Presse zur Lage der Kickers nach dem mißlungenem Saisonstart

Kickers stecken schon im Abstiegskampf
Die Frage nach drei Niederlagen in der dritten Fußballliga lautet: Fehlt den Spielern die Einstellung, die Qualität – oder gar beides?
 
STUTTGART. Bei den Stuttgarter Kickers herrscht nach dem 0:2 am Sonntag in Unterhaching Ernüchterung. „Unser Zweikampfverhalten ist nicht so, dass wir in der dritten Liga bestehen können“, sagt der Manager Joachim Cast nach drei Niederlagen.

Von Joachim Klumpp

Dennis Rudel hat gestern ein paar Extraschichten eingelegt – und kam alleine vom Waldlauf zurück. „Ich muss mich ja fit halten“, sagte der Torwarttrainer der Stuttgarter Kickers, der sich eigentlich am ehesten auf die faule Haut legen könnte, schließlich steht er nicht in der Kritik. Sein Schützling Manuel Salz ist, trotz gewisser Bedenken vor der Saison, derzeit die einzig feste Größe bei dem Fußball-Drittligisten. Schön für ihn, aber nicht für die Mannschaft. „Wenn der Torwart immer der Beste ist, zeigt das ja nur, dass es insgesamt nicht stimmt“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast kritisch.

Nach der dritten Niederlage im dritten Spiel verfällt er zwar nicht in Panik, aber die Alarmglocken schrillen dennoch. Es sind nicht nur die Ergebnisse, die nachdenklich stimmen, sondern vor allem die Art und Weise des Zustandekommens. „Ich dachte, wir sind schon weiter“, sagte der Trainer Stefan Minkwitz nach dem ängstlichen Auftritt in Unterhaching.

Die Frage lautet deshalb: Fehlt die Qualität, die Einstellung – oder sogar beides? Der Kapitän Alexander Rosen sagt bei der Ursachenforschung: „Nach einem Rückstand brechen wir regelrecht auseinander.“ Am Sonntag also bereits nach gespielten 13 Minuten. Das klingt nicht gerade beruhigend. Genauso wenig wie seine Erkenntnis: „Wir funktionieren als Mannschaft noch nicht.“ Wobei Rosen nicht den zwischenmenschlichen Bereich meint, sondern die sportlichen Mechanismen der einzelnen Mannschaftsteile. Die Rädchen greifen noch nicht. Der Trainer Minkwitz hat wohlweislich schon zu Saisonbeginn um Geduld gebeten, angesichts von acht Neuzugängen. „Die Integration geht nicht von heute auf morgen“, sagte er.

In der Anfangsformation am Sonntag standen allerdings nur drei neue Spieler (Sasa Janic, Sascha Traut und Thorsten Reiß), so dass sich die Umstellung in Grenzen hielt. Das Manko ist nach wie vor: die etablierten Akteure hinken hinter ihrer Form her. Das weiß auch Cast: „Da sind Spieler wie Bashiru Gambo und Rosen in der Pflicht“, sagt der Manager an die Adresse der Leistungsträger gerichtet, zu denen auch noch Marcus Mann, Angelo Vaccaro oder Traut zu zählen sind.

Cast sagt zwar, „wir glauben weiter an die Qualität der Mannschaft“, gewisse Zweifel am Kader sind dennoch vorhanden – was immer auch etwas mit den finanziellen Zwängen zu tun hat. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, wie der Präsident Dirk Eichelbaum anmerkt: „Emden ist mit dem geringsten Etat der Liga Erster.“ Und der bei den Kickers ausgemusterte Bastian Bischoff zählte bei Unterhaching zur Startformation und bereitete das 2:0 vor. Noch Fragen? In puncto Einsatz macht Bischoff sowieso niemand etwas vor, und gerade in dieser Beziehung hapert es momentan bei den Kickers. Zwar hat die Mannschaft in Unterhaching fünf Gelbe Karten kassiert – in erster Linie aber wegen Meckerns, Ballwegschlagens oder ähnlicher Frustreaktionen. „Die Aggressivität und das Zweikampfverhalten sind nicht so, dass wir damit in der Liga bestehen können“, sagt Cast. Letztlich ist das eine Einstellungsfrage. „Vielleicht machen wir uns zu viele Gedanken – und verkrampfen“, sagt Rosen.

So oder so ist davon auszugehen ist, dass es am Sonntag im richtungsweisenden Heimspiel gegen den SV Sandhausen personelle Änderungen geben wird. „Ich werde mir in dieser Woche selbst verstärkt ein Bild im Training machen“, kündigt Cast an. Gestern haben schon einmal zwei Spieler der zweiten Mannschaft mitgemacht. Dass es sich dabei in Hüseyin Ali Pala und Gökhan Gümüsso um zwei Offensivkräfte handelte, ist sicher kein Zufall, denn im Angriff fehlt bis jetzt die Durchschlagskraft. Und in der Abwehr die Stabilität. Baustellen ohne Ende also für den Kickers-Trainer Stefan Minkwitz.

Der hat in einem Kraftakt die Qualifikation für die dritte Liga geschafft – und steht jetzt vor der nächsten Herausforderung seiner noch jungen Trainerlaufbahn. Der Mannschaft hat er für heute erst einmal freigegeben – „um den Kopf freizubekommen“, wie Rosen sagt. Wenn“s hilft.

Stuttgarter Zeitung

Druck auf Kickers-Trainer wächst

Mannschaft ohne Wille und Aggressivität

Stuttgart – Es ist ein Fehlstart, der großen Anlass zur Sorge gibt. Nach drei 0:2-Niederlagen funkt Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers bereits SOS. „Den Spielern muss klarwerden, dass es um die Existenz jedes Einzelnen geht – auch um meine“, sagt Trainer Stefan Minkwitz.

Oliver Stierle nutzte den freien Tag zur Stippvisite bei den alten Kameraden. Der ehemalige Kickers-Spieler, der seit Saisonbeginn für den FC Bayern München II am Ball ist, schaute sich die Partie der Blauen im Unterhachinger Sportpark interessiert an. Danach konnte er nur fassungslos den Kopf schütteln: „Da war kein Wille da, keine Aggressivität, kein Aufbäumen, keine Geschlossenheit“, stellte Stierle fest. Genau die Tugenden, die dafür sorgten, dass die Kickers auf den letzten Drücker in die dritte Liga rutschten, lässt das Team vermissen. Auch Trainer Minkwitz hat längst festgestellt: „Wir gehen in die Zweikämpfe wie Mädchen.“

Das muss sich schnell ändern – sonst werden die Kickers zur Lachnummer der Liga. Das Problem: Selbst wenn die Einstellung endlich einmal stimmen würde, ist noch lange nicht gesagt, dass die anderen Probleme damit automatisch behoben sind. Und davon gibt es viele:

Die Abwehr strahlt keine Sicherheit aus, es werden viel zu viele Chancen zugelassen. Was auch daran liegt, dass die Blauen viel zu weit weg von ihren Gegenspielern stehen. Ein vernünftiger Spielaufbau findet nicht statt. Die Führungsspieler verstecken sich. Die in der vergangenen Rückrunde hochgelobte Mittelfeldachse Bashiru Gambo/Alexander Rosen läuft ihrer Form hinterher. Der Angriff lässt bisher jegliche Durchschlagskraft vermissen.
Manche der Neuzugänge, die nicht zum Einsatz kommen, sind sauer, weil sie die Bank drücken müssen. Das wehklagende Bündnis trägt nicht zur Förderung des Teamgeists bei.

Unterm Strich drängt sich unweigerlich der Veracht auf: Der Kader ist zu schwach für die dritte Liga. Minkwitz sagt tapfer: „Ich bin von der Qualität des Kaders überzeugt.“ Er fordert keine Neuzugänge – weil er ohnehin weiß: Es ist kein Geld da. Und der Präsident? Der warnt vor vorschnellen Beurteilungen und spielt erst einmal auf Zeit: Die nächsten Gegner, der SV Sandhausen und Jahn Regensburg, seien Gegner auf Augenhöhe, sagt Dirk Eichelbaum. Von einer Blutauffrischung der Mannschaft noch vor Ende der Wechselperiode am 31. August will er (noch) nichts wissen: „Die sportliche Leitung hat den Kader zusammengestellt, alle Positionen sind doppelt besetzt. Jetzt müssen sie schauen, dass sie es hinbekommen.“

Der Druck auf Minkwitz steigt. Von einer Trainerdiskussion will Eichelbaum zwar „nicht einmal ansatzweise“ etwas wissen, dennoch kennt Minkwitz die Gesetzmäßigkeiten der Branche selbst am besten: „Es geht um die Existenz jedes Einzelnen – auch um meine.“

Stuttgarter Nachrichten

Kickers: Riesen-Wirbel nach Pleiten-Start
Kommt jetzt Starzmann?
Ex-Reutlinger soll neuer Trainer werden
Von HELMUT HEIMANN
Schlimmer geht’s wirklich nimmer…

Null Punkte, null Tore, letzter Platz – der schlechteste Saisonstart seit 37 Jahren. Die Stuttgarter Kickers stehen schon nach drei Spieltagen am Abgrund.

„So haben wir in der dritten Liga nichts verloren“, schimpft Manager Joachim Cast.

Der brutale Fehlstart der Blauen – da wird die Luft für Trainer Stefan Minkwitz schon gaaanz dünn…

Zwar wiegelt Präsident Dirk Eichelbaum noch ab: „Letzte Saison hatten wir Vertrauen in den Trainer. Das hat sich ausbezahlt. Deshalb hat er einen gewissen Vorschuss.“

Doch Minkwtz‘ Bonus dürfte schnell verbraucht sein, wenn gegen Sandhausen (24. 8.) und in Regensburg (30. 8.) nicht gepunktet wird.

Denn BILD erfuhr: Als Nachfolger für Minkwitz haben die Blauen offenbar Peter Starzmann (46) im Visier!

Lose Gespräche mit dem erfahrenen Fußball-Lehrer sollen die Kickers schon geführt haben.

Und: Starzmann, in der Sommerpause beim SSV Reutlingen entlassen, ist heiß auf einen neuen Job.

Galante Lösung: Minkwitz, der einen neuen Zweijahresvertrag besitzt und seit 15 Jahren mit nur einer kurzen Unterbrechung bei den Kickers tätig ist, soll als einer der Dienstältesten auf der Waldau nicht entlassen werden, sondern andere Traineraufgaben im Verein übernehmen.

BILD

Presse zu Stuttgarter Kickers II – VfR Mannheim (4:1)

Fußball: Oberligist VfR Mannheim nach 1:4 bei Stuttgarter Kickers II zurück auf dem harten Boden der Realität

Trainer Sanchez tadelt „leblosen“ Auftritt

STUTTGART. Arijan Berisha schüttelte mit dem Kopf. „Die Kickers hätten nach 20 Minuten schon 5:0 führen können. Wir sind gar nicht aus der Abwehr herausgekommen. Das ist keine Landes- oder Bezirksliga, in der wir spielen, sondern ein ganz anderes Kaliber. Hier wird jeder Fehler eiskalt bestraft“, ließ der Mannschaftskapitän des Fußball-Oberligisten VfR Mannheim nach der 1:4 (1:2)-Niederlage bei den Stuttgarter Kickers II mächtig Dampf ab. Ein Rückschritt – in der Spielbewertung waren sich auch die mitgereisten VfR-Fans nach den 90 Minuten auf der Bezirkssportanlage Waldau einig. Alles, was die Rasenspieler beim 4:1 gegen Au/Iller noch richtig gemacht hatten, war diesmal wie weggeblasen. Kaum Laufbereitschaft, kein konsequentes Deckungsverhalten, viel zu wenig Ag-gressivität in den Zweikämpfen. „Die Mannschaft war total leblos“ , tadelte Trainer Rafael Sanchez. Marko Kovac (7.) und Antonio Tuljic (11.) hatten die Rasenspieler mit ihren Toren früh auf die Verliererstraße gebracht. Erst nach einem von Berisha verwandelten Foulelfmeter zum 2:1-Anschlusstreffer (31.) wurde es aus VfR-Sicht besser – bis zum Pausenpfiff bekamen die Mannheimer sogar Oberwasser. Doch das Aufbäumen blieb ein Strohfeuer. Nach dem Seitenwechsel bettelte der VfR erneut um Gegentore, die durch Pala (53.) und Tunjic (87.) auch prompt fielen. Hätten die Schwaben ihre Chancen konsequenter genutzt – die Mannheimer hätten ein Fiasko erleben können. Berisha: „Ich bleibe dabei. Wenn wir die Klasse halten, können wir hochzufrieden sein. Das klingt vielleicht hart, ist aber die Realität.“ Bei den Rasenspielern gilt es nun schleunigst, wieder den Hebel umzulegen. Dass die Mannschaft nicht nur Fußball spielen, sondern auch kämpfen kann, hat sie gegen Au/Iller bereits bewiesen. Schon am Mittwoch können die Blau-Weiß-Roten etwas für das angeknackste Selbstvertrauen tun: In der dritten Runde des BFV-Hoepfner-Cups gibt der VfR seine Visitenkarte beim TV Hardheim ab. Von Beginn an soll gegen den Odenwälder Landesligisten Neuzugang Andreas Jantz auflaufen. Bei seinem Debüt gegen die Kickers zeigte der 23-Jährige schon einige gute Ansätze. Denkbar, dass der VfR bis zum Hardheim-Spiel einen weiteren Neuzugang vermelden kann: Stacey Kodani, ein Abwehrspieler aus der zweiten dänischen Liga, steht vor der Unterschrift.

Mannheimer Morgen

Presse zu SpVgg Unterhaching – Stuttgarter Kickers (2:0)

0:2 in Unterhaching: Fehlstart ist perfekt
Die Stuttgarter Kickers warten in der dritten Liga weiter auf den ersten Punkt und das erste Tor – Minkwitz streicht den freien Tag

UNTERHACHING. Die Stuttgarter Kickers bleiben sich in dieser Saison treu. Im dritten Spiel der dritten Fußballliga gab es die dritte 0:2-Niederlage. Dementsprechend bedient war der Trainer Stefan Minkwitz, der sagte: „Wir sind dem Gegner nur hinterhergelaufen.“

Von Christoph Leischwitz

Unterhaching scheint kein gutes Pflaster für Stefan Minkwitz zu sein. Dort bestritt er vor neun Monaten sein erstes Spiel als Chefcoach der Stuttgarter Kickers, das etwas unglücklich 0:2 verloren ging. Und gestern nun gab es wieder eine Niederlage, erneut mit 0:2. Der einzige Unterschied: diesmal war sie verdient. Was die Situation der Kickers nicht besser macht. Denn nach drei Spielen verfestigt sich der Trend – kein Punkt, kein Tor. Da kam beim Trainer keine Freude auf. „Wir sind dem Gegner nur hinterhergelaufen. Ich glaube, viele haben noch nicht kapiert, dass wir auf Platz zwanzig stehen – und da auch noch eine Weile stehen werden“, sagte Minkwitz, der prompt den freien Montag strich.

Schließlich hatte die Forderung des Managers Joachim Cast vor dem Anpfiff gelautet: „Jeder Spieler muss an seine Grenzen gehen.“ Das beherzigte zumindest der neu in die Startformation gekommene Sokol Kacani, der nach sechs Sekunden die erste Chance vergab. Ein Strohfeuer, mehr nicht. Die Kickers präsentierten sich ideenlos. Bashiru Gambo versuchte es immer wieder mit hohen Bällen, doch die landeten in aller Regel im Abseits.

Ein Ball der Hachinger landete nach 13 Minuten dagegen im Tor. Die linke Abwehrseite der Kickers mit Sasa Janic war dabei nicht im Bilde gewesen, und der Kapitän Christian Schulz nützte dies zu einem Flachschuss aus 14 Metern, unhaltbar für Manuel Salz. Der Kickers-Torhüter war in der Folge wesentlich mehr beschäftigt als sein Gegenüber Darius Kampa, der erstmals in der 40. Minute Probleme hatte, als er einen Freistoß von Marcus Mann nicht unter Kontrolle bekam. Die Kontrolle behielt aber Unterhaching – mit dem 2:0 unmittelbar vor der Pause durch den Ex-Aalener Marcus Steegmann.

So konnte es nicht weitergehen. Minkwitz brachte nach dem Seitenwechsel zwar Dirk Prediger, Jörn Schmiedel und später Ralf Kettemann, aber am Gesamteindruck änderte sich wenig. Prediger (71.) hatte die einzige Kickers-Chance, Haching dagegen hatte eine Möglichkeit nach der anderen. Zeitweise war es ein Spiel auf ein Tor. Selbst als Hachings Robert Zillner Gelb-Rot sah (79.), ging kein großer Ruck durch die Kickers-Mannschaft – im Gegenteil: Salz rette bei einem Konter gegen Ricardo Villar das Ergebnis vor 2600 Zuschauern. Auf den Schlussmann ist Verlass, das ist im Moment die einzige Konstante im Kickers-Spiel, was schon einiges über den Zustand der Mannschaft aussagt.

Und was sagte der Präsident? „Nach drei Spielen gibt es bei uns noch keine Trainerdiskussion“, betonte Dirk Eichelbaum, der extra seinen Urlaub am Bodensee unterbrochen hatte. Bis zum nächsten Sonntag, wenn Sandhausen mit der Empfehlung eines 4:0-Sieges gegen Paderborn nach Degerloch kommt. Minkwitz sagt: „Ich kann nur versprechen, dass dann eine Mannschaft auf dem Platz stehen wird, die Gras frisst.“ Und möglichst auch noch Punkte holt.

Unterhaching: Kampa – Schulz, Bucher, Susak, Zillner – Oliver Fink, Tyce, Villar (90. Hörnig) – Anton Fink (71. Nagy) – Steegmann, Bischoff (61. Schweinsteiger).

Stuttgart: Salz – Deigendesch, Mann, Härter, Janic – Traut, Rosen, Gambo (61. Kettemann), Reiß (46. Prediger) – Kacani (46. Schmiedel), Vaccaro.

Schiedsrichter: Seiwert (Merchingen).

Tore: 1:0 Schulz (13.), 2:0 Steegmann (45). Gelb-Rote-Karte: Zillner (79.).

Stuttgarter Zeitung

Hilflos, harmlos, chancenlos
0:2 bei der SpVgg Unterhaching: Kickers bleiben ohne Tor und Punkt

Unterhaching – Drittes Spiel in der dritten Liga, dritte 0:2-Niederlage für die Stuttgarter Kickers: Auch bei der SpVgg Unterhaching gab es für die verunsicherten Blauen am Sonntag nichts zu holen. Nun steht Trainer Stefan Minkwitz und sein Team am kommenden Sonntag gegen den SV Sandhausen bereits gewaltig unter Druck.

VON ANDREAS WERNER

Stefan Minkwitz ist kein Typ, der versucht, Spiele schönzureden. Auch nach der enttäuschenden Vorstellung im Unterhachinger Sportpark blieb der Kickers-Coach seiner Linie treu: „Das war eine verdiente Niederlage. Wir sind dem Gegner immer nur hinterhergelaufen“, sagte der 40-Jährige. Dann wurde seine Stimme lauter: „Einige Spieler haben immer noch nicht begriffen, dass wir auf Platz 20 stehen.“

Nur in den ersten gut zehn Minuten hielten die Kickers die Partie offen. Danach lässt sich der Auftritt weitgehend in drei Worten zusammenfassen: hilflos, harmlos, chancenlos. In der 13. Minute nahm das Unheil seinen Lauf: Die Blauen verloren in der Vorwärtsbewegung den Ball, der Ex-Aalener Marcus Steegmann bediente Thorsten Schulz – und schon stand es 0:1 (13.). Der Gegentreffer war der Anfang vom Ende. „Wir kassieren ein Tor, und dann ist gleich wieder alles aus“, ärgerte sich Manndecker Marcus Mann. Fortan rollte ein Angriff nach dem anderen in Richtung Kickers-Tor. Die Blauen leisteten sich katastrophale Ballverluste. Sie kämpften zwar, allen voran Kapitän Alexander Rosen, wirkten insgesamt aber völlig überfordert. Logische Folge: das 2:0 kurz vor der Pause durch Steegmann.

Minkwitz reagierte und brachte in Jörn Schmiedel und Dirk Prediger frische Kräfte. Dadurch kam etwas mehr Druck ins Spiel seines Teams, doch der Trainer musste einräumen: „Die Durchschlagskraft, um gegen eine Elf wie Unterhaching zu bestehen, hatten wir nicht.“ Vielmehr konnten sich die Blauen glücklich schätzen, dass der Gegner mit seinen zahlreichen Möglichkeiten äußerst schlampig umging. „Wir hatten Chancen im Minutentakt und hätten heute sehr, sehr hoch gewinnen können“, stellte Unterhachings Trainer Ralph Hasenhüttl zurecht fest. Die Kickers dagegen kamen in der zweiten Halbzeit nur bei einem Schmiedel-Schuss ernsthaft vors Tor der SpVgg. Daran änderte auch die Gelb-Rote Karte für Hachings Robert Zillner (78.) nichts.

Guter Rat ist jetzt teuer. Nach drei Spielen verdichten sich die Anzeichen: Die Kickers-Kader ist zu schwach für die dritte Liga. Klar ist: Am kommenden Sonntag (14 Uhr/Gazistadion) muss gegen den SV Sandhausen ein Erfolgserlebnis her. Das weiß auch Minkwitz – und sagte noch in Unterhaching: „Ich verspreche, dass gegen Sandhausen eine Mannschaft auf dem Platz stehen wird, die Gras fressen wird und keinen Weg scheut.“ Ansonsten führt der Weg der Blauen unaufhaltsam in die Regionalliga.

Stuttgarter Nachrichten

Unterhaching weiter ungeschlagen – Sieglose „Stukis“

Steegmann schiebt problemlos ein
Die SpVgg Unterhaching bleibt auch im dritten Spiel in der 3. Liga ungeschlagen und hat mit dem zweiten Heimsieg Platz zwei ergattert. Die Lage bei den unterlegenen Kickers aus Stuttgart ist nach der dritten Niederlage in Folge ohne Torerfolg schon zum Rundenstart alles andere als berauschend.

Nach dem 1:1 in Paderborn nahm SpVgg-Trainer Ralf Hasenhüttl nur eine Umstellung vor: Für den verletzten Schaschko (Kreuzbandriss) rückte Zillner auf die linke Verteidigerposition, Anton Fink dafür ins Mittelfeld. Neu ins Team kam Bischoff, der für Fink an der Seite von Steegmann stürmte. Mit zwei Änderungen gingen die Stuttgarter Kickers die Aufgabe in Unterhaching an. Stefan Minkwitz vertraute Härter an Stelle von Rapp in der Innenverteidigung, Kacani stürmte für Schürg.

Von Beginn an übernahm Unterhaching im heimischen Sportpark das Kommando und ging folgerichtig gegen verunsicherte Schwaben nach 13 Minuten in Führung. Steegmann bediente Schulz, der aus halbrechter Position mit einem Schuss ins lange Eck Salz im Tor der Schwaben keine Chance ließ. Nur wenig später hätte Anton Fink nachlegen können, fand aber in Salz seinen Meister. In der Folge war Haching optisch überlegen. Die Kickers versteckten sich nicht, waren aber im Spiel in die Spitze zu harmlos. Anders die Münchner Vorstädter, die fast mit dem Halbzeitpfiff erhöhten. Nach einem Pass von Villar tauchte Bischoff alleine vor Salz auf und legte quer auf Steegmann. Der hatte keine Probleme, sein erstes Saisontor zu erzielen.
 
Mit der Führung im Rücken hatte die SpVgg die Partie im zweiten Durchgang im Griff, verpasste es aber, den Vorsprung auszubauen. Es ergaben sich zwar viele Chancen für Haching, der Ball wollte aber nicht mehr ins Tor. Am Ende blieb es beim verdienten 2:0, mit dem die Hasenhüttl-Elf auf Rang zwei klettert. Ein Wermutstropfen war die Gelb-Rote Karte gegen Zillner, der eine knappe Viertelstunde vor Schluss vom Feld musste. Die Kickers bleiben nach der dritten 0:2-Niederlage auf dem letzten Tabellenplatz hängen.

Kicker

Erste Etappe gemeistert
Unterhaching – ­Das Scheppern war bis ins letzte Eck des Stadions zu hören, so wuchtig hatte Robert Zillner seine Faust gegen eine blecherne Werbetafel gedonnert. „Er weiß bis jetzt nicht, warum er Gelb-Rot gesehen hat”, sagte sein Coach Ralph Hasenhüttl nach dem Abpfiff, der Abgang des Spielers war zu diesem Zeitpunkt schon fast eine halbe Stunde her.
Trainer Hasenhüttl mit Saisonstart zufrieden

„Der Platzverweis war ein absoluter Witz”, fand auch der Trainer ­- selbst er konnte sich die Hinausstellung nicht erklären, die allerdings das einzige Ärgernis aus Sicht der SpVgg war. Nach dem 2:0 über die Stuttgarter Kickers sah Hasenhüttl sein Team am Ende der ersten Etappe: „Wir wollten gut starten, das haben wir erreicht.”

Gegen den Tabellenletzten hätte man wesentlich höher gewinnen können (Hasenhüttl: „Wir haben Chancen im Minutentakt vergeben”), lediglich Thorsten Schulz und Marcus Steegmann trafen bei der gelungenen Hachinger Vorstellung. „Die einzige Entschuldigung könnte sein, dass sich die Burschen die Tore für Düsseldorf aufgehoben haben”, witzelte der Coach. Der Gegner wird schwerer. Auf der linken Seite bekommt da wohl Timo Nagy seine Chance. „Wir finden eine Lösung”, so Hasenhüttl. Darin sind sie derzeit in Haching besonders gut.

Münchner Merkur

Klarer Erfolg gegen VfR Mannheim

Mit einem 4:1 (2:1) Erfolg gegen den VfR Mannheim feierten die „kleinen“ Blauen ihren ersten Erfolg in der neuen Saison der Oberliga Baden-Württemberg. Marko Kovac brachte seine Farben in der siebten Minuten in Front, fünf Minuten später gelang Antonio Tunjic das 2:0. Berisha konnte in der 32. Minute per Foulelfmeter verkürzen. In der zweiten Hälfte sicherten Hüseyin-Ali Pala (57. ) und Mijo Tunjic kurz vor Schluß den klaren Sieg.

Damit belegen die Kickers nach vier Punkten in drei Spielen den siebten Tabellenplatz. Weiter geht es in der Liga am 24.08. beim Tabellenletzten ASV Durlach.

StZ: Werbung für die Marke Kickers

Agentur vermarktet Fußballer

LEONBERG. Die Werbeagentur Rödig & Team in der Leonberger Römergalerie steigt in den Profifußball ein. Seit Juni vermarktet sie exklusiv den Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers. Der brasilianische Nationaltrainer Carlos Dunga ist bei den Leonbergern ebenfalls unter Vertrag.

Von Daniel Renkonen

Geschäftsführer Sven Rödig kann sich noch gut an die Anfänge seiner Firma Ende der neunziger Jahre erinnern. „Da saßen wir mit ein paar Mitarbeitern beengt in einem Raum zusammen.“ Jetzt residiert die Event Sport Marketing (ESM)-Agentur im neunten Stock der Römergalerie, wo sie vor rund zwei Jahren eingezogen ist. Die Firma beschäftigt inzwischen elf Mitarbeiter – Tendenz steigend. Denn Rödigs Team promotet nicht nur den deutschen Golfverband oder Carlos Dunga, sondern organisiert bundesweit Veranstaltungen für Großkonzerne wie Thyssen-Krupp oder Debitel.

Im Mai dieses Jahres hat ESM erstmals Neuland betreten: Mit den Stuttgarter Kickers konnten sie den ersten Profifußballclub unter Vertrag nehmen. „Die Kickers sind in der Region eine Marke“, sagt Sven Rödig. Seine Aufgabe ist es nun, diese Marke über die Grenzen der Region hinaus voranzubringen. Zudem soll ein neuer Hauptsponsor für den Drittligisten gesucht werden, der finanziell seit geraumer Zeit kleinere Brötchen backen muss. „Die Kickers brauchen einen potenten Geldgeber, um sich dauerhaft im Profifußball zu etablieren“, ist Rödig überzeugt. Bis jetzt wird der Verein von der türkischen Lebensmittelkette Gazi unterstützt.

Ob der bisherige Hauptsponsor Gazi auch der neue sein wird, will der ESM-Geschäftsführer nicht sagen. Nur so viel: „Es gibt bereits einen ernstzunehmenden Kandidaten, mit dem wir in den Gesprächen sehr gut vorangekommen sind.“

Das Geschäftsgebiet der Werbeagentur teilt sich in zwei Bereiche auf: Das eine ist der Bereich des Sportmarketings, der andere der Veranstaltungs- und Eventbereich mit 20 international operierenden Unternehmen als Partner, darunter namhafte Firmen wie der Maultaschenhersteller Bürger aus Ditzingen oder der Großkonzern Thyssen-Krupp. Für sie organisieren Sven Rödig und seine Mitarbeiter unter anderem Firmenjubiläen, die speziell vermarktet werden. Auch viele Werbeaktionen tragen die Handschrift der Leonberger. Beispielhaft nennt Rödig die sogenannten „Guerilla-Aktionen“, innerhalb derer die ESM-Mitarbeiter mitunter ungenehmigt für ein Produkt werben: „Wir haben schon nachts 100 Luftballonfahnen angebracht oder im Stadtgebiet für einen unserer Firmenkunden Engel verteilt.“ Das könne manchmal zu Komplikationen mit den Genehmigungsbehörden führen. Daher rührt in der Branche auch die Bezeichnung „Guerilla“.

Besonders stolz ist die Agentur auf ihre Kontakte zu einzelnen Spitzensportlern. Hierzu zählt der brasilianische Fußballer Giovane Elber. Auf Wunsch werden gemeinsame Skifahrten mit Elber organisiert. Bei der Fußballeuropameisterschaft war die Agentur ESM ebenfalls hautnah dabei und hat Firmenvertretern einen Zugang ins Trainingscamp der portugiesischen Nationalmannschaft vermittelt. „Auf Wunsch haben wir sogar persönliche Gespräche mit Superstar Cristiano Ronaldo ermöglicht“, berichtet Sven Rödig.

Das alles erfordert entsprechende Kontakte, die über Jahre hinweg aufgebaut werden müssen. „Hier ist unser guter Draht zu Carlos Dunga sehr hilfreich gewesen“, verrät der Geschäftsführer mit Blick auf den aktuellen Nationalcoach der Seleção.

Stuttgarter Zeitung

Vorberichte SpVgg Unterhaching – Stuttgarter Kickers

Das gilt auch für den Lokalrivalen Stuttgarter Kickers, dessen Plan, im WFV-Pokal Selbstvertrauen zu tanken, nur bedingt aufgegangen ist. Nach einem 13:0-Kantersieg in der zweiten Runde quälte sich die Mannschaft zuletzt in Bühlerzell zu einem 1:0 nach Verlängerung. Die Folge: der Trainer Stefan Minkwitz setzte diese Woche acht statt der üblichen sechs Trainingseinheiten an. „Zwei, drei Positionen sind noch offen“, sagt Minkwitz vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (14 Uhr) in Unterhaching. Beste Chancen dürfte Josip Landeka im linken Mittelfeld haben, auch die Rückkehr Jens Härters (für Marcel Rapp) in die Innenverteidigung ist denkbar, und in der Offensive hat sich zuletzt Dirk Prediger als Alternative aufgedrängt, zumal der Einsatz von Marco Tucci (Adduktorenzerrung) fraglich ist. „Haching ist zwar Favorit“, sagt Minkwitz, „aber wir müssen anfangen zu punkten – und in der Liga ist jeder Gegner schlagbar.“

Anreisen wird die Mannschaft übrigens erst am Spieltag. Minkwitz: „Das Geld für die Übernachtung sparen wir lieber für andere Dinge.“ Neue Spieler etwa? So weit ist es noch nicht. „Wir sondieren den Markt“, sagt der Manager Joachim Cast, „aber im Moment ist unser Personaletat ausgeschöpft.“

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Chance für Jens Härter
Stuttgart (jüf) – Nach zwei Punktspielniederlagen und einer Fast-Blamage im WFV-Pokal steigt der Druck auf den Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers. Trainer Stefan Minkwitz ist sich sicher: „Meine Jungs wissen, was die Stunde geschlagen hat. Wir müssen anfangen zu punkten.“ Dass dies am kommenden Sonntag (14 Uhr) bei der SpVgg Unterhaching alles andere als einfach wird, ist jedem klar. Doch Minkwitz hält nichts von übertriebenem Respekt: „Jeder in dieser Liga ist zu schlagen.“ Änderungen in der Anfangsformation sind wahrscheinlich. Der Coach plant, Jens Härter für Marcel Rapp zu bringen, auch Dirk Prediger hat Chancen auf einen Einsatz von Beginn an. Der 21-Jährige drängte sich am Mittwoch beim 1:1 im Oberligaspiel der Kickers II in Offenburg Augenzeuge Minkwitz auf – nicht nur wegen seines Tores. Noch nicht sicher ist der Einsatz von Marco Tucci. Der Stürmer musste wegen einer Zerrung zum Arzt, bekam aber grünes Licht, am heutigen Freitag am Training teilzunehmen.

Stuttgarter Nachrichten

3. Liga, 2008/09, 3. Spieltag
SpVgg Unterhaching –  Stuttgarter Kickers     

Spielinfos:

Anstoß: 17.08.2008 14:00
Stadion: Generali-Sportpark

Schiedsrichter:

SpVgg Unterhaching: Für den verletzten Schaschko ist Nagy die erste Alternative auf der Position des linken Außenverteidigers.

Stuttgarter Kickers: Nur Petruso und Russo fehlen. Nach den Auftaktniederlagen könnte es Wechsel geben. Härter rückt wohl in die Startelf, eventuell auch Landeka.

Aufstellung

SpVgg Unterhaching
Kampa – T. Schulz, R. Bucher, Susak, Nagy – O. Fink, Tyce, Villar, Zillner – A. Fink – M. Steegmann; Trainer: Hasenhüttl

Stuttgarter Kickers
Salz – Deigendesch, Mann, Härter, Janic – Traut, Rosen, Gambo, Landeka – Schürg, Vaccaro; Trainer: Minkwitz

Kicker

U23-Spieler in die wfv-Auswahl berufen

Für die beiden Spiele der württembergischen Auswahlmannschaft gegen das Team aus Südbaden hat Verbandstrainer Wolfgang Kopp nun die Berufungen bekannt gegeben. Für das Hinspiel am 9.9.2008 in der Sportschule Ruit wurden vier Spieler aus dem U23 Kader der Kickers berufen, beim Rückspiel am 16.9.2008 sind fünf Kickers-Spieler dabei.

Im einzelen sind folgende Spieler aus der Mannschaft von Kickers-Trainer Björn Hinck beim Rheinpokal im Einsatz:

Rheinpokal, wfv – Südbaden am 9.9.2008:

Eugen Schneider   
Thomas Gentner
Dominique Fennell
Mikel Boric

Rheinpokal, Südbaden – wfv am 16.9.2008:

Gökhan Gümüssü
Demis Jung   
Mikel Boric
Michele Rizzi
Thomas Gentner

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