StN: Dutt fordert: Keine Fehler mehr

Dutt fordert: Keine Fehler mehr

Stuttgart (dip) – Nach der Spielverlegung von Freitag auf diesen Sonntag (15 Uhr) hatte Robin Dutt zwei Tage länger Zeit, sein Team auf die Regionalliga-Partie beim 1. FC Saarbrücken vorzubereiten. „Geändert hat sich dadurch aber eigentlich nichts“, sagt der Trainer der Stuttgarter Kickers. Soll heißen: Die verletzten Laszlo Kanyuk, Sean Dundee und Bashiru Gambo fallen auch am Sonntag aus.

Dafür steht Mittelfeldspieler Mustafa Akcay nach seinem Muskelfaserriss erstmals in diesem Jahr wieder im Kader und könnte zusammen mit Manuel Hartmann das zentrale Mittelfeldduo bilden. „Er ist wieder eine Alternative“, sagt Dutt, der Wiedergutmachung für die Heimniederlage gegen den SC Pfullendorf fordert. „Da haben uns zwei Fehler einzelner Spieler den Sieg gekostet, das darf nicht noch einmal passieren.“

Stuttgarter Nachrichten

Vorberichte: 1. FC Saarbrücken – Stuttgarter Kickers

Fußball-Regionalliga, 25. Spieltag
Kickers-Partie auf Sonntag verlegt

STUTTGART (ump). Pünktlich zum Frühlingsanfang ist gestern nochmals ein Wintereinbruch über Süddeutschland gekommen – mit Folgen auch für die Fußball-Regionalliga. Wenig überraschend ist dabei auf Grund der geografischen Lage die Absage der Partie des SC Pfullendorf (gegen Wehen), dem vergangene Woche bei den Stuttgarter Kickers ein Überraschungscoup gelang. Die wiederum hätten heute beim 1. FC Saarbrücken antreten sollen, doch das Spiel wurde auf Sonntag (15 Uhr) verlegt. Doch trotz zwei Tage Zeitgewinn werden die Mittelfeldspieler Gambo und Kanyuk sowie auch Sean Dundee (Adduktoren) ausfallen, dafür ist Mustafa Akcay erstmals in diesem Jahr wieder im Kader.

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Stuttgarter Zeitung

Kickers müssen am Sonntag ran

Spiel in Saarbrücken verlegt

Stuttgart (dip) – Die Stuttgarter Kickers haben zwei Tage mehr Zeit, sich auf die Partie in der Fußball-Regionalliga beim 1. FC Saarbrücken vorzubereiten. Wegen der Schneefälle wurde das für den heutigen Freitag geplante Spiel auf kommenden Sonntag (15 Uhr) verlegt. Die zusätzliche spielfreie Zeit wird den angeschlagenen Laszlo Kanyuk (Hüftprellung) und Bashiru Gambo (Nagelbettentzündung) aber nicht reichen, um fit zu werden. Wohl ebenfalls ausfallen wird Stürmer Sean Dundee. „Er hat Probleme im Adduktorenbereich“, sagt Kickers-Trainer Robin Dutt.

Unterdessen sucht Manager Joachim Cast weiter Dutts Nachfolger. Bis zum heutigen Freitag will der Kickers-Manager den Kreis der Trainerkandidaten auf acht oder neun eingrenzen. „Am Wochenende werden wir uns dann für drei Trainer entscheiden, mit denen wir verhandeln wollen“, sagt Cast, der die Kickers in der Trainerfrage in einer komfortablen Lage sieht: „Ich habe bei allen Trainern ein gutes Gefühl. Es wird so sein, dass wir einigen Kandidaten absagen müssen – und nicht umgekehrt.“
Stuttgarter Nachrichten

Akcay in Saarbrücken wieder dabei – Einsatz von Dundee gefahrdet

Nach der Verlegung des Regionalligaspiels in Saarbrücken vom Freitagabend auf Sonntagnachmittag (Anstoß 15.00 Uhr) legen die Kickers an den nächsten beiden Tagen Zusatzschichten im Training ein. Bestens vorbereitet wollen die Blauen nämlich ins Saarland fahren, um dort zumindest einen Punkt, wenn nicht sogar drei Punkte einzufahren. Freilich wird die Partie im Saarbrücker Ludwigspark deshalb besonders brisant, weil der Zweitliga-Absteiger in dieser Saison den hohen Erwartungen nie gerecht werden konnte und sich nach der Niederlage in Pirmasens nur noch zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt befindet.

Nach der Verlegung des Regionalligaspiels in Saarbrücken vom Freitagabend auf Sonntagnachmittag (Anstoß 15.00 Uhr) legen die Kickers an den nächsten beiden Tagen Zusatzschichten im Training ein. Bestens vorbereitet wollen die Blauen nämlich ins Saarland fahren, um dort zumindest einen Punkt, wenn nicht sogar drei Punkte einzufahren. Freilich wird die Partie im Saarbrücker Ludwigspark deshalb besonders brisant, weil der Zweitliga-Absteiger in dieser Saison den hohen Erwartungen nie gerecht werden konnte und sich nach der Niederlage in Pirmasens nur noch zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt befindet.

Allerdings gilt der 1. FC Saarbrücken zuhause als eine Macht, denn dort erzielten sie mit 27 Treffern die meisten Tore in der Liga. Und das verdankt die Mannschaft vor allem ihrem Sturmduo Jonathan Jäger und Mahir Saglik, das es allein auf 24 Treffer brachte. Die Kickers-Abwehr darf sich also nicht eine solche Blöße geben wie zuletzt der SSV Reutlingen, der in Saarbrücken mit 0:4 die höchste Niederlage bezog. Robin Dutt hat deshalb in dieser Woche auch besonderen Wert auf die Abwehrarbeit gelegt und vielleicht gibt es im defensiven Bereich auch die eine oder andere Veränderung.
Da im Mittelfeld Bashiru Gambo und auch Laszlo Kanyuk wegen ihren Verletzungen noch ausfallen, ist der Kickers-Coach froh, dass wenigstens Mustafa Akcay nach seiner längeren Pause wieder fit ist. Er bewährte sich zuletzt beim Sieg der Oberligamannschaft in Emmendingen und fiebert seinem Einsatz entgegen. Im Angriff muß Robin Dutt eventuell umdenken, da sich Neuzugang Sean Dundee eine Adduktorenverletzung eingehandelt hat, sein Einsatz ist noch fraglich. Ob dafür dann Bastian Bischoff mit Angelo Vaccaro den Angriff bildet oder evtl. Sokol Kacani oder Marco Tucci eine Chance erhalten, dürfte sich erst am Sonntag entscheiden. „Wir fahren auf alle Fälle hochmotiviert nach Saarbrücken, um den Ausrutscher gegen Pfullendorf möglichst schnell wettzumachen“, so das Vorhaben von Trainer Robin Dutt.

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Stuttgart: Dundee-Einsatz fraglich – Akcay kehrt zurück

Dutt muss umstellen

Der Tabellenvierte der Regionalliga Süd, Stuttgarter Kickers, muss in der Partie beim abstiegsbedrohten 1. FC Saarbrücken am Sonntag voraussichtlich auf Winter-Neuzugang Sean Dundee verzichten. Der Angreifer zog sich im Training eine Adduktorenverletzung zu. Wieder zurückgreifen kann Kickers-Coach Robin Dutt dagegen auf den wiedergenesenen Mittelfeldspieler Mustava Akcay.

Zwei Zweitliga-Partien über die volle Distanz, zwölf Mal eingewechselt, kein Treffer und nur eine Torvorlage für die Offenbacher Kickers – das ist die magere Hinrundenbilanz von Angreifer Sean Dundee. In der Winterpause schloß der 34-Jährige vorläufig das Kapitel Profifußball und verließ den Hessen-Klub Richtung Regionalliga zu den Stuttgarter Kickers. Bei den Schwaben absolvierte der gebürtige Südafrikaner bisher drei Partien und erzielte am 24. Spieltag gegen den SC Pfullendorf (1:2) sein erstes Tor für seinen neuen Arbeitgeber.

Ob Dundee gegen den akut abstiegsgefährdeten 1. FC Saarbrücken am kommenden Sonntag seine aufsteigende Formkurve bestätigen kann, ist eher unwahrscheinlich: Den Stürmer plagt zurzeit eine Adduktorenverletzung. Sollte Dundee nicht rechzeitig fit werden, würde ihn wohl entweder Angelo Vaccaro oder Sokol Kacani ersetzen.

Wieder zählen kann Dutt dagegen auf Mittelfeldspieler Mustafa Akcay, der nach seiner Verletzungpause zuletzt Spielpraxis in der Oberliga-Mannschaft sammelte. Die Rückkehr des Türken kommt dem zukünftigen Coach des SC Freiburg sehr gelegen, da mit Bashiru Gambo und Laszlo Kanyuk gegen die Saarländer weiterhin zwei Mittelfeldspieler definitiv ausfallen werden.

Der Kickers-Coach zuversichtlich: „Wir fahren auf alle Fälle hochmotiviert nach Saarbrücken, um den Ausrutscher gegen Pfullendorf möglichst schnell wettzumachen.“

Kicker

Partie beim 1.FC Saarbrücken auf Sonntag verlegt

Die für Freitag Abend, 23. März 2007 angesetzte Partie der Stuttgarter Kickers beim Zweitligaabsteiger 1.FC Saarbrücken wurde soeben vom Süddeutschen Fußballverband auf Sonntag, 25. März 2007 verlegt. Grund für die Verlegung sind die schlechten Wetter- und Spielfeldbedingungen in Saarbrücken, die sich bis Sonntag aber verbessern sollen. Anstoß im Ludwigsparkstadion ist um 15.00 Uhr. 

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StZ: Kickers haben die Qual der Wahl

Schaffhausen entlässt Seeberger

STUTTGART (ump). Das Trainerkarussell im Fußball dreht sich permanent, manchmal in atemberaubendem Tempo. So hat sich der abstiegsbedrohte Zweitligist Eintracht Braunschweig am Dienstag von Willi Reimann getrennt und in Dietmar Demuth bereits den fünften (!) Trainer in dieser Saison verpflichtet. Als neuer Mann für die nächste Runde ist Benno Möhlmann im Gespräch, der die SpVgg Greuther Fürth verlässt, die dafür Bruno Labbadia holt.

Der fällt damit für die Stuttgarter Kickers aus, falls er beim Fußball-Regionalligisten überhaupt als Nachfolger von Robin Dutt in Frage gekommen wäre. „Wir haben viele externe Bewerbungen erhalten“, sagt der Manager Joachim Cast, der den einen oder anderen Kandidaten davon noch kontaktieren wird. Bei der Abarbeitung der vorhandenen internen Liste – auf der Michael Feichtenbeiner nicht steht – ist Cast gut vorangekommen. Sein Zwischenfazit: „Insgesamt sehr positiv. Keiner der Kandidaten hat sich disqualifiziert oder von sich aus abgesagt.“

Was die Entscheidung nicht leichter macht. Zum engeren Kreis sollen am Ende drei, maximal vier Bewerber gehören, die dann auch noch vom Präsidenten Dirk Eichelbaum sowie dem Präsidiumsmitglied Walter Kelsch in Augenschein genommen werden. Zu den Anwärtern gehört auch Jürgen Seeberger, der Deutsche in Diensten des FC Schaffhausen. Dort allerdings ist er gestern im siebten Jahr seiner Tätigkeit entlassen worden, nachdem der Schweizer Erstligist seit zwölf Spielen sieglos ist und nach dem 0:1 gegen Sion in akuter Abstiegsgefahr schwebt. Seeberger war übrigens auch beim SC Freiburg im Gespräch – bis Robin Dutt kam.

Der hat sich im DSF nochmals zu den Vorbehalten gegenüber seiner Person als künftiger Trainer des SC Freiburg geäußert, und ist sich des Problems durchaus bewusst. „Es gibt offensichtlich momentan zwei Lager: Die einen, die unbedingt Volker Finke haben wollen, und die anderen, die einen Neuanfang haben wollen. Das ist eben so im Fußball“, sagte Dutt dem Fernsehsender.

Die Kickers machen da keine Ausnahme. Der Richtungsstreit in Degerloch heißt: suchen wir einen Trainer mit Stallgeruch oder einen externen Mann. Derzeit weiß Cast nur eines: „Wir lassen uns bei der Entscheidung nicht von außen beeinflussen.“

Stuttgarter Zeitung

Trainerkandidat Jürgen Seeberger sofort verfügbar

seeberger.jpgDer schweizer Erstligist FC Schaffhausen hat sich überraschend sofort von seinem Trainer Jürgen Seeberger getrennt. Seeberger teilte dem Verein bereits im Januar mit, dass er seinen Vertrag über die Saison hinaus nicht verlängern wird.

Seeberger gilt als einer der Kandidaten zur Nachfolge des zum SC Freiburg wechselnden Trainer Robin Dutt. Am Wochenende saß Seeberger als Gast auf der Haupttribüne beim Spiel der Kickers gegen den SC Pfullendorf. Schweizer Medienberichte zufolge besteht enger Kontakt zur Vereinsführung der Kickers.

Presse zu Stuttgarter Kickers – SC Pfullendorf (1:2)

Sehen und gesehen werden

Der Trainerkandidat Jürgen Seeberger verfolgt die 1:2-Niederlage der Kickers gegen Pfullendorf

STUTTGART. Nach der 1:2-Niederlage gegen Pfullendorf können die Stuttgarter Kickers auch die letzten Aufstiegshoffnungen begraben. Dafür stellt sich die Frage: wer darf sich Hoffnung auf den Trainerjob machen?

Von Joachim Klumpp

Sehen und gesehen werden. Unter diesem Leitsatz hätte man die Partie der Stuttgarter Kickers auf dem grünen Rasen gegen den SC Pfullendorf durchaus stellen können. Doch was die 2550 Zuschauer dann in den 90 Minuten geboten bekamen, war angesichts der 1:2-Niederlage nicht gerade dazu angetan, die Laune zu heben. Interessanter war am Samstag allerdings auch der zweite Teil des Mottos – gesehen werden.

„Man kann gespannt sein, wer alles auf der Tribüne sitzt“, hatte der Manager Joachim Cast im Vorfeld der Partie gesagt – und damit auf die Trainerfrage angespielt. Doch die Kiebitze kamen in dieser Hinsicht nicht unbedingt auf ihre Kosten, was daran liegen könnte, dass der eine oder andere Kandidat lieber inkognito gekommen war, und der Einzige, der sich offen zu erkennen gab, kein so bekanntes Gesicht in Degerloch ist. Noch nicht? Jürgen Seeberger jedenfalls, dessen Vertrag beim Schweizer Erstligisten FC Schaffhausen im Sommer endet, verließ das Stadion eine Viertelstunde vor Schluss und hinterließ die Botschaft: „Ich könnte mir die Aufgabe durchaus vorstellen.“

Wenngleich nicht nur der 41-jährige Deutsche vor Augen geführt bekam, dass es bei den Kickers noch einiges zu tun gibt. Vor allem im Defensivverhalten häufen sich die Fehler. Beim ersten Gegentor patzte Sven Sökler an der Eckfahne, und den zweiten Treffer leitete Moritz Steinle ein. „So etwas darf einmal passieren, vielleicht noch ein zweites Mal, aber nicht am laufenden Band“, kritisierte Robin Dutt die Schwächen nach der Winterpause, die schon gegen den VfB und Ingolstadt zu den Gegentreffern führten.

Ein anderer Dauerzustand nimmt fast schon tragische Züge an: Das Verletzungspech von Laszlo Kanyuk. „Er ist am Boden zerstört“, sagte Dutt, der dem mit viel Vorschusslorbeeren geholten Ex-Offenbacher nach langer Zeit mal wieder eine Chance von Beginn an geben wollte. Das ging nur 14 Minuten gut, dann musste Kanyuk verletzt vom Platz. Was bitter für ihn war, aber auch für die Mannschaft. Im Mittelfeld jedenfalls fehlte die ordnende Hand, wobei die Kickers nach einer halben Stunde noch wie der sichere Sieger aussahen. Aber mit zunehmender Spielzeit gab es Kampf und Krampf, sodass den abstiegsbedrohten Gästen eine taktisch disziplinierte Leistung genügte, um den Sieg nach Hause zu schaukeln. „Das hilft uns natürlich im Kampf um den Klassenverbleib“, sagte Trainer Michael Feichtenbeiner.

Ob es auch hilft, sich bei den Kickers zu empfehlen? Der Extrainer scheint nicht die besten Karten zu haben und konnte mögliche Vertragsgespräche nicht bestätigen. Auch wenn der Präsident Dirk Eichelbaum nochmals betonte: „Es kann sicher nichts schaden, wenn sich jemand im Umfeld des Vereins auskennt.“

Das tut zumindest Zoltan Sebescen, der ebenfalls im Stadion gesichtet wurde; allerdings nicht als Trainer in Frage kommt. Aber möglicherweise in anderer Funktion, schließlich haben die Kickers auch einen vakanten Posten im Präsidium zu besetzen. „Man sollte nie nie sagen“, erklärte der Exprofi, „aber derzeit möchte ich mich auf mein im April beginnendes Studium konzentrieren.“ In Sachen Sportmanagement. Theorie gepaart mit Praxis, warum nicht bei den Kickers?

Der scheidende Trainer Robin Dutt versucht, beides sportlich noch auf die Reihe zu bekommen, deshalb strich er gestern den freien Sonntag und setzte ein Training an. Das war nicht der einzige Grund, dass er sich einen Besuch beim künftigen Arbeitgeber SC Freiburg verkniff. Sehen und gesehen werden wäre dort gestern beim Spiel gegen Kaiserslautern vielleicht nicht so passend gewesen.

Kickers: Yelldell – Sökler (63. Vaccaro), Yildiz, Härter, Stierle – Parmak, Hartmann, Kanyuk (15. Steinle), Weller – Bischoff, Dundee (63. Tucci).

Tore: 1:0 Dundee (15.), 1:1 Rogosic (43.), 1:2 Rogosic (52.)

Stuttgarter Zeitung

Dutt bittet zum Straftraining

Kickers unterliegen dem SC Pfullendorf – Zahlreiche Trainer-Kandidaten

Stuttgart – Aus dem Aufstiegsrennen in der Fußball-Regionalliga haben sich die Stuttgarter Kickers mit dem 1:2 (1:1) gegen Pfullendorf endgültig verabschiedet. Umso mehr geht es nun um die Planungen für die kommende Runde. Allen voran muss die Trainerfrage geklärt werden – die Kandidatenliste ist länger geworden.

VON DIRK PREISS

Nach einer Partie am Samstagnachmittag, so ist es Tradition bei den Blauen, dürfen die Spieler einen freien Sonntag genießen. Gestern war das anders: Trainer Robin Dutt bat seine Spieler am Sonntagmorgen zur Übungseinheit. „Das muss jetzt mal Konsequenzen haben“, sagte er und meinte damit die haarsträubenden Fehler, die zur Niederlage gegen Pfullendorf geführt hatten.

Nach ordentlichem Beginn und dem 1:0 durch Sean Dundee (15.) wollte zunächst Sven Sökler etwas sorglos den Ball ins Aus trudeln lassen – doch der Pfullendorfer Sebastian Heidinger kam noch an die Kugel, flankte, und Neno Rogosic traf (43). Zu Beginn der zweiten Halbzeit narrte der Torjäger dann nacheinander Moritz Steinle, Recep Yildiz und Torhüter David Yelldell – und die Niederlage der Kickers war besiegelt (52.). „Solche Fehler dürfen einmal passieren“, ärgerte sich Dutt, „aber nicht zweimal in einem Spiel und mehrmals in wenigen Wochen.“ Deshalb die Strafarbeit.

Das Kickers-Team wirkte nach den Gegentreffern verunsichert, und Dutt musste hinterher versichern, dass dies nichts mit seinem nun feststehenden Wechsel zum SC Freiburg zu tun hatte. Ein großes Thema auf der Waldau ist die ungeklärte Nachfolge Dutts dennoch – und die Liste mögliche Kandidaten wird nicht gerade kürzer. „Die vergangene Woche hat gezeigt, dass es sehr interessant ist, Cheftrainer bei den Kickers zu sein“, sagte der neue Präsident Dirk Eichelbaum und verwies auf die zahlreich eingegangenen Bewerbungen. Zwei der Kandidaten waren am Samstag sogar persönlich im Gazistadion: Michael Feichtenbeiner als Trainer des SC Pfullendorf und Jürgen Seeberger, derzeit noch Coach beim Schweizer Erstligisten FC Schaffhausen, als Zuschauer auf der Haupttribüne. Feichtenbeiner allerdings hat laut Präsidiumsmitglied Walter Kelsch eher schlechte Chancen, dagegen sollen die Kickers Kontakt zu Ex-VfB-Profi Thomas Stickroth (Co-Trainer beim Wuppertaler SV) aufgenommen haben.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers beißen auf SCP-Granit

STUTTGART — Mit einem überraschenden 2:1-Auswärtserfolg bei den Stuttgarter Kickers sicherte sich der SC Pfullendorf- am Samstag drei-ganz wichtige Punkte.- Der Klassenerhalt rückte somit wieder ein Stückchen näher, während die Kickers- ihr- Ziel „Aufstieg 2. Bundesliga“ mit dem Schlusspfiff endgültig ad acta legen mussten.

Der Wirbel um die Dopingsache Mark Lerandy unter der Woche ließ die Spieler des SC Pfullendorf offenbar gänzlich unbeeindruckt. Fast schien es am Samstag sogar, als sei das Team von Trainer Michael Feichtenbeiner durch die leidvolle Angelegenheit, die den Sportclub aller Voraussicht nach den Punkt gegen Siegen kosten wird, noch enger zusammengerückt. Denn obwohl der Mannschaft in Sachen Einsatzbereitschaft eigentlich-fast nie-Defizite-nachzuweisen sind – im- Gazi-Stadion lief-am Samstag jeder Einzelne noch- ein paar -Schritte mehr als sonst.-

Der Blick auf den Spielberichtsbogen vor dem Anpfiff weckte zunächst Vermutungen, dass Feichtenbeiner bei den Kickers-dicken Abwehrbeton- anmischen würde. Denn mit Neno Rogosic brachte der Coach, der nur sieben Autominuten vom Kickers-Stadion entfernt in Stuttgart-Möhringen zu Hause ist,-nur eine Spitze. Doch mit Gerster und Leandro hatte-Feichtenbeiner mutig zwei „Zehner“- hinter Rogosic -platziert. Heidinger und Busch sorgten über die Außenbahnen für letztlich spielentscheidende Sturmunterstützung. Marco Konrad hielt den Offensivkräften gewohnt bienenfleißig den Rücken frei. Hinter ihm agierte der Viererabwehrverbund mit Zimmermann, Rapp, Kiefer und Deufel den Rücken ebenso effektiv. Feichtenbeiner war die konsequente Defensivarbeit dann auch ein Sonderlob wert: „Das ist momentan unsere Stärke: Dass wir nicht viele gegnerische Chancen zulassen!“ .

Die Gastgeber bestimmten in der Anfangsphase das Geschehen. Besonders Weller schuf über die linke Seite mit gefährlichen Flanken aus dem Spielverlauf heraus oder auch bei Standards immer wieder Gefahrenmomente.- In der Mitte lauerte nämlich kein Geringerer als die einstige deutsche Sturmhoffnung Sean Dundee auf-Kopfball-Vorlagen. Dass der frühere Feichtenbeiner-Schüler-(beim TSF Ditzingen schoss der gebürtige Südafrikaner unter Feichtenbeiner in der Saison 94/95- 25 Regionalliga-Tore)- im Kopfballspiel auch im mittlerweile fortgeschrittenen Fußballeralter von 34 Jahren noch immer Extra-Klasse ist, mussten die Pfullendorfer in der 15. Minute anerkennen: Da nickte das 1,87 Meter lange „Tor-Krokodil“ einen Weller-Eckball ins Netz. Doch sollte dies der einzige Treffer bleiben, den Pfullendorfs viel Sicherheit ausstrahlender Keeper Ralf Hermanutz an diesem Nachmittag einstecken musste.

Schon während der Anfangsviertelstunde- ließen die leichtsinnigen Stuttgarter den-Gästen erstaunlich viel Raum zum Kontern. Immer wieder stieß der SCP im weiteren Verlauf der Partie fast ungestört in diese Lücken, blieb lediglich im Abschluss zu harmlos. Jedenfalls bis zur 43. Minute: Während Kickers-Abwehrspieler Sökler offenbar schon vom Torabstoß träumte, zog der dynamische Heidinger den Ball um Sökler herum von der Torauslinie doch noch in die Mitte. Rogosic stand da, wo ein guter Stürmer in dieser Situation stehen muss, nämlich am kurzen Pfosten, und drückte die Kugel zum Ausgleich ins Netz. „Das Tor so kurz vor der Pause war natürlich gut für die Psyche“, so Feichtenbeiner später. Und das Zweite, kurz nach der Pause, mindestens genauso: Wieder eroberte Heidinger im Kickers-Strafraum einen Ball, passte zu Rogosic, der auf engstem Raum zwei Abwehrspieler versetzte und den Ball dann rustikal mit dem „Bauernspann“ durch die Beine von Yelldell zum 2:1 ins Netz trat (52.)

Die Nervosität in den Reihen der Gastgeber war fortan-unübersehbar: Mit einer Unzahl meist-unnötiger, häufig aber auch-von den aggressiven Pfullendorfern provozierten Ballverlusten, zogen sich die Platzherren mehr und mehr den Zorn des eigenen Publikums zu. Der SCP dagegen kombinierte-über den-praktisch ohne Fehlpass auskommenden Gerster und den ebenso ballsicheren Leandro-geschickt hinten heraus und stand, bis auf zwei-Situationen-nach gefährlichen Flanken,-sehr sicher in der Abwehr — auch ohne den auf der Tribüne sitzenden Mark Lerandy.–„Wir sind heute für unsere Selbstsicherheit belohnt worden!“, freute sich Feichtenbeiner, der seiner Elf- vor der Partie den Druck genommen hatte, indem er sagte: „Wir müssen unsere Punkte gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf holen. Nicht gegen die Kickers.“ Am Freitag sollte der Coach es nochmal mit der selben Masche versuchen, um so vielleicht erneut eine Topleistung heraus zu kitzeln: Dann kommt nämlich Tabellenführer SV Wehen in die Alno-Arena.

Schwäbische Zeitung

Rogosic: Nie war er so wertvoll wie heute

Zweifacher Torschütze in Degerloch

uFMit Neno Rogosic- hatte Pfullendorfs Trainer-Michael Feichtenbeiner in Stuttgart nur eine nominelle Spitze aufgestellt, ließ die zuletzt glücklosen Ivica Lucic und Eric Agyemang 90 Minuten lang auf der Bank schmoren.- Und- Feichtenbeiner hatte mal wieder den richtigen Riecher, denn, gut unterstützt insbesondere von Sebastian Heidinger, der ihm beide Treffer auflegte,-avancierte der Kroate mit seinen Toren in der 43. und 52. Minute zum Matchwinner: „Er ist unser erfahrenster Stürmer, kann die Bälle gut halten. Das Tor gegen Pirmasens im letzten Heimspiel hat ihm die Sicherheit gegeben, die ein Stürmer braucht. Er hat heute ein Klassespiel gemacht“, war Feichtenbeiner nach dem Schlusspfiff voll des Lobes für den 33-Jährigen.- Nachdem Rogosic zu Saisonbeginn verletzungsbedingt nur sehr langsam „in die Gänge“ gekommen war (erst am 13. Spieltag gelang ihm beim 1:2 gegen Aalen per Penalty sein erstes von nunmehr sieben Saisontoren), ist aus dem „Rogonix“ längst wieder der „Rogoblitz“ geworden. Liegt ihm die Rolle des „Alleinunterhalters“ in der Spitze besser, oder hat er neben sich lieber einen Sturmpartner? Rogosic: „Das ist mir im Grunde egal. Wichtig ist, dass wir- im jeweiligen System gut- spielen. Und das ist uns heute gelungen. Das Mittelfeld hat mich optimal unterstützt“, gab er die allseits auf ihn einprasselnden Komplimente an an die Kollegen weiter.-Spielentscheidend sei aus seiner Sicht auch die Lockerheit gewesen, mit der die Mannschaft in die Partie bei den hoch favorisierten Kickers gegangen sei: „Was hatten wir schon zu verlieren? Nichts!- Wenn du als SC Pfullendorf bei den Stuttgarter Kickers verliert, sagt keiner was. Deshalb konnten wir heute nur gewinnen“, so Rogosic. Zweifel am Erreichen des großen Zieles Klassenerhalt habe er ohnehin zu keiner Zeit. Und seit Samstagnachmittag 16.15 Uhr sowieso nicht mehr: „Ich bin überzeugter denn je, dass wir in der Regionalliga bleiben.“

Schwäbische Zeitung

Der „alte Fuchs“ beim Punkteklau
AUS STUTTGART JüRGEN WITT

Der 2:1-Erfolg bei den Stuttgarter Kickers war Pfullendorfs fünfter Auswärtssieg, und damit gelang dem SCP zum ersten Mal zwei Siege in Serie. Als großer Matchwinner wurde Neno Rogosic gefeiert. Der „alte Fuchs“ markierte beide Tore und holte so die Big Points, die den SCP im Abstiegskampf einen wichtigen Schritt weiterbringen dürften.

Nicht nur, dass der SC Pfullendorf erstmals wieder die Abstiegsränge verließ, stimmte SCP-Manager Hans-Hermann Krane für die kommenden Aufgaben äußerst zuversichtlich: „Ich bin sehr angetan von dieser Leistung. Der Sieg war absolut verdient.“ Krane zollte seinem seit Wiederbeginn in vier Spielen ungeschlagenen, lauffreudigen Team und Trainer Michael Feichtenbeiner für seine maßgeschneiderte Taktik ein dickes Lob. „Das gibt viel Selbstvertrauen.“

Wohl als provokanten Seitenhieb für den wegen Dopings bestraften Mark Lerandy gedacht, zogen die Kickers-Fans in ihrem Block ein Transparent auf: „Ihr an die Spritze – wir an die Spitze!“ Dass dieser Schuss am Ende voll nach hinten los ging und Pfullendorf dem favorisierten Gegner die letzten Aufstiegshoffnungen raubte, das zeichnete sich zumindest in der ersten Viertelstunde nicht ab. Da trommelten die „Blauen“ kombinationsfreudig nach vorn, die SCP-Abwehr geriet ziemlich unter Druck und blieb vor allem in der Lufthoheit nur zweiter Sieger. So bedeutete eine Eckballeingabe von Thomas Weller, die Jens Härter auf den Kopf von Sean Dundee zelebrierte, die 1:0-Führung der Degerlocher. Der von Stuttgarter Journalisten hämisch als „behäbiger Wilhelma-Bär“ bespöttelte Ex-Bundesligaprofi zeigte seine Krallen und durfte sich über sein erstes Tor im Kickers-Trikot freuen. Doch die Kickers nahmen zu früh den Gang wieder raus. Allerdings hätte der sich unbehelligt hochschraubende Sebastian Bischoff nach einer Freistoßvorlage von Mustafa Parmak nach 36 Minuten mit einem besseren Kopfballtiming das 2:0 machen können.

Obgleich die auf einer Position – Sebastian Heidinger kam für Ivica Lucic ins Team – veränderten Pfullendorfer gut mithielten, sorgten lediglich ihre Distanzschüsse ansatzweise für Gefahr. Sebastian Heidinger verbuchte gleich zu Beginn nach einem Zuspiel des ungemein fleißigen Leandro eine gute Szene aus der Drehung, doch der Ball flog knapp am Tor vorbei (4.). Es lief schon die 43. Minute, als Heidinger bis zur Grundlinie durchpreschte und nach innen passte, wo Neno Rogosic gegen den zaudernden Sven Sökler zeigte, dass er von seiner Torgefährlichkeit nichts eingebüßt hat, flugs landete der Ball im langen Eck. „Sökler muss den Ball doch nur ins Aus blocken“, haderte Kickers-Trainer Robin Dutt über dessen kapitalen Aussetzer, während Feichtenbeiner seinen cleversten Angreifer lobte: „Das war wie aus den Lehrbuch.“

Der Ausgleich zu einem psychologisch wichtigen Moment erhöhte die Verunsicherung bei den „Stukis“ immens. Plötzlich waren die Rot-Weißen die klar bessere Elf in der zweiten Hälfte. Sie verschmerzten nicht nur die vorsorgliche Auswechslung von Kapitän Marco Konrad (Krampf im Oberschenkel), für den Johannes Flum ins Team rückte (60.). Neben ihrer Kampfstärke gaben sie auch spielerisch eine überzeugende Vorstellung ab, so dass die über 50 mitgereisten „Linzgau Dynamites“ im Fanblock akustisch immer mehr die Oberhand gewannen.

Und Rogosic, von den beiden Außenbahnflitzern Marcel Busch und Sebastian Heidinger stets gut unterstützt, ließ sein nächstes sehenswertes Kabinettstückchen folgen. Mit Moritz Steinle und Recep Yildiz düpierte der 33-Jährige gleich zwei Abwehrleute, ehe er, den Stuttgarter Schlussmann David Yelldell eiskalt tunnelnd, das Leder einschob (52.). Natürlich sei das 2:1 auch ein Produkt von Abwehrfehlern gewesen, räumte Feichtenbeiner ein. Aber ohne Heidingers Mut, in jener Szene zu pressen, wäre die Situation gar nicht entstanden.

Weil der SCP durch Leandro nicht den dritten Treffer nachzulegen vermochte (72.), blieb ihm die Schlussoffensive der Kickers nicht erspart. Allerdings musste sich Ralf Hermanutz nur einmal tüchtig strecken, indem er den strammen Schuss von Angelo Vaccaro zur Ecke ablenkte (82.).

Den Schlusspfiff begleitete ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert enttäuschter Kickers-Fans. Kickers-Trainer Robin Dutt sprach hinterher von „zwei Gastgeschenken“. Das allerdings sah Michael Feichtenbeiner etwas anders: „Meine lauffreudige Mannschaft hat alles gut umgesetzt.“ Ihm war die Freude anzusehen, an der einstigen Wirkungsstätte drei wichtige Punkte im Hinblick auf den Klassenerhalt geholt zu haben. Dann machte er sich auf den Weg nach Hause, in den nur einen Katzensprung entfernten Stuttgarter Stadtteil Möhringen.

Südkurier

Kickers – SC Pfullendorf 1:2 (1:1)

Trotz einer 1:0 Führung der Kickers durch den ersten Treffer von Sean Dundee nach 15 Spielminuten standen die Blauen am Ende ohne Punkte da. Durch zwei „Gastgeschenke“ – wie sie Trainer Robin Dutt nannte – drehten die Pfullendorfer die Partie und sicherten sich so drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Beide Treffer für die Gäste vor den 2550 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau erzielte Torjäger Neno Rogosic.

Die Aufstellung:

Kickers-Trainer Robin Dutt gab heute Laszlo Kanyuk im zentralen Mittelfeld eine Chance von Beginn an, doch dem Kickers-Mittelfeldspieler klebt das Verletzungspech wirklich an den Sohlen. Schon nach 15. Minuten musste er verletzungsbedingt ausgewechselt werden, als sein Gegenspieler bei einem Klärungsversuch so unglücklich auf ihn drauf viel, dass er nicht mehr weiterspielen konnte. Für Sascha Benda spielte heute Mustafa Parmak, im Sturm stand Sean Dundee heute in der Startelf.
Die Kickers-Aufstellung im Überblick: David Yelldell im Tor, die Abwehrreihe mit Sven Sökler, Recep Yildiz, Jens Härter und Oliver Stierle. Im Mittelfeld zentral Manuel Hartmann, auf dem linken Flügel Thomas Weller, rechts Mustafa Parmak und zentral zunächst offensiv Laszlo Kanyuk, der nach 15 Minuten durch Moritz Steinle ersetzt wurde. Vorne stürmten heute Bastian Bischoff und Sean Dundee.
Die Gäste aus Pfullendorf spielten mit einer Viererabwehrkette, einem laufstarken Mittelfeld und nur einer nominellen Spitze.

Zum Spielverlauf:

Die Partie begann mit hohem Tempo auf beiden Seiten. Es gab heute kein langes Abtasten, beide Mannschaften attackierten früh und spielten schnell nach vorne. Die erste Chance hatten die Kickers, als eine Flanke von Mustafa Parmak im gegnerischen Fünfmeterraum an Freund und Feind vorbei flog (3.). Aber auch die Gäste hatten zwei gute Möglichkeiten: Der Schuss von Heidinger flog knapp über das Tor (4.), der Versuch von Busch landete im Aussennetz (5.).
Das Spiel ging zunächst hin und her und beide Mannschaften gaben Vollgas, doch der Führungstreffer fiel nach der ersten Standardsituation: Nach einer Ecke köpfte Manuel Hartmann auf das Gästetor, wobei sein Versuch zunächst abgeblockt wurde. Der Klärungsversuch landete bei Jens Härter, der die Kugel sofort wieder vor das Tor schlug, wo Sean Dundee als Stürmer goldrichtig stand und das Leder aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Sein erstes Pflichttor für die Kickers in der 15. Minute.
Wieder nach einer weiteren Ecke ergab sich die nächste Möglichkeit für die Blauen: Die Abwehr der Gäste konnte nicht weit genug klären, so dass Moritz Steinle aus 18 Metern mit links den Ball volley nahm, sein Schuss konnte Hermanutz im Gästetor aber sicher halten (23.).
Die Kickers blieben weiter vor allem nach Standardsituationen gefährlich: Freistoß Mustafa Parmak auf den Kopf von Sean Dundee, der den Ball auf den zweiten Pfosten verlängerte, doch erneut war Hermautz auf dem Posten (25.). In der 33. Minute dann auch mal eine Chance für die Gäste: Den 30 Meter Distanzschuss von Grech konnte David Yelldell nur seitlich abklatschen. Rogosic sprintete dazwischen als der Kickers-Keeper den Ball nachfassen wollte. Die Spieler berührten sich zwar, doch der Pfullendorfer Stürmer wollte den Kontakt ausnützen und einen Elfmeter schinden. Schiedsrichter Viktora entschied richtigerweise auf Abschlag (33.). Nach einem Freistoß von Thomas Weller stieg Bastian Bischoff im Strafraum am Höchsten, aber auch sein Kopfball verfehlte das Ziel (35.).
Kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel dann der Ausgleichstreffer: Sven Sökler ließ auf der Grundlinie die Flanke von Heidinger zu und drei Meter vor dem Tor war Pfullendorfs Torjäger Neno Rogosic einen Schritt schneller am Ball als sein Gegenspieler Recep Yildiz. Der Stürmer spitzelte die Kugel durch die Beine durch David Yelldell zum 1:1 ins Tor. (43.).

Zur zweiten Halbzeit gab es nichts Neues. Die Kickers waren zwar bemüht, doch immer wieder schlichen sich Fehlpässe oder Stockfehler ein. Gleich zu Beginn hatte dennoch Sean Dundee die Schussmöglichkeit, doch leider traf er die Kugel nicht (46.). Die Gäste störten den Aufbau der Kickers früh und in der 53. Minute auch erfolgreich. Moritz Steinle versuchte den Ball vor der Strafraumgrenze zu klären, doch traf er die Kugel nicht weil Rogosic ihn vehement unter Druck setzte. Steinle verlor die Kugel und Recep Yildiz ließ sich vom Pfullendorfer Stürmer düpieren, als er sich viel zu einfach ausspielen ließ. David Yelldell rückte raus, doch auch hier wusste der abgeklärte Stürmer die passende Antwort: unter Bedrängnis spitzelte er überlegt die Kugel am Kickers-Keeper ins Tor. Die 2:1-Führung für die Gäste in der 53. Minute.
Mit einem Doppelwechsel zehn Minuten später wollte Trainer Robin Dutt nochmals für frischen Wind sorgen: Marco Tucci und Angelo Vaccaro kamen ins Spiel. Doch die Pfullendorfer ließen zunächst nichts zu. Aggressiv und diszipliniert erstickten sie die Kickers-Angriffe meist schon im Keim, so ideenlos und immer wieder mit einfachen Fehlern kamen die Kickers spielerisch überhaupt nicht mehr ins Spiel. Erst in der 80. Minute fasste sich Thomas Weller ein Herz, doch sein toller Schuss aus 20 Metern strich Zentimeter über die Latte. 60 Sekunden später flankte Mustafa Parmak auf Bastian Bischoff, der den Ball stark behauptete und mustergültig auf Angelo Vaccaro ablegte. Der Kickers-Neuzugang zog aus 16 Metern direkt ab, doch Hermanutz im Pfullendorfer Tor wehrte den zu unplatzierten Schuss mit seinen Fäusten ab. Ein langer Ball auf Oliver Stierle sollte die letzte Möglichkeit im Spiel gewesen sein, doch Keeper Hermanutz spielte gut mit und konnte vor dem Kickers-Akteur klären (82.). Damit war die dritte Heimniederlage perfekt, denn auch in den Schlußminuten passierte gar nichts mehr.

Die Trainerstimmen:

Michael Feichtenbeiner: „Wir sind natürlich sehr glücklich über diesen Sieg, der letztendlich sicherlich verdient war. Der Rückstand war sehr ärgerlich, denn er geschah eigentlich aus dem Nichts. In der Folgezeit hatten die Kickers vor allen bei Standardsituationen eine gewisse Lufthoheit. Aber die Mannschaft ließ sich nicht hängen und hat dann verdient den Ausgleich vor der Halbzeit gemacht. Der 2:1 Führungstreffer war ein Produkt eines erzwungenen Abwehrfehlers, der durch unser Pressing entstand. Danach verwalteten wir das Ergebnis und haben hinten wenig zugelassen. Es tut sehr gut so ein unerwarteter Auswärtssieg und stimmt uns optimistisch den Klassenerhalt zu schaffen.“

Robin Dutt: „Wir sind gut ins Spiel reingekommen, haben flach und gut kombiniert und uns viele Standardsituationen erarbeitet. Doch mit zunehmender Spieldauer kam wieder eine Verunsicherung in unser Spiel und es wurde die hohen Bälle geschlagen anstatt zu kombinieren. In der zweiten Halbzeit war es nur noch Kampf und Krampf. Über die zwei Situationen bei den Gegentoren müssen wir uns unterhalten, denn einmal darf so was vielleicht passieren, aber in der Häufigkeit mit den letzten Spielen ist es fast schon tragisch. Aber wir haben völlig verdient verloren, unsere spielerische Linie hat leider gefehlt.

Die Spielstatistik:

Kickers: David Yelldell – Sven Sökler (64. Angelo Vaccaro), Recep Yildiz, Jens Härter, Oliver Stierle – Manuel Hartmann, Mustafa Parmak, Laszlo Kanyuk (14. Moritz Steinle), Thomas Weller – Sean Dundee (64. Marco Tucci), Bastian Bischoff – Trainer: Robin Dutt
SC Pfullendorf: Hermanutz – Deufel, Kiefer, Rapp, Zimmermann – Busch, Konrad (60. Flum), Leandro, F. Gerster (89. Schumacher), Heidinger (90. Lucic) – Rogosic – Trainer Feichtenbeiner

Zuschauer:
2.550 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Torfolge:
1:0 Sean Dundee (15.)
1:1 Neno Rogosic (43.)
1:2 Neno Rogosic (53.)

Schiedsrichter:
Ralf Viktora (Siegbach)
Verwarnungen:
Gelbe Karten: Stierle, Bischoff – Flum

Offizielle Homepage

Presse: Robin Dutt in Freiburg offiziell vorgestellt

Dutt will keine Unruhe

Freiburg stellt Trainer vor

STUTTGART (ump). Jetzt ist es offiziell: Robin Dutt wird Trainer des Zweitligisten SC Freiburg: „Der Verein stand auf meiner Wunschliste immer ganz oben“, sagte der 42-jährige Coach des Regionalligisten Stuttgarter Kickers vor dem Heimspiel heute gegen Pfullendorf.

Der Anfang von Robin Dutt beim SC Freiburg steht unter einem etwas unglücklichen Stern. Gestern Mittag auf der obligatorischen Pressekonferenz des Fußball-Zweitligisten jedenfalls sagte der zum Saisonende scheidende Freiburger Trainer Volker Finke: „Ich habe den Präsidenten gebeten, den Nachfolger nicht vor dem wichtigen Spiel gegen Kaiserslautern bekannt zu geben, um die Vorbereitung nicht zu stören.“ Vergeblich. Zumindest kam der Nachfolger Robin Dutt diesem Wunsch nach, indem er sagte: „Beide Vereine stehen in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung, und es ist eine Frage des Respekts, diese nicht durch irgendwelche Statements zu beeinflussen.“

Die Wellen in Freiburg dürften morgen im Badenovastadion auch so hoch genug schlagen, denn der 16 Jahre in Freiburg tätige Finke kann – erst recht nach der Aufholjagd in der zweiten Liga mit neun Spielen ohne Niederlage – auf viele Sympathien bei den Fans setzen, die für das Spitzenspiel gegen den FCK sogar eine Protest- und Plakataktion geplant haben. Robin Dutt sagte gestern zu seinem künftigen Verein nur noch: „Mir hat nicht zuletzt die Arbeit des SC im Ausbildungsbereich immer sehr imponiert. Und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dieses Konzept mit neuen Ideen weiterzuentwickeln. Das ist für mich Ansporn und Verpflichtung zugleich. Der Sportclub stand auf meiner Wunschliste immer ganz oben.“

Und wer steht auf der Wunschliste der Kickers ganz oben? „Es gibt keine klare Nummer eins“, sagt der Manager Joachim Cast. „Aber es gibt zum Beispiel Trainer mit einer positiven Vergangenheit bei den Kickers.“ Was auf Pfullendorfs Michael Feichtenbeiner zutrifft oder auf Günter Rommel (VfL Sindelfingen Frauen) oder Alexander Malchow (SG Sonnenhof Großaspach).

Stuttgarter Zeitung

Für Dutt geht ein Wunsch in Erfüllung

Wechsel des Kickers-Coachs zum SC Freiburg verärgert Finke – Blaue denken bei Trainersuche um

Freiburg/Stuttgart – Nun ist es amtlich: Kickers-Coach Robin Dutt wird im Sommer Nachfolger von Trainer Volker Finke beim Fußball-Zweitligisten SC Freiburg.

VON MARTIN HAAR

Natürlich stand das Telefon des 42-jährigen Trainers der Stuttgarter Kickers am Freitagnachmittag kurz nach der Bekanntgabe des SC Freiburg nicht mehr still. Alle Anrufer wollten wissen, mit welchen Gefühlen und Plänen Robin Dutt seine neue Aufgabe im Breisgau angeht. Aber Dutt vertröstete alle. „Ich bitte um Verständnis“, sagte er, „aber es ist eine Frage des Respekts meinem jetzigen Arbeitgeber, aber auch Volker Finke gegenüber, die Spielvorbereitung des SC Freiburg, aber auch unserer Vorbereitung auf das Spiel gegen Pfullendorf nicht durch unnötige Statements zu beeinträchtigen.“ Tatsächlich geht es für beide Clubs um viel – beide wollen ihre kleine Aufstiegschance wahren. Der SC Freiburg am Sonntag im Heimspiel (14 Uhr) durch einen Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Und die Blauen an diesem Samstag im Gazistadion (14.30 Uhr) mit einem Erfolg gegen den SC Pfullendorf.

Mit seinem Schweigen hat Dutt wohl instinktiv das Richtige getan. Denn in Freiburg sorgt der Wechsel ohnehin für viel Unruhe. Jedes (falsche) Wort von Dutt könnte die explosive Lage verschärfen. Denn Finke-treue Fans planen vor dem Spiel gegen Kaiserslautern angeblich eine Flugblattaktion. Und der langjährige SC-Trainer hatte seinen Präsidenten Achim Stocker bekniet, die Präsentation von Robin Dutt zu verschieben, „damit die Vorbereitung der Mannschaft nicht gestört wird und wir unsere gute Tabellensituation weiter verbessern können“.

Nachdem Achim Stocker die Bitte ignoriert hat, reagierte Finke mit Zorn und Unverständnis: „Ein anderer Zeitpunkt ist anscheinend nicht möglich gewesen“, brummte er. Zudem klang eine Ankündigung des 58-Jährigen beinahe wie eine Drohung: Finke erklärte, dass Freiburg in jedem Fall sein Lebensmittelpunkt bleiben werde.

So gesehen war Robin Dutt gut beraten, sich zunächst bedeckt zu halten und gleichzeitig die Trainer-Ikone Finke zu loben: „Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe und weiß, was für eine tolle Arbeit Volker Finke in vielen Jahren hier geleistet hat. Das ist für mich Ansporn und Verpflichtung zugleich.“ Weiter sagte er: „Der SC stand auf meiner persönlichen Wunschliste immer ganz oben. Mir hat die Nachhaltigkeit, mit der der Verein seine Geschäfte vorangetrieben hat, auch im Ausbildungsbereich, immer imponiert. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dieses Konzept mit neuen Ideen zu unterstützen und weiterzuentwickeln.“

Freiburgs Präsident Achim Stocker hob hervor, dass er froh sei, „mit Robin Dutt einen engagierten, jungen Trainer verpflichtet zu haben, der gut in unser Anforderungsprofil passt“. Außerdem leiste Dutt bei den Stuttgarter Kickers „hervorragende Arbeit und teilt die Ausbildungsphilosophie“ des SC Freiburg.

Diesen Weg der Freiburger wollen jetzt offenbar auch die Kickers gehen. Wie es heißt, sucht das neue Präsidium ebenfalls nach einem jungen und unverbrauchten Trainer, der mit seiner Aufgabe wachsen kann. Angeblich hat nach ersten Unmutsäußerungen im Umfeld der Blauen ein Umdenken stattgefunden. Namen wie Michael Feichtenbeiner (SC Pfullendorf) oder Alexander Malchow (SG Sonnenhof Großaspach) stünden für die Vergangenheit, meinen die Kritiker, nicht für den propagierten Aufbruch.

Stuttgarter Nachrichten