Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen III

Kickers in der Regionalliga
Okpalas Chancen aufs Derby steigen

STUTTGART (ump). Sicher ist das Derby in der Fußball-Regionalliga heute (14.30 Uhr, Gazistadion) zwischen den Stuttgarter Kickers und dem SSV Reutlingen kein Spiel wie jedes andere. Das zeigt sich schon daran, dass die Partie in Ausschnitten sowohl im SWR als auch in der „Sportschau“ zu sehen sein wird. Dennoch will der Kickers-Trainer Robin Dutt an seinen Gewohnheiten festhalten. Getreu dem Motto: „Mach alles so wie bisher, dann bekommt du das, was du bisher bekommen hast.“ Und das war mit Tabellenplatz zwei so schlecht ja nicht. Den gilt es heute zu untermauern, trotz der 120 Pokalminuten vom Mittwoch gegen Aalen.

Beim Sieg im Elfmeterschießen nicht dabei war Torjäger Christian Okpala, der erst am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, gestern die komplette Einheit absolviert hat und auf jeden Fall wieder zum Kader gehört. Ob es für einen Einsatz von Beginn an reicht? „Man muss sehen, wie groß das Risiko ist“, sagt Dutt, der gegenüber dem Pokalspiel einige Umstellungen vornehmen wird. Und der Gegner ändert sogar seine Gewohnheiten. Die Reutlinger Mannschaft wird nicht im Bus, sondern mit privaten Pkw anreisen. Trainer Peter Starzmann sagt: „Die Hälfte meiner Spieler wohnt ja in Stuttgart und Umgebung.“

Stuttgarter Zeitung

„Auf SSV-Tribüne bin ich neidisch“

Kickers-Manager Cast vor dem Derby gegen seinen ehemaligen Verein

Stuttgart – An diesem Samstag (14.30 Uhr/Gazistadion) empfangen die Stuttgarter Kickers den SSV Reutlingen zum Derby in der Fußball-Regionalliga. Joachim Cast, der Manager der Blauen, fiebert dem Duell mit seinem ehemaligen Verein entgegen.

Herr Cast, sagen Sie nur nicht, das Derby sei für Sie ein Spiel wie jedes andere.

Zugegeben, es ist kein normales Spiel für mich. Dafür hatte ich in Reutlingen eine viel zu schöne Zeit. Ich habe von 1995 bis 2001 für den SSV gespielt und war vier Jahre lang Kapitän. Außerdem wohne ich nur zwei Kilometer von Reutlingen entfernt in Eningen/Achalm.

Wen kennen Sie noch von den aktuellen SSV-Spielern?

Mit Marco Langner, Andreas Rill und Sasa Janic spielte ich gemeinsam in einer Mannschaft. Die Kontakte bestehen nach wie vor. Mit Sasa war ich sogar erst vor ein paar Wochen mal im Kino.

Gibt es Parallelen zwischen den beiden Clubs?

Auf alle Fälle. Beide sind Traditionsvereine, die mit sehr großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten und sich jetzt etwas Luft verschafft haben.

Und sportlich?

Auch der SSV hat ein eingespieltes Team mit Perspektive, die Mannschaft wird einen einstelligen Tabellenplatz schaffen.

Wie beurteilen Sie die Infrastruktur?

Das Fan-Potenzial in und um Reutlingen ist enorm groß. Und was die Haupttribüne betrifft, bin ich sogar neidisch auf den SSV. Diese ist bundesligareif. 5000 Sitzplätze gegenüber unserer 1300 – das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Auf die Kickers kämen bei einem Aufstieg Probleme zu.

Natürlich müsste sich in Sachen Modernisierung und Ausbau des Stadions sowie der Verkehrssituation etwas tun. Aber erstens sind dies Probleme, die wir gemeinsam mit der Stadt Stuttgart dann gerne lösen würden, und zweitens gibt es für verschiedene Zulassungsvoraussetzungen wie Rasenheizung oder Nachwuchsleistungszentrum Übergangsfristen.

Ihr Tipp fürs Derby?

Schönes Wetter, viele Zuschauer und drei Punkte für uns.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

SSV-Gegner – Derby bei den Stuttgarter Kickers
Bangen um Torjäger Okpala
REUTLINGEN. Der Trainer: Seit dem 28. Oktober 2003 gibt Robin Dutt die Trainer-Kommandos beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Davor coachte der 41-Jährige die »Zweite« der Kickers, Ditzingen und Leonberg.
Die Leistungsträger: In den Reihen der Kickers stehen mit den Stürmern Mirnes Mesic und Christian Okpala, dem Ex-Reutlinger Bashiru Gambo (der 28-Jährige markierte bereits sechs Saisontore), dem zweitliga-erprobten Laszlo Kanyuk, Shooting-Star Recep Yildiz, Sascha Benda und Torhüter David Yelldell zahlreiche versierte Balltreter.

Die Lage: Beim Tabellenzweiten werden heute (14.30 Uhr) gegen Reutlingen wahrscheinlich der letztjährige Regionalliga-Torschützenkönig Okpala und Moritz Steinle fehlen.

Die Bilanz: Punktspielmäßig standen sich die Kickers und der SSV letztmals in der Zweitliga-Saison 2000/01 gegenüber. Damals gewann Reutlingen an der Kreuzeiche durch ein Tor von Robert Hofacker mit 1:0. Auf der Waldau siegten die Stuttgarter ebenfalls mit 1:0, als Alexander Blessin traf. (kre)

Reutlinger General Anzeiger

SV Reutlingen – Kickers-Trainer Dutt kündigt für das Derby eine Überraschung an. Gegner kennen sich genau
Starzmann: Es wird kein 0:0 geben    
VON FRANK PLEYER
REUTLINGEN/STUTTGART. Im Vorfeld des Derbys (Samstag, 14.30 Uhr, Gazi-Stadion) herrschte nicht zufällig eine bemerkenswerte Harmonie. Schließlich gibt es zwischen den beiden Fußball-Regionalligisten SSV Reutlingen und Stuttgarter Kickers einige Quer-Verbindungen. Allen voran die beiden Trainer Peter Starzmann (SSV) und Robin Dutt (Kickers), die einen sehr guten Draht zueinander haben.
Aber da gibts bei den »Blauen« auch noch Mittelfeldspieler Bashiru Gambo und Manager Joachim Cast, die beide früher das Reutlinger Trikot getragen haben. Und natürlich Hans Kullen, den aus Hülben stammenden Präsidenten der Kickers – er stand vor Jahren auch schon an der Spitze des Kreuzeiche-Klubs.

»Inzwischen ist er ein richtiger Blauer geworden«

Und so kann Guido Dobbratz, der Pressesprecher des Ex-Bundesligisten, seinen Vereinsboss mit Blick auf die Vereinsfarben mit diesen Worten beschreiben: »Er hat zwei Herzen in seiner Brust, aber inzwischen ist er ein richtiger Blauer geworden.« Kullen, der den damals wirtschaftlich stark angeschlagenen Degerlocher Klub wieder in ruhigeres Fahrwasser führte, rechnet bei gutem Wetter mit mehr als 7 000 Zuschauern.

Und er hofft auf ein attraktives Spiel, »bei dem wir die Oberhand behalten«, sagt der Präsident, der nach dem Wunsch des Kickers-Aufsichtsrats eine zweite Amtszeit antreten soll. »Damals bin ich kritisiert worden, als ich diesen Trainer verpflichtete – und wie stehen wir jetzt da?«, fragt der Kickers-Chef. Glücksgriff Dutt, unter dessen Regie die Degerlocher nun den Zweitliga-Aufstieg ins Auge gefasst haben, konnte es sich im WFV-Pokalspiel am Mittwochabend sogar leisten, zahlreiche Stammspieler zu schonen. Dennoch erreichte sein Team durch ein 5:4 im Elfmeterschießen gegen den Regionalliga-Rivalen VfR Aalen das Viertelfinale.

»Mir wäre lieber gewesen, wir hätten nicht in die Verlängerung müssen«, sagt der 41-Jährige. Auch Starzmann war bei dieser Partie im Gazi-Stadion, »allerdings mehr wegen Aalen«. Denn die Kickers habe er in dieser Runde bereits drei Mal beobachtet. Für ihn wie Gegenüber Dutt, der den SSV ebenfalls x-mal gesehen hat, gilt: »Wir können uns nicht mehr viel vormachen.«

Da sich beide so gut kennen, besteht die Gefahr, dass sich die Teams heute neutralisieren. Daher zieht Dutt eine originelle Schlussfolgerung: »Ich hoffe, dass bei einer Seite die Strategie nicht funktioniert. Dann gibt es ein interessantes Spiel.« Zugleich kündigt er geheimnisvoll an, dass man für den SSV taktisch »eine Überraschung« vorgesehen habe. Diese Aussage kann Starzmann nicht schrecken. Alles hält er für möglich: Man könne in einen Lauf reinkommen – »oder du kannst eine Klatsche kriegen«. Dass sein Team nach der jüngsten Durststrecke mit einem Punkt aus drei Partien sowie der Tor-Flaute nun in einen Abwärtssog gerät, glaubt der 44-Jährige nicht. Eher hält er für möglich, dass beim Reutlinger Umfeld Enttäuschung einkehrt, wenn sein Team mit den Top-Teams nicht Schritt halten kann. »Dieser Durchmarsch-Erwartungshaltung können wir nicht gerecht werden. Da fehlt die Qualität hinter den Positionen 13 und 14«, lautet seine Einschätzung. Platz zehn sei ein realistisches Saisonziel. Eines steht allerdings für Starzmann bereits fest: »Es wird kein 0:0 geben.« (GEA)

Reutlinger General Anzeiger 

USSBALL-REGIONALLIGA / SSV Reutlingen bei den Stuttgarter Kickers
Starzmann: „Wir sind Außenseiter“
SSV wieder mit Rill, Janic und Otto – 7000 Zuschauer werden erwartet

Die Vorzeichen versprechen einen Leckerbissen: Wenn der SSV Reutlingen heute (14.30 Uhr)

W. GATTIKER/P. WÖRZ

bei den Stuttgarter Kickers gastiert, wird die Kulisse sicherlich hervorragend. Und auch die Spielstärke beider Teams lässt ein attraktives Duell erwarten.

Peter Starzmann stellte im Vorfeld die Kräfteverhältnisse schon mal klar: „Wir werden eine außergewöhnliche Leistung brauchen, um überhaupt einen Punkt zu holen.“ Die Einschätzung des Reutlinger Trainers beruht auf der Erkenntnis, dass die Kickers personell stärker besetzt und eine über lange Zeit gewachsene Mannschaft sind.

Und auch dass die Reutlinger aufgrund des Pokalauftritts der Kickers am Mittwoch einen leichten Vorteil haben könnten, ist unwahrscheinlich. Beim 5:4-Achtelfinal-Sieg (nach Elfmeterschießen) gegen den VfR Aalen hatte Kickers-Trainer Robin Dutt mit Benda, Yildiz, Stierle und Hartmann nur vier Stammspieler im Aufgebot.

Apropos Pokal: Am 1. August war der SSV bei den Stuttgarter Kickers II aus dem WFV-Pokal ausgeschieden. Damals ärgert sich vor allem Andreas Rill enorm und schwor „Rache“.

Der Mittelfeldspieler, der beim 0:0 gegen den FK Pirmasens gefehlt hatte (Studien-Exkursion), wird heute ebenso wieder mit von der Partie sein wie der zuletzt angeschlagene Sasa Janic.

Der Einsatz von Ewald Beskid ist fraglich. Er trainierte nach einem wahrscheinlichen Bandscheibenvorfall nicht und war am Donnerstag in Behandlung. Oliver Otto wird wohl wieder spielen. Dem defensiven Mittelfeldmann gönnte Trainer Peter Starzmann im letzten Spiel eine Pause, die freilich auch taktisch bedingt war, da Ottos Defensivqualitäten da nicht gefragt waren.

Heute ist das sicherlich anders. Die Kickers spielen den gepflegten Kurzpass, da ist ein Störfaktor mehr im Mittelfeld Gold wert. Kickers-Trainer Robin Dutt hat Respekt vor Reutlingens Abwehrverhalten. Gut organisiert habe man ja auch in der Oberliga überhaupt nur 16 Gegentore zugelassen, so der Kickers-Coach vor dem Spiel.

Trainer Peter Starzmann wird sein Team nicht motivieren müssen: „Alle sind heiß, vor der großen Kulisse zu spielen. Wir sind auch physisch stabil genug, um da bestehen zu können, trotz drei Spielen ohne Sieg.“ Möglicherweise wird heute auch Bastian Bischoff auflaufen. Der Stürmer, der vor einem Jahr vom TSV Wittlingen an die Waldau gewechselt ist, hat bereits mehrfach in der Regionalliga gespielt. Und das ist eine durchaus bemerkenswerte Entwicklung.

Albbote

Interview mit Joachim Cast

Sechs Jahre lang spielte er in Reutlingen und stieg unter Armin Veh in die 2. Liga auf. Nun ist er Manager des SV Stuttgarter Kickers und trifft heute seine Mitspieler aus SSV-Zeiten: Joachim Cast.

WOLFGANG GATTIKER

· Wie sehen Sie das heutige Derby?

JOACHIM Cast: Ich erwarte ein rassiges Spiel mit einem vollen Haus. Aus Reutlingen dürfte eine kleine Völkerwanderung einsetzen, so 2000 Fans sollten kommen.

· Doch der SSV Reutlingen hatte zuletzt eine erfolglose Phase?

CAST: Das spielt doch in einem Derby keine Rolle, die Reutlinger sind in keinem Tief. Ich habe alle Heimspiele bis aufs 0:0 gegen Pirmasens gesehen. In Siegen kann man verlieren, das haben auch wir getan. Ich erwarte ein offenes Spiel, in dem wir gewinnen möchten, doch das wird ein schweres Stück Arbeit.

· Wie sehen Sie den SSV?

CAST: Reutlingen wird einen einstelligen Platz belegen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Janic spielt eine gute Runde. Solche Heimspiele wie zuletzt beim Null-Null gegen defensiv antretende Teams wie FK Pirmasens sind immer schwer.

· Doch der SV Kickers hat eine große Belastung zu verkraften?

CAST: Das WFV-Pokalspiel am Mittwoch gegen den VfR Aalen lag nicht ideal. Erfreulich ist, dass unser Spiel in der ARD-Sportschau gezeigt wird, wir kamen auch schon gegen Saarbrücken im Ersten. Schade, dass unser DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC nicht live übertragen wird, aber die Einschaltquoten bei Bayern-Spielen sind eben besser.

· Stimmt es bei den „Blauen“ aus Degerloch rundherum?

CAST: Ja. Wir stellen ein eingespieltes Team auf dem Spielfeld. Auch hinter den Kulissen passt mit Präsident Hans Kullen alles, da ist Drum-Herum alles okay. Wenn wir dann 2007 endlich aufsteigen, wäre alles in Butter. Dazu gehört nun ein Sieg gegen den SSV Reutlingen, denn mit einem Remis zu Hause kann und darf man nicht zufrieden sein.

Metzinger-Uracher Volksblatt

SSV Ulm – Stuttgarter Kickers II in der Presse

SPATZEN / Vierter Oberliga-Heimsieg hintereinander beim 3:0 gegen die „kleinen Kickers“
Talisman macht Männer munter
Betz seit Rückkehr ohne Gegentor – Marchese bricht Bann – Starker Huckle verletzt

Mag sein, dass die Spatzen nur Männer für eine Nacht sind und heute wieder den Oberliga-Thron räumen müssen. Aber wenn sie ihre Heimstärke konservieren (das 3:0 gegen die Stuttgarter Kickers II war der vierte Erfolg in Serie), bleiben sie ein ernsthafter Anwärter für oben.

RÜDIGER BERGMANN

Teufelskerl? Eher Talisman. Seit Holger Betz zwischen die Pfosten zurückgekehrt ist, sind die Spatzen undurchlässig geworden. 2:0 gegen Villingen, 0:0 in Bonlanden, jetzt 3:0 gegen die „Zweite“ der Stuttgarter Kickers: Die Löcher in der Abwehr sind gestopft.

Torwart Betz haben die Ulmer den vierten Heimsieg im vierten Anlauf sicher nicht vordergründig zu verdanken. Gegen die sturmschwachen Degerlocher konnte sich der 28-Jährige kaum auszeichnen. Aber seine Vorderleute haben durch die Rückkehr des vorübergehend auf die Bank Verbannten spürbar mehr an Souveränität und Zutrauen gewonnen. So ließen sich die Spatzen gestern auch von einem eher verhaltenen Auftakt nicht verunsichern. Sie wissen, dass sie dank der Erfahrung einiger versierter Einzelspieler keine Fülle von hochkarätigen Chancen benötigen, um die Weichen stellen zu können.

Der Strafstoß zur 1:0-Führung unterstreicht diese Behauptung. Nach einem Zweikampf am Strafraumeck sprang Markus Lösch (35) sofort dem Ball hinterher – sein Kontrahent Mike Baradel (21) sprang hingegen Lösch in die Beine. Vincenzo Marchese ließ sich dieses „Gastgeschenk“ (Kickers-Coach Björn Hinck) nicht nehmen und verwandelte den Elfmeter zum 1:0 (36.). Wieder ein Ehemaliger also, der die Serie der Spatzen-Torschützen gegen die „Blauen“ verlängerte.

Dieser Treffer fiel in einer Phase, als der SSV 46 an Beharrlichkeit zulegte. Der starke Lösch und Marchese brachten die Bälle über Kurzpass-Stafetten nach außen, wo nicht nur die stürmenden Verteidiger Benny Barth (rechts) und Patrick Huckle, sondern auch Miguel Coulibaly auftauchten.

Der diesmal überragende Huckle leitete mit einem gepflegten Flügellauf auch die Vorentscheidung ein: Seine Hereingabe brauchte Coulibaly (59.) nur noch über die Linie zu drücken. Schade, dass der ehemalige Elversberger Huckle bei einer ähnlichen Situation neun Minuten später mit einer Muskelverletzung in der Leiste aufgeben musste.

Der Rest war Schaulaufen, weil die Ulmer Ball und Gegner beherrschten, schöne Passagen einblendeten. Eine von ihnen nutzte Thorsten Rinke nach genauem Coulibaly-Zuspiel zu einem Solo an Torwart Salz vorbei zum 3:0 (75.).

Nach dem Parallel-1:1 des bisherigen Tabellenführers Bahlinger SC in Nöttingen durfte der SSV 46 endlich mal wieder als Klassenprimus übernachten. Vermutlich wird er diesen Sonnenplatz heute gegen 17.15 Uhr schon wieder räumen müssen, doch die Konkurrenz muss die Spatzen auf der Rechnung haben.

Auch wenn manch einer (Rinke, Marchese, Barth) die Dauerbelastung der zurückliegenden Wochen nicht aus den Kleidern zu schütteln vermochte, kommt den Ulmern entgegen, dass sie mit weniger Aufwand mehr erreichen können als in der vergangenen Runde. Jetzt gilt es, am Dienstag (14.30 Uhr) im Pokal-Viertelfinale beim Landesliga-Spitzenreiter SV Böblingen zu bestehen – und dann bis zum Kräftemessen in Bahlingen endlich mal elf Tage ohne Spiel zu genießen.

„Das tut gut“, glaubt nicht nur Gaetano Intemperante, der ebenso wie Sturmpartner Coulibaly gegen die Kickers fleißig unterwegs war. Es muss ja nicht immer Fußball zum Zungeschnalzen sein – Hauptsache, der Killerinstinkt kommt den Spatzen nicht abhanden.

SO SPIELTEN SIE

SSV Ulm 1846: Betz – Barth, Neumann, Gora, Huckle (68. Klotz) – Marchese, Rinke, Lösch, Wünsche (82. Klapsia) – Intemperante (73. Skowranek), Coulibaly.

Tore: 1:0 Marchese (36./Foulelfmeter), 2:0 Coulibaly (59.), 3:0 Rinke (75.) – Schiedsrichter: Steinberg (Korntal). – Gelbe Karten: Rinke – Ivanusa, Baradel – Zuschauer: 1700.

Südwest-Presse

SPATZEN / Nicht nur Marchese hat eine Vergangenheit bei den Kickers
Fünf Gefahren für die Serie
Ein Ex-Stuttgarter trifft meistens beim SSV 1846 – Coulibaly fit

Die Kickers besuchen ihre Filiale. Fünf ehemalige Degerlocher spielen in der Fußball-Oberliga inzwischen für die Spatzen. Das Ulmer Trainer-Tandem Marcus Sorg/Thomas Letsch erhöht dieses stattliche Kontingent auf sieben. Heute ist Wiedersehen im Donaustadion.

RÜDIGER BERGMANN

Vorgestern in Degerloch: Halbfinale im WFV-Pokal zwischen den Regionalligisten Stuttgarter Kickers und VfR Aalen (5:4 nach Elfmeterschießen). Auf der Tribüne nimmt Kickers-Abteilungsleiter Martin Kurzka den Zaungast Vincenzo Marchese beiseite. Der 23-Jährige spielt seit dieser Saison beim SSV 1846 – nach zuvor sechs Spielzeiten bei den Kickers.

Heute (19.30 Uhr) kreuzt die Oberliga-Vertretung aus Degerloch in Ulm auf, und Kurzka schwor den Tapetenwechsler Marchese schon mal auf das Ende einer Serie ein. In den vergangenen Jahren habe stets ein „Ehemaliger“ für die Ulmer gegen die „kleinen Blauen“ getroffen – von dieser unliebsamen Tradition möge sich Marchese doch bitteschön nicht anstecken lassen.

Selbst wenn der Mittelfeldakteur diesen frommen Wunsch wider Erwarten beherzigen wollte: Kurzka muss vier weitere Altlasten fürchten. Auch Markus Lösch, Gaetano Intemperante, Janusz Gora und Mario Klotz haben, direkt oder über Umwege, von den Kickers zu den Spatzen gefunden. Bis auf Klotz werden heute alle den Anpfiff von Schiedsrichter Florian Steinberg (Korntal) auf dem Rasen erleben.

Denn Trainer Marcus Sorg wird sein Team gegenüber der 0:0-Enttäuschung von Bonlanden nur auf einer Position verändern. Für Miguel Coulibaly, der seine Leistenbeschwerden überwunden hat, nimmt Vladimir Manislavic wegen der gereizten Achillessehne zunächst auf der Bank Platz.

Vincenzo Marchese hingegen nicht. Zwar wechselte ihn Sorg auf dem kleinen und holprigen Gelände in Bonlanden zur Pause aus, doch das gefährdet dessen Stammplatz-Garantie mitnichten. Zumal der frühere Regionalliga-Spieler bei seinem ersten Auftritt nicht für, sondern gegen die Kickers keinerlei Zurückhaltung verspricht. „Gegner ist Gegner, egal, wer da kommt“, behauptet Marchese.

Der „Herr der ruhenden Bälle“ hat es bislang auf einen Saisontreffer gebracht. Übrigens nicht per Frei- oder Strafstoß, sondern mit dem Kopf zum 2:1-Sieg in Nöttingen. Wie torgefährlich er sein kann, hat Marchese den Ulmern freilich schon gezeigt. In der vergangenen Saison, als ihm, Stammkraft für die „Blauen“ in der Regionalliga, bei einem seiner drei Aushilfsdienste fürs Oberliga-Team die 1:0-Führung der kleinen Blauen gegen den SSV 46 glückte (Endstand 1:2).

Übrigens: Falls er heute auf der anderen Seite treffen sollte, will sich Vincenzo Marchese nur innerlich freuen – sechs Jahre unterm Fernsehturm vergisst man eben nicht so schnell. Indes: Herr Kurzka wäre auch mit dieser abgespeckten Variante der bösen Serie ganz und gar nicht einverstanden.

SO SPIELEN SIE

SSV 46: Betz – Barth, Neumann, Gora, Huckle – Rinke, Marchese, Lösch, Wünsche – Intemperante, Coulibaly

Südwest Presse

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen in der Statistik

Am morgigen Samstag kommt es nach vier Jahren wieder zu einem Derby gegen den SSV 05 Reutlingen. Nach dem direkten Absturz in die Oberliga startete die Mannschaft von der Kreuzeiche überraschend  gut in die Saison, war lange Zeit Verfolger unserer Blauen – und stürtze in den letzten drei Saisonspielen deutlich ab. Ähnlich wie bei den Blauen setzte es in Siegen die erste Saisonniederlage (0:3), danach folgten eine 0:2 Niederlage bei den kleinen Bayern und ein 0:0 Unentschieden gegen Mitaufsteiger FK Pirmasens. Insbesondere in diesem Spiel wurde deutlich, woran es den Reutlinger mangelt: An treffsicheren Torjägern.

Einer eben wie Christian Okpala. Der Kickers-Torjäger fehlte in den letzten drei Spielen – und die Kickers holten ohne ihn lediglich vier Punkte. Daher die Frage: Werden die Blauen eine mögiche Negativserie im Ansatz ersticken können oder folgt nun der Absturz bei den Kickers?

Die Bilanz gegen Reutlingen ist eindeutig: Alles andere als ein Kickers-Sieg wäre unnormal. In der Regionalliga Süd konnten die Blauen beide Spiele gewinnen. Von insgesamt 20 Heimspielen konnten die Blauen 12 mal siegreich die Punkte in Degerloch halten, nur fünfmal konnten die Gäste die Punkte entführen. Die letzte Heimniederlage gegen den SSV liegt schon Urzeiten zurück: Am 30.03.1971 – also vor über 25 Jahren – verloren unsere Blauen mit 1:3.

Auch am Samstag soll diese Serie bestand halten.

Detaillierte Übersicht aller bisherigen Spiele auch im Kickersarchiv.

WFV-Pokal: Spiel in Crailsheim am 03. Oktober um 16:00 Uhr

Crailsheim erwartet Kickers im Pokal

Ein absoluter Fußball-Höhepunkt erwartet den TSV Crailsheim am 3. Oktober mit der Viertelfinalbegegnung des WFV-Pokals im heimischen Schönebürgstadion. Der TSV Crailsheim trifft dabei auf die Regionalligavertretung der Stuttgarter Kickers, die vor kurzem den Bundesligisten Hamburger SV sensationell aus dem DFB-Pokal warf. Die Pokal-Partie wird um 16 Uhr angebpfiffen.

Fränkische Nachrichten

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen Teil II

Ein Derby wird neu belebt
 
Die Kickers und Reutlingen treffen erstmals seit 2001 wieder in einem Punktspiel aufeinander
 
STUTTGART. Morgen steigt im Gazistadion das Fußball-Regionalligaderby zwischen den Stuttgarter Kickers und dem SSV Reutlingen. „Beide Mannschaften kennen sich aus dem Effeff“, sagt der SSV-Trainer Peter Starzmann. Es gibt Parallelen, aber auch Unterschiede.

Von Joachim Klumpp

So ein Derby in der Fußball-Regionalliga will gut vorbereitet sein, also hatten die Reutlinger Anhänger bereits beim vergangenen Heimspiel öffentlich mittels eines Plakats im Stadion proklamiert: „Auf zu den Kickers. Treffpunkt: Hbf RT, 11.30 Uhr.“ Während der harte Kern morgen also mit dem Zug anreisen wird, war einer aus Reutlingen schon am Mittwochabend da: Peter Starzmann. Der Trainer des SSV saß beim WFV-Pokalspiel der Kickers auf der Tribüne. Als Spion gewissermaßen. Wobei er sagte: „Auch wenn es paradox klingen mag, aber ich bin eher wegen des Gegners aus Aalen gekommen, die Kickers habe ich schon mehrmals in dieser Saison gesehen.“ Man kennt sich eben. Wenngleich das letzte Punktspiel beider Teams vom März 2001, damals noch in der zweiten Liga, datiert. Und mit einem 1:0-Sieg der Kickers endete – die auch das WFV-Pokalspiel in der Vorsaison (2:0) gewannen.

18 Spiele sind die Kickers in diesem Wettbewerb jetzt ungeschlagen, das 5:4 nach Elfmeterschießen vom Mittwoch einbezogen: „So können wir mit dem Spiel leben“, sagt Dutt. „Es wäre bitter gewesen, wenn wir nach 120 Minuten ausgeschieden wären.“ Schließlich galt es zu beweisen, dass die erste Saisonniederlage vergangenen Freitag in Siegen nicht zu sehr auf das Gemüt geschlagen hat. Weil Psyche und Physis ja eng miteinander zusammenhängen.

Starzmann glaubt aber: „Die Kickers können Rückschläge wegstecken. Das ist eine gewachsene Einheit. Da zahlt sich die konzeptionelle Arbeit des Vereins jetzt aus, weil man auch noch aus dem Fundus der zweiten Mannschaft schöpfen kann.“ Die hat Reutlingen auch, aber in der Kreisliga B. Starzmann: „Die Strukturen sind in Reutlingen durchaus vorhanden, aber das Geld nicht.“ Vor allem die Altlasten mit dem Finanzamt schränken den Handlungsspielraum ein. An dem arbeiten die Funktionäre nach dem Aufstieg intensiv. Wobei der SSV für die laufende Saison bisher immerhin schon rund 50 000 Euro mehr einnehmen will als die ursprünglich veranschlagten 390 000 Euro. Dennoch kommt der Nachbar aus Stuttgart auf das Doppelte (rund 900 000 Euro Werbegelder).

Dabei schwimmen die Kickers bekanntlich ebenfalls nicht im Geld. Vor allem aber die Zusatzeinnahmen im DFB-Pokal haben in den vergangenen beiden Jahren für etwas Luft gesorgt. Dadurch konnte auch in Qualität investiert werden, in Spieler wie den (angeschlagenen) Torjäger Christian Okpala. In diesem Punkt hat der SSV Nachholbedarf. „Für einen wie Denis Berger vom VfB Stuttgart II sind wir einfach eine Nummer zu klein“, sagt Starzmann. Deshalb hofft der 44-Jährige, dass die Kickers – neben Hoffenheim – aufsteigen. Nicht ganz ohne Eigennutz. In diesem Fall fiele für seinen Verein vielleicht das eine oder andere Talent ab, das in der Regionalliga gut aufgehoben wäre. Speziell um die Quote der U-23-Spieler zu erfüllen, muss sich beim SSV etwas tun.

In dieser Hinsicht leisten die Kickers vorbildliche Arbeit unter Robin Dutt, der gewissermaßen von der Quelle kam, der zweiten Mannschaft. Aus dieser sind zuletzt in Yildiz, Sökler, Bischoff oder Tucci bereits wieder vier Eigengewächse herangeführt worden. Wobei auch Dutt den Gegner lobt: „Vor allem was den Teamgeist angeht, kann ich viele Parallelen erkennen“, sagt der Kickers-Trainer, der in dieser Saison fast schon Stammgast an der Kreuzeiche ist.

„Beide Mannschaften kennen sich aus dem Effeff“, sagt Starzmann deshalb, „es wird nicht viele Überraschungen geben.“ Wenn er sich da mal nicht täuscht. Denn der Kollege Dutt kündigt an: „Wir werden uns im taktischen Bereich etwas einfallen lassen.“ Das wiederum könnte eine böse Überraschung für die Zuschauer werden. „Wenn beide Strategien aufgehen, werden sich die Mannschaften neutralisieren, und es wird für die Fans langweilig“, sagt Dutt.

Das wäre schade, schließlich hoffen die Kickers morgen (14.30 Uhr) auf 6000 bis 8000 Besucher. Je nachdem wie viele Reutlinger letztendlich kommen. Deren Trainer Peter Starzmann betreibt jedenfalls Werbung: „Es wird kein 0:0 geben.“

Stuttgarter Zeitung

Risiko mit Okpala
 
Kickers hoffen gegen Reutlingen auf ihren Stürmer
 
Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers hoffen im Heimspiel gegen den SSV Reutlingen (Samstag, 14.30 Uhr) auf den Einsatz von Christian Okpala. Der Stürmer hat am Donnerstag erstmals nach knapp drei Wochen wieder mit der Mannschaft trainiert.

VON JÜRGEN FREY

Nicht selten fliegen vor brisanten Derbys Giftpfeile hin und her. Das Regionalliga-Duell im Gazistadion macht da eine große Ausnahme. Die Pressekonferenz vor dem Spiel geht gemeinsam über die Bühne. Die beiden Trainer sitzen einträchtig nebeneinander, Nettigkeiten werden ausgetauscht. Das geht so weit, dass SSV-Coach Peter Starzmann sagt: „Ich hoffe, dass die Kickers aufsteigen.“ Dann fügt er hinzu: „Aus Eigennutz.“ Da er sich Hoffnungen auf den einen oder anderen Kickers-Spieler macht, der in der zweiten Liga nicht zu gebrauchen wäre.

Okpala gehört sicher nicht zu dieser Kategorie. Der Torjäger wird nach seiner Wadenverletzung sehnsüchtig zurückerwartet. Doch Trainer Robin Dutt wägt noch ab: „Nach so einer Pause ist ein Einsatz ein Risiko, mal sehen, wie er die Trainingsbelastung wegsteckt.“

Unabhängig davon wird zum Derby Rekordbesuch erwartet. Kickers-Präsident Hans Kullen rechnet mit über 7000 Zuschauern, davon 3000 aus Reutlingen. „Wir brauchen eine außergewöhnliche Leistung, um auch nur einen Punkt zu holen“, sagt Starzmann. Dutt widerspricht nicht. Vielmehr blickt er seinem Kollegen tief in die Augen und kündigt „eine taktische Überraschung“ an. Welche, verrät er natürlich nicht. Das wäre dann doch zu viel der Harmonie.

Stuttgarter Nachrichten

SSV Reutlingen – Trainer Starzmann will junge Ausnahmespieler für die Zukunft holen. Nächste Saison knallhart 
 
 »Hauen und Stechen« 
 
 VON FRANK PLEYER 
 
 REUTLINGEN. Bei einem Fußball-Trainer bestimmen kurzfristiges Denken und Handeln, der Zwang zu schnellen Erfolgen in den allermeisten Fällen seinen Alltag. Aber der Kommandogeber wäre ein schlechter Coach, wenn er ohne ein längerfristiges Konzept operieren würde. Peter Starzmann hat von jeher über den Tellerrand hinausgedacht. Sonst wäre seine Aufbauarbeit beim SSV Reutlingen und der Aufstieg in die Fußball-Regionalliga nicht möglich gewesen. Denn letztlich ist Erfolg planbar. 
 
 Aus diesem Grund grübelt der 44-Jährige schon seit Wochen darüber nach, wie er sein Team künftig noch schlagkräftiger machen kann. »Denn in der kommenden Saison wird es ein Hauen und Stechen geben«, prophezeit Starzmann. Dann müssen alle Teams Gas geben, um den Sprung in die jüngst beschlossene, einteilige dritte Liga zu schaffen, in der ab der Runde 2008/2009 um Punkte gekämpft wird.

Um Verstärkungen holen zu können, braucht er zunächst grünes Licht von Präsidium und Verwaltungsrat. »Wir müssen schnell Planungssicherheit haben. In den nächsten acht Monaten müssen Entscheidungen und Namen fallen«, sagt Starzmann eindringlich in Richtung Vereinsspitze. Daher sei es sehr wichtig, dass sein Team in dieser Saison möglichst früh den Klassenerhalt schaffe.

»Junge Ausnahmespieler« erhofft sich der Coach am besten von Klubs aus der Region. Daher drückt der Fußball-Lehrer auch dem Regionalliga-Rivalen Stuttgarter Kickers, bei dem der SSV am Samstag (14.30 Uhr, Gazi-Stadion) antritt, im Aufstiegs-Rennen die Daumen. »Aus Eigennutz, um junge Spieler für uns zu interessieren«, wie er einräumt.

Denn falls die »Blauen« den Sprung in die zweite Liga schaffen, würde bestimmt der eine oder andere U 23-Akteur der Kickers mangels Einsatzzeiten woanders Spielmöglichkeiten anstreben. Starzmanns Wunschvorstellung: »Man kann sich regional unterstützen.« (GEA)

Reutlinger General Anzeiger

SSV-I: Kräftemessen an der Waldau
Zu einem Kräftemessen der etwas anderen Art kam es heute Nachmittag in Stuttgart. Dort trafen sich SSV-Trainer Peter Starzmann und Kickers-Coach Robin Dutt zu einer gemeinsamen Pressekonferenz vor dem Regionalligaspiel am Samstag.
[William Conrad] – Und das wichtigste vor weg: Alle Zuschauer werden gebeten aufgrund der Baustellen rund um das Gazi-Stadion mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an zu reisen.

Kickers sind der Favorit

Nachdem kurz über das gestrige WfV-Pokalspiel der Kickers geredet wurde (die Kickers siegten dabei im Elfmeterschießen mit 5:4 gegen den VfR Aalen) ging es dann um das Spiel am Samstag. Beide Trainer betonten, dass sie die jeweils andere Mannschaft sehr gut kennen und auch großen Respekt vor diesen hätten. Während Peter Starzmann vor allem betonte, dass die Kickers allein schon wegen der Eingespieltheit und der Erfahrung der Mannschaft der klare Favorit seien, lobte Robin Dutt die Reutlinger Defensivabteilung. „Ich habe Respekt vor der Defensivorganisation und dem Abwehrverhalten des SSV. Diese Abwehr hat schon in der Oberligasaison nur 16 Gegentore zugelassen und hat oft qualitative Ballgewinne“, zollte der Stuttgarter der Abwehr um Patrick Kirsch und Co ein Sonderlob. Doch auch vor den Angreifern des SSV habe man Respekt, sie seien „ganz unterschiedliche Stürmertypen“ gegen die sich jeder Abwehrspieler schwer tun würde. Während man in einer Szene noch gegen Christan Haas spiele sei es in der nächsten schon wieder Ewald Beskid; es sei schwer für einen Abwehrspieler sich darauf einzustellen, so Robin Dutt weiter.

SSV-Trainer Peter Starzmann lobte den Gegner ebenfalls. Die Kickers hätten auch dadurch, dass deren zweite Mannschaft in der Oberliga spiele, einfach bessere Vorraussetzungen um Spieler an die erste heran zu führen, so Peter Starzmann weiter. Beide Trainer waren sich darin einig, dass die Kickers vereinzelte Ausfälle bzw. Wechsel besser kompensieren können. So wurden im Pokal zum Beispiel sieben Spieler geschont; und mit Sulz habe man einen zweiten Keeper, welcher „in jeder Regionalligamannschaft problemlos spielen könne“, so Robin Dutt.

Dutt hat eine Überraschung für den SSV

Beide Trainer plagen aber auch leichte Personalprobleme. Sowohl bei den Kickers und deren Angreifer Christian Opala als auch beim SSV Reutlingen und Ewald Beskid stehen die Chancen auf einen Einsatz bei 50:50. Beide Trainer sprachen auch davon, dass sie sich auf dieses Lokalderby, so Kickers-Präsident Hans Kullen, ganz normal vorbereiten werden. „Bei uns kommen 50% der Spieler aus dem Raum Stuttgart, warum soll ich die erst nach Reutlingen fahren lassen?“, so Peter Starzmann. Auch Robin Dutt ändert bereitet sich ganz normal vor, er habe allerdings „für Reutlingen eine Überraschung“.

Da mit bis zu 7000 Zuschauern gerechnet wird wollen sich natürlich beide Teams gut verkaufen. „ Wenn die Taktiken beider Trainer aufgehen wird es für die Zuschauer ein langweiliges Spiel. Also darf eine der beiden Taktiken nicht funktionieren“ meinte Robin Dutt auf die Frage, wie das Spiel wohl ausgehen werde. Peter Starzmann wurde da schon etwas konkreter: „ Ich bin mir sicher, dass das Spiel nicht Null zu Null endet“ meinte er. Er sagte aber auch, dass es schwer sein so ein Spiel vorher zu sagen; Reutlingen aber eine „außergewöhnliche Leistung“ bringen müsse um einen Punkt bei den Kickers zu holen. Zum Schluss äußerte er noch den Wunsch, dass die Tabellensituation beim Rückspiel im Kreuzeichestadion ähnlich sei wie jetzt. Es kann ihm keiner verdenken.

SSV-News.de

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen

Wenn der zweite Torwart nur die Nummer drei ist
 
Beim Fußball-Regionalligisten Reutlingen hat der Trainer bei den Schlussleuten die Qual der Wahl: zwischen Marco Langner und Erol Sabanov
 
Der SSV Reutlingen hat ein Torwartproblem – in Erol Sabanov und Marco Langner sind zwei Spieler auf Augenhöhe. „Das ist verschenktes Kapital“, sagt der Stammtorwart Marco Langner vor dem Derby am Samstag bei seinem Exklub Stuttgarter Kickers.

Von Joachim Klumpp

Neulich, es war in der Partie gegen den 1. FC Saarbrücken, da muss sich Marco Langner fast wie ein Jugendspieler vorgekommen sein. Schließlich stand beim Gegner ein gewisser Peter Eich zwischen den Pfosten, eine wahre Fußball-Eiche mit 43 Jahren. So gesehen ist Reutlingens Torwart Langner noch ein Bonsaipflänzchen, obwohl er mit 37 auch nicht mehr zu den Jüngsten zählt. Vor vier Jahren hatte er seine Karriere sogar schon beendet gehabt, saß als so genannter Stand-by-Spieler allenfalls noch auf der Bank, machte den Torwarttrainer, arbeitete im Scouting, war quasi Mädchen für alles beim SSV – bloß nicht mehr Torwart.

Das änderte sich, als Reutlingen aus der zweiten Liga abstieg, keine Lizenz für die Regionalliga bekam, in der Oberliga plötzlich mit leeren Händen dastand, und ohne Schlussmann. Da fragte ihn der damalige Trainer Uwe Erkenbrecher, ob er Lust hätte einzuspringen. Langner hatte Lust. Und Hans Kullen, Präsident der Stuttgarter Kickers und kurzzeitig auch beim SSV in dieser Funktion tätig, sagt im Rückblick: „Reutlingen hätte nie einen anderen gebraucht. Marco Langner ist ein erstklassiger Torwart, wenn man ihm das Vertrauen ausspricht.“

Doch gerade damit haperte es. Zumindest zeitweise. Der aktuelle VfB-Trainer Armin Veh jedenfalls betrachtete seinerzeit weder Langner noch den Rivalen Hermanutz (jetzt Pfullendorf) als feste Größe und holte kurzerhand Goran Curko, den extrovertierten Glatzkopf aus Bielefeld. Und selbst vor dieser Saison sah sich der Schlussmann plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt, als Erol Sabanov aus Regensburg verpflichtet wurde. Ein gestandener Regionalligamann, der schon in Aalen und Saarbrücken Stammtorwart gewesen ist. Langner: „Der kommt ja nicht hierher, um die Nummer zwei zu sein.“

Im ersten Spiel in Kaiserslautern erhielt Sabanov dann auch tatsächlich den Vorzug, im zweiten gegen den VfB Stuttgart II Marco Langner. Und als der bravourös hielt, war die kurzzeitig angedachte Torwartrochade à la Nationalmannschaft kein Thema mehr. Der Trainer Peter Starzmann sagt zu der verzwickten Lage: „Andere Vereine wären froh, sie hätten zwei so ausgezeichnete Torhüter.“ Doch er gibt auch zu: „Wir wollten vor der Saison eigentlich einen talentierten jungen Ersatzmann.“ Zum Beispiel Manuel Salz, doch der bekam keine Freigabe von den Stuttgarter Kickers. Und als dann Sabanov auf dem Markt war, griff Reutlingen eben zu. Auch wenn Langner sagt: „Für mich ist das verschenktes Kapital.“ Da ist ein Fünkchen Wahrheit dran. Denn die Nummer zwei sitzt nicht einmal auf der Bank, weil dort regelmäßig der junge Markus Krauss Platz nimmt, damit die Quote an U-23-Spielern erfüllt wird. Er ist der lachende Dritte. „Von der Situation kann er nur profitieren“, sagt Langner.

Wie lange er sich das selbst noch antun will? Ganz einfach. „Solange ich mich fit fühle.“ So wie es aussieht wird er seinen Vertrag bis 2008 erfüllen, als Aktiver. Danach gibt es Überlegungen innerhalb des Vereins, Langner ins Marketing einzubinden. Schließlich hat er Sportmanagement studiert. „Konkret ist das noch nicht, bisher gibt es eine gewisse Kontaktpflege mit Sponsoren“, sagt Langner, „aber die Aufgabe würde mich schon reizen.“ Außerdem würde er in Reutlingen gerne eine Torwartschule aufbauen. „Mit dem Ziel, den einen oder anderen davon in die erste Bundesliga zu bringen.“

Zu solchen Meriten hat es für Marco Langner selbst nie gereicht. Der gebürtige Schwarzwälder ist bodenständig geblieben. Donaueschingen, Pfullendorf, Stuttgarter Kickers, Waldhof – seit 1997 Reutlingen. Kapitän und die Nummer 1 ist er, was will man mehr? „Die Erwartungshaltung ist schon sehr hoch“, sagt Langner, „die Zuschauer pfeifen recht schnell, wenn es mal nicht so läuft.“ Dabei läuft es nicht schlecht, mit 15 Punkten aus neun Spielen für den Neuling. Aber Peter Starzmann betont gerne: „Wir brauchen im Laufe der Saison alle Spieler.“ Also auch Erol Sabanov? Ein Wechsel beim Torwart ist immer heikel. Dennoch sagt der Trainer: „Auch er wird mal wieder seine Chance bekommen. Ich denke aber eher auswärts.“

Es muss ja nicht gerade am Samstag bei den Stuttgarter Kickers sein, Langners Exklub. Zwei Jahre hat er dort gespielt, und zum Derby erwartet er zwei- bis dreitausend Reutlinger Fans. Ein Heimspiel also, und so etwas wie eine Stammplatzgarantie.

Stuttgarter Zeitung

Mit Kombikarte zum Derby der Kickers
 
Zum Derby in der Regionalliga Süd zwischen den Stuttgarter Kickers und dem SSV Reutlingen am Samstag, 30. September, um 14.30 Uhr im Gazistadion empfiehlt der Verkehrsverbund Stuttgart den Stadionbesuchern für die Hin- und Rückfahrt die Busse und Bahnen mit der Kombikarte zu benutzen. Sie gilt nicht nur als Eintrittskarte zum Spiel, sondern auch als kostenloser Fahrausweis in allen Verkehrsmitteln. Vom Hauptbahnhof kommen Fußballfans mit der Stadtbahnlinie U 7 zur Waldau. rd

Stuttgarter Nachrichten

Anstoß: 30.09.2006 14:30
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Brych, Dr. (München)
Assistenten: Zacher (Nußdorf), Beitinger (Regensburg)

Stuttgarter Kickers: Nach der ersten Saisonniederlage plant Trainer Dutt keine taktischen Änderungen. Seine Spieler warnt er vor der Reutlinger Kopfballstärke.

SSV Reutlingen 05: Janic, Otto und Rill kehren ins Team zurück. Demirkiran ist für den verletzten Beskid als zweiter Angreifer hinter Haas denkbar.

Aufstellung
Stuttgarter Kickers
Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Kanitz – M. Hartmann – Parmak, Kanyuk, Stierle – Mesic, Gambo

Trainer: Dutt

SSV Reutlingen 05
Langner – Scheuring, Aybar, Kirsch, Janic – Rill, Waidmann, Otto, Unger – Demirkiran – C. Haas

Trainer: Starzmann

Kicker

Am kommenden Samstag trifft die Regionalliga-Mannschaft des SSV Reutlingen im Derbyschlager auf die erste Mannschaft der Stuttgarter Kickers. Anpfiff dieser heiß ersehnten Partie ist um 14:30 im GAZI-Stadion auf der Waldau.

[Edith Baur] – Schön wäre es, wenn die SSVler  in dieser Partie nahtlos an die vergangene Saison anknüpfen könnten. Sicherlich ist allen SSV-Fans der 07. Mai 2006 noch gut in Erinnerung: Bei herrlichem Fussballwetter und der überragenden Kulisse von 1.500 mitgereisten Reutlingern besiegten die „Starzmänner“ die zweite Mannschaft der Kickers, an gleicher Stelle, mit 0:3. Damals war die Ausgangslage natürlich eine andere als vor dem diesjährigen Regionalligatopspiel. Der SSV als damaliger Tabellenführer der Oberliga trat gegen den Tabellen 13. an.

Im Derby am kommenden Samstag tritt der SSV als Tabellen 6. gegen die auf Rang 2 stehenden Kickers an. Deren Hochphase wurde am vergangenen Freitag mit der 4:1 Niederlage gegen die SF Siegen vorerst gestoppt. Dadurch hat sich auch gezeigt, wie eng es in der Regionalliga zugeht. Hier kann wirklich jedes Team das Andere schlagen.

Doch während die von Robin Dutt trainierten Stuttgarter am heutigen Mittwoch noch das Achtelfinalspiel im WFV-Pokal gegen den VfR Aalen bestreiten mussten (Sieg gelang ihnen letztlich erst nach dem Elfmeterschießen), kann der SSV sich ganz in Ruhe auf die Begegnung am Samstag vorbereiten. Dies haben die Kreuzeichekicker übrigens ebenfalls den Kickers zu „verdanken“, besiegte deren zweite Mannschaft doch vor Saisonbeginn die Nullfünfer in der ersten Runde des WFV-Pokals. Hier ist also durchaus noch eine kleine Rechnung offen.

Mit einer konzentrierten, mannschaflich geschlossenen Leistung hat der SSV durchaus die Chance die Kickers ein wenig zu ärgern, Punkte nach Reutlingen zu entführen und damit seine „kleine“ Durststrecke zu überwinden.

Und unter dem Motto „Wir alle sind der SSV“ können auch wir mit zahlreicher Anwesenheit im GAZI-Stadion dafür sorgen, dass der SSV sich dort „heimisch“ fühlt.

SSV-News

Waldaubruddler Stuttgarter Kickers – VfR Aalen

„Also, dass des klar ist: gewonnen habt Ihr nur, weil wir beim Elfmeterschießen die Daumen gedrückt haben….; Anna, als der Torwart gehalten hat und Ich als der Aalener vorbeigeschossen hat….“

Der Waldaubruddler zum Spiel wie immer lesenwert unter: http://www.mannesauter.de/waldaubruddler/wfv0607svkaalen.htm

Presse zum WFV-Pokal: Stuttgarter Kickers – VfR Aalen 5:4 n. E.

Pokalsieg im Elfmeterschießen
Kickers machen es spannend
 
STUTTGART (ump). Die Aalener Schlachtenbummler haben sich gestern Abend als ganz schön pfiffig erwiesen. „Gestern noch der Spitzenreiter, heute schon Pokalausscheider“, hatten sie vor dem WFV-Pokal-Achtelfinale bei den Stuttgarter Kickers auf ein Transparent geschrieben. Nun, Tabellenführer sind die Kickers inzwischen in der Regionalliga zwar nicht mehr, dafür aber im Pokal eine Runde weiter. Auch wenn dazu ein Elfmeterschießen benötigt wurde, das die Kickers mit 5:4 für sich entschieden, nachdem in 120 Minuten kein Tor gefallen war.

„Die Verlängerung hätten wir uns ersparen können“, sagte der Kickers-Trainer Robin Dutt angesichts hochkarätiger Chancen seiner Spieler. Die aber scheiterten immer wieder an Aalens Torwart Robert Wulnikowski, der in der 90. Minute noch alleine gegen den eingewechselten Mesic klärte und in der Verlängerung einen Freistoß von Benda aus dem Winkel holte. Wobei ihm der junge Kickers-Ersatzmann Manuel Salz (21) zwischen den Pfosten in nichts nachstand. „Es hat richtig Spaß gemacht, was die Jungs gezeigt haben“, sagte Robin Dutt angesichts der Tatsache, dass in der Startformation ein halbes Dutzend Stammspieler gefehlt hatten, schließlich steht am Samstag bereits das Derby gegen Reutlingen auf dem Programm. Und schon nächsten Dienstag (16 Uhr) folgt dann das Viertelfinale des WFV-Pokals beim Oberligisten TSV Crailsheim. „Diese Terminplanung kann ich nicht verstehen“, sagt Dutt.

Kickers: Salz – Benda, Wildersinn, Yildiz, Stierle – Parmak (74. Gambo), Hartmann, Kanyuk (74. Akcay), Sökler – Bischoff (81. Tucci), Schlabach (74. Mesic).

Elfmeterschießen: 0:1 Hillebrand, 1:1 Stierle, 1:2 Maier, Mesic scheitert am Torwart, 1:3 Okic, 2:3 Benda, 2:4 Haller, 3:4 Akcay, Sailer scheitert am Torwart, 4:4 Yildiz, Schiele vorbei, 5:4 Hartmann.

Stuttgarter Zeitung

Kickers nach Elfmeterkrimi weiter
 
5:4 gegen den VfR Aalen – Die Blauen stehen im WFV-Pokal-Viertelfinale
 
Stuttgart – Der Titelverteidiger bleibt weiter im Rennen. Die Stuttgarter Kickers haben das Regionalliga-Duell im WFV-Pokal gegen den VfR Aalen mit 5:4 im Elfmeterschießen gewonnen. Bereits am Dienstag (15 Uhr) geht es für die Blauen im Viertelfinale zum Oberligisten TSV Crailsheim.

VON GUNTER BARNER

Eines muss man den Kickers-Spielern lassen: Gute Nerven haben sie. Das letztjährige Halbfinale bei Normannia Gmünd gewannen die Blauen nach Elfmeterschießen, genauso das Endspiel gegen den SSV Ulm 1846. Und nun siegten sie im Achtelfinale gegen den VfR Aalen auf die gleiche Weise. Mittelfeldspieler Manuel Hartmann verwandelte den entscheidenden Elfmeter für die Kickers. Die Spieler jubelten, die Fans feierten, und Robin Dutt machte ein zufriedenes Gesicht: „Das war eine ganz ordentliche Leistung“, sagte der Kickers-Trainer, „wir haben uns ohne sechs Stammkräfte gut verkauft und letztlich verdient gewonnen.“

Der Elfmeterkrimi entschädigte für vieles. Ansonsten waren sich die 700 Zuschauer weit gehend einig: Solche Spiele sind nur sehr bedingt geeignet, den Reiz des Fußballs zu erklären. Was die Teams in den 120 torlosen Minuten im Gazistadion servierten, war größtenteils fade Kost. Keine Präzision, viele Ballverluste, wenig Mut zu Einzelaktionen prägten das Geschehen.

Die neu formierten Blauen erarbeiteten sich von Beginn an ein leichtes Übergewicht. Sie gingen engagierter und bissiger in die Zweikämpfe, was fehlte, war die letzte Konsequenz. Auch im Torabschluss: Vor der Pause scheiterte Timo Schlabach zweimal in aussichtsreicher Position an Torwart Robert Wulnikowski. Der VfR spielte lange Zeit so, wie es der Fehlstart in der Regionalliga (nur ein Sieg in neun Spielen) vermuten ließ: ängstlich und verunsichert. Zu seiner ersten Chance kam das Team von Trainer Frank Wormuth erst in der 72. Minute: Nach einem 16-m-Schuss von Marijo Maric lenkte Kickers-Keeper Manuel Salz, der für Stammtorwart David Yelldell zwischen den Pfosten stand, den Ball reaktionsschnell um den Pfosten.

Die beste Chance, das Spiel in der regulären Spielzeit zu entscheiden, hatten aber die Kickers. Mirnes Mesic stürmte allein aufs Aalener Tor zu – scheiterte aber an Wulnikowski. Der VfR-Torwart zeigte sich ebenso wie sein Kollege im Kickers-Gehäuse in Glanzform. Die beiden Keeper sorgten auch in der Verlängerung dafür, dass es trotz guter Chancen ins Elfmeterschießen ging.

Die Zusatzschicht passte beiden Trainer nicht. Schließlich warten am Samstag (14.30 Uhr) schwere Aufgaben in der Liga: Die Kickers empfangen den SSV Reutlingen, Aalen steht zu Hause gegen den VfB Stuttgart II auf dem Prüfstand.

Stuttgarter Nachrichten

FUSSBALL / WFV-Pokal – Mit der 4:5-Niederlage im Elfmeterschießen bei den Stuttgarter Kickers platzen beim VfR Aalen die DFB-Pokalträume
VfR-Pokalaus nach Elfmeterkrimi in Stuttgart
Fußball-Regionalligist VfR Aalen muss nach dem verlorenen Elfmeterkrimi gestern Abend im WFV-Pokal den Traum von der DFB-Pokalteilnahme erneut verschieben. Die Stuttgarter gewannen nach torlosem Spiel das Elfmeterduell mit 5:4.VON WERNER RÖHRICHDie Aalener konnten sich bei ihrem Keeper Robert Wulnikowski bedanken, dass sie die 120 Minuten auf dem Spielfeld torlos überstanden. Insbesondere in der Verlängerung hatten beide Teams glasklare Möglichkeiten, sich den Elfmeterkrimi zu ersparen.
„Wir hatten drei Matchbälle und haben sie nicht genutzt“, trauerte VfR-Coach Frank Wormuth den vergebenen Chancen nach. „Momentan geht es in die falsche Richtung“, war seine ernüchternde Feststellung. Aber: „Irgendwann hört auch das mal auf.“
Stuttgarts Trainer Robin Dutt hatte wahr gemacht, was er angekündigt hatte. Mit Keeper David Yelldell, Jens Härter, Mustafa Akcay und den beiden torgefährlichen Bashiru Gambo und Mirnes Mesic nahmen fünf Leistungsträger auf der Bank Platz. Dem verletzten Goalgetter Christian Okpala blieb die Zuschauerrolle. Bei Aalen kam wie erwartet Rene Okle auf der rechten Außenseite für den verletzten Angelo Donato. Ansonsten gab VfR-Coach Frank Wormuth dem Team das Vertrauen, das zuletzt auch in Kaiserslautern auflief.
Nach einer kurzen Phase des Abtastens versuchte der VfR Aalen zunehmend, die Partie an sich zu reißen. Vor allem Marco Christ, versuchte die Akzente im Spiel nach vorne zu setzen. Er fand auf der linken Seite immer wieder Dennis Hillebrand. Doch die beiden Schüsse, die dieser bereits in der ersten Viertelstunde auf das Kickers-Gehäuse abfeuerte, verfehlten ihr Ziel noch.
Die Kickers verstanden es ihrerseits, bei Ballbesitz blitzschnell umzuschalten und ihre Konter in Richtung Robert Wulnikowski zu fahren. Bastian Bischoff im Sturmzentrum beschäftigte – unterstützt von Timo Schlabach – die VfR-Hintermannschaft mindestens genau so, wie es Okpala nicht besser hätte machen können.
So sahen die Zuschauer im Gazistadion auf der Waldau über weite Strecken einen offenen Schlagabtausch, bei dem sich keine der beiden Team echte Vorteile erspielen konnte. Torraumszenen blieben zunächst noch Mangelware. Timo Schlabach forderte VfR-Keeper Robert Wulnikowski erstmals nach einer halben Stunde mit einem 20-Meter-Schuss. Die Antwort von Marco Christ auf der Gegenseite folgte auf dem Fuß. Sein Fernschuss landete knapp neben dem Tor. Wenig später war es erneut Schlabach, der den Atem der mitgereisten Aalener Fans gleich zweimal hintereinander stocken ließ. Doch die VfR-Elf ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und suchte ihrerseits den Weg nach vorne. Bernd Maier schaltete sich immer mehr in das Offensivspiel ein. Auf den Rängen kam Stimmung auf. Gegen Ende der ersten Halbzeit waren es dann die Degerlocher, die die besseren Chancen hatten. Kurz vor dem Pausenpfiff musste Robert Wulnikowski sein ganzes Können aufbieten, um nach einem Schuss von Schlabach den Rückstand zu verhindern. Die skeptische Miene von VfR-Aufsichtsratsvorsitzendem Johannes Moser zur Halbzeit auf der Tribüne verriet, dass er mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden war.
Über die Querlatte
Wormuth brachte nach dem Wechsel Fall für Okle und Haller für Alder ins Spiel. Doch noch war es die Mannschaft von Robin Dutt, die die Akzente setzte. Oliver Stierle jagte eine Granate über die Querlatte von „Wulles“ Kasten. Die bis dahin größte Chance des Spiels hatte Bastian Bischoff fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff. Freistehend vor Wulnikowski traf er das Leder nicht richtig. Und während die Stuttgarter Fans auf der Gegengeraden schon in Jubelgesänge („Wir steigen auf“) ausbrachen, bemühte sich Aalen zwar um einen geordneten Spielaufbau. Fehlanzeige allerdings in Sachen Torgefährlichkeit. Die Platzherren kontrollierten jetzt die Partie und waren dem Führungstreffer näher als ihre Gäste, die sich bei ihrem Torhüter dafür bedanken durften, nicht frühzeitig in Rückstand zu geraten. Darüber konnte auch ein versuchter Gewaltschuss von Marco Haller in die Hände von „Blauen“-Keeper Manuel Salz nicht hinwegtäuschen. Auch der Abpraller, den Hillebrand wenig später nach Christs Schuss vor die Füße bekam, brachte nur eine Ecke ein. In der 72. Minute wäre Maric fast die Aalener Führung gelungen. Doch Salz zeigte sich auf dem Posten und lenkte zur Ecke.
Gleich darauf läutete Dutt mit der Einwechslung von Gambo, Mesic und Akcay die Sturmoffensive der Kickers ein. Auch Wormuth versuchte, mit Okic und Sailer offensiven Schwung zu bringen. Die Partie erhielt in der Tat plötzlich Leben. In der Schlussminute rettete Wulnikowski mit einer Glanzparade nach einem Schuss von Mesic sein Team in die Verlängerung.
Dort entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten. Maier, Sailer und Haller hatten Möglichkeiten, die Partie zu entscheiden. Auf der anderen Seite hatte Wulnikoswki mehrere Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Gegen den Pfostenschuss von Sökler in der 117. Minute aber wäre Wulnikowski machtlos gewesen.
Er ließ auch im Elfmeterschießen die Herzen der VfR-Fans höher schlagen, als er gleich den zweiten Elfer (von Mesic) parierte. Sailer hätte die Möglichkeit gehabt, den Sieg sicher zu stellen. Doch er scheiterte am Keeper. So nahm das Schicksal seinen Lauf. Schiele verschoss, Manuel Hartmann verwandelte zum 18. Kickers-Sieg in Folge in den vergangenen drei WFV-Pokalspieljahren.
Stuttgarter Kickers – VfR Aalen 5:4 n. Elfm.Stuttgarter Kickers:
Salz – Benda, Wildersinn, Yildiz, Stierle – Schlabach (74. Akcay), Hartmann, Kanyuk (74. Mesic), Parmak (74. Gambo) – Sökler, Bischoff (81. Tucci).
VfR Aalen:
Wulnikowski – Schiele, Metzelder, Hillebrand, Da Silva – Maier, Alder (46. Haller), Christ (74. Okic), Okle (46. Fall) – Maric (74. Sailer), Steegmann (100. Stickel).
Tore:
Elfmeterschießen: Hillebrand 0:1, Stierle 1:1, Maier 1:2, Mesic (Wulnikowski hält), Okic 1:3, Benda 2:3, Haller 2:4, Akcay 3:4, Sailer (Salz hält), Yildiz 4:4, Schiele verschießt, Hartmann 5:4.
Schiedsrichter:
Guiseppe Pallila.
Zuschauer:
880.
Schwäbische Zeitung

Bilder gibt es wie immer unter Tausendsascha.de

Stuttgarter Kickers – VfR Aalen 5:4 n.E. (0:0) Die Kickers stehen im Viertelfinale um den wfv-Pokal Saison 2006/2007. Nach torlosen 120 Minuten vor 880 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau hatten die Blauen mit 5:4-Treffern im Elfmeterschießen das glücklichere Ende für sich. Somit bleiben die Kickers nach 18 Siegen in Folge im wfv-Pokal weiterhin ungeschlagen.

Die Kickers stehen im Viertelfinale um den wfv-Pokal Saison 2006/2007. Nach torlosen 120 Minuten vor 880 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau hatten die Blauen mit 5:4-Treffern im Elfmeterschießen das glücklichere Ende für sich. Somit bleiben die Kickers nach 18 Siegen in Folge im wfv-Pokal weiterhin ungeschlagen.Zur Aufstellung:

Trainer Robin Dutt ließ gleich fünf Stammkräfte auf der Bank: David Yelldell, Mirnes Mesic, Mustafa Akcay, Jens Härter und Bashiru Gambo wurden zunächst geschont, Christian Okpala war auch heute noch nicht wieder zurück im Kader. So bekamen heute die Spieler ihre Chance, die in der bisherigen Saison noch nicht so oft zum Einsatz kamen: Im Tor stand heute Ersatzkeeper Manuel Salz, die Abwehrreihe mit Sascha Benda, Marco Wildersinn, Recep Yildiz und Oliver Stierle. Vor der Abwehr spielte Manuel Hartmann, auf den Flügeln Mustafa Parmak und Sven Sökler, hinter den Spitzen lief Laszlo Kanyuk auf. Vorne stürmten Bastian Bischoff und Timo Schlabach.
Die Aalener traten mit einer Dreierabwehrkette, einem Fünfermittelfeld und zwei Spitzen gegen die Kickers an.
Zum Spielverlauf:

Die neuformierte Kickers-Elf brauchte gute 20 Minuten. um ins Spiel zu kommen. Nach dem Warnschuss von Aalens Hillebrandt knapp über das Kickers-Tor (8.) hatten bis zur Halbzeitpause nur noch die Kickers ihre Möglichkeiten in Führung zu gehen: Timo Schlabach hatte binnen zehn Minuten vier Chancen, doch scheiterte er am guten Aalener Schlussmann Wulnikowski (22., 25. und 28.) oder wurde in letzter Sekunde abgeblockt (27.). Kurz vor der Halbzeit aber die beste Chance: ein toller Angriff über die rechte Seite, wo Laszlo Kanyuk per Hacke Sven Sökler bediente, der schön in den Rücken der Abwehr auf Manuel Hartmann zurücklegte, doch erneut war Aalens Keeper Wulnikowski auf dem Posten und konnte per Fußabwehr klären (44.).

Auch im zweiten Durchgang blieben die Kickers das aktivere Team mit den besseren Chancen: Bastian Bischoff trifft sieben Meter vor dem Tor den Ball nicht richtig (50.), den Halbvolleyschuss von Manuel Hartmann entschärfte der Gästekeeper wieder bravourös (55.). In der 70. Minute dann die bis dato beste Chance für die Gäste, doch Manuel Salz lenkte den verdeckten Schuss von Maric um den Pfosten (70.). Mit dem Schlußpfiff hätte der eingewechselte Mirnes Mesic den Siegtreffer aber erzielen müssen: Sven Sökler schickte den Kickers-Stürmer alleine Richtung Gästetor, doch versagten ihm leider die Nerven vor dem prächtig aufgelegten Aalener Torwart, der auch diese Chance vereitelte (90.).

In der Verlängerung hatte Okic für Aalen die Chance mit seinen starken Fernschuss, doch Manuel Salz im Kickers-Tor wehrte gekonnt ab (93.). Gegen Ende der Verlängerung wurde es nun ein offener Schlagabtausch: Zunächst traf Sven Sökler mit seinem Volleyschuss nur den Pfosten (106.), auf der anderen Seite parierte Manuel Salz den Drehschuss von Sailer (108.). Selbst an den abgefälschten 20-Meter-Freistoß von Sascha Benda brachte Wulnikowski noch die Hand dran und konnte so sein Team vor dem Rückstand bewahren (110.). In der 113. Minute setzte sich Fall auf dem rechten Flügel durch und passte von der Grundlinie zurück au Haller, doch Manuel Salz reagierte wieder großartig.

So musste erneut ein Elfmeterschießen um den Einzug ins Viertelfinale entscheiden. Aalen legte mit dem Treffer von Hillebrandt vor, Oliver Stierle glich zum 1:1 aus. Nachdem Maier das 1:2 erzielte, parierte Wulnikowski den Schuss von Mirnes Mesic. Danach trafen alle Schützen: Okic und Haller für die Gäste, Sascha Benda und Mustafa Akcay für die Kickers. Zum eigentlich entscheidenden Elfmeter beim Stand vom 3:4 trat Aalens Sailer an, doch Kickers-Keeper Manuel Salz roch die richtige Ecke und parierte den Elfmeter stark. Wie in den Elfmeterschießen der letzten Pokalspiele lag nun die Last auf Recep Yildiz, der aber sicher zum 4:4-Ausgleich verwandelte. Damit ging das Elfmeterschießen mit dem sechsten Schützen weiter, für Aalen ging Schienle zum Elfmeterpunkt, doch setzte er seinen Versuch links am Pfosten vorbei. Nachdem Manuel Hartmann seinen Elfmeter zum 5:4 verwandeln konnte, standen die Kickers als Sieger fest.
Im Viertelfinale treten die Kickers nun bereits am Dienstag, 3 Oktober 2006 um 16.00 Uhr beim Oberligisten TSV Crailsheim an.

Die Trainerstimmen:

Frank Wormuth: „Wir sahen ein gutes Pokalspiel mit vielen glasklaren Chancen auf beiden Seiten. Leider haben wir drei Matchbälle nicht verwandeln können, deshalb geht mein Glückwunsch an die Kickers.“
Robin Dutt: „Der Erfolg war wichtig, weil wir fünf Stammkräfte zunächst geschont hatten, mit Christian Okpala der sechste Stammspieler auch noch fehlte. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht meiner zusammengewürfelten Mannschaft – die so noch nie gespielt hatte – zuzusehen. Wir waren neunzig Minuten das bessere Team, Mirnes Mesic muss in der Schlußminute den Treffer machen. Am Ende sind wir glücklich, dass wir im Elfmeterschießen gewonnen haben.“

Die Spielstatistik:

Kickers: Salz – Benda, Wildersinn, Yildiz, Stierle – Hartmann, Parmak (74. Akcay), Sökler, Kanyuk ( (74. Gambo) – Bischoff (81. Tucci), Schlabach ( 74. Mesic) – Trainer: Dutt
Aalen: Wulnikowski – da Silva, Metzelder, Schienle – Hillebrand, Alder (46. Haller), Maier, Okle (46. Fall), Christ (74. Okic) – Maric (74. Sailer), Steegmann (100. Stickel) – Trainer: Wormuth

Schiedsrichter:
Guiseppe Pallila
Verwarnungen:
Gelb: Sokler, Akcay – Stickel, Okic, Sailer

Zuschauer:
880 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Torfolge im Elfmeterschießen:
0:1 Hillebrand
1:1 Steirle
1:2 Maier
  
Elfmeterschießen:
1:2 Wulnikowski pariert Elfmeter von Mesic
1:3 Okic
2:3 Benda
2:4 Haller
3:4 Akcay
3:4 Salz hält Elfmeter von Sailer
4:4 Yildiz
4:4 Schienle schießt links vorbei
5:4 Hartmann

Offizielle Homepage

Im Achtelfinale gegen die Stuttgarter Kickers kam gestern Abend nach einem spannenden Spiel das Aus für den VfR Aalen im WFV-Pokal. Dass es gerade die Kickers waren, gegen die man gestern den Knoten zum Platzen bringen wollte, ist schmerzhaft. In der ersten Halbzeit war die Begegnung eher schwerfällig. Keiner der beiden Kontrahenten konnte wirklich klare Akzente setzen. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde das Spiel nicht zwingend gestaltet. Erst ab der 60 Minute spürte man bei den Aalenern den Drang zum Tor. Immer wieder parierte Kickers-Torhüter Salz mit Bravour. So musste man torlos in die Verlängerung. Dort gewann das Spiel erneut an Druck und auch Wulnikowski wurde seinem Image als erstklassiger Torhüter gerecht.
Doch auch die 2×15 Minuten in der Verlängerung blieben ohne Torerfolg.
So mussten die Teams ein Elfmeterschießen bestreiten, das spannender nicht hätte sein können. Der VfR kam anfangs mit 1:3 in Führung. Doch danach holten die Kickers mit sicher platzierten Bällen auf. Nachdem Sailers Schuss gehalten wurde, und Schieles Ball am Tor vorbei flog, konnten die Gastgeber den Sack dicht machen. Mit 5:4 zerschossen die Degerlocher unseren Traum vom DFB Pokal in Aalen.
Enttäuschung pur bei den mitgereisten Fans.
So schmerzhaft dieses Spiel auch sein mag, letztendlich muss man sich nun auf den kommenden Gegner in der Regionalliga konzentrieren. Mit dem Tabellenführer, VfB Stuttgart II, wartet nämlich am Samstag einer der schwersten Gegner auf uns.

Homepage VfR Aalen