Eltinger A-Jugend gegen die Kickers

Leonberg (red). Die A-Jugend-Fußballer des TSV Eltingen treffen heute Abend in einem Freundschaftsspiel auf die B1-Jugend der Stuttgarter Kickers. Der TSV Eltingen hat sich in diesem Jahr den Aufstieg in die Verbandsstaffel gesichert. Die Mannschaft von Irsen Latifovic, der inzwischen die erste Mannschaft trainiert, krönte damit eine hervorragende Saison. Sie hat den Abstieg der ersten Mannschaft in die Kreisliga A wenigstens halbwegs vergessen gemacht. Jetzt warten Gegner wie die TSF Ditzingen auf die Eltinger, die am 14. September mit einem Auswärtsspiel bei der SpVgg Feuerbach in die neue Runde starten. Das Vorbereitungsspiel gegen die Stuttgarter Kickers wird heute um 18.30 Uhr angepfiffen.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu TSG Hoffenheim II – Stuttgarter Kickers II

Manchmal reicht auch einem noch so besonnenen Menschen, wie Trainer Björn Hinck von den Stuttgarter Kickers II einer zu sein scheint, eine Nacht nicht aus, um seinen Ärger zu verdauen. Dabei ist es weniger die 1:2-Niederlage bei der zweiten Mannschaft von Hoffenheim, die Hinck wütend machte, als vielmehr eine Szene, die sich beim Stand von 1:1 zutrug.

Der Exbundesligaprofi von Hertha BSC und Hansa Rostock, Dennis Lapaczinski, trat dem Kickers-Spieler Marcel Ivanusa dermaßen rüde in den Knöchel, dass für Ivanusa die Partie umgehend beendet war. „Ich hoffe für Marcel, dass es nur eine starke Prellung ist“, sagt Hinck, der nicht verstehen kann, dass es für diese Szene keine Rote Karte gab. Diese sah dafür wenig später der Kickers-Verteidiger Fabio Accardi für ein Foul im Strafraum. So passte es irgendwie ins Bild, dass die Kickers durch einen Elfmeter, den Kai Herdling nach 77 Minuten verwandelte, dieses Spiel noch verloren haben.

Stuttgarter Zeitung

Weniger über das Ergebnis als vielmehr über ein Foul ärgerte sich Björn Hinck, Coach der Stuttgarter Kickers II, nach dem 1:2 bei 1899 Hoffenheim II: Dennis Lapaczinski hatte Marcel Ivanusa von den Beinen geholt. „Er hatte eine Verletzung in Kauf genommen. Das regt mich wahnsinnig auf“, sagte Hinck. Lapaczinski sah nur Gelb. Ivanusa musste raus. Die genaue Diagnose seiner Knöchelverletzung steht noch aus.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers-Nachwuchs holt 0:2-Rückstand auf

Stuttgart (jüf) – Die Stuttgarter Kickers haben am ersten Spieltag der Junioren-Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 geholt. Trotz der Aufholjagd vor 200 Zuschauern war der neue Kickers-Chefcoach Stefan Minkwitz keineswegs rundum glücklich: „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit dem Spiel mehr als unzufrieden.“ In seinem Team herrschte lange Zeit keine Ordnung. Es leistete sich viele Fehlpässe. Logische Folge: die Gegentore durch Vllaznim Dautaj (34.) und Ricky Pinheiro (54.). Minkwitz stellte um, ließ seine Elf mit drei Spitzen stürmen und wurde belohnt: Der eingewechselte Hüseyin-Ali Pala (64.) und Simon Brandstetter (86.) trafen. Bester Mann bei den Blauen: Torwart Julian Hauser.

Stuttgarter Nachrichten

Presse am Montag nach dem Siegen-Spiel

Die Suche nach Gambos Position

Der Ghanaer unterstreicht in 45 Minuten gegen Siegen seine Bedeutung für die Stuttgarter Kickers

STUTTGART. Es läuft noch nicht alles rund bei den Stuttgarter Kickers. Das haben vor allem die ersten 45 Minuten am Freitag gegen Siegen gezeigt. Und das wissen auch die Verantwortlichen. „Das Mittelfeld ist der Knackpunkt“, sagt der Manager Joachim Cast.

Von Joachim Klumpp

Bereits Mitte der ersten Hälfte war Bashiru Gambo am Freitagabend kurz in die Kabine gelaufen, um sich um den angeschlagenen Ellenbogen zu kümmern und auf einen möglichen Einsatz gegen die Sportfreunde Siegen (1:1) bereitzumachen. Der kam dann – unmittelbar nach der Pause. Was der Trainer Peter Zeidler so begründete: „Ich war einfach der Meinung, es ist besser, wenn er heute nur 45 Minuten spielt.“ Und wo? Auf der rechten Außenbahn, was nun nicht unbedingt seine Stärke ist. Doch der Manager Joachim Cast sagt: „Gambo kann überall im Mittelfeld und Angriff spielen. Das ist sein Vorteil.“ Oder auch nicht. Durch die Vielseitigkeit fehlt ihm gewissermaßen eine Stammposition, auf der er sich unersetzlich macht. Was ihn wiederum anfällig für Wechsel macht. Wie zum Beispiel am Freitag, als er auf die Bank musste. „Aber wir haben das ja noch korrigiert“, sagte Zeidler. Nach dem Motto: hinterher ist man schlauer.

Wobei Bashiru Gambo nach dem starkem Saisonauftakt in Ingolstadt in den Partien gegen Regensburg sowie Pfullendorf keineswegs so überzeugend gespielt hätte, dass sein Einsatz Pflicht gewesen wäre. Umso mehr überzeugte der Ghanaer in den zweiten 45 Minuten gegen Siegen, da demonstrierte er eindrucksvoll, dass er in der Fußball-Regionalliga ein überdurchschnittlicher Spieler ist. Mit diversen Vorzügen: er kann den Ball halten, die Mitspieler einsetzen – und auch was auf eigene Faust riskieren. Ganz zu schweigen von seinem kämpferischen Einsatz, über den der Extrainer Robin Dutt mal gesagt hat: „Ich habe noch keinen Afrikaner gesehen, der so in die Zweikämpfe geht.“ In dieser Form gehört der 28-Jährige in die Mannschaft. Fragt sich noch auf welcher Position.

Ein möglicher Ansatz wäre, Gambo hinter den beiden Spitzen im zentralen Mittelfeld einzusetzen. „Das ist schon meine Wunschposition“, sagt der Spieler, „aber der Trainer entscheidet.“ Zeidler weiß um die Befindlichkeiten des sensiblen Afrikaners, und er hat sehr wohl bemerkt, dass im Mittelfeld noch nicht alles nach Wunsch läuft. Vor allem Markus Ortlieb, der Neuzugang aus Wuppertal, hat das Spiel gegen Siegen nicht wie erhofft in den Griff bekommen. Deshalb könnte Marcus Mann ins defensive Mittelfeld rücken, wo er in Darmstadt meistens gespielt hat, und Gambo offensiver agieren.

Gedankenspiele zwar, doch auch der Manager Cast gibt zu: „Das Mittelfeld ist der Knackpunkt.“ In diesem Bereich haben die Kickers im Sommer schließlich die meisten Umstellungen gehabt. Vor allem der Abgang von Manuel Hartmann (TuS Koblenz) schmerzt an allen Ecken und Ende, dazu sind spielstarke Akteure wie Laszlo Kanyuk oder Thomas Weller nicht mehr dabei, auch wenn die beiden vergangene Saison keineswegs immer erste Wahl waren.

Dennoch hat die aktuelle Mannschaft noch Luft – oder besser Potenzial – nach oben. Neben Gambo fehlte zuletzt auch Mustafa Parmak, der auf den Flügeln wie zentral spielen kann. „Er ist gesund, aber nicht fit“, hat Zeidler nach dem Spiel gesagt und damit verdeutlicht, in Sachen körperlicher Fitness erst gar keine Kompromisse zu machen: „Das müssen die Spieler akzeptieren.“

Deshalb muss sich Parmak erst einmal morgen im WFV-Pokal bei der zweiten Mannschaft des SSV Ulm empfehlen, genau wie Mustafa Akcay. Ein Schaulaufen, das Bashiru Gambo erspart bleiben dürfte, dank seines starken Auftritts gegen Siegen. Wenn auch nur über 45 Minuten.

Stuttgarter Zeitung

„Es gibt keine Freifahrscheine“

Kickers-Präsidiumsmitglied über Konkurrenz und Schwankungen im Team

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers zeigen in der bisherigen Regionalligasaison schwankende Leistungen: „Wir brauchen eine bessere Ordnung und mehr Ruhe im Spiel“, sagt Walter Kelsch, das für den sportlichen Bereich zuständige Präsidiumsmitglied.

Herr Kelsch, würden Sie uns hartnäckig widersprechen, wenn wir behaupten, die erste Hälfte am Freitag gegen die SF Siegen war so ziemlich das Schlechteste, was eine Kickers-Elf je in Degerloch abgeliefert hat?

Ich kann nur diese und die vergangene Runde bewerten. Aber klar ist, diese 45 Minuten waren alles andere als gut. Wir haben richtig schlecht gespielt, und Siegen war uns spielerisch klar überlegen. Doch zum Glück kämpfte sich unser Team ins Spiel zurück, überzeugte und holte hochverdient ein 1:1.

Wie erklären Sie sich diese zwei Gesichter der Kickers in dieser Saison?

Zum einen darf man nicht vergessen, dass drei der vier bisherigen Gegner richtig dicke Brocken waren. Ich bin sicher, der FC Ingolstadt, Jahn Regensburg und Siegen werden um den Zweitliga-Aufstieg mitspielen. Zum anderen liegen die Schwankungen an uns selbst: Sieben Gegentore zeigen, dass wir in der Defensive ein Problem haben. Außerdem fehlt es der jungen Truppe in schlechten Phasen an Konzentration, Ruhe, Ordnung und Bewegung. Daran arbeiten wir.

Mittelfeldstratege Markus Ortlieb gehört zu den Erfahrenen – und steht besonders in der Kritik.

Die letzten zwei Spiele liefen für ihn nicht gut. Aber er bekommt es in den Griff.

Bashiru Gambo saß vor der Pause nur auf der Bank, Mustafa Parmak war nicht einmal im Kader. Können es sich die Kickers leisten, gerade zu Hause auf solch spielerisch starke Leute zu verzichten?

Unser Trainer ist ein absoluter Fachmann. Parmak war zwar gesund, aber noch nicht fit. Gambo spielte in Pfullendorf sehr schlecht. Er muss seine Leistung in jeder Partie abrufen und nicht nur alle drei Wochen. Bei uns gibt es keine Freifahrscheine. Es herrscht ein Konkurrenzkampf wie noch nie. Zumal sich die Jungen mit Herz und Leidenschaft voll reinhängen.

Wie etwa Senkrechtstarter Sokol Kacani.

Der Junge ist vom Einsatz her ein absolutes Vorbild.

Zum Schluss eine Frage weg vom Sportlichen: Sind die Kickers darauf vorbereitet, wenn Ex-Präsident Hans Kullen am Saisonende die Rückzahlung seines Darlehens in Höhe von etwa 460 000 Euro fordert?

Ja, wir sind vorbereitet. Wir haben Konzepte, die greifen würden. Zu gegebener Zeit werde ich sagen, welche das sind.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Spielverderber statt Spielgestalter

Das Mittelfeld entpuppt sich bei den Stuttgarter Kickers als Problemzone

Von Carlos Ubina

Stuttgart – In den vier bisherigen Spielen der Fußball-Regionalliga hat es den Stuttgarter Kickers an Konstanz gefehlt. „Wir sind noch in der Entwicklung“, erklärt Trainer Peter Zeidler den Umstand, dass selbst die Leistungen innerhalb von 90 Minuten schwankend sind. Beim 1:1 gegen die SF Siegen zeigte sich dabei eine Problemzone: das Mittelfeld .

Peter Zeidler ließ es sich nicht nehmen, auf die Unterschiede zu verweisen. Also nahm der Kickers-Trainer die Mannschaftsaufstellungen und ratterte bei den Siegenern die Spielernamen und einige ihrer Stationen herunter. Mit Enrico Gaede (Hansa Rostock), Daniel Bogusz (Arminia Bielefeld) und Leandro Escudero (Tiro Federal Rosario/erste argentinische Liga) seien nur drei genannt. Nun ist es nicht so, dass die Gäste im Gazistadion auf eine übermäßige Zahl an Erst- und Zweitliga-Einsätze kommen. Zusammengenommen ergibt diese Ansammlung in der Regionalliga aber eine ansehnliche Qualität. „Und bei uns kommen die Spieler aus Illertissen und Ergenzingen“, sagt Zeidler.

45 Minuten lang waren die Unterschiede zwischen den Stuttgartern und den Siegenern nicht nur auf Papierform beachtlich, sondern ebenso auf dem Rasen. Besonders im Mittelfeld kombinierte sich der Tabellenvierte durch die Kickers-Reihen, größeren Widerstand gab es nicht „Da waren wird zu romantisch“, sagt Zeidler und reagierte. Personell mit zwei neuen Kräften auf den Außenbahnen (Bashiru Gambo und Saban Genisyürek), taktisch mit einer Umstellung. Markus Ortlieb und Marcus Mann formierten sich nebeneinander statt wie zuvor hintereinander.

Die Zentrale im Kickers-Spiel blieb dennoch der neuralgische Punkt. Der Ausgleich durch Sokol Kacanis Kopfball vertrieb aber die Unsicherheit (47.). Mit Engagement stemmten sich die Gastgeber gegen die Ballkunst der Siegener, die durch Bogusz in Führung gegangen waren (17.). Es zeigte sich, welche Rolle die „Blauen“ einzunehmen in der Lage sind: die des Spielverderbers statt des Spielgestalters.

Für die Position hinter den Spitzen empfahl sich zwar Gambo – mit dem Ghanaer kamen mehr Schwung und Struktur in die Aktionen – und in Mustafa Parmak verfügen die Kickers über einen weiteren spielstarken Mann. Aber der Coach denkt an das Gefüge. Das Duo ist noch nicht fit und Zeidler verzichtete deshalb ganz auf Parmak. „Wir müssen weiter fleißig arbeiten und lernen“, nennt der Trainer sein Credo. Dann wird auch der Abstand zwischen Illertissen und Rostock schrumpfen.

Eßlinger Zeitung

Sportfreunde und die Elfmeter: Das Warten auf den ersten Pfiff

Siegen. „Ich weiß von nichts, mein Name ist Hase. Was meinst du?“ Mit diesen Worten reagierte Robert Wulnikowski am Freitagabend nach dem 1:1 bei den Stuttgarter Kickers auf die Frage, was sich der Sportfreunde-Keeper bei seiner „Kahn-Aktion“ gegen den kleinen Gerrit Müller denn wohl gedacht hatte.

Nach einem Eckball von der linken Seite war der kleine Ex-Karlsruher am kurzen Pfosten einfach nicht groß genug, um den Ball mit dem Kopf klären zu können. Die Kugel segelte ungehindert in den Fünfmeterraum, was Wulnikowski auf die Palme brachte.

Auch mal laut werden Auch Trainer Ralf Loose spielte auf dem Rasen des Gazi-Stadions eher den Unwissenden. „Ich weiß nicht, was ihr meint…“ Ein Torhüter, so erinnerte sich der Coach wenig später dann doch an die Szene, dürfe auch mal laut werden.

Eine Äußerung, die wenig später auch Enrico Gaede von sich gab. Was denn wohl gewesen wäre, wenn er selbst so angeraunzt und angegangen worden wäre? Ob es dann auch diese moderaten Töne gegeben hätte?

Das hatte jedenfalls schon handgreifliche Züge, was der an diesem Freitag selbst nicht fehlerfreie Torwart-Hüne da produzierte. Denn beim 1:1-Ausgleich war er vergeblich an die Fünfmeter-Linie geeilt. Den Eckball, den Sascha Benda Sekunden nach dem Seitenwechsel auf den Kopf von Torschütze Sokol Kacani drehte, hatte Wulnikowski falsch berechnet.

Fehlgriff Ein Fehlgriff, den wir dem Keeper indes nicht ankreiden wollen. Denn seine Leistungen waren bislang überdurchschnittlich. Ob das allerdings zu solchen Entgleisungen berechtigt? Kaum. Zumal Müller als kleinster Sportfreunde-Akteur weder vorne noch hinten ein Kopfball-Ungeheuer sein kann.

Allzu viel sollte dennoch nicht in diese Aktion hinein interpretiert werden.

Heilsame Wirkung Und vielleicht diente sie ja auch insgesamt dazu, die wacklig gewordenen Reihen in Stuttgart wieder auf Linie zu trimmen. Manchmal haben drastische Maßnahmen ja auch durchaus heilsame Wirkung.

Wenig Glück haben die Sportfreunde in diesen ersten Spielen mit Elfmetern. Schon beim Auftaktspiel gegen die Münchener Löwen warteten Akteure und Zuschauer vergblich auf zwei Pfiffe. In Frankfurt beschwerte sich Enrico Gaede vergeblich und musste sich am Ende vom Unparteiischen die Frage gefallen lassen: „Mal ehrlich, der hat sie doch gar nicht berührt…?“

Stürmer-Schwalbe?

Am Freitag war Gerrit Müller derjenige, der in den Augen des Schiedsrichters zu leicht in Richtung Grasnarbe sank. Beim dritten Mal sah er dafür sogar die Gelbe Karte. Augen- und Ohrenzeugen am Spielfeldrand wollte spätestens bei dieser dritten Aktion gegen Müller ein „verräterisches Klatschen“ gehört haben, was den elfmeterreifen Fall herbeigeführt haben soll.

Ralf Loose, der die Richtigkeit der „Schwalben-Entscheidung“ anzweifelte, hielt sich mit Schelten gegenüber dem Unparteiischen Roland Greth aus dem bayerischen Menning aber tunlichst zurück. Mal gespannt, wann es die erste Elfmeter-Entscheidung für die Sportfreunde gibt.

Assoumani-Gelb Dafür hatten die Stuttgarter Zuschauer nach einem Auftritt von Mansour Assoumani im Kickers-Strafraum die Rote Karte gegen den Franzosen gefordert. Torhüter David Yelldell war gegen das Knie des Siegener Neuzugangs geprallt und benommen liegen geblieben. Da war selbst die Gelbe Karte wegen eines angeblich langen Beins eine zu harte Bestrafung.

Am Freitag steigt das nächste Spiel. Zu Gast ist die SV Elversberg aus dem Saarland. Deren Manager Eugen Hach saß am Freitag auf der Tribüne des Gazi-Stadions und machte sich eifrig Notizen. Mal sehen, was er mit ihnen am kommenden Freitag ausrichten kann, wenn sein Team im Leimbachstadion antritt.

Personell – das kann wohl schon angedeutet werden – wird sich kaum was ändern.

Westfalenpost

Niederlage zum Auftakt

Die U17 der Stuttgarter Kickers startete mit einer unglücklichen 2:3 Niederlage gegen Eintracht Frankfurt in die neue Junioren-Bundesliga. Dabei lagen die Kickers bereits zur Pause mit 0:2 zurück und konnten durch zwei verwandelte Fouelmeter durch Wlasios Kotaidis lediglich Ergebnis-Kosmetik betreiben. Hakan Arslan erhielt in der 50. Spielminute zudem wegen einer Notbremse die Rote Karte.

Am kommenden Samstag treten die Kickers beim SC Freiburg an.

Spielbericht hierzu auf der Kickers-Jugendseite.

Niederlage in Hoffenheim

Es hätte nicht sein müssen. Mit 1:2 unterlagen das Oberliga Team der Kickers heute bei der zweiten Vertretung der TSG Hoffenheim. Vor 210 Zuschauer hatten die Blauen in der ersten Hälfte mehr vom Spiel, die Gastgeber brachten meist nur Stückwerk und enttäschten. Die Kickers machten zwar das Spiel, ließen aber die nötige Torgefahr vermissen. Die Hoffenheimer verzweifelten an der Abseitsfalle der Blauen. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Hoffenheim kam wie verwandelt aus der Kabine, macht von Beginn an Druck. Einige gute Chancen wurde in der nun immer härter werdenden Begegnung allerdings vergeben. Durch Marko Kovac wunderbar herausgespielt konnte dann Tucci in bewährter Torjägermanier abschließen (er schoß aus spitzen Winkel einen Hoffenheimer Verteidigung in die Hacken ins Tor). Die Gastgeber wurden dann aber doch für ihren Druck belohnt: Nach einer Einzelleistung wurde der kurz zuvor eingewechselte Martin Gollasch freigespielt und der konnte den Ball aus wenigen Metern einschieben. Kurz darauf musste Marcel Ivanusa verletzt ausgewechselt werden, der Schiedsrichter hatte das Spiel nicht mehr unter Kontrolle. Unzähle, teilweise sehr harte Fouls, zerstörten den Spielfluss. Fabio Accardi halft mit einem völlig unnötigen Foul im Sechzehner brachte Hoffenheim schließlich den Siegtreffer. Der gefoulte Kai Herdling führte selbst aus. Danach entwickelte sich eine äußerst hektische Schlußphase. Der Schiedsrichter machte sich auf beiden Seiten mit unverständlichen Regelauslegungen unbeliebt, die Hoffenheim ließen die Abgeklärtheit einer erfahrenen Oberligamannschaft vermissen. Drei riesige Konterchancen wurden vergeben. Die Kickers warfen noch alles nach vorne, blieben aber chancenlos.

Alles in allem eine unnötige Niederlage. Das Spiel kann aber Mut machen. Die haushoch gewetteten Hoffenheimer hatten große Probleme mit den Jungspunden der Kickers. Mit einer ähnlich guten Leistung sollten noch einige Pluspunkte zu holen sein.
Die Kickers spielten mit
Salz; Accardi, Leist, Baradel, Simsek; Ivanusa (73. Rizzi), Kovac (86. Bajrami), Gentner, Petruso; Stevanovic (87. Karapantzos), Tucci

[mygal=hoffenheim2kickers2]

U19 startet erfolgreich!

Mit 2:2 holten die A-Junioren der Kickers heute im Auftaktspiel der Junioren-Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern einen Punkt mit nach Hause. Pala und Brandstetter konnten einen 0:2 Rückstand noch aufholen.

Nächsten Sonntag geht es gegen „Angstgegner“ SC Freiburg. Gespielt wird um 14:00 Uhr. Morgen um 13:00 Uhr startet die U17 ebenfalls in die Junioren-Bundesliga. Auftaktgegner ist die Frankfurter Eintracht.

Die Kickers spielten mit:
Hauser; Abruscia, Cosic, Thies; Caliskan, Gümüssü (60. Gürol), Boric, Fennell; Celiktas (79. Vargas-Müller), Rogers (46. Pala), Brandstetter

Den Spielbericht dazu gibt es auf der Kickers-Jugendseite.

Presse zu Stuttgarter Kickers – SF Siegen (1:1)

1:1 – gerechtes Unentschieden gegen Siegen

Den Stuttgarter Kickers fehlt in der Fußball-Regionalliga noch die Konstanz über 90 Minuten – Gambo sorgt für die Wende

STUTTGART. Zur Halbzeit hat es noch Pfiffe gegeben, am Ende zumindest einen Punkt. „Es gibt noch viel zu tun, aber daran arbeiten wir“, sagte der Kickers-Trainer Peter Zeidler nach dem 1:1 (0:1) gegen die Sportfreunde Siegen in der Fußball-Regionalliga.

Von Joachim Klumpp

Wenn Nico Beigang sieben Minuten vor Schluss alleine auf dem Weg zum Tor nicht an Schlussmann Wulnikowski gescheitert wäre, dann hätten die Stuttgarter Kickers wie schon vergangenes Wochenende in Pfullendorf einen Rückstand noch in einen Sieg gedreht. So aber blieb es gegen die Sportfreunde Siegen bei einem 1:1-Unentschieden, nach dem es zur Pause noch gar nicht ausgesehen hatte. Da wurden die eigenen Spieler von den 3300 Zuschauern mit einem Pfeifkonzert in die Kabine begleitet.

Was durchaus verständlich war. Schließlich lief mehr oder weniger gar nichts zusammen, sodass der Manager Joachim Cast später zugeben musste: „Wir waren froh, dass wir nur mit einem Tor Rückstand in die Halbzeit gingen.“ Denn in den 45 Minuten zuvor bestimmten die Gäste aus Siegen eindeutig das Geschehen im Gazistadion (Cast: „Da wurden wir teilweise vorgeführt“), weil die Kickers vor allem im Mittelfeld keinen Zugriff auf den Gegner bekamen. Das lag zum einen daran, dass der mit der Achse Nemeth und Gaede hervorragend besetzt war, dem wiederum das Pendant Markus Ortlieb und Marcus Mann bei den Kickers nichts entgegen zu setzen hatte. Man kam nicht in die Zweikämpfe, und wenn doch mal einer gewonnen wurde, folgte prompt ein Fehlpass.

Die Führung von Siegen entsprang allerdings einer Standardsituation. Nach einem Freistoß köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Bogusz den Ball unhaltbar für David Yelldell zum 1:0 (18.) ein. Nach einer knappen halben Stunde reagierte der Kickers- Trainer Peter Zeidler: zunächst taktisch – und stellte Mann sowie Ortlieb auf eine Linie zu zwei defensiven Mittefeldspielern.

Wesentlich wirkungsvoller waren dagegen die personellen Umstellungen zur Pause. Da kam Saban Genisyürek für den schwachen Rodrigues und Sökler musste Bashiru Gambo weichen. Der hatte sich bei Anpfiff etwas überraschend nur auf der Bank wiedergefunden. Manager Cast: „Er war die letzten beiden Spiele nicht so gut.“

Im Gegensatz zu gestern Abend. Da brachte der Ghanaer endlich Struktur in die Aktionen. Am Ausgleich war er aber nicht beteiligt. Dafür wieder Sokol Kacani, der einen Eckball von Benda mit dem Kopf ins Tor setzte. Da waren erst zwei Minuten in der zweiten Hälfte gespielt – es keimte Hoffnung auf drei Punkte. Zwar waren die Kickers nach dem Wechsel zumindest gleichwertig und hatten auch ein, zwei sehr gute Möglichkeiten, doch die Gäste blieben stets gefährlich. Weniger durch den schwachen und in Degerloch allseits bekannten Christian Okpala als durch Gerrit Müller, der die Abwehr öfter mal in Aufregung versetzte. Jedoch ohne den letzten Zug zum Tor. Am Ende sagte Siegens Alexander Blessin: „Wir haben es versäumt, noch vor der Pause das 2:0 nachzulegen.“ Dafür gab sein Trainer Ralf Loose zu: „Das Ergebnis ist gerecht.“

Blieb noch die Frage, warum die Kickers es in dieser Saison bisher nicht verstanden haben, über 90 Minuten eine konstante Leistung abzurufen. Der Kapitän Jens Härter sagt: „Das ist unverständlich.“ Nicht für den Trainer Peter Zeidler: „Unsere Mannschaft ist eben noch in der Entwicklung. Da sind junge Spieler wie Sökler, Rodrigues – oder Genisyürek, der bisher gegen Hildrizhausen gespielt hat.“ Und nicht in Gladbach (wie Gaede) oder Frankreichs erster Liga (wie Assoumani). Fazit Zeidler: „Um Siegen über neunzig Minuten zu beherrschen, dafür ist die Mannschaft zu gut.“ Diese Einschätzung wiederum müsste für sein Team am Dienstag im WFV-Pokalspiel beim SSV Ulm II gelten.

Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Sökler (46. Gambo), Ortlieb, Mann, Rodrigues (46. Genisyürek) – Kacani (74. Beigang), Vaccaro.

Tore: 0:1 Bogusz (18.), 1:1 Kacani (47.)

Stuttgarter Zeitung

1:1 – Kickers mit zwei Gesichtern

Die Blauen laufen gegen Siegen erst hinterher – und schaffen dann die Wende

Stuttgart – Die Kickers sind die Wundertüte der Regionalliga-Saison. Keiner weiß, was drinsteckt. Beim 1:1 (0:1) gegen die SF Siegen gab“s in Halbzeit eins die Mogelpackung. Doch nach der Pause drehten die Blauen auf und kamen zum Remis.

VON JÜRGEN FREY

Es ist nicht ganz so einfach, in dieser Saison die Spiele der Stuttgarter Kickers zu analysieren. Mal überzeugen die Blauen auf ganzer Linie, mal machen sie Fehler, dass es dem Anhang die Zehennägel hochrollt. Und dass die Kickers dies alles in 90 Minuten packen, macht die Sache für die Nerven nicht einfacher. „Uns fehlt noch die Konstanz“, hat Manager Joachim Cast erkannt.

Den besten Beweis für diese These lieferten die Kickers am Freitagabend im Gazistadion gegen die SF Siegen. Das Team von Trainer Peter Zeidler zeigte in der ersten Halbzeit eine Leistung, die das Schlimmste befürchten ließ. Und das einzig Gute daran war, dass nur Daniel Bogusz per Kopfball für die Gäste traf (18.). Genug Chancen für weitere Treffer hätten die Siegener gehabt. Das war auch Cast nicht entgangen, der zugab: „Wir können heilfroh sein, dass wir nicht höher in Rückstand geraten sind.“ Die Voraussetzungen dazu wären geschaffen gewesen. Die Blauen verloren viele Zweikämpfe, hatten eine schlechte Organisation und nach dem Rückstand kein Selbstvertrauen mehr. Es gab nicht mehr sehr viele Kickers-Fans unter den 3300 Zuschauern, die sich auf die zweite Hälfte freuten.

So kann man sich täuschen. Denn Zeidler brachte Bashiru Gambo und der neuen Schwung ins Spiel. Plötzlich waren die Kickers präsent und zeigten ein Spiel, das Zeidler zu Recht als“sehr emotional und umkämpft“ beschrieb. Die Blauen setzten die Siegener plötzlich unter Druck und wurden umgehend belohnt – durch den Ausgleich von Sokol Kacani (47.), der nach einer Ecke von Sascha Benda per Kopf traf.

Am Ende wäre sogar noch ein Sieg möglich gewesen, die schwache erste Hälfte war fast vergessen. „Wir haben heute zwei Gesichter gezeigt“, sagte Kapitän Jens Härter. Zeidler glaubt, den Grund dafür zu kennen. „Wir haben viele Spieler, die noch in der Entwicklung sind.“ Man darf gespannt sein, wohin das in dieser Saison noch führt.

Stuttgarter Nachrichten

Den Kampfgeist rechtzeitig entdeckt

Kickers erreichen gegen Siegen ein glückliches 1:1 – Kacani trifft

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers warten weiter auf den ersten Heimsieg. Der Fußball-Regionalligist kam gestern Abend gegen die SF Siegen über ein 1:1 (0:1) nicht hinaus. „Es bleibt noch viel zu tun“, bilanzierte Kickers-Trainer Peter Zeidler die 90 Minuten

Von Carlos Ubina

Die Kickers hatten zwar durch Dominique Rodrigues, der mit einem Freistoß an Torhüter Robert Wulnikowski scheiterte, die erste Chance (4.), doch schnell wurde deutlich, dass die Gäste nicht gewillt waren, kampflos Boden preiszugeben. Siegen profitierte dabei von einem unorganisierten Mittelfeld der Stuttgarter, die es nicht schafften, die Räume eng zu machen. Die Kickers-Abwehr geriet deshalb ständig unter Druck. Nach 17 Minuten stieg Daniel Bogusz im Anschluss an eine Freistoßflanke am höchsten und köpfte zum 1:0 für Siegen ein. Markus Ortlieb und Marcus Mann im zentralen Mittelfeld der Degerlocher kamen oft einen Schritt zu spät und mussten den Gegenspielern hinterherlaufen. Auch vorne herrschte Flaute. Sokol Kacani, dem zuletzt in Pfullendorf zwei Treffer gelungen waren, ließ einige technische Defizite erkennen. Nach 39 Minuten gelang den Siegenern eine schöne Kombination, die Kickers wählten den Beobachterstatus. Den Schuss von Alexander Blessin wehrte David Yelldell gekonnt ab. Kurz vor dem Halbzeitpfiff wäre der Stuttgarter Schlussmann allerdings machtlos gewesen. Glück gehabt: Christian Okpala traf aus kurzer Entfernung den Ball nicht richtig. Bei einem 0:2-Rückstand wäre das Spiel gelaufen gewesen. „Wir konnten froh sein, dass wir nach der ersten Hälfte nicht höher zurück gelegen sind“, meinte ZeidlerZur Pause reagierte der Kickers-Trainer und brachte mit Bashiru Gambo für Sven Sökler und Saban Genisyürek für Rodrigues zwei frische Spieler für die Außenbahnen. Dennoch fiel der Ausgleich der Kickers wie aus dem Nichts. Nach einem Eckball von Sascha Benda wuchtete Kacani den Ball mit dem Kopf ins Netz. Im zweiten Durchgang entdeckten die Stuttgarter wenigstens die zuvor vermisste Kampfkraft und hielten somit die Partie offen. Am Ende wäre sogar noch ein Sieg drin gewesen, doch Nico Beigang scheiterte an Wulnikowski (82.). Das wäre auch zu viel des Guten gewesen.
statistik

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn, Härter, Stierle – Sökler (46. Gambo), Ortlieb, Mann, Rodrigues (46. Genisyürek) – Kacani (74. Beigang), Vaccaro.

SF Siegen: Wulnikowski – Gallego, Assoumani, Bogusz, Escudero – Pfingsten (90. Weikl), Nemeth, Gaede, Blessin – Okpala, Müller (87. Popovic).

Schiedsrichter: Greth (Menning).

Zuschauer: 3300.

Tore: 0:1 Bogusz (17.), 1:1 Kacani (47.).

Gelbe Karten: Kacani, Rodrigues, Mann, Gambo/Assoumani, Müller.

Beste Spieler: Yelldell/Gaede, Müller.

Eßlinger Zeitung

Siegen vergab Sieg – und rettete Punkt

Stuttgart. Um 19.19 Uhr waren die Sportfreunde Siegen gestern erstmals Tabellenführer in der Regionalliga Süd. Mit einem frühen Tor hatten sie den Stuttgarter Kickers eine Hälfte lang den Schneid abgekauft. Doch den sicheren Sieg vor Augen gaben die Sportfreunde zwei Punkte wieder her – fahrlässig.

Bereits nach den ersten 45 Minuten hätte die Partie unter dem Fernsehturm für die Elf von Trainer Ralf Loose entschieden sein müssen. Die Gäste waren spielerisch absolut überlegen. Mit zwei, drei Toren hätten die Sportfreunde die total verunsicherte Truppe von Trainer Peter Zeidler in die Kabine schicken müssen. Nach vielen vergebenen Chancen der Siegener war es jedoch nur ein 0:1 und ein gellendes Pfeifkonzert, das die „Kickers“-Kicker mit in die Katakomben nahmen.

Doch am Ende der zweiten Hälfte, nach einem wahren Feuerwerk der Stuttgarter, wurde man das Gefühl nicht los, dass die Siegener hier einen Auswärtspunkt gewonnen hatten und froh sein konnten, immer noch ungeschlagen zu sein.

Sieben Minuten brauchten die Sportfreunde, da hatten sie das Heft in der Hand. In diesen Anfangsminuten setzten die „Kickers“ das um, was ihnen Trainer Peter Zeidler ins Logbuch geschrieben hatte: Schnell Druck aufbauen.

Ganze zwei Minuten waren gespielt, da rangelte sich im Strafraum Sokol Kacani im Zweikampf durch und reklamierte dann einen Elfmeter. Was er jedoch bekam, war eine gelbe Karte wegen Handspiels. Und auch in der vierten Minute stand der Schwabenzug unter Volldampf. Mit einem direkt geschossenen Freistoß von der Strafraumgrenze zwang Dominique Rodrigues Torhüter Robert Wulnikowski zur Glanztat.

Doch dann war es zunächst vorbei mit der Schwaben-Herrlichkeit. Die Sportfreunde knüpften da an, wo sie gegen Unterhaching aufgehört hatten: Mit Offensivfußball und Einsatz. Zuerst war es Enrico Gaede mit einem Distanzschuss (11.), dann knallte Gerrit Müller einen „Hammer“ knapp übers Gehäuse.

Besser Maß genommen hatte dann Daniel Bogusz. Nach einem Foul an Enrico Gaede trat Nils Pfingsten den fälligen Freistoß aus etwa 30 Metern gefühlvoll in den Sechzehner auf den sträflich frei stehenden Innenverteidiger Daniel Bogusz – und der bedankte sich für die Nachlässigkeit der Abwehr mit einem lehrbuchreifen Kopfballtor in der 17. Minute.

Damit war den Kickers der Wind aus den Segeln genommen. Nach einem erneuten Freistoß von Nils Pfingsten köpfte Mansour Assoumani völlig frei einen Gegenspieler an und in der 39. Minute hatte dann Alexander Blessin die größte Siegener Chance zur 2:0-Führung. Seinen Distanzschuss konnte Yelldell parieren, zum Abpraller kam Gaede einen Schritt zu spät. In der 43. Minute ging Müller über die linke Seite auf und davon, doch im Strafraum landete sein Ball zwei Mal in den Abwehrbeinen. In der 45. Minute vergab Okpala, der sich so sehr ein Tor gegen die Kickers gewünscht hatte.

Gastgeber brannten nach Wiederanpfiff ein Feuerwerk ab

Leider ist nicht überliefert, welche Standpauke Trainer Peter Zeidler in der Kabine gehalten hat. Fest steht: wie verwandelt kamen die Schwaben aus der Halbzeit und brannten ein wahres Feuerwerk ab. 90 Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, da hatte Sokol Kacani zugeschlagen: Eine Ecke verwandelte er mit einem Kopfball. Frei hatte ihn die Siegener Hintermannschaft gewähren lassen, aber auch der ansonsten fehlerfreie Siegener Schlussmann machte hier keine gute Figur.

Jetzt spielten die Platzherren stark auf – und in der 51. Minute war es wieder Kacani, der zur Führung hätte treffen müssen. Wulnikowski schien jetzt zu ahnen, dass den Seinen noch alle Fälle davonschwimmen können und nahm sich nach einem Eckball in einem heftigen Rededuell Müller zur Brust, der sich zuvor einen Stellungsfehler geleistet hatte.

Der Weckruf für seine Vorderleute verhallte offenbar ungehört, denn in der 62. Minute hätte Angelo Vaccaro den Führungstreffer für die Kickers markieren müssen. Nach einem Konter über Kacani rutschte er, nachdem Wulnikowski bereits geschlagen war, um Haaresbreite am Ball vorbei.

In der letzten halben Stunde wurde es hektisch. Fouls, zweifelhafte Entscheidungen des Unparteiischen hüben wie drüben und zwei Trainer, die gehörig aneinander geraten waren.

Tormöglichkeiten hatte Siegen auch noch: 67. Müller über links und Okpala im Nachsetzen und in der 74. Minute vergab Okpala aus spitzem Winkel. Doch die deutlicheren Chancen hatten die Stuttgarter. In der 82. Minute rettete Wulnikowski nach einem Konter über Nico Beigang den Punkt für Siegen.

Westfälische Rundschau

Ralf Loose: „Okpala hätte treffen müssen“

Stuttgart. (jd) Stimmen vom gestrigen Spiel der Sportfreunde Siegen gegen die Stuttgarter Kickers:

Ralf Loose (Trainer der Sportfreunde Siegen): Es war das erwartet schwere Auswärtsspiel. Wir haben in der ersten Hälfte gut ins Spiel gefunden. Waren spielerisch besser und hatten auch die klareren Chancen. Okpala hatte die größte Möglichkeit und hätte sie auch verwerten müssen. Nach der Halbzeit wollten wir da anknüpfen, wo wir vorher aufgehört hatten, aber der Gegentreffer aus einer Standardsituation war der Schock zum falschen Zeitpunkt. Trotzdem hat die Mannschaft den Ausgleich schnell weggesteckt. In den zweiten 45 Minuten war es dann ein ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften hatten noch die eine oder andere Großchance, aber am Ende müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein.

Peter Zeidler (Trainer der Stuttgarter Kickers): Die Spielanalyse deckt sich mit der meines Siegener Kollegen. In der ersten Hälfte haben wir uns keine Überlegenheit herausspielen können. Wir waren froh, zur Halbzeit nur 0:1 zurückzuliegen, um nach dem Seitenwechsel das schnelle 1:1 zu machen. Danach wurde es ein umkämpftes Spiel, das von viel Spannung geprägt war.

Björn Weikl (SF Siegen): Man kann darüber streiten, ob wir einen Punkt gewonnen oder zwei verloren haben. In der ersten Hälfte hatten wir drei hundertprozentige Chancen, andererseits ist ein Auswärtspunkt immer gut.

Christian Okpala (SF Siegen): Wir müssen mit dem Spiel absolut zufrieden sein, auch wenn wir nach den ersten 45 Minuten hätten höher führen können.

Alexander Blessin (SF Siegen): Alles in allem bin ich absolut unzufrieden. Wir haben das Spiel im ersten Durchgang klar bestimmt und hätten locker 3:0 führen können. Wenigstens hat es noch zu einem Auswärtspunkt gereicht.

Robert Wulnikowski (Torhüter/SF Siegen): Ich bin natürlich absolut zufrieden, aber wenn wir das 2:0 machen, ist das Spiel gelaufen und wir nehmen drei Punkte mit.

Westfälische Rundschau

Schwache Chancenverwertung rächt sich nach dem Wechsel

Stuttgart. Mit einem 1:1 (1:0) bei den Stuttgarter Kickers mussten sich die Siegener Sportfreunde gestern Abend in ihrem zweiten Auswärtsduell der Fußball-Regionalliga begnügen. Eine blendend aufgelegte Siegener Mannschaft schaffte es vor der Pause nicht, für die entscheidende Führung zu sorgen. Viele Chancen blieben ungenutzt. Das sollte sich direkt nach dem Wechsel rächen.

Die gellenden Pfiffe, die die Stuttgarter Kickers in die Kabinen begleiteten, spiegeln die Kräfteverhältnisse in der Waldau beim Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Roland Greth aus Menning wider. Klar überlegene Siegener gehen mit einem 1:0-Vorsprung in die Pause und hätten 2:0 oder gar 3:0 führen müssen.

Die Gastgeber, denen daheim im Stuttgarter Stadtteil Degerloch die Pest an den Stiefeln klebt, bekamen nach einer recht schwungvollen, dreiminütigen Startphase kein Bein mehr auf den Rasen. Fehlpässe sogar am eigenen Strafraum brachten die Fans in blau auf die Palme.

Die Siegener nutzten dies zu überlegenem Spiel, kombinationssicher, ganz in Ruhe und wenn es nach vorne ging, dann blitzschnell.

Der einzige Treffer vor der Halbzeitpause war aber nicht einer Offensivkraft der Sportfreunde vergönnt, sondern Abwehrmann Daniel Bogusz. Der wuchtete nach 17 Minuten einen genau getimten Freistoß des erneut bärenstarken Nils Pfingsten unerreichbar für David Yelldell im Kickers-Tor ins lange Eck.

Eine Führung, die schon nach dieser knappen Viertelstunde mehr als nur in Ordnung ging, die aber im Verlaufe dieser ersten 45 Minuten ausgebaut werden musste.

Alexander Blessin, Gerrit Müller, Enrico Gaede vergaben ihre Chancen. Die dickste versiebte kurz vor dem Gang in die Kabine Christian Okpala. Von Pfingsten toll frei gespielt, taucht der „Ex-Blaue“ vor dem Keeper auf und bugsiert die Kugel flach am langen Eck vorbei.

So viele gute Möglichkeiten vergeben, den Gegner dermaßen sicher im Griff – und dann nur ein Tor. Häufig rächt sich das im Fußball.

Und in der Tat. Der Fußball bleibt seinen Gesetzen treu. Kaum war der Sekundenzeiger einmal gekreist im zweiten Durchgang, werden die Siegener abgestraft. Den Eckball von Oliver Stierle köpft Mittelstürmer Sokol Kacani aus fünf Metern ins Tor. Ausgleich für die Stuttgarter Kickers.

Und plötzlich sind die Gastgeber präsent. Umgekehrte Vorzeichen in der Waldau. Drei Minuten später ist es wieder der Albaner, der frei vor Wulnikowski auftaucht. Doch der Keeper kann klären.

Wenig später Eckball von der rechten Seite. Gerrit Müller springt am kurzen Pfosten unter dem Ball her. Gefahr kommt dadurch nicht auf, doch Wulnikowski flippt fast aus, packt sich den kleinen Ex-Karlsruher in Oliver-Kahn-Manier und kann erst durch Mansour Assoumani und Bogusz davon abgehalten werden, handgreiflich gegen Müller zu werden.

Sicher nicht die feine Art, aber doch so eine Art Weckruf für seine fast eingeschlummerten Vorderleute.

Erst jetzt finden die Siegener ins Spiel zurück, bekommen die Partie wieder in den Griff. Das Spiel ist jetzt insgesamt besser, weil die Hausherren durch die Einwechslungen von Saban Genisyürek und Bashiru Gambo stärker geworden sind.

Besser, intensiver und auch ruppiger. So versucht Assoumani nach einem Eckball mit gestrecktem Fuß gegen Yelldell zum Zuge zu kommen. Gelb ist die Folge, der eingewechselte Gambo lässt Gaede den Ellenbogen spüren – auch Gelb, Marcus Mann lässt Peter Nemeth im Mittelfeld über die Klinge springen – wieder Gelb.

Die besseren Chancen jedoch sind auch in diesem zweiten Durchgang auf Seiten der Siegener. So kann Müller nach 58 Minuten aus etwas spitzem Winkel Yelldell ebenso wenig überwinden wie nach 74 Minuten Okpala, der seinen Kopfball aus sechs Metern zu hoch ansetzt.

Die Sportfreunde haben ganz ohne Zweifel ein optisches Übergewicht, ohne dabei aber so glänzend und durchdacht zu sein wie vor dem Wechsel. Die Stuttgarter haben es leichter, sich zu befreien, gefährlich zu kontern. Der eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselte Nico Beigang hat das 2:1 auf dem Fuß, als er allein in Richtung Wulnikowski stürmt, der aber die Fingerspitzen noch an den Ball bekommt (83.).

Ein interessantes Spiel ist es geworden, daran kann auch die Einlage von Müller nichts ändern, die ihm Gelb statt Elfmeter einbrachte (85.). Das hat er einfach zu oft versucht, den Schiedsrichter konnte er damit nicht überzeugen.

Die Siegener bleiben ungeschlagen, müssen sich aber den Vorwurf gefallen lassen, die überlegen geführte erste Halbzeit nicht zu einer klareren Führung genutzt zu haben. Nach der Pause reichte eine Aktion, den Gastgebern Oberwasser zu verschaffen. Ein paar Minuten Tiefschlaf hätten selbst den Punktgewinn noch gefährden können.

Westfalenpost

Siegener Vorstellung erntet auch bei den Kickers großes Lob

Stuttgart. Zwei Punkte verloren oder einen gewonnen? Diese Frage beschäftigte nach den 90 Minuten den zahlenmäßig starken Anhang im Stuttgarter Stadtteil Degerloch. Auch Vereins-Chef Christoph Hansen stellte sie sich.

„Ich weiß auch nicht, was ich von diesem Remis halten soll. Die Mannschaft hat in der ersten Halbzeit meisterlich gespielt, nach der Pause ein paar Nachlässigkeiten gezeigt. Das haben die Stuttgarter ausgenutzt.“

Sein Name sei Hase, meinte Torhüter Robert Wulnikowski nach dem Schlusspfiff, angesprochen auf die „Oliver-Kahn-Aktion“ gegen Gerrit Müller nach 55 Minuten. „Manchmal muss man seinem Ärger auch Luft machen“, so der Keeper.

Vollstes Verständnis für die Aktion zeigte Enrico Gaede. „Ein Torwart muss auch mal laut werden, das ist sein Recht. Wir sind einfach zu nachlässig aufgetreten in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs.“

„3:0 mussten wir führen nach 45 Minuten“, ärgerte sich Co-Trainer Sascha Franz am Ende. „Aber dennoch können wir mit der Leistung und dem Spiel zufrieden sein. Das war teilweise echt Klasse.“

Als klar dominierend hat Alexander Blessin die Sportfreunde-Mannschaft erlebt. „Wir mussten einfach mehr aus dieser Überlegenheit machen“, so der Schwabe im Siegener Dress, der Besuch am Spielfeldrand von seiner Mutter erhalten hatte. „Ich bin immer dabei, wenn der Alex in unserer Nähe spielt“, so Mama Blessin.

Einen Sieg hätte sie natürlich genau so gern bejubelt wie ihr Sohn.

Keinen „Zugriff“ auf die spielerisch starken Siegener hatte Kickers-Trainer Peter Zeidler im ersten Durchgang ausgemacht. „Von dieser Leistung war ich echt angetan“, so der frühere Aalener Coach. „Wir konnten froh sein, dass es zur Pause nur 0:1 stand.“

Seine taktische Umstellung habe sich dann im Verlaufe der zweiten Hälfte ausgezahlt.

„Für uns bleibt unter dem Strich noch vieles zu tun. Man hat klar gesehen, dass wir gegen einen so starken Gegner das Spiel nicht 90 Minuten bestimmen können.“Lob also aus dem Munde des Kickers-Trainers, der ebenso wie Ralf Loose von einer „sehr emotionalen Partie“ sprach. Bei einem schwächeren Schiedsrichter als Roland Greth aus dem bayerischen Menning „hätten wir beide“, so noch einmal Zeidler, „von der Tribüne aus zugesehen.“

Sein Gegenüber wollte partout nicht über nicht gepfiffene Elfmeter für die Sportfreunde sprechen: „Ob Gerrit Müller die Gelbe Karte wegen einer angeblichen Schwalbe sehen muss, wage ich sehr stark zu bezweifeln.“

Ansonsten war der Fußball-Lehrer mit dem Punktgewinn zufrieden. Doch ein Wermutstropfen bleibt: „Christian Okpala muss natürlich das zweite Tor machen. Da fehlt ihm einfach die nötige Ruhe. Aber ich glaube, dass er bei seinem ehemaligen Klub etwas übermotiviert war.“

Westfalenpost