U17 – Heimspiel gegen den TSV 1860 München am Sonntag, 2.09. um 14 Uhr

Die U17 empfängt zum 2. Heimspiel der Saison den TSV 1860 München am kommenden Sonntag um 14 Uhr auf der Bezirkssportanlage Waldau.

Nach der Frankfurter Eintracht kommt also der nächste dicke Brocken auf den Kickers-Nachwuchs zu, waren die „Löwen“ noch vor wenigen Jahren Deutscher Meister in dieser Altersklasse!

Die Mannschaft von Trainer Christian Isert blieb in der Vorbereitung auf die B-Junioren-Bundesliga leider nicht von Verletzungen verschont.
Am Härtesten traf es Enes Karakoca, der sich beim Spiel gegen Frankfurt einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen hat. Gute Besserung auch auf diesem Weg!

Einige andere Spieler plagen sich bereits seit mehreren Wochen mit leichteren Verletzungen herum, so dass der Kader jede Woche sehr dezimiert ist. Benjamin Munz und Brian Hofmann konnten erst sehr wenige Einheiten absolvieren. Und auch Neuzugang Marc Mägerle trainiert bisher nur sehr sporadisch.

Trotzdem geht die U17 optimistisch in das Spiel gegen die Löwen aus München. Nach dem überraschenden, aber hochverdienten Sieg in Freiburg möchte man nun auch den ersten Heimsieg einfahren.

Sonntag, 02. September, 14:00 Uhr, Bezirkssportanlage Waldau
Kickers-Juniorenteam

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – Hessen Kassel

Zeidler sucht die Idealbesetzung

STUTTGART (ump). Vor dem Heimspiel morgen (14 Uhr) gegen Hessen Kassel schickt der Kickers-Manager schon mal eine Botschaft an allzu große Optimisten. „Letzte Saison haben wir zweimal gegen diesen Gegner verloren“, sagt Joachim Cast nur zur Erinnerung – und Warnung. Denn der dritte Tabellenplatz der Kickers täuscht etwas über die Leistungen des Fußball-Regionalligisten hinweg. „Wir sind noch keine Spitzenmannschaft“, gibt der Manager zu. Doch der Trainer Peter Zeidler arbeitet daran, dass sich die Spieler kontinuierlich verbessern. Wobei vor allem die Idealformation im Mittelfeld bisher immer noch nicht gefunden ist. Deshalb ist auch morgen wieder die eine oder andere Umstellung denkbar. Für Yildiz, Steinle und Beigang kommt ein Einsatz allerdings zu früh, zudem fällt Saban Genisyürek etwa zwei Wochen aus. Nicht nur deshalb kommt dem Trainer gelegen, dass das Achtelfinale im WFV-Pokal beim Oberligisten VfL Kirchheim voraussichtlich erst am 13. Oktober stattfinden wird. „So können wir die nächsten Wochen endlich mal komplett durchtrainieren“, sagt Zeidler.
Stuttgarter Zeitung

Impulse in luftiger Höhe

Kickers setzen vor dem Spiel gegen Kassel auf teambildende Maßnahmen

Stuttgart – Im dritten Anlauf peilt Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers den ersten Heimsieg dieser Saison an. Teambildende Maßnahmen vor dem Duell mit Hessen Kassel am morgigen Samstag (14 Uhr/Gazistadion) sollen ihren Teil dazu beitragen.

VON JÜRGEN FREY

Nein, die Kickers werden sich am Samstagvormittag nicht in den Bus setzen und eine Auswärtsfahrt simulieren. Von solchen oder ähnlichen Spielchen hält Trainer Peter Zeidler gar nichts: „Wir brauchen jetzt keinen Heimkomplex zu konstruieren, nur weil wir zweimal zu Hause nicht gewonnen haben.“ Der 45-Jährige setzt lieber auf konzentriertes Training und ein bisschen Ablenkung vom Alltag. Diese Woche standen im Hochseilgarten in Degerloch Übungen zur Persönlichkeits- und Teamentwicklung auf dem Programm. Zum Teil in luftiger Höhe von acht bis zwölf Metern ging es darum, sich gegenseitig abzusichern. „Es mussten Strategien und Pläne erstellt werden, Konflikte waren zu lösen, und der Stärkere musste dem Schwächeren helfen“, berichtet Zeidler, „das alles hat sehr viel Spaß gemacht.“

Die gute Stimmung im Team soll sich nach drei Auswärtssiegen nun auch auf das Punktekonto vor heimischem Publikum niederschlagen. Die verletzten Moritz Steinle und Nico Beigang nehmen noch nicht am Mannschaftstraining teil. Für Rekonvaleszent Recep Yildiz kommt eine Berufung in den Kader noch zu früh. Im Gegensatz zu Mustafa Parmak: Der Mittelfeldspieler wird nach überstandener Zahnwurzelbehandlung zunächst aber nur auf der Bank Platz nehmen. Ein Wiedersehen feiern die Blauen gegen Kassel mit Michael Kümmerle. Der ehemalige Kickers-Jugendspieler verstärkt die Abwehr der Hessen.

Stuttgarter Nachrichten

Peter Zeidlers Zwischenfazit fällt zweigeteilt aus. „Die Ausbeute ist natürlich toll mit im Schnitt zwei Punkten pro Spiel“, sagt der Kickers-Trainer. Gleichzeitig betont er, dass Platz drei „überhaupt noch nicht aussagekräftig“ sei: „Was die Leistung betrifft, ist noch sehr viel Luft nach oben. Wir haben nur phasenweise gezeigt, wozu wir in der Lage sind.“ In einigen Begegnungen wie zuletzt beim 1:0 in München hatten die „Blauen“ viel Glück. Noch ist auch die Stammformation nicht gefunden, in allen Mannschaftsteilen hat Zeidler schon gewechselt. Gegen Kassel möchten die Kickers spielerisch einen Schritt nach vorne machen und den ersten Heimsieg der Saison holen. Eine Alternative zumindest als Einwechselspieler ist der nach Krankheit wiedergenesene Mustafa Parmak. Nico Beigang und Moritz Steinle (beide Knöchelverletzung) sind zumindest wieder im Training.

So wollen sie spielen: Yelldell – Benda, Rapp, Härter, Stierle – Rodrigues, Akcay, Ortlieb, Gambo – Tucci, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Vorschau
Spielinfos:

Anstoß: 01.09.2007 14:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Leicher (Weihmichl)
Assistenten: Emmer (Thurmansbang), Berg (Landshut)

Stuttgarter Kickers: Parmak (krank) ist wieder im Kader, Beigang und Steinle (beide Knöchelverletzung) trainieren wieder. Im Mittelfeld/Angriff hat Zeidler die Qual der Wahl.

Hessen Kassel: Sofern Zinke (Oberschenkelprobleme) spielen kann, ist er eine Alternative für die Defensive. Schönewolf (Schultereckgelenkssprengung) fällt weiter aus.
Aufstellung
Stuttgarter Kickers
Yelldell – Benda, Rapp, Härter, Stierle – Rodrigues, Akcay, M. Ortlieb, Gambo – Tucci, Vaccaro; Trainer: Zeidler

Hessen Kassel
Adler – Suslik, Willers, Keim, Kümmerle – Beyer, Busch, Fießer, Berger – Bauer, Strobel; Trainer: Hamann

Kicker

Stuttg.Kickers – Hessen Kassel
Nach dem Sieg bei Bayern II soll nun gegen Kassel der vierte Sieg im sechsten Saisonspiel gelandet werden, durch den Auswärtssieg wurde das Selbstvertrauen weiter gestärkt, so Kickers-Coach Peter Zeidler. Parmak hat seine Krankheit überwunden, Beigang und Steinle trainieren wieder, somit hat der Kickers-Coach im Mittelfeld und Angriff die Qual der Wahl.
Kassels-Coach Matthias Hamann muss weiter auf Schönewolf verzichten, die Schultereckgelenksprengung zwingt ihn zu einem längeren Ausfall. Auch Zinke hat Oberschenkelprobleme ist ist im Moment noch fraglich. Der Punktgewinn gegen Unterhaching hat überzeugt, der Kasseler-Coach will keine Veränderungen vornehmen und ausserdem hat man in dieser saison noch keine Niederlage auswärts hinnehmen müssen und das soll so bleiben.

IRSport

Die Statistik

In der zweiten Bundesliga waren die Kickers und die diversen Vorgängervereine von Hessen Kassel Stammgäste, daher gab es zwischen den beiden Vereine aus genügend Vergleiche: Insgesamt 58 Spiele. Die Bilanz der Kickers ist dabei nicht berauschend: Insgesamt konnten die Blauen 22 Spiele gewinnen, Kassel 27. Auch in Degerloch konnte Kassel bereits zehn von 28 Spielen gewinnen. Die letzte Saison mit den zwei Niederladen war also nicht untypisch für die Blauen gegen Kassel. Zumindest von der Statistik her also nicht unbedingt die günstigsten Vorzeichen für die Chance auf den Sprung auf einen Aufstiegsplatz. Die Wahrheit wird sich allerdings auf dem Platz abspielen.
Das Kickersarchiv

Höhenangst statt Torschusspanik

Am Mittwoch standen die Kickers, wo sie am Ende der Saison stehen wollen: ganz weit oben

Degerloch. Im Hochseilgarten der SSB

probten die Kickers den Aufstieg, den Aufstieg auf ein zehn Meter hohes Klettergerüst aus Holz und Stahl. Die Trainingseinheit sollte den Teamgeist stärken und Spaß bringen. Die Kletterei hat auch symbolischen Wert: Diese Saison soll es hoch hinausgehen. „Höhenangst statt Torschusspanik“ weiterlesen

Das Sorgenkind Mustafa Parmak

Der Kickers-Profi hat bisher nur 30 Minuten gespielt und sagt: Ich hoffe, die Seuche ist jetzt vorbei

STUTTGART. Mustafa Parmak kommt in dieser Saison einfach nicht in Tritt. Aufgrund diverser Verletzungen weist der Mittelfeldspieler beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers große Fehlzeiten auf. Morgen gegen Kassel will er einen Neuanfang wagen.

Von Joachim Klumpp

„Mustafa Parmak ist am Samstag dabei“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast – und fügt noch rasch hinzu: „Falls nichts mehr dazwischenkommt.“ Das weiß man bei dem 25-Jährigen allerdings nie. Zwar hat er den Abstecher der Mannschaft am Mittwochmorgen in den Hochseilgarten auf der Waldau schadlos überstanden, doch bei Parmak steckt der Teufel im Detail.

Bestes Beispiel war das vergangene Wochenende, als Parmak fest für die Partie bei Bayern München II eingeplant war. Bis er am Samstag mit einer dicken Backe auf dem Trainingsgelände erschien. Zahn-OP, an einen Einsatz am Sonntag war nicht zu denken. Zum wiederholten Male. Allein in dieser Saison hat sich der Mittelfeldspieler mit drei verschiedenen Verletzungen und Krankheiten herumplagen müssen. Am letzten Tag des Trainingslagers zog er sich einen Muskelfaserriss zu, danach warf ihn ein Grippevirus aus der Bahn. Womit sich Parmaks Spielpraxis bis jetzt auf einen Kurzeinsatz gegen Regensburg beschränkt. 30 Minuten lang, zu wenig für seine Ansprüche. „Mit einem fitten Parmak sind wir noch stärker“, sagt der Trainer Peter Zeidler, der weiß, dass Spieler wie Sven Sökler oder der vergangene Woche auf der rechten Außenbahn nominierte Marcus Mann eher Notlösungen sind.

Parmak hat das Potenzial für mehr, sprich für die zweite Liga. „Wir wissen, dass er unter Beobachtung steht“, sagt Joachim Cast. Andererseits bleibt den möglichen Interessenten die Anfälligkeit des Fußballprofis nicht verborgen. Zum Glück für die Kickers. „Wenn er regelmäßig seine Leistung abrufen würde, wäre er wahrscheinlich nicht mehr bei uns“, gibt der Manager zu.

Auch Parmak selbst macht kein Geheimnis daraus, dass es ihn in die zweite Liga zieht. „Zunächst einmal aber muss ich hier mein Potenzial abrufen“, sagt der Türke. Und einen Freibrief gibt es auch für so einen kreativen Kopf wie ihn nicht, das hat Parmak schon erfahren. Ohne die nötigen Trainingseinheiten verzichtet Zeidler lieber auf ihn. „Er braucht eine gewisse Basis.“ Vor allem konditionell. Deshalb wird er am Samstag gegen Hessen Kassel (14 Uhr) zwar im Kader der Kickers stehen, aber nicht in der Startformation. Dennoch betont Zeidler: „Wir stehen voll und ganz hinter ihm.“

Gestern nahm sich der Trainer sein Sorgenkind noch einmal persönlich zur Seite, um ihn mental aufzubauen. „Er braucht diese Unterstützung“, weiß der Pädagoge Zeidler um die Sensibilität des Mittelfeldspielers. Weshalb der Manager nicht ausschließen will, dass die Anfälligkeit – auch vergangene Saison brachte er es lediglich auf 20 Einsätze (davon nur elf über 90 Minuten) – psychischer Natur sein könnte. Der Präsident Dirk Eichelbaum sieht zudem noch Optimierungsmöglichkeiten in Parmaks Lebenswandel, zum Beispiel in der Ernährung. „Körperliche Ursachen können wir jedenfalls ausschließen“, sagt Cast, nachdem der Spieler schon medizinisch von oben bis unten durchgecheckt worden ist. Das Fazit: bei den Blutwerten gab es keine Auffälligkeiten.

Der Manager kennt die Stärken Parmaks: „Er ist der Spieler, der den Unterschied ausmachen und mit seinen Fähigkeiten Spiele entscheiden kann.“ Schließlich ist er schnell, trickreich, dribbelstark und torgefährlich auch bei Standardsituationen. Mit fünf Treffern belegte er vergangene Saison Platz drei der internen Torjägerliste. Jetzt muss Parmak seine Fertigkeiten nur noch konstant abrufen. „Ich will ja auch etwas zum Erfolg der Mannschaft beitragen“, sagt der 25-Jährige, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft.

Die Kickers würden den Kontrakt gerne verlängern, wohl lieber heute als morgen. Parmak zögert noch. Er hofft, dass seine Aktien – also sein Marktwert – steigen. Was auf der Ersatzbank oder im Krankenbett allerdings schlecht geht. „Ich hoffe, die Seuche ist jetzt vorbei“, sagt Parmak.

Stuttgarter Zeitung

Kicker: Stuttgarter Kickers: Guter Einstand für den neuen Coach

Trainer Zeidler sieht „Luft nach oben“

Nach der Ära Robin Dutt hat Peter Zeidler (45) zu Saisonbeginn das Traineramt bei den Stuttgarter Kickers übernommen – und einen ordentlichen Start hingelegt.
Kickers-Coach Peter zeidler

kicker: Die Mannschaft steht nach fünf Spielen auf Platz drei. Alles läuft bisher bestens

Peter Zeidler: Die Ausbeute ist natürlich toll. Was die Leistung betrifft, ist aber noch sehr viel Luft nach oben. Wir haben nur phasenweise gezeigt, wozu wir in der Lage sind. In der Konsequenz ist diese Platzierung überhaupt nicht aussagekräftig.

kicker: Aber die guten Ergebnisse müssten Selbstvertrauen geben.

Zeidler: Ja, Gemeinschaftserlebnisse wie gegen Siegen, als wir das Spiel gedreht haben, oder in München, wo wir eine unglaubliche Abwehrschlacht bestanden haben, schweißen zusammen.

kicker: Ihr Vorgänger hat erfolgreich gearbeitet und dem Team seinen Stempel aufgedrückt. Wann wird Ihre Handschrift erkennbar sein?

Zeidler: Wichtig ist, dass die Kommunikation zwischen Robin Dutt und mir sehr positiv war. Ich kann hier auf etwas aufbauen. Ich denke, dass meine Handschrift schon zu erkennen ist und hoffe, dass das bald noch deutlicher sein wird. Die Arbeitsatmosphäre ist sehr gut, alle trainieren fleißig. Das sind Dinge, die der Trainer zu verantworten hat.

kicker: Welchen Eindruck machen die Neuzugänge?

Zeidler: Wir haben hundertprozentig die Richtigen geholt. Einige sind Stammspieler, andere haben auch schon Akzente gesetzt. Wie sie sich einbringen, ist hervorragend. Aber der Integrationsprozess ist bei keinem abgeschossen.

kicker: Angelo Vaccaro, der im Winter kam, hat zunächst nicht überzeugt. Jetzt erzielte er schon drei Tore.

Zeidler: Er ist an der Spitze der Regionalliga angekommen. Angelo hat im Sommer sehr gut gearbeitet, da gab es keine Dolce Vita am Strand. Er darf nicht bequem werden, aber dafür bin ich ja da.

Interview: Sigor Paesler

Kicker

StN: Nur das dicke Ausrufezeichen fehlt

Zoltan Sebescen schaffte es bis ins Champions-League-Finale – Inzwischen arbeitet er an seiner zweiten Karriere
 
Degerloch. Seit knapp zwei Monaten ist der ehemalige Bundesligaprofi Zoltan Sebescen Jugendkoordinator der Stuttgarter Kickers. Nach einer bewegten Karriere hat es ihn auf die Waldau verschlagen – dorthin, wo für ihn alles begann. „StN: Nur das dicke Ausrufezeichen fehlt“ weiterlesen

StN: Platz drei ist nicht nur Zufall

Die Stärken der Kickers
 
STUTTGART (ump). Aller guten Dinge sind drei: die Stuttgarter Kickers haben in München im dritten Auswärtsspiel den dritten Sieg eingefahren – und sind jetzt schon Tabellendritter der Fußball-Regionalliga. „Wir können es aber noch besser“, sagt der Trainer Peter Zeidler.

Gestern haben die Spieler des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers frei gehabt. Als Belohnung für den 1:0-Sieg am Sonntag bei Bayern München II? Der Trainer Peter Zeidler zögert mit der Antwort, und sagt: „Um uns auf den Trainingsaufbau der Woche gedanklich vorzubereiten.“ Denn von heute an stehen wieder täglich zwei Einheiten auf dem Programm. Schließlich kommt Zeidler zu dem Schluss: „Wir können uns noch steigern.“ Dabei sind die Kickers nach dem dritten Auswärtssieg schon Dritter. Zufall oder System? Die (drei) Erfolgsgeheimnisse.

> Der Torwart: David Yelldell gilt als ruhiger Zeitgenosse. Ein Charakterzug, der auf der Torhüterposition nicht unbedingt ein Vorteil ist. Denn der Mann zwischen den Pfosten sollte auch mal die Vorderleute lautstark dirigieren oder – im extremsten Fall – auch mal anfahren, wofür zum Beispiel ein Oliver Kahn gefürchtet ist. Doch der Keeper mit dem US-Pass besticht mehr durch Taten als Worte. Er hat schon zu Saisonbeginn in Ingolstadt den Sieg gerettet, doch München war seine Krönung. „Sensationell wäre untertrieben“, sagt Zeidler zur Leistung des 26-Jährigen am Sonntag. Der Torwart, der zwei Jahre in England Erfahrung gesammelt hat, wehrte die Gratulationen nach dem Schlusspfiff ab: „Das ist doch normal.“ So ist eben seine Art – bescheiden. Der Trainer konstatiert dennoch: „David hat sich von seiner Persönlichkeit her weiterentwickelt. Ihn wird auch ein Fehler nicht umwerfen.“

> Der Torjäger: Angelo Vaccaro hat in München seinen Torriecher erneut beweisen, nachdem der interne Konkurrent Sokol Kacani (beide drei Treffer) zuvor zwei Chancen leichtfertig vergeben hatte. „Es ist kein Zufall, dass er trifft“, sagt Zeidler aufgrund seiner Eindrücke in der täglichen Arbeit. Nach einer eher verkorksten Rückrunde bei den Kickers hat sich der Italiener akribisch auf die neue Saison und den neuen Trainer vorbereitet: Der Sommerurlaub wurde kurzerhand gestrichen. „Das zahlt sich jetzt aus“, sagt Zeidler. Der zu bedenken gibt, dass sein Stürmer in den vergangenen zwei Wochen nur zwei Trainingseinheiten voll absolvieren konnte. Die Kniebeschwerden bereiten immer noch Sorgen. Aber wenn Vaccaro fit bleibt, ist er für zehn Tore gut. Mindestens.

> Die Auswechselbank: Sie ist bisher eine weitere Stärke der Kickers. Ob Kacani in Pfullendorf, Gambo gegen Siegen, oder jetzt Deigendesch, der mit dem ersten Ballkontakt das Siegtor vorbereitete – die Einwechselspieler bringen neue Impulse. „Wir haben uns ja was dabei gedacht, als wir ihn geholt haben“, sagt Zeidler über den Mittelfeldspieler, den er aus Nürnberg mitgebracht hat. „Auch er will schnell in die Mannschaft.“

Das wollen andere auch: Steinle, Yildiz – nicht zu vergessen Mustafa Parmak, der wegen einer Zahn-OP kurzfristig ausfiel. „Mit ihm sind wir noch stärker“, sagt Zeidler. Das klingt fast wie eine Drohung. Doch der Trainer bremst: „Wir werden nicht den Fehler machen und in Euphorie verfallen. Aber solche Erfolgserlebnisse wie in München bringen uns von der Struktur der Mannschaft natürlich weiter.“ Noch weiter als auf den dritten Platz – das wäre dann der Aufstieg.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu FC Bayern München II – Stuttgarter Kickers (0:1)

Kickers Dritter – dank Vaccaro

Der Regionalligist bleibt nach dem 1:0-Sieg bei Bayern München auswärts ungeschlagen

MÜNCHEN (StZ). Durch einen glücklichen 1:0-Sieg bei Bayern München II sind die Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga auf Platz drei geklettert. „Wir haben hier den Sieg geklaut“ sagte der Trainer Peter Zeidler.

Ein wenig dürfte der Kickers-Trainer Peter Zeidler am Samstag auch auf die Bundesligapartie des FC Bayern München gegen Hannover 96 geschielt haben. Schließlich ging es darum, wer bei den Profis zum Einsatz kommt – und wer möglicherweise einen Tag später in der Regionalligaformation gegen die Stuttgarter Kickers. Kurz vor 15 Uhr gestern war dann klar, dass die Münchner wie schon in der Vorwoche auf den rekonvaleszenten Nationalspieler Lukas Podolski zurückgreifen, dafür aber auf Valerien Ismael in der Abwehr verzichten. Unabhängig von der Aufstellung des Gegners betonte Zeidler: „Wir müssen unser Spiel durchziehen.“

Dieses Unterfangen gelang zunächst nicht wie gewünscht. „Wir sind hier viel zu ängstlich aufgetreten, obwohl wir defensiv spielen wollten“, sagte Zeidler, der Bashiru Gambo erwartungsgemäß wieder in der Startformation stellte. Aber es gab auch Überraschungen. In die Innenverteidigung rückte erstmals von Beginn an Marcel Rapp (für Wildersinn), dazu kam noch Mustafa Akcay als zusätzlicher Mittelfeldspieler und sogar Marco Tucci im Sturm für Sokol Kacani, während Mustafa Parmak (Zahnschmerzen) nicht einmal im Kader stand.

Auf das Spiel wirkten sich die Umstellungen zunächst nicht besonders belebend aus, allerdings ließ die Mannschaft in der Defensive nichts anbrennen, sodass die Partie arm an Höhepunkten blieb. Zumindest für die Kickers. Die Bayern besaßen klare Vorteile und durch Podolski drei Chancen, darunter einen Pfostenschuss (40.). Peter Zeidler reagierte deshalb in der Pause und brachte Sokol Kacani (für Tucci), der gleich nach Wiederanpfiff die bis dahin beste Möglichkeit besaß, aber aus kurzer Entfernung den Ball verstolperte. Die Kickers waren auf jeden Fall besser aus der Kabine gekommen, während bei den Bayern Podolski in selbiger geblieben war.

Das Spiel wurde besser – und die Kickers erzielten ihr Tor. Angelo Vaccaro traf in der 73. Minute nach schöner Vorarbeit des erst kurz zuvor eingewechselten Deigendesch. Danach mussten die Kickers-Anhänger unter den 654 Zuschauern an der Grünwalder Straße allerdings nochmals mächtig zittern. Wie schon beim Saisonauftakt in Ingolstadt geriet die Mannschaft in der Schlussphase stark unter Druck. Die Bayern hatten durch Nagorny sowie Saba vier gute Chancen, wobei der Torwart David Yelldell dreimal in höchster Not klären konnte.

„Wir haben hier den Sieg geklaut“, gab Zeidler zu, dessen Team auswärts weiter ungeschlagen ist. „Wir wissen, dass wir besser spielen müssen; und wir wissen, dass wir besser spielen können“, sagte Zeidler, während sich sein Kollege Hermann Gerland später noch über die vergebenen Möglichkeiten ärgerte: „Wer zehn Großchancen vergibt, hat es auch nicht verdient zu gewinnen.“

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Härter, Rapp, Stierle – Mann (76. Rodriguez), Akcay (70. Deigendesch), Ortlieb, Gambo – Tucci (46. Kacani), Vaccaro.

Tor: 0:1 Vaccaro (73.).

Stuttgarter Zeitung

1:0 – Kickers mit Glück und Geschick

FC Bayern II vergibt Riesenchancen – Yelldell hält überragend, Vaccaro trifft

München – Die Stuttgarter Kickers sind in dieser Fußball-Regionalligasaison auswärts eine Macht. Das glückliche 1:0 beim FC Bayern München II bedeutete den dritten Sieg im dritten Spiel auf fremdem Platz.

VON KLAUS KIRSCHNER

Peter Zeidler saß nach dem Spiel in den Katakomben des Grünwalder Stadions und konnte seinen Dusel noch nicht richtig fassen: „Diese drei Punkte gehören zur Kategorie geklauter Sieg“, sagte der Kickers-Trainer, schüttelte ungläubig den Kopf und ergänzte: „Wahrscheinlich werden wir erst irgendwann auf der Heimfahrt merken, wie schön es war, hier zu gewinnen.“ Zehn hundertprozentige Chancen habe der FC Bayern in der Schlussphase vergeben, räumte Zeidler unumwunden ein. Woraufhin sein Trainerkollege Hermann „Tiger“ Gerland ihn korrigierte: „Es waren mehr als zehn Chancen – und zwar tausendprozentige.“

Mit Glück, Geschick und einem überragenden Torwart David Yelldell retteten die Kickers den Sieg über die Zeit. Vor der Pause war die Partie noch ausgeglichen. Ohne Mustafa Parmak (Zahnwurzelbehandlung) und mit einer gegenüber dem 1:1 gegen Siegen auf vier Positionen veränderten Elf taten die Blauen allerdings viel zu wenig für die Offensive. Die beste Chance hatte Lukas Podolski. Nach seinem Freistoß klatschte der Ball an den Pfosten (42.). Wie vereinbart wurde der Bayern-Nationalspieler in der Halbzeit ausgewechselt.

Zwei Minuten nach dem Wechsel vergab Sokol Kacani frei stehend die mögliche Kickers-Führung. Besser machte es Angelo Vaccaro. Einen Konter schloss er zum 1:0 (73.) für die Blauen ab. Danach warfen die Bayern alles nach vorne. Zeidler drückte es so aus: „Wir mussten eine Fußball-Demonstration über uns ergehen lassen.“ Nur eben ohne Tore, was Gerland zu der Bemerkung veranlasste: „So haben wir es nicht verdient, nächstes Jahr in Liga drei zu spielen.“

Und die Kickers? Die wollen am Samstag gegen Hessen Kassel den ersten Heimsieg einfahren. „Wir müssen uns steigern“, sagte Zeidler. Widersprochen hat ihm keiner.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers zittern sich zum Sieg München

(bw) – Die Stuttgarter Kickers haben in dieser Saison noch keinen Punkt auf fremdem Platz gelassen: Mit dem 1:0 (0:0) beim FC Bayern München II feierte die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler gestern zum Abschluss des fünften Spieltags der Fußball-Regionalliga ihren dritten Auswärtssieg und kletterte damit auf den dritten Tabellenplatz. Stürmer Angelo Vaccaro hatte in der 72. Minute für das Tor des Tages gesorgt – nach einer sehenswerten Kombination von Bashiru Gambo über Benedikt Deigendesch und Sokol Kacani zum Torschützen. „Angelo hat ganz im Stile eines Torjägers vollendet“, lobte Zeidler, dessen Team bis zum Schlusspfiff noch kräftig zittern musste. Denn die Hausherren hatten nach dem Rückstand alles nach vorne geworfen, ihre Innenverteidiger zu Stürmern umfunktioniert und sich Chancen am Fließband erarbeitet. „Unser Sieg war nicht bloß glücklich, sondern sehr glücklich“, räumte der Trainer daher ein, war aber trotzdem richtig stolz: „Schließlich schafft es nicht jeder, in München zu gewinnen.“ Nach einem Auswärtserfolg der „Blauen“ sah es in der ersten Hälfte auch keineswegs aus. Die Gastgeber waren überlegen und hatten durch Nationalspieler Lukas Podolski zwei gute Tormöglichkeiten. „Wir haben viel zu ängstlich gespielt und uns nur auf die Defensivarbeit konzentriert“, sagte Zeidler. Das änderte sich mit Wiederanpfiff. Die Gäste übernahmen die Kontrolle, hatten deutliches Übergewicht – und Kacani eine Großchance, die er aber freistehend vergab. Vaccaro machte es anschließend besser. Die restliche Arbeit erledigten aufopferungsvoll die Abwehr um Kapitän Jens Härter und vor allem Torhüter David Yelldell. „Er musste 20 Mal retten, war wieder überragend“, lobte der Coach.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Härter, Rapp, Stierle – Mann (76. Rodrigues), Akcay (70. Deigendesch), Ortlieb, Gambo – Tucci (46. Kacani), Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Lukas Podolski trifft lediglich den Pfosten
Die flotte Partie war in den ersten 45 Minuten vor allem von der Taktik geprägt. Die größte Chance hatte Podolski, dessen abgefälschter Weitschuss aber nur an den Pfosten ging (42.).

Kurz nach der Pause vergab der eingewechselte Kacani auf Gästeseite eine dicke Chance (47.). Die Bayern vergaben nun reihenweise Chancen, was sich rächen sollte. Nach einem Konter stand Vaccaro goldrichtig und markierte das Siegtor.

Kicker