StZ: Kickers: Kampf gegen die Krise

Rückkehr zur Realität
 
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers sind in der Fußball-Regionalliga seit vier Spielen ohne Sieg. „Wer aufsteigen will, darf sich so eine Serie nicht erlauben“, sagt der Trainer Robin Dutt vor dem Heimspiel morgen (19 Uhr) gegen Bayern Münchens zweite Mannschaft.

Von Joachim Klumpp

Im Gazistadion wird morgen hoher Besuch erwartet. Ein Teil der Vizeweltmeistermannschaft der Skispringer – Uhrmann, Späth, Neumayer – hat sich zum Heimspiel gegen Bayern München II angekündigt. Ob die Kickers dann zu einem großen Sprung ansetzen, bleibt abzuwarten. An der Zeit wäre es allerdings, nach zuletzt vier sieglosen Spielen in der Fußball-Regionalliga. Deshalb sagt der Trainer Robin Dutt auch: „Da kann man nicht mehr von einem Ausrutscher sprechen.“

Eher von einer Krise. Die gab es in den drei Jahren unter Dutt zwar immer mal wieder. Mit einem Unterschied: in der Vergangenheit befanden sich die Kickers im Abstiegskampf, jetzt geht es um den Aufstieg. Eine Situation, die für die meisten Spieler – Ausnahme Okpala, Benda, Kanyuk – ungewohnt ist: „Vielleicht haben deshalb einige Probleme damit“, sagt Dutt, der dennoch in dieser Woche die Mannschaft in diversen Gesprächen auf die einmalige Chance aufmerksam gemacht hat, „die wir in diese Saison haben“. Den Aufstieg also.

Robin Dutt nutzt die momentane Formkrise allerdings auch dazu, die Relationen etwas ins Lot zu rücken. „Man muss berücksichtigen, dass wir nach wie vor zu den Mannschaften zählen, die finanziell eher dem letzten Drittel zuzuordnen sind.“ Das würde manchmal schnell vergessen. Er selbst tut das nicht, und deshalb macht er seine Vertragsverlängerung über die Saison hinaus davon abhängig, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Nicht nur für ihn persönlich, sondern zum Beispiel auch hinsichtlich Etat und Ziele des Vereins. „Ich weiß, was ich an den Kickers habe“, sagt Dutt und fügt hinzu: „Ich gehe nach wie vor davon aus, dass wir diese Saison den Aufstieg schaffen können.“

Allerdings nicht spielerisch mit links, sondern nur mit der entsprechenden Leidenschaft, über die dann auch in Spielen, in denen es nicht so gut läuft, die Punkte geholt werden. „Wir werden im Training jedenfalls schauen, wer die Ansprache verstanden hat“, sagt Dutt. Wobei sein Handlungsspielraum relativ gering ist. Denn ausfallen werden auf jeden Fall Mustafa Parmak wegen einer Sperre für vier Punktspiele (auch wenn die Kickers noch auf eine Reduzierung hoffen) sowie Bashiru Gambo, dessen Ellenbogenverletzung allerdings nicht allzu langwierig sein dürfte, sodass Dutt nächste Woche wieder mit dem Ghanaer rechnet.

Vielleicht sogar schon im DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC am Mittwoch, für das es nur noch 1200 Karten gibt. Durch die sportliche Krise ist die Partie etwas in den Hintergrund geraten, was Dutt nicht unrecht ist: „Dadurch gilt unser ganzes Augenmerk der Partie gegen München.“ Aber in der Halbzeit ist ein Seitenblick auf die Skispringer erlaubt.

Stuttgarter Zeitung

StZ: Kickers-Trainer zieht die Zügel an – Entwarnung bei Gambo

Stellungnahme beim Verband
 
STUTTGART (ump). Beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers ist gestern das Spiel beim FK Pirmasens noch einmal im Detail aufgearbeitet worden. Zunächst ging es dabei um die Ungereimtheiten beim Spielbericht, auf dem diverse Änderungen der Gastgeber nach Ansicht der Kickers ihnen nicht ordnungsgemäß mitgeteilt wurden. „Der Schiedsrichter ist seiner Informationspflicht nicht nachgekommen“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast, der in dieser Angelegenheit deshalb eine schriftliche Stellungnahme an den Süddeutschen Fußballverband schickte. Allerdings mit dem Zusatz: „Hinsichtlich der Spielwertung wird sich da nichts ändern, und das soll auch keine Ausrede für die Niederlage sein“ – bei der in der Schlussphase Mustafa Parmak wegen angeblichen Nachtretens vom Platz gestellt worden war. In diesem Fall warten die Kickers noch auf den offiziellen Bericht des Unparteiischen, um möglicherweise entsprechend reagieren zu können. Zumindest beim verletzten Bashiru Gambo gibt es eine gewisse Entwarnung. Bei der Kernspintomografie wurde gestern eine Zerrung festgestellt, sodass keine allzu lange Pause drohen dürfte. Cast: „Ich gehe aber nicht davon aus, dass er am Freitag gegen Bayern spielen kann.“

An solchen Diskussionen beteiligt sich der Trainer Robin Dutt nicht, er hat gestern der Mannschaft erst einmal „in aller Deutlichkeit“ den Ernst der Lage klar gemacht: mit Einzel- und Gruppengesprächen, aber auch anhand von Videoanalysen. „Es ist klar, dass diese Woche im Training die Zügel angezogen werden“, sagt Dutt, der die Trainingsleistungen, aber auch Einstellung und Körpersprache genau beobachten will. „Wer da nicht voll überzeugt, wird es schwer haben, am Freitag gegen Bayern in der Startelf zu stehen.“ Allerdings wird nicht nur der Auftritt am Samstag in die Bewertung eingehen, sondern das Auftreten in den vergangenen vier, fünf Spielen. „Und in taktischer Hinsicht werden wir jetzt auch nicht alles über den Haufen werfen“, sagt Dutt. „Die Niederlage in Pirmasens war kein Systemproblem.“

Stuttgarter Zeitung

Presse zu FK Pirmasens – Stuttgarter Kickers (2:1)

Kickers stehen am Scheideweg

Nach der 1:2-Niederlage in Pirmasens werden die nächsten drei Spiele richtungsweisend

PIRMASENS. Die Stuttgarter Kickers haben am Samstag gleich mehrfach verloren: Das Regionalligaspiel in Pirmasens mit 1:2, Mustafa Parmak durch Platzverweis, Bashiru Gambo durch Verletzung. „Und am Ende haben wir auch noch die Nerven verloren“, so Trainer Dutt.

Von Joachim Klumpp

Zehn Tage hatte die Mannschaft der Stuttgarter Kickers Zeit, sich auf die Partie in Pirmasens vorzubereiten. Das tat sie unter anderem mit dem Besuch des WM-Films „Sommermärchen“. Wobei der Trainer Robin Dutt schon sagte: „Die WM und die Meisterschaft in der Regionalliga sind zwei Paar Stiefel.“ Wie recht er doch hat. Das Sommermärchen der Kickers jedenfalls droht zu Ende zu gehen, zumindest wenn man die Leistung beim Aufsteiger FK Pirmasens als Maßstab nimmt. Die 1:2-Niederlage könnte Spuren hinterlassen, nicht nur weil die Kickers wegen Ungereimtheiten auf dem Spielbericht (ein FKP-Akteur soll erst nachträglich notiert worden sein) überlegen, Protest einzulegen. „Allzu große Hoffnungen setze ich darauf aber nicht“, sagt der Manager Joachim Cast.

Der Trainer hatte dafür große Hoffnungen in seine Mannschaft gesetzt. „Alle sind heiß“, sagte vorab Robin Dutt, der dann mit ansehen musste, dass es vorne und hinten nicht stimmte. Die Abwehr unsicher, das Mittelfeld schlecht organisiert und der Sturm ohne Durchschlagskraft. Was sich schon in der vierten Minute zeigte, als Mirnes Mesic völlig frei stehend einen Kopfball nachlässig übers Tor setzte. „Wenn wir in Führung gehen, läuft das Spiel anders“, sagte Dutt.

So machten dann die Gastgeber das Spiel, wenn auch mit eher bescheidenen Mitteln. Dutt: „Uns haben dennoch die Ideen gefehlt, die Abwehr zu knacken.“ Was nicht zuletzt an Bashiru Gambo lag, der als Spielmacher keine Akzente setzen konnte. Dass der Ghanaer eine Viertelstunde vor Schluss schließlich mit schmerzverzerrtem Gesicht und einer Ellenbogenverletzung vom Platz musste, passte ebenso ins trübe Bild wie der Platzverweis kurz darauf von Mustafa Parmak, der sich zu einem Nachtreten hinreißen ließ, auch wenn er sagte: „Ich wollte mich nur befreien.“ Dutt gab zumindest zu: „Am Ende haben wir die Nerven verloren.“

Warum? „Vielleicht ist es für den einen oder anderen Spieler neu, dass wir die Gejagten sind.“ Denn die ersten Symptome bestätigten sich nach dem vierten Spiel ohne Sieg (dazu noch das Aus im WFV-Pokal) als Diagnose: die Kickers in der Krise.

Zumal sich zu den offensichtlichen Schwächen in allen Mannschaftsteilen auch noch taktisches Fehlverhalten gesellte. Als die Kickers kurz nach der Pause durch Parmak zum Ausgleich kamen, rannten sie weiter ins Verderben, anstatt erst einmal das Spiel zu beruhigen. „Wir wollten zu viel“, sagte der Trainer später. Im Vorjahr als Tabellenachter hatte auswärts ein Punkt noch gereicht, „jetzt nicht mehr“. Doch einer ist besser als keiner. Und beim 2:1 durch Reich traf der Torschütze im dritten Versuch, ohne dass auch nur ein Kickers-Spieler störend eingriff. „Da kann was nicht stimmen“, sagte der Verteidiger Marco Wildersinn.

Weil insgesamt so einiges nicht stimmte, ist nun auch der Trainer und sein Team gefordert. „In den vergangenen Wochen war die Arbeit leicht“, sagt Dutt, „jetzt müssen wir die richtigen Konsequenzen ziehen.“ Soll heißen eine Mischung aus Härte und Motivation. Der Trainer betont: „Wir sollten erst einmal die Tabelle von der Wand reißen und weniger vom Aufstieg reden. Für den weiteren Verlauf der Saison werden die nächsten Wochen entscheidend sein.“ Und die haben es in sich: Bereits am Freitag kommt Bayern München II, dann Hertha BSC im Pokal, zum Abschluss der (englischen) Woche schließlich der SV Wehen am 29. Oktober.

Just an diesem Tag endet in Deutschland übrigens die Sommerzeit. Und in Stuttgart das Sommermärchen der Kickers?

Kickers: Yelldell – Benda, Wildersinn (68. Kanyuk), Yildiz, Härter – Parmak, Hartmann, Gambo (76. Schlabach), Stierle (71. Sökler) – Mesic, Okpala.

Tore: 1:0 Hunsicker (6.), 1:1 Parmak (47.), 2:1 Reich (54.).

Rote Karte: Parmak (Nachtreten, 79.).

Stuttgarter Zeitung

Die Blauen und die verlorene Leidenschaft

Krise trotz Aufstiegsplatz: Dutt ergreift Maßnahmen

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers stecken in der Krise. Auch im vierten Regionalligaspiel hintereinander reichte es nicht zu einem Sieg – 1:2 bei FK Pirmasens. „Der Zeitpunkt ist erreicht, um mal wieder Maßnahmen zu ergreifen“, sagt Trainer Robin Dutt.

VON JÜRGEN FREY

Nach einem peinlichen Pokal-Aus in Freiberg hatte Dutt 2004 seine Spieler eine Woche lang um 7.30 Uhr trainieren lassen. Welche exakten Konsequenzen es diesmal geben wird, will der Coach erst nach einer intensiven Videoanalyse entscheiden. Schon jetzt steht für den 41-Jährigen fest, woran es derzeit bei den Blauen hapert. „Es gibt zwar keinen Stehgeiger im Team, aber einige glauben, alles spielerisch lösen zu können“, moniert Dutt – und betont: „Unsere Mannschaft braucht wieder die bedingungslose Leidenschaft.“ Schon im Heimspiel am kommenden Freitag (19 Uhr) gegen den FC Bayern II wird sich das auf das Gesicht der Mannschaft auswirken. „Die Kriterien für die Aufstellung werden sich ändern“, erklärt Dutt. Es würden zwar keine elf Boxer auf den Platz geschickt, doch das spielerische Element steht fürs Erste hintenan.

Vieles spricht deshalb für eine Rückkehr von Mustafa Akcay. Er pausierte in Pirmasens genauso wie Nico Kanitz. Für den Linksfuß war Jens Härter aus dem Abwehrzentrum nach außen gerückt. „Ich wollte einen Linksverteidiger mit Spielmacherqualitäten gegen ein defensives, dicht gestaffeltes Team“, begründete Dutt die für manche unverständliche Umstellung.

Für Diskussionen sorgte auch die Rote Karte für Mustafa Parmak nach einem undurchsichtigen Gerangel am Boden. Für Dutt stand nach Studium der TV-Bilder fest: Es war keine Tätlichkeit. „Parmak hat sich versucht loszureißen.“ Als weiterer Nackenschlag kam die Ellbogenverletzung von Bashiru Gambo hinzu. Eine Kernspintomografie soll heute die genaue Diagnose erbringen. Unabhängig von diesen unerfreulichen Personalien steht für Dutt die Botschaft ans Team fest: „Wir müssen jetzt die Tabellen von der Wand reißen und die Wende schaffen.“ Vorteil für die Blauen: Nicht immer hat man die Chance, eine Krise von einem Aufstiegsplatz aus zu bewältigen.

Stuttgarter Nachrichten

Fünf Spiele ohne Sieg

Stuttgarter Kickers verlieren in Pirmasens mit 1:2

Pirmasens (sip) – Rückschlag für die Stuttgarter Kickers: Bei Aufsteiger FK Pirmasens kassierte der Fußball-Regionalligist eine 1:2 (0:1)-Niederlage und verlor dadurch die Tabellenführung an den VfB Stuttgart II. Torschütze Mustafa Parmak sah wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Trainer Robin Dutt kündigte eine gründliche Analyse an.

Die Kickers sind jetzt seit fünf Pflichtspielen ohne Sieg. Während Dutt die Ergebnisse vor der jüngsten Spielpause aufgrund des Substanzverlustes „erklärbar“ nannte, sieht das seiner Meinung nach jetzt „ganz anders aus“. Die Gründe für die schwachen Leistungen müssten genau analysiert werden. Ein erster Ansatz: „Es muss wieder der hundertprozentige Siegeswille erkennbar sein.“ Am Freitag gegen den FC Bayern II müsse die Mannschaft die Trendwende schaffen – „sonst ist die Krise da“.

Noch ist die Lage alles andere als dramatisch. „Wir können die Situation von einem Spitzenplatz aus angehen“, sagt Dutt. Der Vorsprung auf die Konkurrenten ist allerdings aufgebraucht.

Die Niederlage in Pirmasens war verdient, allerdings hatten die Stuttgarter auch Pech: In der zweiten Minute setzte Mirnes Mesic einen Kopfball knapp über das Tor, vier Minuten später gelang Michael Hunsiker das 1:0 für den Aufsteiger. Die neu formierte Kickers-Abwehr, in der Marco Wildersinn in der Zentrale auflief und Kapitän Jens Härter nach links rückte, machte keinen sattelfesten Eindruck.

„Danach haben die Pirmasenser nur noch verteidigt, und das können sie gut“, sagte Dutt. Die Folge: Die „Blauen“ fanden kaum Mittel gegen die gut gestaffelte Defensive. Dennoch gelang Parmak in der 48. Minute nach einer Flanke von Christian Okpala und einem Mesic-Kopfball der Ausgleich. Doch der erneute Pirmasenser Führungstreffer fiel nur kurze Zeit später: Die Kickers-Abwehr klärte nicht konsequent genug und Sebastian Reich traf (55.) im dritten Versuch.

Parmaks Platzverweis (78.) war in Dutts Augen eine Fehlentscheidung. Allerdings gab der Coach zu, mehrere Fernseh-Wiederholungen gesehen zu haben, um zu dieser Einschätzung zu gelangen. Neben Parmak wird wohl auch Bashiru Gambo in naher Zukunft ausfallen. Der Mittelfeldspieler wurde wegen einer Ellenbogenverletzung im Pirmasenser Krankenhaus behandelt. Ein Bruch wurde dort ausgeschlossen, weitere Untersuchungen folgen heute.

Yelldell – Benda, Wildersinn (68. Kanyuk), Yildiz, Härter – Hartmann – Parmak, Gambo (76. Schlabach), Stierle (72. Sökler) – Okpala, Mesic.

Eßlinger Zeitung

Reich mit vollem Körpereinsatz
Ausgerechnet gegen den Tabellenführer stoppte Neuling Pirmasens seine Serie von vier Heimspiel-Niederlagen und erspielte sich dabei ein Chancen-Plus von 10:5.

Die Kickers verloren nicht nur drei Punkte, sondern auch Parmak durch eine Rote Karte und Gambo mit Verletzung. Stuttgart hatte die erste Gelegenheit der mitreißenden Partie: Mesic köpfte unbedrängt aus fünf Metern nach Flanke von Parmak knapp vorbei (3.).

Dann traf Hunsicker mit seinem ersten Regionalligator für den leidenschaftlich kämpfenden FKP. Auch beim 2:1 reagierten die Pirmasenser besser als die Kickers-Verteidiger.

Nach Reichs Pfostentreffer und Hunsickers Nachschuss verwandelte der überragende Reich mit vollem Körpereinsatz. Dazwischen lag Parmaks 1:1, der nach einer Kopfball-Abwehr Schauflers auf der Linie abstaubte.

Peter Brandstetter

Kicker

Der FKP meldet sich zurück
Regionalliga: Jung-Truppe schlägt Stuttgarter Kickers 2:1
Von PZ-Redakteur Günther Kohlmann

„Wir müssen in Heimspielen unser Selbstbewusstsein steigern, wir müssen die Entscheidungsschnelligkeit erhöhen und wir müssen engagiert kämpfen“, hatte Robert Jung, Trainer des FK Pirmasens, vor dem Spiel gegen Spitzenreiter Stuttgarter Kickers von seiner Mannschaft gefordert. Und siehe da – der FKP setzte die Vorgaben seines Coaches um, gewann mit 2:1 (1:0) und beendete damit eine Serie von fünf Partien ohne Sieg.

Keine Frage, der Erfolg des Aufsteigers vor 2000 Zuschauern im Sportpark Husterhöhe ist verdient. Das erkannte auch Kickers-Trainer Robin Dutt neidlos an. „Der Pirmasenser Sieg geht in Ordnung. Die Mannschaft hat leidenschaftlich gespielt, während bei uns nicht viel Positives heraus kam. Bei uns war alles nicht besonders durchdacht“, resümierte der Fußball-Lehrer, der zum 100. Mal als Coach der Stuttgarter an der Bande stand. Dabei hätte der bisherige Liga-Primus schon in der dritten Minute in Führung gehen können. Ein Kopfball von Mirnes Mesic aus fünf Metern zischte nur ganz knapp am Gehäuse von FKP-Schlussmann Rainer Schwartz vorbei. „Das war eine Schlüsselszene. Wenn wir da das 1:0 gemacht hätten, wäre vielleicht alles anders gelaufen“, trauerte Robin Dutt der vergebenen Chance hinterher.

Besser machte es der FK Pirmasens, der kurzfristig noch auf Tobias Zellner verzichten musste. „Er hat sich während des Aufwärmens beim letzten Torschuss eine Oberschenkel-Verletzung zugezogen“, sagte Robert Jung. Dafür rückte Marco Steil in die Anfangsformation und lieferte eine überzeugende Leistung ab.
In der 6. Minute trat Aleksandar Burch einen Freistoß, den Kickers-Kapitän Jens Härter abwehrte. Dann reagierte Michael Hunsicker am schnellsten und traf zur 1:0-Führung für „die Klub“. Zusammen mit den FKP-Anhängern feierte Hunsicker seinen ersten Regionalliga-Treffer. „Das Zusammenspiel in der Offensive hat diesmal geklappt“, lobte der Ex-Hauensteiner seine Angriffskollegen. Rainer Schwartz bemerkte dazu: „Wir sind durch einen Abpraller in Führung gegangen, das hat uns aufgebaut.“

In den ersten 20 Minuten boten die Schwaben mehr oder weniger Standfußball. Das eröffnete dem FK Pirmasens Möglichkeiten, um den Vorsprung auszubauen. In der 10. Minute war Christian Bolm schon an Kickers-Abfangjäger Marco Wildersinn vorbei, kam aber gegen Keeper David Yelldell zu spät. Sieben Minuten später versuchte es der überragende Sebastian Reich mit einem Drehschuss nach Kopfball-Vorlage von Hunsicker, scheiterte aber ebenfalls an Yelldell.

Danach entwickelten die Stuttgarter Kickers mehr Druck, dennoch kam die Mannschaft von Robert Jung, die ihre Angriffe meist über die linke Seite vortrug, zu weiteren Möglichkeiten. Doch Reich, Hunsicker und Bolm konnten die wacklige Schwaben-Abwehr vorerst nicht mehr bezwingen.

Nach dem Seitenwechsel geriet der Sieg des FKP noch einmal kurzfristig in Gefahr. Nach einer Kopfball-Abwehr des agilen Jens Schaufler staubte Stuttgarts Mustafa Parmak (48.) zum 1:1-Ausgleich ab. Das war zugleich Parmaks letzte Aufsehen erregende Aktion, ehe er in der 77. Minute die rote Karte sah, weil er dem am Boden liegenden Sebastian Reich in die Brust getreten hatte.

Zuvor (55.) war allerdings der FK Pirmasens erneut in Führung gegangen. Nach einem Pfostenknaller von Reich wehrte Kickers-Keeper Yelldell den Nachschuss von Hunsicker ab, aber Reich stand erneut goldrichtig und markierte das vielumjubelte 2:1. „Ich habe einfach drauf gehalten und so kamen wir zu einem wichtigen Sieg für die Mannschaft“, freute sich der Pirmasenser Torschütze. Und Robert Jung lobte: „Sebastian Reich war kämpferisch überragend.“

FKP-Torhüter Rainer Schwartz blickt nach diesem Erfolg hoffnungsvoll in die Zukunft: „Die trainingsfreie Zeit hat uns gutgetan. Jetzt scheint der Knoten geplatzt. Wir spielen wieder so wie am Anfang der Saison.“

Und so spielten sie

FK Pirmasens: Schwartz – Steil, Hildebrandt, Falkenmayer – Baum, Schaufler, Burch (89. Bzducha), Weißmann (90. Dengel) – Bolm, Reich, Hunsicker (68. Carvalho)
Stuttgarter Kickers: Yelldell – Wildersinn (68. Kanyuk), Härter, M. Hartmann – Benda, Gambo (76. Schlabach), Parmak, Stierle (72. Sökler) – Okpala, Mesic, Yildiz
Schiedsrichter: Willenborg (Friesoythe)
Zuschauer: 2000
Tore: 1:0 Hunsicker (6.), 1:1 Parmak (48.), 2:1 Reich (55.)
Gelbe Karten: Hunsicker / Härter, Okpala
Rote Karte: Parmak (78./Grobes Foulspiel)

Pirmasenser Zeitung

Spielberichte FK Pirmasens – Stuttgarter Kickers (2:1)

FK Pirmasens – Kickers 2:1 (1:0)

Eine bittere 1:2-Niederlage mussten die Kickers beim Aufsteiger FK Pirmasens hinnehmen: Das Team von Trainer Robin Dutt fand nach dem frühen Führungstreffer der Gastgeber durch Hunsicker (7.) in der Folgezeit gegen eine sehr disziplinierte Pirmasenser Mannschaft kein richtiges Mittel.
Nach dem 1:1-Ausgleich kurz nach Wiederanpfiff durch Mustafa Parmak (47.) schien die Partie zu kippen, doch Pimasens konnte sich aber mit dem schnellen 2:1 durch Reich (55.) auf die Gewinnerstrasse bringen.

Zum Spielverlauf:

Bereits nach drei Minuten hatte Mirnes Mesic nach einer Flanke von Mustafa Parmak die Chance, die Kickers in Führung zu bringen, doch sein Kopfball ging knapp über das Tor. Mit der ersten Möglichkeit erzielten aber die Gastgeber das Tor: Nach einer zu kurzen Kopfballabwehr sprang der Ball – nachdem er an drei Spielern wie eine Billiardkugel abprallte – vor die Füße von Hunsicker, der die Kugel aus zehn Metern ins rechte Eck schlenzte (7.). Bis zum Halbzeitpfiff gab es ein verteiltes Spiel, die Gastgeber wussten immer wieder mit schnellen Angriffen zu gefallen. Zunächste zielte Christian Okpala nach einem Drehschuss über das Gästetor (16.), danach schoss Reich genau in die Arme von David Yelldell (18.). Die beste Chance hatte aber Bashiru Gambo, nachdem er von Mustafa Parmak schön steil angespielt wurde, doch sein Schuss aus 13 Metern konnte der Keeper abwehren (28.). Jens Härter schickte Oliver Stierle, der aber im Liegen den Ball nicht mehr am Keeper vorbeilegen konnten (31.).

In der zweiten Hälfte waren noch keine 100 Sekunden gespielt, als die Kickers den Ausgleich erzielten: Die Flanke von Christian Okpala faustete der Torwart direkt auf den Kopf von Mirnes Mesic, dessen Versuch die Pimasenser Abwehr auf der Torlinie nicht entscheidend klären konnte. Denn das Leder landete auf dem Kopf von Mustafa Parmak, der am bereits geschlagenen Torhüter vorbei und über zwei Spieler auf der Torlinie hinweg den Ausgleich markierte (47.). Doch die Gastgeber wussten in der Drangphase der Kickers die passenden Antwort: Wieder ein schneller Konter, den Reich mit seinem starken Schuss an die Latte abschloß. Der Ball sprang vor die Füße von Hunsicker, David Yelldell konnte mit einem tollen Reflex abwehren. Aber beim dritten Schuss musste sich nun auch der Kickers-Keeper geschlagen geben, Reich donnerte aus kurzer Distanz den Ball zum 2:1 über die Linie (55.).
Die Blauen versuchten nun mehr Druck aufzubauen, die Abwehr wurde auf Dreierkette umgestellt, doch die Pirmasenser Mannschaft blieb immer wieder gefährlich. Verletzungspech dann für die Kickers: Bashiru Gambo wurde mit einer Schulterverletzung vom Platz getragen (76.). Nach einem Foul von Mustafa Parmak wollte sich der Mittelfeldspieler wieder aufrichten und wurde wohl noch festgehalten. Der Schiedsrichter bzw. sein Assistent sahen dabei einen Tätlichkeit des Kickers-Spielers, denn Mustafa Parmak sah in der 79. Minute die Rote Karte.
Doch auch in Unterzahl hatten die Blauen noch zwei dicke Chancen zum Ausgleich: Zunächst schoss Jens Härter Zentimeter am Tor vorbei (83.), der Linksschuss von Mirnes Mesic flog knapp über das Tor (87.). Auch die Gastgeber hatten noch Konterchancen, so dass es aber bei diesem 2:1-Erfolg des Aufsteigers blieb. Die Kickers warten nunmehr seit vier Spielen wieder auf einen Sieg in der Reginalliga Süd.

Die Trainerstimmen:

Robin Dutt: Ich muss von einem verdienten Sieg des Gegners sprechen. Die Mannschaft kämpfte leidenschaftlicher und verfügte über eine disziplinierte Abwehr. Jetzt müssen wir schauen, dass wir mal wieder ein Spiel gewinnen. Auch wir als Trainerteam sind gefragt, um die Mannschaft wieder nach vorne zu bringen.“

Die Spielstatistik:

FK Pirmasens: Schwartz – Hildebrandt, Steil, Falkenmayer, A. Baum, Schaufler, Burch (84. Bzducha), Weißmann (89. Dengel), Bolm, Reich, Hunsicker (68. Carvalho) – Trainer: Jung
Kickers: David Yelldell – Sascha Benda, Marco Wildersinn (68. Laszlo Kanyuk), Recep Yildiz, Jens Härter – Manuel Hartmann, Bashiru Gambo (76. Timo Schlabach), Mustafa Parmak, Oliver Stierle (79. Sven Sökler) – Mirnes Mesic, Christian Okpala – Trainer: Robin Dutt

Torfolge:
1:0 Hunsicker (7.)
1:1 Parmak (46.)
2:1 Reich (55.)

Schiedsrichter:
Frank Willenborg
Verwarnungen:
Hunsiker – Härter, Okpala
Platzverweis:
Rote Karte: Mustafa Parmak (79., Tätlichkeit)

Zuschauer:
3400 Fans im Stadion Husterhöhe

Offizielle Homepage

Niederlage in Pirmasens

Die Stuttgarter Kickers verloren ihr heutiges Spiel beim Underdog FK Pirmasens mit 1:2 (0:1) und bleiben damit im vierten Spiel ohne Sieg.

Michael Hunsicker brachte die Gastgeber nach 10. Minuten in Führung. Kurz nach der Halbzeit konte Mustafa Parmak per Kopf zum 1:1 abstauben. Christian Okpala hatte sich zuvor sehr gut in Szene gesetzt und den Ball in den Straufraum geflankt. Durch einen Konter erzielte Sebastian Reich in der 58. Spielminute den 2:1 Siegtreffer für die Pfälzer. Zudem  erhielt Mustafa Parmak in der 77. Spielminute wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Zudem musste Bashirou Gambo verletzt ausgewechselt werden, er wurde noch während des Spieles ins Krankenhaus gefahren. Mirnes Mesic sah seine fünfte Gelbe Karte und ist beim nächsten Spiel gegen Bayern München II gesperrt.
Im Gegensatz zu den Blauen konnte der FK Pirmasens seine eigenen Fähigkeiten zu 100 Prozent ausschöpfen, die Kickers ihrerseits kamen nie zu ihrem Spiel und fanden kein Mittel gegen die gut gestaffelte Pirmasenser Abwehr.
Trotz der Niederlage bleiben die Kickers zumindest bis morgen Tabellenführer der Regionalliga Süd.

Für die Kickers spielten:
Yelldell; Härter, Wildersinn (Kanyuk), Yildiz, Benda; Stierle (Sökler), Hartmann, Gambo (76. Schlabach)), Parmak;
Gambo, Okpala

Vorberichte: FK Pirmasens – Stuttgarter Kickers *Update*

Vorschau

Spielinfos

Anstoß: 14.10.2006 14:30
Stadion: Sportpark Husterhöhe

Schiedsrichter: Frank Willenborg, Friesoythe

FK Pirmasens: Carvalho und Schaufler sind wieder fit und sitzen zumindest auf der Bank. Ewertz dürfte erstmals von Beginn an spielen.

Stuttgarter Kickers: Lediglich der Einsatz von Benda (Anriss des Syndesmosebandes) ist fraglich, für ihn könnte der wiedergenesene Steinle nachrücken.

Aufstellung

FK Pirmasens
Schwartz – Lechner, T. Kriegshäuser, Hildebrandt, Ewertz – Falkenmayer, Zellner – S. Reich, Burch, Weißmann – Bolm Trainer: Jung

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Kanitz – M. Hartmann – Sökler, Kanyuk, Gambo – Okpala, Mesic Trainer: Dutt

Kicker

„Mathematisches Auge, gewiefte Taktik“

Der Sieg des drittklassigen FK Pirmasens gegen Vizemeister Bremen war die Sensation der ersten Pokalrunde. Im „11 Freunde“-Interview spricht Trainer Robert Jung über den nächsten Cupgegner Unterhaching, sein taktisches Geschick und den tristen Regionalliga-Alltag.

Frage: Herr Jung, ein Sieg im Pokal gegen Werder Bremen, schon sind Sie auf dem Weg zur Trainerlegende. Im TV-Interview gingen Sie als „Trainerfuchs“ durch. Was halten Sie von solchen Titulierungen?

Jung: Na, sie wollen sich ein bisschen lustig über mich machen. Aber das ist mir egal, ich bin nämlich ein gewiefter Taktiker.

Frage: Das müssen Sie auch sein, als Trainer des FK Pirmasens.

Jung: Die anderen Vereine der Regionalliga sind nicht nur professioneller strukturiert als wir. Sie zahlen auch mehr, verfügen über mehr Erfahrung in der Liga, sind zweikampfstärker und meist in der Offensive besser besetzt als wir. Wir müssen also sehr viel über die Laufbereitschaft und die Taktik machen.

Frage: Wie bereiten Sie sich auf Spiele vor?

Jung: Ich beobachte ja die Spiele der anderen Mannschaften und lasse mir die passende Marschroute einfallen. Ich habe ein mathematisches Auge und erkenne nach zehn Minuten die Struktur des Spiels …

Frage: … so schnell …

Jung: … da können Sie jetzt lachen, aber ich hatte erkannt, dass das Ausschalten von Werders linkem Außenverteidiger Pierre Womé ein Schlüssel zum Sieg sein wird. Stürmer Miroslav Klose hat keinen Kopfball auf unser Tor gesetzt, weil Womé nicht zum Flanken kam. Dazu habe ich nur große Spieler hinten rein gestellt, auch auf die Posten der Außenverteidiger. Klar, am Ende braucht man auch das nötige Glück. Das Werder vorne so verzweifelt ist, das entsprang meinen taktischen Überlegungen.

Frage: Sie Fuchs!

Jung: Eigentlich bin ich vom Trainertyp eher ein Wolf. Ich habe alleine ein Buch, meine Diplomarbeit und mein Staatsexamen über Fußball geschrieben.

Frage: Auf Ihre Kenntnisse setzen Sie ja auch im nächsten Pokalspiel gegen den Zweitligisten SpVgg Unterhaching am 25. oder 26. Oktober. Aber wie wie lautet Ihre Prognose für die Regionalliga? Nach zehn Spieltagen ist Pirmasens Vorletzter.

Jung: Wir sind nicht die Truppe, die jeden schlagen kann. Wir kommen über die Geschlossenheit und die Taktik. Aber wir werden bis zuletzt um den Klassenerhalt kämpfen.

Die Fragen stellte Robert Mucha

Spiegel

Für alle Fans, die die Mannschaft nach Pirmasens begleiten, gibt es auf folgendem Link wie immer alle wichtigen Informationen: Stadionsuche.de

Was soll da erst sein Kollege Robin Dutt von den Stuttgarter Kickers sagen, dessen Mannschaft in zwei Monaten 16 Pflichtspiele absolvieren musste – und das letzte im WFV-Pokal beim Oberligisten Crailsheim mit 1:4 verlor. Doch die Niederlage ist vor dem Gastspiel morgen (14.30 Uhr) beim Neuling FK Pirmasens abgehakt. Zumal der Kader erstmals in dieser Saison komplett ist, sämtliche Spieler (Okpala, Mesic, Benda, Steinle) haben ihre Blessuren auskuriert. Was den Vorteil hat, dass der Trainer Robin Dutt auch keinen Spieler aus der zweiten Mannschaft hochziehen muss, die gegen Waldhof spielt und selbst jeden Punkt benötigt.

Und schließlich kündigt sich die nächste englische Woche bereits an, auf Grund des DFB-Pokalschlagers gegen den aktuellen Bundesliga-Spitzenreiter Hertha BSC, der für den 25. Oktober (20 Uhr) angesetzt ist und für den bereits mehr als 6000 Karten verkauft sind. „Wir rechnen, wie gegen den Hamburger SV, wieder mit einem vollen Stadion“, sagt der Manager Joachim Cast, dem der Terminplan nicht nur wegen der Dauerbelastung Sorgen bereitet. Das Heimspiel gegen den SV Wehen am Sonntag, 29. Oktober, soll nun bereits um 14 Uhr angepfiffen werden, nachdem am gleichen Tag auch der Lokalrivale VfB zu Hause gegen Schalke 04 antritt.

Stuttgarter Zeitung

Kickers zu Gast in Pirmasens – Jubiläumsspiel von Robin Dutt

Das Auswärtsspiel am morgigen Samstag beim FK Pirmasens wird für Robin Dutt zu einem Jubiläumsspiel, denn der Kickers-Trainer sitzt nun zum 100. Mal auf der Bank bei den Blauen. Natürlich hofft der Trainer bei dieser Begegnung auch auf drei Punkte, ist doch der Kader fast komplett und kann Dutt vermutlich auf die beste Formation zurückgreifen. Unsicher ist lediglich das Mitwirken von Bashiru Gambo, dessen Einsatz sich erst in letzter Minute herausstellen wird. „Zuletzt waren alle Spieler im Training hochmotiviert und die kurze Pause sowie das Trainingslager am Bodensee hat die Kräfte neu mobilisert.“

Mit schnellen Kontern und einem gepflegten Kurzpaßspiel soll das Abwehr-Bollwerk in Pirmasens geknackt werden. “Auch Christian Okpala ist jetzt wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und von ihm erhoffe ich mir eine ähnliche Effektivität wie zu Beginn der Saison“, argumentiert der Kickers-Coach.

Offizielle Homepage

Offensive Regionalligisten

Stuttgart (jüf) – Zwei Regionalligateams, eine Marschroute: Sowohl der VfB Stuttgart II in seinem Heimspiel gegen den Karlsruher SC II (Sonntag, 15 Uhr/Schlienzstadion) als auch die Stuttgarter Kickers bei FK Pirmasens (Samstag, 14.30 Uhr) wollen ihr Heil in der Offensive suchen.

Zumindest den Blauen bleibt gar nicht viel anderes übrig. „Pirmasens stellt sich selbst bei Heimspielen massiv hinten rein“, hat Kickers-Trainer Robin Dutt erkannt. Dass die Spiele des Aufsteigers nicht unbedingt ein Tipp für Fußball-Feinschmecker sind, untermauert eine weitere Feststellung des 41-Jährigen: „Teilweise werden Gegenspieler über den gesamten Platz in Manndeckung genommen.“ Dass der Tabellenvorletzte jedoch auch zu außergewöhnlichen Leistungen fähig ist, zeigte der DFB-Pokal-Coup gegen Werder Bremen. Vorteil für die Kickers: Erstmals in dieser Runde stehen alle Spieler zur Verfügung. Dutt: „Das zeigt, wie wichtig die Pause war.“ (…)
Stuttgarter Nachrichten

StZ: Dutt: Ich bin keine Einmannshow

Der Kickers-Trainer sitzt morgen zum 100. Mal auf der Bank
 
Nach einer zweiwöchigen Pause geht die Saison der Fußball-Regionalliga für den Tabellenführer Stuttgarter Kickers am Wochenende mit dem Spiel in Pirmasens weiter. Dabei wird der Trainer Robin Dutt zum 100. Mal in Folge bei einem Punktspiel auf der Bank sitzen. „Das ist schon ein Vertrauensbeweis“, sagt der 41-Jährige im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Dutt, die Partie am Samstag beim FK Pirmasens ist ihr 100. Regionalligaspiel in Folge bei den Stuttgarter Kickers. Was bedeutet das für Sie?

Das war mir gar nicht bewusst.

Es kommt ja auch nicht alle Tage vor. Zuletzt schaffte das zwischen 1994 und 98 Wolfgang Wolf, der bei den Kickers fast so etwas wie eine Institution war. Hätten Sie bei Ihrem Amtsantritt gedacht, dass Sie in dessen Fußstapfen treten werden?

Als ich bei den Kickers angefangen habe, war es schon ein Erfolg, wenn man ein Jahr überstanden hat. Schließlich war die Trainerbank zuvor so etwas wie ein Schleudersitz, wenn ich an die Entlassungen von Rainer Zobel, Marcus Sorg und Rainer Adrion denke. Dass daraus jetzt schon drei Jahre geworden sind, das ist schön und auch ein Vertrauensbeweis. Aber letztendlich zählt das Ergebnis. Und manche Trainer schaffen in einem Jahr mehr als andere Trainer in zehn Jahren.

Ist die Kontinuität für Sie auch ein wenig Genugtuung, nachdem bei Ihrer Ernennung zum Chefcoach mancher Kritiker die Nase gerümpft hat – getreu dem Motto: Robin, wer?

Zunächst sehe ich Kritik immer als Herausforderung an, mit Argumenten zu überzeugen. So gesehen war die Entwicklung für mich weniger Genugtuung als die Chance, die Kritiker dazu zu bringen, an einem Strang zu ziehen. Schließlich bin ich hier keine Einmannshow, sondern es ist ein Erfolg des Teams, zu dem die Mannschaft, der Trainerstab und auch der Präsident mit seinen Kollegen gehört.

In dieser Zeit haben Sie sich vom Abstiegs- zum Aufstiegskandidaten gemausert. Wo ist das Ende der Fahnenstange?

Ich denke, jetzt schon darüber zu diskutieren, macht keinen Sinn. Ich schaue immer: wo ist die nächste Station? Natürlich wäre der Aufstieg da wunderschön. Aber man muss auch berücksichtigen, dass wir die sportliche Entwicklung heute mit einem deutlich geringeren finanziellen Aufwand geschafft haben als zum Beginn meiner Tätigkeit. Dass parallel die Konsolidierung des Vereins vorangetrieben werden konnte, macht den Erfolg noch wertvoller.

Sie haben die nächste Station angesprochen. Die ist – ganz aktuell – natürlich erst einmal das Spiel am Samstag in Pirmasens. Hat das dreitägige Trainingslager in der vergangenen Woche den Namen verdient, das unter dem Titel Regeneration stand?

Auf jeden Fall. Das sieht man schon im Training, in dem die Mannschaft viel frischer und aggressiver zu Werke geht. Zuletzt war zwar der Wille vorhanden, aber das Fleisch doch etwas schwach. Was kein Wunder ist, schließlich habe ich gelesen, dass wir im deutschen Profifußball die Mannschaft mit den bisher meisten Pflichtspielen in dieser Saison sind. Aber jetzt ist der Akku aufgeladen, sodass wir in Pirmasens wieder 90 Minuten Tempofußball bieten können.

Und die drei Punkte holen werden, um die Tabellenführung zu untermauern?

Bei aller Wertschätzung des Gegners kann die Zielsetzung nur ein Sieg sein. Auch wenn das bei 16 von 17 anderen Gegnern wohl genauso der Fall wäre, und wir sicher keine Mannschaft der Liga unterschätzen.

Sie haben zuletzt gesagt, Sie werden sich zu möglichen Wechselgerüchten um Ihre Person nicht mehr äußern.

Muss ich auch nicht. Das Thema ist generell ad acta gelegt. Ich werde diese Saison definitiv bei den Kickers zu Ende bringen. Und für den Fall des Aufstiegs existiert eine beiderseitige Vereinbarung, dass sich der Vertrag verlängert. Abgesehen davon hat es bereits ein Gespräch mit dem Präsidenten gegeben, der mich auf jeden Fall halten will – was auch ich mir vorstellen kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Also schaffen Sie die nächsten 100 Spiele auf der Trainerbank auch noch?

Es wäre es vermessen, über einen so langen Zeitraum nachzudenken. Vielleicht erreiche ich 120 Spiele, wir steigen auf, verlieren in der zweiten Liga die ersten fünf Mal – dann werde ich entlassen. Fußball ist zu schnelllebig, da wäre es naiv, sich über die nächsten hundert Tage den Kopf zu zerbrechen.

Stuttgarter Zeitung