Kraft im Sand geholt

Mit einem alternativen Trainingsprogramm bereicherten die Stuttgarter Kickers ihre Vorbereitung auf die am 1. März beginnende Rückrunde. In der Indoor-Beach-Sports-Halle in Bietigheim-Bissingen holten sich die Blauen nämlich in zwei Trainingseinheiten bei Volleyball, Badminton und Beach-Soccer zusätzliche Kraft im Sand. „Das machte mehr Spaß als beispielsweise ein reines Training im Kraftraum“, befand Angelo Vaccaro nach dem Aufwärm- und Wettbewerbsprogramm im tiefen Sand.
„Wir wollten einfach neue Reize neben dem reinen Fußballtraining setzen und zudem den Teamgeist fördern“, ergänzte Trainer Stefan Minwitz, der selbst fleißig „baggerte“, „pritschte“ und durch den Sand flog.

Der Ehrgeiz bei allen Spielern war groß und der Schweiß floß in Strömen. Seine Geschicklichkeit beim Beach-Soccer bewies besonders Bashiru Gambo und beim Badminton zeichneten sich Moritz Steinle und Marcel Rapp aus. So konnte jeder auf seine Weise die Muskulatur stärken, die Sprungkraft und die Koordination verbessern.
Die Stuttgarter Kickers bedanken sich bei Roland Härter von der Indoor-Beach-Sports, der dieses Training ermöglichte.
Anfang nächster Woche soll dann das alternative Programm mit einem kurzen Trainingslager in den Bergen fortgesetzt werden. Dann geht es in den Bergen von Tirol um Rodeln, Biathlon und Schneeschuhlaufen.

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Fußball: Oberliga-Rahmenplan für 2008/09 verabschiedet

Sechs Absteiger möglich

STUTTGART. Die Spielkommission der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg hat den Rahmenplan für die Saison 2008/09 verabschiedet. Danach starten die dann fünftklassigen Fußballer am 9./10. August in die neue Spielzeit, bei der erneut 18 Teams um Punkte kämpfen.

Los geht es mit einer englischen Woche, denn auch am Mittwoch, 13. August, sowie am 16./17. August rollt das Leder. Spielfrei ist das Wochenende 11./12. Oktober wegen des U-21-Länderpokals. Die Vorrunde wird am 29./30. November beendet, danach gibt es vor Weihnachten noch zwei Rückrunden-Spieltage (6./7. und 13./14. Dezember). Die Saison wird am 28. Februar/1.März 2009 fortgesetzt, spätestens am 6./7. Juni fallen die Entscheidungen.

Blick Richtung Regionalliga

Der Meister steigt in die Regionalliga Süd auf, zwischen drei und sechs Teams müssen sich aus der Oberliga verabschieden müssen. Die Zahl der Absteiger hängt davon ab, wie viele Vereine aus Baden-Württemberg aus der Regionalliga kommen (drei Absteiger). Die Aufstiegsspiele für die Verbandsliga-Vizemeister aus Baden, Südbaden und Württemberg sind für 3. und 7. Juni sowie 11. und 14. Juni vorgesehen.

Die Neustrukturierung des Amateurbereichs ab 2008/09 wirkt sich auch auf den administrativen Bereich der Oberligisten aus. So wird das Fernsehgeld komplett gestrichen, und der Übungsleiter benötigt nicht mehr die A-, sondern nur noch die C-Lizenz. Keine Beschränkung gibt es beim Einsatz von Nicht-EUSpielern, es entfällt auch die U-23- Reglementierung.

DPA

Alternatives Training in den Bergen

Zu einem dreitägigen Kurz-Trainingslager werden die Stuttgarter Kickers vom 11. bis 13. Februar 2008 nach Tirol aufbrechen. In Mieming – Österreich warten auf die Spieler in den Bergen alternative Trainingsformen wie Schneeschuh-Trekking, Biathlon oder Rodeln. Diese Abwechslung soll auch dem Teambildung vor dem Rückrundenstart am 1. März dienen.

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Kickers-Kapitän Jens Härter: Schon wieder Schmerzen

Seit dem 4. Oktober letzten Jahres hat Kapitän Jens Härter (29) wegen einer Innenbanddehnung im linken Knie nicht mehr für die Stuttgarter Kickers gespielt.

Und so wie’s derzeit aussieht, wird‘s wohl noch eine Weile dauern, bis er wieder ran kann. Denn: Gestern musste der Innenverteidiger das Training abbrechen! Grund: Schmerzen im entzündeten Knie. „Ich spüre ein Brennen und Stechen“, sagt Härter.

Er wird im Stuttgarter Fitness-Tempel rehamed mit Massagen und Elektrotherapie behandelt und ist optimistisch: „Bis zum Auftakt mit dem Derby gegen Pfullendorf am 1. März will ich wieder fit sein.“

BILD

Hängepartie um Sascha Benda – Kein neuer Stürmer mehr oder taktische Aussage?

Stuttgart (jüf) – Langsam wird die Zeit knapp. Am Donnerstag läuft die Wechselfrist ab – und noch immer ist nicht sicher, ob Sascha Benda den Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers verlassen wird. „Es sieht so aus, als ob er bei den Blauen bleiben wird“, sagt zwar sein Berater Rainer Störk, doch Kickers-Manager Joachim Cast gibt auf diese Worte nicht allzu viel: „Je näher der 31. Januar rückt, umso mehr wird taktiert.“ Fest steht: Ligarivale SV Elversberg hat dem Mittelfeldspieler einen längerfristigen Vertrag angeboten, soll aber nicht bereit sein, eine fünfstellige Ablösesumme zu bezahlen.

Unterdessen verdichten sich die Anzeichen, dass die ausgemusterten Markus Ortlieb und Sven Sökler bei den Kickers bleiben – und die Saison in der zweiten Mannschaft zu Ende spielen werden. Keine guten Nachrichten gibt es von Neuzugang Gino Russo. Die Achillessehne des Stürmers hat sich entzündet, er fällt bis auf weiteres aus. Dass ein weiterer Angreifer verpflichtet wird, hält Manager Cast für eher unwahrscheinlich: „Der Markt gibt wenig her.“

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Wer berät bei den Kickers wen?

Der Fall Jürgen Sundermann führt bei dem Fußball-Regionalligisten zu IrritationenStuttgart_ Das Jahr beginnt bekanntlich mit guten Vorsätzen. An denen mangelte es auch bei den Stuttgarter Kickers nicht. Die Prämisse: alles soll besser werden. Was manchmal leichter gesagt ist als getan. Das jüngste Beispiel heißt Jürgen Sundermann. Der ehemalige Bundesligatrainer ist seit Wochen Stammgast auf der Tribüne bei den Kickers. Der Kontakt kam in erster Linie durch das Präsidiumsmitglied Walter Kelsch zustande, der unter Sundermann einst beim VfB Stuttgart stürmte. Der Exnationalspieler präsentierte den weit gereisten Senior den Vorstandskollegen, offensichtlich mit Erfolg. Denn Sundermann soll dem Fußball-Regionalligisten helfen. In welcher Rolle? „Spieler und Trainer können auf ihn zukommen und sich Tipps holen“, so lautet die eher vage Stellenbeschreibung des Präsidenten Dirk Eichelbaum. Dessen Nachsatz: „Das birgt kein Konfliktpotenzial.“

Wenn sich der Präsident da mal nicht täuscht. Der Einstand zumindest verlief alles andere als glücklich, um nicht zu sagen amateurhaft. Es scheint – wieder einmal -, als ob die linke Hand im Verein nicht so genau weiß, was die rechte tut. Der für das Tagesgeschäft zuständige Manager Joachim Cast jedenfalls sagte zu der Personalie stets: „Es gab bisher nur ein Gespräch, noch ist nichts offiziell.“ Dem widerspricht sein Chef: „Es gibt einen Präsidiumsbeschluss“, sagt Eichelbaum leicht verwundert.

Dabei verwundert bei den Kickers schon lange nichts mehr. Dass der Präsidiumsbeschluss nicht nach außen transportiert worden ist, zeugt entweder von Schwachstellen in der Öffentlichkeitsarbeit oder von Vorbehalten gegenüber der sportlichen Führungsebene. Wobei es durchaus nachvollziehbar scheint, dass der Trainer Stefan Minkwitz und der Manager über diese Entscheidung nicht in Jubelstürme ausbrechen werden. Schließlich liegen die Erfolge Sundermanns schon lange zurück.

Überhaupt erinnert das Ganze verdächtig an die Kickers-Angewohnheit der vergangenen Jahre, den ramponierten sportlichen Ruf durch klangvolle Namen aufpolieren zu wollen. Genannt seien nur Guido Buchwald oder Arie Haan. Die beiden waren ebenfalls in beratender Funktion bei den Blauen tätig, allerdings nie lange.

Jetzt also Sundermann, Wundermann? Man darf auf die Zusammenarbeit gespannt sein, Konfliktpotenzial ist programmiert. Was auch daran liegen mag, dass Minkwitz und Cast in die Entscheidung nicht eingebunden waren. Das wirkt äußerst befremdlich, in einem Verein, dessen Verantwortliche dem Exchef Hans Kullen immer wieder mangelnde Kommunikation vorgeworfen haben. „Möglicherweise haben die Beteiligten Angst, einen Aufpasser zur Seite gestellt zu bekommen – aber das ist nicht der Fall“, sagt der Präsident Eichelbaum.

Das ist seine subjektive Sicht der Dinge. Klar ist schon jetzt, dass diese Aktion nicht dazu beiträgt, die Harmonie auf Degerlochs Höhen zu verbessern. Schließlich litt der Club schon in der Vorrunde darunter, dass es immer mal wieder Abstimmungsprobleme zwischen Management und Präsidium gab, speziell in Person von Walter Kelsch, der auch die Ablösung des Trainers Peter Zeidler maßgeblich forciert hat. Doch statt jetzt dem Nachfolgetandem Minkwitz und Malchow Vertrauen zu geben und den Rücken zu stärken, wird schnell noch ein neues Bindeglied installiert. Keine ideale Voraussetzungen also für das Unternehmen dritte Liga, eher ein Hauch von Aktionismus, auch wenn Cast sagt: „Jürgen Sundermann hat einen ganz sympathischen Eindruck gemacht.“

So weit, so gut? Sundermann will nicht in Aufstellung oder Mannschaft reinreden. Er soll die Spiele besuchen, im Training vorbeischauen. Sich seine Meinung bilden – aber keinen Einfluss nehmen. Schwer vorstellbar. Zumal Sundermann kaum die Rolle des Grüßgottonkels übernehmen wird, sondern sich in irgendeiner Form auch profilieren möchte. „Es ist ja niemand gezwungen, sich dessen Ratschläge zu holen“, betont der Präsident. Stellt sich die Frage, warum Sundermann, der heute 68 Jahre alt wird, dann überhaupt geholt worden ist. Ehrenamtlich, wie es heißt. „Wenn Spieler und Trainer keine Tipps von ihm wollen, dann hole ich mir welche“, sagt Dirk Eichelbaum. Vielleicht zum Thema: wie verbessere ich das Betriebsklima?

Stuttgarter Zeitung