Presse zu Stuttgarter Kickers II – VfL Kirchheim (1:2)

Die ganz große Freude kam aber auch bei den Kirchheimern noch nicht auf. „Vollkommen erleichtert wären wir gewesen, wenn Nöttingen in Schwieberdingen gewonnen hätte und wir den Klassenverbleib vorzeitig gesichert hätten“, sagte der VfL-Trainer Michael Rentschler. Bei den Stuttgarter Kickers tat sich seine Mannschaft in der ersten halben Stunde sehr schwer. Die Führung der zunächst überlegenen Blauen durch Muhamed Bajrami (11.) jedenfalls war verdient. Erst nach dem glücklichen Ausgleich durch Mario Grimm nach 35 Minuten kamen die Schützlinge des Trainerduos Michael Rentschler/Chris Hofberger besser ins Spiel. So war der Sieg, den Maximilian Laible mit seinem Treffer (73.) sicherstellte, durchaus dem Spielverlauf entsprechend. Durch den Sieg hat der Aufsteiger vom Fuße der Alb seine Zukunft nun selbst in der Hand. „Wir sind davon überzeugt, dass wir die Klasse halten und auch gegen Bahlingen zu Hause gewinnen werden“, sagte der Kirchheimer Coach Rentschler.

Stuttgarter Zeitung

Dem VfL Kirchheim gelang mit dem 2:1 bei den Stuttgarter Kickers II ein großer Schritt Richtung Klassenverbleib. „Mir ist eine Zentnerlast vom Herzen gefallen“, sagte der sportliche Leiter Norbert Krumm. Mit einem Heimsieg gegen den Bahlinger SC kann der VfL nun alles klarmachen.

Stuttgarter Nachrichten

Durchatmen in Degerloch

VfL nach „dreckigem“ 2:1-Sieg bei den Stuttgarter Kickers fast gerettet

König Maximilian I. regierte im Mittelalter das Heilige Römische Reich und wurde später zum Kaiser gekrönt. Der König von Kirchheim hieß am Samstag Maximilian Laible. Sein Tor zum gefeierten 2:1-Erfolg bei den Stuttgarter Kickers II könnte für den abstiegsbedrohten VfL in der Oberliga schon die Rettung gewesen sein.

KLAUS SCHLÜTTER

Stuttgart. „Dieser Sieg bei einem spielstarken Gegner muss uns den entscheidenden Schub für das letzte Spiel gegen Bahlingen geben. Wir haben die Tür aufgestoßen, jetzt müssen wir nur noch durchgehen“, resümierte ein erleichterter VfL-Trainer Christian Hofberger nach dem Nervenspiel auf dem gepflegten Rasen der Bezirkssportanlage unterm Stuttgarter Fernsehturm.

Kirchheim gegen die „Blauen“ in ungewohnten gelben Hemden und weißen Hosen – aber mit gewohnter Anfangsschwäche. Der Zeiger der Uhr hatte noch keine Umdrehung gemacht, da verfehlte ein Heber von Kickers-Stürmer Mijko Tunjic das VfL-Tor nur um Zentimeter. Doch nur sechs Minuten später schlug es ein im Kirchheimer Gehäuse. Mohamed Baj­rami schnippelte den Ball aus spitzem Winkel gekonnt ins lange Eck, unhaltbar für den guten Patrick Gühring im VfL-Gehäuse. Das 0:1 – ein Nackenschlag für Kirchheim, wieder einmal kassiert durch eine Unachtsamkeit in Überzahl. Erst nach etwa 20 Minuten legte sich die anfänglich große Nervosität bei den Gästen. Die erste Torchance gab es in der 28. Minute: Stürmer Antonio Tunjic zu Maximilian Laible, dessen Schuss aus spitzem Winkel saust knapp am Pfosten vorbei.

In der 30. Minute die Szene, die bei den Platzherren heftige Proteste auslöste, Kirchheim aber wieder hoffen ließ. Freistoß von Nicola Spina. Im Fünf-Meter-Raum, dem Reich des Torwarts, wird Kickers-Schlussmann Julian Hauser heftig attackiert. Schiedsrichter Johannes Raab lässt weiterspielen und der aufgerückte Innenverteidiger Mario Grimm nutzt die Gunst der Stunde zum 1:1. Die Wut der Kickers steigerte sich, als der bereits verwarnte Thomas Gentner am Mittelkreis Laibles Hose zum Textiltest zweckentfremdete und dafür mit Gelb-Rot vom Platz flog: Kirchheim für den Rest des Spiels in Überzahl – ein Vorteil?

In der Kabine schwörten die beiden VfL-Trainer Rentschler und Hofberger ihre Mannen auf die zweite Halbzeit ein. Auch Torwart Gühring ergriff das Wort. Mit Abklatschen und einem kollektiv gedröhnten „Auf geht‘s“ begann Teil zwei des Achterbahnspiels in Degerloch.

Wer nun aber geglaubt hatte, dass die zahlenmäßige Überlegenheit auch zu einer Dominanz auf dem Spielfeld führen würde, sah sich getäuscht. Nicht der VfL, sondern die kombinationsstarken Kickers machten das Spiel, drängten die Gäste in die Defensive. Norbert Krumm verzweifelte. „Wir gewinnen keinen Zweikampf, laufen nur nebenher“, schimpfte der sportliche Leiter der Kirchheimer. Er konnte das Elend nicht mehr mit ansehen, verließ vorübergehend sogar den Platz.

Doch Krumm kam rechtzeitig zur wundersamen Wende zurück. Bei einem der seltenen VfL-Konter brachte Uwe Beran Stürmer Maximilian Laible in Ballbesitz. Eine geschickte Körpertäuschung, ein Schuss aus sieben Metern und der Ball zappelte zum 1:2 im Netz – alle Mitspieler stürzten sich auf Laible, bildeten eine eine Pyramide aus jubelnden Menschenleibern.

In der Endphase wurde beiderseits hektisch gewechselt. Der VfL-Sieg geriet noch einmal in Gefahr, als Kickers-Joker Srdan den Winkel des Torgehäuses nur knapp verfehlte. Der Rest war Kirchheimer Durchatmen, Erleichterung und Jubel über drei unerwartete Punkte. Hofberger: „Was mich besonders freut ist, dass wir nach dem frühen Nackenschlag so zurückgekommen sind.“ Krumms treffendes Fazit: „Wir haben einmal einen dreckigen Sieg gebracht. So einen wie diesen.“

Stuttgarter Kickers: Hauser – Schneider, Leist, Tsapakidis, Pachezi – Weber (76. Kovac), Sökler, Tunjic (76. Ivanusa), Gentner – Ortlieb (76. Srdan), Bajrami

VfL Kirchheim: Gühring – Eisenhardt, Siopidis (55. Dihl), Grimm, Koch – Beran, Spina (87. Gonsior), Er, Söylemezgiller – Laible (78. Altinsoy), Tunjic

Tore: 1:0 Bajrami (7.), 1:1 Grimm (30.), 1:2 Laible (72.)

Gelbe Karten: Ortlieb – Siopidis, Grimm, Beran

Gelb-Rot: Gentner (40.)

Zuschauer: 400

Schiedsrichter: Raab (Öschingen)
 
Teckbote

U17 mit Sieg

Die B-Junioren der Stuttgarter Kickers gewannen ihr heutiges Spiel gegen die Sonnenhöhe Offenbach mit 2:1 und haben sich damit ihre Chance auf den Klassenerhalt gesichert. Karas brachte die Kickers in Führung, kurz vor Schluß konnte Torjäger Wlasios Kotaidis den viel umjubelten Siegtreffer erzielen.
In der Tabelle belegen die Kickers bei noch zwei ausstehenden Spielen momentan den zwölften Rang, ein Punkt hinter einem Nichtabstiegsplatz. Am 01. Juni spielen die Blauen beim 1. FC Saarbrücken (Tabellenneunter), eine Woche später gegen den 1. FC Nürnberg (Tabellensechster). Mit zwei Siegen können die Blauen entweder 1860 München oder den SC Freiburg in der Tabelle überholen.

Die Kickers spielten mit:
Grgic; Schaal, Bondel, Weber, Yazici (63. Russom); Frank, Karas, Kotaidis, Straub (41. Xanthopoulos); Schulze (41. Novak), Cirasun (41. Koutsiofytis)

Links:
Spielbericht der Kickers

Kickers – VfB Stuttgart II 1:1 (0:0)

Die Kickers verpassten heute leider ihre Chance um den Sprung auf Platz 10 zu schaffen. Die Mannschaft von Trainer Stefan Minkwitz spielte vor der tollen Kulisse von 7.190 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau gegen die Amateurmannschaft des VfB Stuttgart nur 1:1-Unentschieden. Sebastian Hoffmann brachte die Gäste aus Cannstatt in der 48. Minute in Führung, die Marco Tucci in der 63. Minute ausgleichen konnte. In der letzten halben Stunde hatten beiden Mannschaften ihre Möglichkeiten, den Siegtreffer zu erzielen: David Yelldell hielt in der 84. Minute den Foulelfmeter von Christian Träsch, Alexander Rosen schoss freistehend in der 89. über das Tor.

Die Aufstellung:

Es gab nur eine Änderung in der Mannschaft im Vergleich zum 2:0-Heimsieg gegen die SpVgg Unterhaching in der vergangenen Woche. Für den gesperrten Torjäger Angelo Vaccaro stürmte heute Sokol Kacani. Auch Marcus Mann konnte nach überstandener Zehenoperationen auflaufen, ebenso die angeschlagenen Bashiru Gambo (Leiste) und Alexander Rosen (Schulter), die auch heute wieder auf die Zähne bissen. Im Tor spielte selbstverständlich David Yelldell, der vor der Partie von den Fans wieder zum besten Spieler der Saison gekürt wurde. Die Abwehrkette von links nach rechts mit Oliver Stierle, Marcel Rapp, Marcus Mann und Benedikt Deigenesch, im Mittelfeld spielten Ferhat Cerci links und Franco Petruso auf der rechten Außenpositionen, Alexander Rosen und Bashiru Gambo wieder zentral. Im Angriff stürmten Sokol Kacani und Marcco Tucci.
Beim VfB II konnte Trainer Rainer Adrion fast in Bestbesetzung spielen lassen. Verzichten musste er nur auf Johannes Rahn (Knieverletzung) und Sebastian Rudy, der mit der Nationalmannschaft unter der Woche im Einsatz war.

Zum Spielverlauf:

Ein prächtiges frühsommerliches Wetter und ein mit 7.190 Zuschauern toll gefülltes GAZi-Stadion waren die Rahmenbedingungen für ein spannendes Regionalligaderby zwischen den „Blauen“ und den „Roten“.
Die Anfangsminuten gehörten den Kickers, die wieder versuchten den Gegner früh zu attackieren. „Wir brauchten in den ersten fünf bis zehn Minuten, bis wir in die Partie gefunden hatten, danach aber haben wir unseren Rhythmus gefunden“, so Gästetrainer Rainer Adrion nach der Partie. Und genau so war es auch. Die junge Mannschaft des VfB verstand es gut, den Ball in ihren eigene Reihen zu halten. Ballsicher, spritzig, technisch versiert und spielerisch überlegen trumpfte der VfB auf und hatte mit dem Drehschuss von Marijan Kovacevic die erste Möglichkeit, die David Yelldell zur Ecke abwehren konnte (8.).
Die Kickers aber hielten kämpferisch und mit viel Einsatz dagegen und wurden von Beginn an von den viele vielen Kickers-Fans im Stadion angetrieben: Ferhat Cerci dribbelte sich auf der linken Seite durch und zog in die Mitte, doch an seinen Schuss ins lange Ecke kam Gästekeeper Timo Hummel mit den Fingerspitzen noch dran (10.). Nur wenigen Minuten später flankte Oliver Stierle in den Strafraum, von Franco Petruso den Ball volley nahm, doch Timo Hummel war schnell im rechten Eck und konnte klären (12.).
In der Folgezeit hatten die Gäste mehr vom Spiel, auch weil Die Kickersspieler meist zu weit weg stand und sie spielen ließen. So kamen die Kickers kaum in die Zweikämpfe und selten zu den sonst so häufigen Balleroberungen. In der 25. Minute ließ David Yelldell einen langen Ball beim Herauslaufen wieder fallen, doch Peter Perchtold konnte den Fehler nicht ausnutzen, denn sein Lupfer aus gut 16 Metern landete auf dem Tornetz.
Das Spiel ging hin und her, auch wenn die richtig guten Torraumszenen fehlten. Bei den Kickers fehlte in der Offensive meist der letzte entscheidende Pass oder der Mut, auch einfach mal abzuziehen.
So gab es erst fünf Minuten vor der Pause die nächste nennenswerte Möglichkeit, als sich Alexander Rosen durchtankte, drei Gegenspieler stehen ließ und den Ball auf Sokol Kacani durchspitzelte. Der Kickers-Stürmer legte sich den Ball kurz zurecht und zog aus 16 Metern ab, doch sein Schuss war zu unplatziert, so dass Timo Hammel mit den Fäusten abwehren konnte (40.). Danach war Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte begann ohne Wechsel auf beiden Seiten, doch leider mit dem Schock für die Kickers-Fans: Bashiru Gambo wurde wie so oft im Mittelfeld gesucht, um über den ansonsten so ballsicheren Mittelfeldspieler der Blauen das Spiel zu eröffnen. Doch dieses Mal wurde er entscheidend gestört, so dass sein Pass nach außen abgeblockt wurde und direkt im Lauf von Sebastian Hoffmann landete, der vom Mittelkreis weg frei auf das Kickers-Tor stürmen konnte. Diese Chance ließ sich der Torjäger des VfB nicht nehmen und schloss mit links ins rechte Eck zur 0:1-Führung für den VfB II ab.
In der 57. Minute musste eigentlich das 0:2 fallen, als Jose Ikeng aus vielleicht vier Metern den Ball am Tor vorbeiköpfte. Vorausgegangen war ein gewonnener Zweikampf von Michael Klauß, der auf der Grundlinie die Flanke auf den zweiten Pfosten schlagen konnte. Glück für die Kickers, dass der VfB-Spieler diesen Chancen vergab.
In der Zwischenzeit hatte Stefan Minkwitz bereits drei Mal gewechselt: Sascha Benda, Recep Yildiz und Dirk Prediger kamen in die Partie und fortan spielten die Blauen mit drei Spitzen.
Und wie aus dem Nichts fiel dann der 1:1-Ausgleichstreffer: Benedikt Deigendesch dribbelte von der Seite in die Mitte und zog aus gut 20 Metern mit links ab. Sein toller Schuss knallte an den linken Pfosten und sprang wieder zurück vor den Gästekeeper. Der eingewechselte Recep Yildiz reagierte am Schnellsten und schoss zum ersten Mal, doch sein Versuch konnte Timo Hammel noch abwehren. Zum Glück setzte aber auch Marco Tucci nach und stand am richtigen Fleck, denn er versenkte den Abpraller zum 1:1 (63.). Die Kickers waren wieder im Spiel.
So entwickelte sich eine spannende letzte halbe Stunde. Die Kickers drängten nun mit mehr Selbstvertrauen und angetrieben von den Fans im Stadion auf den zweiten Treffer. Für den VfB ergaben sich selbstverständlich nun immer wieder Konterchancen. Einen dieser Konter hätte Michael Klauß nutzen müssen, als der VfB 3 gegen 2 Überzahl hatte, doch sein Schuss aus 15 Metern zentral vor dem Tor war viel zu harmlos (75.).
Auf der anderen Seite köpfte Marcus Mann eine Ecke von Sascha Benda nur Zentimeter über das Tor (76.).
In der 84. Minute hatte Kickers-Torhüter David Yelldell seine Sternstunde: Recep Yildiz schirmte mit seinem Körper den Ball vor dem VfB-Stürmer ab, der sich um ihn klammerte und zum Fallen brachte. Yildiz rechnete wohl mit dem Pfiff von Schiedsrichter Peter Gagelmann, denn er schnappte sich im Fallen mit der Hand den Ball. Der Bundesligaschiedsrichter pfiff, aber erst das Handspiel und somit Handelfmeter für den VfB. Alles reklamieren der Kickers-Spieler nutze nicht, doch die Kickers haben ja David Yelldell im Tor stehen. Christian Träsch legte sich den Ball zurecht, doch sein Versuch war viel zu unplatziert. David Yelldell schnappte das Leder im Nachfassen und hielt damit seine Mannschaft im Spiel (85.).
So hatten die Kickers ihre letzte Möglichkeit, den Siegtreffer zu landen, doch Alexander Rosen vergab. Der Mittelfeldspieler wurde von Marcus Mann schön freigespielt und stand halbrechts völlig frei vor dem Tor, doch leider versagten ihm die Nerven und sein Schuss ging gut zwei Meter über das Tor. Kurz darauf pfiff Peter Gagelmann das faire Derby auf die Sekunde genau, ohne Nachspielzeit und ohne eine einzige Verwarnung ab.
Aufgrund der hohen Heimpleite des SSV Reutlingen gegen den SC Pfullendorf und der Niederlage von SF Siegen beim VfR Aalen klettern die Kickers auf den 11. Platz und der Abstand auf Platz 10 beträgt nunmehr zwei Punkte. Reutlingen muss am letzten Spieltag in Siegen antreten, die punktgleich mit den Kickers auf Platz 12 liegen, aber ein schlechteres Torverhältnis haben. Die Kickers müssen bei der SV Elversberg antreten und dort gewinnen. Sollte der Sieg gelingen und Reutlingen nur unentschieden spielen oder verlieren, würden die Kickers auf den 10.Tabellenplatz klettern, der zur Quali für die 3. Liga berechtigen würde.
Also Kickers-Fans, nächste Woche gilt es! Unterstützt die Mannschaft in Elversberg!

Die Trainerstimmen:

Rainer Adrion: Die Vorzeichen für eine tolles Derby waren super, es ging für beide Mannschaften um viel vor einer tollen Zuschauerkulisse. Ich denke wir haben ein sehr sehr gutes Regionalligaspiel gesehen von beiden Mannschaften. Wir haben in den ersten 5 bis zehn Minuten gebraucht, um in die Partie zu kommen, doch danach haben wir unseren Rhythmus gefunden. Die Kickers haben aber sehr viel Entschlossenheit gezeigt und Druck aufgebaut, so dass sich ein richtig gutes Derby mit vielen Chancen ergab, das aber sehr fair abgelaufen ist. Es ging hin und her, rauf und runter und jeder hätte gewinnen können. Ich denke wir haben gezeigt, dass wir nichts zu verschenken hatten und ein gutes Spiel zeigen wollten, die Kickers wollten nichts geschenkt haben. Ich bin mit der Spielweise meiner Mannschaft zufrieden, auch mit dem Unterhaltungswert des Derbys.“

Trainer Stefan Minkwitz: „Ich brauche der Spielanalyse meines ehemaligen Chef-Trainerns nichts mehr hinzufügen, denn ich sah es genauso. Der VfB war uns spielerisch überlegen, wir haben mit Kampf und Laufbereitschaft aber dagegengehalten. Was ich aber nicht verstehe ist, wie einige unserer Spieler schon vor der Einwechslung ausgepfiffen werden, aber es war ja heute unser letztes Heimspiel. Wenn einer zu Jahresbeginn gesagt hätte, dass wir am letzten Spieltag noch die Möglichkeit haben, uns für die 3.Liga zu qualifizieren, den hätte man wahrscheinlich als bekloppt bezeichnet. Noch sind wir am Leben und können es am letzten Spieltag in Elversberg schaffen. Wir werden uns gut vorbereiten und die benötigten und erhofften drei Punkte einfahren.“

Die Spielstatistik:

Kickers: David Yelldell – Benedikt Deigendesch, Marcus Mann, Marcel Rapp, Oliver Stierle – Franco Petruso (52. Sascha Benda), Alexander Rosen, Bashiru Gambo, Ferhat Cerci (63. Dirk Prediger) – Sokol Kacani (57. Recep Yildiz), Marco Tucci – Trainer: Stefan Minkwitz
VfB Stuttgart II: Timo Hammel – Jeremy Opoko-Karikari, Robin Schuster, Marijan Kovacevic, Joachim Schwabe – Christian Träsch, Peter Perchtold, Jose Ikeng (75. Nico Klotz), Michael Klauß – Sven Schipplock (70. Martin Dausch), Sebastian Hofmann (83. Andreas Hindelang) – Trainer: Rainer Adrion

Zuschauer:
7.190 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Torfolge:
0:1 Sebastian Hofmann (48.)
1:1 Marco Tucci (65.)

Schiedsrichter:
Peter Gagelmann (Bremen)

Verwarnungen:
keine

Besondere Vorkommnisse:
Christian Träsch scheitert mit Handelfmeter an David Yelldell (85.)

Offizielle Homepage

Vorberichte IV: Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II

„Wir wollen uns den Sieg ehrlich verdienen“

Der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz erwartet heute im Regionalligaderby gegen den VfB keine Schützenhilfe des Lokalrivalen

STUTTGART. Die Spannung steigt vor dem Regionalligaderby heute (14 Uhr) zwischen den Stuttgarter Kickers und dem VfB Stuttgart II. „Wir freuen uns auf das Spiel vor der zu erwartenden Rekordkulisse“, sagt selbst der Gästetrainer Rainer Adrion.

Von Joachim Klumpp

Wer zu spät kommt, den bestraft möglicherweise der Süddeutsche Fußball-Verband. Denn der hat sämtliche Regionalligavereine am vorletzten Spieltag der Saison nochmals eindrücklich darauf hingewiesen, zeitgleich zu beginnen, um jeden Ansatz der Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. Das heißt also, auch das brisante Derby Kickers gegen den VfB Stuttgart II wird heute pünktlich um 14 Uhr im Gazi-Stadion angepfiffen. „Selbst wenn noch Tausend Leute an den Kassen warten“, wie der Kickers-Manager Joachim Cast betont. Der rechnet auf jeden Fall damit, dass die Saisonbestmarke von 4300 Besuchern aus der Vorwoche gegen Unterhaching geknackt wird. Darauf deutet nach dem Vorverkauf alles hin – so dass zwischen 5000 und 6000 Zuschauer (darunter möglicherweise sogar Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger) erwartet werden. „Wir hoffen, dass uns die Fans genauso unterstützen wie gegen Unterhaching“, sagt der Kapitän Oliver Stierle.

Schließlich steht viel auf dem Spiel, vor allem für die Kickers. Es ist das zweite von drei sogenannten Endspielen im Schlussspurt, das unbedingt gewonnen werden muss, um die Chancen auf Platz zehn und die künftige dritte Liga zu erhalten. Für dieses fast schon existenzielle Unterfangen werden alle Hebel in Bewegung gesetzt. So fuhr die Mannschaft schon gestern unmittelbar nach dem Training ins Partnerhotel nach Filderstadt, wo der Aufenthalt von einem Präsidiumsmitglied finanziert wird. „Wir wollten die Mannschaft einfach zusammen haben“, sagt der Trainer Stefan Minkwitz zu dieser außergewöhnlichen Maßnahme, denn die Kickers übernachten erstmals in dieser Saison vor einem Heimspiel im Hotel.

„Die Mannschaft ist heiß und hat im Training die richtige Aggressivität an den Tag gelegt“, sagt Minkwitz, der zudem nicht davon ausgeht, dass es Schützenhilfe des Lokalrivalen gibt. Und überhaupt: „Wir wollen uns den Sieg ehrlich verdienen.“

Wobei der VfB durchaus Spielverderber sein möchte. „Die Kickers müssen schon ihre beste Leistung abrufen, wenn sie uns schlagen wollen“, sagt der Trainer Rainer Adrion, der den Gegner zuletzt persönlich beobachtet hatte und recht angetan war von der Vorstellung der Kickers. Zudem muss Adrion heute nicht nur auf den Stürmer Johannes Rahn (Bänderanriss) verzichten, sondern auch auf Sebastian Rudy, der am Donnerstag noch einen 90-Minuten-Einsatz bei der Juniorennationalmannschaft absolvierte.

Doch auch die Kickers gehen nicht frei von Personalsorgen in die Partie. Mustafa Parmak kann, wenn überhaupt, zum Abschluss in Elversberg auflaufen, Mustafa Akcay fällt wegen Adduktorenbeschwerden aus und im Sturm fehlt ausgerechnet der Torjäger Angelo Vaccaro nach seiner zehnten Gelben Karte. Für ihn soll Sokol Kacani für die nötige Durchschlagskraft vor allem im Kopfballspiel sorgen. In der Innenverteidigung steht ein Fragezeichen hinter Marcus Mann, der am Zehen operiert wurde und erst am Donnerstag mit leichtem Lauftraining beginnen konnte. „Sein Einsatz entscheidet sich kurzfristig vor dem Spiel“, sagt Minkwitz.

Seine Einstellung verdeutlicht er so: „Vom Tabellenplatz ist der VfB zwar besser als wir“, sagt der Kickers-Trainer, „aber vom Potenzial her sind wir mindestens gleichwertig“. Während der Gast sicher Vorteile im taktischen und vor allem technischen Bereich besitzt, wollen die Kickers ihre Chance über das Zweikampfverhalten suchen. „Da sind die zweiten Mannschaften der Proficlubs am ehesten zu knacken“, sagt Minkwitz, der dem Kollegen Adrion (unter dem er 2003 bei den Kickers selbst gespielt hat) dennoch ein Lob ausspricht: „Er leistet beim VfB hervorragende Arbeit“, so Minkwitz.

Ob der darauf spekuliert, dass Rainer Adrion heute Nachmittag das Kompliment zurückgeben muss – nach einer Niederlage seines VfB?

Wegen des zu erwartenden Zuschauerandrangs werden die Kassen am Gazi-Stadion heute bereits um 12 Uhr geöffnet. Für die Haupttribüne gibt es allerdings nur noch maximal 50 Restkarten.

Stuttgarter Zeitung

Kickers erwarten keine Geschenke
Im Regionalliga-Derby gegen den VfB II hilft Blauen nur ein Sieg – Stierle: „Unter Druck immer stark“

Stuttgart – Nie war der Druck vor einem Derby gegen den VfB II größer: Die Kickers müssen an diesem Samstag (14 Uhr) gewinnen, soll der Sprung in die neue dritte Liga doch noch gelingen. Auf Schützenhilfe dürfen sie dabei nicht hoffen. „Niemals werden wir Punkte absichtlich verschenken“, sagt VfB-Trainer Rainer Adrion.

VON JOCHEN KLINGOVSKY

Den Kickers ist“s egal – sie erwarten keine Unterstützung. Sie müssen sich selbst helfen. „In diesem Derby gehen die Emotionen hoch, da gibt es keine Geschenke“, sagt Trainer Stefan Minkwitz, „wir wollen uns den Sieg ehrlich verdienen. Vom Potenzial her sind wir mindestens ebenbürtig.“

Das zeigt ein Blick auf die Tabelle der Rückrunde. Die Kickers sind Sechster, liegen einen Platz vor dem VfB II. Allerdings könnte der Endspurt der Blauen zu spät kommen. Wenn“s dumm läuft, reichen selbst sechs Punkte aus dem letzten Heimspiel und der Partie in einer Woche in Elversberg nicht für Platz zehn – auch wenn davon niemand etwas hören will. „In der Mannschaft ist absolut kein Thema, was passiert, wenn es nicht reichen sollte“, sagt Kapitän Oliver Stierle. Manager Joachim Cast erklärt: „Mit zwei Siegen sind wir in der dritten Liga.“ Und auch Minkwitz ist die Zuversicht in Person: „Wir sind überzeugt, es zu schaffen.“

Nur Durchhalteparolen? Nein, erklärt der Trainer. Die letzten Einheiten seien voller Aggressivität gewesen, die Spieler heiß auf das Duell: „Alle sind sehr angespannt.“ Minkwitz wertet das positiv. Denn spielerisch sei sein Team den kleinen Roten unterlegen. Aber: „Mit Zweikampfhärte sind sie zu packen.“ Und auch die nervliche Belastung ist offenbar kein Problem. „Ich bin acht Jahre bei den Kickers“, sagt Stierle, „unter Druck waren wir immer stark.“

Minkwitz bangt um Marcus Mann (Operation am Zeh), beim VfB II fehlen Johannes Rahn (Bänderanriss) und Sebastian Rudy, der unter der Woche zwei Einsätze im U-19-Nationalteam hatte. Längst im Urlaub ist der zu den Profis aufgerückte Manuel Fischer. Der Stürmer erzielte im Hinspiel den Treffer zum 1:0-Sieg des VfB II. Damals kamen 5900 Zuschauer, die Kickers erwarten heute noch ein paar mehr. Ab 12 Uhr sind alle zwölf Kassen vor dem Gazistadion geöffnet. Nicht anstellen muss sich Günther Oettinger – der baden-württembergische Ministerpräsident hat sich für das Derby angesagt. Diesmal, so ist zu vermuten, wird der VfB-Sympathisant den Blauen die Daumen drücken.

Stuttgarter Nachrichten

Heute, 14 Uhr, Gazi-Stadion: Derby gegen VfB-Reserve
Letzte Chance für die Kickers
Von HELMUT HEIMANN und NORBERT KRUMM

Zumindest für die Blauen geht es um alles…

Noch nie steckte im Regionalliga-Derby zwischen den Kickers und dem VfB so viel Brisanz wie heute (14 Uhr, Gazi-Stadion).
Stuttgarter Kicker Bashiru Gambo (r.) im Duell mit Joachim Schwabe vom VfB

Denn: Für die Blauen ist es die letzte Chance. Nur mit einem Sieg sind sie auch am letzten Spieltag noch voll dabei im Rennen um die Qualifikation für die neue 3. Bundesliga.

Diese haben die Roten bereits souverän erreicht. Doch Schützenhilfe für den Erzrivalen wird’s auf keinen Fall geben.

„Wir verteilen keine Geschenke“, sagt Trainer Rainer Adrion.

Kollege Stefan Minkwitz kontert: „Sowas haben wir auch gar nicht nötig. In der Tabelle ist der VfB zwar besser als wir. Aber vom Potential sind wir mindestens ebenbürtig.“

Das müssen die Kickers heute demonstrieren. „Die Mannschaft brennt, wir sind heiß“, sagt Kapitän Oliver Stierle.

Der letzte Biss ist bitter notwendig. Denn bei einem Unentschieden oder einer Niederlage droht dem Traditionsklub von der Waldau der Absturz in die Bedeutungslosigkeit.

BILD

Vorberichte III: Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II

„Die Wände bleiben weiß“
DAS DOPPELINTERVIEW

Selten ist das Fußballderby zwischen den Stuttgarter Kickers und dem VfB Stuttgart II brisanter gewesen. Morgen (14 Uhr) treten die Blauen in Degerloch zum vorletzten Saisonspiel an – und sie brauchen unbedingt einen Sieg, um ihre Chancen auf die Qualifikation für die dritte Liga zu wahren. Wird der VfB zum Spielverderber? Joachim Klumpp hat die Präsidenten Dirk Eichelbaum und Erwin Staudt befragt.

Die Stuttgarter Kickers warten immer noch auf ein Freundschaftsspiel gegen die VfB-Profis. Warum ist das in dieser Saison nicht zustande gekommen?

Eichelbaum (Kickers): Zunächst war der VfB durch die Dreifachbelastung Meisterschaft, Pokal und Champions League zeitlich blockiert. Dann gaben offenbar anderweitige Sponsorenverpflichtungen den Ausschlag, dass die wenigen freien Termine anderen Vereinen vorbehalten blieben.

Staudt (VfB): Weil sich die Kickers leider erst im April bei uns gemeldet haben, und da waren unsere Planungen für die Sommerpause bereits abgeschlossen.

Die Kickers kämpfen um die Qualifikation für die dritte Liga. Aus welchem Grund gehören sie in die neue Spielklasse?

Eichelbaum (Kickers): Weil die Kickers durch die große Tradition, den überregionalen Klang des Namens, den Rückhalt in der Stadt und der Region Stuttgart legitimiert sind – und sich vor allem sportlich trotz einer durchwachsenen Saison qualifizieren werden. Ich bin überzeugt, dass Ersteres die Vereine aus der jetzigen Regionalliga Nord auch so sehen.

Staudt (VfB): Die Kickers sind ein Traditionsverein, nicht nur in Stuttgart oder Baden-Württemberg, sie haben auch bundesweit noch einen guten Namen. Außerdem sind Stadtderbys immer etwas Besonderes, und ich hoffe für die Fans, dass es auch künftig Blau gegen Rot geben wird.

In der dritten Liga sind auch bis zu vier zweite Mannschaften von Profivereinen wie dem VfB zugelassen. Eine richtige Entscheidung?

Eichelbaum (Kickers): Grundsätzlich sehen das die meisten Vereine nicht gerne. Für den VfB gilt bei uns eine Ausnahme, weil die Spiele immer sehr gut besucht sind. Mit Sorge sehen wir vor allem, dass die Begrenzung auf vier Teams nur für die erste Saison gilt.

Staudt (VfB): Auf jeden Fall. Unsere A- und B-Junioren spielen in der höchsten Spielklasse, da ist es nur logisch, dass auch unsere zweite Mannschaft in der höchstmöglichen Liga antritt. Denn nur so können wir unsere jungen Spieler bestmöglich auf die Anforderungen in der Bundesliga vorbereiten.

Wenn alles nach Plan läuft, werden sich die beiden Lokalrivalen künftig das Gazi-Stadion als Spielstätte teilen. Haben Sie sich schon geeinigt, ob der VIP-Raum künftig blau oder rot gestrichen wird?

Eichelbaum (Kickers): Über die Gestaltung wurde noch nicht gesprochen. Rot als dominierende Farbe halte ich für ausgeschlossen. Wir werden den VfB aber nicht auf so niederer Ebene provozieren, dass die Wände noch schnell blau gestrichen werden – die bleiben weiß.

Staudt (VfB): Da ist unsere Marketing GmbH mit den Kickers und der Stadt Stuttgart im Dialog, und ich bin mir sicher, dass es in dieser Angelegenheit eine einvernehmliche Lösung für alle Seiten geben wird.

Ist um das Derby herum ein Gedankenaustausch geplant, oder geht jeder seine eigenen Wege?

Eichelbaum (Kickers): Das Präsidium des VfB wurde zu einem gemeinsamen Mittagessen vor dem Spiel eingeladen. Und der Trainer Rainer Adrion wurde schon beim letzten Heimspiel gegen Unterhaching gerne von uns bewirtet.

Staudt (VfB): Ich werde mir das Spiel am Samstag anschauen, ein längeres Gespräch ist nicht geplant – das kann sich aber durchaus ergeben.

Im Hinspiel haben etliche Kickers-Fans das Daimlerstadion boykottiert. Glauben Sie, dass die VfB-Anhänger jetzt zu einer Retourkutsche ansetzen?

Eichelbaum (Kickers): Ich hoffe nicht, sondern heiße alle VfB-Anhänger zum Besuch willkommen. Schließlich wird der VfB II in der nächsten Saison hier ebenfalls seine Heimspiele austragen.

Staudt (VfB): Das kann ich mir nicht vorstellen, da unsere Fans ja die Mannschaft unterstützen wollen. Darüber hinaus können wir uns schon mal ans Gazi-Stadion gewöhnen, da wir nächste Saison ja unsere Heimspiele dort austragen.

Wagen Sie einen Tipp?

Eichelbaum (Kickers): Von mir gibt es keinen Tipp; wir müssen gewinnen. Ob 1:0 oder 6:5, ist mir egal.

Staudt (VfB): Ich hoffe auf ein unterhaltsames Spiel – mit dem besseren Ende für uns.

Stuttgarter Zeitung

„Kickers in der vierten Liga – das wäre ein Verlust“
Guido Buchwald drückt im Derby den Blauen die Daumen – Ex-Profis beider Clubs offenbaren Sympathien
 
Stuttgart – Am Samstag (14 Uhr) steht wieder ein Derby zwischen den Stuttgarter Kickers und dem VfB II in der Fußball-Regionalliga an. Doch in diesem Derby steckt mehr Brisanz als in den vorigen: Die Blauen müssen die Roten schlagen, sonst ist die Qualifikation für die dritte Liga wohl verspielt.

VON JÜRGEN KEMMNER

Blau gegen Rot – diese Konstellation elektrisiert die Stuttgarter Fußball-Fans seit Jahrzehnten. Am Samstag droht nun sogar ein Kurzschluss – mit einem Sieg im Gazistadion kann der VfB die Blauen in die Niederungen der vierten Liga stoßen. Früher waren die Fronten streng gezogen, da hätten sich alle Roten über dieses Szenario diebisch gefreut, doch im Lauf der Zeit wurden die Grenzen durchlässiger. Nicht zuletzt, weil es Wechsel von Degerloch nach Cannstatt gab und sich mancher Profi auch in der umgekehrten Richtung auf den Weg machte. Wir haben ehemalige Spieler gefragt, die in beiden Trikots steckten, für wen sie am Samstag die Daumen drücken.

Guido Buchwald (4 Jahre als Spieler bei den Kickers/11 Jahre beim VfB): „Der VfB II spielt eine super Saison, mein Kompliment. Und weil er sich schon für die dritte Liga qualifiziert hat, schlägt mein Herz am Samstag eindeutig für die Kickers. Ich hoffe, dass sich die Blauen ebenfalls für die dritte Liga qualifizieren, das wäre wichtig für Stuttgart. Die Kickers in der vierten Liga, das wäre ein Verlust für den Fußball-Standort. Es wäre sehr, sehr schade, wenn die Kickers noch tiefer sinken würden.“

Marvin Braun (3/2): „Ich habe seit 2006 in St. Pauli gespielt, bin also schon eine Weile fort aus Stuttgart, deshalb betrachte ich dieses Derby ganz nüchtern aus der Ferne. Der VfB II steht ausgezeichnet da, für ihn spielt es eine untergeordnete Rolle, wie das Spiel endet. Die Kickers brauchen den Sieg, deshalb werde ich ihnen auch die Daumen drücken. Es wäre wirklich ganz schlimm, wenn sie in die vierte Liga runtermüssten.“

Karl Allgöwer (3/11): „Die Kickers haben eine Saison mit Höhen und Tiefen. Nach der Niederlage gegen Ingolstadt dachte ich, das war“s mit der dritten Liga – und dann gab es den grandiosen Sieg über den VfR Aalen und neue Hoffnung. Wem ich die Daumen drücke, ist nicht so leicht zu sagen. Es gab Zeiten, da waren beide Vereine in der Bundesliga, nun sind die Kickers etwas abgerutscht. Grundsätzlich würde ich es den Blauen aber gönnen, wenn sie drittklassig blieben. Ich fände es sogar klasse, wenn die Kickers irgendwann wieder in die zweite Liga kämen, dann könnte ich mir auch eine Kooperation mit dem VfB vorstellen.“

Walter Kelsch (2/7): „Als Präsidiumsmitglied der Kickers sind meine Sympathien im Derby natürlich klar verteilt: Es geht um unsere Existenz, deshalb müssen wir gewinnen – das sage ich in aller Freundschaft zum VfB, dem ich noch immer eng verbunden bin. Den Roten habe ich im Bundesliga-Endspurt die Daumen gedrückt und mich gefreut, dass es wenigstens zur UI-Cup-Teilnahme gereicht hat, aber am Samstag bin ich voll und ganz ein Blauer. Ich jedenfalls werde 110 Prozent geben und hoffe, dass die Mannschaft auf dem Platz dasselbe macht.“

Stuttgarter Nachrichten

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 24.05.2008 14:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Assistenten: Gorniak (Bremen), Dittrich (Bremen)

Stuttgarter Kickers: Parmak (Bänderriss) fehlt weiter. Für Vaccaro (Gelbsperre) spielt wohl Kacani. Der Einsatz von Mann ist nach einer Zehen-Operation fraglich.

VfB Stuttgart II: Rudy ist unter der Woche mit der U-18 unterwegs. Die verletzten Schwabe (Knie) und Rahn (Sprunggelenk) sind fraglich.

Aufstellung

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Deigendesch, Mann, Rapp, Stierle – Petruso, Rosen, Gambo, Cerci – Kacani, Tucci; Trainer: Minkwitz
VfB Stuttgart II
Hammel – Opoku-Karikari, R. Schuster, M. Kovacevic, Feisthammel – Träsch, Kolinger, Perchtold, Klauß – Schipplock, S. Hofmann; Trainer: Adrion
 
Kicker

Vorberichte II: Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II

Vor dem Derby gegen den VfB II

Kickers hoffen auf Rekordkulisse
STUTTGART (hec). Joachim Cast ist ein besonnener Mensch, und so will sich der Manager des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers gar nicht groß am Wettbieten der möglichen Zuschauerzahlen für das Derby gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart beteiligen. Bis zu 8000 Fans, so lautet die Hoffnung manches Kickers-Verantwortlichen, sollten doch bitte am Samstag ins Gazi-Stadion kommen. Joachim Cast sagt vor dem vorletzten Spieltag der Regionalligasaison nur: „Mehr als 5000 Zuschauer wären schön.“ Ein Kontingent von rund 400 Karten haben die Kickers dem VfB für den Vorverkauf zukommen lassen. Der Großteil der Tickets wird aber wohl erst am Samstag verkauft werden.

Im Spiel gegen den Stadtrivalen benötigen die Kickers unbedingt einen Sieg, um weiter die Chance auf den Einzug in die dritte Liga zu erhalten. Ob Marcus Mann, der beim 2:0-Sieg am vergangenen Freitag gegen Unterhaching das erste Tor erzielte, spielen kann, ist noch fraglich. „Wir hoffen, dass er nach seiner Zehenoperation von Samstag wieder rechtzeitig fit wird, aber sicher ist das nicht“, sagt Cast, der die Stimmung auf der Waldau als „angespannt-optimistisch“ beschreibt. „Alle wissen, worum es geht. Wenn wir mit der gleichen Leidenschaft wie gegen Unterhaching auftreten, dann bin ich auch sehr optimistisch“, sagt der Manager.

Der SSV Reutlingen kann die Qualifikation für die dritte Liga bereits mit einem Sieg am Samstag gegen den SC Pfullendorf sichern. „Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir den Aufstieg schaffen“, sagt der Mittelfeldspieler Jörn Schmiedel. Mit drei Torvorlagen war der ehemalige Zweitligaspieler die dominierende Figur beim 3:0-Sieg in Regensburg. Vor fünf Wochen erst nahmen die Reutlinger den 29-Jährigen unter Vertrag, nachdem er sich zuvor wochenlang an der Kreuzeiche fit gehalten hatte. „Er hat gezeigt, dass er eine Verstärkung ist“, sagt der SSV-Trainer Peter Starzmann.

Stuttgarter Zeitung

StN: Trotz eines Sieges treten Blaue auf der Stelle – Marcus Mann am Zeh operiert

Kickers: Unsicherheit hält an
 
Stuttgart – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers schwebt weiter zwischen Hoffen und Bangen: Trotz des 2:0-Sieges über die SpVgg Unterhaching sind die Blauen der Qualifikation zur dritten Liga keinen entscheidenden Schritt nähergekommen.

VON JÜRGEN KEMMNER

Das Trikot von Angelo Vaccaro war begehrt. Viele jugendliche Hände streckten sich nach dem 2:0 über Unterhaching am Spielerausgang durchs Gitter, doch der Torschütze zum 2:0 winkte ab: „Ich darf“s nicht hergeben.“ Richtig glücklich sah Vaccaro nicht aus. Die Gelbe Karte kurz vor Schluss hatte seine Siegesfreude erheblich getrübt. Damit ist der Stürmer gegen den VfB II am Samstag im Gazistadion gesperrt „Das war nie und nimmer ein Foul“, schimpfte der 27-Jährige. Womöglich fällt auch Marcus Mann aus. Dem Innenverteidiger wurde am Samstag Eiter am Zeh entfernt – seine Einsatzchance gegen den VfB steht bei 50:50.

Vaccaro (SpVgg-Coach Ralph Hasenhüttl: „Er war von uns nicht zu halten“) hatte wie das gesamte Kickers-Team gegen die Hachinger überzeugt – der Stürmer war stets präsent, ackerte und rackerte und war torgefährlich. Sein Ausfall trifft die Blauen hart. Stefan Minkwitz zählt jedoch nicht zu der Trainer-Spezies, die mit ihren Emotionen hausieren geht. Kurz und trocken meinte der Coach zur Gelb-Sperre: „Dann müssen eben andere in die Bresche springen – auch Marco Tucci, Sokol Kacani oder Alexander Rosen dürfen einmal treffen.“

Allerdings ist Rosen bisher noch nicht gerade dadurch aufgefallen, dass die Abwehrspieler mit den Zähnen klappern, wenn er im Strafraum auftaucht. Der 29-Jährige ist vielmehr ein Führungsspieler, ein Vorbild, ein Kämpfer. So wie gegen Unterhaching. Obwohl in seiner Schulter sämtliche Bänder gerissen waren, spielte Rosen durch. „Ohne Physiotherapeut Marc Weiss hätte ich nicht auflaufen können“, sagte er. Rosen verkörperte die typischen Kickers-Tugenden, auf die Minkwitz gesteigerten Wert legt: unermüdlicher Einsatz, Leidenschaft und Willen. „Wenn wir uns in den beiden letzten Saisonspielen noch mal so präsentieren, schaffen wir“s in die dritte Liga“, sagte Rosen.

Präsident Dirk Eichelbaum ist sich da nicht so sicher. Drei Punkte müssen die Blauen aufholen, Siege über den VfB II und Elversberg sind Pflicht. Sechs Clubs kämpfen noch um drei Plätze. „Selbst bei sechs Punkten sind wir immer noch von Patzern der Konkurrenten abhängig“, betont Eichelbaum. Manager Joachim Cast denkt ein wenig optimistischer. „Ich bin mir sicher“, sagt der 40-Jährige, „wenn wir zweimal gewinnen, dann sind wir auch in der dritten Liga.“ Und nach dem dann nötigen Sieg bei der SpVgg Elversberg am 31. Mai darf Vaccaro bestimmt auch sein Trikot an einen jungen Kickers-Fan verschenken. Für die Qualifikation zur dritten Liga gäbe selbst Präsident Eichelbaum sein letztes Hemd.

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Minkwitz: „Die Mannschaft ist topfit“

Der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz vertraut im Regionalliga-Endspurt auf die Stärke seiner Spieler

Die Stuttgarter Kickers haben mit dem 2:0 gegen Unterhaching wieder in die Erfolgsspur gefunden, können die Qualifikation für die dritte Liga aber nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. „Wenn wir unsere beiden Spiele gewinnen, bin ich davon überzeugt, dass es reicht“, sagt der Trainer Stefan Minkwitz im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Minkwitz, das Präsidium hatte spontan 5000 Euro Siegprämie für die Partie gegen Unterhaching ausgelobt. Wusste das die Mannschaft – und war es eine zusätzliche Motivation?

Ich glaube, die Mannschaft wusste das, auch wenn sie keine zusätzliche Motivation braucht. Es geht hier um Arbeitsplätze, um die dritte Liga. Trotzdem ist es natürlich eine schöne Geste, und ich denke auch, dass es sich die Spieler ehrlich verdient haben – so viel Prämien haben sie ja noch nicht bekommen (die gibt es normalerweise erst ab dem zehnten Platz; Anm. d. Red.).

Und der Trainer bekommt seine Extraprämie dann am Saisonende?

Der Trainer verrät keine Interna. Aber wenn wir den zehnten Platz geschafft haben, dann hat er, so meine ich, auch etwas verdient.

Aus eigener Kraft können die Kickers das nicht mehr erreichen. Wie sehr schielen Sie denn auf die Konkurrenz?

Wir schauen nur auf uns, und ich bin überzeugt davon, wenn wir die beiden restlichen Spiele auch gewinnen, dann reicht das für die Qualifikation zur dritten Liga.

Obwohl die Mannschaft zwischendurch zweimal, in Reutlingen und dann vor allem gegen 1860 München, enttäuscht hat?

Dass im Laufe einer Runde auch mal ein kleines Tief kommt, ist ganz normal. Das sind doch alles nur Menschen und keine Maschinen. Aber dass sie es können, haben die Spieler doch mit der Serie von sieben Spielen ohne Niederlage gezeigt. Zuletzt haben sie zwei schwere Partien gemeistert, jetzt wollen wir noch zwei gute nachlegen.

Wie schwer wiegt im nächsten Spiel gegen den VfB II der Ausfall des Torjägers Angelo Vaccaro, der wegen seiner zehnten Gelben Karte gesperrt ist?

Natürlich ist das ein Handicap, aber dann müssen eben andere in die Bresche springen. Tucci etwa oder Kacani und Prediger. Und ich würde mich auch freuen, wenn der Alexander Rosen mal ein Tor macht.

Stichwort Rosen. Er muss – genau wie Gambo – seit Wochen fit gespritzt werden. Halten die beiden voll durch?

Das werden sie, denn sie wissen ja, für wen sie es tun: für die Mannschaft und den Club. Die müssen jetzt noch zweimal auf die Zähne beißen, dann haben sie genug Zeit, sich auszukurieren. Aber gerade solche Beispiele sprechen ja für den Charakter des Teams.

Und für die konditionelle Verfassung der Mannschaft, die immer mal wieder angezweifelt worden ist.

Dazu sage ich nur eines: so eine Rückrunde spielt man nur, wenn man topfit ist.

Auch die Zuschauer haben gegen Unterhaching hervorragend mitgezogen, und jetzt steht ausgerechnet das Derby gegen den VfB Stuttgart II vor der Tür. Was für eine Stimmung erwarten Sie am Samstag?

Zunächst einmal erwarte ich 7000 bis 8000 Zuschauer, wovon sicher die Hälfte vom VfB kommt, nachdem die Bundesliga jetzt Pause hat und sich die Pfingstferien dem Ende zuneigen. Aber ich bin überzeugt davon, dass unsere Fans dagegenhalten werden. Am Freitag ist der Funke von der Mannschaft aufs Publikum übergesprungen – und umgekehrt.

Stuttgarter Zeitung