Presse zu FSV Frankfurt – Stuttgarter Kickers (0:0) und dem Rücktritt von Wetzel

Die Kickers treten auf der Stelle

Der Konkurrenzkampf spitzt sich zu: Gleich sechs Clubs kämpfen in der Fußball-Regionalliga um den letzten freien Platz

FRANKFURT. Die Stuttgarter Kickers leben noch. Das 0:0 beim Aufstiegsanwärter FSV Frankfurt war ein Achtungserfolg, auch wenn er sich in der Tabelle nicht unmittelbar bemerkbar machte. „Aber der Punkt wird noch Gold wert sein“, sagt der Manager Joachim Cast.

Von Joachim Klumpp

Wenn es schon keine Tore zu feiern gab, dann wenigstens ein Endergebnis. Als am Bornheimer Hang zum Schluss das Resultat der Partie Aalen gegen Regensburg (2:5) durchgesagt wurde, brach der größte Jubel unter den 3400 Zuschauern aus. Schließlich spielte das dem Tabellenzweiten FSV Frankfurt in die Karten – ganz im Gegensatz zu den Stuttgartern, deren Präsident Dirk Eichelbaum nach dem Achtungserfolg zugeben musste: „Das einzig Schlechte waren die Ergebnisse der Konkurrenz.“ Denn die punktete (wie eben Regensburg) fast durchweg, so dass die Kickers in der Tabelle stagnieren.

Ganz im Gegensatz zum Auftritt auf dem Rasen. Denn da gab es gegenüber der ärgerlichen Niederlage gegen 1860 München eine offensichtliche Leistungssteigerung, wobei auch die zuletzt stark kritisierten Spieler ihre Chance genutzt haben. Mit einem Kapitän Oliver Stierle „auf dem Weg der Besserung“, so der Trainer Stefan Minkwitz, einem Ferhat Cerci zumindest mit Formanstieg, und einem sehr engagierten Stürmer Angelo Vaccaro, der an nahezu sämtlichen Kickers-Chancen beteiligt war – und die größte kurz vor der Pause frei stehend vergab. „Die Abschlussschwäche ist das Einzige, was es zu bemängeln gibt“, sagte Minkwitz, der auf Wiedergutmachung gesetzt hatte. Seine Begründung: „Konsequenzen sind manchmal auch ernste Gespräche – und die können fruchten.“

Das gilt auch für die Umstellungen, die Minkwitz dennoch vorgenommen hat. Der Oberligaspieler Franco Petruso ersetzte Mustafa Akcay im rechten Mittelfeld, und machte das vor allem vor der Pause mehr als ordentlich; und hinten bildete die Innenverteidigung wieder Marcus Mann mit seinem eingespielten Pendant Marcel Rapp (so dass Jens Härter eine Pause erhielt), was eher überraschend war – aber erfolgreich. So etwas wie der Schlüssel des Erfolgs. Sowohl defensiv gegen eines der besten Stürmerduos der Liga (Cenci und Ulm) als auch in der Spieleröffnung war das ein deutlicher Fortschritt. In diese Richtung zielten auch die Aussagen des FSV-Trainers Tomas Oral, der sagte: „Die Kickers haben auf dem aktuellen Tabellenplatz normalerweise nichts zu suchen.“

Lob, für das sich der Club nichts kaufen kann, doch der Manager Joachim Cast sagt: „Wenn wir in den restlichen drei Spielen so weitermachen, werden wir es schaffen.“ Die dritte Liga. Dabei hatte sich das Präsidium am Freitag erstmals intensiv Gedanken um eine Zukunft in der vierten Liga gemacht, was einem Abstieg gleichkommt. Klar ist in diesem Fall, „dass der Hauptsponsor Gazi nicht weitermachen wird“, erklärte Dirk Eichelbaum. Ob es dann überhaupt weitergeht? „Wenn wir einen Ersatz als Trikotpartner finden, dann mit einem stark reduzierten Etat.“ Von allenfalls 1,5 Millionen Euro sowie einem Gerippe mit Spielern der jetzigen zweiten Mannschaft ist die Rede.

Doch noch gibt es neun Punkte zu vergeben. Eichelbaum sagt: „Drei Siege und die Sache ist gelaufen.“ Abwarten, denn der Konkurrenzkampf spitzt sich von Woche zu Woche zu. Und nach diesem 31. Spieltag sieht es für die Kickers verdammt danach aus, als ob die ersten neun Plätze – bei sechs Punkten Rückstand – zumindest sportlich vergeben sind. Bleibt Platz zehn. Und um den buhlen noch ein halbes Dutzend Mannschaften, Spannung pur also. Hopp oder topp? Wobei der Manager Joachim Cast überzeugt ist: „Der Punkt wird noch Gold wert sein.“ Und in diesem Fall auch Geld. Denn alleine die Differenz aus den Fernsehgeldern zwischen der dritten und vierten Liga beträgt aktuell rund eine halbe Million Euro.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Petruso, Rosen, Gambo (68. Akcay), Cerci – Tucci (78. Kacani), Vaccaro (89. Prediger).

Schiedsrichter: Fischer (Hemer).

Stuttgarter Zeitung

Hans-Jürgen Wetzel tritt zurück

Die Turbulenzen gehen weiter
STUTTGART (ump). Wer nach dem 0:0 in Frankfurt auf ein ruhiges Pfingstwochenende bei den Stuttgarter Kickers gehofft hatte, wurde wieder einmal enttäuscht. Denn während die Mannschaft zu überzeugen wusste, kann man das vom Umfeld des Teams nicht gerade behaupten. Gestern gab Hans-Jürgen Wetzel (65) nach nur knapp einem Jahr im Präsidium seinen Rücktritt bekannt, der eigentlich erst zum Saisonende erwartet wurde. Der für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Funktionär nannte „unterschiedliche Auffassungen über die Zusammenarbeit im Verein und die Ausrichtung der Marketingaktivitäten“ als Grund für die Entscheidung.

Wobei der Verein ein Problem hat, dass das Präsidium laut Satzung aus mindestens vier Personen bestehen muss. Ein Umstand, der für die rasche Einberufung einer Mitgliederversammlung spricht, die von Teilen des Aufsichtsrats befürwortet wird und auch für das ehemalige Präsidiumsmitglied Dieter Wahl Voraussetzung für eine Rückkehr in ein Amt wäre. „Ich bin auf jeden Fall gesprächsbereit“, sagt der CDU-Politiker, der immer noch auf die Entlastung des alten Präsidiums wartet – und deshalb auf ein Gespräch mit dem Aufsichtsratschef Rainer Lorz dringt.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Wetzel tritt zurück

Druck wächst: Nach 0:0 in Frankfurt leben die Blauen vom Prinzip Hoffnung

Stuttgart – Der Rückstand der Stuttgarter Kickers auf Platz zehn ist auf drei Punkte angewachsen. Zur prekären sportlichen Lage kommen Probleme in der Führungsetage: Was sich schon lange andeutete, trat nun ein – Präsidiumsmitglied Hans-Jürgen Wetzel wirft das Handtuch.

VON JÜRGEN FREY

„Das trägt nicht gerade zur Ruhe bei“, sagte Kickers-Trainer Stefan Minkwitz, als er am Pfingstmontag von der Personalie Wetzel erfuhr. „Unterschiedliche Auffassungen über die Zusammenarbeit im Verein und die Ausrichtung der Marketingaktivitäten gaben den Ausschlag für diese Entscheidung“, teilte der Fußball-Regionalligist mit. Die Aufgaben im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit werden vorübergehend von den anderen Präsidiumsmitgliedern wahrgenommen, hieß es weiter. Warum der intern seit Monaten scharf kritisierte Wetzel nicht bis zum Saisonende mit seinem Rücktritt wartete, dazu wollte er sich nicht äußern. Er sagte nur so viel: „Ich glaube nicht, dass das Ganze Unruhe bringen wird, so wichtig bin ich nicht.“ Gut möglich ist unterdessen, dass sich demnächst eine externe Vermarktungsagentur um zusätzliche Einnahmequellen für die Kickers kümmern wird.

Für die Drittliga-Qualifikation könnte es dann schon zu spät sein. „Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand“, weiß Präsident Dirk Eichelbaum, „wir brauchen drei Siege und wissen selbst dann nicht, ob es reicht.“ Durch das eigene 0:0 beim FSV Frankfurt und dem Reutlinger 2:0 gegen Ingolstadt ist der Rückstand auf Platz zehn auf drei Punkte angewachsen. „Wir haben Druck, aber die anderen auch“, sagt Minkwitz. Was ihn optimistisch stimmt, war die Leistung in Frankfurt. Diszipliniert, kampfstark, taktisch und spielerisch ohne Fehl und Tadel präsentierten sich die Blauen beim Zweiten. Nur vor dem Tor hatten die Kickers ihre Nerven nicht im Griff – allein Angelo Vaccaro scheiterte dreimal. Weshalb die Kickers mehr denn je von einem leben: vom Prinzip Hoffnung.

Stuttgarter Nachrichten

Für die Kickers wird es eng

Trotz Remis in Frankfurt wächst der Abstand zu Platz zehn

Frankfurt/Stuttgart (bw) – Die Luft für die Stuttgarter Kickers wird dünner. Zwar holte der Fußball-Regionalligist beim Aufstiegsaspiranten FSV Frankfurt ein achtbares 0:0, doch der Abstand zu den Qualifikationsrängen für die dritte Liga ist drei Spieltage vor Saisonschluss auf drei Punkte angewachsen.

„Jetzt müssen drei Siege her, sonst schaffen wir die Qualifikation nicht mehr“, lautet die unmissverständliche Vorgabe von Kickers-Trainer Stefan Minkwitz vor den abschließenden Spielen gegen die SpVgg Unterhaching (16. Mai), den VfB Stuttgart II (24. Mai) und bei der SV Elversberg (31. Mai). Auch in Frankfurt war ein Dreier durchaus möglich. Zumindest waren die Stuttgarter diesem gleich mehrfach näher als der ambitionierte Aufsteiger. „Ich bin zufrieden mit der Leistung, aber nicht mit der Chancenverwertung“, sagte Minkwitz. Allein Angelo Vaccaro hatte ein halbes Dutzend Möglichkeiten, den Siegtreffer zu erzielen. Daher wird jetzt im Training intensiv an diesem Manko gearbeitet.Die Stuttgarter hatten sich nach der Heimpleite zuletzt gegen 1860 München II erheblich gesteigert. Verteidiger Marcus Mann kehrte nach seiner Sperre zurück und hielt mit Marcel Rapp den gegnerischen Sturm in Schach. Vor allem Vaccaro zeigte sich wesentlich engagierter als gegen 1860 II. „Die Teamleistung stimmt zuversichtlich für die restlichen Partien“, so Minkwitz. Für Unruhe sorgt allerdings das Umfeld. Wie der Verein gestern mitteilte, ist das für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Präsidiumsmitglied Hans-Jürgen Wetzel mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Als Grund wurden unüberbrückbare Differenzen genannt. Stuttgarter Kickers: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Petruso, Rosen, Gambo (69. Akcay), Cerci – Tucci (78. Kacani), Vaccaro (89. Prediger).

Eßlinger Zeitung

FSV Frankfurt – Stuttgarter Kickers (0:0)

Zähne fletschen für die zweite Liga

VON ANNETTE SEITZ

Drei Spieltage sind in der Fußball-Regionalliga Süd noch zu absolvieren. Und es sieht ganz danach aus, als wenn dem FSV Frankfurt tatsächlich der Durchmarsch in die zweite Liga gelingen würde. Denn in der Endphase der Saison, in der auch die Nerven eine Rolle spielen, legen die Bornheimer eine mentale Stärke an den Tag, die am Ende den Ausschlag für den Aufstieg geben könnte. Während die beiden direkten Konkurrenten im Kampf um die Zweitklassigkeit – der VfR Aalen (2:5 gegen Regensburg) und der FC Ingolstadt (0:2 gegen Reutlingen) – verloren, erreichte der FSV gegen die Stuttgarter Kickers wenigstens ein torloses Remis.

„Dieser Punkt ist viel wert“, fand dann auch der Bornheimer Trainer Tomas Oral, der eine Partie gesehen hatte, die auf mäßigen spielerischem Niveau stand, aber Kampf und Spannung bot.

Dem FSV war anzumerken, dass ihm die englische Woche mit den beiden schweren Spielen gegen den VfB Stuttgart II und in Unterhaching noch in den Knochen steckte. Frische und Spritzigkeit fehlten, viele Stockfehler und Ungenauigkeiten schlichen sich ins Spiel ein. Matias Cencis Lattentreffer (28.) blieb die größte Chance des FSV, der es seinem starken Torwart Patric Klandt zu verdanken hatte, dass die Kickers vor der Pause nicht in Führung gingen.

Allerdings demonstrierten die Bornheimer nach dem Seitenwechsel, warum sie eventuell demnächst zweitklassig sind. Denn als es spielerisch nicht lief, erkämpfte sich die Mannschaft mit großer Willenskraft einen Punkt. „Man kann nicht immer so ein Spiel abliefern wie in Unterhaching“, sagte Mittelfeldspieler Christian Mikolajczak. „Es läuft manchmal alles. Und heute passt es halt mal nicht. Aber, wir haben gearbeitet und gekämpft, wir können uns keinen Vorwurf machen.“

Zumal sich der FSV als der Gewinner des Spieltages fühlen kann. Der Abstand auf Aalen ist auf zwei Zähler angewachsen, der Rückstand auf Tabellenführer Ingolstadt beträgt nur noch drei Punkte. „Wenn wir gewonnen hätten, wäre es fast eine Vorentscheidung gewesen“, sagte FSV-Manager Bernd Reisig. Der Ärger, gegen die Kickers die Chance verpasst zu haben, einen großen Schritt in Richtung Aufstieg zu machen, wich dann auch schnell der Erkenntnis, dass man mit dem Remis eigentlich ganz gut leben kann. „Wir sind weiter sehr gut im Rennen“, sagte Verteidiger Lars Weißenfeldt. Und nicht nur Tomas Oral äußerte seine Zuversicht, dass sich seine Mannschaft schon im nächsten Spiel bei der SV Elversberg wieder anders präsentieren wird. „Wenn die Mannschaft wieder Kraft geschöpft hat.“

Am Sonntag feierten Mannschaft und Anhänger auf einem eigens gecharterten Ausflugsschiff auf dem Main schon mal die Qualifikation für die dritte Liga. Unter Umständen kommt demnächst eine weitere Aufstiegsfeier dazu.

Frankfurter Rundschau

FSV – Stuttgarter Kickers: Stimmen zum Spiel

„Heute wollte er einfach nicht rein.“
David Ulm

„Wenn wir gewonnen hätten, wäre es fast eine Vorentscheidung gewesen. Aber unsere Situation hat sich jetzt verbessert, so komisch es auch klingt.“
Bernd Reisig

„Das war eine ziemlich lasche Vorstellung, okay. Vielleicht lag es ja an der englischen Woche, aber ich will keine Ausreden suchen. Aber wir sind noch sehr gut im Rennen.“
Lars Weißenfeldt

„Das Unentschieden geht in Ordnung. Der Punkt ist viel wert.“
Tomas Oral

„Mit dem Punkt kann ich leben. Meine Mannschaft hat sehr diszipliniert gespielt und teilweise gute Konter gesetzt. Das Einzige, was ich bemängeln muss, ist der Abschluss.“
Stefan Minkwitz, Trainer Stuttgarter Kickers

„Es ist so, wie wir gesagt haben: Die letzten Spiele werden brutal, weil hier jeder ums Überleben kämpft.“
Bernd Reisig

„Wir hätten heute vielleicht zehn, 15 Prozent mehr drauf packen müssen. Aber wir waren auch müde. Das Spiel am Dienstag hat Kraft gekostet.“
Sead Mehic

Bornheimer Hang

Presse zu Stuttgarter Kickers II – SSV Ulm 1846 (2:2)

Kaum noch Sorgen machen müssen sich die Stuttgarter Kickers II nach dem verdienten 2:2 (1:1) gegen den SSV Ulm. Auch wenn der Trainer Björn Hinck nach dem flotten Spiel glaubt, „dass wir noch nicht durch sind“. Die Ausgangssituation sei bei sechs Punkten Vorsprung auf Schwieberdingen aber „sehr gut. Wir wollen nun noch Tabellenkosmetik betreiben“. Soll heißen: noch mindestens einen Platz nach oben klettern.

Stuttgarter Zeitung

Der SSV Ulm 1846 liegt nach dem 2:2 bei den Stuttgarter Kickers II sportlich weiter auf Regionalligakurs, doch hinter den Kullissen brodelt es auch bei den Spatzen. Spielleiter Gerhard „Jacky“ Buck trat – noch bevor er offiziell gewählt wurde – als Spielleiter schon wieder zurück. Grund: Differenzen mit den kommissarischen Abteilungsleitern Rene Mick und Mario Meuler. Für Unruhe sorgten auch formelle Fehler bei der Einreichung der Lizenzunterlagen für die Regionalliga. Dies führte zu zeitlichen Verzögerungen, weshalb die Ulmer erst in dieser Woche die Auflagen vom DFB erwarten. Die Kickers II konnten „mit dem Punkt gegen Ulm gut leben“ (Trainer Björn Hinck). Der Klassenverbleib ist drei Spieltage vor Saisonschluss sehr wahrscheinlich. Dennoch gestalten sich die Planungen schwierig. Klar ist nur, dass Gökhan Simsek zum SV Fellbach wechselt. Ob sich die Blauen bei einem Abstieg der ersten Mannschaft in die Regionalliga ein Oberligateam leisten könnten? Hinck: „Wir haben so eine so günstige Oberligaelf, diese Frage stellt sich nicht.“

Stuttgarter Nachrichten

Bilder zum Spiel (Homepage SSV Ulm)

Rückschlag für A-Junioren der Kickers

Frühes Aus beim Pfingstturnier in Plattenhardt

Ralf Strogies ist es flau in der Magengegend. Das liegt nicht am Mittagessen. „Hier ist alles super organisiert“, lobt der Trainer der Stuttgarter Kickers die Veranstalter des 38. Internationalen U-19-Fußballturniers in Plattenhardt.

VON PHILIPP GERBER

Trotzdem hat er „ein schlechtes Bauchgefühl“. Gründe gibt es genug: Als Titelverteidiger ist sein Team am Samstag auf den Weilerhau gefahren. Doch statt sich Selbstvertrauen für den Endspurt in der Junioren-Bundesliga zu holen, sind die abstiegsbedrohten Kickers nur einen Tag später nach zwei Niederlagen und zwei Unentschieden ausgeschieden. Vom Turniersieg, den sich der Hallesche FC durch einen 1:0-Erfolg im Finale gegen Ado Den Haag sichert, sind die Blauen meilenweit entfernt.

Während des Endspiels trainieren sie längst wieder auf der Waldau. Einen echten Test hat Ralf Strogies in dem Pfingstauftritt gesehen. Als Letzter ihrer Vorrundengruppe haben die Kickers den nicht bestanden. „Unsere alten Probleme sind wieder ans Licht gekommen“, ärgert sich Strogies und versucht seinen Magen mit einem großen Schluck Kaffee zu beruhigen. „Wir kommen nicht zum Abschluss“, sagt er und runzelt die Stirn. Am Nebentisch sitzt seine Mannschaft. Deren Möglichkeiten schätzt der Ex-Profi nicht eben hoch ein: „Unsere Situation resultiert aus der Qualität der Spieler.“ Der Auftritt in Plattenhardt unterstreicht das: „Für die zweite Reihe war das die Chance, sich zu zeigen.“ Genutzt hat sie niemand.

Die A-Junioren sind auf dem besten Weg vom Regen in die Traufe. Im vergangenen Jahr waren sie bei widrigen äußeren Bedingungen noch Gewinner der Plattenhardter Wasserspiele, jetzt herrscht in Filderstadt Sonnenschein, doch der Klassenverbleib des Tabellenvorletzten in der Bundesliga ist in größter Gefahr. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir absteigen“, sagt Ralf Strogies drei Spieltage vor Schluss. Er wird ganz unabhängig vom Ausgang der Saison Trainer bleiben und weiß, „dass der Druck für die Jungs enorm groß ist“. Das wird sich bis zum vorentscheidenden Spiel in Regensburg am Samstag nicht ändern. Mit dem Niedergang des Jugendfußballs auf der Waldau rechnet Strogies aber nicht. Trotz aller Turbulenzen im Verein ist er sicher: „Der Nachwuchsbereich wird unabhängig von den Aktiven Unterstützung erfahren.“ Aber das ist vorerst auch nur ein Bauchgefühl.

Stuttgarter Nachrichten

Hans-Jürgen Wetzel zurückgetreten

Bei den Stuttgarter Kickers ist das für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Präsidiumsmitglied Hans-Jürgen Wetzel mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Neben privaten Gründen gaben unterschiedliche Auffassungen über die Zusammenarbeit im Verein und die Ausrichtung der Marketing-Aktivitäten den Ausschlag für diese Entscheidung. Die Aufgaben von Hans-Jürgen Wetzel werden vorübergehend von den übrigen Präsidiumsmitgliedern wahrgenommen. Im Namen des Aufsichtsrates bedankte sich der Vorsitzende Professor Dr. Rainer Lorz für die im Präsidium geleistete Arbeit.

Offizielle Homepage

Punktgewinn bei FSV Frankfurt

Beim Aufstiegskandidaten FSV Frankfurt holten die Stuttgarter Kickers heute ein 0:0 Unentschieden und bleiben in der Tabelle auf Platz 13. Der Rückstand zum ominösen zehnten Tabellenplatz bleibt zumindest bis morgen (Reutlingen kann noch gegen den Tabellenführer punkten) bei einem Punkt.

Bereits am Freitag treffen unsere Blauen auf den Aufstiegskandidaten SpVgg Unterhaching. Ob mit oder ohne Parmak – drei Punkte sind Pflicht.

Die Kickers spielten mit:
Yelldell; Rapp, Stierle, Mann, Deigendesch; Rosen, Gambo (69. Akcay), Cerci, Petruso; Tucci (78. Kacani), Vaccaro (89. Prediger)

Achtungserfolg für Kickers U23-Team – 2:2-Unentschieden gegen den SSV Ulm

In einer kampfbetonten und spielerisch interessanten Partie knöpfte das U23-Team der Stuttgarter Kickers dem Tabellenführer SSV Ulm 1846 beim 2:2 (1:1) hochverdient einen Punkt ab und bestätigte die gute Form in den letzten Wochen. Vor 600 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau blieben damit die Blauen auch im dritten Spiel hintereinander ungeschlagen und entfernten sich weiter von den Abstiegsplätzen. „Ich bin wirklich stolz auf meine Jungens, denn sie haben gegen das Spitzenteam aus Ulm jederzeit mitgehalten und haben sich den einen Punkt mehr als verdient“, lobte Kickers-Trainer Björn Hinck.

In der abwechslungsreichen Begegnung waren die Blauen in der 14. Minute zunächst durch einen Kopfballtreffer von Dirk Prediger nach einer Flanke von Muhamed Bajami mit 1:0 in Führung gegangen. Für Prediger war es bereits sein fünftes Tor im dritten Spiel, hatte er doch zuvor gegen den VfR Mannheim und gegen Linx jeweils zweimal getroffen. Als Lohn war er von Kickers-Cheftrainer Stefan Minkwitz ja auch in das Regionalligateam berufen worden und nach seinem 45minütigen Einsatz fuhr er nach Spielende zusammen mit Schlussmann Manuel Salz zur ersten Mannschaft nach Frankfurt.
Ein „Tor des Monats“ gelang dann in der 17. Minute dem Ulmer Sezai Zehiroglu mit einem Treffer per Hacke aus zehn Metern. Mit dem Rücken zum Tor zog er mit dem Fuß ab und überwand den verdutzten Kickers-Schlussmann Manuel Salz. Danach kamen die Ulmer besser ins Spiel, doch die Kickers-Abwehr stand recht sicher. Direkt nach Seitenwechsel bewies aber dann der Ulmer Torjäger Michael Schürg seine Torgefährlichkeit, als er elegant in den Strafraum eindrang und den Ball gepflegt in die lange Ecke schoss. Aber die Kickers kämpften sich wieder zurück und mit einem tollen Direktschuss aus 20 Metern erzielte der agile Muhamed Bajrami in der 57.Minute den verdienten 2:2-Ausgleich.

Als dann beim SSV Ulm Miguel Coulibaly ins Spiel hereinkam, häuften sich nochmals die Chancen für die Gäste. Zweimal aber vergab Coulibaly aus aussichtsreicher Position, doch hätte bei den Kickers auch Sven Sökler ein Tor erzielen können. Am Ende blieb es so beim leistungsgerechten 2:2-Unentschieden und die Kickers durften sich wie der moralische Sieger fühlen. Zuhause haben sie nun gegen die Spitzenteam SC Freiburg II, SV Waldhof Mannheim und nun gegen den SSV Ulm 46 sieben Punkte geholt und damit auch vermutlich den Grundstein zum Klassenverbleib gelegt.

Die Spielstatistik:

Kickers II: Manuel Salz – Abwehr: Sven Sökler, Marcel Ivanusa, Marcus Ortlieb, Thomas Gentner – Eugen Schneider (73. Julian Leist), Marco Kovac, Michele Rizzi (82. Demis Jung), Mike Baradel – Muhamed Bajrami, Dirk Prediger (46. Srdan Stevanovic) – Trainer: Björn Hinck
SSV Ulm 1846: Holger Betz – Patrick Huckle, Patrick Neumann, Daniel Reith, Benjamin Sturm, Benjamin Barth, Sandro Sirigu, Florian Treske (71.Vincenzo Marchese), Thorsten Rinke (57. Miguel Coulibaly), Sezai Zehiroglu (83. Andreas Keller), Michael Schürg – Trainer: Paul Sauter

Torfolge:
1:0 Dirk Prediger (14.)
1:1 Sezai Zehiroglu (17.)
1:2 Michael Schürg (46.)
2:2 Muhamed Bajrami (57.)

Schiedsrichter:
Philipp Traeder (Diersburg)

Karten:
Gelb/Rot: Michael Schürg (90., Unsportlichkeit)

Zuschauer:
590 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Offizielle Homepage

Stadion auf der Waldau wird Heimat für Blau und Rot

In der dritten Fußball-Liga zieht der VfB II nach Degerloch – Umbau des Gazistadions kostet 5,3 Millionen Euro

Sportlich müssen die Stuttgarter Kickers die Weichen für die dritte Fußball-Liga erst noch stellen. Ungeachtet dessen investiert die Stadt in diesem Sommer 300 000 Euro in das Gazistadion in Degerloch, um die Auflagen von Polizei und Deutschem Fußball-Bund (DFB) zu erfüllen.

VON STEFFEN ROMETSCH

Platz zehn lautet das große Ziel der Blauen in dieser Saison. Der ist gleichbedeutend mit der Qualifikation für die dritte Profiliga, die der DFB ab der kommenden Spielzeit einführt. Während die Kickers wohl bis zum letzten Spiel zittern müssen, kann der Ligarivale aus Cannstatt, der VfB Stuttgart II, schon in Ruhe für die dritte Liga planen.

Ungeachtet der sportlichen Ausgangslage, stehen beide Vereine vor dem gleichen Problem: Ihnen fehlt eine Spielstätte, die den deutlich höheren Auflagen von DFB und Polizei gerecht wird. Die Stadien der künftigen Drittligisten müssen mindestens über 10 000 Plätze verfügen, darunter zumindest 2000 Einzelsitzplätze, von denen ein Drittel überdacht sein muss. Dazu kommen Auflagen in puncto Funktionsräume, Medienbereich und Flutlicht. Auch die Anforderungen an die Sicherheitseinrichtungen werden aufgestockt. Diese erfüllt derzeit weder das Gazistadion noch das Robert-Schlienz-Stadion im Neckarpark

Daher hat sich die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr entschlossen, das Gazistadion fit für die dritte Liga zu machen. Dort sollen dann sowohl die Kickers wie auch der VfB II ihre Heimspiele austragen. Spätestens bis Sommer 2009 müssen alle Vorgaben abgearbeitet sein, so lange gilt eine Übergangsfrist. Ein Teil der Sicherheitsauflagen muss jedoch schon von der kommenden Spielzeit an erfüllt werden.

Dazu werden nach dem letzten Kickers-Heimspiel am 24. Mai gegen den VfB Stuttgart II die altgedienten Holzsitzbänke auf der Haupttribüne, die bisher etwa 1300 Zuschauern Platz boten, abgebaut. Stattdessen werden für rund 230 000 Euro 1100 Einzelsitzplätze eingebaut, die in „tiefem Kickers-Blau“ gehalten sind, wie Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) gestern im Sportausschuss betonte.

Darüber hinaus werden bis zum Saisonbeginn am 25. Juli für weitere 70 000 Euro zwei Arrestzellen, Vernehmungszellen, Videoüberwachungsanlage und ein Büro für die Einsatzleitung der Polizei neu gebaut. Als Aufenthaltsräume für Einsatzhundertschaften werden zusätzlich Container aufgestellt. Finanziert werden die Gesamtkosten von rund 300 000 Euro aus Haushaltsresten. Um ab der Saison 2009/2010 alle Auflagen erfüllen zu können, muss das Stadion für weitere fünf Millionen modernisiert werden. Dazu will die Verwaltung dem Gemeinderat noch vor der Sommerpause einen Finanzierungsvorschlag unterbreiten.

Heftige Kritik übten die Gemeinderäte und Sportbürgermeisterin Eisenmann an den Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes. „Wer bestimmt, bezahlt auch“, forderte Grünen-Fraktionschef Werner Wölfle. FDP-Rat Günther Willmann warf dem DFB „Funktionärs-Diktatur“ vor. „Der DFB macht es sich leicht“, sagte Eisenmann, „er meldet den Vereinen, was er verlangt, und die kommen damit dann zur Kommune.“

Stuttgarter Nachrichten

Vorberichte zum Endspiel, III: SSV 05 Reutlingen – Stuttgarter Kickers

Krauss fehlt dem SSV Reutlingen im Derby gegen die Kickers morgen (siehe auch oben) ebenso wie der Verteidiger Kirsch. Doch auch der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz hat einige Sorgen. Recep Yildiz zog sich im Training einen Bänderriss zu, und Oliver Stierle fehlt wegen der fünften Gelben Karte, für ihn wird Steinle in die Abwehr rücken.

Stuttgarter Zeitung

„Die Derbys müssen bleiben“

Nachgefragt bei Peter Starzmann

Im Kreuzeichestadion kommt es morgen (14 Uhr) in der Fußball-Regionalligapartie zwischen dem SSV Reutlingen und den Stuttgarter Kickers zu einem vorentscheidendes Spiel im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga. „Was gibt es Schöneres als ein Derby mit Endspielcharakter“, sagt der SSV-Trainer Peter Starzmann im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Starzmann, wer wird denn eher den Sprung in die dritte Liga schaffen: Reutlingen oder die Kickers?

Ich glaube beide. Die Vereine haben ja einen ähnlichen Werdegang, wenn man nur an die finanziellen Voraussetzungen denkt, und ein sehr gutes Verhältnis untereinander – auch wenn wir am Samstag einmal Konkurrenten sind. Ich denke, die Kickers fahren sicher lieber nach Reutlingen als nach Elversberg oder Emden – und uns geht es umgekehrt genauso. Die Derbys müssen bleiben, das ist meine feste Überzeugung.

Die Formkurve verläuft aber entgegengesetzt. Während Ihre Mannschaft von den vergangenen sechs Spielen nur eines gewonnen hat, haben die Kickers seit sieben Partien nicht mehr verloren.

Die Kickers haben eine Serie wie wir (neun Spiele ohne Niederlage, d. Red.), nur mit einer zeitlichen Verzögerung von drei bis vier Wochen, und das gegen fast dieselben Gegner. So gesehen interessiert mich die Diskussion um irgendeinen Trend nicht so sehr, sondern die Art und Weise unseres Auftretens. In Unterhaching hatten wir sieben zu drei Chancen, aber eben keine genutzt. In der Regionalliga kann diese Saison manchmal eine einzige gute Aktion ein Spiel entscheiden.

Dabei spielen auch die Torhüter eine wichtige Rolle. Während beim SSV der junge Kevin Kraus spielen muss, steht bei den Kickers in David Yelldell der vielleicht beste Schlussmann der Liga zwischen den Pfosten. Ein Nachteil?

David Yelldell ist der beste Torwart der Liga, die Erfolgsserie haben die Kickers letztlich ihm – und Mustafa Parmak – zu verdanken. Und ich weiß, was Yelldell kann, schließlich wollte ich ihn schon zum VfB Stuttgart holen, als er noch in Backnang gespielt hat. Bei uns ist jetzt eben die Situation eingetreten, die ich immer befürchtet habe, nachdem wir in der Winterpause Sven Hoffmeister nach Sandhausen abgeben mussten. Ich habe meine Meinung dazu mehrfach kundgetan, auch im Präsidium. Auf der anderen Seite ist es manchmal besser, einen jungen Spieler ins kalte Wasser zu werfen.

Und wer ist nun der Ersatz für den Ersatz Kevin Kraus?

Wir haben im Training etliche Feldspieler auf der Position getestet, eine andere Alternative haben wir nicht.

Was spricht aus Ihrer Sicht dennoch dafür, dass der SSV als Sieger den Platz verlässt?

Zunächst einmal haben wir ein Heimspiel mit einer tollen Atmosphäre, vor hoffentlich mehr als 7000 Zuschauern. Danach haben wir doch immer gelechzt: ein Derby mit Endspielcharakter – was gibt es Schöneres.

Und was passiert mit Peter Starzmann, wenn der SSV die dritte Liga verpasst?

Dazu möchte ich keinen großen Kommentar abgeben. Zunächst einmal habe ich meinen Vertrag unabhängig von der Ligenzugehörigkeit verlängert. Und irgendwie geht es immer weiter – auch wenn es in der dritten Liga natürlich schöner wäre.

Stuttgarter Zeitung

Spannung steigt: Im Derby steckt viel Brisanz

Kickers vor Schlüsselspiel im Kampf um dritte Liga – Wiedersehen mit ehemaligen Blauen

Stuttgart – Es ist ein Derby. Es geht gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Qualifikation für die dritte Liga. Und hinzu kommen einige pikante Personalien. Im Fußball-Regionalliga-Duell SSV Reutlingen gegen Stuttgarter Kickers am morgigen Samstag (14 Uhr/Stadion an der Kreuzeiche) steckt viel Brisanz.

VON JÜRGEN FREY

Hans Kullen: Der Mann aus Hülben hat bei den Kickers seine Spuren hinterlassen. Von 2003 bis März 2007 war er Präsident der Blauen. Dann wechselte der 65-Jährige die Fronten und kehrte nach Reutlingen zurück: Seit Oktober vergangenen Jahres mischt er im SSV-Präsidium mit – als Verantwortlicher für den sportlichen Bereich. „Ich freue mich riesig auf das Spiel. Die Konstellation ist wahnsinnig spannend“, sagt Kullen vor dem Derby, zu dem er 6000 Zuschauer erwartet. Wie er den Kickers-Präsidiumsmitgliedern begegnen werde? „Höflich und sportlich“, betont Kullen. Zuletzt kommunizierten die beiden Parteien allerdings nur noch über ihre Anwälte. Am 25. Juni trifft man sich in Stuttgart vor Gericht. Wegen Kullens Klage auf Rückzahlung seines Darlehens (inklusive Zinsen 507 000 Euro) wurde ein sogenannter Gütetermin vereinbart.

Joachim Cast: Für den aktuellen Kickers-Manager ist das Derby praktisch ein Heimspiel. Er wohnt unter der Achalm im sechs Kilometer von Reutlingen entfernten Eningen. Zudem trug der 40-Jährige zwischen 1995 und 2001 den Dress des SSV. Unter anderem spielte er mit dem heutigen Reutlinger Geschäftsführer Klaus Weiss zusammen. Auch privat fand Cast in dieser Zeit sein Glück: Er lernte dort seine Frau Heike kennen. Der ehemalige Innenverteidiger sieht viele Parallelen zwischen den beiden Vereinen: „Die Strukturen, die finanziellen Möglichkeiten bewegen sich auf ähnlichem Niveau.“ Hauptunterschied sei die größere bundesweite Tradition der Blauen. Was das Stadion betrifft, hat Reutlingen Vorteile. „Die Haupttribüne ist bundesligatauglich“, weiß Cast.

Alexander Malchow: Der heutige Co-Trainer der Blauen war von 2000 an zwei Jahre für den SSV am Ball. Der 38-Jährige absolvierte 62 Spiele und erzielte elf Tore.

Bashiru Gambo: Der Chef im Kickers-Mittelfeld spielte in der Saison 2002/03 in der zweiten Liga für Reutlingen. Seit dieser Zeit verbindet den Mann aus Ghana ein besonders inniges Verhältnis zu Kullen, den er sogar „Papa“ nennt. Negative Auswirkungen auf seine Leistung erwartet bei den Kickers deshalb keiner. Cast weist auf das Derby in der vergangenen Saison hin: „Da hat Gambo bei unserem 1:0-Sieg in Reutlingen ein überragendes Spiel gemacht.“

Peter Starzmann: Der Reutlinger Trainer stürmte in der Zweitligasaison 1989/90 für die Kickers, traf in 25 Spielen zweimal. Zwei Geschichten sind dem 45-Jährigen besonders in Erinnerung: „Nach einem knallharten Probetraining beim damaligen Trainer Manfred Krafft benötigte ich ein Sauerstoffzelt.“ Und dann war da noch die Reise zu einem Intertotocup-Spiel nach Polen: „Der damalige Manager Dieter Dollmann durfte auf dem Flug kurz den Steuerknüppel übernehmen, wir sackten mit einer Privatmaschine erst mal einen Kilometer ab.“ Zu Schaden gekommen ist niemand.

Bastian Bischoff: Der SSV-Stürmer jagte von 2005 bis 2007 bei den Kickers dem Ball nach. Seine Bilanz: 22 Spiele, ein Tor. Beim SSV hat der 23-Jährige bisher in 24 Partien zwei Tore erzielt.

Sasa Janic: Die Kickers-Vergangenheit des Reutlinger Offensivverteidiger ist schon länger her. Vor der Saison 1995/96 kam der 32-Jährige aus Ludwigsburg zu den Blauen.

Stuttgarter Nachrichten

Minkwitz erwartet „heißen Tanz“

Stuttgart (bw) – Mit breiter Brust reist der seit sieben Spielen ungeschlagene Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers zum Derby morgen (14 Uhr) beim SSV Reutlingen. (…)

Einen „heißen Tanz“ erwartet Stuttgarts Trainer Stefan Minkwitz in Reutlingen. „Der SSV steht genauso wie wir mit dem Rücken zur Wand“, sagt er mit Blick auf den Kampf um einen Startplatz in der dritten Liga. Nur zwei Punkte trennen die Kontrahenten sechs Spieltage vor Schluss voneinander – doch die Kickers stehen als Neunter über, die Reutlinger als Zwölfter unter dem Strich. Beide gehen nicht in Bestbesetzung ins Duell. Bei den „Blauen“ fehlt Oliver Stierle (Gelbsperre). Für ihn rückt Moritz Steinle in die Abwehrkette. Der SSV ersetzt Torhüter Markus Krauss (Rotsperre) mit dem 18-jährigen A-Jugend-Spieler Kevin Kraus. Zudem ist Verteidiger Patrick Kirsch gelbgesperrt. Gute Nachrichten gibt es dafür von Jens Härter. Der Kickers-Kapitän, der wegen einer Knieverletzung zuletzt im September spielte, steht in Reutlingen aller Voraussicht nach wieder im Kader.

So wollen sie spielen: Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Steinle – Parmak, Rosen, Gambo, Cerci – Tucci, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Fußball-Regionalliga – Der Manager der Stuttgarter Kickers lobt das Trainerduo Minkwitz/Malchow

Cast nimmt DFB in die Pflicht    

VON MANFRED KRETSCHMER

REUTLINGEN/STUTTGART. »Falls wir uns nicht für die neue dritte Liga qualifizieren, kann ich meine Schlüssel abgeben.« Wenn Joachim Cast heute mit seiner mittlerweile legendären Aussage vom vergangenen Jahr konfrontiert wird, lächelt er. Und fügt ergänzend hinzu: »Ich habe damit gemeint, dass es den Verein Stuttgarter Kickers in der jetzigen Struktur dann nicht mehr geben wird.« In der künftig viertklassigen Regionalliga würde es bei den »Blauen« aus Kostengründen keinen professionellen Fußball-Betrieb mehr geben. »Wir müssten dann auf Halbprofitum oder Feierabendkicker umstellen«, so Kickers-Manager Cast.
Auf dem Weg in die dritte Liga haben die Stuttgarter zuletzt eine imposante Serie hingelegt – in den zurückliegenden sieben Partien wurden 17 Punkte geholt. Die nächste richtungsweisende Partie steigt am morgigen Samstag (14 Uhr) im Reutlinger Kreuzeiche-Stadion beim ebenfalls um ein Drittliga-Ticket kämpfenden SSV. »In diesen direkten Duellen stehen die Heim-Teams einen Tick mehr unter Druck«, meint Cast, der mit »6 000 bis 7 000 Zuschauern« rechnet.

Joachim Cast in Reutlingen – für den 40-Jährigen ist das nach wie vor ein besonderes Spiel. Der einstige Abwehrrecke stand von 1995 bis 2001 beim SSV unter Vertrag, streifte sich einige Jahre die Kapitänsbinde über, absolvierte 148 Regionalliga- und 20 Zweitligaspiele, ehe er zu den Kickers wechselte.

Am Ende seiner Laufbahn bei den »Blauen« bot ihm der damalige Kickers-Präsident und jetzige Sportliche Leiter des SSV Reutlingen, Hans Kullen, eine Tätigkeit in der Geschäftsstelle an. »Am 30. Juni 2004 lief mein Vertrag als Spieler aus, ab 1. Juli war ich Manager«, erinnert sich Cast. Diese Aufgabe sei verbunden mit Höhen und Tiefen, »das macht aber den Fußball so spannend«. Dass er mittlerweile in der Szene einen sehr guten Ruf besitzt, beweist die Berufung in den Regionalliga-Spielausschuss.

Dieser Ausschuss tagt heute. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Die Höhe der Fernsehgelder für die bevorstehende Spielzeit. »625 000 Euro sind eindeutig zu wenig«, so Cast, da die Drittligisten in puncto Infrastruktur und personelle Ausstattung auf einem Niveau mit den Zweitliga-Klubs liegen würden. Zum Vergleich: Die Zweitligisten erhalten im Schnitt 4,9 Millionen Euro pro Saison.

»Ruhe ist bei den Stuttgarter Kickers ein Fremdwort«

Cast nimmt die Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in die Pflicht: »Die dritte Liga ist die höchste Spielklasse des DFB, sie soll ein Premiumprodukt werden. Deshalb hat der Verband eine Verpflichtung seinen Vereinen gegenüber und muss sie entsprechend unterstützen.«

Der in Eningen wohnende Funktionär lobt das neue Trainergespann Stefan Minkwitz und »Co« Alexander Malchow (ein Ex-Reutlinger), für dessen Verpflichtung sich Cast nach der Trennung von Peter Zeidler stark gemacht hatte. »Beide haben eine gute Ansprache ans Team. Im Moment greift bei uns ein Rädchen ins andere.« Nachdem Minkwitz Anfang November als Chef auf die Kommandobrücke stieg und in den ersten Begegnungen keine Erfolge verzeichnete, rumorte es schon wieder im Umfeld des Ex-Erstligisten. »Das ist normal bei uns. Ruhe ist bei den Kickers ein Fremdwort«, plaudert Cast aus dem Nähkästchen. Bleibt abzuwarten, wie die Stimmung im Lager der »Blauen« nach der morgigen Partie in Reutlingen ist. (GEA)

Reutlinger General Anzeiger