Vorberichte II: Stuttgarter Kickers – FC Bayern München II

Cerci und Gambo sind erste Wahl
STUTTGART (ump). Nach den schlechten Erfahrungen mit dem Spielausfall gegen Pfullendorf lohnt sich ein Blick auf den Wetterbericht. Zwar ist es in dieser Woche erneut stürmisch, aber zumindest für morgen ist Entwarnung angesagt, so dass dem ersten Regionalliga-Heimspiel der Stuttgarter Kickers im Jahr 2008 nichts mehr im Wege stehen dürfte. Auf eine Wettprognose für das Spiel gegen Bayern München II (Anpfiff 14 Uhr) will sich der Trainer Stefan Minkwitz zwar nicht festlegen, „aber wenn wir unten rauskommen wollen, helfen zuhause nur Siege“. Das gilt für Samstag ebenso wie für die Nachholpartie am Dienstag gegen Pfullendorf, in der dann auch der gelbgesperrte Angelo Vaccaro wieder spielberechtigt ist.

Gegen die Bayern müssen die Kickers ohne ihren Torjäger (sieben Treffer) auskommen, „es wird aber trotzdem eine offensive Aufstellung geben“, sagt der Trainer. Die könnte dann auch so aussehen, dass Minkwitz neben zwei schnellen Außenspielern wie Cerci und Parmak nur einen zentralen Stürmer (Kacani) aufbietet, dahinter noch Bashiru Gambo, der nach seiner Sperre ins Team rücken wird. „Auf seine spielerischen und kämpferischen Qualitäten können wir nicht verzichten“, sagt Minkwitz, der die in Siegen nach der Pause praktizierte Dreierkette zunächst nicht übernehmen will.

Dennoch haben sich die Spieler in der zweiten Hälfte dort aufgedrängt. So dürfte neben Cerci auch Marcus Mann im defensiven Mittelfeld auflaufen, zumal Recep Yildiz wegen seiner angebrochenen Nase eine Gesichtsmaske benötigt, was im Spiel eher hinderlich ist. Auch für Oliver Stierle kommt ein Einsatz in der Startformation zu früh. Der Kapitän Jens Härter macht im Training zwar leichte Fortschritte, wird aber dennoch innerhalb der nächsten Woche entscheiden, ob eine Knie-Operation nötig ist – was bedeuten würde, dass die Saison für ihn beendet wäre.

Beim Kickers-Gegner FC Bayern München II kamen in der Vergangenheit schon des Öfteren Spieler aus der ersten Mannschaft zum Einsatz, „doch davon gehe ich diesmal nicht aus“, sagt Minkwitz. Schließlich dürfte beim deutschen Rekordmeister in dieser Woche kräftig rotiert werden, nachdem die Mannschaft am Mittwoch noch im Uefa-Pokal gespielt hat. Minkwitz sagt dazu: „Letztlich ist mir das auch relativ egal, da wir unser eigenes Spiel durchziehen müssen.“

Stuttgarter Zeitung

Vorberichte Stuttgarter Kickers – FC Bayern München II

Vorschau

Spielinfos: Anstoß: 15.03.2008 14:00 Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau
Schiedsrichter: Kunzmann (Niederaula) Assistenten: Krah (Schlüchtern), Finke (Fulda)

Stuttgarter Kickers: Gambo kehrt nach Gelb-Rot-Sperre zurück. Härter und Russo (beide verletzt) sowie Vaccaro (5. Gelbe) fehlen. Stierle (Zerrung) ist fraglich.
FC Bayern II: Große Änderungen wird es nicht geben, da Yilmaz und Niedermeier verletzt sind und es von den Profis keine Verstärkungen gibt.

Aufstellung
Stuttgarter Kickers Yelldell – Benda, Wildersinn, Rapp, Baradel – Rosen, Parmak, Mann, Cerci – Kacani, Gambo Trainer: Minkwitz

FC Bayern II T. Kraft – Celozzi, Saba, T. Linke, Heinze – Fürstner, Badstuber, Schütz, M. Schwarz – Nagorny, Sikorski Trainer: Gerland

Kicker

Yildiz mit Maske gegen Bayern

Aufatmen bei den Stuttgarter Kickers.

„Er trainiert voll mit“, sagt Trainer Stefan Minkwitz.

Auch Recep Yildiz kann trotz angebrochenem Nasenbein ran. Dem Defensivmann wird heute eine Schutzmaske angepasst.

Gute Nachrichten gibt’s auch von Oliver Stierle. Der Vize-Kapitän will nach einem Muskelfaserriss heute wieder mit dem Balltraining beginnen.

BILD

Presse am Montag nach SF Siegen – Stuttgarter Kickers (1:1)

Ein klarer Auftrag des Chefs

Bei den Kickers muss nun endlich zu Hause der Knoten platzen – auch ohne den gesperrten Vaccaro

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers warten unter Trainer Stefan Minkwitz weiter auf den ersten Sieg. Dennoch existiert kein Ultimatum. Der Präsident Dirk Eichelbaum gibt aber eine klare Forderung aus: „Aus den nächsten vier Spielen müssen drei Siege her.“

Von Joachim Klumpp

Der Präsident Dirk Eichelbaum hatte einen geschäftlichen Termin in Berlin, so dass er am Freitag nicht beim Spiel sein konnte. Als er vor dem Abflug ins Flugzeug stieg stand es noch 0:1, pünktlich mit der Landung in Stuttgart rief er dann seine SMS ab – 1:1 in Siegen, „damit kann ich unter diesen Umständen leben“. Unter diesen Umständen heißt, dass der Ausgleich durch Angelo Vaccaro erst kurz vor Schluss gefallen war. Ein Punkt. Der Auftakt ins Fußballjahr 2008 hätte für die Kickers in der Regionalliga zwar schlechter laufen können, aber auch besser. „Das war zumindest kein Schritt zurück“, sagte der Trainer Stefan Minkwitz, auch wenn der nach sechs Spielen immer noch auf den ersten Sieg warten muss und der Verein auf den vorletzten Platz abgerutscht ist. „Aber die Mannschaft lebt, das zeigt schon die Tatsache, dass sie in der Schlussphase dominiert hat.“ Bleibt die Frage: warum nicht gleich so?

Eine passende Antwort gibt es nicht. „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen: wir werden nicht mehr jedes Spiel in dieser Saison gewinnen“, sagt der Präsident Eichelbaum, der bei dieser Gelegenheit dementiert, dass für den Trainer ein Ultimatum für die ersten drei Spiele nach der Winterpause existiert.

„Natürlich war noch nicht alles so, wie ich es mir vorstelle“, sagt Stefan Minkwitz selbst, „der finale Pass hat meist gefehlt.“ Und damit die zwingenden Chancen. Immerhin hat sich die Umstellung auf ein 3-5-2-System zur Pause bezahlt gemacht. Die Kickers entwickelten mehr Druck aus dem Mittelfeld, nicht zuletzt dank Marcus Mann, der für Yildiz kam (angebrochenes Nasenbein) – und vor allem dank Neuzugang Ferhat Cerci, der auf der linken Außenbahn mächtig Betrieb machte. „So empfiehlt man sich für die erste Mannschaft“, sagte Minkwitz, „wäre er bei der Generalprobe gegen Ingolstadt auch so aufgetreten, wäre er in Siegen zunächst sicher nicht auf der Bank gesessen.“

Trotzdem wird der Trainer nicht von seiner grundsätzlichen 4-4-2-Taktik abweichen: „Zunächst einmal müssen wir schauen, dass wir das perfekt umsetzen. Wenn das nämlich der Fall wäre, würden wir nicht mehr in der Regionalliga spielen.“ Das wollen die Kickers auch nicht, zumindest nicht mehr nächste Saison, wenn das Ziel dritte Liga heißt. Der Punkt in Siegen, ein Anfang auf dem Weg dahin, mehr nicht. Jetzt folgen zwei Heimspiele (gegen Bayern München II und Pfullendorf) – da muss der erste Heimsieg her. Und nicht nur das. Eichelbaum hat klare Vorstellungen: „Aus den nächsten vier Spielen müssen drei Siege her.“

Allerdings fehlt ausgerechnet beim ersten Anlauf am nächsten Samstag der nach fünf Gelben Karten gesperrte Torjäger Angelo Vaccaro, der es bisher auf sieben Treffer brachte und zuletzt die beiden Remis in Regensburg und Siegen rettete. „Jetzt müssen eben die anderen ran. Sokol Kacani hat den Treffer vorbereitet, das war ja schon mal positiv, auch wenn er fußballerisch noch zulegen muss“, sagt Minkwitz.

Und bevor das Wehklagen der eigenen Fans nach dem abgewanderten Nico Beigang losgeht, betont der Trainer nochmals: „Wir haben ihn nicht weggeschickt, der Spieler wollte das von sich aus.“ Begründung: er fühle sich in Stuttgart nicht wohl. Die Luftveränderung hat offensichtlich gutgetan, für seinen neuen Club Regensburg erzielte er bereits seinen zweiten Treffer, auch wenn der diesmal nicht zum Sieg reichte.

Stuttgarter Zeitung

Wer weiß, was der Punkt noch wert ist“

Minkwitz lobt tolle Moral

Stuttgart – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers kam beim 1:1 bei den SF Siegen erst spät auf Touren. Trainer Stefan Minkwitz sah dennoch einige positive Aspekte.

Herr Minkwitz, was überwiegt: die Freude über den späten Ausgleich oder der Ärger über das Abrutschen auf den 17. Platz?

Wer weiß, was der Punkt noch wert ist. Man darf nicht vergessen, dass wir noch ein Nachholspiel haben, und das wollen wir wie alle Heimspiele gewinnen.

Wie kann das Team in dieser ernsten Lage die erste Hälfte verschlafen?

Das Auftreten in Siegen – zumindest in den ersten 20 Minuten – ist auch mir ein völliges Rätsel. Danach hat die Elf jedoch gezeigt, wie fit sie ist und welch tolle Moral in ihr steckt.

Lag die Wende auch an den Umstellungen?

Nach dem Nasenbeinbruch von Yildiz kam Mann und hat seine Sache im Mittelfeld gut gemacht. Auf links sorgte der eingewechselte Cerci für viel Wirbel. Joker Kacani hat den Ausgleich vorbereitet. Von dem her haben wir alles richtig gemacht.

Welche Rolle spielte die Systemänderung?

Durch die Umstellung auf Dreierkette haten wir nach der Pause ein Übergewicht im Mittelfeld, das hat sich positiv ausgewirkt. Doch unsere Grundordnung wird auch künftig das 4:4:2-System bleiben.

Torjäger Vaccaro fehlt am Samstag gegen den FC Bayern II. Rächt es sich nicht jetzt schon, keinen Stürmer verpflichtet zu haben?

In den Vorbereitungsspielen hatten wir acht verschiedene Torschützen. Die müssen eben auch jetzt in die Bresche springen.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

»Feuerwehr« rollte die Schläuche ein
Sportfr. Siegen nach furiosem Start am Ende doch wieder nur 1:1 / Hocks Debütanten-Tor

geo Siegen. Sie legten los wie die Feuerwehr. Aber nach 90 Minuten hieß es am Ende doch wieder nur 1:1. Pfiffe der Zuschauer waren die Begleitmusik des gestrigen Regionalliga-Spiels der Siegener Sportfreunde gegen die Stuttgarter Kickers, nachdem die Fans zunächst geradezu euphorisiert wirkten. Doch alle guten Vorsätze, mit denen die Fascher-Schützlinge tatsächlich in das Match starteten, schlichen von Minute zu Minute von dannen, so dass der Ex-Bundesligist am Ende mit einem nicht einmal unverdienten Punktgewinn die Heimreise antrat und Siegens Rückkehr in die Qualifikationsränge zur 3. Liga angesichts des 12. Saison-Remis bis auf weiteres verschoben werden musste.

Trainer Marc Fascher hatte mit Marcel Throm und Dennis Bührer auf der linken Seite zwei Neuzugänge neu aufgeboten, und auch der Ex-Karlsruher Christopher Hock lief erstmals für die Siegener in einem Pflichtspiel auf.

Bühnenreifer »Gig« in der 44. Minute

Dass die Siegener Spieler »brannten« bis unter die Haarspitzen, bekamen die 4600 Zuschauer in einem bühnenreifen »Gig« in der 44. Minute vorgeführt. Da nämlich »faltete« Torhüter Robert Wulnikowski den Ex-Hoffenheimer Marcel Throm wortgewaltig auf Pappkarton-Größe zusammen, weil dieser einen weiten Abwurf des »Panthers« kurz vor der Mittellinie »verdaddelt« hatte. Aber auch die Feldspieler gingen wie aufgeputscht zu Werke und berannten das Stuttgarter Gehäuse namentlich in den ersten 20 Minuten mit einer Vehemenz, wie man sie im ehrwürdigen Leimbach-Stadion lange nicht mehr erlebt hatte. Das war freilich die fast logische Konsequenz der Bevorzugung eher kleiner und flinker Akteure in der Mittelfeldreihe. Die spurteten nämlich munter durcheinander, und doch schien alles System zu haben.

Vor allem das gefürchtete Siegener »Ball-weg-Syndrom« scheint Trainer Marc Fascher seinen Akteuren in der Winter-Erholungskur ausgetrieben zu haben. Früher hatte jeder Siegener Mittelfeldspieler bei Ballbesitz im Mittelfeld nur ein Ziel: weg damit, am besten 40 Meter. Doch jetzt ging es flott und geordnet von Station zu Station, das den Stuttgartern nur ein staunendes Nachsehen blieb. In diesem Sinne bewährte sich Faschers 4-2-3-1-Formation, denn zwischen den Strafräumen hatte Siegen immer Überzahl in Ballnähe. Und trotz des sehr holprigen Geläufs gehorchte der Ball bei den vielen Zuspielen auch weitgehend den Vorstellungen der jeweiligen Passgeber.

Reanimation der linken Seite

So freuten sich die Fans schon nach nur 63 Sekunden über den ersten Torschrei 2008. Doch er war übereilt, denn nach einem Pfingsten-Freistoß verlängerte Gerrit Müller abtauchend mit dem Kopf zu dem im Abseits stehenden Christian Pospischil. Letzterer interpretierte seine Rolle als »Sechser« entschlossen

offensiv und hämmerte schon in der 3. Minute aus 18 Metern knapp drüber. Aber nach zwölf Minuten waren die Schwaben dann doch auf Gartenzwerg-Niveau zusammengeschustert: Dennis Bührer mogelte sich auf Linksaußen durch und flankte gefühlvoll zu Christopher Hock, der am hinteren Torraumeck köpfend das erlösende 1:0 markierte. So sorgten also nicht nur zwei Debütanten für die Führung. Es war auch eine erfolgreiche Reanimation der linken Seite, die bei Siegen mit Throm und Bührer jetzt weit erfolgsversprechender als in Sommer und Herbst bestückt ist.

Sorglosigkeit machte sich breit

Freilich erlahmte nach 20 Minuten der Angriffswirbel der Sportfreunde, so dass auch die leicht übergewichtig und steif wirkenden Kickers mitspielen durften. Eine gewisse Sorglosigkeit machte sich bei den »Roten« breit, was in der 45. Minute beinahe ins Auge gegangen wäre, als Recep Yildiz aus 16 Metern abzog, und Angelo Vaccaro am Fünfer den Ball ins Netz ablenkte. Aber wie schon bei der ersten Aktion in Halbzeit 1 stand auch bei dieser letzten der Schütze im Abseits.

In der 2. Halbzeit konnten die Siegener nicht mehr an Tempo und Niveau der Anfangsphase heranreichen. Die Feldanteile waren nun mehr und mehr auf Seiten der Gäste, die daraus aber wenig Torgefahr entwickelten. Doch beim Stande von 1:0 entwickeln Fußballspiele nun mal ihre eigene Dramaturgie. So etwas nennt man auch in Siegen seit ewigen Zeiten »Zitterspiel« – und das war es dann auch.

Die Bestrafung folgte in der 86. Minute, als Siegen auf der rechten Abwehrseite nicht entschlossen störte, und Angelo Vaccaro – Minuten zuvor noch von Krämpfen geschüttelt – aus der Drehung ins lange Eck zum 1:1 abschloss.

Siegener Zeitung

Die Sportfreunde-Spieler in der Einzelkritik:

Robert Wulnikowski: Wurde fast gar nicht geprüft und wirkte doch immer hellwach.

Marc Gallego: Seine Flanken sind eindeutig präziser geworden, aber auch er bekam es wohl mit der Angst vorm Siegen zu tun. Gegentor über seine Seite.

Daniel Bogusz: Verlebte einen völlig unspektakulären Abend und verrichte diszipliniert seine Arbeit.

Alexis Genet: Bei ihm weiß man nie, ob es Sicherheit oder Lässigkeit ist. Dennoch machte er keine großen Fehler – aber dann hieß es doch 1:1 …

Marcel Throm: Nach vorne hielt er sich zurück, hinten spielte er taktisch klug, wenn auch nicht immer ohne Fehler.

Christian Pospischil: War in der Anfangsphase kaum zu halten und sprühte vor Tatendrang – dann aber ließ gerade er ziemlich nach.

Enrico Gaede: Erstmals mit der Kapitänsbinde ausgerüstet, hielt er sich bedeckt und sorgte für Ordnung in den eigenen Reihen.

Christopher Hock: Das war über weite Strecken ein vielversprechendes Debüt, das Hock mit dem 1:0 krönte. Hätte beinahe das 2:0 gemacht.

Nils Pfingsten: Wirkte anfangs wie befreit und spielte furios auf. Aber auch von ihm kam dann immer weniger.

Dennis Bührer: War der einzige Gewinner des gestrigen Abends. War auf links viel und vor allem effektiv unterwegs.

Gerrit Müller: Eindeutig nicht so stark. Müller konnte sich nie durchsetzen. War der erste, der platt über den Rasen schlich.

Alexander Blessin: Kam für die letzten 25 Minuten, fand aber nicht mehr richtig in das Spiel hinein.

Veselin Popovic: Löste vielleicht ein wenig zu spät Müller ab und bekam auch keinen Stich mehr.

Schiedsrichter: Markus Pflaum hatte das Spiel jederzeit im Griff und mit der recht fairen Partie überhaupt keine Mühe.

Siegener Zeitung

Drei Stadien und noch viele Fragen

Diese Woche Spitzengespräch

Der Gemeinderat entscheidet Ende April über den Umbau des Daimlerstadions und die Finanzierung. Dabei muss auch geklärt werden, was mit den kleineren Stadien passiert. Der Plan, die Leichtathleten bei Laune zu halten, geht aber am Bedarf vorbei.

Von Jörg Nauke

Die Verhandlungen zwischen dem Ersten Bürgermeister Michael Föll (CDU) und dem Vorstand des VfB Stuttgart über den Umbau des Daimlerstadions in eine reine Fußballarena ohne Leichtathletiklaufbahn stehen vor dem Abschluss. An diesem Donnerstag wird das Konzept den Fraktionsvorsitzenden vorgestellt, am 2. April gibt es eine Pressekonferenz. Danach wird das Projekt in den Ausschüssen diskutiert. Am 24. April fasst der Gemeinderat den Baubeschluss. Nach dem Ende der Saison 2008/2009 würde mit den Umbauarbeiten begonnen. Beide Kurven würden ersetzt und das Dach verändert. Als Erstes muss die Untertürkheimer Kurve umgebaut werden, weil man dort eine Sporthalle für 2000 Zuschauern unterbringen will.

Die Bedingungen für den Umbau wurden erst kürzlich geändert. „Bau und Betrieb von Fußballstadien sind eine private Aufgabe“, hat OB Wolfgang Schuster jüngst noch behauptet: „Wenn der VfB umbauen will, muss er uns das Stadion abkaufen.“ Davon ist keine Rede mehr. Den mit mindestens 70 Millionen Euro veranschlagten Umbau leistet nicht der VfB, sondern die Stadt über ihre Objektgesellschaft, in der bereits die Schleyerhalle und die Porsche-Arena verwaltet werden.

Zins und Tilgung des von der Stadt gesicherten Umbaukredits leiste der Bundesligist durch die Miete, heißt es; außerdem müsse der VfB eine Erbpacht von einer Million Euro, weiter 2,68 Millionen Euro pro Jahr für die Finanzierung des Business Centers in der Haupttribüne und zudem eine Instandhaltungsabgabe bezahlen; beispielsweise für einen Ersatzrasen oder für neue Sitze, wenn die Fans gewütet haben.

Neben der Miete, die auch künftig nicht ausreichen wird, um die Abschreibungen von jährlich mehr als drei Millionen Euro zu erwirtschaften, tätigt der VfB in seiner Funktion als atypisch stiller Beteiligter der Objektgesellschaft eine Einlage in Höhe von 27 Millionen Euro. Dieses Geld wird von Sponsoren des Vereins aufgebracht.

Der VfB erhofft sich durch das Erlebnis Arena eine bessere Stimmung und höhere Einnahmen. Der Club hat zuletzt 88 Millionen Euro Umsatz erzielt und geht von jährlichen Mehreinnahmen in Höhe von 8,42 Millionen Euro aus. Ziel ist es, neben der Vermarktung von Kurvenlogen die Fans dazu zu bringen, mehr zu konsumieren. Mit komfortableren Plätzen in den steileren Kurven wären auch Preiserhöhungen durchzusetzen. Der VfB schielt in diesem Fall gerne zur Konkurrenz. Das VfB-Durchschnittsticket kostete 2006 exakt 22,56 Euro, in Hamburg aber 24,35 Euro und 31,13 Euro in Hannover. Schon ein Euro Erhöhung bringt eine Million Euro Mehrumsatz. Die Sportverwaltung im Rathaus, die einige Dutzend Mitarbeiter durch die Umstrukturierung abgeben würde, betrachtet schon heute den Stadionbetrieb als gutes Geschäft. Ohne Verrechnungen, Abschreibungen und kalkulatorische Zinsen verblieben 1,8 Millionen Euro Jahresüberschuss.

Für den Stadionumbau zeichnet sich im Gemeinderat eine breite Mehrheit ab, weil Kämmerer Föll nach OB Schuster auch CDU-Chef Reinhold Uhl überzeugt hat. Würde der VfB zahlungsunfähig, könne man mit der Sponsoreneinlage den Umbaukredit tilgen, begründet Uhl seine Kehrtwende. Bisher stand er auf dem Standpunkt, das heutige Risiko von rund 30 Millionen Euro (durch das Darlehen aus dem Umbau der Haupttribüne) sei für die Kommune schon genug belastend.

Doch die Verwaltung wird den Stadträten mehr vorlegen als nur den Umbaubeschluss. Nachdem die Rathausspitze von Daimler die Bestätigung erhalten hat, dass neben dem Museum ein Oldtimerzentrum errichtet wird, stehen im Neckarpark große Veränderungen an. Der VfL Stuttgart muss verlagert, Sportstätten neu gebaut werden.

Als Ausgleich für den Wegfall der Laufbahn im Daimlerstadion will die Stadt aus dem Erlös des Grundstücksverkaufs an Daimler das Leichtathletikstadion Festwiese sanieren. Das verwirrt selbst den Verbandspräsidenten Jürgen Scholz, denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, sprich: der Wegfall einer Veranstaltungsstätte mit 50 000 Zuschauern kann nicht kompensiert werden, indem man eine kleine Trainingsstätte aufhübscht; zumal es gar keine geeigneten Wettbewerbe gibt, für die ein Stadion Festwiese mit später 5000 oder sogar 20 000 Zuschauern benötigt würde. Regionale Titelkämpfe werden ganz bewusst nicht in der Metropole, sondern im Umland ausgerichtet.

Ein derartiger Luxusausbau ließe sich nur rechtfertigen, falls die Festwiese auch Heimspielstätte für die VfB-Amateure in der 3. Fußball-Bundesliga würde. Von dieser Idee der Grünen hält jedoch die Sportverwaltung nichts. Sie priorisiert weiter die Ertüchtigung des Gazi-Stadions auf der Waldau. Dort soll der VfB-Nachwuchs seine Drittligaspiele bestreiten; die Kickers behalten ihr Zuhause ebenso wie das Football-Team der Scorpions.

Stuttgarter Zeitung

U19 besiegt Offenburg

Das U19-Team der Stuttgarter Kickers ist durch einen 1:0 Erfolg gegen den Offenburger FV einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gelungen. Vor 350 Zuschauer erzielte Gökhan Gümüssü in der 83. Spielminute per Foulelfmeter.

Mit nunmehr neun Pluspunkten liegen die Blauen nun nur noch einen Punkte vom rettenden Ufer entfernt. Weiter geht es am 30.03. beim TSV 1860 München. Die Löwen belegen momentan mit 24 Punkten den neunten Tabellenplatz.
Die Kickers spielten mit:
Rodriguez; Abruscia, Gümüssü, Reichard, Hirning (89. Zivaljevic); Auracher, Gürol, Boric, Pala (90. Yel); Fennell, Brandstetter (65. Celiktas)

Presse zu SF Siegen – Stuttgarter Kickers (1:1)

Angelo Vaccaro rettet einen Punkt

Die Stuttgarter Kickers trennen sich von Siegen mit 1:1 und klettern in der Tabelle auf Platz 15

STUTTGART (StZ). Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga Süd gestern ein 1:1-(0:1)-Unentschieden bei den Sportfreunden Siegen erkämpft. „Es freut mich, dass wir bis zum Ende Gas gegeben haben“, sagte der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz.

Durch das Remis kletterten die Stuttgarter Kickers zwar in der Tabelle um einen Rang nach oben, trotzdem bleibt die Abstiegsangst beim Tabellen-15. groß. Die 4593 Zuschauer sahen in Siegen zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. Zu Beginn dominierten die Sportfreunde – bereits in der ersten Minute traf Christian Pospischil zum vermeintlichen 1:0, doch der Schiedsrichter entschied auf Abseits. Die Kickers versuchten es in der Anfangsphase mit langen Bällen in die Spitze, doch die landeten im Niemandsland. Kurze Zeit später köpfte Christopher Hock nach einer Flanke von Dennis Bührer zur Führung für Siegen ein (12.). Im Anschluss beschränkten sich die Sportfreunde jedoch darauf, den knappen Vorsprung zu verwalten, was die Stuttgarter Kickers in die Partie brachte.

Nach dem Wechsel stellte der Kickers-Coach Stefan Minkwitz die Abwehr auf eine Dreierkette um – Marco Wildersinn rückte auf die rechte Außenposition, Sascha Benda spielte nun im Mittelfeld. Es war ein gelungener Schachzug. Fortan verschafften sich die Kickers viele Feldvorteile und dominierten die Partie. Mustafa Parmak verpasste mit einem Freistoß nur knapp das Siegener Tor (76.). In der 86. Minute gelang den Kickers der verdiente Ausgleich. Der Neuzugang Ferhart Cerci, der nach seiner Einwechslung die linke Seite belebte, flankte flach in die Mitte. Angelo Vaccaro gelang mit einem Drehschuss ins lange Eck das überfällige 1:1. Nur zwei Minuten später schoss Sokol Kacani sogar zum 2:1 für Stuttgart ein – doch der Unparteiische erkannte die klare Abseitsposition, in der sich der Stürmer dabei befand.

„Wir wollten hier drei Punkte holen. Der eine Zähler hilft weder uns noch Siegen weiter“, sagte Minkwitz. „Trotzdem freut es mich, dass wir aufgestanden sind und bis zum Ende Gas gegeben haben.“

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Yildiz (46. Mann), Rapp, Wildersinn, Benda – Rosen, Parmak, Deigendesch (46. Cerci), Baradel – Tucci (72. Kacani), Vaccaro.

Tore: 1:0 Hock (12.), 1:1 Vaccaro (87.).

Stuttgarter Zeitung
Vaccaro rettet Kickers ein 1:1

Stürmer trifft in Siegen in der 87. Minute – ist aber gegen FC Bayern II gesperrt

Siegen – Teilerfolg für Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers: Angelo Vaccaro rettete den Blauen mit seinem siebten Saisontor drei Minuten vor Schluss ein 1:1 (0:1) bei den SF Siegen. Es war der Lohn für eine klare Leistungssteigerung nach der Pause.

VON FABIAN SCHLABACH

Der Mann des Abends aus Sicht der Kickers wusste nicht so richtig, ob er sich freuen oder ärgern sollte. „Wir haben die ersten 20 Minuten total verschlafen und erst in der zweiten Halbzeit Gas gegeben“, sagte Vaccaro – und ergänzte mit nachdenklicher Miene: „Eigentlich ist der Punkt zu wenig. Jetzt müssen wir in den zwei folgenden Heimspielen nachlegen.“ Das Dumme nur: In der Partie am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen den FC Bayern II fehlt der 26-jährige Torjäger. Vaccaro sah in Siegen seine fünfte Gelbe Karte.

Die Blauen kamen beim Auftakt nach der Winterpause nur sehr schwer in die Gänge. Die Kickers-Akteure standen in der ersten Hälfte viel zu weit weg von ihren Gegenspielern, außerdem fehlte der Biss – und von einem Spielaufbau mit System war nichts zu sehen. Planlos wurden die Bälle nach vorne gedroschen. Trainer Stefan Minkwitz fasste die deprimierende Vorstellung vor der Pause treffend zusammen: „In der ersten Halbzeit haben wir nicht stattgefunden.“

Das änderte sich nach dem Wechsel. Viel ging bei den Kickers nun über die Außenbahnen. Vor allem der eingewechselte Ferhat Cerci sorgte für Wirbel. Der Neuzugang war es auch, der die Vorarbeit zu Vaccaros Ausgleichstor leistete. „Gratulation an mein Team, es hat bis zum Schluss alles gegeben“, sagte Minkwitz. „Das 1:1 ist okay, aber letztendlich hilft es keinem der Clubs weiter.“ Auch nicht Minkwitz selbst. Er wartet nach seinem sechsten Spiel als Cheftrainer weiter auf den ersten Sieg.

Stuttgarter Nachrichten

Ausgleich kurz vor Schluss

Vaccaro rettet den Stuttgarter Kickers ein 1:1 in Siegen

Siegen (red) – Dank des späten Treffers von Angelo Vaccaro in der 87. Minute sind die Stuttgarter Kickers haarscharf an einer Niederlage bei den SF Siegen vorbeigeschrammt. Das Untentschieden hilft dem Fußball-Regionalligisten aber wenig weiter.

Christopher Hock hatte vor 4593 Zuschauern per Kopf für die frühe Siegener Führung gesorgt (12.), der ein Fehler von Kickers-Verteidiger Marco Wildersinn vorausgegangen war. Der Stuttgarter Manager Joachim Cast war am Ende froh, dass es im ersten Spiel nach der Winterpause wenigstens zu einem Punkt gereicht hatte. „Wir können damit zufrieden sein, zumal wenn der Ausgleich so spät fällt“, sagte Cast. Der Manager weiß aber auch: „Grundsätzlich ist der eine Punkt zu wenig für uns. Positiv ist zumindest, dass sich die Mannschaft nach dem Rückstand zusammengerauft hat und noch den Ausgleich erzielt hat.“Die Kickers verschliefen die Anfangsphase. Schon vor dem 0:1 landete der Ball im Stuttgarter Tor (2.), Schiedsrichter Markus Pflaum entschied aber auf Abseits. Nach zwanzig Minuten fingen sich die Kickers. Nach der Pause war das Team dann die deutlich agilere Elf. Trotzdem dauerte es lange bis der Ausgleich fiel: Nach einer schönen Kombination flankte Marcus Mann auf Vaccaro, der zum 1:1 einschob. „Der Ausgleich war insgesamt hochverdient. Die zweite Hälfte hat gezeigt, dass Moral und Zusammenhalt bei uns stimmen“, sagte Cast. Stuttgarter Kickers: Yelldell – Yildiz (46. Mann), Rapp, Wildersinn, Benda – Rosen, Parmak, Deigendesch (46. Cerci), Baradel – Tucci (72. Kacani), Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Jahresstart mit gefühlter Niederlage
Siegen. Drei Minuten fehlten den Sportfreunden gestern Abend zum Sieg im ersten Meisterschaftsspiel des Jahres gegen eine erschreckend schwache Kickers-Elf. …

… In den letzten Minuten drehten die Gäste ein Spiel, dass die Siegener über weite Strecken eigentlich im Griff hatten. Nach der frühen Führung durch Christopher Hock hatten die Siegener es versäumt, dem angeschlagenen Boxer den Knockout zu versetzen. So etwas rächt sich meist.

Regungslos, wie versteinert stand Trainer Marc Fascher nach dem Abpfiff an der Seitenlinie. Er wusste, dieser Punkt war nach diesem Spiel, nach dieser ansehnlichen Leistung seiner Mannschaftt einfach zu wenig. Nach dem zwölften Unentschieden im 20. Saisonspiel treten die Sportfreunde damit im Tabellenkeller auf der Stelle – und die kommenden Aufgaben werden in den nächsten zwei Wochen sicher nicht leichter.

Marc Fascher sorgte bei der Startelf für eine kleine Überraschung: Der SF-Trainer hatte zwar wie angekündigt auf ein 4-2-3-1-System mit einer Sturmspitze gesetzt – entgegen der von uns angekündigten Aufstellung jedoch auf zwei Positionen umgestellt. So bekamen Genet (gegenüber Islamoglu) und Hock (Blessin) den Vorzug.

Dass Neuzugang Christopher Hock, nach seiner langwierigen Kreuzbandverletzung erstmals im Trikot der Sportfreunde, schon zum jetzigen Zeitpunkt das volle Vertrauen des Trainers für den Job hinter der Spitze erhalten würde, hatten wohl die wenigsten vermutet. Aber Fascher bewies mit ihm ein wahrhaft glückliches Händchen. Es waren exakt elf Minuten und 30 Sekunden gespielt, da zeigte der 23-Jährige, was in ihm steckt: Ein waschechter Stürmer mit dem richtigen Riecher und gutem Kopfballspiel.

Der flinke Dennis Bührer hatte auf der linke Seite dem fahrlässigen Kickers-Kapitän Marco Wildersinn den Ball abgeluchst, war dann bis auf die Grundlinie weitergestiefelt, setzte eine mustergültige Flanke in den Strafraum – und da konnte „Hocki“ gegen eine desolate Stuttgarter Abwehr lange Maß nehmen und seinen wuchtigen Kopfball zum 1:0 setzen. Wie schon im Hinspiel gegen die Stuttgarter Kickers (1:1) waren die Siegener mit einem Kopfballtor in Führung gegangen.

Die ersten 30 Minuten gehörten ganz allein den Sportfreunden gegen erschreckend schwache Kickers, die in allen spielerischen Belangen klar unterlegen war. In dieser Verfassung dürfte die Mannschaft von Neutrainer Stefan Minkwitz sicher große Schwierigkeiten mit dem Saisonziel Qualifikation für die 3. Liga bekommen.

Es waren 70 Sekunden gespielt, da lag der Ball zum ersten Mal im Netz der Stuttgarter und die „Magolveser“ jubelten. Doch sie hatten den nach oben gereckten Arm des Linienrichters übersehen – der hatte Christian Pospischil im Abseits gesehen.

Für die Sportfreunde war es der erste Fingerzeig. Auch danach spielte mit Siegen eigentlich nur ein Team. Konsequent in den Zweikämpfen, früh den Gegner störend und dem nötigen Zug zum Tor. Auffälligste Spieler in dieser ersten halben Stunde waren Dennis Bührer, Nils Pfingsten, natürlich Hock und mit einigen Abstrichen auch Christian Pospischil.

Den zwölften Mann hatte die Mannschaft mit Trainer Marc Fascher, der mitunter fast auf dem Rasen stand und seine Jungs wie ein Hamburger Fischmarktschreier nach vorne beorderte.

Chancen zur 2:0-Pausenführung hatten dann Enrico Gaede (35.) – der nach einer Flanke von Throm seinen Kopfball direkt in die Arme des oft unsicheren Torhüters Yelldell setzte – und Christian Pospischil, der von Gallego gut bedient wurde und aus der Distanz draufhielt, jedoch am Pfosten vorbei zog.

In der Folge aber brachte Siegen die Kickers ins Spiel zurück. SF-Trainer Fascher ahnte wohl Böses, als er kurz vor dem Abpfiff die fahrlässige Abwehrarbeit seines Teams mit ansehen musste und lautstark über den Platz brüllte.

Yildiz brachte die Flanke von links in den Siegener Strafraum – und in der Mitte war Kickers erfolgreichster Torschütze Angelo Vaccaro zur Stelle, drückte den Ball über die Linie: Doch jetzt jubelten die Stuttgarter vergeblich, denn auch diesmal hatte der Linienrichter die Abseitsfahne oben. Fascher tobte, denn mit viel Dusel hatten seine Mannen die einzige brenzlige Situation in der ersten Hälfte überstanden.

Nach dem Wiederanpfiff versuchten die Sportfreunde weiterhin ihr Spiel über die Flügel aufzuziehen, doch nun spielten die Kickers mit. In der 51. Minute kam Hock fast zum zweiten Tor, doch den Abstauber schaufelte er über die Querlatte. Yelldell war längst geschlagen.

Jetzt taten die Kickers mehr fürs Spiel, kamen zu ersten Möglichkeiten: Parmak verfehlte mit seinem Freistoß nur um Zentimeter (75.). Ein zweites Tor bekamen die Sportfreunde fünf Minuten vor dem Schluss fast geschenkt: Yelldell hatte den scharfen Rückpass von Wildersinn unterschätzt – aber der Ball kullerte am geschlagenen Torwart unter dem Torgeschrei der Siegener Fans am Pfosten vorbei.

Und wie der Fußball dann so oft denjenigen bestraft, der nicht konsequent seine Möglichkeiten nutzt, das mussten die Siegener dann in der 87. Minute qualvoll erleiden: Es war, wer sonst, Vaccaro, der sich nach einer Flanke von Kacani geschickt im Strafraum blitzschnell gedreht und mit links aus zehn Meter unhaltbar abgezogen hatte.

Westfalenrundschau

Teilerfolg zum Restrundenauftakt

1:1 gegen die Stuttgarter Kickers – Später Gegentreffer nach früher Führung durch Hock
Die Sportfreunde bleiben in Sachen „Punkteteilung“ das Maß aller Dinge in der Regionalliga Süd. Zum zwölften Mal musste man sich mit einem Unentschieden zufrieden geben, gegen die Stuttgarter Kickers spielten die Schützlinge von Trainer Marc Fascher am Freitagabend 1:1. Ein Ergebnis, mit dem beide Teams nicht wirklich zufrieden sein können aufgrund der aktuellen Tabellensituation.

Nach 90 Tagen stand am Freitagabend endlich wieder Fußball im Leimbachstadion auf dem Programm, nachdem sowohl die Sportfreunde, als auch die Kickers in der Vorwoche wegen des Sturmtiefs „Emma“ pausieren mussten. 4.593 Zuschauer verfolgten eine spannende, wenn auch nicht immer hochklassig Partie, in der die Hausherren zunächst über weite Phasen überlegen waren, zumindest aber bis zur Pause die besseren Chancen hatten. Erst danach überließ man dem Gast das Spiel, der sich in die Partie zurück kämpfte und dann nicht zu unverdient, wenn auch erst sehr spät, zum Ausgleich kam.

Gegen die Schwaben hütete Robert Wulnikowski wieder das Tor der Sportfreunde. Taktisch setzte Trainer Marc Fascher auf ein 4-2-3-1-System. In der Abwehr entschied sich der Hamburger Fußballlehrer für Daniel Bogusz und Alexis Genet in der Innenverteidigung sowie Marc Gallego und Marcel Throm auf den Außenpositionen. Im defensiven Mittelfeld standen Christian Pospischil und Enrico Gaede in der Startformation, im offensiven Bereich begannen Nils Pfingsten, Christopher Hock und Dennis Bührer, in der Sturmspitze Gerrit Müller. Als die Siegener in der zweiten Hälfte nur noch selten für Entlastung sorgen konnten, brachte Fascher mit Alexander Blessin und Veselin Popovic zwei frische Offensivkräfte.

Einen fast perfekten Start hätten die Hausherren hingelegt. Nicht mal zwei Minuten waren gespielt, da lenkte Gerrit Müller nach einem Freistoß von Nils Pfingsten von links den Ball aus der Mitte heraus nach links auf Christian Pospischil, der aus sieben Metern rechts in die Ecke traf, aber wohl im Abseits stand – so zumindest die Meinung der Unparteiischen. Zehn Minuten später aber sorgte Christopher Hock per Kopf für die verdiente Führung zugunsten der Siegener. Dennis Bührer nutzte den Ausrutscher von Marco Wildersinn an der linken Außenlinie, lief in den Strafraum und setzte die Flanke auf den langen Pfosten, wo Hock völlig freistand und aus sieben Metern das 1:0 in der 12. Minute markierte.

In der Folge verlief die Begegnung dann aber in ruhigeren Bahnen. Die Kickers waren nach dem furiosen Start der Gastgeber bemüht, den Ball länger in den eigene Reihen zu halten, doch vor das Tor der Sportfreunde kam man zunächst nicht. Auf der anderen Seite wurde ein Kopfball von Christopher Hock in der 24. Minute nach einer Flanke von Marc Gallego von der rechten Seite geerade noch abgeblockt, in der 35. Minute scheiterte Enrico Gaede mit einem Kopfball vom Strafstoßpunkt, als Marcel Throm von links das Leder vor da Tor der Gäste brachte. Zwei Minuten später versuchte es Marc Gallego nach einem Zuspiel von Christian Pospischil aus 22 Metern, aber sein Schuss verpasste sein Ziel ebenso knapp, wie der Versuch von Pospischil nach Ablage von Dennis Bührer in der 41. Minute um Zentimeter über das Tor flog.

Erst in den Schlussminuten wurde das Team von Trainer Stefan Minkwitz gefährlicher. Musste Keeper Robert Wulnikowski zuvor nur zwei Mal per Faustabwehr retten – in der 25. Minute nach einer Flanke von Mustafa Parmak und in der 43. Minute nach einer Ecke – so war er kurz vor dem Pausenpfiff chancenlos. Da setzte Siegens Defensive nicht energisch genug nach, Recep Yildiz kam von halblinks aus 18 Metern zum Schuss und traf in die rechte Torecke, doch direkt vor Siegens Schlussmann stand Angelo Vaccaro im Abseits. Somit ging es mit der 1:0-Führung für die Siegener in die Pause.

Die Stuttgarter wechselten zur Pause gleich doppelt, versuchten, mehr für die Offensive zu tun. Doch auch nach dem Seitenwechsel blieben die Fascher-Schützlinge insgesamt überlegen, doch man ging etwas fahrlässig mit den sich bietenden Chancen um. Raum hatte man, doch die Angriffe schloss man zu unkonzentriert ab. Und man hatte auch etwas Pech. So in der 51. Minute, als Marcel Throm von links den Ball scharf und flach vor das Tor brachte, David Yelldell war erneut unsicher, ließ den Ball abprallen, Mike Baradel wollte am langen Pfosten klären, schoss Christopher Hock an, der Ball flog knapp am Tor vorbei ins Aus.

In der 65. Minute durfte der Torschütze dann vom Feld, Alexander Blessin übernahm den Part im Mittelfeld. In dieser Phase waren es die „Blauen“, die das Kommando übernahmen. Aber zunächst nur bis zum Strafraum der Gastgeber, die nach dem Seitenwechsel zu selten für Entlastung sorgen konnten. Ein Schussverscuh von Alexander Rosen in der 74. Minute von der Strafraumgrenze blieb nur ein Roller, ein Freistoß von Mustafa Parmak zwei Minuten später war da schon knapper, flog aus 25 Metern knapp links am Tor vorbei.

Zehn Minuten vor dem Ende der Partie ersetzte Veselin Popovic Gerrit Müller, der sich aufgerieben hatte. Als dann die Zuschauer, so sie denn für die Sportfreunde waren, auf den „Dreier“ im ersten Spiel des Jahres hofften und zitterten, drehten die Stuttgarter noch einmal auf. Nachdem zunächst Marco Wildersinn seinen Schlussmann David Yelldell mit einem Rückpass in Bedrängis gebracht hatte, da Leder rollte unter dem Fuß des Kickers-Schlussmannes hindurch, kurz vor der Torlinie konnte er das Leder aber noch abfangen, da kamen die Gäste in der 87. Minute zum, zu diesem Zeitpunkt, nicht mehr unverdienten Ausgleich. Sascha Bendas Zuspiel von der linken Seite kam zu Angelo Vaccaro, der sich drehte und aus acht Metern den Ball flach über die Torlinie schoss. Kurz danach hatten die Hausherren sogar noch Glück, dass der eingewechselte Sokol Kacani im Abseits stand, als Mustafa Parmak über rechts in den Strafraum eindrang und Robert Wulnikowski den Schuss nicht festpacken konnte, Kacani traf zwar, wurde jedoch zurück gepfiffen.

Somit blieb es beim 1:1-Unentschieden. Das die Siegener Fans mit vielen Fragezeichen zurücklässt. Die eigene Mannschaft hatte gut begonnen, um am Ende wieder nur zu einer Punkteteilung zu kommen, die zwölfte der laufenden Saison. Damit wird man auch nach dem 21. Spieltag unterhalb von Platz 10 stehen bleiben, der erhoffte Sieg gegen einen direkten Konkurrenten um den Kampf um diese Platzierung blieb aus.

Zum Auftakt der ersten Englischen Woche in diesem Jahr reisen die Sportfreunde am Montag nach Bayern, wo bereits am kommenden Dienstag das Nachholspiel bei der SpVgg Unterhaching auf dem Programm steht. Um 19.30 Uhr beginnt die Partie im „Generali“-Sportpark. Am kommenden Samstag (Anstoß 14.00 Uhr) sind die Fascher in einem weiteren Auswärtsspiel zu Gast bei der SV 07 Elversberg.

Die Trainerstimmen
Stefan Minkwitz: „Wir haben in der ersten Hälfte nicht so gespielt, wie wir es wollten. Aber dieser Punkt hilft keinem weiter. Wir sind hierher gefahren und wollten unbedingt drei Punkte holen, aber ich muss meiner Mansnchaft ein Kompliment aussprechen für die zweite Hälfte. Da haben wir bis zur 90. Minute richtig Gas gegeben. Konditionell ist die Mannschaft gut dabei. Zufrieden ist zwar anders, aber wir können mit dem Unentschieden leben, jetzt müssen wir halt zu Hause die drei Punkte holen.“

Marc Fascher: „Für beide Teams ist diese Unentschieden zu wenig. Ich kann nicht nachvollziehen, dass man nur in der esten Hälfte gut spielt, dann aber in der zweiten so nachlässt. Wir haben nur noch reagiert statt agiert, haben uns immer mehr nach hinten drängen lassen. Vielleicht war es auch die Angst zu gewinnen. Es ist ein bitteres Unentschieden, das geht uns schon allen an die Nerven, diese Punkteteilungen. Zum Leben zu wenig, zum Streben zuviel.“

Die Mannschaftsaufstellungen
Sportfreunde Siegen: Robert Wulnikowski, Marc Gallego, Daniel Bogusz, Alexis Genet, Marcel Throm, Christian Pospischil, Enrico Gaede, Nils Pfingsten, Christopher Hock (Alexander Blessin, 65.), Dennis Bührer, Gerrit Müller (Veselin Popovic, 81.)
(Björn Weikl, Cem Islamoglu, Alex Elliott, Christian Okpala, Marc Birkenbach (ETW))

SV Stuttgarter Kickers: David Yelldell, Sascha Benda, Marco Wildersinn, Marcel Rapp, Mike Baradel, Alexander Rosen, Mustafa Parmak, Recep Yildiz (Ferhart Cerci, 46.), Benedikt Deigendesch (Marcus Mann, 46.), Marco Tucci (Sokol Kacani, 73.), Angelo Vaccaro
(Moritz Steinle, Mustafa Akcay, Saban Genisyürek, Manuel Salz (ETW))

Schiedsrichter: Markus Pflaum (Hallstadt)
Assistenten: Thomas Stein, Michael Völk

Tore: 1:0 Hock (12.), 1:1 Vaccaro (87.)

Karten: Gelb Vaccaro (21., Foulspiel), Gelb Hock (59., Foulspiel), Gelb Rosen (70., Foulspiel), Gelb Pospischil (75., Foulspiel), Gelb Throm (77., Foulspiel)

Zuschauer: 4593
Homepage SF Siegen

Presse zu Stuttgarter Kickers II – Waldhof Mannheim (1:0)

Fußball: Waldhofs Trainer Alexander Conrad nach 0:1 in Stuttgart bitter enttäuscht

„Schlechteste Leistung, seit ich hier bin“

Stuttgart. Herber Dämpfer für den SV Waldhof. Im vorgezogenen Oberliga-Spiel bei Stuttgarter Kickers II unterlag die Conrad-Elf nicht unverdient mit 0:1 (0:0) und versäumte so den möglichen Sprung an die Tabellenspitze. Das Tor des Tages erzielte vor 400 Zuschauern – darunter 300 aus Mannheim – Franco Petruso 50 Sekunden nach der Halbzeit (46.).

In Stuttgart streikten die öffentlichen Verkehrsbetriebe. Wer mit dem Zug anreiste, hatte keine Chance, per Bus oder U-Bahn das Gazi-Stadion auf der Waldau zu erreichen, musste umsteigen ins Taxi. Den Weg zu Fuß zu gehen, wäre gesünder und billiger gewesen, denn in den ersten 45 Minuten passierte rein gar nichts. Ein zähes Gekicke ohne gefährliche Tor-Szenen auf beiden Seiten. SVW-Trainer Alexander Conrad stellte erstmals nach seiner Verletzung wieder Thomas Ollhoff in die Start-Elf. Dafür musste Emin Ismaili auf die Bank. Doch gegen die kompakte Defensive des Tabellenletzten fehlten dem Kreativmann im Mittelfeld die zündenden Ideen. Waldhof im Spiel ohne Ball viel zu unbeweglich, mit dem Ball leisteten sich die Blau-Schwarzen ungewöhnlich viele Abspielfehler. Vieles erinnerte eher an ein Freundschaftsspiel, als an einen Kampf um die Tabellenspitze oder um Punkte gegen den Abstieg.

Gedanklich noch in der Pause
Sofort nach Wiederanpfiff die kalte Dusche. Conrad hatte Weiland und Ollhoff in der Kabine gelassen: „Mit Thomas war das so abgesprochen“, erklärte der Übungsleiter später. Der SVW gedanklich noch in der Pause, schlief in der Abwehr. Ein langer Pass von Parhizi landete direkt vor Petrusos Füßen. Der Außenspieler fackelte aus halbrechter Position nicht lange und schob das Leder flach am machtlosen SVW-Keeper Tsiflidis zum 1:0 vorbei.

Waldhof danach wacher und mit Chancen. Reule traf nur den Außenpfosten (49.), Speranza (70.) und Monetta (75). hatten ebenfalls den Ausgleich auf dem Fuß. Was jedoch fehlte, war die Effizienz. „Das war die schlechteste Leistung, seit ich hier bin“, war Conrad nach der zweiten Niederlage innerhalb von zwölf Tagen angefressen. Verteidiger Janis Crone wurde noch deutlicher: „Stuttgart war uns sogar überlegen. Was wir heute gespielt haben, war einfach nur peinlich. Wir schaffen es nicht, auswärts so aufzutreten wie zu Hause. Das muss sich ändern.“ robo

SV Waldhof: Tsiflidis, Schwall, Crone, Adiele, Laping, Weiland (46. Speranza), Babatz (63. Melunovic), Ollhoff (46. Schilling), Wittke, Monetta, Reule.

Mannheimer Morgen

SV Waldhof blamiert sich: Böses 0:1 beim Schlusslicht

Keine Spielfreude, keine Punkte, keine Tabellenführung. Der SV Waldhof Mannheim unterlag gestern Abend beim Schlusslicht Stuttgarter Kickers II in der FUßball-Oberliga Baden Württemberg mit 0:1 (0:0). Blamabel !

Stuttgart war gestern wie viele andere baden-württembergischen Städte vom Streik lahmgelegt: Im Nahverkehr, in Kindertagesstätten, in Krankenhäusen wurde nicht dem Beruf nachgegegangen. Von einem Streik der Angestellten von Fußball-Vereinen aber war nichts bekannt. Doch konnte gestern das Gefühl aufkommen, die 22 Akteure auf dem Rasen würden sich Busfahrern, Krankenschwestern und Tagesmüttern anschließen. Die Partie plätscherte müde vor sich hin. Den ersten gefährlichen Schuss aufs Tor gab es nach 46 Minuten zu verzeichnen – gleichzeitig das 1:0 für die Hausherren durch Petruso. Vom Spielfluss war nicht viel zu sehen, es spielte sich alles fast ausschließlich zwischen den beiden Strafräumen ab. Es war die zweite Waldhof-Niederlage in der Fremde in Folge: Der SVW droht so seine gute Ausgangsposition im Aufstiegskampf zu verspielen. Mit einem Sieg hätten die Blau-Schwarzen die Tabellenführung übernommen.

Doch es gab auch Beteiligte des Fußballspiels, die sich dem Streik nicht anschlossen: Mehr als 300 Waldhof-Fans unterstützten ihr Team in der Landeshauptstadt. Eine bemerkenswerte Zahl für einen Donnerstagabend. Einem Tag, der ebenso Arbeitstag war wie der heutige Freitag. Zumindest für die, die nicht streikten.

So spielten sie:

SV Waldhof Mannheim: Tsiflidis – Laping, Adiele, Crone, Schwall – Wittke, Babatz (63. Melunovic), Ollhoff (46. Schilling), Weiland (46. Speranza) – Reule, Monetta

Tor: 1:0 Petruso (46.)

Gelbe Karten: Petruso / Schilling

Beste Spieler: Petruso / –

Zuschauer: 400

Schiedsrichter: Tobias Reichel (Sindelfingen)

Rheinpfalz