Beim Staffeltag mit dem Deutschen Fußball-Bund wurden die weiteren Rückrundentermine in der Regionalliga Süd festgelegt. Die Stuttgarter Kickers beginnen mit einem Heimspiel gegen den SC Pfullendorf am Samstag, 1. März um 14 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau. Die letzte Begegnung findet am 31. Mai mit der Auswärtspartie bei der SpVgg. Elversberg statt. Zweimal treten die Blauen zuhause an einem Freitagabend an und eine Begegnung wird am Dienstagabend ausgetragen. Die Termine findet ihr hier.
Autor: McVillager
Stuttgarter Kickers: Dribbelstarker Neuzugang
Cerci: „Ziel ist die 3. Liga – mindestens“
Gespannt warten die Kickers-Fans auf den neuen Mittelstürmer, der noch verpflichtet werden und die bisher so offensivschwachen Schwaben in die Dritte Liga schießen soll. Aber noch immer können die Stuttgarter keinen Vollzug melden.
„Wir haben bei der Suche zwei große Nachteile: einen sportlichen, durch unseren 16. Tabellenplatz, und einen finanziellen“, sagt Manager Joachim Cast. Denn große Sprünge können die chronisch klammen Kickers nicht machen. Sprich: eine Ablöse und ein hohes Gehalt zahlen.
Immerhin: Nach Alexander Rosen (28) sind mit Ferhat Cerci (26, Vertrag bis Saisonende) und dem bis 2009 gebundenen Gino Rus- so (22) bereits die Neuzugänge zwei und drei da. Während der schnelle und kopfballstarke Angreifer Russo laut Cast eher als „Perspektivspieler“ gesehen wird, dürfte der dribbelstarke Cerci im linken offensiven Mittelfeld zunächst gesetzt sein. Der in Hamm geborene Sohn türkischer Eltern erlag im vergangenen Sommer nach einer starken Saison bei Kickers Emden einem „finanziell sehr guten Angebot“ des türkischen Zweitligisten Kocaelispor. Er sah die Chance, sich dort eventuell für einen Klub in der ersten Liga der Türkei zu empfehlen.
Doch dann wurden vier Monatsgehälter nicht überwiesen. Deshalb kündigte Cerci, dessen Frau im Sommer das erste Kind erwartet, und kehrte nach Deutschland zurück. „Die Kickers müssten mit diesen Voraussetzungen viel weiter sein, als sie es gerade sind. Mein Ziel mit dem Verein ist die 3. Liga – mindestens“, sagt Cerci. Im Falle der Qualifikation würde er seinen Vertrag vielleicht verlängern. „Erst die Qualifikation und dann die Geburt – das wäre doch super.“
Matthias Jung
Kicker
Sascha Benda vor Wechsel?
Laut StZ ist es möglich, dass Sascha Benda die Stuttgarter Kickers noch in der Winterpause verlässt.
Ein Dino soll die blaue Art erhalten
Jürgen Sundermann (67) als ehrenamtlicher Berater der Stuttgarter Kickers: Coup oder Verzweiflungstat?
Stuttgart – Es geht ums nackte Überleben. Da kommt den Stuttgarter Kickers jede helfende Hand gerade recht. Jetzt hat sie Jürgen Sundermann (67) den Blauen gereicht. Und die Chefetage des Fußball-Regionalligisten nahm dankend an.
VON GUNTER BARNER
Es soll Sportsfreunde geben, die hartnäckig die Meinung vertreten, das Präsidium der Stuttgarter Kickers verstehe sich auf die Erfordernisse des Fußballs so gut wie ein Nashorn aufs Schlittschuhlaufen. Und wer die Entwicklung des Traditionsvereins von der Waldau in den vergangenen Jahren im Blick hat, der findet wenig Argumente, um diesem Gesamtbild grundlegend zu widersprechen.
Als aktuellster Beleg gilt die Hinrunde der Regionalliga Süd: Die neuzeitlichen Ausgaben der blauen Götter kickten so grausam, als hätten sie insgeheim beschlossen, beim nächsten Cannstatter Volksfest die Geisterbahn zu ersetzen. Und die Häuptlinge an der Spitze des ehemaligen Renommierclubs hinterließen dabei ganz den Eindruck, als müssten sie sich den Schrecken Woche für Woche von der Seele reden. Jeder durfte was sagen, und jeder sagte was anderes. Am Ende musste Trainer Peter Zeidler gehen, Co-Trainer Stefan Minkwitz übernahm – und führte das Team auf Platz 16. Nur zwei waren noch schlechter.
Das ist ein ernstzunehmendes Problem, weil nur die besten zehn Teams am Ende der Saison den Sprung in die eingleisige dritte Liga schaffen. Nur dort gibt es das Geld aus Fernsehen und Vermarktung, von dem die Blauen so erbärmlich wenig haben.
Nun suchten die Schuldenverwalter unterm Fernsehturm in all dem Elend bei einem Haudegen Rat, der ohnehin regelmäßig von den morschen Sitzen der Haupttribüne aus seine Analysen betreibt: Jürgen Sundermann (67), den mindestens 50-Jährigen unter den Fußballbegeisterten noch in allerbester Erinnerung. Zwar sank der Stern des Fußball-Vagabunden aus Leonberg nach seiner Ära beim VfB Stuttgart (1976 bis 1982) kontinuierlich, aber irgendwie gelang es dem Fußball-Lehrer immer wieder, sich im Zentrum des Spiels zu halten. Meist nicht allzu lange – und immer öfter zum Missvergnügen derer, die mit ihm zu tun hatten. Doch so wie die Kickers-Getreuen noch allzu gern das helle Licht der alten Zeiten erstrahlen lassen, so sonnt sich Sundermann im Glanz der früheren Tage.
Zu vorgerückter Stunde, bei einem frisch gezapften Pils, erzählt er gern die Anekdoten aus den guten alten Zeiten. Das befeuert die Stimmung, rückt ihn aber gefährlich nah an die Rolle des tragischen Helden, der partout nicht loslassen kann, was ihm einst zu Ruhm verhalf. Jetzt soll der Dino mit all seiner Erfahrung dazu beitragen, die blaue Art auf Degerlochs Höhen zu erhalten. Rein ehrenamtlich, wie alle Beteiligten unaufgefordert versichern.
„Wir wollen keinen Ober-Trainer haben“, sagt Präsident Dirk Eichelbaum, „Spieler und Manager können sich aber Rat holen, wann immer sie ihn brauchen.“ Kaum anzunehmen, dass Stefan Minkwitz und sein Co-Trainer Alexander Malchow demnächst in stundenlange Klausur mit dem Senior-Coach gehen. Sie haben eigene Pläne. Nach allem, was man hört, klingen die alles andere als schlecht.
Coup oder Verzweiflungstat? Am Tresen im Kickers-Clubheim schütteln sie in diesen Tagen nur noch den Kopf über die Abenteuer-Geschichten im Kickers-Vorstand. Sundermann sei ein netter Kerl, sagen sie, aber seine große Zeit sei nun mal definitiv vorbei. Womöglich ist es genau das, was ihn mit den Blauen am meisten verbindet.
Stuttgarter Nachrichten
Jürgen Sundermann
Jürgen Sundermann wurde am 25. Januar 1940 in Mülheim an der Ruhr geboren. Er ist verheiratet mit Monika. Die beiden haben zwei erwachsene Söhne. Seine größten Erfolge feierte er als Trainer beim VfB. Er arbeitete als Coach auch in der ehemaligen CSSR und in der Schweiz. Ihm gelang mit dem VfB der Wiederaufstieg in die Bundesliga, danach begeisterte das Team mit Offensivfußball.
Stationen in Deutschland
Spieler
Vikt. Köln, Regionalliga (1963/64)
Hertha BSC, Bundesliga (1964/65)
Trainer
VfB Stuttgart (1976 bis 1982)
Stuttgarter Kickers (1982 bis 23. 1. 1983)
FC Schalke 04 (ab 24. 1. 1983)
Hertha BSC Berlin (bis 12. 10. 1988)
VfB Leipzig (1991 bis 1993)
Waldhof Mannheim (1993/1994)
VfB Leipzig (22. 2. bis 9. 4. 1994)
VfB Stuttgart (25. 4. bis 30. 6. 1995)
Stuttgarter Nachrichten
Kickers gewinnen ihr erstes Testspiel
Von Daniel Scheck
Die Kickers haben das erste Vorbereitungsspiel mit 8:1 (5:0) gegen Landesligist Nufringen gewonnen. In der ersten Halbzeit war es ein munteres Spiel der Blauen, bei dem auffällig war, dass die Mannschaft den Auftrag hatte, den Ball laufen zu lassen und auf Tempo zu spielen. Dies wurde gut umgesetzt, die Spieler waren viel in Bewegung und baten sich immer wieder an. In der zweiten Halbzeit flachte das Ganze, auch aufgrund einiger Wechsel, etwas ab. Hier war allerdings auffällig, dass wieder gehäuft aus der zweiten Reihe geschossen wurde.
Aufstellung 1. Halbzeit:
Yelldell – Rosen, Wildersinn, Rapp, Baradell – Parmak, Deigendesch, Mann, Cerci – Tucci, Vaccaro.
Zweite Halbzeit:
Salz – Leist, Yildiz, Rapp, Rosen – Steinle, Mann, Gambo, Deigendesch – Vaccaro, Kacani.
Tore:
1:0 Tucci (16.)
2:0 Cerci, als er mit Vaccaro alleine auf den Torwart zulief und den Querpass verwandelte. (26.)
3:0 Vaccaro per Elfer nach Foul des Torwarts an Parmak (30.)
4:0 Cerci, der am Fünfmeterraum in Ballbesitz kam und diesen sicher verwandelte (39.)
5:0 Parmak nach einer schönen Kombination über Cerci, der nach rechts auf Rosen spielte, dieser den Ball zurücklegte und Parmak verwandelte. (40.)
5:1 per Elfmeter.
6:1 Vaccaro per Seitfallzieher nach Flanke Kacani von rechts – Supertor
7:1 Mann
8:1 Mann nach schöner Kombination über Deigendesch und Steinle.
Rosen und Cerci machten einen guten Eindruck. Alexander Rosen scheint als Außenverteidiger vorgesehen zu sein, wobei er rechts wesentlich effektiver war als in der zweiten Halbzeit auf links.
Cerci war ständig unterwegs und wechselte häufig die Seiten. Mit ihm wirkte das Spiel über die linke Seite druckvoller als in der Vergangenheit. Sah gut aus.
Steinle machte in der zweiten Halbzeit eine überraschend gute Figur im rechten Mittelfeld, besser als auf der Verteidigerposition.
Gino Russo hat nicht gespielt, Härter und Akcay waren in Zivil da, Stierle drehte in der ersten Halbzeit mit weiteren Spielern Runden auf der Laufbahn.
Sundermann: „Die Kickers werden groß rauskommen“
Von HELMUT HEIMANN
Jürgen Sundermann (67) wird Berater bei den Stuttgarter Kickers. Wir sprachen mit der Trainer-Legende aus Leonberg.BILD: Warum kehren Sie nach 25 Jahren zu den Kickers zurück?
Sundermann: „Ich hatte dank vieler Freunde immer enge Beziehungen zu den Kickers. Zuletzt war ich bei einigen Spielen und habe gemerkt, wie die Anhänger leiden, aber auch, wie viel Sympathie der Klub immer noch genießt.“
BILD: Wie können die Kickers ihren Tiefpunkt überwinden?
Sundermann: „Bei einem Tiefpunkt gibt‘s zwei Möglichkeiten. Entweder du gehst unter oder du kommst groß raus. Die Kickers werden groß rauskommen. Dann beginnt hier eine neue Ära.“
BILD: Was macht Sie so optimistisch?
Sundermann: „Die Mannschaft hat Potential, aber kein Selbstvertrauen. Diesbezüglich möchte ich helfen. Darauf bin ich spezialisiert und hatte schon viele Erfolge.“
BILD: Kehren Sie auf die Bank zurück, wenn es unter Trainer Minkwitz nicht besser läuft als zuletzt?
Sundermann: „Darüber mache ich mir keine Gedanken. Training und Aufstellung interessieren mich nicht. Ich bin auch kein Kontrolleur oder Besserwisser, will nur mithelfen, dass die Qualifikation zur 3. Liga erreicht wird.“
Wirbel um Vereins-Logo
Kickers: Beigang nach Regensburg
Stuttgart (jüf) – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat Stürmer Nico Beigang von der Gehaltsliste bekommen. Der 24-Jährige wechselt mit sofortiger Wirkung ablösefrei zum SSV Jahn Regensburg. Er erhält beim Ligarivalen einen Vertrag bis zum Saisonende. Ob die Kickers das eingesparte Geld in einen neuen Angreifer investieren, steht noch nicht fest.
Nichts zu holen gab es für die Blauen am Sonntag beim Hallenturnier in Aalen, das der SC Pfullendorf gewann. Im Viertelfinale verloren die Stuttgarter gegen den Karlsruher SC II nach Neunmeterschießen.
Wirbel gibt es um das Logo der Kickers. Als sich der Verein die Rechte an der Internet-Aktion Believe in blue sichern wollte, stellte er fest, dass die Rechte am Logo abgelaufen waren. Patent- und Markenrechte müssen alle zehn Jahre verlängert werden. In der Präsidentschaft von Hans Kullen wurde vor zwei Jahren wegen der Kosten von 1200 Euro darauf verzichtet. Die Handballer der HV Stuttgarter Kickers sicherten sich daraufhin die Rechte. Es ist davon auszugehen, dass es zwischen den Handballern und dem Hauptverein keine Streitigkeiten um die Nutzung des Logos geben wird. „Wir werden uns zusammensetzen, wir gehen dabei aber nicht auf Konfrontationskurs“, versprach HV-Präsident Jürgen Hollenbach.
Stuttgarter Nachrichten
Kickers: Streit ums Logo?
Beigang geht nach Regensburg
STUTTGART (ump). Der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers träumt verstärkt von einem Investor, der den Traditionsclub finanziell auf Kurs bringen soll. Auf die Frage, was die Kickers denn im Gegenzug zu bieten haben, lautet die Antwort des Präsidiums dann gerne: „Eine Marke.“
Die Marke Kickers scheint nun aber einen Kratzer abbekommen zu haben. Denn ausgerechnet die Patent- und Markenrechte (mitsamt Logo) sind offensichtlich nicht mehr im Besitz des Hauptvereins. Der hatte es nach Ablauf der Rechte – bewusst oder unbewusst – versäumt, diese zu verlängern. Nachdem die Handballer des HV Stuttgarter Kickers davon Wind bekommen hatten, haben die sich inzwischen die Rechte auf einen Zeitraum von zehn Jahren erworben, für eine vierstellige Summe. Der HV-Präsident Jürgen Hollenbach sagt dazu nur: „Es wird in dieser Angelegenheit wohl demnächst Gespräche geben.“ Wobei nicht davon auszugehen ist, dass der HV Kickers ohne Not auf seine Ansprüche verzichten wird. In der Praxis stellt sich dabei wohl vor allem die Frage, wie künftig der Umsatz von Merchandisingartikeln mit dem Kickers-Logo behandelt wird. So oder so: es besteht Klärungsbedarf.
Den gab es gestern zumindest in Sachen Nico Beigang. Der Stürmer, der zuletzt ein Probetraining bei Kickers Emden absolviert hatte, wechselt nun zum Ligakonkurrenten Jahn Regensburg. Bei den Kickers hinterließ dafür zuletzt der offensive Mittelfeldspieler Adam Bouzid (20) vom Oberligisten Hoffenheim II einen guten Eindruck, ein Franzose, der vom FC Metz stammt und über Wormatia Worms in Hoffenheim gelandet ist.
Gestern beim Hallenturnier in Aalen, dem ersten offiziellen Auftritt des Jahres, schieden die Kickers mit einer Notelf im Viertelfinale mit 4:5 nach Neunmeterschießen gegen den Karlsruher SC II aus. „Dafür, dass nur sechs Feldspieler von der ersten Mannschaft und zwei von der zweiten dabei waren, war es o. k.“, sagte der Co-Trainer Alexander Malchow, der die Verantwortung trug.
Stuttgarter Zeitung