Kickers melden 170000 Euro Gewinn

Stuttgart (jüf) – Sportlich gab es gegen Jena einen Rückschlag, finanziell werden die Stuttgarter Kickers bei der Hauptversammlung am Mittwoch (19 Uhr/Kickers-Vereinsheim) für das abgelaufene Geschäftsjahr in ihrer Bilanz einen Gewinn in Höhe von 170 000 Euro vermelden. Dies hängt vor allem mit der Anfang 2008 gegründeten Beteiligungsgesellschaft zusammen. Neuwahlen stehen nicht auf dem Programm.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – Carl Zeiss Jena

Den Kickers fehlt die Konstanz

Bei der 0:3-Niederlage gegen Jena geht nach der Pause die Ordnung im Mittelfeld völlig verloren

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben unter Edgar Schmitt ihre erste Heimniederlage in der dritten Liga kassiert. „Ein herber Rückschlag“, sagte der Manager Joachim Cast nach dem 0:3 (0:0) gegen Carl Zeiss Jena.

Von Joachim Klumpp

Jenas Trainer hatte seiner Mannschaft in der Besprechung vor dem Spiel eine Aussage des Kickers-Kollegen Edgar Schmitt mitgebracht, der da betonte: „Das Stadion muss unseres bleiben.“ Daran wollte der Gast auch gar nicht rütteln, genauso wenig wie seine 700 friedlichen Fans. „Wir wollten das Stadion nicht mitnehmen, wir haben selbst ein schönes“, sagte der Holländer Rene van Eck, und fügte hinzu: „Aber wir wollten die Punkte.“

Und das ist dem Zweitligaabsteiger schließlich gelungen, wenngleich das 3:0 auf dem Papier über den wahren Spielverlauf auf dem Platz hinwegtäuscht. Während die vier Punkte der Kickers in den beiden letzten Spielen gegen Dresden und in Braunschweig teilweise etwas glücklich zustande kamen, lag der Fall am Samstag anders. Die Kickers dominierten die Partie scheinbar souverän. „Wenn wir in Führung gehen, läuft das Spiel anders“, sagte der Stürmer Michael Schürg, der vor der Pause die beiden besten Möglichkeiten vergab, wobei einmal ebenso der Pfosten im Weg stand wie bei Marcel Rapps Versuch unmittelbar nach der Pause.

Nach dem 1:0 der Gäste, als Rene Eckardt die Einladung der gesamten Kickers-Abwehr zum Torschuss dankend annahm, zeigte sich aber, dass die Mannschaft noch lange nicht so gefestigt ist, um kompakt über die gesamten 90 Minuten aufzutreten. „Die Spieler waren einfach geschockt“, sagte Schmitt. Das Fehlen des verletzten Kapitäns Alexander Rosen mag dafür eine Erklärung, aber längst keine Entschuldigung sein. Als dann allerdings auch noch Benedikt Deigendesch mit Schwindelgefühlen ausschied, war keiner mehr vorhanden, der für die Ordnung im Mittelfeld sorgte, zumal Bashiru Gambo nach der Pause untertauchte und auch das Auswechselkontingent (mit der totalen Offensive durch Tucci und Smeekes) bereits relativ frühzeitig erschöpft war. Jena dagegen zog in dem Malteser Andre Schembri und vor allem dem Italiener Salvatore Amirate noch zwei Trümpfe aus dem Ärmel – und erzielte zwei weitere Tore. „Ihr Konzept ging auf“, musste selbst Edgar Schmitt zugeben.

Das der Kickers nicht. „Wir sind aus der Pause gekommen und wollten gewinnen“, sagte Schürg. Vielleicht war die Mannschaft in diesem Fall etwas zu sicher, denn bis dato deutete auf den schwierigen Bodenverhältnissen nichts darauf hin, dass die schwachen Thüringer drei Punkte entführen. Insgesamt fällt aber auf, dass die Leistungsschwankungen der Kickers einfach zu groß sind. Nach einer starken Hälfte in Offenbach brach die Mannschaft nach der Pause und dem ersten Gegentor ein; in Braunschweig hatte sie bis zur Halbzeit mehrere brenzlige Situationen zu überstehen, um danach eine ordentliche Leistung abzuliefern; gegen Berlin rüttelte erst ein 0:2 die Kickers auf; und davor lagen noch die Spiele mit Drei-Tore-Führungen und -Rückständen gegen die zweiten Mannschaften der Bayern und des VfB, die allesamt Remis endeten.

Es ist ein Wechselbad der Gefühle, das bis zum Saisonende so weitergehen könnte. Ob beziehungsweise inwieweit die Mannschaft in der Winterpause verstärkt werden kann („prinzipiell haben wir einen kleinen Kader“, so der Manager Cast), wird die wirtschaftliche Situation mit entscheiden.

Doch bis dahin stehen noch vier Spiele an. Während Schürg sagte: „Ich denke nicht, dass uns das Ergebnis groß zurückwirft“, sagte Cast: „Das war ein herber Rückschlag.“ Und das ausgerechnet vor der Hauptversammlung am Mittwochabend, auf der der Verein wirtschaftlich zwar schwarze Zahlen vorlegen kann, aber sportlich in dieser Saison eine negative Bilanz aufweist.

Stuttgarter Kickers: Salz – Reiß, Ortlieb, Rapp, Härter – Traut, Deigendesch (55. Prediger), Gambo, Landeka (63. Smeekes) – Schürg, Vaccaro (63. Tucci).

Carl Zeiss Jena: Nulle – Wallschläger, Robert Müller, Wuttke (46. Schembri), Ralf Schmidt – Riemer – Sträßer (87. Eggemann), Eckardt, Hansen, Nils Petersen (76. Amirante) – Hähnge.

Stuttgarter Zeitung

Schmitt ruft zur Ordnung

Unsortierte Kickers brechen gegen Jena nach guten 60 Minuten ein – Kehrt Oliver Barth zurück?

Stuttgart – Lange Zeit haben sie sehr passabel gespielt. Doch ein Gegentor reichte, um Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers beim 0:3 (0:0) gegen Carl Zeiss Jena völlig aus der Bahn zu werfen. „Ich bin doch kein Zauberer“, sagte Trainer Edgar Schmitt.

VON JÜRGEN FREY

Der Pechvogel des Tages saß nach dem Abpfiff enttäuscht auf dem schneebedeckten Rasen. Immer wieder schüttelte Michael Schürg den Kopf. Dann raffte sich der Stürmer auf, trabte mit gesenktem Kopf Richtung Kabine und murmelte: „Das war heute einfach nur Pech.“ Richtig stark hatte der 24-Jährige vor der Pause aufgetrumpft – nur eben das Entscheidende verpasst: mindestens ein Tor zu erzielen. In der 32. Minute war bei seinem abgefälschten Schuss der Pfosten im Weg, zwei Minuten später fand Schürg frei stehend vor Carsten Nulle in Jenas Keeper seinen Meister. Da auch Kickers-Innenverteidiger Marcel Rapp in der 50. Minute nur den Innenpfosten traf und Jena bis dahin keine einzige Torchance hatte, kam Schürg die Vokabel Pech nicht zu Unrecht über die Lippen. Aber die Blauen sind gut beraten, die achte Saisonniederlage tiefgreifender zu analysieren.

Die fehlende Ordnung: Benedikt Deigendesch hatte eine sehr solide Vorstellung vor der Abwehr gezeigt. Mit seiner Auswechslung wegen Schwindelgefühlen (55.) nahm das Unheil seinen Lauf. Das erste Gegentor (68.) warf die Blauen dann total aus der Bahn. Jegliche Stabilität und Ordnung ging verloren. Die Spieler hielten nicht mehr ihre Positionen. Viel zu unentschlossen und ohne Aggressivität gingen sie in die Zweikämpfe. Aufbäumen? Fehlanzeige. „Die Mannschaft war plötzlich wie gelähmt und stand unter einem kollektiven Schock“, stellte Schmitt fest. Wie er die Probleme lösen will? Vor allem mit viel Arbeit. „Ich werde mit intensiven Übungen den Jungs beibringen, künftig die Ordnung zu halten“, erklärte der Coach, „wenn es sein muss, werde ich im Training Felder auf den Rasen zeichnen.“

Der fehlende Leitwolf: In der kritischen Phase war weit und breit kein Spieler zu sehen, der das Team aufrüttelte. „Ich habe zu wenige in der Mannschaft, die richtig dazwischenhauen“, hat auch Schmitt erkannt. Es allein auf das Fehlen des verletzten Kapitäns Alexander Rosen zurückzuführen, wäre ein Armutszeugnis. Auch von erfahrenen Kräften wie Bashiru Gambo und dem derzeit indisponierten Angelo Vaccaro müssen weitaus mehr Impulse ausgehen. Ansonsten werden die Blauen den Weg aus dem Keller nicht schaffen.

Vier Spiele stehen vor der Winterpause noch auf dem Programm: Am kommenden Samstag (14 Uhr) beim VfR Aalen, zu Hause gegen Werder Bremen II (7. Dezember), beim SC Paderborn (13. Dezember) und daheim gegen Wacker Burghausen (20. Dezember) geht es darum, den Anschluss ans rettende Ufer nicht zu verlieren. Danach könnte es zu Veränderungen im Kader kommen. Die Namen Mischa Welm, Thorsten Traub (beide VfR Aalen), Thomas Scheuring (zuletzt Omonia Nikosia) und vor allem Oliver Barth (SC Freiburg) machen die Runde. Schmitt sagt dazu nur so viel: „Alle meine aktuellen Spieler sind willig, aber Fußball ist auch ein Strategiespiel – und ich bin kein Zauberer.“

Stuttgarter Nachrichten

Pfosten und Kopf stehen im Weg

Drittligist Stuttgarter Kickers bricht nach dem 0:1 ein und verliert gegen den FC Carl Zeiss Jena mit 0:3

Von Andreas Müller

Stuttgart – Es geht immer noch ein bisschen schlechter: Die Stuttgarter Kickers haben im Kampf um den Klassenverbleib einen großen Rückschlag erlitten. Die 0:3 (0:0)-Niederlage gegen den FC Carl Zeiss Jena hat deutlich gemacht, dass der Fußball-Drittligist keine Mannschaft besitzt, die mental in der Lage ist, Unvorhersehbares wegzustecken. Die 3440 Fans, sofern sie mit den Kickers sympathisierten, hatten sich nach den ersten 45 Minuten auf dem schneebedeckten Rasen im Gazi-Stadion einigermaßen zufrieden auf den Weg zum Stand mit Bier und Roter Wurst gemacht. Die „Blauen“ waren die aktivere Mannschaft und ließen mit über weite Strecken gut angelegtem Kurzpassspiel den eher mit einfachen spielerischen Mitteln ausgestatteten Gast aus Jena keine Entfaltungsmöglichkeiten. Pech nur, dass die Kickers das Tor nicht trafen. Michael Schürg (32.) scheiterte am Pfosten und an Torhüter Carsten Nulle (35.). Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Mannschaft von Trainer Edgar Schmitt in Führung gehen würde. Die Überlegenheit wurde mit einem erneuten Pfostentreffer von Marcel Rapp (49.) untermauert. Doch mit einer einzigen Szene brach Jena den Bann und rief bei den Stuttgartern Chaos hervor. Der Führungstreffer von René Eckardt (69.) raubte den „Blauen“ das Selbstvertrauen. Schmitt sprach von einem Schock, Manager Joachim Cast stellte fest: „Danach waren wir wie gelähmt.“ Dass Eckardt nahezu ohne Gegenwehr von vier Stuttgartern aus 16 Metern abschließen durfte „war auch keine Meisterleistung der Abwehr“ (Schmitt).

Schock, Lähmung und ein Kopf, der vor Selbstzweifeln zu platzen schien. Die Serie von vier Spielen ohne Niederlage hat keinerlei positive Auswirkungen auf das strapazierte Nervenkostüm gezeigt. Die Mannschaft ist nach wie vor völlig verunsichert und schafft es nicht, nach einem Rückstand die klassischen Tugenden im Kampf um den Klassenverbleib abzurufen. Verbissenheit und Einsatzbereitschaft tendierten nach dem Rückstand gegen Null. Ob der verletzte Kapitän Alexander Rosen in dieser Phase das kollektive Versagen verhindert hätte, ist eine von vielen Fragen, die unbeantwortet bleiben werden.

Jena bekam nach der Führung das Spiel immer besser in den Griff und wurde in der 82. Minute belohnt. Nach einer Flanke des eingewechselten Salvatore Amirante rutschte Thorsten Reiß so unglücklich in die Hereingabe, dass der Ball ins eigene Tor kullerte. Danach kam es an der Seitenlinie zu einer Art Vollversammlung von fünf Stuttgartern, die den Trainer um Rat fragten. Was sollen wir tun? Doch zu diesem Zeitpunkt wusste auch Schmitt nicht mehr weiter, das Spiel war längst gelaufen. Das 3:0 durch Amirante (90.+2) entsprang einem Konter, weil die Kickers alles nach vorne warfen. Wie es weitergeht? „Wir fahren nach Aalen und geben dort richtig Gas“, erklärte Schmitt. Was sollte er auch sonst sagen?

Eßlinger Zeitung

Kickers kassieren nach vier unbesiegten Spielen wieder eine Niederlage
Eckardt stellt Partie auf den Kopf

Carl Zeiss Jena hat gegen die Stuttgarter Kickers glücklich drei Punkte aus Degerloch entführt. Die Hausherren waren bis zum ersten Gegentor von Eckardt spielbestimmend und hatten bei zwei Pfostentreffern Pech. Carl Zeiss zeigte sich nach der eigenen Führung eiskalt und verwertete seine Torgelegenheiten gegen konsternierte Kickers konsequent.

Kickers-Trainer Edgar Schmitt nahm im Vergleich zum 1:1 in Braunschweig vier Änderungen an seiner Startformation vor: Rapp ersetzte den rot-gesperrten Mann in der Innenverteidigung der Schwaben. Deigendesch agierte für den verletzten Kapitän Rosen im defensiven Mittelfeld. Landeka kam für Kettemann und im Angriff ersetzte Schürg den Niederländer Smeekes.

Carl-Zeiss-Coach René van Eck baute seine Anfangself nach der 2:4-Heimpleite gegen den SC Paderborn auf einer Position um: Petersen ersetzte Schembri im Mittelfeld der Jenaer.

Beide Mannschaften fanden im Gazi-Stadion nur schleppend in die Begegnung. Gleichwohl waren es die feldüberlegenen Gastgeber, die sich im weiteren Verlauf deutlich mehr Spielanteile erarbeiteten, ohne allerdings größere Torgefahr vor dem Kasten von Jena-Keeper Nulle herauf zu beschwören. Carl Zeiss fand in der ersten Halbzeit in der Vorwärtsbewegung nicht statt. In der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs entwickelte sich dann ein Privatduell zwischen Kickers-Angreifer Schürg und Carl Zeiss Torhüter: Der Torschützenkönig der abgelaufenen Oberliga-Saison scheiterte in der 34. Minute an Pfosten und Nulle und danach noch zweimal am Keeper der Thüringer (35. und 42.).

Auch nach Wiederanpfiff waren die gastgebenden „Blauen“ deutlich präsenter. In der 53. Minute hatte die Schmitt-Elf bei einem weiteren Aluminium-Treffer Pech, als ein Rapp-Schuss nach Vorarbeit von Traut nur an den Pfosten des Gästegehäuses klatschte. In der 69. Minute stellte dann Eckhardt mit einem Schuss aus 12 Metern, der in den Maschen des Stuttgarter Tores landete, den Spielverlauf auf den Kopf. Die Schmitt-Schützlinge waren nun geschockt und hätten bei Chancen von Hähnge (74.) und dem eingewechselten Amirante (78.) um ein Haar das zweite Gegentor kassiert.

Dieses fiel dann auch in der 82. Spielminute, als Kickers-Außenverteidiger Reiß das Leder nach scharfer Hereingabe von Amirante ins eigene Tor lenkte. Gegen konsternierte Schwaben erhöhte Amirante im Konter sogar noch auf 3:0 für das im Abschluss in der zweiten Hälfte äußerst effektive Van-Eck-Team.

Die Stuttgarter Kickers treten am kommenden Samstag in einem schwäbischen Derby beim VfR Aalen an. Carl Zeiss Jena empfängt am gleichen Tag Fortuna Düsseldorf auf dem heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld.

Kicker

Kickers kassieren nach vier unbesiegten Spielen wieder eine Niederlage

Eckardt stellt Partie auf den Kopf

Carl Zeiss Jena hat gegen die Stuttgarter Kickers glücklich drei Punkte aus Degerloch entführt. Die Hausherren waren bis zum ersten Gegentor von Eckardt spielbestimmend und hatten bei zwei Pfostentreffern Pech. Carl Zeiss zeigte sich nach der eigenen Führung eiskalt und verwertete seine Torgelegenheiten gegen konsternierte Kickers konsequent.

Kickers-Trainer Edgar Schmitt nahm im Vergleich zum 1:1 in Braunschweig vier Änderungen an seiner Startformation vor: Rapp ersetzte den rot-gesperrten Mann in der Innenverteidigung der Schwaben. Deigendesch agierte für den verletzten Kapitän Rosen im defensiven Mittelfeld. Landeka kam für Kettemann und im Angriff ersetzte Schürg den Niederländer Smeekes.

Carl-Zeiss-Coach René van Eck baute seine Anfangself nach der 2:4-Heimpleite gegen den SC Paderborn auf einer Position um: Petersen ersetzte Schembri im Mittelfeld der Jenaer.

Beide Mannschaften fanden im Gazi-Stadion nur schleppend in die Begegnung. Gleichwohl waren es die feldüberlegenen Gastgeber, die sich im weiteren Verlauf deutlich mehr Spielanteile erarbeiteten, ohne allerdings größere Torgefahr vor dem Kasten von Jena-Keeper Nulle herauf zu beschwören. Carl Zeiss fand in der ersten Halbzeit in der Vorwärtsbewegung nicht statt. In der letzten Viertelstunde des ersten Durchgangs entwickelte sich dann ein Privatduell zwischen Kickers-Angreifer Schürg und Carl Zeiss Torhüter: Der Torschützenkönig der abgelaufenen Oberliga-Saison scheiterte in der 34. Minute an Pfosten und Nulle und danach noch zweimal am Keeper der Thüringer (35. und 42.).

Auch nach Wiederanpfiff waren die gastgebenden „Blauen“ deutlich präsenter. In der 53. Minute hatte die Schmitt-Elf bei einem weiteren Aluminium-Treffer Pech, als ein Rapp-Schuss nach Vorarbeit von Traut nur an den Pfosten des Gästegehäuses klatschte. In der 69. Minute stellte dann Eckhardt mit einem Schuss aus 12 Metern, der in den Maschen des Stuttgarter Tores landete, den Spielverlauf auf den Kopf. Die Schmitt-Schützlinge waren nun geschockt und hätten bei Chancen von Hähnge (74.) und dem eingewechselten Amirante (78.) um ein Haar das zweite Gegentor kassiert.

Dieses fiel dann auch in der 82. Spielminute, als Kickers-Außenverteidiger Reiß das Leder nach scharfer Hereingabe von Amirante ins eigene Tor lenkte. Gegen konsternierte Schwaben erhöhte Amirante im Konter sogar noch auf 3:0 für das im Abschluss in der zweiten Hälfte äußerst effektive Van-Eck-Team.

Die Stuttgarter Kickers treten am kommenden Samstag in einem schwäbischen Derby beim VfR Aalen an. Carl Zeiss Jena empfängt am gleichen Tag Fortuna Düsseldorf auf dem heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld.

Spiel in Au abgesagt

Das für den Samstag Nachmittag angesetzte Spiel der „kleinen“ Blauen in AU/Iller wurde augrund der Witterungsverhältnisse abgesagt. Ein Ersatztermin ist noch nicht bekannt.

Für die Oberligatruppe ist es bereits die dritte Spielverlegung in der laufenden Saison, neben dem Spiel in Au wurde schon das Auswärtsspiel in Bahlingen verlegt. Dazu noch die wfv-Pokalbegegnung gegen den VfL Kirchheim.

Offizielle Homepage

Vorberichte Stuttgarter Kickers – Carl Zeiss Jena

Kickers-Manager Cast fordert Sieg

Aussicht auf mehr TV-Gelder

Stuttgart (dip) – Es klingt fast schon unbedeutend, wenn Edgar Schmitt vor der Partie der Stuttgarter Kickers gegen Carl Zeiss Jena sagt: „Es wäre schön, wenn wir gewinnen.“ Tatsächlich ist ein Erfolg der Blauen an diesem Samstag (14 Uhr, Gazistadion) mal wieder verdammt wichtig. Schließlich geht es gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg aus der Dritten Liga. Deshalb sagt Kickers-Manager Joachim Cast: „Wir wollen gewinnen, damit wir Jena mit unten reinziehen.“ Das Fehlen von Marcus Mann (gesperrt) und Alexander Rosen (verletzt) soll die Kickers dabei nicht stoppen. Zu Marcel Rapp in der Innenverteidigung und Benedikt Deigendesch im Mittelfeld hat Schmitt „großes Vertrauen“. Für den zuletzt angeschlagenen Orlando Smeekes wird Michael Schürg beginnen.

Derweil dürfen sich die Drittliga-Clubs Hoffnung auf eine Steigerung der TV-Gelder machen. Wie die Tageszeitung „Märkische Allgemeine“ berichtet, sieht dies der neue Fernsehvertrag vor, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Vertreter von ARD und ZDF ausgehandelt haben. In einem Sitzungsprotokoll des DFB-Spielausschusses vom 13. November, das seit einigen Tagen kursiert, ist von einer Aufstockung von 600 000 auf 800 000 Euro die Rede. Kickers-Manager Joachim Cast, selbst Mitglied im Spielausschuss, wollte die Zahlen zwar nicht kommentieren, sagte aber: „Eine Steigerung ist unabdingbar – das weiß der DFB auch.“ Die Regionalligisten würden dann aber statt bisher 162 000 Euro nur 88 000 Euro pro Saison bekommen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers wollen weiter nach oben

„Weitermachen wie zuletzt und die drei Punkte hier behalten“, lautet die klare Ansage von Edgar Schmitt, Der Kickers-Trainer hat zwar Respekt vor der Kampfstärke des Tabellen-16., gibt sich aber auch selbst kämpferisch: „Wir müssen zeigen, dass das Stadion uns gehört.“ Nachdem die „Blauen“ am vergangenen Spieltag nach 15 Wochen das Tabellenende verlassen haben und auf den vorletzten Platz gerückt sind, soll es bis Weihnachten sukzessive höher gehen. Fünf Partien stehen bis dahin noch auf dem Programm, davon drei Heimspiele gegen direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib. „Zu Hause müssen wir punkten“, fordert Manager Joachim Cast. Da kommt der schwächelnde Zweitliga-Absteiger gerade recht. „Mit einem Sieg wollen wir Jena vollends in den Abstiegskampf mit reinreißen“, kündigt Cast an. Verzichten müssen die Kickers dabei auf Kapitän Alexander Rosen (Muskelfaserriss in der Kniekehle) und Abwehrchef Marcus Mann (Rot-gesperrt). Für Rosen wird Benedikt Deigendesch im defensiven Mittelfeld spielen. Der von seinem grippalen Infekt wieder genesene Marcel Rapp kehrt für Mann in die Innenverteidigung zurück. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Orlando Smeekes. Der Stürmer ist nach Problemen in der Oberschenkelmuskulatur erst gestern ins Training eingestiegen.

So wollen sie spielen: Salz – Reiß, Rapp, Ortlieb, Härter – Deigendesch, Kettemann, Gambo – Traut, Vaccaro, Smeekes.

Eßlinger Zeitung

Vorschau
Spielinfos:

Anstoß: 22.11.2008 14:00
Stadion: Gazi-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Rafati (Hannover)
Assistenten: Wijnen (Hannover), Förster (Helpsen)

Stuttgarter Kickers: Für den verletzten Rosen spielt Deigendesch auf der Sechser-Position. Der genesene Rapp kehrt für Mann (Rot) in die Verteidigung zurück.

Carl Zeiss Jena: Tim Petersen kann nach seiner Zehverletzung wieder spielen und kehrt für Wuttke in die Startelf zurück.

Aufstellung
Stuttgarter Kickers
Salz – Reiß, Rapp, M. Ortlieb, Härter – Deigendesch, Kettemann, Gambo – Traut, Vaccaro, Smeekes; Trainer: Schmitt

Carl Zeiss Jena
Nulle – Wallschläger, R. Müller, T. Petersen, R. Schmidt – M. Riemer – Sträßer, N. Hansen, Eckardt, Schembri – Hähnge; Trainer: van Eck

Kicker

Kickers empfangen an diesem Samstag im GAZI-Stadion (14 Uhr) den FC Carl Zeiss Jena

„Heiß auf den nächsten Dreier“
Ohne ihren verletzten Mannschaftskapitän Alexander Rosen (Muskelfaserriss in der Kniekehle) und den für zwei Partien rotgesperrten Marcus Mann blicken die Fußballer des Drittligisten Stuttgarter Kickers ihrem wegweisenden Heimspiel an diesem Samstag (GAZI-Stadion, 14 Uhr) gegen den Tabellensechzehnten FC Carl Zeiss Jena entgegen. Dass zudem Orlando Smeekes aufgrund von muskulären Problemen momentan noch als Wackelkandidat für einen möglichen Einsatz gilt, das behagt dem Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt natürlich nicht. Einerlei: „Wir werden am Samstag gegen Jena trotzdem eine gute Mannschaftschaft ins Rennen schicken können“, sagte der Kickers-Coach, dessen Formation eine Serie von zuletzt vier Spielen ohne Niederlage vorzuweisen hat. Schmitt: „Wir sind jetzt heiß auf den nächsten ,Dreier‘.“

Seit Edgar Schmitt als Chefcoach der Stuttgarter Kickers das Kommando übernommen hat, ist seine Mannschaft vor heimischer Kulisse unterm Fernsehturm noch ungeschlagen. Dank der bislang drei Unentschieden sowie dem wichtigen Heimsieg durch das jüngste 2:1 gegen Dynamo Dresden haben die Kickers inzwischen wieder zu alter Heimstärke zurückgefunden, daran besteht kein Zweifel. Außerdem haben die Blauen nach zuletzt sechs Punkten aus vier Spielen den letzten Tabellenplatz verlassen. „Das Stadion muss wieder uns sein“, lautet dazu ein schöner Satz des in der Eifel geborenen Edgar Schmitt. Soll heißen: „Wir wollen unseren Zuschauern im GAZI-Stadion attraktiven Angriffsfußball bieten.“

Schmitt äußerte sich dazu auf der Pressekonferenz, die am Donnerstag anlässlich der exklusiven Präsentation des Hauptgewinns von „Believe in Blue 2.0!“ in den Verkaufsräumlichkeiten des Kickers-Partners Auto Palazzo veranstaltet worden ist. Ein Kamerateam von Regio-TV war ebenfalls mit dabei und zeichnete einen Bericht auf, der mittlerweile im Fernsehprogramm des Senders ausgestrahlt wird und auch in dessen Internetangebot auf regio-tv.de zu sehen ist.

Dieser schmucke und sportlich ausgestatte Fiat-Panda „Believe in Blue 2.0!“ mit einem Gesamtwert von rund 13 000 Euro wurde von Trainer Edgar Schmitt im Beisein von Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum, dem Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl sowie Florian Gruber, dem Verkaufsleiter der Auto Palazzo GmbH, der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Samstag, 20. Dezember, wechselt das gute Stück dann endgültig den Besitzer – im Rahmen des Heimspiels gegen Wacker Burghausen, bei der Verlosung von Believe in „Blue 2.0!“, live und in Farbe im GAZI-Stadion. Bis dahin sollten sich alle Kickers-Fans verstärkt an den Internet-Pixeln gütlich tun und so ihre Gewinnmöglichkeiten optimieren.

Ob sich jedoch schon an diesem Samstag von Anfang an auch der niederländische Offensivmann Orlando am geplanten Angriffswirbel der Blauen gegen den Zweitliga-Absteiger Jena beteiligen wird beziehungsweise kann, wollte sich dessen Trainer Schmitt noch offen halten. Aufgrund von muskulären Oberschenkelproblemen musste der 26-Jährige zuletzt einige Tage lang pausieren und stieg erst am Donnerstag wieder ins Mannschaftstraining ein. Obendrein fällt der verletzte Spielführer Alexander Rosen und ebenso der gesperrte Marcus Mann gegen den Tabellen-16. aus.

Jedoch: Edgar Schmitt ist deshalb nicht bange. „Unser Kader ist stark genug gesetzt, dann müssen eben andere in die Bresche springen“, sagte er. Aller Voraussicht nach wird Marcel Rapp den durch Manns Sperre vakant gewordenen Posten in der Innenverteidigung übernehmen, den Platz des Mittelfeldabräumers von Kickers-Mannschaftskapitän Rosen soll Benedikt Deigendesch einnehmen. „Benedikt hatte als Einwechselspieler auf dieser Position schon nach Alexander Rosens Verletzung in Braunschweig ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte Schmitt.

INFO:
• Das GAZI-Stadion auf der Waldau wird am Samstag von 12.45 Uhr geöffnet sein.
• Bislang ist bekannt, dass etwa 500 Fans aus Jena ihre Mannschaft in Degerloch unterstützen werden. Es gibt allerdings noch genügend Restkarten für den Gäste-Stehplatzbereich im GAZI-Stadion. Diese können am Samstag an der Gästekasse 17 und 18 an Tor 5 von 12.45 Uhr an erworben

Offizielle Homepage

Vorberichte SpVgg Au – Stuttgarter Kickers II

Illertissen kann nur mit Topleistung punkten
Oberliga: Gegner Hoffenheim II zu Hause eine Macht – Au sieben Wochen ohne Heim-Dreier

Für Fußball-Oberligist FV Illertissen sind zwei Spiele in Folge ohne Dreier ungewöhnlich. So wie für den Ligarivalen SpVgg Au ein Heimsieg.

Noch zwei Spiele hat die SpVgg Au in der Hinrunde zu absolvieren, und so wie es aussieht, mit weiterhin dezimiertem Kader. Im Heimspiel am Samstag (14.30 Uhr) gegen die Stuttgarter Kickers II kommt zu den bislang Fehlenden ein weiterer Akteur hinzu. Stürmer Florian Steck hat sich beim Spiel in Nöttingen einen Muskelfaserriss zugezogen. Auch Frank Kinkel wird erneut fehlen. So gut das Motto „Never change a winning team“ auch klingt: Diesem Grundsatz kann Trainer Markus Pleuler nicht treu bleiben, obwohl es nach den beiden erfolgreichen Auswärtsspielen durchaus nahe liegen würde. So wird wohl Mario Sopic für Steck in die Anfangsformation rücken.

Waren die Illertaler in die vergangenen zwei Partien als krasser Außenseiter gegangen, so ist gegen die Zweite des Drittligisten aus Degerloch ein Erfolg fast schon Pflicht. Mit dem dritten Heimsieg könnten die Einheimischen nach Punkten mit dem Gegner gleichziehen. Auch vor heimischem Publikum wird Pleuler eine Taktik wählen, die bislang auswärts erfolgreich war. „Wir müssen in der Defensive immer mehr Spieler haben als der Gegner“, lautete seine Devise. Da das Drittliga-Team der Kickers zeitgleich ein Heimspiel absolviert, ist mit Verstärkungen von oben nicht zu rechnen. Der letzte Auer Heimsieg gegen den FC Villingen liegt mittlerweile bereits sieben Wochen zurück.

Aus den beiden zurückliegenden Heimspielen hat der lange Zeit erfolgsverwöhnte FV Illertissen in der Fußball-Oberliga nur einen Zähler ergattert. Was dem bislang untadeligen Auftreten des Aufsteigers keinen Abbruch tut. Die Illertaler laufen am Sonntag (15 Uhr) im Dietmar-Hopp-Stadion in Sinsheim Gefahr, nach dem Kräftemessen gegen die TSG Hoffenheim II abermals ohne Sieg dazustehen. Denn die Heimbilanz der Badener ist gigantisch. Nur am zweiten Spieltag hat der Tabellenzweite im eigenen Stadion mit einem Remis gegen den FC Villingen etwas gepatzt. Von den bislang nur sieben Gegentoren hat die Mannschaft des früheren Ulmer Bundesliga-Spielers Rainer Scharinger zu Hause lediglich drei kassiert.

Kein Wunder, dass Illertissens Trainer Karl-Heinz Bachthaler die Chance auf etwas Zählbares für eher unwahrscheinlich einstuft: „Wir haben auch in Hoffenheim nichts zu verlieren. Aber allenfalls mit einer Topleistung, wie wir sie vor einigen Wochen in Bahlingen abgeliefert haben, ist für uns ein Punkt drin“. Nicht zu übersehen ist auch, dass die Illertaler zumindest beim 1:1 gegen Gmünd um einiges unter ihren Möglichkeiten geblieben sind. „Wir haben bei unseren fünf Siegen hintereinander an unserer oberen Grenze gespielt. Solche Leistungen können wir nicht beliebig wiederholen“, sieht Bachthaler die Realität und leichte Ermüdungserscheinungen bei seinem Team.

Im Kader gibt es keine Änderung. Für den verletzten Steffen Kuhn wird im Jahr 2008 wohl keinen Einsatz mehr möglich sein. In den Vordergrund trainiert hat sich Taifun Yilmaz, der vielleicht bald eine Chance bekommt. wfv/jb

Südwest-Presse

Gazi-Stadion wird nicht ausgebaut

Kickers droht ein Lizenzproblem
STUTTGART (ump). Der Fußballdrittligist Stuttgarter Kickers hat gestern mächtig die Werbetrommel gerührt: für seine Spendenaktion „Believe in Blue“, die in der zweiten Auflage gestartet ist. Bereits nach einer Woche sind mehr als 10 000 Euro eingegangen, was auch am Hauptpreis (ein Kleinwagen) liegen mag, der zum letzten Heimspiel des Jahres gegen Burghausen verlost wird.

Zunächst einmal steht morgen (14 Uhr) die Partie gegen Jena an, in der der Trainer Edgar Schmitt auf Marcus Mann (gesperrt) und Alexander Rosen (verletzt) verzichten muss. „Das bereitet mir kein Kopfzerbrechen“, sagt Schmitt selbstbewusst, in Marcel Rapp und Benedikt Deigendesch stehen die Alternativen parat. Fraglich ist Orlando Smeekes, der wegen Oberschenkelproblemen erst gestern ins Training einsteigen konnte und wohl nicht in die Startelf rücken wird.

Auf dem Platz wären also alle Fragen geklärt, dafür tun sich abseits Probleme auf. Nach einem Gespräch mit der Stadt steht inzwischen offiziell fest, dass der etwa sieben Millionen Euro teure Umbau des Gazi-Stadions ausgesetzt wird. „Das soll erst in zwei Jahren geschehen“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. „Das heißt, dass wir beim Lizenzierungsverfahren – Stand heute – keine geeignete Spielstätte angeben können.“ Im Extremfall würde das bedeuten, dass die Kickers (unabhängig von der sportlichen Situation) keine Lizenz für die Saison 2009/10 bekämen. In einem Gespräch mit den DFB-Verantwortlichen wollen die Kickers nächste Woche abklopfen, inwieweit eine weitere Ausnahmeregelung realistisch ist, wenn alle Sicherheitsstandards garantiert werden.

Wobei die Kickers nicht alleine stehen: auch Emden und Regensburg sollen Probleme mit den Stadionauflagen haben, das Gleiche gilt für den VfB II, der sich mit den Kickers das Stadion teilt. Das Team des Trainers Rainer Adrion spielt bereits heute Abend (19 Uhr) bei Rot-Weiß Erfurt und muss dabei auf die verletzten Schwabe, Rahn, Enderle, Dausch und Hofmann verzichten.

Stuttgarter Zeitung

Gewalt in der dritten Liga: ein Restrisiko bleibt

In der neuen Fußballklasse häufen sich die Zwischenfälle auf den Rängen – Clubs aus dem Osten und dem Westen betroffen

STUTTGART. Morgen erwarten die Stuttgarter Kickers Carl Zeiss Jena. Jenen Club also, der zuletzt wegen Zuschauerausschreitungen vor halbleeren Rängen spielen musste. „Dennoch besteht kein Grund, die Dinge zu dramatisieren“, sagt der Kickers-Manager Cast.

Von Joachim Klumpp

Mitte der zweiten Spielhälfte hatte Ralf Minge vor knapp zwei Wochen seinen großen Auftritt beim Gastspiel im Gazi-Stadion. Der Dresdner Manager verließ die Tribüne, um in Richtung Kurve zu laufen, wo der harte Kern der 2500 Fans am Fangzaun rüttelte. So vehement, dass die Verantwortlichen Angst vor dem Zusammenbruch des Gerüsts hatten – und dass der Schiedsrichter das Spiel abbricht. So weit ist es zum Glück nicht gekommen, auch wenn Minges drastische Worte („Das kotzt mich an“) kaum gewirkt haben.

Morgen (14 Uhr) gastiert in Carl Zeiss Jena nun der nächste Problemclub in Degerloch. Von der Anzahl der Fans wird es zwar keine solche Dimension geben, an der Qualität der Sicherheitsvorkehrungen ändert das jedoch wenig. Dennoch warnt der Kickers-Manager Joachim Cast vor Hysterie: „Man darf das Ganze nicht dramatisieren.“

Cast meint die Zustände in der neuen Liga. Die steht bis jetzt nicht immer nur sportlich in den Schlagzeilen, sondern auch durch Zwischenfälle auf den Rängen (siehe Winkel). Das ist den Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) nicht verborgen geblieben. Dennoch gibt sich der DFB ebenfalls betont moderat. „Die dritte Liga hat kein höheres Sicherheitsrisiko als die anderen Ligen auch“, sagte der Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn nach den jüngsten Ausschreitungen. „Gefühlt hat die Zahl der durch Pyrotechnik hervorgerufenen Probleme zwar wohl zugenommen, doch wenn man die Zahlen der Vergangenheit betrachtet, gibt es keine signifikanten Steigerungen.“

Dabei war schon von Anfang an relativ klar, dass die neue bundesweite dritte Liga ein gewisses Gefahrenpotenzial birgt, allein schon durch die Zuschauerbewegungen. Es ist eben ein Unterschied, ob der SV Elversberg nur zwanzig Fans mitbringt – oder Düsseldorf beziehungsweise Dresden 2000. Bayern Münchens Sicherheitschef Alfred Ziegler hatte seine Bedenken im Sommer sogar öffentlich geäußert: „Plötzlich kommen Tausende. Viele werden gewaltbereit sein.“ Weil er damit gezielt die Ostclubs ansprach, gab es von dort zwar große Empörung, im Nachhinein sind Zieglers Aussagen allerdings nicht ganz von der Hand zu weisen.

Gerade der aktuelle Kickers-Gegner aus Jena ist dabei unangenehm auf- und seine Fans sind aus der Rolle gefallen: sowohl im Heimspiel gegen Dresden als auch auswärts in Braunschweig, so dass der Verein nicht nur 12 000 Euro Geldstrafe bezahlen musste, sondern als Wiederholungstäter sein letztes Spiel gegen Paderborn mit abgesperrten Stehrängen austragen musste, so dass nur 2570 Besucher auf der Tribüne saßen.

Allerdings warnt man nicht nur beim DFB davor, die Zwischenfälle einzig und allein mit den Traditionsclubs aus dem Osten in Verbindung zu bringen, davon können auch die Kickers ein Lied singen. Wegen der Becherwürfe von Gästefans im Drittligaderby mussten sie (und auch der Gegner VfB Stuttgart II) gerade 2000 Euro Strafe zahlen. „Wer hätte schon damit gerechnet, dass Fans es schaffen, Becher über einen sechs Meter hohen Zaun zu werfen?“ fragt Cast, der als Clubvertreter auch im DFB-Spielausschuss sitzt.

Doch dem kriminellen Drang einiger Hooligans sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Auch das Westderby Fortuna Düsseldorf gegen Wuppertaler SV musste eine Viertelstunde lang unterbrochen werden, weil Gästefans Leuchtraketen zündeten – was auch Spahn zu denken gab: „Es ist beunruhigend, wenn es solch herausragende Vorfälle wie in Jena und in Düsseldorf gibt.“ Wobei sich die Beteiligten kooperativ zeigen. „Wir sind mit den Clubs in Kontakt, die Vereine tun in dieser Hinsicht sehr viel – auch wenn ein Restrisiko bleibt“, sagt Spahn. Die Stuttgarter Kickers zum Beispiel hatten nach den letzten Erfahrungen gestern nochmals einen Ortstermin, um eventuelle Mängel zu beheben. Der Andrang aus Jena wird allerdings überschaubar sein. „Wir rechnen mit 500 bis 600 Fans“, sagt Cast, „je nach Wetterlage.“

Der angesagte Wintereinbruch könnte die Partie übrigens eher gefährden als die Fans. Spielausfälle jedenfalls hat es im Fußball immer mehr gegeben als Spielabbrüche.

Stuttgarter Zeitung

Die Ausschreitungen
17. Oktober: Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II

(Becherwürfe aus dem Gästeblock)

18. Oktober: Carl Zeiss Jena – Dynamo Dresden

(zehn Minuten Unterbrechung nach

Rauchbomben aus dem Gästeblock)

25. Oktober: Eintracht Braunschweig – CZ Jena

(Feuerwerkskörper aus dem Gästeblock)

8. November: SV Sandhausen – Offenbach

(Becherwurf aus dem Gästefanblock,

der SV-Spieler Roberto Pinto wird getroffen)

8. November: Fort. Düsseldorf – Wuppertaler SV

(15 Minuten Unterbrechung nach

Leuchtraketen aus dem Gästeblock)

Stuttgarter Zeitung

Ausbau des GAZI-Stadions wird verschoben – Drittliga-Lizenz für Kickers in Gefahr

Eichelbaum: „Absolutes Horrorszenario“

Das sportliche Geschehen beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers vor dem anstehenden Heimspiel an diesem Samstag (GAZI-Stadion, 14 Uhr) gegen den FC Carl Zeiss Jena ist aufgrund einer Hiobsbotschaft seitens der Stadt Stuttgart in den Hintergrund gerückt. Diese hat an diesem Mittwoch gegenüber den Stuttgarter Kickers durch die Sportbürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann schriftlich Stellung zur aktuellen Entwicklung des Umbaus des GAZI-Stadions auf der Waldau genommen. Demnach wird der dortige Umbau „aufgrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise, die auch erhebliche Auswirkungen auf die Finanzsituation der Landeshauptstadt Stuttgart befürchten lässt“, so Eisenmann, wohl nicht wie bislang geplant – und wie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefordert – noch in dieser Saison vollzogen, sondern aller Voraussicht nach um zwei Jahre verschoben. Durch diese Entscheidung schwebt damit über einer künftigen Drittliga-Lizenz für die Stuttgarter Kickers ein Damoklesschwert. „Für uns bedeutet diese Entscheidung ein absolutes Horrorszenario“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. Denn: „Den Kickers fehlt dadurch zukünftig eine drittligataugliche Spielstätte.“

„Nach Abstimmung mit dem Gemeinderat sollen in Stuttgart im laufenden Doppelhaushalt 2008/2009 nur die Bauprojekte weiter verfolgt werden, die bereits beschlossen und für die Mittel im städtischen Etat bereits veranschlagt sind. Von dieser Restriktion ist leider auch der Umbau des GAZI-Stadions auf der Waldau für die 3. Liga betroffen“, informierte die Sportbürgermeisterin Dr. Eisenmann in ihrem Schreiben weiter. Jedoch: gerade der Ausbau der Haupttribüne im GAZI-Stadion inklusive der vom DFB geforderten Erweiterung auf bis zu 2000 überdachte Einzelsitzplätze ist eine existenzielle Säule zur Sicherung der Lizenzierung und damit, kurz gesagt, des Spielbetriebs für die Stuttgarter Kickers in der dritten Fußball-Liga.

Diese Lizenzierungsbedingungen sind in der Drittliga-Spielzeit 2009/2010 angesichts der jetzt getroffenen Entscheidung durch die Stadt Stuttgart aber nicht mehr gegeben. „Diese Entscheidung bedeutet für uns ein absolutes Horrorszenario und hat außerdem die unangenehme Folge, dass wir, Stand heute, keine geeignete Spielstätte für die nächste Drittliga-Saison haben“, zeigte sich der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum von der Hiobsbotschaft geschockt. „Jetzt müssen wir unverzüglich das Gespräch mit dem Deutschen Fußball-Bund suchen, um eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen“, sagte Eichelbaum.

Der DFB hatte zuletzt aber schon mehrfach angekündigt gehabt, in der kommenden Saison keine Ausnahmegenehmigungen mehr erteilen zu wollen. Ein weiterer Schwerpunkt ist außerdem die Erfüllung der Sicherheitsauflagen für die Polizei sowie die Sicherheits- und Rettungsdienste. Immerhin: Nach Absprache mit der Stadt Stuttgart stimmte die Polizei der Durchführung des Spielbetriebs auch in der kommenden Spielsaison unter Sicherheitsgesichtspunkten zu. Das Hauptproblem, der Umbau des GAZI-Stadions, ist für die Stuttgarter Kickers aber dadurch nicht gelöst.

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