünf Spiele, elf Punkte – darunter drei, über die man bei den Stuttgarter Kickers lieber nicht spricht. Aber morgen (14 Uhr) will der Fußball-Regionalligist in der Auswärtspartie bei Wacker Burghausen ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt gegen den FSV Ludwigshafen-Oggersheim. (…)

„Wir dürfen überhaupt keinen Gegner unterschätzen“, macht Kickers-Trainer Stefan Minkwitz noch einmal vor den finalen acht Partien im Endspurt um Tabellenplatz zehn deutlich. „Man sieht ja, was passiert, wenn man mit der falschen Einstellung ins Spiel geht“, sagt der Coach mit Blick auf das blamable 1:0 am vergangenen Spieltag gegen das Schlusslicht aus der Pfalz. Anfang der Woche folgten die angekündigten Einzelgespräche. „Die Spieler haben sich einsichtig gezeigt und ich gehe davon aus, dass das ein einmaliger Ausrutscher war“, so Minkwitz. Nichtsdestotrotz gab es auch für diesen Sieg drei Punkte, mit denen die Qualifikationsränge für die dritte Liga wieder in Reichweite gerückt sind. Drei Zähler beträgt der Abstand momentan. „Aber auf uns wartet noch ein hartes Programm“, warnt der Coach. Für das Spiel beim Tabellensiebten in Burghausen steht Alexander Rosen nach seiner Oberschenkelzerrung wieder zur Verfügung. Auch Oliver Stierle (Wadenverletzung) meldete sich fit, wird aber wegen seines Trainingsrückstands wohl noch nicht über 90 Minuten zum Einsatz kommen.

So wollen sie spielen: Yelldell – Deigendesch, Wildersinn, Mann, Rapp – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 19.04.2008 14:00
Stadion: Wacker-Arena

Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Assistenten: Rohde (Rostock), Klatte (Wildau)

Wacker Burghausen: Palionis ersetzt wohl den gesperrten Hertl in der Innenverteidigung. Auf der linken Seite hat Mitterhuber die besten Karten.

Stuttgarter Kickers: Rosen ist wieder fit, Stierle hat noch Trainingsrückstand. In der Abwehr könnten auch Wildersinn oder Steinle zum Zug kommen.

Aufstellung

Wacker Burghausen
Riemann – Lastovka, Palionis, Rosin, Satilmis – Bonimeier – Solga, Schultz, Mitterhuber – Teinert, Belleri; Trainer: Assion

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Vaccaro; Trainer: Minkwitz

Kicker

Mit „harmonischem“ Mittelfeld zum Erfolg

Das Hauptproblem in dieser Saison war sehr oft das SVW-Mittelfeld. Insgesamt gingen zu wenige Impulse für das Spiel nach vorne aus. Interimscoach Peter Assion hat gerade an diesem Problem in den letzten Wochen sehr viel gefeilt und sieht erste Erfolge: „Die Jungs wissen jetzt viel besser, was sie zu tun haben. Das macht die Sache schon wesentlich besser.“ Gegen die Stuttgarter Kickers (Samstag, 14 Uhr, Wacker-Arena) soll der zweite Dreier unter Assion eingefahren werden.
 
Roland Bonimeier hat in den letzten Spielen einen riesigen Sprung gemacht. Das Eigengewächs blüht regelrecht auf und traut sich auch nach vorne mehr zu. Als einziger „Sechser“ ist er derzeit kaum wegzudenken. „Boni fühlt sich jetzt richtig wohl. Da er alleine vor der Abwehr spielt, weiß er, was er zu tun hat. Mit zwei Sechsern passte die Abstimmung nicht“, analysiert Assion. „Boni“ organisiert gemeinsam mit Björn Hertl und Daniel Rosin die Innenverteidigung. Dadurch haben die Außenverteidiger mehr offensive Möglichkeiten.

David Solga liegt neue Rolle

Auch David Solga zeigt jetzt, was er kann. Er darf sich auf der rechten Seite austoben. Die Position hinter den Spitzen war nicht seine Welt, da er oft mit dem Rücken zum Tor stand, wenn der Ball kam. Jetzt hat er das Spiel wieder mehr vor sich. „David ist ein schneller Spieler. Jetzt kann er wieder richtig gehen. Das tut ihm gut. In den letzten Wochen hat er sehr gut gespielt“, unterstreicht Assion.

Sebastian Mitterhuber kämpft sich durch

Zur Freude aller hat sich Sebastian Mitterhuber immer besser entwickelt. Gegen Ende der Vorrunde drängte er sich im Training immer mehr auf. Zu Beginn der Rückrunde sollte er als Speerspitze in der Raute fungieren. Diese Position, die die schnellen Pässe für die Stürmer bedingt, lag ihm noch nicht so. In Unterhaching wurde er auf der Außenbahn für Ronald Schmidt eingewechselt und konnte durchaus überzeugen.

Levi Schultz zurück im Geschäft

Mit der neuen und etwas offensiveren Ausrichtung im Mittelfeld ist auch Levente Schultz ins Geschäft zurückgekehrt. Nach seiner Rotsperre hat er sich gleich wieder zurückgefunden. Der Ungar soll für die tödlichen Pässen auf die Stürmer sorgen und bei Standards für die nötige Gefahr sorgen. „Levi stört es nicht, wenn er den Ball mit dem Rücken zum Tor annimmt. Er hat viele gute Ideen, die er ins Geschehen einbringen kann. Damit steigt unser offensives Überraschungsmoment“, erläutert Peter Assion die Stärken seines Schützlings.

Wacker Burghausen

Porträt Prof. Dr. Rainer Lorz

Der neue Aufsichtsratsvorsitzende der Stuttgarter Kickers gehört seit dem 17. November 2005 dem Kontrollgremium an. Der gebürtige Darmstädter ist in Berlin aufgewachsen und lebt seit 1995 in Stuttgart. In seinem Beruf als Rechtsanwalt beschäftigt sich der 45-jährige Honorarprofessor an der Universität Stuttgart vor allem mit der Umstrukturierung und Nachfolgeplanung von Unternehmen.

Zu den Kickers kam Lorz über Präsident Dirk Eichelbaum, mit dem er seit dem gemeinsamen Studium der Rechtswissenschaften in Konstanz befreundet ist. Lorz schrieb früher als freier Journalist Sportberichte. Er spielte selbst aktiv Fußball beim FV Wannsee Berlin und für die DJK Konstanz, wo er auch Jugendmannschaften trainierte. Lorz ist verheiratet und hat keine Kinder.jüf

Stuttgarter Nachrichten

Drei Spiele Sperre für Petruso

Der Kickers-Vertragsspieler Franco Petruso wurde vom Sportgericht des DFB wegen rohen Spiels in der Begegnung mit dem FSV Ludwigshafen-Oggersheim mit einer Sperre von drei Spielen in der Regionalliga belegt.
Petruso, sonst Stammspieler in der U23-Mannschaft der Kickers, war in der Partie mit Ludwigshafen-Oggersheim als Einwechselspieler in das Spiel gekommen. Die Sperre gilt auch für mögliche Einsätze in der Oberliga.

Offizielle Homepage

Kickers weiter auf Waldau

Stadion wird fit gemacht – Stadt erstaunt über Kritik

Die Stadt wird das Gazistadion in Degerloch für die nächste Saison fit für die dritte Fußball-Liga machen. 250 000 Euro werde man dafür ausgeben, sagt Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann. Sie ist bass erstaunt über die Aussagen von Dirk Eichelbaum, dem Präsidenten des Regionalligisten Stuttgarter Kickers, dass die Stadt den Verein zum Umzug aufgefordert habe.

VON FRANK ROTHFUSS

In Sachen Stadionumbau sind Stadträte und Bürgermeister in Stuttgart ja einiges gewöhnt. Doch bei der Frühstückslektüre staunte Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann am Montagmorgen. Gegenüber unserer Zeitung hatte sich Dirk Eichelbaum, Präsident des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers, nach dem Spiel gegen Oggersheim beschwert, dass das Sportamt den Verein aufgefordert habe, sich nach einer Alternativ-Spielstätte umzuschauen. „Die Stadt will unsere sportliche Entwicklung abwarten und versucht, die Modernisierungsmaßnahmen um ein Jahr aufzuschieben.“ Und weiter: „Dann könnten wir nicht einmal in der vierten Liga im Gazistadion auf der Waldau spielen.“

Tut die Stadt also alles, um dem VfB ein reines Fußballstadion zu verschaffen und lässt die Kickers über die Klinge springen? „Diese Aussagen sind mir ein Rätsel“, sagt Eisenmann, „ich weiß nicht, wie die Kickers zu dieser Auffassung gelangen.“ Es gebe keinerlei schriftliche Mitteilung des Sportamts und auch sonst keine Aufforderung der Stadt an die Kickers, die Waldau zu verlassen. Im Gegenteil. „Die Stadt hat immer ihre Aufgaben erfüllt, die sie zu erfüllen hatte. Ich frage mich schon, ob andere da genauso pflichtbewusst an ihren Hausaufgaben sitzen.“

Laut Vorgaben des Deutschen Fußball-Bundes müssen Stadien der künftigen Drittligisten mindestens über 10 000 Plätze verfügen, darunter zumindest 2000 Einzelsitzplätze, von denen ein Drittel überdacht sein muss. Dazu kommen Auflagen in punkto Beleuchtung, Funktionsräume, Medienbereich und Sicherheit.

Man sei derzeit im Gespräch mit der Polizei, sagt Eisenmann, und werde für gut 250 000 Euro die Sicherheitsauflagen erfüllen, etwa Videoüberwachung. „Es gibt eine Übergangsfrist von einem Jahr, und damit sind die Grundlagen geschaffen, dass die Kickers und der VfB II nächste Saison in der dritten oder vierten Liga auf der Waldau spielen können.“ Für die übernächste Runde, der Saison 2009/2010, müsse dann das Stadion für fünf Millionen Euro modernisiert werden. Eisenmann: „Ich bin der Meinung, dass der Stadt Stuttgart ein Drittliga-Stadion gut zu Gesicht steht.“ Aber das sei eine Entscheidung der Stadträte, und da sei die sportliche Situation der Kickers sicher ein Gesichtspunkt. „Die Verwaltung wird für den Gemeinderat eine Vorlage erstellen, und dann ist es an den Kickers, für ihr Anliegen zu werben.“

„Die Sache hat sich für uns anders dargestellt“, sagte Kickers-Präsident Eichelbaum am Montag, als er von den Aussagen der Bürgermeisterin erfuhr, „aber dann ist das ja prima.“

Stuttgarter Nachrichten

Leserbriefe zur aktuellen Situation der Kickers

Benefizspiel für die Blauen
Zur Situation der Stuttgarter Kickers:

Im Sport ist Fair Play das oberste Gebot. Die Stadt Stuttgart hat davon offenbar noch nichts gehört, ebenso wenig wie die Sponsoren des VfB Stuttgart. Das Geld für den Stadionumbau steht sofort bereit, auf die Sanierung der sanitären Anlagen in der Eissporthalle auf der Waldau warten die Sportler dagegen seit Jahren.

Im Übrigen gab oder gibt es in Stuttgart auch noch andere Sportvereine als Werbeträger. Zum Beispiel die Wasserballer des SV Cannstatt und die Hockeyspieler des HTC Stuttgarter Kickers. Vor allem die kleinen Vereine leiden unter dem Sponsorensog des VfB Stuttgart – auch die Handballer von Frisch Auf Göppingen.

Dem VfB stünde ein wenig Solidarität mit diesen Clubs sicher gut zu Gesicht. Weshalb ich den Vorschlag des Leserbriefschreibers Konrad Fiebig gut finde. Der VfB sollte in einem Freundschaftsspiel im Daimlerstadion gegen die Stuttgarter Kickers antreten. Die Freikarten für die Fans werden von den VfB-Sponsoren zur Verfügung gestellt. Der Reinerlös des Benefizspiels kommt den Blauen und anderen kleinen Clubs zugute. Der VfB steckt vor allem tief in der Schuld der Kickers. Seine Erfolge hatte er immer auch Spielern, die von der Waldau kamen, zu verdanken.

Oswald Reichert, Ammerbuch

Stuttgarter Nachrichten

Unausgewogene Berichte
Göttlicher Beistand würde ihrem Autor Jürgen Frey auch sehr gut tun. Seit Monaten frage ich mich, welches Ziel er verfolgt. Was für ein Problem hat er mit den Kickers ? Und wenn er eines hat, warum muss gerade er über die Blauen berichten?

Sicherlich wurden und werden bei den Blauen Fehler gemacht. Diese müssen auch aufgearbeitet und mitgeteilt werden. Wenn dies aber so unausgewogen und tendenziös geschieht wie in Ihrem Sportteil, dann habe ich keine Lust mehr auf Ihr Blatt.

Sicherlich kann man über die Papst-Aktion diskutieren. Die kritischen Stimmen im Kickers-Forum wurden richtig wiedergegeben. Völlig verschwiegen wurde jedoch, dass die Mehrheit in besagtem Forum der sicherlich medienwirksamen Aktion positiv gegenübersteht. Als Journalist sollte man dies erwähnen.

Peter Walter, Denkendorf (per E-Mail)

Stuttgarter Nachrichten

Von Eichelbaum lernen
Zum Beitrag „Kickers bitten Papst zum Spiel“:

Was lernen wir aus der „Aktion“ von Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum? Mit göttlichen Ideen solcher Art ist der Weg in die Hölle eigener Unvernunft gepflastert.

Werner Hornung, Stuttgart

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Nachgefragt bei Joachim Cast

Verhältnis stimmt nicht

Mit den Stuttgarter Kickers zittert der Manager Joachim Cast noch um die Qualifikation zur dritten Liga. Als Vertreter des Regionalligaausschusses kämpft er für die Interessen aller Vereine. „Wir hoffen, dass es noch eine zusätzliche Anschubfinanzierung durch den DFB gibt“, sagt Cast im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Cast, der Countdown zur dritten Liga läuft. Wie sieht Ihre Einschätzung 100 Tage vor dem Start aus?

Ich habe ja schon immer gesagt, dass das Konzept hätte ausgereifter sein müssen, da es zu viele offene Punkte gibt. 2009 wäre der ideale Zeitpunkt gewesen, weil dann der Fernsehvertrag ausläuft. Die Erhöhung der Gelder in diesem Sektor steht jetzt in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Aufwendungen. Vor allem im ersten Jahr gibt es da eine erhebliche Diskrepanz, was etliche Vereine vor Probleme stellen wird.

Gibt es Hoffnung auf Nachbesserungen?

Es gibt im Rahmen des Pokalendspiels in Berlin eine DFB-Spielausschusssitzung, auf der wir Vereinsvertreter ein paar Punkte vorschlagen möchten. In erster Linie geht es um eine Anschubfinanzierung, die im ersten Jahr notwendig wäre. Mittel gäbe es aus unserer Sicht genügend, zum Beispiel aus dem verbesserten Ausrüstervertrag mit Adidas oder auch dem WM-Überschuss. Ob die bereitgestellt werden, muss man allerdings abwarten.

An welche Summen denken Sie?

Es geht einfach darum, die fixen Einnahmen zu steigern, um damit besser planen zu können; auch wenn dies 50 000 Euro wären, um zum Beispiel für die Vereine die zusätzlichen Reisekosten zu decken. Manche Vereine fahren ja jetzt schon zu jedem Auswärtsspiel am Vortag an, wir nur dreimal in der Saison, von daher haben gerade die Kickers immense Mehrausgaben. Grundsätzlich sollte es einfach um ein Zeichen des DFB gehen. Wobei man festhalten muss, dass die Zusammenarbeit mit dem Verband insgesamt sehr gut ist.

Mit den geplanten 625 000 Euro Fernseheinnahmen sind Sie – und andere Vereine – nicht zufrieden. Warum?

Ich habe einmal ausgerechnet, dass die zweite Liga etwa ein Viertel des TV-Honorars der ersten Liga bekommt, die dritte Liga aber künftig nur etwa 13 Prozent der zweiten; da stimmt dann das Verhältnis einfach nicht, zumal die Aufwendungen deutlich an die der zweiten Liga angepasst werden.

Die zweiten Mannschaften der Bundesligisten spielen quasi außer Konkurrenz, weil sie nicht aufsteigen können. Hätte man diese Clubs überhaupt zulassen sollen?

Ich finde die Regelung, wie sie jetzt ist (mit bis zu vier Teams, d. Red.), gar nicht so schlecht, zumal Mannschaften wie der VfB Stuttgart und Bayern München speziell für uns sehr attraktiv sind. Aber es besteht in der Tat die Gefahr, dass die zweiten Mannschaften durch den Aufstieg aus der Regionalliga innerhalb kurzer Zeit überproportional vertreten sind – das wäre dann eine Farce.

Stuttgarter Zeitung

Wer ist dabei?
Nach aktuellem Stand wären folgende 20 Vereine für die neue dritte Liga qualifiziert:

1. FC Kaiserslautern, Energie Aue, Carl Zeiss Jena, SC Paderborn (zweite Liga); Union Berlin, Fortuna Düsseldorf, Werder Bremen II, Wuppertaler SV, Kickers Emden, RW Erfurt, Dynamo Dresden, Borussia Dortmund II (Regionalliga Nord); VfB Stuttgart II, VfR Aalen, SV Sandhausen, Spvgg Unterhaching, Wacker Burghausen, SSV Reutlingen, Bayern München II, Jahn Regensburg (Regionalliga Süd).

Stuttgarter Zeitung