Vorberichte II VfB Stuttgart II – Stuttgarter Kickers

Kickers setzen auf die Fans

Derby soll zum Heimspiel werden
STUTTGART (ump). Alexander Rosen ist gestern zum Augenarzt gegangen, „nachdem ich mit meinen roten Augen immer noch aussehe wie Frankenstein“. Doch die Bindehautentzündung ist am Abklingen, so dass der Kapitän des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers davon ausgeht, dass er morgen (18 Uhr) gegen den VfB Stuttgart II spielt. Das Derby im Gazistadion läuft zwar als Heimspiel für den VfB, doch die Kickers setzen auf die Unterstützung ihrer Fans. Zumal ein Sponsor eine Extraprämie für den Club ausschüttet. Die Rede ist von vier Euro pro Person – allerdings nur für jeden Besucher, der über der 3000-Zuschauer-Grenze liegt.

Doch nicht nur finanziell, besonders sportlich steht für den Tabellenletzten viel auf dem Spiel. Das weiß auch der Trainer Edgar Schmitt, der mit der Einstellung einiger Spieler gegen die Münchner nicht zufrieden war. „Unsere drei Stürmer haben sich nicht mit Ruhm bekleckert“, sagt Schmitt mit Blick auf die Leistungen von Orlando Smeekes, Bashiru Gambo, aber auch Marco Tucci, von dem er nach dessen Auftritt im Benefizspiel gegen die VfB-Profis mehr erwartet hatte. „Wir müssen die Schlagzahl hochhalten, sonst reicht es nicht“, betont Schmitt vor den verbleibenden elf Saisonspielen. Der Coach geht davon aus, dass die Kickers noch 16 Punkte zum Klassenverbleib benötigen. Das wird ein hartes Stück Arbeit, „aber das haben wir gewusst“, sagt Schmitt.

Stuttgarter Zeitung

Eichelbaum nimmt Trainer in die Pflicht
Kickers-Chef von Wutausbruch nicht begeistert

Stuttgart – Einerseits kann Dirk Eichelbaum den Ärger seines Trainers über die lasche Einstellung einiger Spieler gut verstehen. Andererseits kritisierte der Präsident der Stuttgarter Kickers vor dem Derby beim VfB II (morgen, 18 Uhr, Gazistadion) den öffentlichen Wutausbruch von Edgar Schmitt: „Da muss der Trainer an sich arbeiten.“

VON JÜRGEN FREY

Schmitt hatte gestern noch mal Zeit, über alles nachzudenken. Er fuhr mit dem Zug von seinem Wohnort Aalen zum Training nach Degerloch. Doch auch mit dem nötigen Abstand zum 0:0 gegen den FC Bayern II war sein Ärger noch nicht verraucht. „Ich bleibe dabei: Es gibt einfach Sachen, die mich unheimlich stören“, sagte er. Kurz nach der Partie hatte der 45-Jährige keinen Stein auf dem anderen gelassen und sich in Rage geredet. Auslöser waren Kleinigkeiten: Spieler hatten die falsche Radlerhose gewählt und während der Partie die Schuhe gewechselt. Die Mitglieder der Kickers-Gremien zuckten während Schmitts Brandrede sichtlich zusammen. Präsident Eichelbaum nimmt den Trainer in die Pflicht. „Wenn nicht jedes Mal solch ein Gefühlsausbruch kommt, ist es zwar kein Problem, aber es war sicher kein besonders glücklicher Auftritt unseres Trainers. Da muss er an sich arbeiten“, sagte er am Tag danach. Gleichzeitig brachte der Kickers-Chef auch Verständnis für das emotionale Feuerwerk seines leitenden Angestellten auf: „Ohne eine professionelle Einstellung der Spieler geht es nicht. Außerdem ist es mir lieber, der Trainer haut nach einem 0:0 drauf als nach einem 0:4.“

Damit ist die Sache vom Tisch. Die Konzentration gilt dem Derby. Alexander Rosen (Bindehautentzündung) dürfte wieder ins Team zurückkehren. Festgelegt hat sich der Coach auf die Angriffsformation: Michael Schürg stürmt neben Orlando Smeekes. Schmitts Begründung: „Schürg hat etwas, was ganz wenige haben. Wenn er fit ist, ist er ein Kracher.“ Am Beispiel Schürg lässt sich erklären, was Schmitt bei seiner Mission, die Blauen zu retten, so aufwühlt. Der Coach hält unheimlich viel vom 24-Jährigen. Doch er glaubt, der Stürmer könne noch viel mehr aus seinem Talent machen – wenn er in Sachen Professionalität noch einen Tick zulegen würde. „Andere Trainer sind respektlos und verachtend, ich erhöhe nur die Schlagzahl, um meine Spieler voranzubringen“, sagt Schmitt. Dass sich dabei für Außenstehende der Verdacht aufdrängt, er schieße auch mal übers Ziel hinaus, berührt ihn nicht: „Was andere denken, ist mir egal. Ich handle so, wie ich es am besten finde.“

Kassenöffnung im Gazistadion ist morgen um 16.30 Uhr. Heimrecht hat der VfB, von einer großen Kulisse würden aber auch die Kickers profitieren. Ein Sponsor garantiert den Blauen für jeden Fan, der die Zuschauerzahl über die 3000er-Marke anwachsen lässt, vier Euro.

Stuttgarter Nachrichten

NACHGEFRAGT RAINER ADRION, TRAINER DES VFB STUTTGART II
„Es geht um viel – für uns und für die Kickers“
Der 55-jährige Coach blickt zuversichtlich auf das morgige Stadt-Derby und freut sich schon auf seinen neuen Job ab Sommer beim DFB

Stuttgart – Für Rainer Adrion hat der Countdown begonnen. Der Trainer des Fußball-Drittligisten VfB Stuttgart II übernimmt am 1. Juli das U-21-Nationalteam. Über seine neuen (alten) Aufgaben beim DFB, den Abschiedsschmerz und das morgige Stadt-Derby (18 Uhr) gegen die Kickers spricht der 55-Jährige mit Beate Wockenfuß.

Das Hinspiel gegen die Kickers endete 4:4. Ist morgen ähnlich Spannendes zu erwarten?

Adrion: Ich denke, dass es wieder ein spannendes Spiel wird. Schließlich ist es ein Derby und es geht um viel – für uns und für die Kickers.

Sie haben das 0:0 der Kickers gegen den FC Bayern II auf der Tribüne mitverfolgt. Welche Erkenntnisse haben Sie gesammelt?

Adrion: Man merkt ihnen die Verunsicherung an. Sie haben einen sehr wechselhaften Spielverlauf. Mal sind sie gut drin, dann wieder in der Defensive anfällig.

Der VfB II steht derzeit auf Platz zehn. Was ist noch drin?

Adrion: Wir wollen uns noch so weit wie möglich in der Tabelle hocharbeiten. Das zweite Ziel ist die Ausbildung. Wir haben in dieser Saison bereits drei Spieler wieder an die Profis abgegeben.

Im Sommer wechseln Sie zum DFB. Wie schwer wird Ihnen der Abschied vom VfB fallen?

Adrion: Da ist natürlich etwas Wehmut dabei. Schließlich ist der VfB mein Verein. Aber ich bleibe ja auch in meiner neuen Tätigkeit mit dem VfB verbunden. Nicht zuletzt durch die Stuttgarter Nationalspieler.

Wären Sie auch noch mal zu einem anderen Verein gewechselt? Adrion: Das hätte ich wahrscheinlich nicht gemacht. Wir haben hier beim VfB ein ganz klares Konzept verfolgt. Das hat mir Spaß gemacht. Das Arbeiten auf internationaler Ebene beim DFB ist aber auch eine schöne Aufgabe.

Sind Sie stolz auf das Angebot?

Adrion: Ich habe mich gefreut, dass meine gute Arbeit über Jahre hinweg anerkannt wird. Zu dem, was ich bisher gemacht habe, lassen sich Parallelen ziehen. Ich werde wieder Spieler auf das A-Team vorbereiten und dabei auch mit den Jugend- Mannschaften kommunizieren. Das ist eine vertraute Aufgabe. Nur eine Stufe höher.

Wie entscheidend ist, dass Sie – wie beim VfB – wieder mit Joachim Löw zusammenarbeiten werden?

Adrion: Für ihn ist es wichtig, mit seinen Kollegen gut zurecht zu kommen. Das ist bei uns gewährleistet. Zudem passt es auch zwischen mir, Sportdirektor Matthias Sammer und Teammanager Oliver Bierhoff.

Sie gelten als bester Nachwuchstrainer Deutschlands. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Adrion (schmunzelt): Ich weiß nicht, ob das wirklich so ist. Der FC Bayern macht auch eine gute Nachwuchsarbeit. Aber der VfB hat sich in der Saison 2000/2001 mit seinen jungen Wilden sicher ein gutes Image erworben. Wir sind traditionell bemüht, Eigengewächse für die Elite auszubilden – sowohl sportlich als auch menschlich.

Mit wieviel Sorge haben sie die 0:4-Pleite ihres zukünftigen Teams gegen die Niederlande verfolgt?

Adrion: Ich sammle nur Eindrücke, begleite das Team als Beobachter. Mehr steht mir jetzt nicht zu. Denn der Trainer ist Horst Hrubesch.

Mit welchen Zielen treten Sie an?

Adrion: Ich habe einen Vertrag bis zur EM 2011. Wir wollen erst einmal die Qualifikation schaffen. Das nächste Ziel ist dann das Halbfinale. Denn damit wären wir bei Olympia 2012 dabei. Ja, und wenn wir schon mal im Halbfinale sind, dann will ich natürlich auch ins Finale.

Zum Schluss: Ihr Tipp fürs Derby?

Adrion: Ich denke, es wird ein enges Spiel, aber wir behalten die Oberhand. Wenn die Kickers danach eine Serie starten, könnte es mit dem Klassenverbleib noch klappen.

Eßlinger Zeitung

Kickers an diesem Mittwoch (18 Uhr) zu Gast im GAZi-Stadion – Sponsor honoriert Stadionbesuch
Auswärtsspiel gegen den VfB II + große blaue Unterstützung = Heimspiel-Atmosphäre

Für das Stuttgarter Drittliga-Lokalderby VfB II gegen die Blauen aus Degerloch an diesem Mittwoch (18 Uhr, GAZi-Stadion) werben die Stuttgarter Kickers um eine große blaue Kulisse. Bei dieser Drittligapartie hat der VfB Stuttgart mit seiner zweiten Mannschaft bekanntlich das Heimrecht. Doch die Stuttgarter Kickers haben die Devise ausgeben, mit einer großen und stimmgewaltigen Kulisse im GAZi-Stadion daraus ein blaues Heimspiel zu machen. Die Mannschaft von Cheftrainer Edgar Schmitt benötigt bei den noch ausstehenden Spielen im GAZi-Stadion auf der Waldau viele Zuschauer. Ein Sponsor der Blauen honoriert am Mittwoch mit einem beachtlichen Euro-Betrag in die Kickers-Kasse jeden Fan, der die Zuschauerzahl über die 3000er-Marke hinaus anwachsen lässt.

„Das GAZi-Stadion muss trotz nominellem Heimspiel des VfB Stuttgart II an diesem Mittwoch vom Spielbeginn an um 18 Uhr in blauer Hand“ sagt das Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl. „Wir brauchen jeden Stuttgarter und jeden Fan aus der Region, dem das Schicksal der Kickers am Herzen liegt.“

Ganz wichtig: Jeder Zuschauer zahlt zwar für seine Eintrittskarte in die Kasse des VfB Stuttgart. Doch die Kickers profitieren ebenfalls von möglichst vielen Zuschauern. Ein blauer Sponsor garantiert den Blauen aus Degerloch für jeden über die Zahl 3000 hinausgehenden Zuschauer einen beachtlichen Euro-Betrag. Die simple Gleichung lautet: Je mehr Zuschauer kommen, desto mehr Geld kommt in die Kickers-Kasse, die zurzeit jeden Euro sehr gut gebrauchen kann.

„So kann dieses Auswärtsspiel der Stuttgarter Kickers zu einem ,Heimspiel‘ umfunktioniert werden – und die Kickers können als Gastmannschaft aufgrund ihrer hoffentlich vielen blauen Fans im Stadion gleich doppelt punkten“, sagt Dieter Wahl.

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Vorberichte VfB Stuttgart II – Stuttgarter Kickers

„Wir sind im Soll“
Nachgefragt bei Rainer Adrion

Der VfB Stuttgart II hat am Freitag in Paderborn 1:1 gespielt und blickt jetzt dem Derby am Mittwoch gegen die Kickers entgegen. Joachim Klumpp hat sich mit dem Trainer Rainer Adrion unterhalten.

Was überwiegt: die Freude über den Punkt beim Tabellenzweiten oder der Ärger über den Ausgleich in der 89. Minute?

Natürlich ist es ärgerlich, dass wir kurz vor Schluss das vermeidbare Gegentor bekommen haben. Aber das war eine tolle Mannschaftsleistung. Wir sind momentan im Soll und mit der Situation zufrieden.

Einige Spieler haben zwei Tage vor Paderborn noch im Benefizspiel bei den Kickers mitgewirkt. Wie haben die das verkraftet?

Bei Sebastian Enderle wäre es wohl besser gewesen, wenn er dort nicht gespielt hätte. Er hat sich eine Zerrung zugezogen und wird wahrscheinlich am Mittwoch im Derby ausfallen.

Zu verschenken gibt es im Derby nichts – oder?

Auf gar keinen Fall. Wir sind immer noch nicht gerettet, die anderen Mannschaften im Abstiegskampf punkten alle oder gewinnen. Außerdem will ich die letzten zehn Spiele mit dem VfB so erfolgreich wie möglich abschneiden.

Noch ein Wort zu Rudy und Funk, die mit der U-19-Nationalmannschaft unterwegs sind. Kommen die fürs Derby infrage?

Die sind am Dienstag noch in Serbien – und können unmöglich am Mittwoch spielen. Außerdem ist noch unser zuletzt bester Stürmer Johannes Rahn fraglich, der schon in Paderborn wegen einer Knieprellung gefehlt hat.

Stuttgarter Zeitung

„Wir sind gerüstet fürs Derby“
VfB-Coach Adrion will mit einem Sieg gegen die Blauen auf 40 Punkte kommen

Stuttgart – Die Trainerfrage für die neue Saison ist nach wie vor offen, auch viele Spielerverträge laufen am Rundenende aus – dennoch geht Fußball-Drittligist VfB Stuttgart II optimistisch ins Derby am kommenden Mittwoch (18 Uhr) gegen die Kickers: „Wir wollen mit einem Sieg auf 40 Punkte kommen“, sagt Trainer Rainer Adrion.

Herr Adrion, ist Ihr Team gerüstet fürs Derby?

(Lacht) Ja, wir sind gerüstet. Wir sind immer gerüstet, jede Woche. Aber auf diese Aufgabe freuen wir uns natürlich schon besonders.

Weil Sie aus dem Hinspiel noch etwas gutzumachen haben?

Oh, dieses verrückte 4:4 nach unserer 4:1-Führung. Die erste Halbzeit damals war das Beste, was wir in dieser Saison gezeigt haben. Gutzumachen haben wir deshalb nichts. Es wird schwer, die Kickers wirken inzwischen stabiler als in der Vorrunde, aber wir wollen mit einem Sieg auf 40 Punkte kommen.

Ihr Team holte zuletzt ein 1:1 in Paderborn. Welche Erkenntnisse brachte das Spiel?

Dass wir uns alles hart erarbeiten müssen und in jedem Spiel an die Grenze gehen müssen. Dieses Stahlbad dritte Liga ist für die Entwicklung unserer Talente genau das Richtige.

An Patrick Funk und Marco Pischorn zeigt unter anderem Zweitligist FC Augsburg Interesse.

Also, den Patrick Funk geben wir sicher nicht ab. Das kann sich jeder Verein abschminken. Wir wollen unsere Jungen Wilden selbst ausbilden. Pischorn war schon bei den Profis, kam wieder zurück und spielt derzeit überragend. Er kann mindestens zweite Liga spielen, hat aber bei uns noch einen Vertrag bis 2010.

Viele andere Spielerverträge laufen aus, Ihr Nachfolger steht auch noch nicht fest. Sorgt dies nicht für Unruhe im Team?

Es stimmt, dass es noch mehrere Hängepartien gibt. Deshalb machen sich viele Gedanken um ihre Zukunft. Aber solange die Personalie Markus Babbel bei den Profis nicht endgültig geklärt ist, liegen eben viele Dinge in der Schwebe.

Ihre künftige Mannschaft, die deutsche U 21, scheint Sie dringend zu gebrauchen?

0:4 gegen Holland, vier Gegentore in einer Halbzeit, das klingt schon herb, kann aber immer mal passieren. Solche verrückte Spiele gibt es eben – und Duelle gegen Holland sind ja auch irgendwie ein Derby.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu Stuttgarter Kickers – FC Bayern München II (0:0)

Mit dem 0:0 gut bedient
Die Kickers spielen gegen München II zu verhalten – Am 21. Juli kommen die großen Bayern

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben sich in der dritten Liga gegen Bayern München II mit einem 0:0 zufriedengeben müssen. Der Trainer war enttäuscht: „Mit dieser Einstellung werden wir das große Ziel Klassenverbleib nicht schaffen“, sagte Edgar Schmitt.

Von Joachim Klumpp

Einige Spieler des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers sind gestern offensichtlich mit der Einstellung in die Partie gegangen wie manche Schüler derzeit in die Abiturprüfung: Mut zur Lücke. Beispielsweise trug Thomas Gentner die falschen Radlerhosen, so dass er vom Schiedsrichter bereits nach zwei Minuten zum Umziehen geschickt wurde; anderen fehlte wohl der Bezug zu ihrer Position, wie Bashiru Gambo, der seiner Rolle als zweiter Stürmer nur unzureichend nachkam, so dass der Trainer Edgar Schmitt ihn kurz nach der Halbzeit auswechselte und nach dem 0:0 sehr verärgert war: „Weniger wegen dem Ergebnis, als wegen der unprofessionellen Einstellung. Wenn wir so weitermachen, werden wir das große Ziel Klassenverbleib jedenfalls nicht schaffen.“ Das saß.

Unabhängig von Nebenkriegsschauplätzen wie der korrekten Kleidung fällt bei den Kickers in diesem Jahr auf, dass die Mannschaft recht verhalten in ihre Heimspiele geht, zögerlich, fast ängstlich. Das war schon gegen Unterhaching so, gegen Erfurt – und gestern auch gegen die kleinen Bayern, deren Trainer Hermann Gerland sagte: „Wir haben in den ersten zwanzig Minuten gezeigt, dass wir etwas Fußball spielen können und müssen auch in Führung gehen.“ Vor allem Daniel Sikorski hatte zweimal (7. und 13.) das 1:0 auf dem Fuß und Kopf, scheiterte aber jeweils am Aluminium.

Die Kickers, bei denen kurzfristig der Kapitän Alexander Rosen wegen einer Bindehautentzündung ausfieI („Es ist schlecht, wenn man als Fußballer nichts sieht“), kamen jedenfalls ganz schwer ins Spiel und hätten sich auch nicht beklagen dürfen, wenn der Schiedsrichter nach einem Zusammenprall zwischen dem Torwart Manuel Salz und Münchens Müller auf Elfmeter entschieden hätte. „Mit dem 0:0 zur Pause waren wir gut bedient“, gab der Aufsichtsratvorsitzende Rainer Lorz zu. So sah es wohl auch der Trainer, der wetterte: „Wenn jeder macht, was er will, haben wir keine Chance.“

Nach dem Wechsel wurde es dann besser, die Kickers wirkten zielstrebiger, wozu auch die Einwechslung von Michael Schürg beitrug. Dennoch sagte Schmitt später: „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir gewinnen.“ Daran änderte selbst Benedikt Deigendeschs Lattentreffer (84.) nichts – und verdient wären die drei Punkte auch nicht gewesen. Für die Bayern, die ohne den an der Hand verletzten Torhüter Jörg Butt angereist waren, aber auch nicht (Gerland: „Am Ende wurde es immer weniger“), so dass unterm Strich ein gerechtes Remis stand. „Damit müssen und können wir leben“, sagte der Kickers-Manager Joachim Cast, auch wenn die Mannschaft in der Tabelle weder Punkte noch Boden gutgemacht hat. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt weiter vier Zähler. Wie sagte Lorz: „Noch ist nichts verloren.“

Die nächsten Aufgaben warten schon: Bereits am Mittwoch steht das Derby bei den VfB-Amateuren (im heimischen Gazi-Stadion) auf dem Programm, sechs Tage später kommt es zum Aufeinandertreffen mit den Offenbacher Kickers. „Das sind zwei wichtige Spiele“, so Lorz, die bereits mit darüber entscheiden können, ob die Kickers am Saisonende noch einmal versetzt werden.

Unabhängig wie diese Saison verläuft, werden die Münchner Bayern aber wiederkommen – und zwar mit den Profis. Denn zum Abschluss des Tages gab das Präsidiumsmitglied Dieter Wahl gestern bekannt, dass der deutsche Rekordmeister am 21. Juli im Rahmen des ADM-Gedenkjahres in Degerloch gastieren wird. Und das war dann doch noch so etwas wie ein Sieg.

Stuttgart: Salz – Steinle, Traub, Mann, Gentner – Deigendesch, Tucci (53. Traut), Ortlieb, Landeka (76. Köpf) – Gambo (53. Schürg), Smeekes.

München: Riedmüller – Badstuber, Kopplin, Saba, Contento – Schütz – Fürstner, Ekici (62. Duhnke/88. Schürf), Haas – Müller, Sikorski.

Schiedsrichter: Tino Wenkel (Mühlhausen).

Zuschauer: 3770.

Stuttgarter Zeitung

0:0 – Schmitt lässt Dampf ab
Kickers-Trainer kritisiert mangelnde Professionalität: „So schaffen wir“s nicht“

Stuttgart – Für ein Schlusslicht, das Boden gutmachen muss, war es eindeutig zu wenig. Beim 0:0 des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers gegen den FC Bayern München II versäumten es die Blauen vom Anpfiff weg, den nötigen Druck aufzubauen.

VON JÜRGEN FREY

So kannte man Edgar Schmitt schon als Spieler. Immer unter Strom, auch noch nach dem Schlusspfiff. Das hat sich als Trainer nicht geändert. Der Kickers-Coach ließ nach den 90 Minuten Dampf ab. Und das nicht zu knapp. Weniger vom Ergebnis sei er enttäuscht, sagte der 45-Jährige, sondern von der Einstellung der Mannschaft. „Da haben manche die falsche Radlerhose an, andere müssen die Schuhe wechseln“, schimpfte Schmitt – und kam zu der Erkenntnis: „So haben wir keine Chance.“

Der Mann war auf 180. Thomas Gentner wurde vom Schiedsrichter, als das Spiel schon lief, wieder in die Kabine geschickt. Seine Radlerhose hatte nicht die richtige Farbe. Orlando Smeekes zog sich während der Partie neue Kickstiefel an. Das waren die Beispiele, die Schmitt in Rage brachten. Was hinter dem Wutausbruch steckt, dürfte klar sein: Der Ex-Profi hat inzwischen erkannt, dass die Aufholjagd nur dann erfolgreich endet, wenn alles passt. Dazu gehören nun mal auch Kleinigkeiten.

Vor der Pause fehlte es den Blauen gegen die Bayern jedoch an elementaren Dingen. Ohne Kapitän Alexander Rosen (Bindehautentzündung) und Mustafa Parmak (Sprunggelenkverletzung) fehlte den Blauen ein Chef im Team, der die Bälle verteilt. Die Staffelung im Mittelfeld passte nicht. Hinzu kam, dass die Kickers viel zu ängstlich zur Sache gingen und die technisch starken Bayern spielen ließen. Folge: Zwei Riesenchancen für den Bundesliga-Nachwuchs durch Daniel Sikorski (12.) und Mehmet Ekici (15.). „Wenn man solche Möglichkeiten vergibt, hat man es auch nicht verdient zu gewinnen“, sagte Bayern-Trainer Hermann Gerland.

Nach dem Wechsel ein völlig anderes Bild. Die Bayern stellten ihre Offensivbemühungen praktisch ein. Die Blauen drückten aufs Tempo. Teilweise gab es sehenswerte Kombinationen. Doch glasklare Chancen blieben bis auf einen Lattenschuss durch Benedikt Deigendesch (82.) aus. „Wir haben zu wenig investiert, den Sieg zu wenig versucht zu erzwingen“, klagte Innenverteidiger Marcus Mann. Es fehlte das letzte Risiko. Das wiederum wollte Schmitt nicht gelten lassen. „Vor einem halben Jahr wussten hier manche noch nicht, wie sie die Schuhe binden sollen, wir können jetzt nicht plötzlich die Welt einreißen“, sagte er. Irgendwie war gestern nicht der Tag des Edgar Schmitt. Selbst die Nachricht, dass der FC Bayern mit seiner Bundesligatruppe am 21. Juli zum Benefizspiel ins Gazistadion kommt, konnte seine Laune nicht verbessern.

Stuttgarter Nachrichten

Zu wenig
Die Stuttgarter Kickers lassen beim 0:0 gegen den FC Bayern München II den nötigen Biss vermissen

Stuttgart – Für die Stuttgarter Kickers hat sich in der Tabelle der dritten Fußball-Liga nicht viel getan. Zwar holte das Schlusslicht zu Hause beim 0:0 gegen den FC Bayern München II einen Punkt, aber der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze ist mit vier Zählern gleich geblieben – und das auch, weil die „Blauen“ den im Abstiegskampf nötigen Biss vermissen ließen.

Von Beate Wockenfuß

„Das ist Einstellungssache – und sonst nichts“, schimpfte Kickers-Trainer Edgar Schmitt. Dann warf er seinen Schützlingen gar Unprofessionalität vor. „Was da einige gebracht haben, war eine Katastrophe“, wetterte der Trainer, der schon nach 25 Minuten alle sechs Ersatzspieler zum Warmmachen geschickt hatte. „Der eine trägt schwarze Radlerhosen, was nicht erlaubt ist, der andere zieht mitten im Spiel die Schuhe aus, die Stürmer schießen Freistöße – da werde ich wahnsinnig“, tobte Schmitt und war kaum zu beruhigen: „Wenn wir die nächsten Spiele so angehen wie heute und jeder macht was er will, dann erreichen wir unser Ziel nicht.“Der Manöverkritik ging eine absolut schwache erste Hälfte der „Blauen“ voraus – und eine zweite, die zu wünschen übrig ließ. Die „kleinen“ Bayern beherrschten vor allem in den ersten 30 Minuten das Geschehen, waren optisch und spielerisch überlegen, verpassten es allerdings, aus ihren Chancen Tore zu machen. Die größte Möglichkeit vergab Daniel Sikorski in der 12. Minute als er per Kopf nur die Latte traf. Dagegen fand die Heimelf, die ohne ihren Kapitän Alexander Rosen (Bindehautentzündung) antreten musste, in dieser Phase überhaupt nicht ins Spiel. Das besserte sich erst nach der Pause, als die Gäste stetig nachließen. Die Kickers kämpften, waren aber nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen. Zwar trafen auch Josip Landeka (60.) und Benedikt Deigendesch (83.) das Gehäuse, aber das Bemühen war für eine Mannschaft, die so tief im Abstiegskampf steckt, zu wenig. „In unserer Situation muss man in so einem Spiel auch mal den Sieg erzwingen“, klagte Innenverteidiger Marcus Mann. Und: „Wir haben nach vorne zu wenig Druck gemacht, einfach zu wenig investiert.“ Auch Manager Joachim Cast attestierte der Mannschaft Passivität: „Wir haben die Bayern zu viel spielen lassen und unsere Ordnung nicht gehalten.“ Alles, was zuletzt beim Sieg gegen Kickers Emden ideal gelaufen sei, habe diesmal nicht gepasst. Elf Spiele haben die „Blauen“ noch Zeit, um sich zu retten. Schließlich wollen sie den Profis des FC Bayern München beim nächsten ADM-Gedenkspiel am 21. Juli im Gazi-Stadion als Dritt- und nicht als Regionalligist gegenüberstehen.

Statistik

Stuttgarter Kickers: Salz – Steinle, Mann, Traub, Gentner – Deigendesch, Ortlieb, Landeka (76. Köpf) – Tucci (52. Traut) – Gambo (52. Schürg), Smeekes.

FC Bayern München II: Riedmüller – Kopplin, Schütz, Saba, Contento – Badstuber – Fürstner, Ekici (62. Duhnke/88. Schürf), Haas – Sikorski, Müller.

Schiedsrichter: Wenkel (Mühlhausen).

Zuschauer: 3770.

Gelbe Karten: Deigendesch / Ekici, Haas.

Beste Spieler: Salz, Steinle / Ekici, Sikorski.

Esslinger Zeitung

Deigendesch vergibt die Chance zum Sieg
Sikorski trifft nur die Latte
Bayerns Amateure kamen beim Tabellenletzten aus Stuttgart nicht über ein 0:0 hinaus, hatten dabei mit zwei Lattentreffern durch Sikorski Pech. Die Kickers, bei denen Landeka und Deigendesch ebenfalls nur das Gebälk trafen, kommen nicht näher an das rettende Ufer.

Kickers Coach Edgar Schmitt veränderte sein Team im Vergleich zum 1:0-Auswärtssieg in Emden auf zwei Positionen: Für Kettemann, der ein Mittelfußbruch erlitt, stand Landeka in der Anfangsformation, und Tucci begann für Rosen. Auf Seiten der Münchner nahm Trainer Hermann Gerland nach dem 4:0-Sieg zuhause gegen Aalen gleich drei Umstellungen vor: Im Tor ersetzte Riedmüller Butt. Außerdem standen Kopplin und Fürstner für Heinze und Kakoko in der Anfangself.

Die „kleinen“ Bayern bestimmten die Anfangsphase: Sikorski scheiterte zweimal an der Latte (8.,13.). Ekici konnte mit einem Volleyschuss aus fünf Metern den Ball nicht im Tor der Kickers unterbringen (16.). Auch Thomas Müller wurde wenig später nach einem schönen Solo im letzten Moment vom Ball getrennt (23.).

In der Folgezeit verflachte die Partie, doch fast gingen die Kickers kurz vor der Halbzeit in Führung. Allerdings schoss Tucci nach schöner Körpertäuschung über das Tor (45.).

Nach dem Seitenwechsel erarbeiteten sich die Schwaben ein leichtes Übergewicht. Trauts Schuss konnte Riedmüller sicher halten (55.). Nach einem Freistoß von Landeka rettete erneut die Latte – diesmal allerdings für die Gäste (59.).

Kurz vor dem Ende die Chance zum Sieg für die Kickers: Zum vierten Mal in diesem Spiel ging der Ball allerdings nur an das Gebälk – diesmal nach einem Schuss von Deigendesch (84.).

Die Stuttgarter Kickers sind am nächsten Mittwoch zu Gast beim VfB Stuttgart II. Bayerns Amateure empfangen am kommenden Mittwoch Fortuna Düsseldorf.

Kicker

Drittliga-Fahrplan der Stuttgarter Kickers bis zum Saisonende terminiert

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am heutigen Freitag alle noch ausstehenden Drittliga-Spieltage bis zum Ende der Saison 2008/2009 exakt terminiert. Die Stuttgarter Kickers sind nach ihrem Heimauftritt an diesem Sonntag gegen den FC Bayern München II in ihrem weiteren Restprogramm fast ausschließlich samstags am Ball. Außnahmen bilden das bereits terminierte Nachholspiel im GAZi-Stadion gegen den SSV Jahn Regensburg (Mittwoch, 15. April / 19 Uhr) sowie das Gastspiel in Jena (Dienstag, 5. Mai / 18.30 Uhr) und der Derby-Heimauftritt gegen den VfR Aalen (Dienstag, 12. Mai / 19 Uhr). Der Kickers-Spielplan im Überblick

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Vorberichte Stuttgarter Kickers – FC Bayern München II

Es müllert wieder

Kickers empfangen München

STUTTGART. Während die Fußball-Bundesliga eine Länderspielpause macht, ist die dritte Liga voll im Einsatz. Die Mannschaft des VfB II tritt heute (19 Uhr) beim SC Paderborn an, die Kickers am Sonntag gegen die kleinen Bayern – und deren Talent Thomas Müller.

Von Joachim Klumpp

Während sich der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers am Mittwochabend beim Benefizspiel gegen den VfB Stuttgart trotz der 3:5-Niederlage ordentlich aus der Affäre zog, unterlag der Ligakonkurrent VfR Aalen in einem Nachholspiel beim kleinen FC Bayern mit 0:4. „Dann wissen wir ja, was uns erwartet“, sagte der Kickers-Manager Joachim Cast im Hinblick auf den Punktspielgegner aus München am Sonntag im Gazi-Stadion. Eine Mannschaft, die mit der Empfehlung von zwei Siegen (zuvor immerhin gegen den Tabellenzweiten SC Paderborn) kommt.

Und nicht nur das. Es müllert auch wieder beim FC Bayern. Während der ehemalige Bomber der Nation, Gerd Müller, bei der zweiten Mannschaft als Assistenzcoach auf der Trainerbank sitzt, hat in dieser Saison ein gewisser Thomas Müller Aufsehen erregt. Vor allem seit seinem 18-minütigen Kurzeinsatz in der Champions League – beim 7:1-Rekordsieg gegen Sporting Lissabon. „Er ist ein außergewöhnliches Talent“, sagt auch der sonst eher kritische Hermann Gerland als Chefcoach der zweiten Mannschaft, „er darf jetzt aber nicht abheben.“

Doch die Sorge scheint eher unbegründet. Am Mittwoch jedenfalls steuerte der 19-jährige Mittelfeldspieler die ersten beiden Tore zum Kantersieg gegen Aalen bei und schraubte sein Konto damit auf zwölf Saisontreffer. Der Spieler selbst hatte nach seinem Auftritt im Europapokal gesagt: „Ich bin froh, dass ich wieder im Alltag zurück bin, aber wenn ich schon mal die Chance oben habe, muss ich auch etwas zeigen.“

Das kann künftig durchaus öfter der Fall sein. Denn quasi als Belohnung hat Müller im vergangenen Monat bei den Bayern einen Profivertrag bis 2011 erhalten – und soll in der nächsten Saison fest zum Kader von Jürgen Klinsmann zählen. Der sagt: „Wir kennen sein Talent, jetzt sind wir dabei, ihn langsam aufzubauen.“ Und das geschieht auch über die zweite Mannschaft.

Das gleiche Konzept gilt auch für den VfB Stuttgart II, dessen Spieler zum Teil sogar im Benefizspiel bei den Kickers zum Einsatz kamen, wie Sebastian Enderle, Tobias Feisthammel, Robin Schuster, Sven Schipplock und Shaban Ismaili. Gestern ging es für sie dann schon wieder zur Partie in Paderborn (heute, 19 Uhr). Der Trainer Rainer Adrion sagt zu dem Spiel beim Zweitligaabsteiger: „Der SC ist ein Aufstiegsfavorit. Wir haben nichts zu verlieren, aber warum sollte am Ende nichts herausspringen?“ Vielleicht weil der VfB auswärts seit nunmehr fünf Monaten auf einen Sieg wartet. Zudem fehlen die Stammkräfte Sebastian Rudy und Patrick Funk wegen eines U-21-Lehrgangs, der bis Dienstag geht. Ob die beiden rechtzeitig für das Derby am 1. April gegen die Kickers zur Verfügung stehen, bleibt abzuwarten.

Stuttgarter Zeitung

Schmitt setzt wieder auf das Erfolgssystem

Stuttgart (dip) – In Emden haben die Stuttgarter Kickers gewonnen, und auch im Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart hat der Drittligist keine schlechte Figur abgegeben. Nicht nur deshalb sieht Trainer Edgar Schmitt dem Heimspiel am Sonntag (14 Uhr, Gazistadion) gegen den FC Bayern München II optimistisch entgegen. „Wir haben doch gar keine andere Wahl“, sagt er. Nach wie vor gilt: Die Kickers brauchen Siege, um das rettende Ufer noch zu erreichen. Wer Spielmacher Ralf Kettemann (Mittelfußbruch) ersetzen wird, ist noch offen. Bashiru Gambo wäre eine Möglichkeit, jedoch „hat er seine Sache im Sturm sehr gut gemacht“. Auch Marco Tucci und Josip Landeka seien Kandidaten, sagt der Coach, für den feststeht: „Wir werden in der gleichen Grundordnung wie in Emden spielen.“ Dort führte ein 4-3-1-2-System zum Erfolg.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers: Ohne Angst gegen den FC Bayern II

Stuttgart (StN) – Nach dem Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart steht für Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers am Sonntag (14 Uhr) im Gazistadion wieder der Liga-Alltag auf dem Programm. Gegner ist der FC Bayern II – für Kickers-Trainer Edgar Schmitt ein harter Brocken. „Die sind gerade unheimlich gut drauf“, sagt er, „Aalen 4:0 geschlagen, Paderborn 2:1 besiegt – wir müssen auf der Hut sein.“ Immerhin stehen ihm wieder Mustafa Parmak, Bashiru Gambo und Thorsten Traub, die gegen den VfB geschont worden waren, zur Verfügung. Alexander Rosen und Orlando Smeekes hatten gegen die Roten vom Wasen wegen einer leichten Grippe ebenfalls eine Pause eingelegt, ihr Einsatz gegen die Roten aus München ist aber nicht gefährdet. Nach dem überraschenden Erfolg in Emden (0:1) gehen die Kickers zuversichtlich in die Partie. „Wir müssen vor keinem Gegner mehr Angst haben“, sagt Schmitt.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers-Heimpartie an diesem Sonntag gegen FC Bayern München II – Spielbeginn im GAZi-Stadion um 14 Uhr

Die Blauen wollen die rote Laterne abgeben
„3. Liga – nicht ohne uns.“ Mit dem wichtigen 1:0-Sieg in Emden hat das Saison-Motto des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers neue Nahrung erhalten – jetzt will die Mannschaft von Cheftrainer Edgar Schmitt an diesem Sonntag im Heimspiel gegen den FC Bayern München II nachlegen. Spielbeginn gegen den Tabellenachten im GAZi-Stadion auf der Waldau ist um 14 Uhr. „Wir dürfen nicht nachlassen, sondern müssen beharrlich weiterarbeiten“, sagt Schmitt.

Drei Auftritte nacheinander stehen für die Stuttgarter Kickers an den kommenden Spieltagen der dritten Fußball-Liga im GAZi-Stadion auf dem Programm, dies binnen von insgesamt zehn Tagen. Ein Heimspiel-Marathon?

Von wegen. Denn nach der Partie gegen die zweite Formation des deutschen Fußball-Rekordmeisters an diesem Sonntag steht am kommenden Mittwoch (Spielbeginn 18 Uhr) das Drittliga-Derby mit dem VfB Stuttgart II an. Erstmals in der laufenden Spielzeit werden die Kickers dabei als Gäste unterm Fernsehturm auftreten: Gastgeber ist nämlich der VfB II. Abgeschlossen wird der Termin-Dreiklang für die Blauen am Dienstag, 7. April. Dabei übernehmen die Degerlocher Fußballer dann allerdings wieder die Rolle der Heim-Elf – Anstoß gegen die Kickers aus Offenbach ist um 19 Uhr.

Freilich: Die Konzentration von Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt und seinem Team galt zuletzt ausschließlich der Begegnung an diesem Sonntag gegen den FC Bayern München II. Die Gäste von der Isar haben in dieser Woche mit zwei Heimerfolgen nacheinander insgesamt sechs Zähler auf ihrem Punktekonto verbucht. Am vergangenen Wochenende gelang dem Perspektivteam des Bundesliga-Tabellenzweiten ein 2:1 gegen den Tabellenzweiten SC Paderborn, am Mittwoch landete das Aufgebot von Trainer Hermann „Tiger“ Gerland im Nachholspiel ein beeindruckendes 4:0 gegen den VfR Aalen.

Der Angreifer Thomas Müller brachte die Seinen mit seinem Tore-Doppelpack nach dem Seitenwechsel auf die Siegerstraße, gleichzeitig erhöhte der Shootingstar des FCB II sein Konto dadurch auf jetzt schon zwölf Saisontreffer. Der Trainer Edgar Schmitt weiß angesichts dessen natürlich um die Schwere der anstehenden Aufgabe für seine Mannschaft. „Die Bayern sind derzeit richtig gut drauf“, sagt er. Allerdings gelte eines: „Wir haben ein Heimspiel – und wir wollen die drei Punkte.“ Ende der Durchsage.

Personell kann Schmitt an diesem Sonntag fast aus dem Vollen schöpfen. Fehlen wird allerdings Ralf Kettemann. Der Pechvogel, der zuletzt beim 1:0-Erfolg in Emden im Mittelfeld eine ganz starke Vorstellung zeigte, zog sich just an diesem Dienstag im Training ohne Fremdeinwirkung einen Mittelfußbruch zu. Ihm droht eine längere Pause. Ansonsten stehen auch alle im ADM-Gedenkspiel gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart am Mittwoch geschonten Stammkräfte aus dem Kickers-Mannschaftskader zur Verfügung.

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Björn Hinck verlängert

Die Stuttgarter Kickers haben den Vertrag mit dem Trainer der zweiten Mannschaft, Björn Hinck, um ein Jahr verlängert. „Er ist der jüngste und zugleich dienstälteste Oberligatrainer“, sagt der Abteilungsleiter Martin Kurzka. Hinck (32) betreut die Mannschaft bereits seit 2003. ump

Stuttgarter Zeitung

Illertissen nächster U23-Gegner

Die Stuttgarter Kickers wollen in der Oberliga Baden-Württemberg weiter Boden gut machen und treffen am kommenden Samstag auf den FV Illertissen. Mit zwei Siegen im Rücken hat die U23 den Anschluss ans Mittelfeld hergestellt und sich durch die beiden klaren Siege in Walldorf und gegen den SC Bahlingen viel Selbstvetrauen geholt.

Beim Spiel des FVI am vergangenen Wochenende beim Lokalrivalen SpVgg Au traf der ehemalige Kickers-Spieler Saban Genisyürek und sicherte seinem Team somit einen Punkt. Im heimischen Vöhlin-Stadion sind die Illertissener ohnehin eine Macht. Erst zwei Oberligaspiele hat die Mannschaft von Trainer Bachthaler bisher verloren (Nöttingen 1:3 und Kehl 0:2) und das bedeutet sogar Rang vier in der Heimtabelle. In den fünf Spielen der Rückrunde gab es bisher aber noch keinen Sieg. Mit drei Unentschieden und zwei Niederlagen holte der FV nur drei magere Pünktchen.

Anders bei den „kleinen“ Blauen, die mit zwei Siegen in Folge und mit acht Toren in diesen beiden Begegnungen in der Tabelle eher wieder nach oben blicken können. Mit einem Sieg am Samstag gegen den FV Illertissen kann das Hinck-Team bis auf zwei Zähler an den FV herankommen und das bei zwei Spielen weniger.

„Wir möchten den Schwung aus den beiden letzten Partien mit nach Illertissen nehmen“, meint Kickers-Trainer Björn Hinck, dessen Vertrag während der Woche vorzeitig verlängert wurde.

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Presse zum ADM-Gedenkspiel Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart

„Wir sind nur der kleine Bruder“

Vor dem Derby zwischen den Kickers und dem VfB ist von Rivalität nichts mehr zu spüren

STUTTGART. Um 18.30 Uhr wird heute im Gazi-Stadion das 163. Stuttgarter Stadtderby Kickers gegen VfB angepfiffen. Die Einnahmen der Partie kommen den Kickers zugute, die an den vor fünf Jahren verstorbenen Ehrenpräsidenten Axel Dünnwald-Metzler erinnern.

Von Heiko Hinrichsen

Sein Leben waren die Stuttgarter Kickers, für die er selbst von 1958 an als Verteidiger in der Oberliga Süd, der damals höchsten Klasse, spielte. Am 9. Dezember dieses Jahres wäre Axel Dünnwald-Metzler, Brillenfabrikant, Ehrenpräsident und Mäzen der Kickers, 70 Jahre alt geworden. Am 6. April jährt sich sein Todestag zum fünften Mal, ADM starb bereits mit 64 Jahren an Lungenkrebs.

Heute werden sich der amtierende Präsident Dirk Eichelbaum, die Kickers-Gemeinde sowie geladene Gäste, darunter der ehemalige Landesvater Lothar Späth und sein Nachnachfolger Günther Oettinger, an „den großen Mann des Stuttgarter Sports“ (VfB-Präsident Erwin Staudt) erinnern, in dessen Ära die Kickers zweimal (1988 und 1991) den Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga schafften sowie 1987 das Pokalfinale gegen den Hamburger SV in Berlin (1:3) erreichten.

Um 16.30 Uhr wird heute im ADM-Sportpark, der längst den Namen des ehemaligen Präsidenten trägt, ein Gedenkstein enthüllt sowie ihm zu Ehren eine Eiche gepflanzt. Da es um die Kickers finanziell nicht mehr so gut bestellt ist wie zu Bundesligazeiten, dient das leidenschaftliche Hobby Dünnwald-Metzlers, der Fußball, heute einem besonderen Zweck: Um 18.30 Uhr wird im Gazi-Stadion das 163. Stadtderby zwischen dem VfB und den Kickers angepfiffen. Der Reinerlös des Freundschaftsspiels kommt dem Tabellenletzten der dritten Liga zugute.

„Wir werden sportlich alles aufbieten, was wir zur Verfügung haben, um beste Qualität abzuliefern“, sagt der VfB-Cotrainer Rainer Widmayer, der aufgrund der Abstellung der Nationalspieler derzeit aber nur zehn Feldspieler und zwei Torhüter aus dem Profikader zur Verfügung hat. Artig fügt Widmayer hinzu: „Es ist für uns eine Ehre, bei diesem Spiel mit dabei zu sein.“

Lange hat es gedauert, ehe der VfB mal wieder zum Derby auf Degerlochs Höhen über den Neckar reist. Beim letzten Duell gewann der Bundesligist im April 2003 mit 3:2. Gerne würden die Kickers alljährlich in der Sommerpause gegen den Verein für Bewegungsspiele aus Bad Cannstatt antreten. Doch das geht aus Sicht des VfB nicht. „Wir müssen bei unseren Planungen leider viele Faktoren wie die Trainingslager berücksichtigen. Der Terminkalender ist dicht gedrängt. Aber jetzt hat es durch die Länderspielpause ja geklappt“, sagt der Präsident Erwin Staudt.

Der Kickers-Trainer Edgar Schmitt freut sich auf die Partie gegen den Tabellensechsten der Fußball-Bundesliga, zu der der Verein mit 6000 Zuschauern rechnet. „Wir sind nur der kleine Bruder des VfB, wenn überhaupt“, sagt Schmitt, der heute ein friedliches Spiel auf der Waldau erwartet. „Um Rivalitäten zu entwickeln, muss man sich auf Augenhöhe begegnen“, sagt Schmitt, „das ist derzeit nicht gegeben. Der VfB besitzt sportlich einen internationalen Anspruch – und wir spielen in der dritten Liga. Deshalb freue ich mich ganz einfach auf ein unterhaltsames Spiel mit gutem Fußball für die Fans.“

Stuttgarter Zeitung

„Das Derby ist immer reizvoll“

Kickers empfangen die VfB-Profis

Blaublut gegen Vollblut – so lautet das Motto des 163. Stuttgarter Fußball-Stadtderbys morgen um 18.30 Uhr im Gazi-Stadion. Zuletzt trafen die Kickers und der VfB im April 2003 in einem Freundschaftsspiel aufeinander – damals siegten die Roten mit 3:2. „Die Kickers sind ein Stück Stuttgarter Stadtgeschichte. Es wäre jammerschade, wenn sie in die Regionalliga absteigen müssten“, sagt der VfB-Präsident Erwin Staudt im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Staudt, das Freundschaftsspiel morgen gegen die Kickers ist dem ehemaligen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler gewidmet, dessen Todestag sich am 6. April zum fünften Mal jährt.

Ich kann mich noch gut erinnern: die Beerdigung von ADM war leider eine meiner ersten Amtshandlungen als Präsident des VfB. Er war einer der ganz großen Männer des Stuttgarter Sports – und wurde aus der Blüte seines Lebens gerissen.

Als die Kickers nun wegen eines Benefizspiels auf Sie zukamen, haben Sie da spontan zugesagt, oder gab es Bedenken wegen einer Überlastung Ihrer Spieler?

Natürlich waren wir gerne bereit, zu diesem Spiel anzutreten. Durch die anstehenden Länderspiele und die damit verbundene Bundesligapause war ein entsprechendes Zeitfenster vorhanden, so dass wir das Stadtderby in unsere Planungen integrieren konnten.

Angeblich hatte die Polizei die größten Vorbehalte wegen des Spiels, aus Sicherheitsgründen. Ist es nicht bedenklich, wenn inzwischen nicht einmal mehr solche Freundschaftsspiele reibungslos über die Bühne gebracht werden können?

Leider gibt es immer einige Unverbesserliche, die den Fußball als Plattform für Auseinandersetzungen nutzen. Diesen Chaoten dürfen wir uns aber unter keinen Umständen beugen. Die überwältigende Mehrheit der Fans ist friedfertig und kommt Woche für Woche ohne böse Absichten in die Stadien.

Die Kickers würden es gerne sehen, wenn ein solches Lokalderby eine regelmäßige Einrichtung – zum Beispiel vor Saisonbeginn – würde. Ist das realistisch?

Ein Stadtderby ist ohne Zweifel immer eine reizvolle Veranstaltung. Und ich hoffe, dass wir dieses Spiel auch in der nächsten Saison in der dritten Liga sehen werden. Eine regelmäßige Austragung gegen unsere erste Mannschaft ist aber nicht ohne weiteres möglich, weil unser Terminkalender auch während der Sommervorbereitung sehr dicht gedrängt ist und wir mit unserer Lizenzspielermannschaft in dieser Zeit zwischen den obligatorischen Trainingslageraufenthalten zahlreiche Termine wahrnehmen müssen.

Im Moment treffen die beiden Clubs normalerweise im Duell mit zweiter und erster Mannschaft aufeinander. Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass es mal wieder in der Bundesliga zu einem Vergleich kommt?

Die Stadtderbys zwischen dem VfB und den Kickers in der Bundesliga sind für alle Beteiligten unvergessliche Ereignisse und sind weit über die Stadtgrenzen hinaus ein Gesprächsthema. Natürlich würden wir uns freuen, wenn die Kickers wieder in der Bundesliga vertreten wären. Wir drücken zunächst die Daumen, dass in der laufenden Saison der angestrebte Klassenerhalt gelingt und die Kickers mittelfristig wieder höhere Ziele anstreben können.

Auch wenn Sie weiter weg vom Geschehen sind: Was ist aus Ihrer Sicht der Grund dafür, dass die Kickers in der dritten Liga am Tabellenende dümpeln?

Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen. Fakt ist, dass die Stuttgarter Kickers ein Stück Stuttgarter Fußballgeschichte sind und es jammerschade wäre, wenn der Verein in die Regionalliga absteigen müsste.

Der Amoklauf von Winnenden hat die Menschen in ganz Deutschland geschockt. Denken Sie auch darüber nach, in dieser traurigen Angelegenheit ein Wohltätigkeitsspiel mit dem VfB zu veranstalten?

Die schrecklichen Ereignisse von Winnenden und Wendlingen haben uns alle tief bewegt. Selbstverständlich wird der VfB Stuttgart seiner sozialen Verantwortung für die Menschen in unserer Region auch in dieser schwierigen Situation gerecht. Details können wir aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekanntgeben.

Stuttgarter Nachrichten

AUFTAKT ZUM ADM-GEDENKJAHR Klare Sache für den VfB: 5:3 im 163. Stadt-Derby
Von HELMUT HEIMANN

Stadt-Derby der Stuttgarter Kickers gegen den VfB Stuttgart. Vor 3160 Zuschauern im Gazi-Stadion gewannen die Roten im 163. Spiel 5:3 (1:2) gegen die Blauen.

Den Anstoß zum Auftakt des Gedenkjahres zum 5. Todestag des langjährigen Kickers-Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler (1979–2003) machte Ministerpräsident Günther Oettinger (kam zehn Minuten zu spät).

Die Führung für die Hausherren durch Marco Tucci (9.), der auch das zweite Tor erzielte (38.). Für den VfB verwandelte Cacau (16.).

Dann drehten die Roten auf (ohne Nationalspieler, dafür wieder mit Martin Lanig und Yildiray Bastürk nach Verletzungspausen). Jan Simak (54./67.), Julian Schieber (68.) sowie Sven Schipplock (90.) trafen, Mijo Tunjic nochmal für die Blauen (87.).

VfB-Coach Markus Babbel: „Das war sehr unterhaltsam für die Zuschauer.“ Kickers-Trainer Edgar Schmitt grinste: „Der VfB hat uns mitspielen lassen…“

Vorm Spiel wurde im ADM-Sportpark ein Gedenkstein enthüllt. Dann pflanzten die Präsidenten Erwin Staudt und Dirk Eichelbaum symbolisch eine Eiche.

BILD

Kickers unterliegen trotz guter Leistung dem Bundesligisten VfB mit 3:5 (2:1)

in memoriam ADM: Acht Tore im 163. Stuttgarter Fußballderby
„in memoriam ADM“ – unter diesem Motto gedachten die Stuttgarter Kickers am Mittwoch ihrem Ehrenpräsidenten Axel-Dünnwald-Metzler, dessen Todestag sich am 6. April zum fünften Mal jährt. Im Anschluss an die Feierlichkeiten, bei denen zahlreiche Vertreter aus Politik, Sport und Wirtschaft zugegen war, wurde am Abend im GAZi-Stadion das 163. Stuttgarter Fußball-Stadtderby zwischen den Kickers und dem VfB ausgetragen. Im sportlich-reizvollen Vergleich zwischen Drittligist und Erstligist unterlagen die Gastgeber trotz guter Leistung und zweimaliger Führung im ersten Abschnitt vor 3160 Zuschauern mit 3:5 (2:1).

Beim Duell Blau gegen Rot in Gedenken an ADM musste der VfB-Teamchef Markus Babbel auf insgesamt elf Nationalspieler, die momentan bei ihren Auswahlteams weilen, sowie zwei verletzte Akteure verzichten. Auf der Gegenseite fehlte Ralf Kettemann (Mittelfußbruch) verletzt. Außerdem verordnete der Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt seinen Stammkräften Bashiru Gambo, Orlando Smeekes, Mustafa Parmak, Marcus Mann, Torsten Traub und Alexander Rosen angesichts der zahlreichen englischen Wochen eine schöpferische Pause – bereits an diesem Sonntag (14 Uhr) geht es für die Blauen im Drittliga-Heimspiel gegen den FC Bayern München II an gleicher Stätte um wichtige Punkte. Dort wird das am Mittwoch pausierende Kickers-Sextett fraglos wieder dringend gebraucht.

Insgesamt 3160 Zuschauern, darunter auch Ursi Dünnwald-Metzler, wurde bei widrigen äußeren Bedingungen mit wechselweisen Schneefällen und Regengüssen auf dem Rasen des GAZi-Stadions dennoch eine recht flotte Partie geboten. Nachdem der Stuttgart-Möhringer Fallschirmweltmeister Klaus Renz das Spielgerät punktgenau aus der Luft gebracht hatte, führte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther H. Oettinger mit dem von ADP Deutschland gesponserten Spielball symbolisch den Anstoß der Partie aus.

Ein großes Programm abseits des sportlichen Wettstreits sorgte schon vor dem Anpfiff vom Stuttgarter Erstliga-Schiedsrichter Markus Schmidt und ebenso in der Halbzeitpause für viel Stimmung. Verantwortlich dafür zeichneten der lokale Radiosender „Die Neue 107,7“ sowie die Kickers-Partner Bauhaus und Auto Palazzo mit zahlreichen Aktionen im GAZi-Stadion. Für die musikalische Untermalung sorgten außerdem zwei Kapellen: zunächst spielte der Musikverein Gechingen auf, im Anschluss daran folgte die hoffnungsvolle Heavy-Metal-Formation „kissin dynamite“.

Doch, wie gesagt, aus rein sportlicher Sicht gesehen boten auch die beiden Mannschaften den 3160 Fans auf den Rängen des GAZi-Stadions unterhaltsame 90 Spielminuten. Nach neun Zeigerumdrehungen überlistete die Mannschaft von Kickers-Cheftrainer Edgar Schmitt die Abseitsfalle des VfB – Marco Tucci steuerte in der Folge alleine auf den Gäste-Keeper Alexander Stolz zu und erzielte mit einem Flachschuss ins linke Eck das 1:0. In der 17. Minute hieß es dann 1:1, nachdem Gäste-Angreifer Cacau im Anschluss an einen Eckstoß von Elson zum Ausgleich traf. Die Kickers erzielten sieben Minuten vor dem Halbzeitpfiff nach toller Vorarbeit von Michael Schürg die neuerliche Führung zum 2:1-Halbzeitstand – als Torschütze glänzte abermals Marco Tucci.

Nach der Pause war für die Blauen Josip Landeka mit einem 25-Meter-Freistoß nahe am dritten Treffer der Gastgeber dran. Stattdessen fiel das nächste Tor auf der anderen Seite. Einen Gegenstoß schloss Jan Simak mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 2:2 (55.) ab. Zwölf Minuten später war es erneut der Tscheche, der die erste Führung des Bundesligisten an diesem Abend markierte. Sein Mannschaftskollege Julian Schieber legte nur kurze Zeit später das vierte VfB-Tor mit einem Schuss aus halblinker Position ins rechte Eck zum 2:4 nach.

Kurz vor dem Ende blieb es dem eingewechselten U-23-Oberliga-Akteur Mijo Tunjic vorbehalten, mit seinem Treffer zum 3:4 die Sache noch einmal spannend zu gestalten. Mit der letzten Aktion des unterhaltsamen 163. Stuttgarter Lokalduells stellte Sven Schipplock mit seinem Tor schließlich den 3:5-Endstand her.

„Der VfB hat uns mitspielen lassen“, sagte Kickers-Trainer Edgar Schmitt über das „schöne und super faire Spiel“. Auch VfB-Teamchef Markus Babbel war zufrieden: „Es war ein unterhaltsames Spiel, die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen.“

Stuttgarter Kickers: Salz (46. Huber) – Köpf (60. Steinle), Mann (46. Gentner), Dittrich, Härter – Reiß (60. Traut), Deigendesch (60. Ortlieb), Tucci (75. Tunjic), Landeka (60. Petruso) – Galm, Schürg (60. Kacani). Trainer: Schmitt.

VfB Stuttgart: Stolz – Träsch (63. Ismaili), Mandjeck, Delpierre (63. R. Schuster), Enderle (46. Feisthammel) – Hilbert (46. Bastürk), Elson, Lanig, Simak – Schieber, Cacau (63. Schipplock). Trainer: Babbel.

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Tore: 1:0 Tucci (9.), 1:1 Cacau (16.), 2:1 Tucci (38.), 2:2 Simak (55.), 2:3 Simak (67.), 2 :4 Schieber (69.), 3 :4 Tunjic (86.), 3:5 Schipplock (90.)

Zuschauer: 3160 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

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