
Kategorie: Kickers I
Presse zu Kickers vs. VfB Stuttgart II (1:1)
Munteres Spielchen endet in Remis
Das Derby zwischen den Kickers und dem VfB II zieht die Zuschauer an
STUTTGART (ump). Die Kulisse ist schon zweitligareif gewesen und auch das Spiel war über weite Strecken ansehnlich. Im Regionalliga-Derby gestern trennten sich die Kickers und der VfB II 1:1 (0:0) vor 7210 Zuschauern.
Wer zu spät kam, den bestraften gestern zumindest nicht die Spieler der Stuttgarter Kickers und des VfB II im Derby der Fußball-Regionalliga. Denn nachdem der Schiedsrichter die Partie wegen des Zuschauerandrangs fünf Minuten später angepfiffen hatte, wurde es nichts mit einem frühen Treffer im Gazistadion. Dabei hatten die Gastgeber in der Anfangsphase gute Möglichkeiten, namentlich durch ihren Torjäger Christian Okpala, der aber zweimal an Stuttgarts gut aufgelegtem Torhüter Timo Hammel scheiterte.
Dennoch hatten die Kickers mehr vom Spiel, auch weil sich die offensive Aufstellung mit Sven Sökler (statt Akcay) auf der Außenbahn und Mustafa Parmak als Spielmacher positiv bemerkbar machte. Parmak war es auch, der in der 25. Minute nach einer schönen Einzelleistung aus 20 Metern nur knapp die Führung verpasste. Da kam Freude auf – und Stimmung. Zumal auch der VfB seinen Teil zu einem munteren Spielchen beisteuerte. Tobias Weis sorgte immer wieder für Gefahr, wenngleich der VfB in der Spitze nicht allzu gefährlich war.
Das änderte sich, zumindest nominell, nach der Pause, als beim VfB Szalai für Dangelmayr ins Spiel kam. Der ungarische Juniorennationalspieler konnte in der 58. Minute in letzter Sekunde geblockt werden. Drei Minuten später verhinderte die Latte die Führung der Gäste, als Morys aus gut 20 Metern abgezogen hatte. Keine Frage: der VfB wurde stärker, besaß nun ein Übergewicht im Mittelfeld. Dennoch: Mitten hinein ins Herz und Netz des VfB die Führung durch einen Gambo-Kopfball nach einer Ecke von Benda. 1:0 nach 66 Minuten. Mesic und Akcay hätten dann bei Riesenchancen alles klar machen können, stattdessen traf Szalai zum Ausgleich (82.).
Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Sökler, Hartmann, Parmak (87. Akcay), Gambo (78. Schlabach) – Mesic, Okpala.
VfB II: Hammel- Schwabe, Kovacevic, Dangelmayr (46. Szalai), Schaschko (78. Klauss) – Schuon, Khedira – Weis, Perchtold, Morys (62. Dausch) – Galm.
Tore: 1:0 Gambo (66.), 1:1 Szalai (82.).
Stuttgarter Zeitung
1:1 – damit können alle leben
Rekordkulisse und gerechtes Ergebnis im Regionalliga-Derby zwischen den Kickers und dem VfB II
STUTTGART. Die Kulisse ist schon zweitligareif gewesen, das Spiel vom Tempo und der Spannung her auch. 1:1 (0:0) trennten sich die Kickers und der VfB II gestern Abend vor 7210 Zuschauer in der Fußball-Regionalliga. Tenor der Trainer: „Ein hochklassiges Derby.“
Von Joachim Klumpp
Als Bashiru Gambo gestern Abend nach 78 Minuten den Rasen des Gazistadions gemächlichen Schrittes verließ, die Hände zum Applaus in die Höhe gestreckt, da feierten die Fans schon den vermeintlichen Matchwinner der Stuttgarter Kickers im Regionalliga-Derby. Doch beim Schlusspfiff feierten sie nicht den vierten Sieg im vierten Spiel ihrer Mannschaft. Da hatte doch glatt der eingewechselte Adam Szalai einen Strich durch die Rechnung gemacht, mit seinem Ausgleich in der 82. Minute für den VfB. Was der Trainer Rainer Adrion so bewertete: „Ein verdientes Ergebnis in einem hochklassigen Spiel.“
Sein Kickers-Kollege Robin Dutt wollte da gar nicht groß widersprechen – obwohl: Ein wenig Herz-Schmerz war schon vorhanden. „Ein Punktverlust tut immer weh, wenn man acht Minuten vor Schluss noch vorne liegt und dann durch einen Ballverlust an der Mittellinie den Ausgleich selbst einleitet.“ Sascha Benda war in diesem Fall der Unglücksrabe gewesen, nachdem der Rechtsverteidiger in der 66. Minute noch die Führung mit einem Eckball vorbereitet hatte, den Gambo per Kopf zum 1:0 verlängerte.
Und das in einem Spiel, das über die 90 Minuten hin und her ging, rauf und runter. Nicht nur die Kulisse von 7210 Zuschauern war schon zweitligareif, auch das Tempo an diesem lauen Sommerabend. „Als Trainer war man ständig gefordert, das Spiel richtig zu lesen“, sagte Dutt. Seine Mannschaft jedenfalls gab zunächst den Ton an und hätte durch Christian Okpala schon in der Anfangsphase in Führung gehen können, ja müssen, doch der Neuzugang aus Augsburg scheiterte zweimal am gut aufgelegten VfB-Schlussmann Timo Hammel. „Die Zuschauer haben auf jeden Fall ein rassiges Derby gesehen“, sagte Rainer Adrion, woran auch seine Mannschaft ihren Anteil hatte. Wenngleich vor der Pause die klaren Chancen Mangelware blieben, nicht zuletzt weil die einzige Spitze Danny Galm oft allein auf weiter Flur stand.
Das sollte sich nach dem Wechsel ändern. Nicht ganz freiwillig. Weil sich der Innenverteidiger Steffen Dangelmayr eine Zerrung oder einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, brachte Adrion recht früh den ungarischen Juniorennationalspieler Szalai, der schon in seiner ersten Szene an David Yelldell scheiterte. Bei Morys“ Gewaltschuss aus zwanzig Metern wäre allerdings auch der Kickers-Schlussmann geschlagen gewesen, doch die Latte rettete.
Und genau in der Phase, als der VfB-Trainer dachte, „wir hätten das Spiel im Griff“, fiel das Tor auf der anderen Seite. Doch damit nicht genug. Mesic, klar stärker als sein Sturmpartner Okpala, und der eingewechselte Mustafa Akcay hatten die Riesenchancen zum 2:0, was gleichbedeutend mit der Entscheidung gewesen wäre. „Eine Spitzenmannschaft macht da den Sack zu“, sagte der Kickers-Trainer später. Seine Elf versäumte dies, was zeigt, dass noch der letzte Tick auf dem Weg nach oben fehlt.
Dutt betonte aber: „Es war sicher unser bisher bestes Saisonspiel.“ Nach dieser Partie sind die Kickers immer noch Tabellenführer, gefolgt übrigens vom VfB Stuttgart II, der bekanntlich aber nicht aufsteigen darf. Die Kickers schon. Doch selbst in diesem Fall gäbe es nach dem jetzigen Stand der Dinge in der nächsten Saison wieder ein Derby – gegen die Profis des VfB. Aber das ist nun wirklich zu viel der Zukunftsmusik.
Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Sökler, Hartmann, Parmak (87. Akcay), Gambo (78. Schlabach) – Mesic, Okpala.
VfB II: Hammel – Schwabe, Kovacevic, Dangelmayr (46. Szalai), Schaschko (78. Klauss) – Schuon, Khedira – Weis, Perchtold, Morys (62. Dausch) – Galm.
Schiedsrichter: Fleischer (Sigmertshausen)
Tore: 1:0 Gambo (66.), 1:1 Szalai (82.).
Stuttgarter Zeitung
1:1 – Kickers bleiben an der Spitze
Spannendes Stuttgarter Derby in der Fußball-Regionalliga Süd – VfB II holt Rückstand auf
Stuttgart – Tolle Kulisse, spannendes Spiel, gerechtes Ergebnis – das Stuttgarter Derby in der Fußball-Regionalliga Süd hat alle Erwartungen erfüllt. Die Stuttgarter Kickers behaupteten durch das 1:1 (0:0) gegen den VfB Stuttgart II vor 7210 Zuschauern ihre Tabellenführung.
VON JÜRGEN FREY
Als um kurz vor 21 Uhr am Freitagabend im Gazistadion der Schlusspfiff ertönte, gab es kaum jemanden, der Grund hatte, ein trauriges Gesicht zu machen. Robin Dutt nicht, weil der Trainer der Stuttgarter Kickers durch das Remis an der Tabellenspitze bleibt. VfB-Coach Rainer Adrion nicht, weil sein Team gegen den Tabellenführer einen 0:1-Rückstand aufgeholt hatte. Und die Zuschauer erst recht nicht. 7210 Fußballfans waren ins Gazistadion geströmt – und keiner von ihnen hatte sein Kommen bereut. Weil das Derby die im Vorfeld hohen Erwartungen erfüllt hatte. „Beide Mannschaften haben Klassefußball gezeigt“, sagte Adrion, „das war ein rassiges Derby.“ Noch dazu eines mit gerechtem Ausgang.
Wobei vor allem für die Kickers mehr drin gewesen wäre. Zwar verloren die Blauen nach starkem Beginn Mitte der ersten Hälfte den Faden. Doch als nach dem Wechsel das Spiel endgültig zu kippen drohte, schlugen sie doch noch zu. Einen Eckball von Sascha Benda verwertete Bachiru Gambo in der 66. Minute per Kopf. 1:0 – und die Mehrzahl der Zuschauer war völlig aus dem Häuschen. Der Traum vom vierten Sieg im vierten Spiel war für die Kickers zum Greifen nah.
Vor allem, weil sich nun die Chancen häuften. Zunächst tauchte Mirnes Mesic allein vor VfB-Keeper Timo Hammel auf, dann profitierte Mustafa Akcay von einem Missverständnis des Torhüters mit Abwehrspieler Marijan Kovacevic. Doch der Heber des Mittelfeldspielers der Kickers verfehlte das VfB-Tor – und es kam, wie es meistens kommt, wenn ein Team seine Chancen nicht nutzt. Der VfB schlug zurück. Adam Szalei ließ die Abwehr der Kickers alt aussehen und behielt auch vor dem Tor die Nerven: 1:1 in der 83. Minute. „Dass ich dieses Tor gemacht habe, ist einfach fantastisch“, jubelte der 18-Jährige.
Für Robin Dutt dagegen war es der Beweis, dass seine Truppe trotz der Tabellenführung noch keine absolute Spitzenmannschaft ist. „Sonst hätten wir den Sack zugemacht“, sagte der Kickers-Coach, „stattdessen haben wir den Ball im Mittelfeld leichtfertig verloren.“ Und dann den Ausgleich kassiert, weshalb Mesic klagte: „Dieses Unentschieden fühlt sich an wie eine Niederlage.“ In einem Punkt waren sich der Stürmer und sein Trainer aber einig: Trotz des vergebenen Derby-Siegs können die Blauen mit dem Saisonstart rundum zufrieden sein. „Zehn Punkte aus vier Spielen“, sagte Dutt, „darüber können wir sehr glücklich sein.“
Vor allem, weil es den Kickers in wenigen Wochen gelungen ist, eine kleine Euphorie im Umfeld zu entfachen. Die über 7000 Fans im Derby waren der beste Beweis dafür. Deshalb sagt Mesic: „Wir müssen einfach so weitermachen, dann gewinnen wir auch nächsten Samstag in Ingolstadt.“
Stuttgarter Nachrichten
VfB-Youngster Szalai klaut den „Blauen“ die ersten Punkte
1:1 im Stuttgarter Regionalliga-Stadtderby – Kickers bleiben Tabellenführer, VfB II rückt zwischenzeitlich auf Platz zwei vor
Stuttgart – VfB-Youngster Adam Szalai lief jubelnd zu den Fans, Kickers-Stürmer Mirnes Mesic verzog das Gesicht und schrie ein lang gezogenes „Maaann“ in den Degerlocher Abendhimmel. So unterschiedlich waren die Reaktionen nach dem 1:1 (0:0) im Derby der Fußball-Regionalliga zwischen den Stuttgarter Kickers und dem VfB Stuttgart II.
Von Sigor Paesler
Trotz der ersten Punktverluste im vierten Saisonspiel bleiben die „Blauen“ Tabellenführer, das kann sich heute aber schon ändern. Der VfB rückte zwischenzeitlich auf Platz zwei vor.
Die Voraussetzungen – Stadtderby, Tabellenführer gegen den Vierten – stimmten, die Kulisse auch. Das, was die 7210 Zuschauer auf dem Rasen geboten bekamen, entsprach dann zumindest von den Spielanteilen den Erwartungen: Die Kickers nahmen das Heft in die Hand und versuchten, mit flottem Offensiv-Fußball das VfB-Gehäuse in Gefahr zu bringen. Die Gäste agierten abwartend und standen in der Defensive geordnet. Die „Blauen“ erspielten sich dennoch zwei gute Tormöglichkeiten durch Christian Okpala (7./12.). Einmal hatte Bashiru Gambo, das andere Mal der agile Sven Sökler vorbereitet.
Doch mit fortschreitender Spieldauer wurde das Spiel der Kickers ungenauer, vielen guten Ideen fehlte die konsequente Umsetzung. Die „Roten“ bekamen mehr Spielanteile, waren mit dem letzten Pass aber ebenfalls nicht zwingend genug. Ein Distanz-Schuss von Tobias Weis (39.) war die beste VfB-Chance der ersten Hälfte. Prickelnde Derby-Stimmung kam so trotz der gut gefüllten Ränge und dem sichtbaren Bemühen der Protagonisten nicht auf. „Beide Mannschaften haben gut dagegen gehalten“, meinte Kickers-Trainer Robin Dutt, „so kommt es natürlich zu Fehlern.“
Nach dem Wechsel das gleiche Bild: Die Kickers spielten nach vorne, die VfB-Spieler schienen sich zunächst so sehr mit der Rolle des Außenseiters abgefunden zu haben, dass sie die Schwächen des Gegners nicht nutzten, um selbst Akzente zu setzen. Dennoch wurden sie sicherer. In der 60. Minute der Auftritt von Matthias Morys. Der 19-Jährige schloss ein Solo über 40 Meter mit einem fulminanten Lattenkracher ab. Doch aus ihrer Sicht zum genau richtigen Zeitpunkt gelang den „Blauen“ der Führungstreffer: Gambo köpfte eine Ecke von Sascha Benda unhaltbar ein (66.).
Der VfB intensivierte nun gezwungenermaßen die Offensivbemühungen. Mesic (75.) und Mustafa Akcay (80.) vergaben beste Konterchancen für die „Blauen“ – das rächte sich. Nachdem sich Benda den Ball im Mittelfeld abnehmen ließ, traf Szalai aus spitzem Winkel zum letztlich verdienten 1:1.
„In der zweiten Hälfte hat sich der VfB den Punkt verdient. Ich kann mit dem Unentschieden leben“, meinte Kickers-Manager Joachim Cast. Mesic sah das anders: „Wir hätten den Sack zumachen und gewinnen müssen.“
Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Hartmann – Sökler, Parmak (67. Akcay), Gambo (79. Schlabach) – Okpala, Mesic.
VfB Stuttgart II: Hammel – Schwabe, Dangelmayr (46. Szalai), Kovacevic, Schaschko – Weis, Khedira (79. Klauss), Schuon, Morys (63. Dausch) – Perchtold, Galm.
Schiedsrichter: Fleischer (Sigmerts-hausen).
Zuschauer: 7210.
Tore: 1:0 Gambo (66.), 1:1 Szalai (83).
Gelbe Karten: Gambo, Mesic / Schwabe, Schuon.
Beste Spieler: Sökler, Gambo, Parmak / Khedira, Schwabe, Kovacevic.
Eßlinger Zeitung
Remis im Derby
Ob des großen Zuschauerandrangs von 7210 Zahlenden musste die Partie zwischen den gastgebenden Stuttgarter Kickers und dem VfB II sogar mit fünfminütiger Verspätung angepfiffen werden. Bei perfekten Fußball-Bedingungen und einem fast vollen Haus im Gazi-Stadion war der Rahmen für ein großes Derby bereitet. Schon früh in der Saison standen sich die Dauerrivalen gegenüber und selten waren beide Mannschaften so gut aus den Startblöcken gekommen. Dass die Teams gehörigen Respekt voreinander hatten, zeigte sich in der Anfangsphase, die sehr verhalten verlief. Abtasten war angesagt. Das Spiel fand ausschließlich im Mittelfeld statt, bevor es nach acht Minuten auf jeder Seite einmal brandgefährlich wurde. Auf Kickers-Seite setzte Bashiru Gambo seinen Kollegen Christian Okpala erstmals zentral an der Strafraumgrenze in Szene. Timo Hammel im VfB-Tor musste spekulieren und lag schon am Boden, hatte aber immenses Glück, das Leder noch mit dem Fuß abwehren zu können. Bereits im Gegenzug zog Tobias Weis erstmalig ab und zwang David Yelldell im Kickers-Tor zu einer Glanzparade. 13 Minuten waren vergangen, als nach einem Zusammenspiel zwischen Mustafa Parmak, Sven Sökler und schließlich Christian Okpala, die sich alle durchsetzen konnten, große Gefahr aufkam.
Kontrollierte erste Halbzeit
Okpala bereitete sich aus fünf Metern in halblinker Position schon auf den Einschuss vor, doch VfB-Keeper Hammel warf sich ihm gerade noch rechtzeitig vor die Füße. Wieder antwortete der VfB II sofort, aber die Schüsse von Weis und Sami Khedira kamen aus guten Positionen nicht durch. Die Spieler des „kleinen VfB“ zeigten sich in dieser Phase der Partie sichtlich beeindruckt von dem großen Offensivpotential der Hausherren und mussten mächtig auf der Hut sein. Ab der 20. Spielminute drehte aber auch die Adrion-Elf richtig auf und bereitete den Kickers immer größere Probleme. Im Zusammenspiel zwischen Peter Perchtold, Khedira und Weis zeigte auch der VfB II seine Stärken im Vorwärtsgang, doch ihre schön herausgespielten Chancen reichten letztlich jeweils nur zu Eckbällen. Auf der Gegenseite ließen Mustafa Parmak und Christian Okpala brauchbare Chancen aus. Doch in der Gänze wurde den Kickers mit System der Zahn gezogen. Der Angriffswirbel stockte zusehends und der VfB II gewann zunehmend die Kontrolle über die Partie. In der 40. Minute fehlte bei einem Schuss von Tobias Weis nicht viel zur VfB-Führung. Nachdem die Hausherren den Faden verloren hatten, bekamen die Kickers durch einen Freistoß von Mustafa Parmak noch eine Möglichkeit, sein Schuss ging aber knapp am Tor vorbei.
Lattenkracher von Morys
Die positive Tendenz der Schlussphase in der ersten Hälfte schien Trainer Adrion noch verstärken zu wollen und brachte zur Halbzeit Adam Szalai für Verteidiger Steffen Danglmayr. Joachim Schwabe beließ er auf der als Linksfuß ungewohnten rechten Defensivposition. Auch die zweite Hälfte begann mit zehn eher belanglosen Minuten, bevor sich der VfB II wieder größerem Angriffsdruck und mehreren Fernschussversuchen erwehren musste. Trotz der großen Rivalität wurde die Partie mit einer beeindruckenden Fairness geführt, doch spielerisch sollte es auf der Waldau noch richtig heiß werden. Nach genau einer Stunde war der VfB II der Führung sehr nahe. Ein Lattenkracher von Matthias Morys bewirkte eine weitere Steigerung des schon hochklassigen Spiels. Der Ball ging von der Latte auf die Torlinie und sprang wieder heraus. Den Nachschuss konnte David Yelldell parieren. In der 66. Spielminute gingen dann aber die Stuttgarter Kickers in Führung. Eine Situation, in der Timo Hammel noch glücklich klären konnte, nachdem Mirnes Mesic sich gegen zwei Defensivspieler durchgesetzt und aus kurzer Distanz abgezogen hatte, führte zu einem Eckball.
Verdienter Ausgleich in der Schlussphase durch Szalai
Dieser kam bestens von rechts getreten genau in die Gefahrenzone, wo Gambo sträflich verlassen zu einem Kopfball kam, dem Hammel nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Der VfB II kämpfte verbissen und war gleichwertig. Die Mannschaft drückte in Richtung Kickers-Tor und geriet somit natürlich in Kontergefahr. Eine sehr starke Aktion gegen mehrere Verteidiger hatte zum Beispiel Mesic, der allerdings auch in Hammel seinen Meister fand. Auch der eingewechselte Martin Dausch prüfte den Torhüter auf der Gegenseite aus der Halbdistanz. Kurze Zeit später war es Mustafa Akcay, der Marijan Kovacevic den Ball abjagte, sein Lupfer ging aber über das VfB-Tor. Dann in der 82. Spielminute erntete der „kleine VfB“ aber doch noch seinen gerechten Lohn. Von der linken Seite spielte Peter Perchtold den eingewechselten Adam Szalai im Strafraum frei. Der Ungar schloss trocken aus zwölf Metern in das lange Toreck ab (82.) Wie schon in Reutlingen war Szalai somit wieder zum 1:1 zur Stelle. Diese Punkteteilung ging letztlich vollkommen in Ordnung, denn der VfB II hatte sich das Remis mit einer mutigen Leistung verdient. Die Adrion-Elf bleibt völlig zurecht in der noch jungen Saison ungeschlagen.
Vorberichte: Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II
Wer kommt mit dem Druck zurecht?
Das Fußball-Regionalligaderby Kickers gegen VfB II steht heute unter besonderen Vorzeichen
STUTTGART. Das Stuttgarter Stadtduell in der Regionalliga zwischen den Kickers und dem VfB II hat seinen Reiz: im Allgemeinen und im Besonderen, wenn heute (19 Uhr) im Gazistadion der Spitzenreiter auf den Vierten trifft. Der Zuschauerrekord jedenfalls wackelt.
Von Joachim Klumpp
„Wann hat es das schon mal gegeben, dass ein Spiel der Kickers später angepfiffen wurde“, so lautete die rhetorische Frage des Managers Joachim Cast nach dem ersten Saisonheimspiel der Fußball-Regionalliga vor zehn Tagen gegen den Karlsruher SC II, als der Schiedsrichter ein paar Minuten mit dem Anstoß wartete, weil sich an den Kassenhäuschen noch lange Schlangen gebildet hatten. Am Ende kamen 3550 Zuschauer.
Doch diese Zahl dürfte heute (19 Uhr) mit ziemlicher Sicherheit locker überboten werden. Schließlich steht das Derby gegen den VfB Stuttgart II auf dem Programm. Das hat immer schon seinen Reiz, und in diesem Jahr einen ganz besonderen. Also sagt der Kickers-Trainer Robin Dutt: „Es ist sicher kein Spiel wie jedes andere.“ Schließlich ist seine Mannschaft Tabellenführer, der VfB wiederum könnte es mit einem Sieg theoretisch werden. Also sagt deren Trainer Rainer Adrion: „Wir freuen uns auf das Spiel.“
Und auch auf die Kulisse. „Denn das sind die Begegnungen, in denen sich unsere jungen Leute beweisen können. Und deshalb ist diese dritte Liga für den VfB auch so wichtig“, sagt der Trainer im Hinblick auf eine mögliche eingleisige dritte Liga ohne die zweiten Mannschaften der Profiklubs, die dann eine Klasse tiefer antreten müssten.
Wer weiß, vielleicht verabschieden sich die Kickers ja sportlich eine Klasse nach oben. Für eine ernsthafte Prognose ist es allerdings noch zu früh. Der Trainer sagt: „Wenn wir nach weiteren zehn Spieltagen immer noch unter den ersten sechs stehen würden, wäre das eine hervorragende Sache.“ Der Kapitän Jens Härter nennt einen Grund für den makellosen Saisonstart: „Das Korsett der Mannschaft ist seit drei Jahren zusammen, da weiß jeder, wie der andere denkt und fühlt. Und die Erfolgserlebnisse tun ihr Übriges.“
Wobei die für den gegnerischen Coach nicht aus heiterem Himmel kommen. Bereits vor der Saison hat Adrion den Lokalrivalen dem Favoritenkreis zugeordnet. Und kann sich bestätigt fühlen. Denn zu der bisher schon vorhandenen taktischen Disziplin, vor allem in der Defensive, kommen seiner Meinung nach zwei neue Qualitäten: „Mit dem Sturmduo Mesic und Okpala haben sie zwei Klasseleute im Sturm. Dazu kommen die Standardsituationen durch Benda.“
Doch Bange machen gilt nicht. Auch die zweite Mannschaft des VfB kann mit dem Saisonauftakt durchaus zufrieden sein, bei sieben Punkten ohne Niederlage. Dennoch will Adrion die Mannschaft nicht überfordern. „Sie braucht noch ihre Zeit.“ Zumal sich der Torjäger Bernd Nehrig im Testspiel der Profis am Mittwoch gegen Ludwigsburg eine leichte Gehirnerschütterung und José-Alex Ikeng am vergangenen Sonntag gegen den FK Pirmasens nach einer rüden Attacke (Adrion: „Das hätte Rot geben müssen“) gar einen Kreuzbandriss zugezogen hat: „Das ist für ihn natürlich ein herber Rückschlag“, sagt Adrion, nachdem Ikeng eigentlich im Rahmen des Länderspiels Deutschland gegen Schweden als drittbester Nachwuchsspieler des U-18-Jahrgangs mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze hätte geehrt werden sollen. Adrion: „Eine Tragödie.“ Die sich auf dem Platz nicht fortsetzen soll. Doch der VfB-Trainer warnt: „Wir müssen abwarten, wie die Mannschaft mit dem Druck in einem Derby zurechtkommt.“
Bei den Kickers klappt das bis jetzt ganz gut. „Die Mannschaft ist mental sicher stärker geworden“, hat der Trainer Dutt in der noch jungen Saison festgestellt. „Sie glaubt daran, dass sie gewinnen kann.“ Wie am vergangenen Sonntag in Kaiserslautern, als die beiden Treffer zum Sieg erst in den letzten zehn Minuten fielen. Doch Dutt sagt auch: „Wir haben noch nichts erreicht.“
Zumindest der Zuschauerrekord aber könnte bereits heute wackeln. Bis jetzt steht der für das Derby bei 5040 vom Mai 2005. Der Manager Joachim Cast sagt jedenfalls: „Ich kann mich nicht erinnern, dass der Vorverkauf für ein Punktspiel einmal so gut lief.“ Was nicht heißen muss, dass es an den Kassenhäuschen keine Schlangen mehr gibt.
Stuttgarter Zeitung
Zwei Urgesteine brennen aufs Derby
Treue Seelen: Steinle (Kickers), Dangelmayr (VfB)
Das wievielte Derby es für ihn ist? Moritz Steinle von den Stuttgarter Kickers lacht und zuckt mit den Achseln: „Keine Ahnung. Wirklich nicht“, sagt der Verteidiger vor dem Regionalligaduell mit dem VfB Stuttgart II am heutigen Freitag (19 Uhr/Gazistadion). „Ich weiß nur, dass noch nie so viel Brisanz drinsteckte wie diesmal – und dass wir 2:0 gewinnen.“
Steinle ist erst 24 Jahre alt, aber der dienstälteste Kickers-Spieler. Seit der F-Jugend kickt er unterm Fernsehturm. Ununterbrochen. Einmal Blauer, immer Blauer. Dabei war es eher Zufall, dass er als siebenjähriger Knirps in Degerloch landete. „Meine Eltern steckten mich zu den Kickers, weil sie während des Trainings im Wald joggen konnten“, erinnert sich Steinle.
Monika und Manfred Steinle hielten sich laufend fit, ihr Filius blieb am Ball. Nach der A-Jugend biss sich Steinle in der Oberligaelf durch. „Er war eher schmächtig, körperlich nicht sehr weit“, erinnert sich Trainer Robin Dutt. Inzwischen hat das Urgestein der Blauen mit dem Vorbild Lilian Thuram in Sachen Athletik mächtig zugelegt. Dank seiner Spielintelligenz ist er vielseitig einsetzbar. Im defensiven Mittelfeld genauso wie in der Abwehr. Nach der Rückkehr von Sascha Benda spielt der Rechtsfuß seit Beginn dieser Saison in der Viererkette auf der linken statt auf der rechten Seite – und verdrängte dort Nico Kanitz. Trotz der Parallele zu Philipp Lahm lehnt Dutt einen Vergleich mit dem Nationalspieler ab. „Moritz ist ein ganz anderer Typ, vom Bewegungsablauf erinnert er mich eher an Michael Ballack“, sagt der Kickers-Trainer.
Am Saisonende läuft Steinles Vertrag bei den Kickers aus. Dann gibt es für ihn zwei Möglichkeiten. Entweder beginnt er ein Studium (Druck- und Medientechnologie) und spielt nebenher in der zweiten Mannschaft. Oder er schiebt das Studium noch ein Weilchen hinaus und jagt mit der ersten Mannschaft eine Etage höher dem Ball nach. „Die zweite Liga mit den Kickers wäre mein größter Traum“, sagt Steinle und strahlt. An die Alternative Vereinswechsel verschwendet er erst gar keinen Gedanken.
Gerhard Mayer-Vorfelder wünschte sich immer Spieler mit Sinn für Vereinstreue. Männer, die den Brustring eintätowiert haben. Der ehemalige Präsident des VfB Stuttgart müsste an Steffen Dangelmayr seine helle Freude gehabt haben. Der Abwehrchef des VfB II ist durch und durch ein Roter. Nicht nur, dass er seit der D-Jugend auf dem Wasen spielt. Einen noch viel größeren Beweis seiner Leidenschaft für den VfB erbrachte Dangelmayr vor neun Jahren: Zusammen mit ein paar Kumpels gründete er den offiziellen VfB-Fan-Club Magic Ostalb. Noch heute ist er in Amt und Würden – als Beisitzer.
Klar, dass so jemand einem Derby gegen die Blauen besonders entgegenfiebert. Sticheleien gegen die Kickers gibt es von ihm aber keine. Dafür ist der Wirtschaftsingenieurstudent ein zu besonnener Typ. Deshalb sagt er nur: „Ich freue mich ganz besonders auf die Stimmung im Gazistadion.“ In der heißen Atmosphäre am Freitag (19 Uhr), ist er sicher, wird er kühlen Kopf behalten. „Wir gewinnen 1:0“, sagt er selbstbewusst.
Zusammen mit Marijan Kovacevic hält der 27-Jährige die Abwehr im VfB-Talentschuppen zusammen. Er ist ein Leitwolf. Oder wie ihn Trainer Rainer Adrion bezeichnet: „Ein Edel-Amateur.“ Dabei hat sich Dangelmayr in der Ära Felix Magath bereits auf der Profibühne präsentiert: Fünfmal in der Bundesliga, zweimal im Uefa-Cup. Danach ließen ihn die Trainer Matthias Sammer und Giovanni Trapattoni mehr oder weniger links liegen. Hinzu kamen viele Verletzungen, die den Durchbruch verhindert haben. „Dadurch konnte ich nie konstante Leistungen abrufen“, erklärt Dangelmayr.
Zweitligaangebote aus Unterhaching und Burghausen hat der bodenständige Mann aus Mögglingen dankend abgelehnt. Große Chancen, noch den Sprung nach oben zu schaffen, rechnet er sich nicht mehr aus. „Mit 27“, sagt er, „ist man doch schon ein alter Sack.“ Sein Vertrag beim VfB läuft bis 2008. Unabhängig davon, ob der Kontrakt verlängert wird oder nicht: Sein Herz wird immer an den Roten hängen. Jürgen Frey
Stuttgarter Nachrichten
Vorberichte: Kickers – VfB Stuttgart II in der Statistik
Bereits am morgigen Freitag steht der vierte Spieltag der Regionalliga Süd an. Und die Blauen wollen den vierten Sieg im vierten Spiel feiern. Ja, sie müssen ihn feiern, denn geht es doch gegen die 2. Mannschaft des großen Konkurrenten VfB Stuttgart.
Ist es schon eine Blamage an sich, dass wir uns mit der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgarts messen müssen, gab es vor zwei Jahren sogar eine 1:4 Heimblamage gegen den VfB Stuttgart II. Dieser Makel ist auch nach darauf folgenden 2:0 Heimsieg noch nicht vergessen.
Bisher ist die Bilanz für unsere Blauen negativ. Geschönt noch dazu durch zwei Siege im Pokal. In der Regionalliga konnen die Blauen erst zweimal in acht Spielen gewinnen, verloren bereits schon drei mal. Mit einem (Pflicht)Sieg könnte die Bilanz ausgeglichen werden. Und ein weiterer Schritt in Richtung weg vom „Derby“ gegen den VfB Stuttgart Zwei gemacht werden. Ein echtes Derby gegen den VfB Stuttgart Eins in der nächsten Saison sollte Antrieb genug sein.
Mehr dazu im Kickersarchiv.
Vorberichte: Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II
Prickelndes Derby: Kickers gegen VfB
Kickers Tabellenführer
DEGERLOCH – Zum absoluten Spitzenspiel der Regionalliga kommt es am Freitagabend, 18. August, um 19 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau am Fernsehturm zwischen den Stuttgarter Kickers und dem VfB Stuttgart II. Bei diesem prickelnden Derby geht es nicht nur um das Prestige, sondern um wichtige Punkte in der Meisterschaft. Mit drei Siegen in drei Spielen sind die „Blauen“ der souveräne Tabellenführer, aber auch der VfB als Vierter ist noch ungeschlagen. Mal sehen, welche Serie nach diesem „Fußball-Thriller“ hält.
Im Derby steckt viel Brisanz
Kickers selbstbewusst – VfB wehrt sich nach grobem Foul an Ikeng
Stuttgart – Spitzenreiter Stuttgarter Kickers befindet sich auf dem Höhenflug. Der VfB Stuttgart II steht in der Fußball-Regionalliga ebenfalls noch ungeschlagen auf dem vierten Platz. So viel Brisanz wie vor dem Duell am morgigen Freitag (19 Uhr/Gazistadion) steckte noch nie in einem kleinen Derby zwischen Blau und Rot.VON JÜRGEN FREY
Die hektische Betriebsamkeit in der Kickers-Geschäftsstelle passt ins Bild zur Aufbruchstimmung bei den Blauen. Die Mitarbeiter wühlen sich durch Berge von Karten. Am gestrigen Mittwoch begann der Vorverkauf für das DFB-Pokalspiel gegen den HSV (9. September, 15.30 Uhr). Und die Nachfrage nach Tickets für die Partie gegen den VfB II zieht spürbar an. 6000 Zuschauer werden zu dieser Talentschau des Stuttgarter Fußballs am Freitagabend erwartet.
Die Spannung steigt. „Das ist kein Spiel wie jedes andere“, streicht Robin Dutt die Bedeutung des Derbys heraus. Der Kickers-Trainer möchte zum einen die Tabellenführung mit seiner selbstbewussten Elf weiter ausbauen, zum anderen die Fans beglücken. „Für unsere Anhänger“, weiß Dutt, „ist doch nichts wichtiger als ein Sieg im Derby.“ Die personellen Voraussetzungen dafür sind gegeben: Bashiru Gambo meldete sich rechtzeitig gesund zurück. Das eingespielte Team ist ein großer Pluspunkt der Blauen. Dutt nennt noch einen anderen: die mentale Stärke der Mannschaft. „Uns bringt in dieser Saison nichts aus der Ruhe, weil die Spieler untereinander großes Vertrauen haben“, erklärt der Coach.
Gute Stimmung herrscht auch beim VfB II. Wenn nur nicht die schlimme Verletzung von José-Alex Ikeng wäre. Im Spiel gegen den FK Pirmasens riss bei dem Mittelfeldspieler nach einem Foul von Nico Weißmann das vordere Kreuzband im rechten Knie. Der 19-Jährige fällt ein halbes Jahr aus. Rainer Adrion brachte die Aktion auch gestern noch in Rage. „Der Spieler sprang mit beiden Beinen von hinten in Ikeng rein, da muss man schon Verletzungsabsicht unterstellen“, schimpfte der VfB-Coach. Die Roten haben deshalb sowohl an Schiedsrichter Marco Achmüller (Krenglbach), der das Foul nur mit Gelb ahndete, als auch an Schiedsrichtersprecher Manfred Amerell sowie den FK Pirmasens eine Mitteilung geschrieben. „So etwas muss künftig vermieden werden“, sagt Adrion, „hier wurde durch ein brutales Foul die Leistungsentwicklung eines Talents massiv gebremst.“
Trotz des personellen Rückschlags plant der VfB in Degerloch zu punkten. Adrions Rezept: Er will den Blauen keine Räume lassen, die sie ausnutzen können, wie etwa beim 5:2 in Aalen. Außerdem soll seine Mannschaft 90 Minuten strikt die Ordnung halten. Die Außenseiterrolle behagt den Roten. „Das Schlimmste, was den Kickers passieren könnte, wäre doch eine Heimniederlage gegen uns“, sagt Adrion – und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Das macht das Derby doch so unheimlich interessant.“
Stuttgarter Nachrichten
Bester Kickers-Start seit dem Abstieg
Drei Siege gab es noch nie
Stuttgart (jüf) – Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga einen Traumstart hingelegt: drei Spiele, neun Punkte, Platz eins. Eine solch positive Bilanz gab es für die Blauen seit dem Abstieg aus der zweiten Liga im Jahr 2001 noch nie.2006/07
1. Spieltag: VfR Aalen – Kickers 2:5
2. Spieltag: Kickers – KSC II 2:1
3. Spieltag: K“lautern II – Kickers 0:2
2005/06
1. Spieltag: Kickers – Eintracht Trier 3:2
2. Spieltag: Regensburg – Kickers 2:2
3. Spieltag: Kickers – SV Wehen 1:1
2004/05
1. Spieltag: TSV 1860 II – Kickers 2:0
2. Spieltag: Kickers – Offenbach 1:2
3. Spieltag: 1. SC Feucht – Kickers 1:3
2003/04
1. Spieltag: Kickers – Mainz 05 II 1:0
2. Spieltag: SV Wehen – Kickers 1:1
3. Spieltag: Kickers – RW Erfurt 2:0
2002/03
1. Spieltag: Hoffenheim – Kickers 2:0
2. Spieltag: Kickers – Regensburg 0:0
3. Spieltag: K“lautern II – Kickers 1:1
2001/02
1. Spieltag: SV Wehen – Kickers 3:3
2. Spieltag: Kickers – Burghausen 0:1
3. Spieltag: SpVgg Ansbach – Kickers 0:1
Stuttgarter Nachrichten
„Wir müssen noch homogener werden“
Herr Adrion, drei Spiele, sieben Punkte. Sind Sie mit dem Start Ihrer Mannschaft in die neue Regionalliga-Saison zufrieden?
Rainer Adrion: „Was die Punktausbeute angeht sicherlich. Wir haben unsere Heimspiele gewonnen und auswärts einen Zähler mitgenommen. Damit können wir sicher gut leben. Trotzdem wissen wir aber, dass noch längst nicht alles optimal ist und wir uns weiter verbessern können und müssen.“ Wo zum Beispiel?
Rainer Adrion: „Noch ist es uns nicht gelungen, unser schnelles und druckvolles Spiel weitestgehend konstant und damit über einen Großteil der Spielzeit umzusetzen. Dazu muss die Mannschaft noch homogener werden und die Abstimmung untereinander ist zu verbessern. Daran arbeiten wir in jedem Training.“
Auch damit die einmal mehr vielen Neuzugänge im Team sich weiter integrieren?
Rainer Adrion: „Ja, natürlich. Wir sind zwar auch in dieser Hinsicht für den frühen Zeitpunkt der Saison schon sehr weit, aber natürlich gibt es beim einen oder anderen noch Verbesserungsmöglichkeiten.“
Am Schnellsten scheint sich Matthias Morys im neuen Umfeld zurechtgefunden zu haben. Er stand in allen drei Partien in der Startelf und wurde schnell zum Stammspieler?
Rainer Adrion: „Das stimmt. Er hat in der Vorbereitung wie die anderen auch gut gearbeitet und sich auf die neuen Kollegen schnell eingestellt. Seine Aufgabe hat er bislang sehr ordentlich erledigt, wie im Übrigen auch die weiteren Zugänge. So kam Michael Klauß ja auch in allen drei Partien zumindest schon als Einwechslerspieler zum Einsatz. Sebastian Hofmann hatte zuletzt leider etwas Verletzungspech und konnte noch nicht zeigen, was er leisten kann und Justus Six wird sicher zeitnah auch seine Chance bekommen.“
Von den aufgerückten VfB-Nachwuchsspielern konnte Adam Szalai mit seinem Tor in Reutlingen und einer guten Vorstellung nach seiner Einwechslung zur Pause gegen Pirmasens überzeugen. Sind Sie auch mit den Talenten aus dem „eigenen Stall“ zufrieden?
Rainer Adrion: „Der Großteil unserer Mannschaft besteht aus eigenen Junioren, die nun im ersten oder zweiten, einige wenige im dritten Jahr in der Regionalliga spielen und somit das Gerüst der Mannschaft stellen. Dies zeigt, dass die Qualität dieser Spieler entsprechend hoch ist. Nicht nur Adam Szalai sondern auch Sami Khedira oder José Ikeng, der uns aufgrund eines Kreuzbandrisses nun leider sehr lange fehlen wird, und der genauso wie Tobias Feisthammel noch in der A-Jugend spielen könnte, haben gezeigt, dass sie höheren Ansprüchen genügen.“
Sie trauen sich also zu, weitere Becks, Tascis und Nehrigs zu formen, die allesamt vor dieser Saison zu den Profis aufgestiegen sind?
Rainer Adrion: „Genau das ist unsere Aufgabe. Es geht weniger um einen bestimmten Tabellenplatz, den wir erreichen wollen, sondern vielmehr darum, unsere Talente auszubilden und an den Profikader heranzuführen.“
Gehören dazu auch Rückschläge wie zuletzt bei Bernd Nehrig, der die komplette Vorbereitung unter Cheftrainer Armin Veh absolvierte, zum Bundesligastart aber nicht im Kader stand und deshalb wieder in der Regionalliga ran konnte?
Rainer Adrion: „Das war sicher kein Rückschlag, sondern eine ganz normale Entwicklung. Auch ein Kevin Kuranyi oder ein Mario Gomez sind diesen Weg gegangen. Wenn ein Spieler den Sprung nach oben schafft und mit den Profis trainiert, heißt dies im Umkehrschluss nicht, dass er nicht auch mal bei uns spielen wird. Gerade für die Talente ist es wichtig, regelmäßig zum Einsatz zu kommen. Die knapp 90 Minuten gegen Pirmasens haben Bernd Nehrig sicher mehr gebracht, als bei den Profis auf der Bank oder der Tribüne zu sitzen. Und er hat mit einer guten Leistung gezeigt, dass er weiß, was zu tun ist, um bald auch in der Bundesliga mal eine Chance zu bekommen.“
Kann der Einsatz von Spielern wie Nehrig oder Raphael Schaschko, die bei den Profis trainieren, nicht zu Abstimmungsproblemen im Team führen?
Rainer Adrion: „Nein, denn beide kennen den Großteil der Mannschaft und sind mit dem von uns praktizierten System bestens vertraut.“
In der Saisonvorbereitung haben Sie nahezu ausschließlich gegen unterklassige Teams getestet. Hatten Sie nie die Sorge, dass es zum Start gegen die Regionalliga-Konkurrenz zu einer bösen Überraschung kommen könnte?
Rainer Adrion: „Wir haben diese Gegner bewusst gewählt, denn so konnten wir uns besser und schneller einspielen und die Neuzugänge einfacher integrieren. Zudem weiß man nach einigen Jahren als Trainer in der Liga die Stärken der Konkurrenten einzuschätzen. Wir halten schließlich immer Augen und Ohren offen und haben unsere Gegner in der Vorbereitung und bei den ersten Partien entsprechend beobachtet, so dass wir in etwa wussten, was auf uns zukommen wird.“
Wissen Sie das auch schon vor dem Stadtderby am Freitag auf der Waldau?
Rainer Adrion: „Ja, es wird sicher kein leichtes Spiel werden und das meine ich jetzt unabhängig davon, dass es sich um ein Derby handelt. Die Kickers sind optimal in die Saison gestartet, konnten als einziges Team aus den ersten drei Partien alle neun Zähler holen. Das allein zeigt, dass die „Blauen“ in dieser Saison wohl ganze vorne mitspielen werden.“
Glauben Sie, dass es deshalb bald kein Regionalligaderby zwischen den Kickers und dem VfB II geben könnte?
Rainer Adrion: „Gut möglich, dass die Kickers am Ende der Runde aufsteigen werden. Sie haben eine schon im Vorjahr gut besetzte, allerdings noch nicht konstant genug agierende Mannschaft mit drei überdurchschnittlichen Akteuren verstärkt. Laszlo Kanyuk fiel zwar bislang aus und wird auch noch verletzungsbedingt einige Zeit fehlen, aber Sascha Benda und Christian Okpala haben ihre Klasse gleich beweisen können.“
Okpala hat bereits drei Tore erzielt. Ist der Respekt vor dem Kickers-Stürmer besonders groß?
Rainer Adrion: „Wir wissen um seine Stärken und werden uns entsprechend vorbereiten. Wichtig wird sein, dass wir uns gegen diesen großen und körperlich starken Stürmer entsprechend wehren und ihn vor allem im Strafraum nicht gewähren lassen.“
Was wird noch notwendig sein, damit die Kickers nicht auch das vierte Saisonspiel am morgigen Freitag mit drei Zählern auf der Habenseite beenden können?
Rainer Adrion: „Wir müssen ähnlich aggressiv und kompakt spielen, wie in der zweiten Hälfte gegen Pirmasens. Dazu müssen wir unsere eigenen Chancen besser nutzen. Dann sind wir sicher auch auf der Waldau in der Lage, etwas Zählbares mitzunehmen. Denn wir fahren nicht nach Degerloch und sagen uns von vorneherein, dass wir keine Chance haben.“
Sie wollen also mindestens einen Punkt entführen?
Rainer Adrion: „Ja, mindestens!“
Kicker: Stuttgarter Kickers – ein Favorit, der keiner sein will
„Das Ziel ist die 2. Bundesliga, aber die Bedingung heißt solide Vereinsführung“, erklärte Hans Kullen, als er nach der Ära des mittlerweile verstorbenen Axel Dünnwald-Metzler die Amtsgeschäfte bei den Stuttgarter Kickers übernahm. Zunächst sollte der marode Regionalliga-Klub also wieder auf gesunde finanzielle Füße gestellt werden, um dann mit den Füßen der kickenden Akteure wieder an bessere Zeiten anknüpfen zu können.Der Traditionsverein aus Stuttgart hatte sich im Jahr 2001 vom Profifußball verabschiedet, der Abstieg aus der Zweiten Liga wurde damals noch als „Betriebsunfall“ abgetan. Immerhin hatte das Team aus Degerloch 1987/88 und 1991/92 schon zweimal Bundesligaluft geschnuppert, der Weg sollte also unmittelbar in das bezahlte Geschäft zurückführen.
Doch dieser Weg erwies sich bislang als äußerst steinig, nach Rang zwölf in der Regionalliga-Saison 2001/02 stand man ein Jahr darauf sogar schon mit einem Bein in der Oberliga. Am „Grünen Tisch“ wurde die dritte Liga erst im letzten Moment gesichert, auch in der folgenden Spielzeit lief es dann alles andere als rund. Ende Oktober 2003 übernahm Robin Dutt (Foto), seit 2001 als Trainer der Oberliga-Mannschaft im Verein, den Cheftrainerposten vom glücklosen Rainer Adrion – und mit ihm kehrte so etwas wie Stabilität in Degerloch ein. „Ich bin eine von vielen Nummern als Trainer bei den Stuttgarter Kickers in den vergangenen Jahren, und es ist alles andere als ein sicherer Job“, erklärte Dutt noch bei seinem Amtsantritt, kehrte dann aber mit eisernem Besen und verschaffte den „Blauen“ nach langem wieder eine ruhiges Saisonende ohne Abstiegsangst.
Die gute Rückrunde mit Rang neun am Ende machte Lust auf mehr. Das von Präsident Kullen angekündigte Ziel Zweite Liga nahm auch in den Gedanken von Dutt konkrete Formen an, der Aufstieg wurde für 2006 angepeilt. „Wir wehren uns aber nicht, wenn es früher eintrifft“, so der Coach, der 2004/05 als Saisonziel Platz eins bis acht ausgab. Rang neun wurde es wieder am Ende, das Unterhaus hatten er und sein Präsident aber nicht aus den Augen verloren.
„Wir wollen kommende Saison oben mitspielen, ohne finanzielles Risiko zu gehen“, erklärte Kullen vor der Spielzeit 2005/06, Dutt äußerte sich vorsichtig optimistisch: „Minimalziel ist ein einstelliger Tabellenplatz“. Der wurde es dann auch, die Stuttgarter erzielten mit Platz acht immerhin das beste Ergebnis seit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga.
Dies schien eine gewisse Euphorie rund um das GAZI-Stadion ausgelöst zu haben, bei der Saisoneröffungsparty feierten gut 1000 Kickers-Fans das Team um den vom FC Augsburg gekommenen Top-Torjäger Christian Okpala, Rückkehrer Sascha Benda und Spielgestalter Laszlo Kanyuk (Kickers Offenbach). „Wir sind sicher nicht in der Lage, den Aufstieg als Ziel auszugeben“, versuchte sich Manager Joachim Cast im Unterstatement. Dutt selbst strebt „Platz eins bis sechs an“, sieht sein Team aber nicht im engen Kreis der als Kandidaten gehandelten Aufstiegsanwärter.
„Wir gehören sicher nicht zu den Favoriten, aber wir wollen und werden sie ärgern“, meinte der Coach lapidar. Damit haben die Stuttgarter Kickers bereits angefangen, grüßen die Tabelle – im Gegensatz zur TSG Hoffenheim und dem 1. FC Saarbrücken – nach drei Spieltagen von oben und erwarten nun im Derby den VfB Stuttgart II. Die von einigen Experten als „Geheimfavorit“ gehandelten „Blauen“ haben nach dem optimalen Saisonstart mit drei Siegen ein Zeichen gesetzt, auch wenn Dutt trotz der neun Punkte „noch lange nicht die Leistungen“ sieht, die er sich als Trainer vorstellt. „Ich sehe uns noch sehr weit weg von einer Position eines Aufstiegsfavoriten“, betont er nach dem gelungen Einstieg. Die Stuttgarter Kickers, Tabellenführer der Regionalliga Süd – und ein Favorit, der keiner sein will.
Kicker via Forum
DFB-Pokal: Run auf Eintrittskarten

Schon zwei Tage nach dem Beginn des Vorverkaufs waren die Sitzplätze ausverkauft, seit heute Mittag gibt es nun auch bei Easyticket nur noch Restkarten für den Kickers-Fanblock B.
Meldung von der Offiziellen Homepage: Beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II am Freitag, 18. August 2006 wird eine Vorverkaufskasse eingerichtet. Alle Interessenten und auch die Dauerkartenbesitzer können dort ihre Tickets erwerben.
Oder bei Easytickets: Direktbestellung.
Schnell, schnell!
StZ: Das Schlitzohr mit dem blauen Herzen
Der 20-jährige Recep Yildiz hat sich bei den Stuttgarter Kickers einen Stammplatz erkämpft
Sein Führungstreffer hat am Sonntag den 2:0-Sieg der Stuttgarter Kickers beim 1. FC Kaiserslautern II eingeleitet. Recep Yildiz ist zu einer festen Größe beim Fußball-Regionalligisten geworden. „Es sieht so aus, als habe er den Durchbruch geschafft“, sagt der Kickers-Trainer Robin Dutt.
Von Benjamin Schieler
Glaubt man Wolfgang Schneck, dem Trainer der A-Junioren der Stuttgarter Kickers, kann sich Robin Dutt glücklich schätzen, weil er in Recep Yildiz einen großen Trumpf auf dem Weg in die zweite Bundesliga hat. „Mit Recep“, hat Schneck über Yildiz gesagt, „gewinnst du Spiele und Meisterschaften.“
Die eine Hälfte dieser Prophezeiung hat sich in dieser Regionalligasaison ausnahmslos bewahrheitet. Bei allen drei Spielen stand Yildiz in der Anfangsformation, dreimal gingen die Kickers als Sieger vom Platz. Am Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern II köpfte der 1,85-Meter-Mann sechs Minuten vor dem Ende nach einer Flanke von Sascha Benda den Ball zur 1:0-Führung ins Tor, Christian Okpala machte zwei Minuten später den 2:0-Sieg der Kickers perfekt. „Momentan gibt es bei uns wirklich nichts zu meckern“, sagt Recep Yildiz.
Robin Dutt schätzt an seinem Schlitzohr vor allem dessen Kopfball- und Zweikampfstärke, die dem vielseitig einsetzbaren Fußballer in seiner Rolle als Innenverteidiger zugute kommt, einer Position, die Yildiz bereits aus seiner Zeit in der Kickers-Jugend kennt. Der Kickers-Manager Joachim Cast attestierte dem 20-Jährigen wie auch seinem Nebenmann Jens Härter nach dem Spiel in Lautern eine überragende Leistung. Und Robin Dutt sagt: „Es sieht ganz so aus, als habe Recep den Durchbruch bei uns geschafft.“
Yildiz selbst hat Blut geleckt, findet Gefallen an der aktuellen Situation. „Ich möchte jedes Spiel in dieser Saison machen“, sagt er selbstbewusst – und bedankt sich artig dafür, dass er im Verein immer das Gefühl haben durfte, dass die Verantwortlichen ihm den Rücken stärken. Dennoch hatte der junge Türke, der im Sommer in Stuttgart-Freiberg seinen Realschulabschluss gemacht hat und jetzt Vollprofi ist, Geduld beweisen müssen. Ganz behutsam habe man Yildiz aufgebaut, sagt Dutt. In der Saison 2005/2006 war er in der Hinrunde noch hauptsächlich in der Oberliga zum Einsatz gekommen, wurde dann immer häufiger auch in der Regionalliga eingesetzt. Bei seinen 14 Einsätzen traf er letztlich zweimal.
Das Herz der Fans eroberte er spätestens im Halbfinale des württembergischen Verbandspokals Ende April, als er gegen den Oberligisten 1. FC Normannia Gmünd im Elfmeterschießen den entscheidenden Elfmeter verwandelte und den Kickers dadurch den erneuten Einzug ins Finale sicherte – „das bislang schönste Erlebnis meiner Karriere“, wie Yildiz sagt. Am Freitag nun trifft der 20-Jährige mit den Kickers auf die ebenfalls bis dato ungeschlagene zweite Mannschaft des VfB Stuttgart. Es ist das Stuttgarter Derby, eine Frage der Ehre, mit erwarteten 6000 Zuschauern. Yildiz verspricht: „Gegen den VfB werden wir Gas geben.“ Und er ganz besonders: „Ich habe ein blaues Herz.“
Es sind Sätze, die den Anhängern gefallen dürften. Keine Worthülsen, sondern Aussagen, die man dem Allrounder abnimmt. Yildiz ist durch und durch ein Mann der Kickers, für die er seit seinem zehnten Lebensjahr spielt. Den alljährlichen Lockrufen aus Cannstatt, die den Jugendspieler Yildiz immer wieder erreichten, hat er stets widerstanden. Und als er im Jahr 2002 von der türkischen Jugend-Nationalmannschaft zu einem Lehrgang berufen wurde, fuhr Yildiz zwar hin, brach das einwöchige Trainingslager aber vor dessen Ende ab. Aus Stuttgart hatte ihn ein flehender Telefonanruf von seinem Trainer erreicht: „Recep, wir brauchen dich an diesem Wochenende.“
Yildiz steckte damals mitten in einer Saison mit großem Stresspotenzial. Als 16-Jähriger spielte er samstags für die B-Junioren der Kickers, am Sonntag stand er für die A-Junioren auf dem Platz. Am Ende der Spielzeit hatte er keinen unwesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass sowohl die B1 als auch die A1 aufstiegen, die eine Mannschaft in die Regionalliga, die andere in die Bundesliga. Wolfgang Schneck hatte damals ganz genau hingeschaut.
Stuttgarter Zeitung