Vorberichte FSV Waiblingen – Stuttgarter Kickers

Kickers-Stürmer stehen unter Druck
Im Pokal beim FSV Waiblingen
 

Stuttgart (jok) – Null Punkte, null Tore, letzter Platz: Den Start in die Drittliga-Saison haben die Stuttgarter Kickers gründlich verpatzt. Da kommt der WFV-Pokal nicht ungelegen. Am heutigen Mittwoch (18 Uhr) müssen die Blauen beim Bezirksligisten FSV Waiblingen ran. „Ein Sieg ist Pflicht“, sagt Trainer Stefan Minkwitz, „wir wollen nächste Saison im DFB-Pokal spielen.“

Da ist es, das Stichwort: DFB-Pokal. 97 942 Euro gibt es dort in der ersten Runde zu verdienen, 227 133 Euro in Runde zwei. Dieses Geld könnten die Kickers gut gebrauchen. Doch sie haben sich nicht qualifiziert – weil sie im Achtelfinale des WFV-Pokals im Oktober 2007 beim VfL Kirchheim 0:3 verloren. Eine peinliche Pleite, und eine teure dazu. „So etwas vergisst man nicht“, sagt Minkwitz. Und Manager Joachim Cast nimmt das Team in die Pflicht: „So etwas wie in Kirchheim darf nicht noch mal passieren. Diesmal holen wir uns das Geld.“ Dafür muss der Sieg im WFV-Pokal her.

Doch nicht nur finanziell ist das Spiel beim fünf Klassen tiefer angesiedelten FSV Waiblingen wichtig – sondern auch fürs Ego. Vor allem die Stürmer sind gefordert. „Wir nehmen den Gegner sehr ernst“, sagt Trainer Minkwitz, der auf die verletzten Rosen, Deigendesch, Petruso, Schmiedel, Landeka und Russo verzichten muss, „in solchen Spielen kann man sich Selbstvertrauen holen – und auch mal das Tor treffen.“ Anders als damals in Kirchheim.

Stuttgarter Nachrichten

Minkwitz-Truppe greift ins Pokalgeschehen ein

Nach dem Freilos für alle Drittligisten greift in dieser Woche auch die Elf von Kickers-Trainer Stefan Minkwitz in den diesjährigen wfv-Pokal ein. Gastgeber in der Zweitrundenbegegnung ist der FSV Waiblingen. Der Bezirksligist setzte sich überraschend deutlich mit 6:1 gegen den Landesligisten TG Bretzfeld durch und qualifizierte sich damit für die 2. Runde im diesjährigen Verbandspokal. Die Begegnung wird auf dem Wasen-Sportgelände an der Neustädter Strasse ausgetragen, dass vielen noch als SKV-Platz bekannt sein dürfte. Gespielt wird am kommenden Mittwoch (6.8.2008), Spielbeginn ist um 18.00 Uhr.

Offizielle Homepage

Kickers morgen im Pokal gefordert

Rosen pausiert in Waiblingen

STUTTGART (ump). Der WFV-Pokal kommt gerade recht. Nach dem verkorksten Start in der dritten Fußballliga wollen sich die Stuttgarter Kickers in dieser Woche im Verbandspokal schadlos halten. Morgen (18 Uhr) geht es zunächst einmal zum Bezirksligisten FSV Waiblingen. „Das ist für die das Spiel des Jahres“, sagt der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz, „wir haben also keinen Grund, den Gegner zu unterschätzen.“ Dennoch wird der eine oder andere Spieler geschont beziehungsweise getestet. „Jetzt haben die Spieler aus dem zweiten Glied die Chance zu zeigen, dass sie in die erste Mannschaft wollen.“ Vor allem im Sturm dürften Marco Tucci und auch Sokol Kacani ihre Chance erhalten, dagegen ist für Markus Ortlieb derzeit nur ein Platz in der zweiten Mannschaft vorgesehen. „Auf seiner Position kommt er an einem Marcus Mann derzeit nicht vorbei“, sagt der Trainer. Sicher ist, dass der Kapitän Alexander Rosen seine Innenbanddehnung auskurieren kann, zumal ihm gestern auch noch die Weisheitszähne gezogen worden sind.

„Der Pokal spielt für uns eine wichtige Rolle“, sagt auch der Kickers-Manager Joachim Cast, der darauf hofft, dass sich die Mannschaft in dieser Saison nach zwei Jahren Pause wieder für den DFB-Pokal 2009 qualifizieren kann. Zumal sich dort das Startgeld in der ersten Runde nahezu verdoppelt hat (auf jetzt knapp 98 000 Euro).

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – Fortuna Düsseldorf (0:2)

Kein Punkt, kein Tor – und das Prinzip Hoffnung
Beim 0:2 gegen Düsseldorf laufen vor allem die Kickers-Leistungsträger Rosen, Gambo und Vaccaro ihrer Form hinterher

STUTTGART. Bereits nach zwei Spielen in der neuen dritten Liga wissen die Kickers, was die Stunde geschlagen hat. „Alles andere als der Klassenverbleib ist illusorisch“, sagte der Abwehrspieler Marcus Mann nach dem 0:2 gegen Fortuna Düsseldorf.

Von Joachim Klumpp

Normalerweise ist ein Verein wie die Stuttgarter Kickers froh über jede Minute, die im Fernsehen über ihn berichtet wird. Als am Samstag im Regionalprogramm des SWR aber so langsam Ergebnisse und Tabelle eingespielt wurden, da fragte ein Fan im VIP-Raum: „Soll ich den Fernseher ausmachen?“ Der Anblick war nicht gerade erfreulich. Schließlich zieren die Kickers das Tabellenende – null Tore, null Punkte.

Und null Hoffnung? „Natürlich sieht ein guter Start anders aus“, sagte der Manager Joachim Cast – und vermied somit elegant das Wort Fehlstart. Wobei man gegen eine ambitionierte Mannschaft wie Fortuna Düsseldorf durchaus verlieren kann, aber bitte nicht so. Eine Viertelstunde lang hielten die Kickers gut mit, dann riss der Faden, und der Gegner war fortan Herr im fremden Haus, sofern man das angesichts von etwa 1500 mitgereisten Schlachtenbummlern überhaupt sagen kann. Cast stellte ernüchtert fest, „dass einige Spieler noch nicht in der dritten Liga angekommen sind“. Wenn dazu noch vermeintliche Leistungsträger – namentlich Alexander Rosen und Bashiru Gambo sowie Angelo Vaccaro – zählen, dann werden die Kickers ein Problem bekommen im Kampf um den Klassenverbleib.

Und um den geht es, um sonst nichts. So viel ist sehr deutlich geworden. Und all denen, die noch von etwas anderem träumen, raubt der Innenverteidiger Marcus Mann jede Illusion, wenn er sagt: „Wir haben mit den geringsten Etat der Liga, den kleinsten Kader – alles andere als der Klassenverbleib ist illusorisch.“ Und auch der Manager rückt die Verhältnisse zurecht: „Wir wollten uns etablieren, jetzt geht es erst einmal ums Überleben.“ Denn abgesehen von der zweiten Hälfte in Burghausen waren die Auftritte der Mannschaft bisher nicht dazu angetan, in Optimismus zu verfallen. „Düsseldorf war heute eine Nummer zu groß“, gab Cast zu.

Das Beunruhigendste dabei: der Maßanzug passt hinten und vorne noch nicht. Mit Ausnahme des Torwarts Manuel Salz gibt es in allen Mannschaftsteilen Verbesserungsbedarf. Die Abwehr stand am Samstag eine Stunde lang zwar recht ordentlich, aber in erster Linie deshalb, weil die Gäste mit ihren Chancen fast schon fahrlässig umgingen. Die größte Enttäuschung ist bis jetzt sicher das Mittelfeld, in dem die Routiniers Rosen und Gambo auch gegen Düsseldorf weder Schalt- noch Anspielstation waren, und im Angriff „fehlte die Durchschlagskraft“, wie der Trainer Stefan Minkwitz zu Recht anmerkte.

Der Ex-Ulmer Michael Schürg mühte sich zwar redlich, musste aber erkennen, dass zur Oberliga ein gewaltiger Unterschied besteht. Sein Sturmpartner Angelo Vaccaro dagegen versprühte fast schon einen Hauch von Lustlosigkeit, was sich auch bei seiner Auswechslung offenbarte, die er grußlos goutierte. Pech war sicher, dass der hoffnungsvolle Josip Landeka wegen einer Oberschenkelverhärtung kurzfristig passen musste. Ob er – oder auch Ralf Kettemann, Jörn Schmiedel, Franco Petruso – die Wende gebracht hätten, muss dennoch bezweifelt werden. Dazu spielte Düsseldorf zu abgeklärt, wenn auch nicht überragend. Deren Trainer Norbert Meier sagte nur: „Die Mannschaft hat die richtige Reaktion nach der Niederlage gegen Paderborn gezeigt.“ Auf die wartete sein Kollege Minkwitz vergebens. „In der dritten Liga wird jeder Fehler gnadenlos bestraft. Das muss auch der Letzte kapiert haben.“

Hoffentlich, zwar bleiben noch 36 Spiele, doch allzu lange dürfen sich die Kickers mit dem Warmlaufen nicht mehr Zeit lassen. Denn nicht nur Minkwitz weiß: „Schwache Gegner wird es in dieser Liga nicht geben.“ In zwei Wochen geht es nach Unterhaching, „das ist auch eine Spitzenmannschaft“, so Cast. Also ein weiterer Stolperstein? Noch eine Niederlage, und der Fehlstart wäre perfekt. Der Präsident Dirk Eichelbaum sagte nach einem Gespräch mit Trainern und Manager: „Es wird keine Panikkäufe geben.“

Was auch an den Finanzen liegt. Wobei sich mit einer Kulisse wie am Samstag von 5870 Besuchern auf Dauer noch etwas machen ließe. Der Haken dabei ist nur: mit Vorstellungen wie denen gegen Fortuna Düsseldorf dürfte sich diese Zahl schnell auf ein Normalmaß reduzieren.

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Rapp, Janic – Reiß, Rosen, Gambo (73. Kettemann), Traut – Schürg (69. Tucci), Vaccaro (73. Kacani).

Fortuna Düsseldorf: Melka – Walbaum, Palikuca (46. Cakir), Langeneke, Hergesell – Cebe, Sieger, Lambertz (46. Christ), Caillas – Sahin (86. Gaus), Lawarée.

Schiedsrichter: Fleischer (Sigmertshausen)

Tore: 0:1 Lawarée (65.), 0:2 Sahin (79.)

Stuttgarter Zeitung

Kickers und Aalen im WFV-Pokal

Gut im Plan
STUTTGART (StZ). Die beiden Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers und VfR Aalen haben in der ersten Runde des WFV-Pokals am Wochenende ein Freilos gehabt. Doch damit ist nun Schluss. Am Mittwoch (voraussichtlich 18 Uhr) steigen auch die beiden klassenhöchsten Teams in den Wettbewerb mit dann noch 64 Clubs ein. Die Kickers müssen beim Bezirksligisten FSV Waiblingen antreten, die Aalener zum TSV Köngen.

Im Falle des – zu erwartenden – Weiterkommens wird die dritte Runde bereits am nächsten Wochenende ausgespielt, wenn die dritte Liga (wegen des DFB-Pokals) eine Pause einlegt. „In diesem Fall passt die Planung ganz gut ins Programm“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast, nachdem in der Vergangenheit häufig Kritik an der Termingestaltung des WFV-Pokals geübt worden ist. Die vierte und letzte Runde im Jahr 2008 ist für den 20. August angesetzt.

Stuttgarter Zeitung

Polizei unter Beobachtung: Wir sind doch nicht in der Wilhelma
Friedlicher Saisonauftakt im Gazi-Stadion auf der Waldau – Neugierige Blicke der Fans in den Wachcontainer

Weil die mobilen Arrestzellen nicht rechtzeitig geliefert worden sind, hat die Polizei am Samstag einige Düsseldorfer Fußballfans von Degerloch auf den Pragsattel gebracht und dort eingesperrt. Die provisorische Stadionwache ist ein Witz.

Von Jörg Nauke

Das ist sie also, Stuttgarts Davidswache. Über keine Polizeistation ist zuletzt so prominent berichtet worden wie über das Provisorium neben der Haupttribüne im Gazi-Stadion auf der Waldau. Diese Wache ist sogar noch provisorischer, als man nach den Debatten über die falsch gelieferten Container in den vergangenen zwei Wochen erwarten durfte.

Der größte Witz sind die als Arrestzellen gelieferten Behältnisse, die ein renitenter Fan im Nu zerlegt hätte. Dünne Wände, zugängliche Steckdosen und Scheinwerfer – die Zelle hat wirklich alles, was ein Verwahrungsraum nicht haben darf. Sogar einen Zaun mit messerscharfen Schweißnähten. Den hat der Lieferant eingezogen, damit der Delinquent nicht durchs Panoramafenster türmen kann. Der Einsatzleiter Stefan Hartmaier hat die Zellen zweckentfremdet. Eine dient den Kollegen als Aufenthaltsraum, in der anderen werden Personalien aufgenommen.

Der Tresen im Wachraum ist Teil einer mobilen Bühne, das übrige Mobiliar scheint vom Sperrmüll zu stammen. Neu und zahlreich vorhanden sind dagegen Heizgeräte. Am schwül-warmen Samstag wurden sie nicht benötigt, vielleicht aber am übernächsten Wochenende, wenn auf der Waldau der VfB Stuttgart II gegen Wuppertal spielt. Bis dahin will man auf jeden Fall einen Sichtschutz vor den Vernehmungscontainer gestellt haben. Das erscheint nötig, weil sich die Polizei wie bei „Big Brother“ vorgekommen ist. Fußballfans drückten sich die Nasen an der Fensterscheibe platt, um zumindest einmal indirekt an einem Verhör teilzunehmen. „Wir sind doch nicht in der Wilhelma“, hat ein Polizist auf die Frage eines Kickers-Rentners geantwortet, warum denn Gucken verboten sei. Eine Kollegin klagte: „Wir können nicht einmal jemanden zwingen, die Hosen auszuziehen, um ihn zu durchsuchen.“ Dafür ist der Container mit dicken Stahlträgern gegen Astbruch gesichert. Die Forstverwaltung hat darauf bestanden.

Mitte August sollen die richtigen Container geliefert werden, und in der nächsten Saison wird sowieso alles besser, zumindest bei der Polizei. Die Haupttribüne erhält dann im Rahmen des Umbaus eine neue Wache und eine Regiekanzel. Am Samstag haben Hartmaier und vier Kollegen in zwei Miniglaskästen geschwitzt. Aber die neue Videoüberwachung mit drei Kameras hat das 0:2 der Kickers einwandfrei aufgezeichnet.

Viel zu tun gab es beim ersten Heimspiel nicht, obwohl die Fans von Fortuna Düsseldorf keine Chorknaben sind. 1500 Mann stark sind die rheinischen Frohnaturen angereist und haben aus dem Auswärts- ein Heimspiel gemacht. Aber nicht alle Düsseldorfer haben das Spiel live erlebt. Eine Stunde vor Beginn hat die Polizei ihren Verhörraum mit einem Anhänger eingeweiht, der glaubte, „ACAB“ skandieren zu müssen. Weil die englisch sprechenden Beamten die Meinung vertreten, dass „Cops“ in gar keinem Fall Bastarde seien, haben sie den Mann in Gewahrsam genommen. In Ermangelung einer geeigneten Räumlichkeit wurde er in die Zentrale auf dem Pragsattel gefahren. Dort ließ man ihn und noch zwei weitere Fans eine halbe Stunde vor Spielende ziehen – sie konnten mit der Stadtbahn zurück nach Degerloch, um den Bus nach Hause zu bekommen. „Das gibt“s nur in Stuttgart“, beklagte sich einer der Beleidiger mit der Rückennummer 4. „Stimmt“, sagte Einsatzleiter Hartmaier mit gewissem Stolz. Er hofft, dass sich in der 3. Liga schnell herumspricht, was Fans von Erstligisten längst wissen: Die Stuttgarter Polizei fährt eine Nulltoleranzlinie.

Null Toleranz ist auch die Linie des Fußballbunds, dem eingefallen ist, für die eingleisige 3. Liga höhere Anforderungen an die Ausstattung der Stadien und die Sicherheit zu stellen. Deshalb gibt es auf der Haupttribüne jetzt Schalensitze; und 30 Beamte mehr als bei Kickers-Spielen sonst üblich mussten ihren Samstag opfern. Für die Polizisten steht fest: VfB Stuttgart, VfB II und Kickers sorgen künftig für prall gefüllte Überstundenkonten.

Stuttgarter Zeitung

Willkommen im Kampf gegen den Abstieg
Stuttgarter Kickers unterliegen Fortuna Düsseldorf 0:2 – Zahlreiche Spieler weit unter Normalform

Stuttgart – Fehlstart der Stuttgarter Kickers in die dritte Fußball-Liga: Nach dem 0:2 gegen Fortuna Düsseldorf leuchtet bei den Blauen die Rote Laterne des Schlusslichts. „Wir müssen uns steigern – in allen Bereichen“, sagt Manager Joachim Cast.

VON JÜRGEN KEMMNER

Nicht wenige der Kickers-Fans unter den 5870 Zuschauern marschierten vom Gazistadion schon zum Auto oder zur U-7-Haltestelle, als Schiedsrichter Helmut Fleischer die Partie gegen Düsseldorf abpfiff. Genug gesehen, genug geärgert. Sie hatten nach 80 Minuten einfach keine Lust mehr auf die hilflosen Bemühungen der Kickers, ein Tor zu erzielen. Nach dem 0:2 zum Saisonauftakt in Burghausen nun auch ein 0:2 gegen die Fortuna – Stuttgart ist Schlusslicht. Willkommen im Kampf gegen den Abstieg. „Beim Blick auf die Tabelle stecken wir fraglos im Kampf gegen den Abstieg“, bekennt Trainer Stefan Minkwitz, „aber man sollte eine umfassende Einschätzung unserer Lage erst nach vier Partien machen.“

Ruhe zu bewahren, das kann nicht schaden. Den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass alles von selbst wieder gut wird, schon. Eines wurde in dem Match gegen die Fortuna schon jetzt für jeden offensichtlich, der den Samstagnachmittag im Gazistadion verbrachte: Wenn sich die Mannschaft nicht deutlich steigert, bleiben die Blauen bis zum letzten Spieltag auf den Abstiegsrängen kleben.

„Nun sollten alle in der dritten Liga angekommen sein“, sagt Minkwitz, „jeder muss registriert haben, dass wir uns wieder so reinhängen müssen wie in der Rückrunde der vergangenen Saison.“ Gegen Düsseldorf war lediglich einer drittligatauglich: Torhüter Manuel Salz. Seine Kollegen haben noch Luft nach oben – manche weniger, die meisten jedoch mehr. Eine kleine Analyse der Mannschaftsteile.

Torhüter Manuel Salz spielte fehlerlos. Sicher auf der Linie, souverän beim Rauslaufen, stark in der Situation eins gegen eins.

Die Abwehr war eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. In der Innenverteidigung agierte Marcus Mann gewohnt sicher, auf ihn war fast immer Verlass. Marcel Rapp bot mit Abstrichen eine ordentliche Partie. Die Außenverteidiger nicht: Sasa Janic baute nach starkem Start stark ab, Benedikt Deigendesch stand völlig neben sich. „Das war eine Einladung zum 2:0“, sagte Minkwitz auf dessen Lapsus vor dem entscheidenden Tor der Gäste angesprochen. Das Problem: Wegen der Verletzungen von Jörn Schmiedel und Franco Petruso gibt es kaum Alternativen.

Im Mittelfeld blieben die Routiniers Alexander Rosen und Gambo blass. „Von ihnen kam zu wenig für die Offensive“, sagt Cast. Neuzugang Thorsten Reiß agierte unauffällig, in positiver wie negativer Hinsicht. Der Ex-Koblenzer Sascha Traut deutete mehrfach seine Fähigkeiten in Technik und Spielverständnis an. Ein Lichtblick.

Die Stürmer Angelo Vaccaro und Michael Schürg fanden nur die ersten 20 Minuten statt. Schürg darf man zugutehalten, dass er aus der Oberliga kommt und sich eingewöhnen muss. Vaccaro war so hilflos wie ein Schoßhündchen unter Rottweilern. „Wir beobachten den Markt für Stürmer“, sagt Manager Cast, „wenn sich etwas tut, denken wir darüber nach.“

Es sieht düster aus. Eine Tatsache lässt auf bessere Zeiten bei den Blauen hoffen. In den ersten 20 Minuten waren sie forsch, aggressiv, ballsicher und spielfreudig – das beweist: Es geht besser, als die triste Darbietung besonders nach der Pause befürchten lässt. Der Spielplan gibt Minkwitz sogar mehr Zeit, das Team wieder in die Form der Regionalliga-Rückrunde zu bringen: Bis zum Spiel in Unterhaching am 17. August sind es noch 13 Tage – dazwischen findet nur die Kür im WFV-Pokal am Mittwoch (18 Uhr) beim FSV Waiblingen statt.

Stuttgarter Nachrichten

Salz: Traurig trotz starker Leistung
Kickers-Tormann überzeugt

Glücklich schaute er nicht drein, dieser Manuel Salz, wie er nach dem Schlusspfiff mit gesenktem Kopf auf der Auswechselbank saß. 0:2 hatten seine Kickers am Samstag die Drittliga-Heimpremiere gegen Fortuna Düsseldorf verloren. Zweimal musste der 22-Jährige die Kugel aus dem Netz holen – und diese lästige Tätigkeit hasst ein Torhüter noch deutlich mehr als ein ausgiebiges Torschusstraining auf einem knochentrockenen Hartplatz.

VON JÜRGEN KEMMNER

Dabei hätte Manuel Salz nicht zwingend ganz so deprimiert dreinblicken müssen. An ihm hatte es nicht gelegen, dass sich die Fans der Blauen nach dem Schlusspfiff tief enttäuscht auf den Nachhauseweg machten. Im Gegenteil: Der junge Schlussmann, der am Mittwoch 23 Jahre alt wird, hielt die Niederlage in einem erträglichen Rahmen. „Mag sein, dass ich gut gehalten habe“, sagte er im Kabinengang des Gazistadions, „aber die Leistung des gesamten Teams zählt, und da haben wir verloren – also bin ich enttäuscht.“ Stefan Minkwitz fühlte sich bestätigt. Seit Wochen betont der Coach, dieser junge Bursche zwischen den Kickers-Pfosten sei auf einem sehr guten Weg, den Abgang von David Yelldell vergessen zu machen. „Manuel ist ein starker Torhüter, das überrascht mich nicht im Geringsten“, sagte Minkwitz, „er war heute ein sicherer Rückhalt.“

Manuel Salz musste gegen Fortuna Düsseldorf sein gesamtes Torhüter-Leistungsrepertoire abrufen. Auf der Linie präsentierte er sich reaktionsschnell und ballsicher. Beim Rauslaufen pflückte er die Bälle auch unter Bedrängnis sicher aus der Luft. Und der Schlussmann, der im Sommer 2003 vom VfR Pforzheim auf die Waldau gekommen war, spielte auch hervorragend mit. Gegen Ahmed Cebe rettete er im Duell Mann gegen Mann in höchster Not. Die Zuschauer im Gazistadion waren sich schnell einig: Wenn jeder im Kickers-Trikot so überzeugend aufgetreten wäre wie der Kerl mit der Nummer eins auf dem Rücken, wäre mindestens ein Punkt in Stuttgart geblieben.

Nicht nur wegen des leuchtend gelben Dresses erinnerte Manuel Salz ein wenig an seinen Vorgänger David Yelldell. Der 26-Jährige, der zum Zweitligisten TuS Koblenz wechselte, war Garant für die Blauen, dass sie sich doch noch für die dritte Liga qualifizierten. „Ich habe daran gearbeitet, die Lücke nach Davids Weggang schnell zu schließen“, sagte Manuel Salz, „es würde mich natürlich sehr freuen, wenn ich ihn vergessen machen könnte.“

Wenn er sich die Bälle weiter so zielgenau greift, passiert das schneller, als es selbst Trainer Minkwitz erwartet hätte. Fehlt nur noch, dass Manuel Salz dann nach dem Schlusspfiff auch über beide Backen strahlt – weil die Kickers gewonnen haben.

Stuttgarter Nachrichten

Ganz unten

Die Stuttgarter Kickers unterliegen im ersten Saison-Heimspiel Fortuna Düsseldorf mit 0:2 und sind Tabellenletzter
 
Stuttgart – Ernüchterung bei den Stuttgarter Kickers: Mit dem 0:2 (0:0) im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf kassierte der Fußball-Drittligist die zweite Niederlage im zweiten Saisonspiel. Das bescherte den „Blauen“ den letzten Tabellenplatz – und die Erkenntnis, dass ihnen in der neuen Liga ein scharfer Wind entgegenweht.

Von Beate Wockenfuß

„Düsseldorf war für uns heute eine Nummer zu groß“, konstatierte Manager Joachim Cast enttäuscht und kam zu dem Schluss, „dass wir momentan mit solchen Spitzenmannschaften nicht mithalten können.“ Zwei Spiele, null Tore, null Punkte, Platz 20: Die große Dritt-Liga-Euphorie vor Saisonbeginn ist innerhalb nur einer Woche verflogen. „In dieser Liga wird eben jeder Fehler gnadenlos bestraft“, war Trainer Stefan Minkwitz bedient. Die Kickers sind auf dem harten Boden der Realität gelandet und müssen sich nun mächtig steigern, um nicht frühzeitig in Abstiegsgefahr zu geraten. „Die Spieler sollten sich ganz schnell auf die Liga einstellen, einige sind noch nicht angekommen“, schimpfte Cast. Auf einen der Akteure trifft diese Kritik keinesfalls zu. Torhüter Manuel Salz erwies sich wie schon beim 0:2 gegen Wacker Burghausen als sicherer Rückhalt. Vor allem in der zweiten Hälfte gegen die klar überlegene Fortuna verhinderte der 22-Jährige mit guten Paraden, dass seine Mannschaft nicht noch deutlicher unterlag. Die Fans dankten es ihm mit Szenenapplaus. Bei den Gegentoren war der junge Nachfolger des überragenden David Yelldell jedoch machtlos. „Manuel war ohne Fehl und Tadel. Das war die positivste Erkenntnis des Spiels“, lobte auch Cast. Für den Torwart jedoch nur ein schwacher Trost. „Klar freue ich mich über meine Leistung, aber das Team zählt“, so Salz. Und Innenverteidiger Marcus Mann räumte ein: „Wir haben als Mannschaft versagt. Jeder Punkt, den wir sammeln, zählt gegen den Abstieg.“Defizite gab es vor allem auf der rechten Seite um Benedikt Deigendesch und Thorsten Reiß, die Olivier Caillas zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekamen. Das rächte sich in der 65. Minute, als der flinke Mittelfeldspieler ungestört das 1:0 vorbereitete: Caillas tanzte die Kickers-Abwehr aus, flankte auf Axel Lawarée, der per Kopf traf. Ebenso ungehindert erzielte Kenan Sahin nach einer weiten Freistoßflanke von Nachwuchsspieler Johannes Walbaum das 2:0 (79.). Die Kickers waren zwar gut gestartet, ließen jedoch nach 20 Minuten deutlich nach. Zudem schafften sie es nicht, ihre wenigen Chancen zu verwerten. Probleme zeigten sich aber nicht nur im Angriff, sondern auch im zentralen Mittelfeld. Sowohl Kapitän Alexander Rosen als auch Bashiru Gambo erreichten keine Normalform. „Es gibt viel Arbeit“, resümierte Cast und Rosen betonte: „Spätestens jetzt weiß jeder, was unser Ziel sein muss: Es gilt, nicht abzusteigen.“ Nächstes Ziel ist aber erst mal die dritte Runde im WFV-Pokal. Dafür müssen sich die Kickers am Mittwoch (18 Uhr) beim Bezirksligisten FSV Waiblingen durchsetzen.

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Rapp, Janic – Reiß, Rosen, Gambo (73. Kettemann), Traut – Schürg (69. Tucci), Vaccaro (73. Kacani).

Fortuna Düsseldorf: Melka – Walbaum, Palikuca (46. Cakir), Langeneke, Hergesell – Cebe, Sieger, Lambertz (46. Christ), Caillas – Sahin (86. Gaus), Lawarée.

Schiedsrichter: Fleischer (Sigmertshausen).

Zuschauer: 5870.

Tore: 0:1 Lawarée (65.), 0:2 Sahin (79.).

Gelbe Karten: Rapp, Gambo / Langeneke, Caillas.

Beste Spieler: Salz / Caillas.
 
Eßlinger Zeitung

Alarm bei den Kickers
Null Tore, null Punkte – Minkwitz-Team ist Letzter
Von HELMUT HEIMANN

Außer Spesen nix gewesen…

Bei den Stuttgarter Kickers schrillen nach der 0:2-Niederlage vor 5870 Zuschauern gegen Fortuna Düsseldorf schon die Alarmglocken.

Denn: Nach zwei Spieltagen der neuen 3. Bundesliga stehen die Blauen mit leeren Händen da – null Punkte, null Tore!

Manager Joachim Cast legt den Finger auf die Wunde: „Wir sind noch nicht in der Liga angekommen.“

Alarm bei den Kickers!

Gegen Fortuna begannen sie zwar mutig. Doch nach zehn Minuten war das Strohfeuer vorbei. „Wir haben uns zu weit hinten reindrücken lassen, waren nicht aggressiv genug“, schimpfte Trainer Stefan Minkwitz.

Alarm bei den Kickers!

„Momentan sieht‘s nach Abstiegskampf aus“, so der Coach. „Jeder Punkt ist einer gegen den Abstieg. Wir haben als Mannschaft versagt“, legte Innenverteidiger Mann nach.

Alarm bei den Kickers!

Schwachstellen: Eine unsichere Außenverteidigung (Deigendesch, Janic), ein überforderter Kapitän Rosen und ein harmloser Sturmführer Vaccaro. Einziger Lichtblick war Keeper Salz, der wie schon in Burghausen ein Debakel verhinderte.

Cast: „Jetzt muss dem Letzten klar sein, dass es gnadenlos für uns wird.“

BILD

Fortuna hat den Sieg teuer erkauft
Von HEINZ- HENNING SCHELL

2:0 bei den Stuttgarter Kickers. Fortuna hat die richtige Antwort auf das 1:4 gegen Paderborn gegeben. Ein hochverdienter Sieg vor 6 000 Fans, darunter 1 500 aus Düsseldorf.

Fortuna wieder zurück in der Erfolgsspur, aber um welchen Preis.

Auf der Rückfahrt im ICE 514, Wagen 24, hatte Andreas „Lumpi“ Lambertz das rechte Bein hochgelegt, sein Knöchel war dick bandagiert. Verdacht auf Außenbandriss. Heute wird der Kapitän in die Röhre geschoben. Kernspin-Untersuchung. Ihm droht eine lange Pause.

Auch Robert Palikuca muss zur Kernspin. Er schied wie Lambertz schon zur Pause aus. Reizung im Oberschenkel oder in den Adduktoren.

Der dritte Verletzte ist Olivier Caillas, Samstag bester Fortune. Verletzung am linken Ellenbogen. Trainer Norbert Meier: „Ein Nerv ist rausgesprungen.“

Drei Wermutstropfen.

Aber die Moral stimmt wieder. „Mir hat gut gefallen, wie die Mannschaft auf das 1:4 gegen Paderborn reagiert hat. Wir haben aber versäumt, unsere Chancen besser herauszuspielen“, sagt der Trainer.

Das Chancenverhältnis (10:2) – klar für Fortuna.

Manager Wolf Werner mäkelt: „Der Egoismus in der ersten Halbzeit hat uns viel Verdruss gebracht.“

Ein Schuss gegen Kenan Sahin, der den Eigensinn übertrieb und die eigenen Leute übersah.

Zum Glück blieb der Egoismus in der Kabine. Und die Fortunen zogen ein richtig gutes Spiel auf. Toll die beiden Tore: Caillas hebt zu Axel Lawaree, Bogenlampe per Kopf – 1:0 (65.). Und Freistoss Johannes Walbaum auf Sahin, Flachschuss – 2:0 (78.).

Bleibt die Sorge um die Verletzten…

BILD

Fortuna schafft die Wende
VON BERND JOLITZ
 
Eine Woche nach der 1:4-Auftaktpleite gegen Paderborn holt Fortuna die ersten Punkte der Saison. Beim 2:0 bei den Stuttgarter Kickers verletzen sich jedoch gleich drei Spieler.

So ganz genau wusste Norbert Meier nicht, welche Miene er nun aufsetzen sollte. Natürlich war die fröhliche angebracht nach Fortunas erstem Pflichtspielsieg der Saison, dem hoch verdienten 2:0 bei den Stuttgarter Kickers. Andererseits musste der Trainer des Fußball-Drittligisten gleich drei Verletzungen beklagen ­ angesichts des Minikaders von nur 21 Spielern eine mittlere Katastrophe.

„Wir fahren gut gelaunt nach Hause, haben aber einiges an Nachdenklichkeit im Gepäck”, formulierte es Meier. Vor allem die Einblutung im Knöchel seines Kapitäns Andreas Lambertz, die sich durchaus noch als Außenbandriss herausstellen könnte, machte ihm zu schaffen.

„Bei Robert Palikucas Oberschenkel sieht es nicht ganz so schlimm aus”, ergänzte der Coach. „Dafür wissen wir nicht, was mit Olivier Caillas‘ Arm ist. Da scheint irgendein Nerv betroffen zu sein.”

Die zwei Wochen Punktspielpause bis zur nächsten Partie in Burghausen kommen so in jedem Fall gelegen. Bis dahin geht es nur in aller Freundschaft zum FC Büderich (Dienstag, 19 Uhr) und im Pokal gegen die TGD Essen-West (Sonntag, 15 Uhr, Paul-Janes-Stadion).

In der Liga hat sich die Situation durch den Erfolg im schmuck restaurierten Waldau-Stadion entspannt. Fortuna verdiente sich dies durch eine deutliche Leistungssteigerung in beiden Spielhälften, wie auch Meier registrierte. „Wir hatten zu Beginn jeder Halbzeit Schwierigkeiten”, sagte der Trainer, „aber dann haben wir das Zepter immer mehr in die Hand genommen.” Zudem profitierten die Düsseldorfer von einer enormen Fehlerquote der Stuttgarter, die vor allem in der Form der letzten halben Stunde in dieser Liga große Probleme bekommen könnten.

Die Gäste dagegen wurden nach chaotischem Beginn sicherer, gerieten nach Axel Lawarées herrlichem Kopfball zum 0:1 nicht einmal mehr ansatzweise in Gefahr. „Es gibt dennoch ein paar Dinge aufzuarbeiten”, befand Norbert Meier. „Einige Situationen müssen wir viel besser ausspielen. Zum Beispiel muss Kenan Sahin in der 32.\x0fMinute unbedingt Axel Lawarée oder Andreas Lambertz anspielen, die beide frei stehen.” Stattdessen probierte es der Angreifer mit einem Egotrip und entkam dem Zorn der Anhänger wohl nur durch sein entscheidendes 0:2.

Wieder zwei Stürmertore, starke Vorstellungen der Außenspieler Ahmet Cebe und Olivier Caillas sowie ein (nach seiner Einwechslung) deutlich verbesserter Marco Christ ­ unterm Strich dominierte beim Trainer dann doch die lächelnde Miene.

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 STIMMEN ZUM SPIEL (gesammelt von Gernot Speck)

Innenverteidiger Jens Langeneke: „Wir sind froh, gewonnen zu haben. In der ersten Halbzeit war der Unterschied zum Paderborn-Spiel gar nicht so groß. Man hat gesehen, dass Stuttgart nicht die gleiche Qualität hat wie Paderborn. In der zweiten Halbzeit war es viel besser. Es freut mich, dass die Stürmer getroffen haben. Johannes Walbaum war hervorragend, so muss es sein. Respekt!”

Flügelflitzer Olivier Caillas: „Wir sind von der ersten Minute an konzentriert zur Sache gegangen. Wir haben nun drei Punkte geholt, aber wir können spielerisch noch besser auftreten. Es war kein Glanzsieg.”

Offensivkraft Ahmet Cebe: „Auf jeden Fall war der Sieg verdient. Nur in den ersten zehn Minuten war die Unsicherheit nach der Paderborn-Niederlage noch zu spüren. Ich selbst habe mir die Order verpasst, mal öfter aus der zweiten Reihe zu schießen. Ich will mal ein paar Tore erzielen.”

Debütant Johannes Walbaum: „Es ist super, direkt eine Chance in der Dritten Liga zu bekommen. Mit Sicherheit gibt es für mich noch einige Punkte zu verbessern, aber vom Ergebnis her war es in Ordnung.”

Torschütze Kenan Sahin: „Eine Trotzreaktion! Der Sieg hat gezeigt, dass die Niederlage gegen Paderborn ein Ausrutscher war. Vor dem 0:1 hat Olli Caillas den Ball mir rein gespielt, ich habe gleich kapiert, dass ich besser wegbleiben soll. Bei meinem Treffer spielt Johannes Walbaum mir die Kugel toll rein.”

Zugang Stephan Sieger: „Die ersten zehn Minuten haben wir verschlafen, dann haben wir uns gefunden. Ich habe in den Tagen zuvor mit dem Trainer gesprochen und mit ihm vereinbart, defensivtreuer zu agieren.”

Co-Trainer Uwe Klein: „Zufriedenheit heißt Stillstand.”

Bilder, Videos zum Spiel RP Online

Lambertz‘ Fuß schmerzt Fortuna
 
Die Verletzung des Kapitäns dämpfte die Freude über den 2:0-Sieg in Stuttgart. Eventuell droht ein längerer Ausfall. Am Montag gibt es eine Kernspintomographie.

Im Wagen 24 des ICE 514 saß Andreas Lambertz in der ersten Reihe. Nicht weil Fortunas Kapitän auch bei der Rückfahrt von Stuttgart nach Düsseldorf das Team anführen wollte, sondern weil er dort am besten sein rechtes Bein in den Gang strecken und auf einem Podest ablegen konnte. Mit dem Fuß, der seit Samstagnachmittag höllisch schmerzte und die Freude der Teamkollegen über den 2:0 (0:0)-Sieg bei den Stuttgarter Kickers sichtlich dämpfte. Eventuell müssen die Düsseldorfer nämlich einige Wochen lang ohne „Lumpi” antreten.

Passiert war’s kurz vor Ende der ersten Halbzeit. Andreas Lambertz prallte im vollen Lauf mit dem Stuttgarter Benedikt Deigendesch zusammen. Beide Spieler, die jeweils das Trikot mit der Rückennumer 17 tragen, wälzten sich am Boden, konnten nach kurzer Behandlungspause durch die Physiotherapeuten weiter spielen. „Lumpi” allerdings nur noch humpelnd.

Und in der Halbzeitpause blieb der 23-Jährige in der Kabine. Mit einer dicken Eispackung um den Fuß und der bitteren Erst-Diagnose von Mannschaftsarzt Ulf Blecker: „Massive Einblutung am Knöchel, Verdacht auf Außenbandbeschädigung.” Heute wird eine Kernspintomographie die Schwere der Verletzung klären.

Auch bei Trainer Norbert Meier wollte angesichts der Lambertz-Verletzung richtige Sieger-Freude nicht aufkommen. „Wichtig ist, dass die Mannschaft nach der 1:4-Auftaktniederlage gegen Paderborn die richtige Reaktion gezeigt und das Spiel in Stuttgart gewonnen hat. Der drohende Ausfall von Lambertz ist natürlich ein Wermutstropfen”, meinte der 49-Jährige, der überraschend beim Anpfiff auf Spielmacher Marco Christ verzichtet hatte, um „Lumpi” im zentralen Mittelfeld eine bessere Position als zuletzt gegen Paderborn zu verschaffen.

Aufgrund der klaren spielerischen Überlegenheit speziell in Halbzeit zwei wäre sogar ein Schützenfest möglich gewesen. Aber auch in Stuttgart vergaben die Fortunen eine Vielzahl von guten Möglichkeiten. „Trotz des Sieges gibt es natürlich noch Dinge, die weiter aufzuarbeiten sind”, bilanzierte Meier. „Und dazu zählt auch unsere weiterhin schlechte Chancenverwertung.”

Uneingeschränkt positiv wertete der Coach den Auftritt der dynamisch-laufstark agierenden Ahmet Cebe und Olivier Caillas: „Beide haben gut gearbeitet, auch nach hinten.”

Auch Kickers-Trainer Stefan Minkwitz, der zwischen 1994 und 1996 zehn Bundesliga- und zwanzig Zweitligapartien im Fortuna-Dress absolviert hatte, lobte: „Düsseldorf hat gut spielt. Besonders Caillas haben wir in keiner Minute richtig in Griff bekommen.”

Aufgrund der Verletzung von Andreas Lambertz ist es sicherlich gut, dass die 3. Liga am kommenden Wochenende des DFB-Pokals wegen spielfrei ist. Wobei Fortunas FVN-Pokalpartie gegen Bezirksligist Tgd. Essen-West (So., 15 Uhr, Paul-Janes-Stadion) Trainer Meier die Möglichkeit zu personellen Experimenten gibt. 

Dritt-Liga-Debüt
Rote Schuhe und die 40 auf dem Trikot

Johannes Walbaum bekam am Samstagmorgen nach dem Frühstück von Fortuna-Trainer Norbert Meier gesagt, dass er nachmittags in Stuttgart in der Anfangsformation steht.

Morgens um neun ahnte Johannes Walbaum noch nicht, dass der Samstag für ihn ein ganz besonderer Tag werden würde. Nach dem Frühstück im Stuttgarter Hotel machte er mit seinen Teamkollegen der Fortuna den obligatorischen Spaziergang. „Dann kam Trainer Norbert Meier, fragte, ob ich meine Fußballschuhe dabei habe und sagte, dass ich im Spiel gegen die Stuttgarter Kickers in der Anfangsformation stehe”, erzählte der Drittliga-Debütant. „Damit hatte ich gar nicht gerechnet!”

Nach Anfangsschwierigkeiten fand Walbaum im Trikot mit der Rückennummer 40 („Das war nicht mein spezieller Wunsch. Diese Nummer wurde mir zugeteilt.”) auf der rechten Abwehrposition gut ins Spiel. „Nervös war ich eigentlich nicht. Aber ich habe anfangs einige Male nicht im richtigen Moment zugepackt und dadurch meine rechte Abwehrseite für den Gegener geöffnet”, bekannte der 21-Jährige selbstkritisch. Dennoch gab es Lob von den Teamkollegen. Jens Langeneke: „Johannes hat seine Sache hervorragend gemacht.”

Tatsächlich agierte der vom Verbandsligisten FC Wegberg-Beeck zur Fortuna gekommene Defensivspieler nicht nur wegen seiner leuchtend roten Schuhe auffällig. „Die habe ich über Bekannte, die Kontakt zum Bundesligisten Leverkusen haben, bekommen.” Und mit den roten Schuhen stellte er in Stuttgart die Weiche endgültig auf Sieg. Denn ein von ihm getretener Freistoß in der 79. Spielminute war Ausgangspunkt des Treffers von Kenan Sahin zum 2:0.

Was seine Leistung krönte, aber den WDR-TV-Reporter nicht davon abhielt, ihn stets „Walberg” zu nennen. (HWT)

Der Westen

Rund ums Fortunaspiel in Stuttgart
Für Marcel Gaus war es ein Traum
 
Der 19-jährige Stürmer wurde eingewechselt und feierte am Tag seines Geburtstages sein Drittliga-Debüt.

Für Marcel Gaus war es ein Traum. „Eigentlich ist das kaum noch zu toppen”, strahlte der Fortuna-Stürmer, der am Samstag im schwarzen Trikot mit der Rückennummer 19 seinen 19. Geburtstag mit dem Drittliga-Debüt noch krönen konnte. „Eigentlich hatte ich erwartet, dass der Trainer zur Sicherung des Ergebnisses einen defensiven Spieler einwechseln würde. Um so größer war meine Freude, dass ich noch in das Spiel kommen durfte.”

Bei allem Siegesjubel herrschte bei den Fortunen noch mehr Erleichterung darüber, dass der totale Fehlstart noch vermieden werden konnte. „Natürlich sind wir superfroh, gewonnen zu haben”, stellte Jens Langeneke fest und meinte selbstkritisch: „Aber die Kickers haben auch nicht die Qualität von Paderborn. Und so groß war der Leistungsunterschied zur Vorwoche in der ersten Halbzeit nicht.”

Dem stimmte Stephan Sieger zu. „Die ersten zehn Minuten haben wir verschlafen. Da hatten wir Glück, dass die Stuttgarter nicht in Führung gingen. Aber danach haben wir uns gefunden und die Partie verdient gewonnen.”

Die schwierige Anfangsphase der Partie begründete Axel Lawarée mit der Unsicherheit nach der Auftaktniederlage gegen Paderborn. „Natürlich wissen wir alle, worum es geht. Aber es fehlte uns das nötige Selbstvertrauen.” Das hatte die Mannschaft spätestens nach dem 1:0-Führungstreffer des Belgiers. „Das war einfach gut. Olivier Caillas setzte sich außen gut durch, Ahmet Cebe blockte im Strafraum den Gegenspieler ab und ich konnte den Ball über den nicht so großen Stuttgarter Torhüter ins lange Eck köpfen.”

Der sehr dynamisch agierende Olivier Caillas erklärte: „Es war mit Sicherheit kein Glanz sondern ein Arbeitssieg. Wir können besser Fußball spielen. Aber wir haben drei Punkte geholt.” (HWT)

Der Westen

Spielberichte Stuttgarter Kickers – Fortuna Düsseldorf

Kickers nur in Halbzeit eins gleichwertig
Sturmduo sichert ersten Dreier

Fortuna Düsseldorf hat durch ein verdientes 2:0 (0:0) bei den Stuttgarter Kickers einen klassischen Fehlstart vermieden. Nicht so die Schwaben, die eine Woche zuvor 0:2 bei Wacker Burghausen verloren hatten und nach zwei Spieltagen weiter ohne Punkt und Tor im Tabellenkeller stehen.

Nach dem 0:2 in Burghausen gab Kickers-Coach Stefan Minkwitz derselben Startelf eine neue Bewährungschance.

Anders Fortuna Coach Norbert Meier, der im Vergleich zum 1:4 gegen Paderborn zweimal Personal tauschte. Für Cakir und Christ rückten Walbaum und Sahin in die Anfangsformation.

Die Rheinländer hatten nach ausgeglichenem ersten Abschnitt nach der Pause mehr zuzusetzen und konnten sich dann auf ihr Sturmduo verlassen. Der Ex-Augsburger Lawaree traf in der 63. Minute nach toller Vorarbeit des agilen Caillas mit einer Kopfball-Bogenlampe über den starken Kickers-Torwart Salz zur Führung der Meier-Schützlinge. Sturmkollege Sahin erhöhte in der 73. Minute nach einem Fehler von Kickers-Verteidiger Walbaum und vergab kurz darauf sogar das 0:3.

Die „Stuckis“ mühten sich nach dem Rückstand nach Kräften, blieben aber im Angriff letztlich ohne Durchschlagskraft. Aufgrund der größeren Spielanteile und besseren Chancen nahmen die Gäste am Ende die drei Punkte verdient mit nach Hause.

Die Kickers reisen nach dem Pokalwochenende am Sonntag (17. August) nach Unterhaching. Die Fortuna tritt schon am Samstag in Emden zum zweiten Auswärtsspiel in Folge an.

Kicker

Stuttgarter Kickers – Fortuna Düsseldorf 0:2 / Sturm-Duo trifft
„Lumpi“-Verletzung trübt Freude über den Erfolg

Johannes Walbaum dürfte im Mannschaftshotel aus allen Wolken gefallen sein.

Trainer Norbert Meier teilte dem 21-Jährigen am Samstagmorgen mit, dass er am zweiten Spieltag der dritten Fußball-Liga in der Startformation von Fortuna Düsseldorf stehen würde. Mit der Rückennummer 40 und einem Paar knallroter Schuhe Marke Feuerwehrauto verteidigte Walbaum also gegen die Stuttgarter Kickers auf der rechten Seite. „Da hatte ich mich früh festgelegt“, sagte Meier humorig-trocken, „ich habe ihn gefragt, ob er Schuhe dabei hat. Und als er bejahte, habe ich zum ihm gesagt, dass es dann wohl jetzt losgeht für ihn.“

Letztlich war seine überraschende Wahl erfolgreich. Denn zum einen kassierte die Fortuna kein Gegentor, holte mit dem 2:0 (0:0) den ersehnten ersten Saisonsieg, und Walbaum gab mit einem lange nach vorne geschossenen Freistoß die Vorlage zum entscheidenden 2:0 auf Kenan Sahin (78.). Eigentlich war der Nachwuchs-Mann für die zweite Mannschaft geholt worden, hatte sich in der Vorbereitung aber in den Kader des Drittliga-Teams gespielt. „Vom Ergebnis her war das in Ordnung“, fand der Debütant, „aber es lief insgesamt noch nicht so, wie es sein sollte.“

Die anfänglichen Schwächen legte er aber ebenso schnell ab wie seine Mannschaftskollegen vor 6000 Zuschauern in Stuttgart-Degerloch. Es mag an den Änderungen in der Formation zur Vorwoche gelegen haben. Walbaums Einsatz eine von zwei personellen Umstellungen im Vergleich zum 1:4 gegen Paderborn. Hamza Cakir nahm ebenso auf der Bank Platz wie Marco Christ, für den Kenan Sahin als zweiter Stürmer mitwirkte. Dahinter sollte Andreas Lambertz wirbeln und – wie angekündigt – als zentraler Spieler mehr Platz haben. Das funktionierte anfangs nur bedingt. Die meisten Angriffsversuche landeten in den Stuttgarter Beinen oder auf den Köpfen der Innenverteidiger Marcus Mann und Marcel Rapp. „Danach haben wir es aber sehr gut verstanden, das Zepter in die Hand zu nehmen“, erklärte Meier.

Der Sieg schien jedoch gerade kurz nach der Halbzeit wieder auf wackeligen Füßen zu stehen, denn der Fortuna-Trainer musste in der Pause verletzungsbedingt auswechseln. Die beiden Bankdrücker Cakir (für Robert Palikuca/Muskelreizung im Oberschenkel) und Christ (für Lambertz/Verdacht auf Bänderiss im Knöchel) kamen.

In der 65. Minute war der bis dahin stark spielende Stuttgarter Torwart Manuel Salz aber machtlos, als sich der Kopfball von Axel Lawarée über ihn zum 1:0 ins Tor senkte (65.). Olivier Caillas hatte einen Steilpass erlaufen und geflankt. Eher ein Zufallsprodukt, aber absolut verdient. „Mir hat es gut gefallen, wie die Reaktion auf die hohe Niederlage im ersten Saisonspiel ausgefallen ist“, sagte Meier, befand aber auch, dass spielerisch noch viele Situationen „anders gelöst“ werden müssten.

„Allerdings nehmen wir einiges an Nachdenklichkeit mit nach Hause“, sagte Meier angesichts der schweren Verletzung von Lambertz. Erfreuter war schließlich Johannes Walbaum nach seiner gelungenen Premiere, nach der er sich nun naturgemäß Chancen ausrechnet, in zwei Wochen beim dritten Spiel in Burghausen wieder zur Startformation zu gehören. Sicherlich wird er dann weniger überrascht sein.

Reviersport

Hoch verdienter Sieg im 2. Saisonspiel

Der erste Dreier ist eingefahren! Bei der Auswärtspremiere der Saison 2008/2009 im Stuttgarter GAZi-Stadion besiegte das Team von Chefcoach Norbert Meier am Samstagnachmittag den SV Kickers hoch verdient mit 2:0. Torschützen waren Axel Lawarée und Kenan Sahin. Wermuttropfen bei dem Sieg, der das Drittliga-Team ins Mittelfeld der Tabelle vorrücken ließ: Robert Palikuca (Oberschenkel) und Andreas Lambertz (Knöchel) mussten nach der Pause verletzt aufgeben; Olivier Caillas erlitt eine Blessur am rechten Arm.

Zwar kamen die Hausherren bereits nach sechs Minuten zum Zuge, als Sascha Traut mit einem Gewaltschuss aus ca. 25 Metern das Gehäuse von Michael Melka nur knapp verfehlte. Doch im direkten Gegenzug stürmten Kenan Sahin und Axel Lawarée gemeinsam auf das Kickers-Tor zu und hätten zur Führung der Flingeraner verwandeln können. Doch statt abzuspielen suchte der arg bedrängte Sahin weiter sein Heil auf eigene Faust und wurde von seinem Gegenspieler – letztlich unsanft – vom Ball getrennt. Dass die Pfeife von Schiedsrichter Dr. Fleischer stumm blieb, sorgte zumindest beim Düsseldorfer Anhang für Verwunderung.
In der Folgezeit entwickelte sich ein munteres hin und her, bei dem beide Teams ein hohes Tempo anschlugen. Fortuna entwickelte schon bald die aussichtsreicheren Spielzüge, wie in der 20. Minute, als erneut Sahin eine Flanke von Olivier Caillas mit dem Kopf annahm, der Ball aber zu schwach und knapp neben dem Pfosten landete. Dies wiederholte sich fast zwei Minuten später, als Sahins Bemühung, das Arbeitsgerät mit dem Kopf ins Netz zu befördern, von einem Stuttgarter Abwehrspieler vereitelt wurde. Es ging weiter Schlag auf Schlag, als in der 24. Ahmet Cebe ein Herz fasste und aus ca. 20 Metern abzog. Leider landete der Ball deutlich links neben dem Pfosten. Ein ums andere Mal kamen die Rot-Weißen in den Strafraum vor Keeper Manuel Salz, dem die Schwaben letztlich verdanken konnten, nicht frühzeitig in Rückstand zu geraten. Wiederum Cebe war es, der in der 27. mit einem Schuss von der Strafraumgrenze Salz prüfte, der die Kugel aber sich unter sich begrub. Die nächste Möglichkeit bot sich nach etwa einer halben Stunde, als Robert Palikuca per Freistoß auf Lawarée passte, der den Ball auf Andreas Lambertz weiterleitete, als Janic Sieger im Zweikampf im 5-Meter-Raum blieb.
Für ziemlichen Verdruss beim Fortuna-Anhang sorgte Sahin in der 31. Minute. Der Ex-Koblenzer stürmte gemeinsam mit Cebe, Lambertz und Lawarée in Richtung Stuttgarter Tor, doch statt einen der wesentlich besser postierten Kollegen anzuspielen, setzte er sich – sehr eigensinnig – mit einem unpräzisen Schussversuch in Szene, worauf der Ball lediglich an die Bande klatschte.
Man schrieb Minute 41. als Cebe von rechts flankte, Salz der Ball durch die Arme rutschte, doch da war es Caillas, der einen Moment zu spät heranstürmte, um den Ball einzunetzen.
Auch wenn die Stuttgarter Kickers mit gelegentlichen Angriffen auf sich aufmerksam machten: Fortuna war drückend überlegen und die Führung für die Flingeraner wäre mehr als verdient gewesen.
Mit Beginn der 2. Halbzeit schien die Fortuna zunächst etwas die Zuordnung zu verlieren. Dies lag möglicherweise daran, dass Norbert Meier mit dem Seitenwechsel zwei neue Kräfte bringen musste. Denn Kapitän Andreas Lambertz hatte in der 36. Minute bei einem Zweikampf einen Presseschlag auf den Knöchel abbekommen, der in der Folgezeit eine starke Einblutung nach sich zog. Inwieweit die Bänder beschädigt sind, muss eine deatillierte medizinische Untersuchung am Montag ergeben. Ebenfalls, jedoch ohne Fremdeinwirkung, angeschlagen schied Robert Palikuca mit einer muskulären Verletzung im Oberschenkel aus.
Nach einigen Minuten hatten die Fortunen, die nun mit Hamza Cakir und Marco Christ operierten, den Gegner wieder im Griff. Doch der Führungstreffer wollte nicht fallen. Auch nicht in der 59., als Cebe auf Salz zulief, sein Schuss aus spitzem Winkel von Manuel Salz erneut entschärft werden konnte. Vier Minuten später versuchte es Christ, der aus ca. 20 Metern abzog, worauf Salz den Ball über den Kasten lenkte.
Aufatmen und Jubel gab es unter den 1.100 mitgereisten Fortuna-Fans erst in der 65. Minute: Da bediente Caillas mit einer langen Flanke Axel Lawarée, der mit dem Kopf die Kugel über Salz hinweg in die lange Ecke zum 1:0 für Fortuna Düsseldorf versenkte.
Fortuna behielt die Oberhand, auch wenn die Kickers sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen versuchten. Die eindeutigeren Chancen hatten jedoch weiterhin die Rot-Weißen. So bediente Lawarée in der 70. Sahin, doch auch dieser nicht einmal ungeschickt geschlenzte Ball in Richtung langen Winkel verfehlt knapp sein Ziel.
Debütant Johannes Walbaum, der auf der Position des rechten Verteidigers eine mehr als ordentliche Figur machte, sollte Initiator des zweiten und letztlich entscheidenden Tores sein. Nachdem er einen Freistoß zugesprochen bekommen hatte, zirkelte er den Ball über das halbe Spielfeld auf Kenan Sahin, der die Kugel blitzsauber annahm, auf Keeper Salz zustürmte und ihn zum 2:0 überwand.
Sahin hätte kaum eine Minute später noch auf 3:0 erhöhen können, doch wieder war es Salz, der sich ihm entgegen warf und den Ball abwehrte. Die letzte Großchance hatte ebenfalls Sahin, der – unbewacht auf der Torlinie stehend – jedoch über den Ball trat. Dass Gästetrainer und Ex-Fortune Stefan Minkwitz in der anschließenden Pressekonferenz davon Sprache, dass „in dieser Liga jeder Fehler brutal bestraft wird“, dürfte bei der Vielzahl an Möglichkeiten, die sich den Rot-Weißen boten, als widerlegt angesehen werden.
Fortuna hatte an diesem Tag, trotz des Ausfalls zweier wichtiger Akteure, Moral bewiesen und war die eindeutig stärkere Mannschaft.
Chefcoach Norbert Meier sagte nach dem Spiel: „Wir hatten zu Beginn beider Halbzeiten gewisse Schwierigkeiten, dann aber das Zepter in die Hand genommen. Insgesamt hat es mir aber gut gefallen – besonders vor dem Hintergrund des Spiels gegen Paderborn.“ Kritiklos ging der oberste Übungsleiter der Fortunen dennoch nicht mit der Partie um, denn er sagte auch: „Gewisse Dinge haben wir noch nicht gut genug ausgespielt heute.“ Auch wenn dies ein sehr wichtiger Sieg gewesen sei, gibt es „noch einiges Verbesserungswürdiges. Die Arbeit geht also weiter.“
Dies wird spätestens am Sonntag in einer Woche sein, wenn es im Paul-Janes-Stadion im Niederrhein-Pokal gegen TGD Essen-West geht.

Fortuna Düsseldorf

Kickers verlieren Heimpremiere in der 3. Liga gegen Düsseldorf

Die Stuttgarter Kickers mussten sich im ersten Heimspiel der neuen Saison in der 3. Liga der Fortuna aus Düsseldorf mit 0:2 Toren geschlagen geben. Vor der tollen Kulisse von 5.800 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau nahmen die Gäste verdient alle drei Punkte mit ins Rheinland. Die Kickers waren nur zu Beginn der beiden Spielhälften das bessere und aggressivere Team, doch vor allem in der zweiten Hälfte zeigten die Blauen zu wenig. Das 0:1 durch Axel Lawarée (65.) und das Tor von Kenan Sahin (79.) besiegelten den Kickers die zweiten Niederlage im zweiten Spiel der noch jungen Saison.

Offizielle Homepage

Vorberichte III: Stuttgarter Kickers – Fortuna Düsseldorf

Heimpremiere gegen Düsseldorf

Kickers hoffen auf Ansturm der Fans
STUTTGART (hec). Die Stuttgarter Kickers rüsten sich unter dem Motto „Kickstart gegen Fortuna Düsseldorf“ für das erste Heimspiel heute (14 Uhr, Gazi-Stadion) in der dritten Fußballliga. Die Mannschaft will die Niederlage zum Auftakt vor einer Woche in Burghausen ausbügeln. „Wir haben Respekt vor Düsseldorf, aber sicher keine Angst“, sagt der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz, der sich die 1:4-Niederlage der Düsseldorfer gegen Paderborn vor Ort angesehen hat.

Alles andere als einen Kickstart hat zuletzt Sascha Traut hingelegt. Der Mittelfeldspieler absolvierte einen Laktattest mit schlechtem Ergebnis und könnte daher zu den Kandidaten zählen, die auf der Bank Platz nehmen müssen. „Es könnte ein, zwei Veränderungen geben“, sagt Minkwitz, der verletzungsbedingt auf Josip Landeka, Franco Petruso, Jörn Schmiedel und Gino Russo verzichten muss. Ob Sokol Kacani aufläuft, der zuletzt mit einem Wechsel nach Teheran geliebäugelt hatte und nun doch in Stuttgart bleibt, steht noch nicht fest. Klar ist dagegen, dass Minkwitz von einer Geldstrafe für den Stürmer wegen Fehlens im Training absieht.

Neu ist zudem, dass das Gazi-Stadion wegen des erwarteten Andrangs heute schon um 12.15 Uhr seine Tore öffnen wird. Bis jetzt sind rund 3000 Tickets verkauft, die Verantwortlichen rechnen aber mit mindestens 5000 Zuschauern. Auch die Marke von 1000 verkauften Dauerkarten will der Verein an diesem Wochenende erreichen.

Stuttgarter Zeitung

Kickers und Fortuna – mal oben, mal unten

Tote Hosen als Retter des Düsseldorfer Clubs

Stuttgart – An diesem Samstag (14 Uhr) wartet der erste Saisonhöhepunkt auf Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers: Fortuna Düsseldorf ist im Gazistadion zu Gast. Beide Vereine haben einiges gemeinsam – sie spielten vor langer Zeit in der Bundesliga, und beide standen kurz vor der Insolvenz.

VON JÜRGEN KEMMNER

Stefan Minkwitz hat ein gespaltenes Verhältnis zur Fortuna aus Düsseldorf. Die Erinnerung ist einerseits ein Fußball-Traum. „Es war schon großartig, vor 50 000 Menschen gegen Dortmund, Schalke und die Bayern zu spielen“, erzählt der Kickers-Trainer. Am Rhein feierte er einen seiner größten sportlichen Erfolge – den Aufstieg in die Bundesliga 1995. Doch das Glück war Minkwitz bei Fortuna nicht hold, und damit beginnt der Albtraum. In der Erstliga-Saison stand Trainer Aleksandar Ristic nicht mehr auf die Künste des Mittelfeldmannes. Nur zehn Einsätze, für Minkwitz war der Abschied beschlossen. „Ich wollte spielen, also musste ich weg“, erzählt der 40-Jährige. Er landete 1996 in Degerloch und ist den Blauen bis heute treu.

Minkwitz hat die Fortuna rechtzeitig vor den größten Turbulenzen verlassen. 2001 drohte der Regionalliga-Lizenzentzug, die Richter warteten täglich auf den Insolvenzantrag. Sein Überleben verdankt der Club den Toten Hosen. Die Punkrock-Band spendierte als Soforthilfe eine Million Mark, und seitdem sprudelt die Quelle – mal mehr, mal weniger. Selbst als der zweimalige DFB-Pokalsieger 2002 in die viertklassige Oberliga Nordrhein musste, hielt die Band die Treue – gemäß eines ihrer Songtitel: „Bis zum bitteren Ende.“ Sänger Campino, heute 46, sagte damals: „Für mich ändert sich existenziell nichts, ob mein Verein in der vierten Liga oder in der Bundesliga spielt. Ich finde Fortuna gut oder finde sie nicht gut, das ist nicht abhängig von der Liga.“ Minkwitz hat den Sänger in seiner Düsseldorfer Zeit nicht kennengelernt. „Die Gruppe hat damals ihre Live-Touren mit dem Auswärtsspielplan der Fortuna abgestimmt“, erzählt er, „ob sie es noch immer so machen, weiß ich nicht.“ Sicher ist aber: Im Gazistadion tauchen die Toten Hosen nicht auf – sie produzieren gerade ein neues Album im Studio.

Wie sich die Geschichten gleichen: Auch die Blauen standen kurz vor der Pleite – ihr Campino hieß Hans Kullen. Der Mann von der Alb kam 2003 und verhinderte mit 436 000 Euro aus seiner Privatschatulle die Insolvenz. Mindestens zwei Unterschiede gibt“s jedoch zu Campino: Kullen spricht kein Hochdeutsch, und er hat nach seiner unfreiwilligen Demission als Präsident seinem Ex-Verein längst den Rücken gekehrt.

Bei der Fortuna von 2008 erinnert wenig an die glanzvolle Zeit mit zwei DFB-Pokalsiegen (1979, 1980) und der Endspiel-Teilnahme im Europapokal der Pokalsieger 1979 (3:4 n. V. gegen den FC Barcelona). Die Ansprüche der Fans sind aber nach wie vor groß. Der Aufstieg soll“s bitte schön sein. „Hier wird immer geträumt“, stöhnt Sportmanager Wolf Werner, „aus der Wirtschaft kommt kaum Hilfe – aber jeder erwartet in der stärkeren dritten Liga den Aufstieg von uns.“ Mit einem Etat von 3,3 Millionen Euro gehört Düsseldorf wie die Kickers (3,0 Millionen) zu den Leichtgewichten der Liga. Trainer Norbert Meier ist nicht zu beneiden.

Am Samstag treffen die Kickers und Düsseldorf nach fast zehn Jahren wieder in einem Pflichtspiel auf der Waldau aufeinander. Die Zweitliga-Partie am 16. August 1998 endete 1:0 für die Kickers. Markus Sailer erzielte das goldene Tor. Und Stefan Minkwitz gehörte auch zum Siegerteam.

Stuttgarter Nachrichten

Cast setzt auf Trotzreaktion

Stuttgart (bw) – Zu ihrem ersten Heimspiel in der dritten Liga empfangen die Stuttgarter Kickers heute (14 Uhr) im heimischen Gazi-Stadion Fortuna Düsseldorf.

stuttgarter Kickers

Nach dem Fehlstart in die Saison mit der 0:2-Niederlage bei Wacker Burghausen ist bei den Kickers Wiedergutmachung angesagt. „Die Mannschaft ist heiß und will diese Scharte auswetzen“, kündigt Trainer Stefan Minkwitz vor dem Traditionsduell gegen seinen ehemaligen Club an. Auch Manager Joachim Cast setzt auf eine Trotzreaktion. „Jeder muss an seine Grenzen gehen, sonst können wir in dieser Liga nur schwer bestehen“, appelliert er an die Einstellung des Teams. Daher bekommen wohl alle Akteure, die in Burghausen zum Einsatz gekommen waren, gegen Düsseldorf die Chance, es besser zu machen. „Vielleicht ändert sich aber auch auf einer oder zwei Positionen noch was“, lässt Minkwitz die Startformation offen. Am Sonntag war Neuzugang Ralf Kettemann nach einem Ermüdungsbruch im Mittelfuß ins Mannschaftstraining eingestiegen und ist damit eine Alternative im Mittelfeld. Bis auf die verletzten Jörn Schmiedel und Franco Petruso stehen alle Spieler zur Verfügung – auch Stürmer Sokol Kacani, der sich nun doch entschieden hat, nicht nach Teheran zu wechseln, sondern bei den Kickers zu bleiben. Das letzte Duell zwischen den „Blauen“ und Fortuna gab es übrigens vor genau zehn Jahren in der zweiten Liga. Endstand auf der Waldau: 1:0 für die Kickers.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Mann, Rapp, Janic – Traut, Rosen, Gambo, Reiß – Schürg, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Der Schlüssel heißt heute Lambertz
VON BERND JOLITZ

Düsseldorf (RP) Die Situation erinnert frappierend an den August 2006. Von großer Euphorie begleitet waren Fortunas Fußballer damals in die Regionalliga-Saison gegangen ­- und dann legten sie einen klassischen Fehlstart hin. 0:3 verloren sie zum Auftakt in der LTU-Arena gegen Zweitliga-Absteiger Rot-Weiß Ahlen, ließen dann ein 0:1 beim VfL Osnabrück folgen.

Auch der SC Paderborn, dem die Düsseldorfer am vergangenen Sonntag 1:4 unterlagen, kam aus der Zweiten Liga herunter. Und sogar die Tordifferenz bei der herben Heimpleite war die gleiche -­ da wird doch nun nicht eine weitere Schlappe ins Haus stehen?

Fußballfreunde, die an solche Serien glauben, finden vor dem heutigen Drittliga-Gastspiel bei den Stuttgarter Kickers (14 Uhr, Stadion auf der Waldau) reichlich Futter. Zumal die Schwaben in Stefan Minkwitz einen Ex-Düsseldorfer auf der Trainerbank haben (wie Paderborn in David Krecidlo einen solchen aufs Feld schickte) und obendrein eine glänzende Bilanz gegen Fortuna aufweisen. Von zwölf Pflichtspiel-Duellen verloren die Kickers nur vier, entschieden aber sieben für sich.

Schön für die Düsseldorfer, dass Fußballspiele immer noch auf dem Rasen entschieden werden und nicht per Wahrscheinlichkeits-Rechnung. Deshalb ist Trainer Norbert Meier auch durchaus zuversichtlich: „Wir sind alle überzeugt, dass die Mannschaft es viel besser kann als gegen Paderborn.” Er beschönigt deshalb allerdings nichts. „In Sachen Defensive hatten wir in dieser Woche sowohl Gesprächs- als auch Übungsbedarf”, sagt der Coach. „Nicht nur das Abwehrverhalten unserer Innenverteidiger war das Problem, sondern das der gesamten Mannschaft.”

Zudem kam Kapitän Andreas Lambertz, der Motor des Düsseldorfer Spiels, überhaupt nicht in Tritt. „Lumpi ist ein sehr laufstarker Spieler”, erklärt Meier, „aber wenn er wie am Sonntag mitunter nur drei, vier Ballkontakte in zehn Minuten hat, ist das nicht sein Ding.” Es gebe die Überlegung, Lambertz weiter in der Spielfeldmitte agieren zu lassen, ergänzt der Coach. Wie er das aber mit Stephan Sieger und Marco Christ, die dort gegen Paderborn spielten, in Einklang bringen will, lässt er offen. „Das Wichtigste ist”, so Meier, „dass wir Lumpi wieder in gute Verfassung bekommen.”

RP Online

Vorberichte II Stuttgarter Kickers – Fortuna Düsseldorf

Kickers vor der Heimpremiere

Kacani bleibt in Stuttgart

STUTTGART (hec). Stefan Minkwitz schaut nicht zurück, sondern nach vorne: der Trainer der Stuttgarter Kickers trifft mit seiner Mannschaft morgen (14 Uhr, Gazi-Stadion) auf seinen ehemaligen Verein Fortuna Düsseldorf, will sich aber nicht lange mit seiner Vergangenheit als Spieler dort beschäftigen: „Das ist vorbei, was jetzt zählt ist die Partie am Samstag.“ Nach der Auftaktniederlage der Kickers in der dritten Fußballliga (0:2 in Burghausen) will Minkwitz am zweiten Spieltag „die Scharte auswetzen“. Dabei kann der Trainer auch auf Ralf Kettemann zurückgreifen, der nach seinem auskurierten Ermüdungsbruch wieder ins Training eingestiegen ist und morgen zum Kader gehören wird.

Überraschenderweise steht auch Sokol Kacani den Kickers weiter zur Verfügung. Der Stürmer, der einen Wechsel nach Teheran angekündigt hatte, bleibt nun doch in Stuttgart und erfüllt seinen Vertrag bei den Blauen. „Das kam unerwartet, aber wir akzeptieren es. Kacani erhält nun wieder eine Chance wie jeder andere“, sagt Minkwitz. Weil Kacani nun weiterhin auf der Gehaltsliste steht, haben die Kickers derzeit keinen finanziellen Spielraum, um einen neuen Stürmer zu verpflichten. Der namibische Nationalspieler Wilko Risser wurde deswegen nach seinem Probetraining auf der Waldau wieder nach Hause geschickt. „Eine Verpflichtung wäre nur im Falle eines Wechsels von Kacani möglich gewesen“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast: „Wir sondieren aber trotzdem bis zum Ende der Transferfrist den Markt.“

Für die Heimpartie morgen gegen Fortuna Düsseldorf sind bisher 2500 Karten verkauft. Da aber erst am Mittwoch endgültig die Entscheidung fiel, dass die Partie im Gazi-Stadion ausgetragen werden kann, rechnen die Kickers mit einer hohen Nachfrage an der Tageskasse und hoffen auf mindestens 5000 Zuschauer. „Solch ein klangvoller Name lockt hoffentlich die Fans und muss jeden unserer Spieler motivieren, bis über die Schmergrenze hinauszugehen“, sagt Cast.

Stuttgarter Zeitung

„Hauptsache wir verfahren uns nicht“
Nachgefragt bei Norbert Meier
 
Norbert Meier (49), ehemaliger Fußball-Nationalspieler und deutscher Meister mit Werder Bremen, trainiert seit dem 1. Januar Fortuna Düsseldorf. Vor dem Spiel morgen bei den Stuttgarter Kickers hat sich Matthias A. Schmid mit ihm über die Ziele von Fortuna und die dritte Liga unterhalten.

Herr Meier, das Auswärtsspiel bei den Stuttgarter Kickers findet nun nach langem Hin und Her doch im kleinen Kickers-Stadion statt. Hätten Sie mit Ihrer Mannschaft nicht lieber in der großen Mercedes-Benz-Arena gespielt?

Die Hauptsache ist doch, dass wir uns in Stuttgart nicht verfahren und pünktlich das richtige Stadion finden. Der Weg zum VfB ist mir schon geläufiger, aber die Heimstätte der Kickers ist nun einmal das Stadion auf der Waldau. Ich hätte sowieso nicht für möglich gehalten, dass man wegen fehlender Arrestzellen ein Spiel verlegen muss.

Aber diese Zellen gehören zu den neuen, strengeren Auflagen in der dritten Liga. Was halten Sie denn von der Einführung der neuen Profiklasse?

Es ist zum einen schon sehr reizvoll nun gegen Mannschaften spielen zu können, die uns zuvor selten oder überhaupt nicht begegnet sind. Vor allem die Fans finden es interessanter, wenn sie durch das gesamte Bundesgebiet reisen können und nicht nur nach Wuppertal oder zu Köln II.

Aber für viele Clubs ist die dritte Liga auch ein finanzieller und logistischer Kraftakt.

Das ist richtig. Und man darf nicht nur die zusätzlichen Reisekosten berücksichtigen oder den Mehraufwand für das Stadion. Sehr viel komplizierter als zuvor ist auch das Spielerscouting, weil wir uns nicht mehr auf die jeweilige Staffel konzentrieren können. Wir müssen jetzt ganz Deutschland im Blick haben. Das ist für viele Vereine nicht einfach zu stemmen.

Sportlich dürfte das Niveau deutlich angestiegen sein?

Die dritte Liga ist viel stärker als die Regionalliga, weil die besten Mannschaften nun dort alle versammelt sind. Ich kann Ihnen auch keine Mannschaft nennen, die gegen den Abstieg spielen wird. Ich sehe vielmehr die meisten Teams auf einem ähnlichen Niveau.

Gilt das auch für die Stuttgarter Kickers?

Natürlich. Ich bin davon überzeugt, dass in der dritten Liga jeder jeden schlagen kann. Man kommt ob der gestiegenen Qualität aller Teams auch nicht in die Gelegenheit, einen Kontrahenten zu unterschätzen.

Sie haben zum Auftakt zu Hause gegen Paderborn mit 1:4 verloren. Allerdings wird der Ligaverbleib in Düsseldorf mit einer solchen Tradition und einem bundesligatauglichen Stadion sicherlich nicht das Ziel sein, sondern eher der Aufstieg.

Natürlich ist das Anspruchsdenken in Düsseldorf höher als zum Beispiel bei den Kickers. Ich bin auch optimistisch, dass wir oben mitspielen. Aber dieses Anspruchsdenken muss auch immer durch Leistung auf dem Platz zementiert werden. In der vergangenen Saison haben zum ersten Mal nach langer Zeit die Ergebnisse wieder gestimmt, und wir haben erst am letzten Spieltag den Aufstieg in die zweite Liga verpasst. Aber man hat gerade gegen Paderborn gesehen, dass in dieser Liga jeder Fehler bestraft wird.

Stuttgarter Zeitung

Keine Geschenke für Fortuna
Kickers fiebern Heimauftakt gegen Ex-Bundesligist Düsseldorf entgegen
 
Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers freuen sich auf die Heimpremiere in der dritten Fußball-Liga: Am Samstag (14 Uhr) kommt Fortuna Düsseldorf ins Gazistadion – eines der attraktivsten Teams der Liga. Die Blauen hoffen auf einen Zuschauerrekord.

7220. Diese Zahl kennen sie bei den Kickers. 7220 Fans kamen in der Saison 2006/2007 zur Partie gegen den VfB II ins Gazistadion – seitdem gilt dies als Drittliga-Rekord für die Blauen. „Das ist der attraktivste Gegner der Liga, der Höhepunkt der Saison“, sagt Manager Joachim Cast, „ich halte es für möglich, dass wir in diese Sphären vorstoßen.“ Der Club hat sich auf einen Ansturm vorbereitet: Die Kassen sind von 12.15 Uhr an geöffnet, 30 Minuten früher als üblich.

Auch Trainer Stefan Minkwitz hat sich und sein Team auf die Partie eingestellt. Der 40-Jährige hat den Ex-Bundesligisten bei der 1:4-Niederlage gegen den SC Paderborn am vergangenen Sonntag beobachtet. „Wir dürfen uns nicht von diesem Ergebnis blenden lassen“, betont er, „aber natürlich habe ich auch Schwächen bei den Düsseldorfern gesehen.“ Minkwitz will nicht verraten, wo er die Achillesferse der Fortuna ausgemacht hat. Sein Trainergeheimnis bleibt auch die endgültige Aufstellung der Kickers – auf maximal zwei Positionen könnte sich die Anfangsformation im Vergleich zum Spiel in Burghausen (0:2) ändern. Für Benedikt Deigendesch und Michael Schürg könnten Josip Landeka und Marco Tucci auflaufen. Ralf Kettemann hat den Ermüdungsbruch überstanden, der Einsatz von Beginn an kommt wohl noch zu früh. Und Sokol Kacani, der den Club nun doch nicht in Richtung Teheran verlässt, muss Minkwitz erst noch beweisen, dass er unverzichtbar ist.

Kacani bleibt, die Suche nach Neuzugängen ist vorerst abgeblasen. „Das Budget ist erschöpft“, sagt Cast, „aber wenn eine echte Verstärkung auf dem Markt ist, werden wir darüber reden.“ Wenn gegen Düsseldorf über 7220 Fans kämen, wäre das eine kleine Finanzspritze. Doch eines ist sicher: Gastgeschenke werden die Kickers an die Fortuna deshalb nicht verteilen. Jürgen Kemmner

Stuttgarter Nachrichten
Mit neuem Image ins „Kellerduell“

Die Stuttgarter Kickers wollen morgen im ersten Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf das Gazi-Stadion „rocken“
 
Stuttgart – Neue Liga, neues Image: Die Stuttgarter Kickers touren in dieser Saison im Stile einer Rockband durch Deutschland. Beim ersten Heimspiel morgen (14 Uhr) gegen Fortuna Düsseldorf will der Fußball-Drittligist nun das Gazi-Stadion „rocken“ – erst recht, nachdem der Saisonauftakt misslang.
 
Von Beate Wockenfuß

Verruchter Blick, lässiges Outfit, coole Pose – Kickers-Torhüter Manuel Salz präsentiert auf dem aktuellen Plakat das neue Image des Clubs und will gleichzeitig zum großen Duell der beiden Traditionsvereine locken. Mit „5000 plus X“ Zuschauern rechnet Manager Joachim Cast. Bis gestern waren 2500 Karten verkauft. „Jetzt, wo endlich klar ist, dass wir im Gazi-Stadion spielen dürfen, werden sich noch einige zum Kartenkauf entschließen“, mutmaßt er. Doch nicht nur für die Fans hätte es einen bitteren Beigeschmack gehabt, das erste Heimspiel beim ungeliebten Konkurrenten VfB in der Mercedes-Benz-Arena austragen zu müssen. Das Aufatmen auf der Waldau war groß, als der DFB am Mittwoch das Stadion unterm Fernsehturm endgültig für den Spielbetrieb freigab. Trotz der weiterhin fehlenden Arrestzellen. Bis diese da sind, müssen mögliche Gewalttäter nun vorerst mit Gefängnistransportwagen vom Stadion zur Polizeizentrale auf den Pragsattel gebracht werden. „Das war eine enge Kiste“, sagt Cast zu dem Kompromiss und war erleichtert, dass das „Horror-Szenario“ damit vermieden werden konnte. „Durch einen Umzug hätten wir keinen Heimvorteil mehr gehabt, aber großen organisatorischen und finanziellen Aufwand“, erklärt er.Das Stadion ist herausgeputzt für das Aufeinandertreffen mit den Düsseldorfern, die Kickers-Cheftrainer und Ex-Fortune Stefan Minkwitz zu den heißesten Aufstiegskandidaten zählt. „Trotzdem sehe ich sie gegen uns nicht als Favorit“, betont der Coach, der auf die Heimstärke setzt: „In der vergangenen Rückrunde haben wir gezeigt, dass wir durchaus in der Lage sind, zu Hause jeden Gegner zu schlagen.“Die Vorfreude auf das Spiel ist enorm. „Düsseldorf ist einer der attraktivsten Gegner, den wir unseren Fans in der dritten Liga präsentieren können“, sagt Cast. Dass die Partie, die es schon ein Dutzend Mal in der Bundesliga und der zweiten Liga gab, nun ein Kellerduell ist, liegt daran, dass beide Teams den Saisonauftakt vergeigt haben. Die „Blauen“ unterlagen mit 0:2 bei Wacker Burghausen. Die hoch ambitionierten Düsseldorfer mussten sogar eine 1:4-Heimpleite gegen den SC Paderborn einstecken. „Davon lassen wir uns aber nicht blenden“, sagt Minkwitz, der sich als Augenzeuge des Spiels über die Schwächen und Stärken des Gegners ein Bild gemacht hat. Dass die Fortuna ihren Frust nun an den Kickers auslassen will, beunruhigt den Trainer nicht: „Wir haben keine Angst, aber Respekt“ – wie das nun mal so ist, bei echten Rockern . . .
 
Eßlinger Zeitung

Trotzig nach Stuttgart
VON FALK JANNING

Düsseldorf (RP) Das Heim-Desaster beim 1:4 gegen den SC Paderborn ist aufgearbeitet und abgehakt. Fortuna blickt trotzig voraus: Am Samstag geht es bei den Stuttgarter Kickers darum, einen kompletten Fehlstart zu vermeiden.

Trainer Norbert Meier und seine Mannschaft haben sich unter der Woche intensiv die Bilder vom Spiel gegen Paderborn angesehen und sind zu dem Schluss gekommen: „Wir haben verdient verloren.“ Co-Trainer Uwe Klein stellt allwöchentlich das Material zusammen und konnte dabei diesmal sogar auf Cassetten zurückgreifen, die das ZDF zur Verfügung gestellt hatte.

Der Coach macht die Niederlage dabei nicht an einzelnen Spielern fest, sondern kritisiert das Verhalten der gesamten Mannschaft. „Wir haben nach unserem frühen 1:0 vor lauter Euphorie die Ordnung verloren und geglaubt, wir können Paderborn während der anschließenden drei Minuten erschießen.“

Meier hat während des Paderborn-Spiels einen Schock bei seinen Schützlinge ausgemacht. „Nach den guten Ergebnissen zum Ende der Rückrunde und der erfolgreichen Vorbereitung hatte offensichtlich keiner der Spieler daran gedacht, dass man gegen Paderborn verlieren kann. Und als dann das dritte Gegentor fiel, haben sie geschockt reagiert.“

Der Trainer ist in Sachen erste Elf für Stuttgart noch in der Findungsphase, wägt am Tag der Abfahrt gen Süden noch das Für und Wider personeller Konsequenzen ab. Auf der rechten Seite der Vierer-Kette hat er zwar eine Reihe von Möglichkeiten, aber einen gelernten Mann für diese Position gibt es nicht.

Hamza Cakir, Oliver Hampel, Henri Heeren und Ahmet Cebe könnten dort spielen. Letzteren wird Meier dort aber vermutlich nicht aufbieten: „Ich weiß, dass er das kann, schließlich hat er das gegen Braunschweigs Danneberg und Erfurts Brückner gut gemacht. Doch Ahmet ist auf dieser Position verschenkt“, sagt er.

Die Düsseldorfer fahren bereits am Donnerstagnachmittag ins Schwabenland, um sich in Ruhe auf die Partie vorzubereiten. „Keiner meiner Spieler wird auch nur im entferntesten denken, dass das in Stuttgart so im Vorbeigehen zu erledigen ist“, verspricht Meier, der unter der Woche viele Gespräche geführt hat. „Ich bin sicher, wir werden eine starke Düsseldorfer Mannschaft sehen.“

RP Online

Der Bauch entscheidet diesmal nicht
 
Fortuna-Trainer Norbert Meier rätselt noch, wer am Samstag bei den Stuttgarter Kickers als rechter Verteidiger spielt. Hampel, Cebe, Cakir, Heeren und Walbaum sind Kandidaten.

Nein, auf seinen Bauch hört Norbert Meier diesmal nicht. Als der Trainer von Fußball-Drittligist Fortuna vor einer Woche die Torwartfrage entschied und Michael Melka den Vorzug vor Michael Ratajczak im Kampf um den Posten zwischen den Pfosten gab, da folgte der 49-Jährige seinem „Bauchgefühl”. Doch die Entscheidung vor dem zweiten Saisonspiel am Samstag bei den Stuttgarter Kickers (14 Uhr, Stadion an der Waldau) wird schwieriger. Für die Position des rechten Verteidigers gibt es etliche Alternativen.

Hamza Cakir und Henri Heeren durften sich bei der 1:4-Klatsche gegen Aufstiegsfavorit SC Paderborn schon versuchen. Das ging nicht gut. Cakir hatte bereits nach zwei Minuten Gelb gesehen und musste in der Halbzeit runter, Heeren wirkte nicht immer sicher. „Wir müssen uns die beste Möglichkeit überlegen”, betont Meier, der alle Variablen einbezieht: Aktuelle Trainingseindrücke und die Leistung in der vergangenen Saison.

Da durften sich hinten rechts auch schon Oliver Hampel und Ahmet Cebe versuchen. Beide konnten durchaus überzeugen. Der junge Johannes Walbaum wäre eine weitere Alternative, dem Neuzugang von Verbandsligist SG Wegberg-Beeck fehlt allerdings die Spielpraxis auf Drittliga-Niveau.

Wer am Samstag ran darf? „Abwarten”, sagt Meier, „Fakt ist, dass uns ein Rechtsverteidiger fehlt. Jeder Spieler hat die Chance, sich anzubieten. Ahmet Cebe? „Er ist kein gelernter Abwehrspieler, hat seine Sache aber meistens gut gemacht”, weiß Meier, „aber er wäre hinten verschenkt.” Immerhin erzielte der 25-Jährige das bisher einzige Fortuna-Tor.

Oliver Hampel? „Er ist kein gelernter Spezialist, kommt für viele Positionen in Frage”, sagt der Coach, „das ist leider oft ein Nachteil für ihn, und er sitzt nur auf der Bank. Wir wissen aber was wir an ihm haben.” Wenn er als rechter Verteidiger eingesetzt wurde, spielte Hampel einen souveränen Part. Er hat wohl die besten Karten auf einen Einsatz. Dafür würde Cakir für den am Sonntag unglücklich agierenden Robert Palikuca neben Jens Langeneke die Innenverteidigung bilden, Fabian Hergesell wieder links auflaufen. Im Mittelfeld besteht kein Wechselbedarf, Stephan Sieger, Andreas Lambertz, Marco Christ, Ahmet Cebe und Olivier Caillas werden wohl auch von Beginn an spielen. Vorne stürmt Axel Laware´e.

„Die Niederlage gegen Paderborn ist abgehakt”, beschwört Meier, „die Mannschaft hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass sie besser spielen kann.” Und dies ist in Stuttgart dringend nötig, um den Fehlstart mit zwei Niederlagen zu verhindern.

Der Westen

Düsseldorf- Fortuna vs. Kickers
Wer fällt ins Degerloch?

Wer am Samstag verliert, darf sich auf einen längeren Verbleib im Tabellenkeller einstellen.
Von VOLKER GEISSLER

Norbert Meier will den ersten Saisonsieg.

Das heutige Gazi-Stadion, das wegen fehlender Arrestzellen bis vor wenigen Tagen noch als Spielstätte fraglich war, sieht zwei Fehlstarter. Die Kickers verloren 0:2 in Burghausen, Fortuna bekam daheim gegen Paderborn richtig was auf die Mütze. „Mit diesem Spiel haben wir einen Vorgeschmack darauf bekommen, was die Dritte Liga mitbringt. Keiner hat mit einer Klatsche gerechnet, und wir haben sie verdient bekommen“, erinnert Trainer Norbert Meier noch einmal an das kollektive Versagen vom vergangenen Sonntag.

„Wir müssen es ganz schnell wieder hinbekommen, diszipliniert aus einer Grundordnung heraus zu spielen. Wir sind alle davon überzeugt, dass es die Mannschaft viel besser kann.“

Um 8.30 Uhr trifft er sich am Freitag mit seiner Truppe, dann geht es mit dem Zug ins Schwabenland. Holt Fortuna diesmal was? Das wichtigste Spiel im Degerloch ging mächtig in die Hose – 1987 beim 0:3 im Pokal-Halbfinale.

Und auch Manager Wolf Werner hat aus Gladbacher Zeiten nicht die besten Erinnerungen: „Da haben Effe und Neun mit Luftpistolen die Nachttischlampen zerschossen, vom Hotel kam dann die Rechnung. Und verloren haben wir auch noch.“ Vielleicht sollten zur Abwechslung mal die Gastgeber ins Degerloch fallen…

Express

StZ über Manuel Salz: Lautsprecher statt Leisetreter

Manuel Salz will sich mit Selbstvertrauen und seiner extrovertierten Art im Tor des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers etablieren

STUTTGART. Bei den Kickers hat Manuel Salz als Nachfolger von David Yelldell im Tor ein schweres Erbe angetreten. Doch der Trainer Stefan Minkwitz stärkt ihm vor dem Spiel morgen gegen Düsseldorf den Rücken: „Der Junge ist gut, und er wird immer besser.“

Von Fabian Heckenberger und Joachim Klumpp

Während die meisten Spieler der Stuttgarter Kickers am vergangenen Samstag nach der Auftaktniederlage gegen Burghausen mit gesenktem Haupt vom Platz schlichen, bewies Manuel Salz Haltung. Der Torwart des Fußball-Drittligisten stellte sich jeder Kamera, stand Rede und Antwort. Sein Tenor: „Natürlich bin ich enttäuscht, schließlich zählt die Leistung der Mannschaft.“ Weniger die eigene. Denn an der gab es trotz der 0:2-Niederlage nichts auszusetzen. Im Gegenteil.

Der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz machte anschließend das, was er normalerweise öffentlich nur ganz selten tut: einen Spieler herausheben – in diesem Fall eben Manuel Salz. „Er hat mit seiner Leistung dafür gesorgt, dass wir überhaupt im Spiel geblieben sind“, sagte Stefan Minkwitz, der sich dem psychologischen Effekt einer solchen Aussage wohl bewusst ist und deswegen vor dem Heimspiel morgen gegen Fortuna Düsseldorf nochmal nachlegte: „Der Junge ist gut, und er wird immer besser.“

Vor allem in den sogenannten Eins-gegen-eins-Situationen bewies der 22-Jährige seine Abgeklärtheit und brachte die gegnerischen Stürmer schier zur Verzweiflung. In der Vergangenheit durfte Salz sein Können lediglich in der zweiten Mannschaft beweisen oder bei einigen Einsätzen im WFV-Pokal. Am Stammtorwart David Yelldell war einfach kein Vorbeikommen. Kein Wunder. Nicht nur für Minkwitz war Yelldell „der beste Torhüter in der gesamten Regionalliga“. Da musste sich Salz hinten anstellen.

Mittlerweile spielt Yelldell aber eine Klasse höher bei TuS Koblenz, und kaum war diese Entscheidung gefallen, hatten sich die Kickers-Verantwortlichen festgelegt: auf Manuel Salz als die neue Nummer eins. Daraufhin verlängerte der Torwart, den der SSV Reutlingen im Vorjahr schon gerne abgeworben hätte, seinen Vertrag bei den Stuttgartern. Zwar haben die Kickers in Benjamin Huber vom FC Ingolstadt einen ernsthaften Konkurrenten geholt, doch der steht momentan in der Warteschleife, auch wenn der Manager Joachim Cast betont: „Er ist knapp dran“, und Minkwitz sagt: „Huber macht Druck und treibt Salz noch mehr an.“ Allerdings musste Huber ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Vorbereitung verletzungsbedingt ein paar Tage pausieren.

Salz hat zwar keine Stammplatzgarantie, aber das Vertrauen der Verantwortlichen. „Natürlich muss man ihm auch mal einen Fehler zugestehen“, sagt Minkwitz an die Adresse all der Skeptiker, die glauben, die Kickers hätten sich auf der Schlüsselposition Torhüter entschieden verschlechtert. Weil er mit 1,85 Meter für einen Torhüter nicht gerade ein Gardemaß besitzt, zweifeln einige Fans an den Qualitäten des Schlussmannes, der am ehesten noch in der Strafraumbeherrschung zulegen muss.

Am nötigen Selbstvertrauen jedenfalls mangelt es Salz nicht. Vom Typ her ist er extrovertierter als sein Vorgänger, die Abwehr dirigiert er schon lauter als ein David Yelldell in seiner Anfangszeit. Der sagt: „Jeder Torwart hat seinen eigenen Stil, aber Manuel ist auf einem guten Weg. Wenn er mich etwas gefragt hat, dann habe ich ihm gerne geholfen. Aber ich habe ihm nicht dauernd reingeredet. Jeder Torwart muss seinen eigenen Weg gehen.“

Das sieht auch Salz selbst so, der den Vergleich mit seinem Vorgänger und Publikumsliebling auf der Waldau gar nicht so gerne hört: „Ich bin ein ganz anderer Torwarttyp. Ich bin lautstärker und spiele mehr mit.“ Das bestätigen auch die Mitspieler, wie der Innenverteidiger Marcel Rapp: „Er hat im Training bewiesen, dass er es kann.“ Auch im ersten Spiel hat er überzeugt, vor der schweren Partie morgen gegen Düsseldorf ist den Verantwortlichen deswegen nicht bange – zumindest nicht in Bezug auf die Torwartposition. „Ich unterteile nicht in jung und alt, sondern in gut und schlecht“, sagt Minkwitz und lässt keinen Zweifel daran, wo er seinen Keeper einordnet: „Ich plane fest mit ihm.“

Dass Salz sich größeren Aufgaben stellen und sich nicht verstecken will, zeigt ein Blick auf das Vorbild des jungen Torhüters: „Gianluigi Buffon“, sagt er. Der ist vierfacher Welttorhüter und amtierender Weltmeister.

Stuttgarter Zeitung