Kickers-Hocketse im ADM-Sportpark am Sonntag, 20. Juli 2008 – Premiere für die neuen Autogrammkarten und die Kickers-Tattoos

Die Stuttgarter Kickers laden herzlich ein zu ihrer offiziellen Saisoneröffnung: An kommenden Sonntag, 20. Juli, steigt im Degerlocher ADM-Sportpark die Kickers-Hocketse, gefeiert wird von 11 bis 14 Uhr. Nach der Begrüßung von Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum folgt die Präsentation des neuen Mannschaftskaders von Kickers-Cheftrainer Stefan Minkwitz. Anschließend gibt es eine Autogrammstunde mit der kompletten Kickers-Mannschaft und im Anschluss daran haben alle jungen Fans der Blauen die Möglichkeit, im Rahmen eines Showtrainings auf dem Rasen des ADM-Sportparks mit den Kickers-Profis mitzutrainieren.

Die Stuttgarter Kickers freuen sich auf den Besuch von Jung bis Alt. Während der Kickers-Hocketse präsentieren die Stuttgarter Kickers nicht nur die neuen Spieler, sondern auch aktuellen Autogrammkarten, Mansnchaftsposter und die neuen Kickers-Tattoos mit dem neuen Saison-Logo, das zusammen mit den Kickers-Fans und der Agentur AUCH! Stuttgart kreirt wurde. Die erste Spielzeit der Liga steht unter dem Motto „Deutschland Tour 2008/2009“ und entsprechend sind die Autogrammkarten, das Mannschaftsposter und die Tattoos gestaltet.
Die jüngeren Besucher erwartet im Programm eine Hüpfburg sowie weitere Mitmachangebote wie Geschwindigkeitsschussanlage oder Torwandschießen. Nach der Autogrammstunde können alle Kinder mit ihren Kickers-Stars zusammen trainieren.

Für leckere Speisen und eine große Auswahl an Getränken sorgt an diesem Tag derweil ein anderes Profiteam: Die gastronomische Betreuung liegt wie im vergangenen Jahr selbstverständlich wieder in den bewährten Händen der Wirtsfamilie Rörich von der Kickers-Clubhaus-Gaststätte. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Der geplante zeitliche Ablauf:
Beginn: 11.00 Uhr
Mannschaftsvorstellung: 11.30 Uhr
Autogrammstunde: 12.30 Uhr
Show-Training für Kinder: 13.30 Uhr

Offizielle Homepage

Einstimmig beschlossen: Stadion wird drittligatauglich umgebaut

Der Gemeinderat hat heute einstimmig den Umbau des GAZI-Stadion auf der Waldau beschlossen. Die Bauarbeiten beginnen im Januar 2009 und sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein. Das Stadion wird während dieser Baustelle bespielbar sein.

Für insgesamt 5,4 Millionen Euro wird dabei das Dach der bisherigen Haupttribüne abgerissen und die Tribüne auf beiden Seiten erweitert um die notwendige Anzahl von 2000 Einzelsitzplätzen zu erreichen. Das Erdgeschoss der bestehenden Tribüne wird komlett rückgebaut und die Räumlichkeiten saniert und funktion neugeordnet, die Elektronik und Heizung erneuert, ein neuer WC-Bereich geschaffen sowie eine Sicherheitzentrale für Polizei, Feuerwehr usw. eingerichtet. Die Tribüne wird dann zusammen mit den Seitenerweiterungen komplett überdacht. Die Optik des neuen Daches soll sich mit der Gegentribüne decken.

Im Gegenzug wird die Stadionmiete allerdings sofort von 5,0 auf 7,5 Prozent der Zuschauereinnahmen (mindesten 2.000 Euro) erhöht, ab der Saison 2009/10 auf kräftige 10 Prozent (mindestens 2.500 Euro).

BILD: Kein Geld für noch mehr neue Spieler

Von HELMUT HEIMANN

Totalumbruch bei den Stuttgarter Kickers: Acht Spieler kamen, elf gingen.

Joachim Cast (40), der Manager der Blauen, sagt warum.

BILD: Haben Sie Angst, dass der Schnitt zu radikal ausfällt?

Cast: „Riskant ist er schon. Aber wir waren der Meinung, dass es eine Blutauffrischung geben muss. Deshalb ist er absolut richtig.“

BILD: Kommen noch mehr neue Spieler?

Cast: „Der Etat ist ausgereizt. Deshalb kann nur noch jemand verpflichtet werden, wenn uns vom jetzigen Kader jemand verlässt.“

BILD: Warum hat Trainer Stefan Minkwitz seinen Vertrag immer noch nicht unterschrieben?

Cast: „Grundsätzlich sind wir uns schon seit längerer Zeit einig. Aber es gab noch einige Details zu besprechen…“

BILD: Wie lautet Ihr Saisonziel?

Cast: „Wir möchten uns so schnell wie möglich in der neuen dritten Liga zurechtfinden und mit dem Abstieg nichts zu tun haben.“

BILD

StZ: Die Kickers testen weiter

Kandidat fehlt

STUTTGART (ump). Auch wenn das Präsidium des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers im Moment keinen finanziellen Spielraum mehr für Neuzugänge sieht, kommt nach wie vor immer mal wieder ein Spieler ins Probetraining. So wollte sich gestern eigentlich Emmanuel Akwuegbu präsentieren, ein alter Bekannter, der zuletzt beim Ligarivalen SV Sandhausen gespielt hat. Akwuegbu ist aus unbekannten Gründen jedoch nicht erschienen.

Auch Denis Lapaczinski will Minkwitz noch einmal unter die Lupe nehmen. Der Kandidat für die Innenverteidigung soll morgen gegen den SSV Ulm (18.30 Uhr/Adelberg) für 45 Minuten eingesetzt werden. Minkwitz: „Danach werden wir dann beratschlagen, ob wir noch was machen. Immer vorausgesetzt, das Präsidium gibt seine Zustimmung.“ Was mit einem großen Fragezeichen versehen ist. Acht Neuzugänge seien vorerst genug, heißt es da. „Wenn dem so ist, werden wir eben mit dem vorhandenen Kader in die Saison gehen“, sagt Minkwitz.

Stuttgarter Zeitung

Am Tag der Stadionentscheidung: Tendenz geht Richtung drittklassiger Renovierung

Gazi-Stadion wird wohl nicht für zweite Liga ausgebaut

Oberbürgermeister Schuster gegen Abriss der alten Haupttribüne – Endgültige Entscheidung heute im Gemeinderat

Der Gemeinderat wird voraussichtlich der von der Verwaltung vorgeschlagenen Modernisierung des Gazi-Stadions zustimmen. Damit würde die Veranstaltungsstätte nur drittligatauglich – und nicht zweitligareif, wie sich der Verein das gewünscht hatte.

Von Jörg Nauke

Der Oberbürgermeister Wolfgang Schuster hat gestern im Verwaltungsausschuss dafür plädiert, die Kirche im Dorf zu lassen. Seiner Ansicht nach genüge es zum gegenwärtigen Zeitpunkt, das Gazi-Stadion auf der Waldau für die neue 3. Bundesliga zu präparieren. Das koste immerhin auch schon 5,4 Millionen Euro, die derzeit im Haushalt gar nicht vorgesehen seien.

Den Wunsch des Vereins, das Stadion bereits jetzt für einen etwaigen Aufstieg in die 2. Bundesliga vorzubereiten, indem man die Haupttribüne nicht nur modernisiert, sondern gleich abreißt und völlig neu baut (eine Million Euro Mehrkosten), will der OB nicht erfüllen. Er sehe dafür auch keine Notwendigkeit, betonte Schuster. Die Kickers seien derzeit nicht in akuter Aufstiegsgefahr, man habe die Option, bei Topspielen ins Daimlerstadion zu wechseln.

Man dürfe auch nicht vergessen, so der OB, dass laut einem Vertrag mit den Anwohnern eine maximale Zuschauerkapazität von 12 000 erlaubt sei. Wenn künftig neben den Kickers auch noch die VfB-Amateure und die Scorpions im Stadion spielten, seien wegen der schlechten Parksituation „die Konflikte eh schon programmiert“.

Für eine Überraschung sorgte CDU-Sprecher Reinhold Uhl. Obwohl sich seine Fraktion intern für den Neubau der Haupttribüne ausgesprochen hat, erklärte er den Wunsch der Kickers für „unangemessen“. Auch er sieht den Verein derzeit nicht in der Lage, den Aufstieg in die zweite Liga zu schaffen. Uhl hat aber einen Kompromiss vorgeschlagen, der für die heutige Gemeinderatssitzung mehrheitsfähig erscheint. Die Tribüne abzureißen und steiler neu zu bauen, um künftig eine Erweiterung an den Rändern um die in der 2. Liga notwendigen 3000 Sitzplätze zu ermöglichen, wird abgelehnt. Er hält stattdessen am Umbau der Haupttribüne fest, damit die für die 3. Liga notwendigen 2000 Sitzplätze nachgewiesen werden, und er bringt einen Neubau der Gegentribüne ins Spiel, die heute ausschließlich Stehplätze hat und im Falle eines Aufstiegs als Sitz- und Stehplatztribüne neu entstehen könnte.

Natürlich müsste in der 2. Liga die geforderte Zuschauerkapazität von 12 000 erreicht werden. Normalerweise verlange der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sogar ein Fassungsvermögen von mindestens 15 000 Besuchern; wegen der angespannten Verkehrssituation auf der Waldau und der Ausweichmöglichkeit Daimlerstadion bei bedeutenden Spielen sei der DFB aber großzügig, sagte Bürgermeisterin Susanne Eisenmann. Es gebe eine Ausnahmegenehmigung, die man bei Bedarf reaktivieren wolle.

Grünen-Chef Werner Wölfle stellte fest, dass bereits die Finanzierung des minimalen Ausbaus mit Kosten von 5,4 Millionen Euro ein Kraftakt sei. Er sagte: „Uns reicht die von der Stadt vorgeschlagene Variante.“ Ob die Kickers das Zeug hätten, in die 2. Liga aufzusteigen, weiß im Rathaus keiner. Thomas Roth, Fachmann für die 3. Liga im Fußballfachblatt „Kicker Sportmagazin“, würde darauf derzeit aber auch „nicht wetten“. In Gesprächen mit Schiedsrichtern, die zuletzt sowohl in der alten Regionalliga Nord wie auch im Süden gepfiffen haben, habe er die Botschaft erhalten, im Norden würde der gepflegtere Ball gespielt. „Aber die gemeinsame 3. Liga ist neu. Da ist vieles möglich“, meinte der „Kicker“-Experte.

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Stuttgarter Zeitung

Gazistadion bleibt wohl weiter in der dritten Liga

Neuer Vorstoß der CDU: Über Zweitliga-Standard erst bei der Sanierung der Gegentribüne entscheiden

Das Gazistadion wird vermutlich nur für den Standard dritte Liga saniert und nicht für einen späteren Ausbau zur Spielstätte der zweiten Liga vorbereitet. Dennoch sollen Zweitligaspiele nicht für alle Ewigkeit unmöglich sein.

VON JOSEF SCHUNDER

Sport- und Verwaltungsausschuss traten am Mittwoch zur vorentscheidenden Partie um die Zukunft des Waldaustadions an. Das Spiel im Rathaus schleppte sich zunächst ohne Höhepunkte dahin. Mit dem Problem konfrontiert, welchen Weg man suchen soll, spielten die Stadträte jede Menge Querpässe. Sie setzten auf Verlängerung – und eine Entscheidung erst am heutigen Donnerstag im Gemeinderat. Bis Reinhold Uhl (CDU) einen Pass in die Tiefe wagte, der fast schon das Goldene Tor gebracht hätte.

Sein Vorschlag: Man solle die Ausbaufrage nicht auf die Haupttribüne verengen, die jetzt zur Baustelle werden soll. Die Frage, ob man das Stadion zweitligatauglich machen soll, könne auch noch entschieden werden, wenn die Kickers Zweitligaform hätten. In einiger Zeit müsse auch die Gegentribüne saniert werden. Dann könne man dort die Aufstockung der überdachten Sitzplätze von 2000 auf 3000 erwägen, die der DFB für den Zweitligabetrieb fordert.

Vage sind noch die finanziellen Folgen. Der Vorschlag der Verwaltung, das Stadion mit 2000 überdachten Sitz- und 10 000 Stehplätzen auszustatten und so für die dritte Liga fit zu machen, würde Kosten von 5,4 Millionen Euro nach sich ziehen, die Haupttribüne wäre aber nicht mehr erweiterbar. Wollte man sofort eine neue, steilere Haupttribüne bauen, die für die zweite Liga nachgerüstet werden könnte, wären 6,4 Millionen Euro fällig und später eine weitere Million. Eine neue Gegentribüne mit zusätzlichen Sitzplätzen würde vermutlich auch zwischen fünf und sechs Millionen Euro kosten. Zieht man die zwei Millionen ab, die der Zweitligastandard bei der Haupttribüne kosten würde, bleiben vier Millionen. Gut die Hälfte, schätzte Uhl, würde auch eine Sanierung der Gegentribüne mit den Stehplätzen kosten. Die Differenz wäre vielleicht überschaubar. Man müsse aber nicht gleich über den Zweitligastandard entscheiden.

Könnte man zusätzliche Sitzplätze für die zweite Liga nicht einfach auf der bestehenden Gegentribüne oder den West- und Osttribünen schaffen? Das sei praktisch ausgeschlossen, erklärte der Architekt. Denn tue man dies bei der heutigen Tribünengröße, gingen Stehplätze verloren. Man hätte dann zwar insgesamt 3000 Sitzplätze, aber nur noch 9000 Stehplätze – und damit sogar weniger, als für die dritte Liga verlangt werden. Uhl habe eine wichtige Anregung geliefert, lobte der OB. Werner Schüle, Mitglied des Sportausschusses, war auch zufrieden. Er mahnte aber eine Rasenheizung an. Die zählte bisher zu weiteren Extras, die den Zweitligastandard neben den vermehrten Sitzplätzen verteuern. Sie kostet 1,2 Millionen Euro, der Betrieb jährlich 80 000 Euro.

Schuster sagte, schon 5,4 Millionen Euro seien ein hoher Aufwand. Den Ausbau für die zweite Liga betrachtet er skeptisch. Konflikte wären schon programmiert, wenn im Drittligabetrieb häufig 12 000 Zuschauer kommen und die Straßen belasten würden. Zweitligaspiele mit vielen Zuschauern könnten auch in Cannstatt ausgetragen werden.

Derweil schauen sich die betroffenen Vereine bereits nach Ausweichspielorten für die Umbauzeit um. „Je nach Ausbauvariante müssen wir möglicherweise für ein paar Spiele in der Rückrunde ausweichen“, sagte Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. Als mögliche Alternativen nannte er das Daimlerstadion, das Kreuzeiche-Stadion in Reutlingen und das Waldstadion in Aalen.

Stuttgarter Nachrichten

Kritische Presse zur bevorstehenden Entscheidung zur Stadionsanierung

Stadträte träumen vom Kickers-Erfolg
Im Rat zeichnet sich eine Mehrheit für eine weitergehende Sanierung des Gazi-Stadions ab

Das Gazi-Stadion auf der Waldau, Heimstätte der Kickers und der VfB-Amateure in der neuen dritten Bundesliga, soll so saniert werden, dass ein späterer Ausbau auf 15 000 Zuschauer möglich ist. OB Schuster warnt jedoch vor Konflikten mit den Anwohnern.

Von Jörg Nauke

Der Profifußball ist ein schnelllebiges Geschäft: Noch vor wenigen Wochen standen die Stuttgarter Kickers mit einem Bein in der Regionalliga (vierte Klasse) und kurz vor der Insolvenz. Durch eine Verkettung glücklicher Umstände schafften es die Blauen in der Qualifikation dann aber doch noch in die neue dritte Bundesliga – und jetzt träumt man im Stuttgarter Rathaus bereits vom Aufstieg in die nächsthöhere Klasse.

Nach Äußerungen von Stadträten in der Sitzung des Technischen Ausschusses ist abzusehen, dass der Gemeinderat am kommenden Donnerstag den Beschlussantrag der Stadtverwaltung zum Ausbau des Gazi-Stadions zum Drittligastadion erweitern wird (bisheriger Kostenrahmen: 5,4 Millionen Euro). Statt nur die alte Haupttribüne zu sanieren und zu verbreitern, um 2000 Sitzplätze zu erhalten, steht jetzt ein Abriss zur Debatte. Denn nur eine neue, steilere Tribüne könnte im Falle eines Aufstiegs der Kickers noch einmal vergrößert werden, um dann auf die in der zweiten Liga geforderten 3000 Sitzplätze zu kommen. Das würde den Steuerzahler eine weitere Million Euro kosten. Damit nicht genug: man bräuchte 1,2 Millionen für die 1000 Plätze, dann eine Rasenheizung (für 1,2 Millionen Euro und 80 000 Euro Betriebskosten pro Jahr). Die Erweiterung der Westtribüne um 2650 Stehplätze würde 800 000 Euro kosten, die Überdachung der Hintertortribünen 1,4 Millionen Euro.

Der Finanzbürgermeister Michael Föll hat sich ebenso wie Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU) kritisch zu der von den Fraktionen ins Auge gefassten Ausgabe geäußert. Man solle die sportliche Situation realistisch betrachten, sagen sie. Die Kickers müssten sich in der starken dritten Liga eher nach unten als nach oben orientieren, die sportliche Zukunft sei ungewiss; außerdem müsse es eine Lösung geben, den Ausbau für die zweite Liga erst dann anzugehen, wenn der Erfolgsfall auch eintrete. Wolfgang Schuster sagt, dass es bereits heute bei einem Fassungsvermögen von 12 000 Zuschauern Probleme auf der Waldau gebe; ein Ausbau auf 15 000 (die Mindestanforderung des Deutschen Fußball-Bundes für die zweite Liga) werde „diese Schwierigkeiten vor allem im Verkehrsbereich weiter vergrößern“.

Besonders fürchtet Schuster die Auseinandersetzungen mit den Anwohnern, die künftig ohnehin doppelt so oft Belästigungen ausgesetzt seien, da auch die Amateurmannschaft des VfB Stuttgart ihre Heimspiele im Gazi-Stadion austrägt und dort auch noch die Footballmannschaft der Scorpions im Einsatz ist. Kämmerer Michael Föll verweist zudem auf die Notwendigkeit, in andere Sportstätten zu investieren, beispielsweise in das Eislaufzentrum Waldau, für das Investitionen von zehn Millionen Euro nötig werden.

Sollten die Fraktionen den Tribünenneubau beschließen, müsste mit den Bauarbeiten unmittelbar nach dem letzten Spieltag der Vorrunde Mitte Dezember begonnen werden. Bis Saisonende könnte nach Ansicht der Sportverwaltung während der Bauzeit im Gazi-Stadion nicht gespielt werden. Folglich müssten die Partien des VfB Stuttgart II und der Kickers in dieser Zeit im Daimlerstadion stattfinden. Dies wäre zwar möglich, weil der Umbau in eine Fußballarena erst Ende Mai beginnt, allerdings würde der sensible Stadionrasen durch die Dreifachbelastung über Gebühr strapaziert. Bei einem Austausch fallen Kosten in sechsstelliger Höhe an.

Anders als der VfB Stuttgart, der nach einer finanziellen Durststrecke seinen Verpflichtungen gegenüber der Stadt wieder nachkommt, stehen die Kickers bei der Kommune aber noch dick in der Kreide. Rund 800 000 Euro werden dem Traditionsclub seit Jahren gestundet – und dabei sind die Zinsen, wie man sie dem VfB auferlegt hatte, noch gar nicht berücksichtigt. Die Rückzahlung ist vorerst bis zum Ende der übernächsten Saison ausgesetzt. Als Zweitligist würden die Kickers aber sofort zur Kasse gebeten.

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Stuttgarter Zeitung

Zweite Liga, wir kommen!

Aufstiegssorgen
Von Jörg Nauke
 
Im Gemeinderat sitzt der Geldbeutel locker wie nie zuvor, auf eine Million Euro kommt es in Anbetracht der sprudelnden Steuerquellen nicht mehr an. Anders ist jedenfalls nicht zu verstehen, warum sich die Kommunalpolitiker beim Ausbau des Gazi-Stadions plötzlich nicht darauf beschränken wollen, die Anforderungen für die 3. Fußball-Bundesliga zu erfüllen, sondern ausgerechnet jenem Verein eine Luxussanierung gönnen, der ihnen seit Jahren wie kein anderer auf der Tasche liegt. An den allzu sorglosen Umgang mit Steuergeldern für den Profifußball sollten die Bürger ihre Vertreter erinnern, wenn diese sich mal wieder außerstande sehen, für wichtige lokale Projekte und Einrichtungen Zuschüsse in Peanuts-Größe zu gewähren.

Noch vor wenigen Wochen sahen die Kickers-Fans im Gemeinderat den Traditionsverein am Ende – sportlich und finanziell. Ohne etwas dafür getan zu haben, sind die Blauen nun aber nicht mehr Abstiegskandidaten, sondern Titelaspiranten. Die Stadträte haben so große Aufstiegssorgen, dass sie sofort die Voraussetzungen für die 2. Liga schaffen wollen – das nennen sie dann vorausschauende Planung. Nun ist im Fußball nichts unmöglich, aber es müssen dann auch die Rahmenbedingungen stimmen. Auf der Waldau würde man mit einem Zweitligabetrieb aber die Kapazitätsgrenze überschreiten. Im Erfolgsfall würde wohl die Arena auf dem Wasen die bessere Perspektive bieten.

Stuttgarter Zeitung

Zitterspiel ums Waldaustadion
Für zweite Liga vorsorgen?
 
Das Gazistadion auf der Waldau wird ausgebaut. Ob es aber danach nur für die dritte Liga fit ist oder für die zweite nachrüstbar wäre, soll sich erst am Donnerstag entscheiden. Am Dienstag beanspruchten die Fraktionen im Technik-Ausschuss noch einmal eine Bedenkzeit. Es läuft ein Zitterspiel.

VON JOSEF SCHUNDER

Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann möchte das Stadion so anpassen, dass es den Ansprüchen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) an Drittligavereine gerecht wird. „Die zweite Liga ist zwar eine Option, aber doch noch ziemlich weit weg“, sagte sie mit Blick auf den Leistungsstand der Stuttgarter Kickers, die wie der VfB Stuttgart II auf der Waldau spielen. Sie schlägt daher die Renovierung der Haupttribüne und die Erweiterung vor, so dass es die vom DFB geforderten 2000 überdachten Sitzplätze gibt. Das Dach will man nicht nur verstärken, dass es neuesten Regeln entspricht, sondern neu bauen. Gesamtkosten: 5,4 Millionen Euro.

Die Fraktionen ließen am Dienstag aber offen, ob die Stadt nicht eine weitere Million drauflegen sollte. Das hätte den Effekt, dass man später noch einmal nachrüsten könnte, sollten auf der Waldau wieder einmal Zweitligaspiele stattfinden können. Jedoch wäre dann erneut ein Millionenaufwand nötig. Die Fraktionen scheinen nicht abgeneigt, obwohl das Stadion in der Rückrunde dann nicht genutzt werden könnte. Sie wollen sich aber erst am Donnerstag entscheiden.

Die Lust, bereits jetzt eine Million Euro in die mehr als vage Aussicht auf eine Zweitklassigkeit der Kickers zu investieren, ist aber nicht überall vorhanden. Notfalls wäre mit der Mercedes-Benz-Arena auch ein tolles neues Stadion für Zweitligaspiele vorhanden, meinte Rainer Kußmaul (SPD). Ansonsten solle man auf eine alte Ausnahmeregelung des DFB über die notwendige Zahl von Besucherplätzen bauen. Das möchte auch Eisenmann tun. In Cannstatt wären „Probleme für den Rasen“ zu erwarten, würden dort außer den Bundesliga- und Pokalspielen sowie möglichen Champions-League-Spielen des VfB auch alle Zweitliga-Heimspiele stattfinden, räumte sie ein.

Bereits für die Verwaltungs-Variante will die Stadt die Vereine stärker zur Kasse bitten. In der Saison 2008/2009 müssen die Kickers mit doppelter Miete – 40 000 Euro – rechnen. Zudem will die Stadt künftig vom VfB Stuttgart II auch 40 000 Euro kassieren. Nach völliger Fertigstellung des Stadionausbaus zur Saison 2009/2010 wird es noch teurer. Insgesamt peilt die Stadt Mehreinnahmen von 100 000 Euro pro Saison an.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zum Tausch Parmak/Traut, den verletzten Julian Hauser und Benjamin Huber sowie Metin Telle

Kickers: Parmak-Wechsel perfekt

Traut kommt im Tausch
STUTTGART (ump). Was lange währt, wird endlich gut. Mustafa Parmaks Wechsel von dem Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers zu TuS Koblenz ist seit gestern perfekt. Der 26-jährige Offensivspieler unterschrieb nach wochenlangem Hin und Her zunächst bei den Kickers einen Auflösungsvertrag – und dann einen Zweijahresvertrag bei dem Zweitligisten. Quasi im Tausch kommt dafür der Spieler Sascha Traut (für zwei Jahre) nach Degerloch, dazu gibt es im nächsten Sommer ein Ablösespiel in Koblenz (mit einer Fixsumme) sowie obendrauf eine Ablöse, die im oberen fünfstelligen Bereich liegen dürfte. „Wir sind uns sicher, dass wir die für alle Seiten vernünftigste Lösung gefunden haben“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast, nachdem diese Hängepartie endlich beendet ist, und fügt noch hinzu: „Sascha Traut wird uns auf jeden Fall verstärken und weiterhelfen. Wir sind überzeugt von ihm.“

Auch von Denis Lapaczinski? Der Verteidiger, der gegen Winterthur noch Trainingsrückstand aufwies, kommt erst heute wieder ins Probetraining und wird möglicherweise am Freitag gegen Ulm noch einmal getestet. Noch nicht gänzlich Klarheit herrscht über die Schwere der Verletzung des Torhüters Benjamin Huber, und nachdem sich Julian Hauser von der zweiten Mannschaft das Wadenbein gebrochen hat, ist für ihn der Ersatztorwart des Regionalligisten SC Pfullendorf im Gespräch.

Unterdessen ist Joachim Cast als einer von drei Vertretern – neben Paul Jäger (Fortuna Düsseldorf) und Bernd Maas (Dynamo Dresden) – in den Spielausschuss für die dritte Liga berufen worden ist. Für die neue Spielklasse müssen sich die Vereine in dieser Saison bekanntlich mit rund 590 000 Euro an Fernsehgeldern begnügen, bereits für die nächste Saison sind 825 000 Euro in Aussicht gestellt, dafür sind die Drittligisten aber nicht automatisch für den Pokal qualifiziert.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Parmak geht – Traut kommt
Tauschgeschäft mit Zweitligist TuS Koblenz – Metin Telle trainiert mit

Stuttgart – Ende eines wochenlangen Wechselpokers: Mustafa Parmak hat beim Zweitligisten TuS Koblenz einen Zweijahresvertrag unterschrieben, im Gegenzug kommt Sascha Traut für zwei Spielzeiten zum Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers.

VON JÜRGEN FREY

Die endgültige Einigung der beiden Vereine erfolgte am Montagmorgen. Dann ging alles ganz schnell. Parmak löste in Degerloch seinen ursprünglich bis 2010 laufenden Vertrag bei den Blauen auf. Dann setzte er sich zu seinem Berater Michael Hofstetter ins Auto – und ab ging“s zur Vertragsunterzeichnung nach Koblenz. „Ich bin heilfroh, dass jetzt alles erledigt ist, ich freue mich riesig auf die zweite Liga“, sagte der 26-Jährige. Trotz des nervenden Transfer-Hickhacks wollte keiner der Beteiligten offen nachkarten. „Ich werde die Kickers in guter Erinnerung behalten“, behauptete Parmak. Und Kickers-Manager Joachim Cast sagte nach der Trennung: „Wir haben für alle Beteiligten die beste Lösung gefunden.“

Über die exakten Modalitäten haben die Vereine Stillschweigen vereinbart. Sicher ist allerdings: Sascha Traut wird bei den Blauen einen Zweijahresvertrag unterschreiben und am heutigen Dienstag erstmals mittrainieren. Der gebürtige Karlsruher absolvierte in der vergangenen Saison zwölf Zweitligaspiele für Koblenz, spielte zuvor beim KSC und hat wie Parmak seine Stärken im rechten offensiven Mittelfeld. Manager Cast über den 23-Jährigen: „Sascha ist ein sehr schneller Spieler, der uns auf jeden Fall verstärken wird.“

Zu dem Tauschgeschäft gehört die Vereinbarung, dass die Elf von Trainer Uwe Rapolder im Juli 2009 zu einem Freundschaftsspiel nach Stuttgart kommt. Des Weiteren dürfte ein fünfstelliger Betrag im mittleren Bereich an die Kickers fließen. Ob damit Neuzugänge verpflichtet werden, ist offen. Fest steht: Neben Denis Lapaczinksi und Suad Rachmanovic trainieren in dieser Woche weitere Spieler auf Probe mit: Torwart Manuel Wolff (SC Pfullendorf) und Stürmer Metin Telle (zuletzt Alanyaspor, früher SV Waldhof und Alemannia Aachen).

Stuttgarter Nachrichten

Parmaks Wechsel ist perfekt

Stuttgart (dpa/red) – Lange wurde verhandelt, jetzt ist es perfekt: Der offensive Mittelfeldspieler Mustafa Parmak verlässt den Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers nach vier Jahren und wechselt zur TuS Koblenz. Damit folgt der zuletzt länger verletzte Regisseur der „Blauen“ seinen früheren Mannschaftskollegen David Yelldell und Manuel Hartmann. Der 26-Jährige unterschrieb gestern beim Zweitligisten einen Vertrag bis 30. Juni 2010 und trainierte am Nachmittag bereits mit der Mannschaft von Trainer Uwe Rapolder. Koblenz zahlt allerdings nicht die 175 000 Euro Ablöse, die nach Parmaks ursprünglich bis 2010 laufendem Vertrag bei den Kickers für einen vorzeitigen Wechsel vorgesehen waren.

Stattdessen erhalten die Stuttgarter im Tausch den Koblenzer Mittelfeldspieler Sascha Traut, der auf der Waldau ebenfalls einen Zweijahres-Kontrakt bis 2010 unterschrieben hat. Zudem bekommen die „Blauen“ einen finanziellen Ausgleich. Über Art und Höhe sei Stillschweigen vereinbart worden, erklärte Kickers-Manager Joachim Cast. „Wir sind uns sicher, dass wir die für alle Seiten vernünftigste Lösung gefunden haben“, sagte er. Der 23-jährige Traut stammt aus der Jugend des Bundesligisten Karlsruher SC und spielt wie Parmak auf der rechten Außenbahn. „Er wird unseren Kader auf jeden Fall verstärken und weiterhelfen. Wir sind überzeugt von ihm“, betonte Cast.
 
Eßlinger Zeitung

Schürg hat den Offensiv-Stammplatz im Moment sicher

Stuttgarter Kickers: Fünf Testspiele – fünf Tore

Es hat nicht geklappt mit der Rückkehr von Mirnes Mesic (30) vom SC Freiburg zu den Stuttgarter Kickers. Der Stürmer entschied sich für Kickers Offenbach, weil die schwäbischen Namensvetter sein Gehalt nicht finanzieren konnten.

Aus Offenbach hatte auch Michael Schürg, mit 22 Treffern Oberliga-Torschützenkönig vom SSV Ulm 1846, ein Angebot. Doch der 23-Jährige zog Stuttgart vor, obwohl er dort nach eigener Aussage sogar weniger verdient. „Ich stand schon als Jugendlicher im Kickers-Stadion auf der Tribüne“, beschreibt er seine Liebe zu den „Blauen“. Schürg stammt aus dem nahen Renningen. Von dort kam er über den SGV Freiberg nach Ulm und nun zu den Kickers. Dort hat er mit starken Auftritten und fünf Toren in fünf Testspielen gleich für Aufsehen gesorgt.

Zwar warnt Trainer Stefan Minkwitz, er habe „schon viele Trainingsweltmeister gesehen“. Doch Manager Joachim Cast sagt: „Im Moment ist Schürg gesetzt.“ Er nennt ihn den „kleinen Mesic“ und sieht ihn mindestens auf gleicher Höhe mit dem erfahreneren Angelo Vaccaro. Schnell, fast beidfüßig und mit einem guten Torriecher ausgestattet ist Schürg. „Ich habe vor dem Tor eine gewisse Kälte“, erklärt er, bleibt aber vorsichtig. „Ich will einen Stammplatz und mich in der 3. Liga durchsetzen. Das wird nicht einfach, denn ich komme aus der Oberliga, das sind praktisch eineinhalb Klassen Unterschied.“

Mesic hätte der Mannschaft gut getan, sagt der Neuzugang. „Auf der einen Seite ist es schade, auf der anderen Seite habe ich aber einen Konkurrenten weniger.“ Zwar holen die Kickers vielleicht doch noch einen weiteren Angreifer. Groß schrecken dürfte das Schürg aber derzeit nicht.

Kicker