Presse zu Stuttgarter Kickers – 1. FC Saarbrücken (1:1)

Schwarze Zahlen bei den Blauen
 
Die Stuttgarter Kickers sind mit 20 Punkten Tabellenführer und weisen in der Bilanz ein Plus aus
 
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben mit dem 1:1 (1:0) gegen Saarbrücken die Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga verteidigt. „Vor zwei Jahren hätten wir so ein Spiel noch verloren“, sagt der Trainer Robin Dutt.

Von Joachim Klumpp

Unmittelbar nach Spielschluss haben am Samstag im Gazistadion die Umbauarbeiten begonnen. Für die Kollegen der Stuttgart Scorpions, die gestern an gleicher Stelle ihr Playoff-Spiel im Viertelfinale um die deutsche Football-Meisterschaft betritten haben. Von solchen sportlichen Meriten sind die Kickers zwar weit entfernt, doch dass sie ein Wörtchen um den Aufstieg in die zweite Liga mitreden wollen, haben sie auch am Samstag demonstriert, obwohl es gegen den 1. FC Saarbrücken nur zu einem 1:1 gereicht hat.

Nur? „Man darf nicht vergessen, dass wir gegen einen ambitionierten Zweitligaabsteiger gespielt haben“, sagte der Kickers-Trainer Robin Dutt. Und er fügte hinzu: „Vor zwei Jahren hätten wir so ein Spiel noch verloren. Saarbrücken hat hier auf Konter gespielt. Das zeigt, wie viel Respekt wir uns erarbeitet haben.“ Die Entwicklung stimmt, sogar die Ausfälle können weit gehend verkraftet werden (Kanitz etwa ließ Steinle vergessen), nur im Sturm fehlt ein Christian Okpala als Vollstrecker. „Mit ihm hätten wir heute wahrscheinlich gewonnen“, sagte Dutt.

So blieb es beim leistungsgerechten Remis, weil die Gäste vor allem vor der Pause gefälliger agierten, und die Kickers aus ihrem großen Plus an Standardsituationen kein Kapital schlagen konnten. Dutt: „Da hatten wir nicht die Qualität der vergangenen Wochen.“ Somit haben es die Kickers verpasst, durch einen Sieg die Konkurrenz noch mehr auf Distanz zu halten. Und zu der gehört neben dem VfB Stuttgart II (nicht aufstiegsberechtigt) und der TSG Hoffenheim auch Saarbrücken, Wehen, vielleicht sogar ein Außenseiter wie der SSV Reutlingen, der zum nächsten Heimspiel ins Gazistadion kommt. „Letztendlich können wir mit dem Punkt leben“, sagte Dutt, „mit einigen Situationen im Spiel dagegen überhaupt nicht.“ Doch das wird intern angesprochen. Bei der Manöverkritik.

Ein anderes Thema ist intern bereits geregelt worden. Der Aufsichtsrat hat einstimmig entschieden, den amtierenden Präsidenten zu bitten, „für eine weitere Amtsperiode zu kandidieren“, wie es der Aufsichtsratvorsitzende Christian Mauch nach dem Spiel formulierte. Diesem Wunsch ist Hans Kullen bereits nachgekommen. Und auch das restliche Präsidium dürfte, genau wie das Kontrollorgan (mit Ausnahme von Joachim Bayh, der aus persönlichen Gründen ausscheidet), am 21. November bei der Jahreshauptversammlung wieder antreten. Warum auch nicht, wo es gerade so gut läuft.

Denn nicht nur sportlich stehen die Kickers im Soll, auch finanziell schreiben sie offensichtlich wieder schwarze Zahlen. Die Bilanz der abgelaufenen Spielzeit 2005/06 soll jedenfalls mit einem Plus abgeschlossen haben – dem Vernehmen nach in fünfstelliger Höhe. Das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Und weil die Rahmenbedingungen stimmen, stellt sich durchaus die Frage, wie es mit dem Trainer weitergeht, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft und der nicht erst seit dem kurzen Flirt mit Hannover 96 bundesweit im Gespräch ist.

Und bei den Kickers? „Wir sprechen jeden Tag miteinander“, sagt Präsident Hans Kullen, der bei diesem Thema allerdings nicht in Hektik verfallen möchte. „Dazu besteht kein Grund, weil zwischen uns beiden ein absolutes Vertrauensverhältnis herrscht.“ Der Trainer wiederum hat vor der Saison die Winterpause als passenden Zeitraum für die entsprechenden Gespräche genannt, sagt aber auch: „Wenn der Verein früher auf mich zukommt, wehre ich mich nicht dagegen.“ Wenn nicht alles täuscht, wollen Präsidium und Management die Kontaktaufnahme in diesem nicht ganz unwichtigen Punkt intensivieren – so bald als möglich.

Schließlich können die Weichen für die nächste Saison nicht früh genug gestellt werden, auch wenn Dutt viel sagend erklärt: „Es könnte ja auch noch ganz andere Konstellationen geben.“ Welche? Nach StZ-Informationen verlängert sich Dutts Vertrag automatisch – im Falle des Aufstiegs.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Kanitz – Parmak (46. Bischoff), Hartmann, Akcay (73. Kanyuk), Gambo – Schlabach (52. Sökler), Mesic.

Schiedsrichter: Jochen Drees (Mainz).

Tore: 1:0 Mesic (43.), 1:1 Gebhardt (48.).

Zuschauer: 4180.

Stuttgarter Zeitung

Viel Trubel – neben dem Platz
 
Stuttgarter Kickers nach 1:1 gegen Saarbrücken weiter ungeschlagen
 
Stuttgart – Ein nicht gerade überzeugender Schulterschluss zwischen Aufsichtsrat und Präsident sowie Turbulenzen auf der Tribüne. Am Rande der Partie zwischen den Stuttgarter Kickers und dem 1. FC Saarbrücken war einiges geboten. Nur auf dem Platz ging es beim 1:1 etwas ruhiger zu.

VON CARSTEN MEYER

Christian Mauch, der Vorsitzende des Kickers-Aufsichtsrats, sah nicht unbedingt glücklich aus, als er das Mikrofon ergriff. Es war gegen Ende der Pressekonferenz, die im Gazistadion oftmals sehr gewöhnungsbedürtig verläuft. Sie findet ja im gut gefüllten Vip-Raum statt, und trägt bisweilen Züge eines Bauerntheaters. Denn immer wieder gibt es vom Publikum launige Zwischenrufe mit schwäbischem Zungenschlag („Was soll jetzt au di blöde Frog?“).

Nun also stand Mauch vor dem Auditorium und las eine kurze Erklärung von einem Zettel ab. Darauf stand erstens, dass mit Ausnahme von Joachim Bayh (persönliche Gründe), alle anderen Mitglieder des Gremiums zu einer Wiederwahl bereit seien. Und zweitens „haben wir Hans Kullen gebeten, sich für eine weitere Amtsperiode als Präsident zur Verfügung zu stellen“. „Oder auch für zwei!“, forderte prompt ein Zuhörer aus der hinteren Reihe lautstark. Die Mitgliederversammlung findet am 21. November statt. Das alles hört sich idyllisch an – ist es aber nicht. Das Verhältnis zwischen Aufsichtsrat und dem nicht gerade sensibel und kooperativ auftretenden Präsidenten ist unterkühlt. Der Treueschwur des Aufsichtsrates, so heißt es, sei nur auf Druck von Kullen erfolgt, die Atmosphäre hinter den Kulissen sei weiter angespannt.

Das war sie am Samstag auch im Fanblock der Saarbrücker. Die Gäste-Anhänger fühlten sich nach dem 1:0 von Mirnes Mesic provoziert und wollten spontan das Spielfeld entern. Als das nicht gelang, zog es sie in den Block der Kickers-Fans. Die Polizei rückte mit Hunden an. Das Ergebnis: wieder Ruhe – sowie drei Personen, die von den Polizeihunden gebissen wurden.

Wenigstens aus sportlicher Sicht verlebten die meisten Beteiligten einen harmonische Nachmittag. Zumindest wollte sich keiner über das gerechte Remis ärgern. Saarbrückens Trainer Michael Henke freute sich über einen Punkt beim ungeschlagenen Spitzenreiter – und Trainer Robin Dutt verwies auf den starken Kader des Zweitligaabsteigers, auf die englische Woche seines Teams und zog die Schlussfolgerung: „Wir können mit dem Unentschieden leben.“

Der Blick auf die Tabelle eröffnete im Vorfeld ungeahnte Möglichkeiten. Die Blauen hatten schon am achten Spieltag die Chance, Teile der unliebsamen Konkurrenz auf einen Aufstiegsplatz entscheidend zu distanzieren. Mit einem Sieg hätten die Kickers zehn Punkte Vorsprung auf Hoffenheim und elf auf Saarbrücken gehabt – auf jene Teams, die als die stärksten in der Liga gelten. Nun sind es acht Zähler auf beide. Und Dutt ahnt: „Hoffenheim und Saarbrücken werden bald gewaltig kommen. Bis dahin sollten wir ein schönes Polster haben.“

Sie sind auf einem guten Weg – daran ändert auch das Unentschieden nichts.

Stuttgarter Nachrichten

Neue Gefühle bei den Kickers

Mühsames 1:1 gegen Saarbrücken – Stuttgarter Regionalligist trifft im DFB-Pokal auf Hertha BSC
 
Stuttgart – Nur ein Punkt und wenig spielerischer Glanz: Trotzdem herrschte bei den Stuttgarter Kickers nach dem 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Saarbrücken in der Fußball-Regionalliga Zufriedenheit vor. Und als mit Hertha BSC der nächste Pokalkracher zugelost wurde, hellte sich nicht nur die Laune von Präsident Hans Kullen weiter auf.
 
Von Claus Hintennach

Robin Dutt klatschte in die Hände, anschließend fiel der Kickers-Trainer Hans Kullen in die Arme. Die Gesten nach den 90 Minuten gegen Saarbrücken wären eines Siegers würdig gewesen. Sie dokumentierten aber eher die Erleichterung, dass der Spitzenreiter auch nach dem achten Spieltag noch ungeschlagen ist. Und doch versäumten es die Kickers, sich ein komfortables Punkte-Polster vor der Konkurrenz zuzulegen. „Für den von uns betriebenen Aufwand kam zu wenig heraus“, befand Dutt. Viele Ungenauigkeiten hatten sich ins Stuttgarter Spiel eingeschlichen. Trotzdem stehen die Kickers weiter oben – und können sich auf einen weiteren Pokal-Feiertag freuen.

Im ZDF-Sportstudio hat Nationalspielerin Kerstin Stegemann den Kickers für die zweite Runde im DFB-Pokal den Bundesligisten Hertha BSC zugelost. Kullen demonstrierte anschließend das neue Selbstvertrauen der „Blauen“, als er ankündigte, man wolle sich für den Berliner Besuch in Stuttgart im kommenden Jahr zum Finaltermin revanchieren. Als „attraktiv“ und „nicht ganz aussichtslos“ stufte er Gegner und Aufgabe ein. Der Traum vom Pokalsieg sei erlaubt, doch die Regionalliga-Realität besitzt Priorität. Und da hat sich der Tabellenführer bei den Gegnern gehörigen Respekt erarbeitet. Diese lauern dann wie Saarbrücken – selbst ein Aufstiegsaspirant – auf Konter und sind am Ende mit einem Unentschieden zufrieden.

„Es ist ein neues Gefühl, dass der Gegner mit elf Mann in der eigenen Hälfte steht“, sagte Dutt. Der Coach bedauerte deshalb nicht nur das Fehlen des verletzten Torjägers Christian Okpala (Schienbeinkopfprellung), sondern dass die vielen Freistöße und Eckbälle wirkungslos verpufften. Spieler wie Manuel Hartmann und Mirnes Mesic verwiesen zudem darauf, dass die vergangenen Wochen Kraft gekostet hätten. „Jetzt zeigt sich, ob wir eine Spitzenmannschaft sind, das Spiel abhaken und wieder gewinnen können“, fügte Hartmann hinzu.

Gegen Saarbrücken war Bashiru Gambo fit gespritzt worden, Moritz Steinle fiel hingegen mit Rückenproblemen aus. Die erste Hälfte verlief ereignisarm, einzig einige Gäste-„Fans“ sorgten mit Rauchbombe und Knallkörper für Aufregung und eine Spielunterbrechung. Chancen waren Mangelware, die besten vergaben Mansour Assoumani für Saarbrücken (9.) und Mesic für die Kickers (19.).

Die Führung der Gastgeber entsprang dann dem Kuriositätenkabinett. Einen langen Ball von Mustafa Akcay wollte der für den verletzten Peter Eich im Saarbrücker Tor stehende Enver Marina zunächst vor dem Strafraum klären. Als er dann die Kugel aber doch in die Hand nehmen wollte, geriet er ins Straucheln. Mesic setzte nach und schob zum 1:0 ein (44.). Einige Saarbrücker Anhänger wollten anschließend den Kickers-Fanblock stürmen und mussten von der Polizei zurückgedrängt werden. Gäste-Trainer Michael Henke sprach von unentschuldbarem Verhalten.

Nach dem Wechsel gelang Marco Gebhardt der schnelle Ausgleich (48.), nachdem Timo Schlabach an der Mittellinie den Ball verloren und den Zorn des Trainers auf sich gezogen hatte. Die Auswechslung folgte auf dem Fuß. Danach wurde die Partie farbiger, aber nicht hochklassig. Es blieb beim gerechten Unentschieden. Nach dem Spiel hielten die Kickers-Spieler im Mittelkreis Schilder mit Buchstaben in die Höhe, die als „Danke Fans“ zu lesen waren. Eine Geste, um die Unterstützung in den vergangenen Wochen zu honorieren. Eine zündende Idee der Mannschaft, die sie zuvor auf dem Rasen vermissen ließ.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Kanitz – Hartmann – Parmak (46. Bischoff), Akcay (74. Kanyuk), Gambo – Mesic, Schlabach (51. Sökler).

1. FC Saarbrücken: Marina – Halet, Assoumani, Genet, Kling – Haffner, Nehrbauer, Hornig, Gebhardt (65. Karaoglan) – Jäger (87. Hajdarovic), Saglik (82. Reuter).

Schiedsrichter: Drees (Mainz).

Zuschauer: 4180.

Tore: 1:0 Mesic (44.), 1:1 Gebhardt (48).

Gelbe Karten: – /Gebhardt, Saglik, Assoumani.

Beste Spieler: Kanitz, Mesic/Nehrbauer, Saglik

Eßlinger Zeitung

Mesic nutzt Marinas Stolperer

Das Spiel der Aufstiegsaspiranten erfüllte die hohen Erwartungen nicht. Die Kickers kamen nicht wie gewohnt ins Spiel und ließen ihre Stärke bei Standards vermissen, zudem machte sich das erneute verletzungsbedingte Fehlen von Torjäger Okpala bemerkbar. Auch Saarbrücken blieb offensiv bis auf eine Chance von Assoumani (8.) zunächst harmlos, für die Kickers verpasste Mesic die Führung (19.).

Den kuriosen Höhepunkt des schwachen Spiels sahen die Fans in der 44. Minute: FCS-Torwart Marina wollte einen harmlosen Ball zunächst vor der Strafraumgrenze wegtreten, entschied sich dann aber anders und kam beim Zurücklaufen ins Stolpern. Nach dem gerechten 1:1 durch Gebhardt, der eine Flanke von Kling über die Linie drückte, lebte die Partie vor allem von der Spannung. Saarbrückens Haffner und Saglik ließen zwei gute Chancen ungenutzt.

Matthias Jung

Kicker

1:1-Unentschieden gegen den 1.FC Saarbrücken

Die Kickers und der Zweitligaabsteiger 1.FC Saarbrücken trennten sich am Nachmittag vor 4180 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau mit einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden.
Mirnes Mesic brachte die Kickers in der 44. Minute mit tatkräftiger Unterstützung von Gästekeeper Enver Marina mit 1:0 in Führung. Marco Gebhardt erzielte für die Saarländer kurz nach Wiederanpfiff den 1:1-Ausgleich (48.). Zwar gab es in der interessanten und ausgeglichenen Partie noch Chancen auf beiden Seiten, doch trennten sich die beiden Teams am Ende mit dem 1:1-Unentschieden.
Für negative Schlagzeilen sorgten leider die Saarbrücker Fans, die mehrere Feuerwerkskörper und Rauchpulver anzündeten und nach dem Führungstreffer der Kickers versuchten den Kickers-Fanblock zu stürmen. Diese Szenen sorgten bei allen Beteiligten für einen faden Beigeschmack bei dieser eigentlich guten Regionalligapartie.

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Vorberichte: Stuttgarter Kickers – 1. FC Saarbrücken

„Uns fehlt ein Kaliber wie Okpala“

Michael Henke, Trainer des 1. FC Saarbrücken, vor dem Spiel bei den Blauen

Stuttgart – An diesem Samstag (14.30 Uhr/Gazistadion) empfangen die Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga den 1. FC Saarbrücken. „Uns fehlt ein Kaliber wie Christian Okpala“, sagt Michael Henke, der Trainer des Zweitliga-Absteigers.

Herr Henke, Bundesligist Mainz 05 aus dem Pokal geworfen, FK Pirmasens am Mittwoch 4:1 besiegt. Ihr Team ist rechtzeitig für den Schlager bei den Kickers in Form.

Wenn ich den Abstand zu den Kickers sehe, muss ich fast schon sagen: zu spät. Nein, im Ernst: Es ist richtig, dass wir Zeit gebraucht haben, um uns zu finden. Das ist bei Absteigern, die einen großen Umbruch hinter sich haben, normal.

Bei einer Niederlage würden Ihnen die Kickers um elf Punkte davoneilen . . .

Ich schaue gar nicht wirklich auf die Tabelle. Wir müssen als Mannschaft funktionieren, dann kommen die Ergebnisse automatisch. Ich habe hier einen Zweijahresvertrag und den Auftrag, Stabilität in den Verein zu bringen.

Das hört sich so an, als wollten Sie nicht aufsteigen.

Natürlich wollen wir so schnell wie möglich hoch. Warum soll es uns nicht gehen wie Energie Cottbus: Die haben in der vergangenen Zweitligasaison unspektakulär, aber konstant gepunktet – und sind aufgestiegen.

Die Kickers punkteten durchaus spektakulär, haben Sie die Blauen so stark erwartet?

Dass sie so wegmarschieren, hätte ich nicht gedacht. Aber die Kickers haben starke Spieler. An Christian Okpala war ich auch interessiert, aber wir kamen zehn Stunden zu spät. Ein Mann von seinem Kaliber fehlt uns.

Sie waren 15 Jahre lang Co-Trainer von Ottmar Hitzfeld. Wann hatten Sie letztmals Kontakt?

Wir haben praktisch nach jedem Spiel Kontakt, telefonisch oder per SMS.

Vermissen Sie nicht die große Fußballwelt?

(lacht) Ab und zu werde ich von den Bayern ja zu Champions-League-Spielen eingeladen. Ansonsten konzentriere ich mich auf meine Aufgabe in Saarbrücken. Auch die hat ihre Reize.

Eine Antwort sind Sie uns noch schuldig: Wäre eine Elf-Punkte-Rückstand auf die Kickers noch aufzuholen?

Auch elf Punkte sind aufzuholen. Aber viel schlimmer als dieser große Abstand wären zwei andere Faktoren: Für uns wäre eine Niederlage ein Rückschlag, und den Kickers würde ein Sieg gegen einen Konkurrenten einen unglaublichen Schub geben.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Die Stuttgarter Kickers kommen nicht zum Atem holen: Ein Höhepunkt folgt dem anderen und nun steht am morgigen Samstag das nächste Schlagerspiel gegen den Zweitliga-Absteiger 1. FC Saarbrücken um 14.30 Uhr im GAZI-Stadion auf der Waldau bevor. Die Saarländer empfahlen sich zuletzt ebenfalls im Pokal durch einen 1:0-Erfolg über den Bundesligisten FSV Mainz O5 und besiegten am Mittwoch den FK Pirmasens souverän mit 4:1. Die Blauen sind also gewarnt und müssen aufpassen, dass sie den Nimbus der Unbesiegbarkeit auch in diesem Spiel bewahren. Zudem hofft Trainer Robin Dutt,daß der Kräfteverlust in den letzten Tagen nicht zu groß war. Unsicher ist auch noch, ob Christian Okpala und Bashiru Gambo ihre Verletzungen schon überstanden haben oder ob sie noch geschont werden müssen.

In Pfullendorf sprangen ja andere Spieler ein und bewiesen die gute Moral im Team der Kickers. So könnten auch wieder Bastian Bischoff und Oliver Stierle zum Einsatz kommen, lauern zudem Niko Kanitz und Timo Schlabach auf ihre Chance.
„Es wird auf alle Fälle eine schwere Begegnung, denn die Saarländer verfügen über excellente Einzelspieler und sind auch als Team immer mehr zusammengewachsen“, urteilt Trainer Robin Dutt. Am Abend gilt es dann ebenfalls die Daumen zu drücken, wenn im Aktuellen Sportstudio die Auslosung zur nächsten Pokalrunde ansteht. Präsident Hans Kullen, Manager Joachim Cast und Marketingleiter Martin Kurzka werden in Mainz persönlich anwesend sein und hoffen auf ein möglichst attraktives Los.

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Vorberichte: Stuttgarter Kickers – 1. FC Saarbrücken in der Statistik

Es geht Schlag auf Schlag – und hoffentlich auch Sieg auf Sieg. Bereits morgen treffen unsere Blauen Götter auf 2. Bundesliga-Absteiger und Aufstiegsfavorit 1. FC Saarbrücken. Die Saarländer sind nicht optimal in die Saison gestartet, Trainer Michael Henke steht bereits nach einem Drittel der Saison stark unter Kritik. Doch Vorsicht ist trotzdem geboten, die Saarbrücker verfügen über einige sehr starke Einzelspieler. Zu nennen sind hier beispielsweise die beiden Torjäger Jonathan Jäger, der bereits über Erstligaerfahrung in Frankreich verfügt, und Mahir Saglik, der bei Borussia Dortmund fast den Sprung in die Bundesliga geschafft hätte.

In der Regionalliga trafen die Blauen in heimischen Gefilden bisher zweimal auf die Saarländer. Und blieben sieglos: 1:1 und 1:2 lauteten die Resultate. Der letzte Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken liegt außerdem noch 15 Jahre zurück: Am 27.04.1991 gab es im Aufstiegskampf zur Bundesliga ein 2:0 Erfolg, Torschützen: Ralf Vollmer und Marcus Marin.

Insgesamt gab es in 15 Spielen 9 Kickers-Siege und vier Unentschieden. Also eine relativ gute Bilanz im heimischen Stadion. Morgen wird die Mannschaft hoffentlich dafür sorgen, dass die Bilanz so gut bleibt.

Mehr dazu auch im Kickersarchiv.

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – 1. FC Saarbrücken

„Wir sind mental sehr stark“
 
Erfolgsgeheimnis der Kickers
 
STUTTGART. Vor dem Heimspiel morgen (14.30 Uhr) gegen Saarbrücken steht fest: Die Stuttgarter Kickers bleiben in der Fußball-Regionalliga auf einem Aufstiegsplatz. „Fünf Punkte Vorsprung auf den Dritten, das ist unglaublich“, sagt der Trainer Robin Dutt.

Von Joachim Klumpp

Wenn man die Freudensprünge gesehen hat, die Bashiru Gambo nach dem 2:1-Sieg am Mittwochabend in Pfullendorf vollführt hat, dann steht einem Einsatz des an der Leiste verletzten Mittelfeldspielers der Stuttgarter Kickers morgen gegen den 1. FC Saarbrücken nichts mehr im Wege. Eigentlich. Doch aus medizinischer Sicht spricht momentan nicht viel dafür, eher schon kann der Regionalliga-Tabellenführer auf die Rückkehr von Christian Okpala im Sturm hoffen. Doch gerade der bestens kompensierte Ausfall dieser beiden Leistungsträger (zusammen zehn Tore) hat bewiesen, dass die Kickers momentan auch Rückschläge verkraften können.

Und davon gab es in Pfullendorf genug: zwei wichtige Spieler verletzt, einen Elfmeter verschossen, einen Lattentreffer, die Auswechslung von Verteidiger Moritz Steinle (Rückenbeschwerden), der Rückstand nach 65 Minuten – und am Ende ein 2:1-Sieg. Was sagt uns das? „Dass die Mannschaft mental unheimlich stark ist“, erklärt Robin Dutt. Neben vielen Einzelgesprächen macht der Trainer dafür auch die Zusammenstellung des Kaders verantwortlich. Die Mischung stimmt. „Wir haben einen tollen Teamgeist“, sagt Dutt und fügt hinzu: „Den braucht man, um solche Ausfälle wettzumachen.“

Die Neuzugänge Okpala, Kanyuk sowie Benda haben zudem innerhalb des Kaders in kürzester Zeit einen hohen Stellenwert bekommen. Nicht zu vergessen sind in so einem Gefüge altbewährte Kräfte, allen voran: Mirnes Mesic. Was der Exkapitän in Pfullendorf abgeliefert hat, übertraf seine bisher gute Saisonleistung noch um Längen. Nicht nur, weil er einen Treffer vorbereitet und einen selbst erzielt hat, er war 90 Minuten auf Achse, immer anspielbar und trieb damit die jungen Nebenspieler wie Bastian Bischoff oder Sven Sökler förmlich mit, auch wenn denen nicht auf Anhieb alles gelang. Doch mit dem Erfolg wächst nun das Selbstvertrauen. „Es ist ja klar, dass die Mannschaft so lange wie möglich oben bleiben will“, sagt Dutt vor dem schweren Heimspiel gegen Saarbrücken. Trotz eines eher holprigen Starts rechnet der Coach den Zweitligaabsteiger nach wie vor zum engsten Kreis der Aufstiegsanwärter. „Es ist fast unglaublich. Wir haben jetzt erst einmal fünf Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz.“

Zum Beispiel auf den SSV Reutlingen, der beim 0:3 in Siegen die erste Saisonniederlage hinnehmen musste – die erste Pleite seit 20 Spielen überhaupt. „Wir waren keinen Deut schlechter“, sagte der Trainer Peter Starzmann: „Für uns heißt es nun regenerieren.“ Damit dafür genug Zeit bleibt, wurde das Punktspiel gegen den FC Bayern München extra um 24 Stunden auf Sonntag (15 Uhr) verlegt. Bereits heute Abend (19 Uhr) empfängt der Topfavorit Hoffenheim den Tabellenzweiten VfB Stuttgart II, bei dem der Einsatz von Stürmer Danny Galm fraglich ist.

Am Wochenende spielt nicht nur die erste Mannschaft der Stuttgarter Kickers gegen Saarbrücken, auf dem Vereinsgelände werden am Samstag und Sonntag auch die ADM-Jugendtage ausgetragen. Daran beteiligen sich Nachwuchsmannschaften aus ganz Baden-Württemberg mit knapp 800 Jugendlichen. Beginn ist am Samstag um 11 Uhr, und am Sonntag um 9.30 Uhr.

Stuttgarter Zeitung

Busse ersetzen Straßenbahnlinie 15
 
Stuttgart (ana). Am kommenden Samstag und Sonntag fahren statt der Straßenbahnlinie 15 zwischen Schlossplatz und Ruhbank Ersatzbusse. Diese Busse sind mit E sowie mit den Zielorten Schlossplatz oder Ruhbank gekennzeichnet. Sie fahren immer sechs Minuten später ab als die Straßenbahnlinie 15. Am Schlossplatz halten die Ersatzbusse an der Haltestelle der Nachtbuslinie N 8. Die Station Stelle können die Busse nicht bedienen. Fahrgäste, die an der Station Stelle in die Linie 64 umsteigen, fahren bis zur Ruhbank. Die Buslinie 64 wird bis dorthin verlängert. Der Ersatzverkehr ist nötig, weil am Wochenende an der Abzweigung der Heilbronner Straße zur Friedhofstraße Weichen umgebaut werden. Die Bauarbeiten betreffen auch Besucher des Gazi-Stadions am Samstagnachmittag. Zuschauer des Spiels Stuttgarter Kickers gegen den 1. FC Saarbrücken sollten die Stadtbahnlinie 7 zur Station Waldau nehmen. Aus Richtung Möhringen können die Fahrgäste am Bopser in die Linie 7 umsteigen. Fußballfans aus nördlichen Stadtteilen fahren am besten mit der S-Bahn bis Hauptbahnhof und steigen dort in die Linie 7 um.

Stuttgarter Zeitung

Nächster Schlager bei den Kickers
 
1. FC Saarbrücken kommt – die Blauen können Abstand auf elf Punkte erhöhen
 
Stuttgart – Eine hervorragende Moral, enorme mentale Stärke – das zeichnete die Stuttgarter Kickers auch beim 2:1 in Pfullendorf aus. Jetzt fiebern die Blauen dem Regionalliga-Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken (Samstag, 14.30 Uhr) entgegen.

VON JÜRGEN FREY

Bashiru Gambo und Christian Okpala hatten zehn von 17 Toren der Kickers in dieser Regionalligasaison erzielt. Am Mittwoch beim SC Pfullendorf fiel das Duo verletzt aus. Diese Schwächung steckten die Blauen genauso weg wie die Elfmeterniete von Sascha Benda und den 0:1-Rückstand. „Wir haben uns nach dem Höhepunkt gegen den HSV wieder hervorragend auf den Alltag eingestellt“, sagte Kickers-Trainer Robin Dutt. Wer oder was die Kickers überhaupt noch stoppen soll? Der Coach sagt kurz und knapp: „Ein überragender Gegner oder wir selbst.“ Was nicht heißt, dass sich die Blauen schon mit einem Bein in der zweiten Liga sehen. Dutt erinnert an das Beispiel Darmstadt 98: Die Lilien standen vor drei Jahren sogar noch am elften Spieltag an der Tabellenspitze – und stiegen am Ende ab.

Auf ein solches Horrorszenario deutet unterm Fernsehturm nichts, aber auch gar nichts hin. Im Gegenteil: Mit dem siebten Saisonsieg im achten Spiel könnten die Blauen Aufstiegs-Mitfavorit 1. FC Saarbrücken auf satte elf Punkte distanzieren. Die personelle Situation gegen den Zweitliga-Absteiger dürfte sich wenig ändern. Gambo trainierte gestern nur sporadisch mit. Okpala musste das Lauftraining abbrechen.

Nach dem Schlager gegen das Team von Trainer Michael Henke blicken die Blauen am Samstagabend gespannt der Auslosung für die zweite DFB-Pokalrunde im „Aktuellen Sportstudio“ entgegen. Ein Heimspiel gegen einen Erst- oder Zweitligisten ist den Kickers sicher. Erst von der dritten Runde an kommen alle Clubs in einen Lostopf. Präsident Hans Kullen, Manager Joachim Cast und Marketingleiter Martin Kurzka werden live im Studio des ZDF sein. Trainer Dutt nicht: „Mir wird es ein bisschen zu viel. Ich laufe nicht von Sendung zu Sendung.“

Stuttgarter Nachrichten

Diesmal soll die Jugend bejubelt werden
 
FUSSBALL Die Kickers veranstalten ihre ADM-Sporttage mit Turnieren und Programm für die Jugend
 
Degerloch. Recep Yildiz, Moritz Steinle und Oliver Stierle – Namen, um die man zur Zeit nicht herumkommt, sind doch die Kickers auf Erfolgskurs und die neuen Stars Eigengewächse des Vereins. Bei den ADM-Jugendtagen zeigen die Nachwuchsmannschaften, ob sie ebenso gut gedeihen wie die Vorbilder.

Von Andrea Jenewein

An Ansporn fehlt es den Jungs in Blau mit den Stollen unter den Sohlen sicherlich nicht. Und so geben sie sich selbst die Sporen. Die Kickers motiviert die nunmehr schon greifbare Möglichkeit aufzusteigen. Und die wiederum verursacht einen lange unbekannten Zulauf: Am vergangenen Wochenende war das erste Mal seit dem Jahr 1990 das Gazi-Stadion komplett ausverkauft.

Die Kickers-Euphorie soll sich an diesem Wochenende bei den Jüngsten fortsetzen: „Der ADM-Sportpark wird wieder beben, und alle direkt und indirekt Beteiligten freuen sich auf die Turniere“, ist sich der Jugendkoordinator Oliver Munz sicher. Achthundert Jugendliche werden zum Saisonhöhepunkt für die Nachwuchsmannschaften erwartet – bei den ADM-Jugendtagen, während denen am 16. und 17. September Fußballspiele um die begehrten Pokale ausgetragen werden. Mannschaften aus ganz Baden-Württemberg beteiligen sich an dem Großereignis, das einen besonderen Stellenwert im jährlichen Terminkalender der Jugendlichen einnimmt, haben einst bei den ADM-Jugendtagen doch auch schon Recep Yildiz, Moritz Steinle und Oliver Stierle ihre ersten sportlichen Kämpfe ausgefochten.

Im ADM-Sportpark, der nach dem verstorbenen Kickers-Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler benannt ist, werden am Samstag und Sonntag ein paar Dutzend Mannschaften auf verschiedenen Spielfeldern aufeinander treffen. Für die C-Jugend steht dabei am Samstag von 11 Uhr an ein Beach-Soccer-Turnier auf dem Programm. Zur gleichen Zeit beginnen die Bambini-Mannschaften auf dem Kunstrasen ihre Spiele. Von 12 Uhr an sind auf dem Rasenplatz die D-Jugendmannschaften am Ball, am Sonntag folgt dann von 9.30 Uhr an ein weiterer Höhepunkt mit den Spielen der E- und F-Jugend – allein bei der E-Jugend sind 15 Mannschaften gemeldet.

Etliche zusätzliche Programmpunkte für die Aktiven und die Besucher sollen die Jugendtage interessanter machen. Neben Hüpfburgen und Torwandschießen gibt es auch eine Spiel- und Bastelstraße sowie Verlosungen und eine Tombola. Doch im Mittelpunkt des Geschehens steht natürlich die Spiele – und Eigengewächse, die irgendwann auch Zweitligisten sein wollen. Oder besser noch Bundesligisten.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu SC Pfullendorf – Stuttgarter Kickers (1:2)

Kickers ungeschlagen
 
Der Fußball-Regionalligist gewinnt beim SC Pfullendorf 2:1
 
PFULLENDORF. Die Stuttgarter Kickers bleiben in der Fußball-Regionalliga ungeschlagen Tabellenführer. Gestern gewann das Team 2:1 (0:0) in Pfullendorf. „Die Leistung verdient größten Respekt“, sagte der Trainer Robin Dutt.

Von Joachim Klumpp

Vor dem Regionalligaspiel gestern Abend in Pfullendorf musste man wirklich schwarz sehen für die Stuttgarter Kickers. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn erstmals in dieser Saison traten die Blauen in ihren schmucken dunklen Auswärtstrikots mit goldenen Rückennummern an. Im sportlichen Bereich verleiteten dafür die Ausfälle der Leistungsträger Gambo und Okpala zu Skepsis. Dafür rückten Laszlo Kanyuk ins Team und der junge Bastian Bischoff. Der Manager Joachim Cast sagte: „So ein Spieler kann sich heute in den Vordergrund spielen.“

Das gelang Bischoff insofern, als der Stürmer an den meisten gefährlichen Aktionen beteiligt war. Doch im ersten Versuch scheiterte er an Torwart Hermanutz, im zweiten traf er den Ball nicht – im dritten holte er dann einen umstrittenen Elfmeter heraus. Zu allem Übel konnte Sascha Benda die Chance aber nicht nutzen: Er setzte den Strafstoß nebens Tor. „Da hätten wir den Sack schon zumachen müssen“, sagte Cast. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Leandro bei einem Mesic-Kopfball noch auf der Linie klärte (36.). Und auch nach dem Wechsel gaben die Kickers vor den 1590 Zuschauern den Ton an gegen einen SC Pfullendorf, der lange Zeit nicht den Nachweis erbringen konnte, warum er am Sonntag den Bundesligisten Bielefeld aus dem Pokal geworfen hatte. Die Kickers jedenfalls hatten Chancen ohne Ende. Normalerweise rächt sich so eine Großzügigkeit. So auch gestern, als die Gastgeber nach 64 Minuten völlig überraschend in Führung gingen: Ivica Lucic schaltete nach einem abgefälschten Ball im Strafraum am schnellsten und traf. Doch schon im Gegenzug köpfte Mesic zum Ausgleich ein. Damit nicht genug: der unermüdliche Mesic spielte in der 79. Minute Recep Yildiz herrlich frei – 2:1.

„Dass die Mannschaft nach dem verschossenen Elfmeter, einem Lattentreffer und dem Rückstand nochmals so ins Spiel zurückkommt, verdient höchsten Respekt“, sagte der Trainer Robin Dutt. Fazit: sportlich muss man für die Kickers nicht schwarz sehen.

Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle (61. Stierle) – Akcay, Hartmann, Kanyuk (58. Parmak), Sökler – Bischoff (69. Tucci), Mesic.

Tore: 1:0 Lucic (65.), 1:1 Mesic (67.), 1:2 Yildiz (79.).

Besonderes Vorkommnis: Benda verschießt Foulelfmeter (30.).

Stuttgarter Zeitung

2:1 – Kickers sind nicht zu stoppen
 
Mesic und Yildiz treffen nach 0:1-Rückstand beim SC Pfullendorf – Benda verschießt Elfmeter
 
Pfullendorf – Die Stuttgarter Kickers haben die Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga Süd zurückerobert: Beim SC Pfullendorf gewann die Mannschaft von Trainer Robin Dutt verdientermaßen mit 2:1 (0:0).

VON JÜRGEN RÖSSLER

UND JÜRGEN FREY

Vielleicht lag es an der Freundschaft zum Trainerkollegen Michael Feichtenbeiner. Vielleicht wollte Robin Dutt auch nur ein höflicher Gast sein. „Pfullendorf hätte einen Punkt verdient gehabt“, sagte der Kickers-Trainer nach der Partie.

Diese Einschätzung teilte mit ihm so gut wie niemand von den 1590 Zuschauern in der Alno-Arena. Sie waren sich einig: Die Blauen präsentierten sich auch ohne die verletzten Torjäger Christian Okpala und Bashiru Gambo als die bessere Mannschaft. Sie spielten reifer, sie kombinierten besser – und nach dem 0:1 nutzten sie endlich auch ihre Chancen.

„Der Rückstand hat uns aufgeweckt“, sagte Dutt, „vielleicht wäre die Partie sonst 0:0 ausgegangen.“ Erst nach der Pfullendorfer Führung durch Ivica Lucic (65.) trafen die Blauen: Mirnes Mesic (67.) mit einem Kopfball und Recep Yildiz (79.) nach schönem Kurzpassspiel erzielten die Tore. „Ohne den blitzschnellen Ausgleich wäre es schwer geworden für die Kickers“, sagte SCP-Trainer Feichtenbeiner, räumte aber ein: „Insgesamt waren die Blauen die überlegene Mannschaft.“

Vor der Pause scheiterte das Dutt-Team an seinen eigenen Nerven. Vor allem Bastian Bischoff vergab zwei Riesenchancen. Teilweise war es Unvermögen. Teilweise scheiterte er am starken SCP-Torwart Ralf Hermanutz. Nach einer halben Stunde holte Bischoff jedoch einen Elfmeter heraus: Als er bereits auf dem Weg aus dem Strafraum war, foulte ihn Matthias Kiefer von hinten. Pech für die Kickers: Den Strafstoß schoss Sascha Benda neben das Tor. Letztendlich blieb die Elfmeterniete ohne Folgen.

„Es zeichnet uns in dieser Saison aus, dass wir solche Rückschläge wegstecken und konzentriert weiterspielen“, sagte ein hoch zufriedener Kickers-Manager Achim Cast, „so wird man zu einer echten Spitzenmannschaft.“ Am kommenden Samstag (14.30 Uhr) folgt die nächste Bewährungsprobe: Dann gastiert Zweitliga-Absteiger 1. FC Saarbrücken im Gazistadion.

Stuttgarter Nachrichten

Yildiz lässt die Kickers jubeln

Der Stuttgarter Regionalligist gewinnt beim SC Pfullendorf mit 2:1
 
Pfullendorf (red) – Die Stuttgarter Kickers haben die Tabellenführung zurückerobert. Der Fußball-Regionalligist gewann gestern Abend beim SC Pfullendorf verdient mit 2:1 (0:0). Dabei holten die „Blauen“ einen Rückstand auf. Die Tore erzielten Mirnes Mesic und Recep Yildiz.
 
„Angesichts unserer Personalprobleme und des Spielverlaufs muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen. Sie hat Moral bewiesen“, sagte Trainer Robin Dutt. Die Kickers mussten in Pfullendorf auf ihre besten Torschützen Christian Okpala und Bashiru Gambo verzichten. Laszlo Kanyuk, der vor der Partie über Gleichgewichtsstörungen geklagt hatte, lief aber erstmals von Beginn an für die Stuttgarter auf. Als Okpala-Ersatz entschied sich Dutt für Bastian Bischoff. Der Angreifer setzte sich im ersten Abschnitt auch einige Male gut in Szene. Pfullendorfs Torhüter Ralf Hermanuz parierte aber zwei Mal (24./25.). Die größte Kickers-Chance vergab Sascha Benda, als er einen Elfmeter nach einer Attacke gegen Bischoff neben das Tor schoss (33.). Die Stuttgarter ließen sich jedoch nicht beirren.

Nach dem Wechsel hatten die Gäste zunächst wieder die besseren Möglichkeiten, gerieten jedoch durch einen Treffer von Ivica Lucic in Rückstand (65.). Nur zwei Minuten später war aber Mesic mit dem Kopf zur Stelle und erzielte das 1:1. Yildiz, der schon beim Pokalsieg gegen den Hamburger SV zweimal getroffen hatte, brachte die „Blauen“ in Führung (79.). Diesen Vorsprung verteidigten die Kickers, die am Samstag den 1. FC Saarbrücken erwarten, gegen die anstürmenden Gastgeber. Kurz vor dem Abpfiff parierte Schlussmann David Yelldell gegen Eric Agyemang.

Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Söckler, Hartmann, Kanyuk (58. Parmak), Akcay – Mesic, Bischoff (68. Tucci).

Eßlinger Zeitung
 
Kickers holen SC Pfullendorf auf den rauen Boden der Tatsachen zurück
Kickers holen SC Pfullendorf auf den rauen Boden der Tatsachen zurück
PFULLENDORF (ok) Nach der Pokalsensation am Sonntag gegen Arminia Bielefeld haben die Stuttgarter Kickers den Fußball-Regionalligisten SC Pfullendorf gestern Abend wieder auf den rauen Boden der Tatsachen zurückgeholt. Mesic und Yildiz sicherten den Schwaben einen verdienten 2:1-Sieg.

Nur 1590 Zuschauer wollten das Regionalliga-Duell der DFB-Pokalhelden vom vergangenen Wochenende sehen. Auf den Rängen auch Ex-SCP-Coach Marco Kurz, der mit seinen Münchener Löwen am 22. September in der Alno-Arena gastiert und seine ehemalige Elf „ausspionierte“.

Außer altbekannten Tugenden wie hohe Einsatz- und Laufbereitschaft dürfte Kurz vom SCP nicht viel gesehen haben. Das reichte den Pfullendorfern gegen die Stuttgarter Kickers, die mit diesem Auswärtssieg die Tabellenspitze zurückeroberten, gestern Abend nicht.

Der Sieg der Gäste, obwohl rein ergebnismäßig betrachtet ein knapper, war auf Grund der wesentlich höheren Zahl an guten Torchancen verdient. Nur eine Menge Glück und ein blendend aufgelegter Ralf Hermanutz im Pfullendorfer Tor verhinderten, dass die Kickers nicht schon in der ersten Halbzeit für die Vorentscheidung sorgten.

Pfullendorf dagegen kam in der ersten Hälfte trotz insgesamt gefälligen Spiels nur einmal zwingend vor den Kickers-Kasten: Eine herrliche Kombination zwischen Agyemang und Leandro schloss Lucic aus 12 Metern ab, doch er verpasste das Tor ganz knapp. Bei Stuttgart vergab Okpala-Ersatz Bischoff zwei Hochkaräter (22./26.); Leandro holte zudem einen Mesic-Kopfball von der Linie (35.) und Hermanutz fischte einen Benda-Freistoß aus dem Winkel (36.). Benda hatte zuvor (31.) sogar einen (allerdings unberechtigten) Foulelfmeter am Tor vorbei geschossen.

SCP-Führung hält nicht lange

Lucic bestrafte die Stuttgarter Angriffs-Schlampereien nach der Pause auf Busch-Flanke aus kurzer Distanz – 1:0 (65.). Der Ausgleich fiel jedoch postwendend durch Mesic per Kopf (67.). Die Schlussphase war ausgeglichen. Der für den grippegeschwächten Hagg eingewechselte Heidinger scheiterte volley an Yelldell (75.). Kurz darauf fuhr Kickers-Youngster Yildiz nach Querpass des starken Mesic mit einem unhaltbaren Flachschuss aus 12 Metern die Ernte für die Schwaben ein.

SC Pfullendorf: Hermanutz; Zimmermann, Kolvidsson, Kiefer, Deufel; Konrad, Grech, Hagg (69. Heidinger), Busch; Agyemang, Lucic. – Tore: 1:0 Lucic (65.), 1:1 Mesic (66.), 2:1 Yildiz (79.) – Schiedsrichter: Dingert. – Zuschauer: 1590 – Beste Spieler: Hermanutz – Mesic.

Schwäbische Zeitung

Stimmen zum Spiel
SCP-Coach Michael Feichtenbeiner: „Die Kickers haben reifer gespielt. In der Vorwärtsbewegung haben wir viele Fehler gemacht. Die Mannschaft hat aber alles gegeben. Wenn das 1:1 nicht so früh gekommen wäre, hätte es vielleicht anders ausgesehen.“

Kickers-Coach Robin Dutt: „Pfullendorf ist besser ins Spiel gekommen als wir, und hatte in der ersten Halbzeit eher mehr Spielanteile. Der Führungstreffer hat uns erst so richtig aufgeweckt. Der Sieg ist glücklich. Pfullendorf hätte einen Punkt verdient.“

SCP-Kapitän Marco Konrad: „Es war ein offener Schlagabtausch und wir waren ein gleichwertiger Gegner. Am Ende haben wir ein bisschen Pech gehabt.“

SCP-Torschütze Ivica Lucic: Wir haben gut mitgehalten. Nach der Führung hätte das 1:1 nicht passieren dürfen.

Schwäbische Zeitung

Triumph folgt Ernüchterung
VON JüRGEN RöSSLER
Die Stuttgarter Kickers waren die bessere, reifere Mannschaft“, zollte SCP-Coach Michael Feichtenbeiner dem Tabellenführer Respekt nach einem umkämpften Spiel, das der Tabellenführer aus der Landeshauptstadt nach zwischenzeitlichem Rückstand vor insgesamt 1590 Zuschauer verdient mit 2:1 für sich entschied.

FußballRegionalligaSC PfullendorfStuttgarter Kickers1:2 (0:0)Zwar torlos, aber keineswegs langweilig verlief die erste Hälfte beim Aufeinandertreffen der beiden DFB-Pokal-Überraschungsteams Pfullendorf und Stuttgarter Kickers. Bei den Gästen fehlten die bisher erfolgreichsten Torjäger Gambo und Okpala verletzungsbedingt. Beide Teams begannen offensiv, so dass es auf beiden Seiten zu Torchancen kam.

Mit zunehmender Spieldauer jedoch setzte sich die spielerische Qualität der Stuttgarter durch und nach einer halben Stunde merkte man ihnen deutlich an, dass sie mit einer Führung in die Pause wollten. Die dickste Chance zum 1:0 hatte Bischoff, der nach einer mustergültigen Flanke von Steinle völlig frei wenige Meter vor dem SCP-Gehäuse zum Schuss kam, doch das Ziel verfehlt.

Wenig später ging Kiefer gegen Bischoff ungestüm im Strafraum zur Sache und der insgesamt nicht überzeugende Schiedsrichter entschied auf Strafstoß. Benda, zuletzt als Regionalliga-Beckham tituliert, schob den Ball am Tor vorbei. Wenig später wollte Benda seinen Fehler bei einem Freistoß aus 20 Metern ausmerzen, doch sein harter und platzierter Schuss wurde eine Beute des besten Pfullendorfers, Torhüter Hermanutz. Mit viel Glück und einem starken Hermanutz retteten die Pfullendorfer den torlosen Spielstand in die Pause.

Die zweite Hälfte begann wie die erste endete, denn Hermanutz stand bei anhaltendem Kickersdruck immer wieder im Mittelpunkt. Dann fast wie aus heiterem Himmel die Pfullendorfer Führung: Eine leicht abgefälschte Flanke von Busch erreichte Lucic, der seine Jokerrolle immer mehr abglegt und wieder einmal in der Anfangsformation stand. Der Österreicher im SCP-Dress ließ dem Kickers-Keeper Yelldell aus kurzer Distanz keine Abwehrchance.

„Das 1:0 hat uns erst richtig aufgeweckt“, sah Kickers-Coach Robin Dutt hier eine Schlüsselstelle des Spiele. Denn nahezu postwendend, der Jubel in der Alno-Arena war noch nicht verklungen, war Kickers-Torjäger Mesic nach einer Flanke von Akcay per Kopf zur Stelle und es hieß 1:1.

Das Spiel nahm nun wieder auf beiden Seiten ein hohes Tempo auf, weiterhin mit prickelnden Szenen hüben wie drüben. Der eingewechselte Heidinger und wenig später Agyemang, der aber nur den Kickers Torhüter traf, hatten den erneuten Führungstreffer auf dem Fuß, der dann aber nach einer überlegten Kombination dem Kickers-Innenverteidiger Yildiz gelang.

Überaus höflich verabschiedte sich Kickers-Coach Robin Dutt aus Pfullendorf: „Pfullendorf hätte einen Punkt verdient gehabt.“ Besser traf es in der Analyse wohl SCP-Trainer Michael Feichtenbeiner, der seiner Elf nach dem Pokalfight eine fehlende Frische attestierte.

Tore: 1:0 (66.) Lucic, 1:1 (68.) Mesic, 1:2 (79.) Yildiz. SR: Dingert (Thallichtenberg). – Z: 1590. – Bes. Vork.: Benda (Stuttgart/31.) verschießt Strafstoß. – SCP: Hermanutz – Deufel, Kolvidsson, Kiefer, Zimmermann – Konrad – Busch, Leandro, Hagg (69. Heidinger) – Lucic, Agyemang. – Trainer: Feichtenbeiner.

Südkurier