Offizielle Stellungnahme des SV Stuttgarter Kickers e.V. zu den Vorkommnissen beim Spiel in Worms

Der SV Stuttgarter Kickers e.V. bedauert zutiefst die Vorkommnisse rund um das Auswärtsspiel beim VfR Wormatia Worms am vergangenen Samstag, 20. November 2010. Gewaltszenen und eine derartige Eskalation, wie nach dem Spielende geschehen, werden vom Verein auf das Schärfste verurteilt. Das gleiche gilt auch für das Verhalten einiger vermeintlicher Kickers-Fans, die in der Schlussviertelstunde über den Zaun stiegen und so eine Spielunterbrechung herbeiführten.

Der SV Stuttgarter Kickers e.V. distanziert sich von der einseitigen Berichterstattung über die Vorfälle nach Spielende, vor allem der Wormser Medien. Es entsteht der Eindruck, dass einzig die Fans der Stuttgarter Kickers für die Ereignisse verantwortlich sind. Der Verein ist bestürzt über das Verhalten des örtlichen Sicherheitsdienstes und der Polizei, das nicht zur Deeskalation beigetragen hat. Hierbei kam es offensichtlich zu massiven Fehlern im Umgang mit der Situation.

Der SV Stuttgarter Kickers e.V. ist bemüht, die Vorkommnisse lückenlos aufzuarbeiten und bittet hierfür um die Mithilfe. Augenzeugen der Vorgänge werden gebeten, Ihre persönlichen Eindrücke, gerne auch mit Bild- oder Videomaterial, schriftlich dem Verein zukommen zu lassen. Bitte senden Sie uns eine E-Mail an info@stuttgarter-kickers.de.

Allen verletzten Fans und Anhängern der Kickers und allen weiteren Verletzten wünschen wir an dieser Stelle gute Besserung und baldige Genesung.

Offizielle Homepage

Presse zu Wormatia Worms – Stuttgarter Kickers (3:0)

Schwarzer Samstag der Blauen
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 22.11.2010
Regionalliga Die Stuttgarter Kickers blamieren sich beim 0:3 in Worms nicht nur auf dem Platz. Es droht ein Nachspiel. Von Joachim Klumpp

Der Sportkoordinator Michael Zeyer hat in der Vorrunde alle Spiele der Stuttgarter Kickers gesehen, bis auf das letzte. Am Samstag zog es der Exprofi vor, einen Oberligaspieler zu beobachten, weil er davon ausgegangen war, dass die Mannschaft den kleinen Aufschwung der vergangenen beiden Spiele wird fortsetzen können. Stattdessen gab es einen Rückschlag – 0:3 beim Schlusslicht der Fußball-Regionalliga und dazu noch Ausschreitungen von Kickers-Fans am Rande der Partie.

Schlimmer hätte die Vorrunde nicht enden können. Platz neun wie im Vorjahr; Fortschritt also gleich null. „Natürlich hinken wir hinter den Erwartungen her“, sagt Zeyer, der den Trainer Dirk Schuster deshalb aber – genau wie der Präsident Edgar Kurz – nicht explizit infrage stellt. „Das mache ich nicht von einem Ergebnis abhängig, sondern von der Entwicklung der Mannschaft.“ Die verläuft allerdings äußerst schwankend, der Trainer selbst spricht von einer Achterbahnfahrt. Der Auftritt in Worms gehörte dabei in die Kategorie Tiefpunkt, was Zeyer zumindest in seiner Ansicht bestärkt. „dass noch lange nicht alles so läuft wie gewünscht. Wir müssen die Fehler einfach ansprechen und abstellen“, sagt der Sportkoordinator angesichts der durchaus professionellen Verhältnisse unter denen der Verein arbeitet, ohne ins Detail gehen zu wollen.

Offen ist noch, ob der Kader in der Winterpause (perspektivisch) verstärkt wird, oder aber angesichts der aussichtslosen Lage, was den Aufstieg angeht, nicht eher abgespeckt wird. „Wir müssen immer die sportliche, aber auch finanzielle Seite im Auge haben“, sagt Zeyer mit Blick auf die Probleme zum Beispiel beim Ligarivalen SSV Ulm. „Aber das sind alles Dinge, die wird zunächst intern besprechen.“

Da zumindest liegt er mit Schuster auf einer Wellenlänge: „Natürlich hatten wir nach den zwei letzten Auftritten gedacht, dass wir schon weiter sind.“ So aber sieht der Coach von morgen an Handlungbedarf: „Wir müssen nochmals Reizpunkte im Zweikampfverhalten setzen, wo uns die Wormser überlegen waren, und sicher auch im mentalen Bereich etwas machen.“

In Worms hat dem Spiel die Sicherheit am Ball gefehlt, zudem fehlte zum wiederholten Male ein Führungsspieler, auch ein Oliver Stierle konnte diese Rolle nicht erfüllen – sonst wäre der Stuttgarter Verteidiger kaum ausgewechselt worden.

Wegen Ausschreitungen musste die Partie in der 76. Minute kurzzeitig unterbrochen werden, nach dem Schlusspfiff kam es dann zu weiteren Ausschreitungen, aber nicht zu Festnahmen. „Die Vorfälle werden ein Nachspiel haben“, sagte ein Beamter der Polizei, die auch Pfefferspray einsetzte. Der Kickers-Geschäftsführer Jens Zimmermann wollte sich gestern nicht abschließend äußern, weil er ebenfalls nicht vor Ort war. Nur so viel: angeblich seien die Kickers-Fans auch von angereisten Anhängern des SV Waldhof Mannheim provoziert worden: „Das werden wir diese Woche noch aufarbeiten müssen.“ Man sieht, es gibt viel zu tun – und das eine Woche vor der Hauptversammlung nächsten Montag.

Kickers Wagner – Gondorf, Köpf, Rapp, Stierle (77. Savranlioglu) – Abruscia, Rizzi (70. Yilmaz), Pala (46. Ivanusa), Marchese, Türpitz – Brandstetter.

Tore 1:0 Hübner (34.), 2:0 Oppermann (73.), 3:0 Wittke (84.).

Zuschauer 2112.

Stuttgarter Zeitung

0:3-Niederlage
Ein Kickers-Tag zum Vergessen
Von Jürgen Frey, aktualisiert am 22.11.2010 um 11:07

Worms – Die Achterbahnfahrt der Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga geht ungebremst weiter: Nach zwei klaren Siegen setzte es bei Wormatia Worms nach einer erschreckend schwachen Leistung eine 0:3(0:1)-Niederlage.

Ausflüchte, Entschuldigungen, all das wäre ohnehin sinnlos gewesen. Also wählte Dirk Schuster klare Worte. Enttäuschend, frustrierend, deprimierend sei die Vorstellung seiner Mannschaft gewesen. Woran dieser plötzliche Leistungsabfall lag? Der Trainer holte tief Luft, dann legte er los: „Einige Spieler haben total unter ihrer Form gespielt. Uns hat die Aggressivität in den Zweikämpfen gefehlt. Wir waren zu zaghaft und zu weit weg von den Gegenspielern.“

Das bisherige Schlusslicht Worms ging ganz anders zur Sache. Mit Herz und Leidenschaft. Und spätestens nach der 1:0-Halbzeitführung durch ein Traumtor von Rudolf Hübner in den Winkel stand die Mannschaft von Coach Ronny Borchers äußerst kompakt und machte die Räume eng. „Wir haben kein Mittel gefunden, sie zu knacken“, gab Schuster zu. Und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Vor allem bei den Heimspielen traten diese Probleme schon häufiger auf. Hinzu kam, dass die Umstellungen nach der Pause nicht fruchteten: Schuster brachte Marcel Ivanusa für Ali Pala und stellte auf ein 4:4:2-System um – ohne Erfolg. „In der Schlussviertelstunde war uns Worms dann sogar spielerisch überlegen“, musste Schuster eingestehen.

Wie er die Mannschaft wieder in die Spur bringen will? Aggressivität und Zweikampfverhalten würden diese Woche im Trainingsplan ganz oben stehen, versprach der Coach. Zunächst gab er aber am Sonntag und Montag frei. „Ich möchte die Mannschaft zwei Tage nicht sehen, jeder soll seine Leistung reflektieren“, erklärte der Trainer die ungewöhnliche Maßnahme. Dass er selbst, wie Präsident Edgar Kurz auch gestern betonte, unter Beobachtung stehe, sieht Schuster gelassen: „Als Trainer steht man immer unter Beobachtung.“

Nach dem Tag zum Vergessen in Worms hoffen nun alle Beteiligten, dass die Achterbahnfahrt der Kickers weitergeht: Mit einem Sieg im Heimspiel am kommenden Sonntag (14 Uhr/Gazistadion) gegen den SC Pfullendorf. Mit drei Punkten dürfte auch die Mitgliederversammlung einen Tag später etwas harmonischer verlaufen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers verlieren beim Schlusslicht

Worms (red) – Fußball-Regionallist Stuttgarter Kickers hat sein Auswärtsspiel beim bisherigen Tabellenletzten VfR Wormatia Worms mit 0:3 (0:1) verloren. Bei den „Blauen“ war vom Schwung des 7:2-Heimerfolgs gegen den FSV Frankfurt II nichts mehr zu spüren. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster kam gegen die aggressiven und kämpferisch überzeugenden Gastgeber zu keiner Zeit zu ihrem Spiel. Stattdessen überwogen vor 2112 Zuschauern Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe. In der 34. Minute münzten die Wormser ihr Übergewicht zur verdienten Führung um: Rudolf Hübner traf aus 25 Metern in den Winkel. In der zweiten Hälfte schob Lucas Oppermann (73.) freistehend zum 2:0 ein, Kevin Wittke erzielte das 3:0 (85.). „Es ist für mich leider unerklärlich, wieso einige Spieler total unter ihrer Form gespielt haben. Uns fehlt einfach die Konstanz“, kritisierte Schuster.

Eßlinger Zeitung

Blaues Wunder in der Nibelungenstadt – Wormatia schlägt Stuttgart 3:0
Von Jürgen Jaap

Blaues Wunder für „die Blauen“ in der Nibelungenstadt. Eine vor allem in der zweiten Hälfte grandios aufspielende Elf des VfR Wormatia Worms ließ den vor der Partie, ob ihrer elf in den letzten beiden Spielen der Fußball-Regionalliga Süd erzielten Treffer, hoch gehandelten Stuttgarter Kickers beim 3:0 (1:0) aber nicht den Hauch einer Chance.

„Die einzigen Stuttgarter, die hier heute kämpften, waren unsere Fans“, merkte ein sichtlich demoralisierter Kickers-Betreuer geknickt an. Dies allerdings mit unlauteren Mitteln, denn Tumulte der etwa 200 Stuttgart-Fans kurz vor Ende und nach der Partie sorgten für den einzigen Wermutstropfen an einem sonst perfekten Fußballtag für die Gastgeber. „Das kann man schon als eine Klasseleistung meiner Jungs bezeichnen“, wirkte denn auch VfR-Trainer Ronny Borchers rundum zufrieden.

Überzeugte Wormatia im ersten Durchgang vorwiegend durch kämpferische Elemente und Stabilität in der Abwehr-Viererkette, so explodierte nach einem Traumtor von Rudi Hübner in den zweiten 45 Minuten geradewegs die Offensivabteilung. Der wunderschöne Schuss des Wormser Goalgetters unhaltbar aus 25 Metern in den Winkel bescherte Wormatia jedenfalls eine verdiente 1:0-Halbzeitführung (34.). Zwischen der 64. und 68. Minute feuerten die Wormser dann aus allen Fußballstiefeln auf den Kasten von Daniel Wagner. Lucas Oppermann, Sandro Rösner, wieder Oppermann und schließlich Marco Stark hatten das 2:0 auf dem Schlappen oder dem Kopf. Den längst überfälligen Treffer erzielte Oppermann (endlich) fünf Minuten später.

Erstaunlich: Der Tabellenletzte ließ dem Traditionsverein aus der Schwabenmetropole keine Schnitte. „Wir haben gegen Wormatia keinerlei Mittel gefunden“, wirkte Kickers-Trainer Dirk Schuster konsterniert. Wie auch Wagner im Gästetor gegen den raffinierten Lupfer von Kevin Wittke zum 3:0 kein Mittel fand (86.). „Zugabe, Zugabe“, skandierten die annähernd 2000 Wormatia-Fans euphorisch. Die gab’s dann allerdings nicht mehr.

Wormser Zeitung

Fußball: Polizei geht bei Wormatia-Spiel in Worms gegen Fans der Kickers vor
Von Roland Keth

Nach dem famos herausgespielten 3:0-Erfolg am Samstag gegen die Stuttgarter Kickers darf sich Wormatia Hoffnungen machen, den Klassenerhalt in der Regionalliga zu schaffen. Überschattet wurde die packende Partie allerdings von schweren Ausschreitungen nach Abpfiff, die nach Augenzeugenberichten von enttäuschten Stuttgarter Fans ausgingen.

Die Bilanz der Randale: fünf verletzte Polizeibeamte, vier lädierte Ordner und mehrere „Fans“, die ebenfalls leichtere Blessuren davontrugen. „Glücklicherweise wohl in keinem Fall etwas Ernstes“, atmete Dieter Bauer, szenekundiger Beamter der Wormser Polizei, gestern tief durch.

Bauer räumte gegenüber der WZ ein, dass die Polizei von den Gewätigkeiten überrascht wurde. „Wir hatten aus Stuttgart keine Warnmeldung erhalten.“ Deshalb war auch keine Bereitschaftspolizei im Stadion, hatten die anwesenden Einsatzkräfte große Mühe, die gewaltbereiten Fans unter Kontrolle zu halten. Einen ersten Vorfall gab es bereits während des Spiels, als in der 76. Spielminute mehrere der rund 200 Gäste-Fans über den Zaun kletterten, um hinüberzurennen in Richtung Vortribüne, wo der harte Kern der jubelnden Wormatia-Fans untergebracht war. Ordner und Sicherheitskräfte konnten die Anhänger jedoch schnell einfangen.

Nach dem Schlusspfiff kam es zu massiven Ausschreitungen im rückwärtigen Bereich des Fan-Blocks. Die Polizei hatte aus Sicherheitsgründen angeordnet, dass die Stuttgarter Fans noch eine Weile in ihre Kurve bleiben sollten. Die Gäste-Anhänger brachen jedoch die Tür auf und versuchten auszubrechen oder erneut über den Zaun zu klettern. Mittlerweile hatten sich auch die Wormatia-Fans im hinteren Bereich zusammengerottet. Erst flogen nur Schimpfworte hin und her, dann aber Steine und Holzlatten.

Mit Pfefferspray und Schlagstock

Die Polizeibeamten standen zwischendrin, mussten das Tor zuhalten und dafür sorgen, dass sich die wütenden Fan-Lager nicht zu nahe kamen. Bei diesem Einsatz setzten die gestressten Einsatzkräfte auch Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Die Lage begann sich erst zu entspannen, als es der Polizei gelang, Verstärkung herbeizubeordern. Danach wurden die wütenden und randalierenden Kickers-Fans über den Gäste-Ausgang Richtung Carl-Villinger-Straße zum Bus eskortiert. „Dort hat es dann aber noch einmal gekracht“, berichtete Dieter Bauer.

Weil man zahlenmäßig einfach zu schwach war, habe man keinerlei Personenüberprüfungen oder gar Festnahmen vornehmen können, bedauerte der Szene-Beamte. „Die Vorfälle werden ein Nachspiel haben“, kündigte er Konsequenzen an. Von Vereinsseite war gestern trotz mehrfacher Nachfrage leider keine Stellungnahme zu erhalten.

Wormser Zeitung

Erst Freude über Freikarten
RANDALE Doch nach dem tollen Spiel flippen die Stuttgarter Fans aus

(hjj). Ein gutes Dutzend Kids wartet ungeduldig mit Wormatia-Saisonheften in der Hand vor der Bühne, wo sich im Vereinsheim des VfR Wormatia Worms gerade die Pressekonferenz in den letzten Zügen befindet. Wormatia-Trainer Ronny Borchers spricht begeistert von der Freikarten-Aktion an Wormser Schulen, die etwa 500 Schulkinder ins Stadion lockte. „Wir hatten heute so viele Kinder hier, ein Heimsieg, eine tolle Stimmung – so werden aus jungen Menschen Fußballfans.“ Dann geben Borchers und sein Stuttgarter Kollege Dirk Schuster fleißig Autogramme.

Rückblende. Gut zwei Stunden zuvor sammelt Lehrer Lothar Knecht von der Geschwister-Scholl-Schule seine „kleinen Schäfchen“ vor den Kassenhäuschen am Eingang ins Stadion. Die 13-jährige Julia ist auch dabei. „Ja, ich freu’ mich schon riesig auf das Fußballspiel gleich“, verrät das Mädel lächelnd. 25 bis 30 Kinder marschieren nun mit ihrem Lehrer los in Richtung Stehränge. Dort haben es sich schon vier Knirpse an einem Wellenbrecher gemütlich gemacht. Marcel (9) und Dimo (9) aus der 4c der Paternus-Schule in Pfeddersheim fiebern mit Ronny (9) und Tim (10) aus der 4a der Diesterweg-Schule in Pfiffligheim dem Anpfiff entgegen. Alle drücken Wormatia feste die Daumen: „Wir hauen Stuttgart heute weg, ich tippe auf ein 3:1“, sagt Ronny euphorisch. Weit weg vom 3:0-Endergebnis liegt er damit nicht.

Zwei Treppenstufen darüber schwenkt Arne Hendrik-Jacoby seine Wormatia-Fahne. Vom größeren Bruder Paul-Ruwen hat der achtjährige Schüler der Paternus-Schule das rot-weiße Banner mitbekommen. „Hier unterstützen doch so viele Wormatia“, sagt Arne, „da will ich mit dabei sein.“ Dabei sind Arne, Julia, Marcel, Dimo, Ronny und Tim aber auch, als die Gästefans randalieren. Hoffentlich bleiben bei den jungen Fans nicht nur die Gewaltszenen im Kopf hängen.

Wormser Zeitung

Vorberichte Wormatia Worms – Stuttgarter Kickers

Gespräch mit dem Sorgenkind Stierle
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 19.11.2010

Der Kickers-Trainer Dirk Schuster hätte nichts gegen eine Gebietsreform, die die Stadt Worms kurzerhand zu einem Vorort von Frankfurt machen würde. Schließlich hat der Fußball-Regionalligist gegen die zweiten Mannschaften der Eintracht und des FSV zuletzt sechs Punkte geholt und elf Tore geschossen. So kann“s weitergehen. Auch morgen (14 Uhr) – eben bei der Wormatia in Worms, die von dem Exnationalspieler Ronny Borchers trainiert wird.

Das einzige Sorgenkind am vergangenen Samstag hieß Oliver Stierle. Der Außenverteidiger hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt und wurde folgerichtig zur Pause (1:2) ausgewechselt. Dass es just danach noch zu einem 7:2-Kantersieg gereicht hat, dürfte indes Zufall gewesen sein. Dennoch hatten der Trainer und sein Assistent Alexander Malchow unter der Woche ein persönliches Gespräch mit Stierle. Tenor: Will er Leistungsträger sein oder Mitläufer? Nach den Übungseinheiten hatte Schuster den Eindruck, dass sich Stierle für den Leistungsträger entschied, als der er im Sommer geholt wurde.

Sonst kommen vielleicht noch Neue – zum Beispiel von dem von der Insolvenz bedrohten Ligarivalen SSV Ulm (siehe auch Seite 35). „Natürlich beobachten wir die Situation dort“, sagt Dirk Schuster und fügt hinzu: „Es gab auch schon Anfragen von Spielervermittlern, die nach möglichen Abnehmern suchen.“ Wobei vor allem der Torjäger Michael Schürg gefragt sein dürfte, der allerdings bei den Kickers eine wenig ruhmreiche Vergangenheit hat. ump

Stuttgarter Zeitung

Sportlich nur ein Absteiger?

19.11.2010 – WORMS/ULM

FINANZEN Nach Weiden auch Ulm in Not

(csr). In dieser Saison soll es gelingen. Im dritten Jahr ihrer Regionalliga-Zugehörigkeit möchten die Fußballer von Wormatia Worms erstmals „sportlich“ den Klassenerhalt schaffen und nicht wieder vom Lizenzentzug anderer Vereine profitieren. Andererseits: Vielleicht wird es erneut gar nicht nötig sein. Während sich die Wormaten nämlich auf ihr am Samstag anstehendes Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers vorbereiteten (eine ausführliche Vorschau folgt), hat mit dem SSV Ulm jetzt schon der zweite Ligarivale arge Finanzprobleme eingestanden. Nach der Spvgg. Weiden droht auch dem in den Tabellenkeller abgerutschten SSV Ulm ein Insolvenzverfahren.

Während die Franken bereits einen Insolvenantrag gestellt haben, kündigte SSV-Präsident Rene Mick den Gang zum Amtsgericht für den heutigen Freitag an, sollte es nicht gelingen, neue Sponsorengelder in Höhe von 150 000 Euro zu erzielen. Der derzeitige Schuldenstand wird gar auf knapp 600 000 Euro beziffert, im Oktober wurden bereits keine Spielergehälter mehr gezahlt. Ein Grund für das Minus sind die geringen Zuschauerzahlen, sind die Ulmer mit rund 1 100 Besuchern pro Spiel doch ein gutes Stück weg von den angepeilten 1 800 Zuschauern.

Während sich kurz vor Ende der Frist in Schwaben ein „Unternehmer-Konsortium“ zu Wort meldete, das den Verein retten möchte, werden rund ums Wormatiastadion die Folgen eines möglichen Insolvenzverfahrens in Ulm und Weiden diskutiert. Fakt ist: Sollte tatsächlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden oder das Verfahren „mangels Masse“ gar abgelehnt werden, stünde der betreffende Verein als Absteiger fest. Die Zahl der sportlichen Absteiger würde sich also verringern. Mit dem Insolvenzantrag besiegelt ist das Schicksal gleichwohl noch nicht, könnte im „vorläufigen Insolvenzverfahren“ doch noch eine Gesundung mittels „Insolvenzplan“ erreicht werden. Der VfB Lübeck oder TuS Koblenz haben es bereits vorgemacht…

Wormser Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – FSV Frankfurt II (7:2)

Gala von Ali Pala
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 15.11.2010
Kickers Beim 7:2 gegen den FSV Frankfurt II zeigt der Neuzugang, dass er in der Regionalliga angekommen ist. Von Joachim Klumpp

Nach dem Schlusspfiff wollte ein Fan spontan 100 Euro in die Mannschaftskasse spenden. So schnell ändern sich die Zeiten – innerhalb von 45 Minuten. Nachdem die Stuttgarter Kickers beim 1:2 noch mit Pfiffen in die Halbzeit begleitet worden waren – und dann beim 7:2-Sieg den Schalter umgelegt hatten. Wie? „Ich hätte auf jeden Fall nicht Spieler sein wollen“, sagte der Trainer Dirk Schuster zu seiner Kabinenpredigt nur. „Eigentlich hat er nicht viel gesagt“, meinte der Kapitän Marcel Rapp, „das aber sehr laut.“

Es wirkte auf jeden Fall. Mit einem Doppelschlag und dem folgenden Platzverweis des Frankfurters Maik Vetter waren die Weichen auf einen (etwas zu hohen) Sieg gestellt, erst den dritten in dieser Saison zu Hause. „Womit wir hoffentlich den uns nachgesagten Heimkomplex abgelegt haben“, wie Schuster betonte.

Einer der Garanten für den Fortschritt der vergangenen beiden Wochen hieß Ali Pala. Der Neuzugang und Heimkehrer vom VfB Stuttgart II erzielte nicht nur zwei Treffer, sondern bereitete auch einen vor. Genau so wollen ihn die Fans sehen, und der Trainer sowieso. „Er ist endlich in der Regionalliga angekommen“, lobte ihn Schuster, „und er hat gesehen, dass er ein wichtiger Baustein der Mannschaft sein kann.“

Zu Saisonbeginn schien sich der 20-Jährige selbst unter Druck zu setzen, als er – wenn auch nicht ganz ernst gemeint – in Anspielung auf die Rückennummer 20 von 20 Toren gesprochen hatte. „Er hat zu viele Pirouetten gedreht“, sagte Schuster über den Spieler, der nur schwer vom Ball zu trennen ist. Und inzwischen auch den Blick für den Nebenmann hat, wie er mit der Vorarbeit zum schönsten Tor des Tages – Philip Türpitz“ Flugkopfball zum 3:2 – unterstrich. „Ich habe schon ein gutes Auge“, betonte er selbstbewusst. Auch die neue Rolle als hängende Spitze – oder zweiter Spielmacher – scheint ihm zu liegen. „Ich spiele da, wo mich der Trainer aufstellt“, sagte er, gab aber zu: „Ich fühle mich auf dieser Position wohl.“ Damit hilft er der Mannschaft, und die Mannschaft hilft Pala – wovon beide profitieren könnten.

Dennoch sagte Schuster, nicht nur wegen einiger Aussetzer des indisponierten und auch noch rotgefährdeten Außenverteidigers Oliver Stierle: „Wir werden die Fehler klar ansprechen.“

Zu einem kleinen Fehlverhalten zählte übrigens auch Palas Gelbe Karte wegen Trikotausziehens. „Das hatte ich im Falle eines Treffers schon angekündigt“, sagte er, „man muss ja auch zeigen, dass man im Kraftraum etwas für seinen Körper tut.“ Für einen solchen Striptease hatte Schuster wenig Verständnis, aber die passende Antwort: „Dafür zahlt er.“ Auch so füllt sich die Mannschaftskasse.

Kickers Wagner – Gerster, Köpf, Rapp, Stierle (46. Gondorf) – Rizzi – Abruscia (88. Auracher), Pala, Marchese, Türpitz (80. Ivanusa) – Brandstetter.

Tore 1:0 Rapp (3.), 1:1 Ucar (4.), 1:2 Schneider (31.), 2:2 Pala (49.), 3:2 Türpitz (55.), 4:2 Marchese (76.), 5:2 Brandstetter (79.), 6:2 Pala (85.), 7:2 Ivanusa (87.).

Stuttgarter Zeitung

Stuttgarter Kickers
Kabinenpredigt weckt die Kickers auf
Von Jürgen Kemmner, aktualisiert am 15.11.2010 um 11:25

Stuttgart – Für die jüngeren unter den Fans der Stuttgarter Kickers war’s eine Premiere, der 7:2(1:2)-Kantersieg des Fußball-Regionalligisten über den FSV Frankfurt II. Mindestens sieben Tore für die Blauen gab es zuletzt auf der Waldau am 29. Oktober 1994 beim 8:1 über RW Frankfurt. „Damit haben wir die Diskussion über den Heimkomplex, der uns angedichtet wurde, endgültig ad acta gelegt“, sagte Trainer Dirk Schuster nach dem Heimerfolg nach zuletzt fünf sieglosen Partien im Gazistadion.

Die Kickers haben die Kurve nach oben gekriegt – der Abwärtstrend wurde mit zwei Siegen in Folge gestoppt, und was vielleicht noch wichtiger ist: Die Mannschaft hat mit dem 7:2 Selbstvertrauen getankt und dürfte mental gewachsen sein. Das Team um Kapitän Marcel Rapp hat sich vor der Minuskulisse von 1740 Fans am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen. Gerade noch. Abgesehen von der frühen Führung erinnerte die erste Hälfte erschreckend an das Katastrophen-Spiel gegen Greuther Fürth II (0:1). Ängstlich, uninspiriert, leidenschaftslos. Doch in der Pause gab es die passende Ansprache an die Mannschaft; Schuster wurde richtig laut, und dabei fielen Worte, die erwachsene Männer nicht gerne an sich gerichtet hören. „Ich hätte kein Spieler sein wollen“, sagte Schuster später nur, „eine solche Ansprache gab es zuvor bei uns noch nie.“

Aber die Deutlichkeit weckte die Spieler, aus Memmen wurden Männer – keine ängstlichen Aktionen mehr, die Blauen gingen aggressiv ran, spielten mutig vorwärts und wurden mit sechs Toren belohnt. Die Fans trauten ihren Augen kaum, aber auch sie waren erleichtert ob dieser Reaktion und geizten nicht mit Applaus. „Es war noch längst nicht alles gut“, analysierte Schuster, „aber es war ein wichtiges Erfolgserlebnis, wir sind jetzt in der richtigen Spur.“ Mit einem Sieg am Samstag bei Schlusslicht Worms können die Blauen in die Regionen vorstoßen, in die sie ihr Trainer führen will: zwischen Platz eins und sechs. Schuster hat noch einiges vor – Spekulationen, er sei als Trainer beim Zweitligisten Karlsruher SC im Gespräch, weil er das Spiel gegen Aue besucht hatte, wischte er beiseite. „Ich wohne in Karlsruhe und schaue mir immer wieder KSC-Spiele an“, sagte er, „man kann als Coach immer etwas dazulernen.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers schießen sich Frust von der Seele

Mit dem 7:2-Sieg gegen den FSV Frankfurt II kehrt vorerst wieder Ruhe ein

Stuttgart – Vor zwei Wochen grummelte es noch gewaltig auf Degerlochs Höhen. Beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers lief zu Hause einmal mehr nichts zusammen, gegen die SpVgg Greuther Fürth II gab es eine 0:1-Niederlage. Fortan stünde der Trainer Dirk Schuster „unter Beobachtung“, ließ Präsident Edgar Kurz verlauten. Nach zwei Siegen in Folge und dem spektakulären 7:2 (1:2)-Erfolg gegen den FSV Frankfurt II kehrt vorerst wieder Ruhe ein bei den „Blauen“

Von Hannes Kern

Schuster wirkte nach einem verrückten Spiel auch eine Stunde nach dem Schlusspfiff noch angespannt, obwohl er eigentlich mit zwei Siegen in Folge etwas aus der Schusslinie geraten ist. Und immerhin haben die Kickers den Abstand zum zweiten Tabellenplatz bei vier Punkten gehalten. Allerdings bleibt der Rückstand zum Spitzenreiter Hessen Kassel – und nur der Tabellenerste steigt auf – unverändert groß. „Wir werden von unserer Marschroute nicht abgehen“, sagte Schuster auf die Frage nach dem noch Möglichen in dieser Saison. „Unser Anspruch ist ein Platz zwischen eins und sechs.“ Wobei Platz eins schon jetzt als utopisch erscheint. Allerdings benötigten die Kickers gegen Frankfurt nach einer schwachen ersten Hälfte, in der „der Mann am Ball das ärmste Schwein war“, so Schuster, einen gewaltigen Anpfiff des Trainers, um in die Spur zu kommen. Nach den Toren von Ali Pala und Philip Türpitz sowie der Gelb-Roten Karte für Maik Vetter (68.) brachen bei den Frankfurtern alle Dämme und die Kickers schossen sich munter allen Frust von der Seele.

Stuttgarter Kickers: Wagner – Gerster, Köpf, Rapp, Stierle (46. Gondorf) – Rizzi – Abruscia (88. Auracher), Pala, Marchese, Türpitz (81. Ivanusa) – Brandstetter.

FSV Frankfurt II: Alvarez – Groeger, Hickl, Theodosiadis, Fliess (79. 18 Di Leone) – Göbig, Gallego, Vetter, Schneider – Pintol (79. Topic), Ucar (74. Durur).

Schiedsrichter: Dingert (Lebecks­mühle).

Zuschauer: 1740.

Tore: 1:0 Rapp (3.), 1:1 Ucar (4.), 1:2 Schneider (30.), 2:2 Pala (49.), 3:2 Türpitz (55.), 4:2 Marchese (76.), 5:2 Brandstetter (79.), 6:2 Pala (85.), 7:2 Ivanusa (87.).

Gelbe Karten: Stierle, Türpitz, Köpf, Marchese, Pala / Theodosiadis, Ucar.

Gelb-Rote Karte: – / Vetter (68. / wiederholtes Foulspiel).

Beste Spieler: Türpitz, Pala / Schneider, Groeger.

Eßlinger Zeitung

Unerklärlich: FSV wird in Stuttgart vorgeführt

Stuttgart. Als Tabellenachter sind die Stuttgarter Kickers nicht gerade die Übermannschaft der Regionalliga Süd. In Frankfurt allerdings haben sie diesen Ruf vorerst weg. Knapp eine Woche nach dem 4:0 bei der Eintracht-U 23 nahmen die Kickers die Zweite Mannschaft des FSV mit 7:2 (1:2) auseinander. «Ich bin sprachlos und sehr enttäuscht. Es ist mir völlig unerklärlich, was passiert ist», war FSV-Coach Ramon Berndroth die deftige Packung für seine Mannschaft ein Rätsel. Sein Kollege Dirk Schuster meinte: «Der Sieg ist vielleicht ein bisschen zu hoch ausgefallen.»

Dass Stuttgart schon nach drei Minuten durch einen Kopfball von Rapp nach einer Ecke in Führung ging, steckte der FSV weg. Postwendend traf Özkan Ucar zum 1:1 und nach einem Treffer aus 20 Metern von Ralf Schneider (31.) lagen die Gäste sogar mit 2:1 vorne.

Nach der Pause lief beim Team von Berndroth jedoch nichts mehr zusammen. Stuttgart drehte im zweiten Abschnitt mächtig auf. Pala besorgte den Ausgleich (49.), nur sechs Minuten später traf Türpitz zum 3:2. Die Hoffnungen des FSV auf eine erneute Wende erhielten durch die Gelb-Rote Karte gegen Maik Vetter einen herben Dämpfer (68.). In Unterzahl brachen die Bornheimer dann förmlich ein. «Der Doppelschlag nach der Pause und die Gelb-Rote Karte haben uns das Genick gebrochen, trotzdem darf man sich dann nicht so vorführen lassen», analysierte Bernd-roth später. Stuttgart legte durch Marchese (76.), Brandstetter (79.), Pala (85.) und Ivanusa (88.) noch nach und machte damit das Debakel perfekt.

Berndroth kündigte nach der happigen Pleite an, sich seine Mannschaft zur Brust nehmen zu wollen: «Wir werden dieses Spiel genauestens analysieren, um im nächsten Spiel eine deutliche Leistungssteigerung zu zeigen.» rst rst

Frankfurter Neue Presse

Presse zu VfL Kirchheim/Teck – Stuttgarter Kickers II (0:0)

Fußball-Oberliga: Der VfL Kirchheim und die Kickers teilen sich die Punkte

Trotz zahlreicher Torchancen gab es keine Tore an der Jesinger Allee. In einer unterhaltsamen Oberliga-Begegnung trennten sich der VfL Kirchheim und die Stuttgarter Kirckers II gestern Abend 0:0. Damit blieben die Teckstädter zum zweitenmal hintereinander ohne Torerfolg.

Klaus-dieter Leib

Kirchheim. Am Ende fehlte beiden Teams das Quäntchen Glück, das man braucht, um solch ein Spiel zu gewinnen. Beiden Mannschaften fehlte schlicht der Vollstrecker. Obwohl die Angriffe teilweise sehr gut vorgetragen wurden, waren die Schwächen im Abschluss unverkennbar. Dies wurde schon in der Anfangsphase deutlich. Nach einer Vorlage von Fabio Leutenecker stand Kandazoglu völlig frei vor dem Tor. Zum Glück für den VfL traf der Kickers-Stürmer das Leder nicht richtig (11.). Die erste Möglichkeit für die Gastgeber hatte der aufgerückte Aussenverteidiger Christopher Eisenhardt, der von Trainer Rainer Kraft in der Pressekonferenz ein Sonderlob erhielt. Doch dessen Distanzschuss konnte Gästekeeper Mario Aller mit einer tollen Parade gerade noch abwehren (17.).

In der Folgezeit erspielten sich die Teckstädter immer mehr ein deutliches Übergwicht, aber gegen die dicht gestaffelte Kickers-Abwehr war es schwer, ein Durchkommen zu finden. Dabei musste die Kirchheimer Hintermannschaft immer auf der Hut sein, gegen die schnell vorgetragenen Konter der Gäste nicht in Rückstand zu geraten. Dazu benötigte die VfL-Abwehr auch ein wenig Glück. Als nach einer Flanke von Daniel Kaiser ein Kirchheimer Abwehrspieler das Leder an den Außenpfosten lenkte (20.). Dies war zugleich die letzte gefährliche Szene für die Gäste vor der Pause. Die Elf von Trainer Kraft wurde immer stärker und hatte noch zweimal die Gelegenheit, in Führung zu gehen, aber beide Male vergab Antonio Tunjic (24., 44.), der den Vorzug vor Maximilan Laible erhielt.

Nach dem Seitenwechsel bot sich zunächst dasselbe Bild: Die Kirchheimer waren bemüht, den Führungstreffer zu erzielen, aber es fehlte meis­tens an der letzten Entschlossenheit. So auch als nach toller Vorarbeit des eingewechselten Uwe Beran Antonio Tunjic einen Schritt zu spät(56.) kam. Danach kamen die Gäste wieder besser ins Spiel und hatten durch Daniel Kaiser ihre bisher beste Einschussöglichkeit, doch dessen Flachschuss ging nur um Zentimeter am Kirchheimer Tor vorbei (74.).

In der Schlussphase boten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, bei dem der VfL fast das glücklichere Ende für sich hatte. Antonio Tunjic wäre fast zum Matchgewinner gegen seine ehemaligen Mannschaftskammerraden geworden. Bei seiner ersten Möglichkeit wurde der Kirchheimer Stürmer am Schuss gehindert (75.). Dies war für Schiedsrichter Justus Zorn jedoch zu wenig, um auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Der Unparteiische zog sich dadurch den Unmut der Kichheimer Fans zu. „Da haben wir Glück gehabt“, meinte Kickers Trainer Björn Hinck. Bei seiner zweiten Möglichkeit kam Tunjic nach einer zu kurzen Rückgabe von Kickers-Abwehrspieler Schneider einen Schritt zu spät (78.)

Auch die Gäste hätten die Partie in der Schlussphase noch für sich entscheiden können, doch der Weitschuss von Eugen Schneider verfehlte sein Ziel nur knapp (80.). Am Ende mussten beide Teams mit dem Unentschieden zufrieden sein, denn wer keine Tore schießt kann auch kein Spiel gewinnen.

VfL Kirchheim: Huber – Eisenhardt, Er, Kauffmann, Baradel – Gürol, Polat, Kümmerle (73. Hofstetter), Kuhn (54. Beran) – Tunjic, Klotz (59. Laible)
SV Stuttgarter Kickers II: Aller – Leutenecker, Wonschick, Steinle, Müller – Kaiser (87. Mucan), Jung, Kandazoglu (60. Mägerle), Savranlioglu – Sarajlic, Reule (72. Schneider)
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Beran – Mägerle, Steinle
Schiedsrichter: Justus Zorn (Freiburg
Zuschauer: 200

Teckbote

Vorberichte Stuttgarter Kickers – FSV Frankfurt II

Zu Hause keine Macht
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 12.11.2010
Regionalliga Die Kickers wollen gegen den FSV Frankfurt II ihre Heimstärke wiederfinden.

Wenn ein Trainer nach dem 15. Spieltag der Saison sagt, „wir wollen endlich unseren dritten Heimsieg feiern“, dann wird rasch klar, dass bisher nicht alles nach Plan verlaufen ist. So wie bei den Stuttgarter Kickers. Dass die in der Fußball-Regionalliga aktuell nur auf einem – für ihre Verhältnisse – enttäuschenden neunten Platz stehen, hängt vor allem mit ihrer Heimschwäche zusammen. Das soll sich morgen gegen den FSV Frankfurt II (14 Uhr, Gazi-Stadion) ändern.

Während die Mannschaft in der Vorsaison nur eine Heimniederlage (im letzten Spiel gegen Nürnberg) kassierte, sind es jetzt schon derer vier. „Wir haben uns bisher etwas schwer getan, auf direktem schnellen Weg das Mittelfeld zu überbrücken“, gibt der Trainer Dirk Schuster zu. Vor allem bei Gegnern mit einem kompakten 4-3-2-1-System habe sich das bemerkbar gemacht. Auswärts hingegen (nur eine Niederlage beim 0:1 in Freiburg) tat sich die Mannschaft generell leichter, weil sie da ihre schnellen Leute wie Ali Pala, Marcel Brandstetter oder auch Philip Türpitz, der zu einem Sichtungslehrgang der U-21-Nationalmannschaft berufen wurde, gewinnbringend einsetzen konnte.

Wobei sich die Heimproblematik nicht auf die Kickers beschränkt. Auch in der Bundesliga weisen die besten vier Vereine (Dortmund, Mainz, Leverkusen und Frankfurt) derzeit keine bessere Heim- als Auswärtsbilanz auf. Bernd Strauß, Professor für Sportpsychologie, hat als Grund die zunehmende öffentliche Erwartungshaltung unter dem Motto „Wenn Fans ihre Mannschaft zur Niederlage klatschen“ genannt.

Dennoch will Schuster nicht von der Marschroute abweichen, zu Hause von Beginn an auf Offensive zu setzen und die Zuschauer mit ins Boot zu nehmen. Zumal die Mannschaft zuletzt beim 4:0 in Frankfurt, auch dank einer kleinen Systemumstellung, gut funktioniert hat. Vor allem Pala hat in seiner Rolle als hängende Spitze beziehungsweise als zweiter Spielmacher neben Enzo Marchese sein bisher bestes Saisonspiel abgeliefert, was mit seinem ersten Saisontor belohnt wurde. „Er ist von seiner Schnelligkeit und Technik her im eins gegen eins nur schwer zu stoppen“, sagt Schuster zu dem Neuzugang, der mit großen Erwartungen vom Drittligisten VfB II gekommen war. „Zudem haben wir erstmals mit allen drei Neuzugängen durchgespielt“, sagt Schuster, und zählt auch Oliver Stierle als Führungsspieler der Abwehrkette dazu. Das hat sich ausbezahlt.

Was aber nicht bedeutet, dass es keine Änderungen gibt. So ist Schuster nach dem Spiel in Karlsruhe verfahren – was gegen Fürth prompt schiefging. Schuster betont deshalb: „Es geht gegen Frankfurt darum, endlich mal wieder ein Heimspiel mit einer ordentlichen Leistung zu gewinnen.“ Damit es endlich heißt: die Kickers sind zu Hause wieder eine Macht. ump

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Trainer hat zu viel Personal
Von Dieter Klemann, aktualisiert am 12.11.2010 um 15:38

Stuttgart – Dirk Schuster, Trainer der Stuttgarter Kickers, beklagt vor dem Heimspiel gegen den FSV Frankfurt II am Samstag (14 Uhr) ein Luxusproblem: Bis auf den seit Monaten verletzten Stürmer Dirk Prediger (Kreuzbandriss) sind alle Akteure des Fußball-Regionalligisten einsatzfähig – Schuster muss daher sogar einen Spieler auf die Tribüne setzen. Nun könnte es sich der Coach der Blauen nach dem starken Auftritt beim 4:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt II zwar diesmal einfach machen und dieselbe Mannschaft auf den Platz schicken. Never change a winning team. Doch Schuster tickt anders. „Auf dieses Motto gebe ich nichts mehr“, erklärt er, „ich habe einmal darauf gesetzt – und das ging schief. Es entscheiden die Trainingseindrücke.“

So viel aber ist sicher: Oliver Stierle, der in Frankfurt nach überstandenem Muskelfaserriss in die Abwehr zurückgekehrt war, wird auch diesmal wieder in der Startelf stehen. „Er ist ein Führungsspieler und hat uns gegen Frankfurt sehr geholfen“, lobt Schuster, der die vielen Ballgewinne im Mittelfeld und eine „sattelfeste Abwehr“ als Schlüssel zum Sieg bei der Eintracht-Reserve wertet.

In der Offensive werden wohl Philip Türpitz, der als erster Kickers-Spieler seit Patrick Milchraum vor zehn Jahren eine Einladung zu einem Lehrgang des U-21-Nationalteams erhielt, und Ali Pala auflaufen. „Philip Türpitz ist gesetzt“, verdeutlicht Schuster, „und bei Ali Pala hoffe ich, dass der Knoten nach seinem ersten Saisontor in Frankfurt nun geplatzt ist. Von ihm muss mehr kommen, weil er dank seiner technischen Fähigkeiten und seiner Schnelligkeit nur schwer zu stoppen ist.“

Nicht ganz so lobende Worte benutzt Schuster für Trainingsgast Ryan Gazet. Der 19-jährige Australier mit deutschem Pass trainiert seit Ende Oktober bei den Blauen mit. Die Fähigkeiten des Offensivmanns, der bis zu seinem Kreuzbandriss vor acht Monaten beim FC Portsmouth II spielte, beschrieb Schuster zuletzt als „typisch englisch“. Eine Verpflichtung fürs Regionalligateam ist unwahrscheinlich.

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgart: Kickers-Trainer im Interview
Schuster: „Diese Warnung ist normal“

Nach zuletzt zwei Siegen aus drei Spielen finden sich die Stuttgarter Kickers im Tabellenmittelfeld der Regionalliga Süd wieder. Vorher war Trainer Dirk Schuster nach längerer Durststrecke unter Druck geraten. Unter anderem stand er unter besonderer Beobachtung von Präsident Edgar Kurz. Kehrt jetzt Ruhe ein?

kicker: Herr Schuster, Ihre Elf hatte zuletzt eine lange Schwächephase mit nur zwei Siegen in zehn Spielen. Jetzt gewann sie 4:0 bei Eintracht Frankfurt II. Was ist denn nun das wahre Gesicht der Kickers?

Dirk Schuster: Die Leistung hat in den letzten Wochen nur beim 0:1 gegen Greuther Fürth nicht gestimmt. Beim KSC haben wir gewonnen, beim 1:1 in Darmstadt hätten wir es können. Und beim 2:4 gegen Tabellenführer Kassel haben wir eine der besten ersten Halbzeiten dieser Saison gezeigt. Da von einer wochenlangen Schwächephase zu reden, ist nicht korrekt. Richtig ist: Wir haben durch individuelle Fehler zu viele Punkte hergeschenkt.

kicker: In Frankfurt gab es Umstellungen und ein etwas geändertes System mit Pala als hängender Spitze. Der Schlüssel zum Sieg?

Schuster: Entscheidend war vor allem die Einstellung der Spieler und die Rückkehr von Führungsspieler Oliver Stierle nach wochenlanger Verletzung. Er sorgte hinten für Stabilität.

kicker: Nachdem die Offensive heftig kritisiert worden war, wurden in Frankfurt drei der vier Tore von Stürmern erzielt. Ist das eine Frage von Zeit und Erfahrung?

Schuster: Ja. Ali Pala hatte beim VfB Stuttgart II letzte Saison kaum gespielt, Brandstetter in Aalen nur Teileinsätze gehabt. Und Türpitz ist gerade mal 19 Jahre alt. Sollen wir von denen wirklich erwarten, dass sie auf Anhieb den letztjährigen Torschützenkönig Mijo Tunjic ersetzen, den wir an Unterhaching verloren haben?

kicker: Als Sie in der Tabelle abrutschten, sagte Präsident Kurz, Sie stünden unter Beobachtung. Eine klare Warnung also. Hat Sie das geärgert?

Schuster: Nein, ich habe mit dem Präsidenten ein sehr offenes und respektvolles Verhältnis. Wir tauschen uns sehr häufig aus und haben auch darüber gesprochen. Diese Aussagen sind im Fußball ganz normal, wenn man den Zielen hinterherhinkt.

Interview: Matthias Jung

Kicker

Stuttgarter Kickers bald wieder mit einem Junioren-Nationalspieler? – Angreifer Türpitz zum U21-Sichtungslehrgang eingeladen

Wird Philip Türpitz nach Patrick Milchraum der nächste Junioren-Nationalspieler aus den Reihen des SV Stuttgarter Kickers? Aufgund seiner herausragenden Leistung beim DFB-Länderpokal und in den letzten Regionalligaspielen wurde Philip Türpitz von U21-Nationaltrainer Rainer Adrion zum DFB-Sichtungslehrgang vom 16. bis 17. November 2010 nach Frankfurt eingeladen. Am Abend des 16. November besuchen Philip Türpitz und die weiteren Spieler des DFB-Sichtungslehrgangs das U21-Länderspiel Deutschland gegen England in Wiesbaden. Am nächsten Tag werden eine Trainingseinheit sowie ein Testspiel gegen Eintracht Frankfurt II stattfinden.

Kickers-Angreifer Philip Türpitz wurde am 23.08.1991 in Laupheim geboren. Er wechselte im Juli 2008 vom SSV Ulm 1846 zu den U19-Junioren der Stuttgarter Kickers und schoss auf Anhieb elf Tore in 20 Spielen. Zu Saisonende 2008/2009 gewann er mit der U19 den wfv-Verbandspokal der A-Junioren. Sein Regionalliga-Debüt feierte Türpitz im Alter von 17 Jahren am 7. August 2009 beim 0:0-Unentschieden beim SC Freiburg II. Mittlerweile schaffte der flinke Angreifer den Sprung in die Startelf und führt mit vier Treffern die interne Torjägerliste der Kickers in dieser Saison an.

Offizielle Homepage

Presse zu Eintracht Frankfurt II – Stuttgarter Kickers (0:4)

4:0 – die Umstellungen zahlen sich aus
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 08.11.2010
Regionalliga Die Stuttgarter Kickers gewinnen bei Eintracht Frankfurt II, auch dank der taktischen Änderungen im Mittelfeld.

Die Frankfurter Woche in der Regionalliga hat für die Stuttgarter Kickers erfolgreich begonnen – mit einem 4:0 (0:0) bei der Bundesligareserve der Eintracht. Kein Wunder, dass der unter Druck stehende Trainer Dirk Schuster aufatmete: „Natürlich bin ich glücklich über die drei Punkte, die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt.“

Aber auch der Trainer – schon vor dem Spiel. Schuster hatte nach dem enttäuschenden 0:1 gegen Fürth und der Sitzung mit dem Präsidium unter der Woche einige Umstellungen vorgenommen. Weniger personell (wo Oliver Stierle und Marcel Brandstetter wieder in die Startformation rückten) als taktisch. In dieser Hinsicht operierten die Kickers gestern nur mit einer Spitze (Brandstetter), dahinter mit dem offensiv ausgerichteten Ali Pala und Philip Türpitz im linken Mittelfeld; der Spielmacher Enzo Marche hatte neben Michele Rizzi im Mittelfeld den Auftrag von Schuster, für defensive Stabilität zu sorgen. „Das war entscheidend“, sagte Marchese später. Ob es auch ein Modell für die Zukunft ist? „Da warten wir ab, was der Trainer jetzt vorhat.“

Nach zehn Minuten wären dessen Pläne fast über den Haufen geworfen worden, nachdem der Schiedsrichter Marx nach Foul von Köpf an Heller auf Elfmeter entschied. Den schoss Sascha Wolfert jedoch so schwach, dass Daniel Wagner parieren konnte. Ausgleichende Gerechtigkeit, nachdem der Unparteiische zuvor nach einem Foul an Brandstetter den Kickers einen Strafstoß verweigert hatte. Danach glänzten die Kickers vor allem bei Standards (5:0 Ecken zur Pause) oder bei Abruscias Vorstoß (32.), dessen Ball aber ans Außennetz ging. Ein Warnschuss, nachdem die Kickers zunächst „nicht ins offene Messer laufen wollten“, wie Marchese sagte.

Schuster aber gab in der Halbzeit die Devise aus: „Nach vorne können wir noch mehr machen.“ Gesagt, getan. Zwei Minuten nach der Pause gelang Ali Pala nach einem Eckball prompt das 1:0. Die Kickers waren nun die bessere Mannschaft mit der Chance zum 2:0, doch Marchese vergab aus kurzer Distanz. Die Überlegenheit zeigte sich auch darin, dass Frankfurt erst in der 67. Minute zum ersten Eckball kam.

Doch das zweite Tor machten die Kickers, durch den starken Sandro Abruscia, der – wiederum nach einem Eckball – in den Winkel traf (70.). Damit nicht genug, das 3:0 bereitete Abruscia vor, Brandstetter vollendete ins lange Eck (78.). Die Kickers waren jetzt in ihrem Element und konnten bei Kontern ihre Schnelligkeit ausspielen. Der eingewechselte Ugur Yilmaz traf zum 4:0-Endstand (90.) – sein erster Treffer in der Regionalliga, wieder einmal von einem Spieler aus den eigenen Reihen.

Jetzt wollen die Kickers auch einmal zu Hause nachlegen, wo sie seit Mitte August ohne Sieg sind. Mit einem Erfolg gegen die zweite Mannschaft des FSV wäre die Frankfurter Festwoche perfekt. StZ

Kickers Wagner – Gerster, Köpf, Rapp, Stierle – Abruscia, Rizzi, Marchese, Türpitz (86. Ivanusa) – Pala – Brandstetter (84. Yilmaz).

Stuttgarter Zeitung

In Frankfurt
4:0 – Kickers wie verwandelt
Von Alexander Schlögel und Jürgen Frey, aktualisiert am 08.11.2010 um 16:25
Fussball Regionalliga Süd Eintracht Frankfurt II vs. Stuttgarter Kickers

Frankfurt – Erst verhinderte Torwart Daniel Wagner mit einem gehaltenen Elfmeter einen Rückstand der Stuttgarter Kickers. Danach drehte der Fußball-Regionalligist auf und kam zu einem souveränen 4:0 (0:0) bei Eintracht Frankfurt II. Vor allem der in die Kritik geratene Trainer Dirk Schuster atmete danach auf.

Noch so eine Vorstellung wie zuletzt beim 0:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth II – und es wäre richtig eng geworden für den Kickers-Coach. Entsprechend erleichtert zeigte sich Schuster nach dem Erfolg in der Volksbank-Arena: „Ich bin sehr froh und glücklich über die drei Punkte, die Mannschaft hat heute die richtige Reaktion auf das Fürth-Spiel gezeigt.“ In der Tat war es eine rundum gelungene Vorstellung der Blauen. Sportkoordinator Michael Zeyer geriet sogar ins Schwärmen: „Das war die bisher beste Leistung seit ich bei den Kickers bin. Die Mannschaft hat ein super Spiel gemacht.“ Und auch für den Trainer, der mit Zeyer bekanntlich nicht das innigste Verhältnis pflegt, hatte der Ex-Profi ein Lob parat: „Der Coach hat die richtigen Schlüsse gezogen und das Team hervorragend eingestellt.“

Kommt als nächstes der Heimsieg?

Die Blauen begannen in einem 4:2:3:1-System. Michele Rizzi und Enzo Marchese spielten als Doppel-Sechs vor der Abwehr. Zentral hinter der einzigen Spitze Marcel Brandstetter wirbelte Ali Pala. In der siebten Minute setzte sich Brandstetter erstmals im Strafraum durch, nach einem Foul an ihm ließ der Schiedsrichter jedoch weiterspielen. Drei Minuten später zeigte Simon Marx (Würzburg) auf den Punkt – Eintracht-Stürmer Marcel Heller war im 16er zu Fall gekommen. Ausgleichende Gerechtigkeit: Kickers-Keeper Daniel Wagner hielt den Strafstoß von Sascha Wolfert. „In so einer Phase, in der wir uns befinden, braucht man auch das nötige Quäntchen Glück“, stellte Zeyer hinterher fest.

Spätestens nach der Pause hatten die Blauen keinen Dusel mehr nötig. Pala gelang nach einem Eckball von Oliver Stierle aus dem Gewühl heraus das 1:0 (48.) – das erste Saisontor für den Neuzugang. Auch der zweite Kickers-Treffer bereitete Stierle mit einer Ecke vor – diesmal traf Sandro Abruscia (70.). Spätestens nach Brandstetters 3:0 (79.) war die Partie entschieden. Der eingewechselte Ugur Yilmaz setzte mit dem 4:0 (89.) den Schlusspunkt. Der Stürmer war vor der Saison ursprünglich für die zweite Mannschaft vom SV Bonlanden geholt worden – jetzt nutzt der 23-Jährige eine Etage weiter oben seine Chance. Schuster lobte hinterher die gesamte Mannschaft: „Alle Spieler haben die Vorgaben eindrucksvoll umgesetzt.“ Jetzt gilt es für die Blauen nach fünf vergeblichen Anläufen, auch zu Hause mal wieder einen Sieg zu landen. Die nächste Möglichkeit: kommenden Samstag (14 Uhr) gegen den FSV Frankfurt II.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers siegen in Frankfurt mit 4:0

Frankfurt (red) – Fußball-Regionallist Stuttgarter Kickers feierte seinen höchsten Saisonerfolg. Bei Eintracht Frankurt II gewannen die „Blauen“ mit 4:0 (0:0).

Kickers-Torwart Daniel Wagner parierte in der ersten Hälfte einen von ihm selbst verschuldeten Foulelfmeter (12.). Nach dem Wechsel sorgten Ali Pala, (48.), Alessandro Abruscia (70.), Marcel Brandstetter (79.) und Ugur Yilmaz (89.) mit Ihren Toren für den vierten Auswärtssieg der Kickers.

Von Beginn an merkte man der Stuttgarter Mannschaft die Entschlossenheit an. Und auch nach dem Wechsel agierten die Kickers mit viel Schwung. „Wir sind sehr froh, dass wir hier die drei Punkte mitnehmen können“, sagte Trainer Dirk Schuster erleichtert. „Aber zufrieden bin ich auch mit der Leistung, wie wir aufgetreten sind. Die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt nach der Niederlage gegen Fürth.“

Eßlinger Zeitung