StZ: Kickers beschweren sich

Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 07.09.2010
Fußball Nach dem Skandalspiel gegen Nürnberg II wendet sichder Regionalligist an den DFB. Von Marko Schumacher

Die Fassungslosigkeit ist noch immer nicht gewichen. Das 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg II am vergangenen Samstag, die beiden fragwürdigen Foulelfmeter, die drei umstrittenen Platzverweise – die Stuttgarter Kickers können nicht verstehen, wie es dazu kommen konnte und vor allem: was den Schiedsrichter Rafael Foltyn geritten hat.

Während der Trainer Dirk Schuster seiner Mannschaft zur Frustbewältigung kurzfristig zwei Tage freigegeben hat („Die Jungs müssen erst mal die Köpfe freibekommen“), beschäftigt sich der Geschäftsführer Jens Zimmermann intensiv mit der Angelegenheit und dem 25-jährigen Unparteiischen aus Mainz. Seine Recherchen haben ergeben, dass Foltyn in seiner jungen Karriere weit überdurchschnittlich viele Spieler vom Platz gestellt und häufiger als die Kollegen auf den Elfmeterpunkt gezeigt hat. Als Erklärung für die Vorkommnisse reicht dies den Kickers jedoch nicht.

Zum einen hat Zimmermann daher eine offizielle Beschwerde beim DFB eingereicht und den zuständigen Schiedsrichter-Obmann Lutz-Michael Fröhlich darum ersucht, Foltyn in Zukunft nicht mehr für Spiele des Stuttgarter Regionalligisten zu nominieren. Und zum anderen wandte sich der Geschäftsführer an den DFB-Justiziar Stefan Schmidt mit der Bitte zu prüfen, ob es bei diesem Spiel Auffälligkeiten im Bereich der Sportwetten gegeben habe – sprich: ob eine Spielmanipulation vorliegen könnte. „Wir wollen uns nichts vorwerfen lassen und haben daher ganz wertfrei nachgefragt“, sagt Zimmermann.

Der DFB dürfte freilich auch selbst aktiv werden. Rafael Foltyn jedenfalls hat einen Sonderbericht über die Tumulte nach dem Schlusspfiff angefertigt, der die Kickers teuer zu stehen kommen könnte. Ein Feuerzeug soll den Schiedsrichter beim Verlassen des Spielfelds an der Lippe touchiert haben. Jens Zimmermann widerspricht dieser Darstellung. Er verweist darauf, dass es der Schiedsrichterbetreuer der Kickers gewesen sei, der von dem Wurfgeschoss getroffen worden sei.

Stuttgarter Zeitung

KSC testet gegen Stuttgarter Kickers II

Karlsruhe (ps) – Der Karlsruher SC hat für diese Woche ein weiteres Testspiel vereinbart. Dabei trifft der KSC am Mittwoch, 8. September, auf die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers.

Anstoß für die Partie, die auf der Platzanlage des TSV Reichenbach ausgetragen wird, ist um 18.30 Uhr.

KA-News.de

Presse zum Skandalspiel Stuttgarter Kickers – 1. FC Nürnberg II (1:2)

„So etwas habe ich in 30 Jahren nicht erlebt“
Fußball Der Schiedsrichter drückt einer turbulenten Regionalligapartie seinen Stempel auf. Die Kickers verlieren gegen Nürnberg 1:2, drei Spieler durch Platzverweis und müssen wegen eines Feuerzeugwurfs auch noch mit einem Nachspiel rechnen. Von Joachim Klumpp

Als Rafael Foltyn aus Mainz-Kastel am Samstag um Viertel vor vier die Partie Stuttgarter Kickers gegen den 1. FC Nürnberg II (1:2) in Degerloch abgepfiffen hatte, stand er im Brennpunkt. Der Physiotherapeut Marc Weiss musste Philipp Türpitz und Alessandro Abruscia bremsen, damit die nicht auf den Unparteiischen losgingen, genau wie der Spielerberater Ronny Zeller den Trainer Dirk Schuster, der auf 180 war. Von Schweinerei, Schiebung oder Skandal war im Getümmel die Rede, und Zeller sagte: „Ich bin 30 Jahre im Fußballgeschäft, aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Das war Betrug!“

Harte Worte nach einem Spiel, in dem der Schiedsrichter unter Polizeischutz den Platz verlassen musste und trotzdem von einem Feuerzeug an der Lippe getroffen wurde. Das wird einen Zusatzbericht zur Folge haben – und ein Nachspiel. Fragt sich nur, ob die Kickers mit einer Geldbuße davonkommen oder ob ihnen als Wiederholungstäter eine Platzsperre droht.

Und das nach einer Partie, in der beim 0:0 zur Pause aber auch rein gar nichts auf diese Turbulenzen hingedeutet hatte, die in zwei (fragwürdigen) Elfmetern und drei Platzverweisen mündeten. Der Schiedsrichter, der nicht seinen besten Tag erwischte hatte, war dabei mittendrin statt nur dabei. Sein Motto lautete: im Zweifel gegen die Kickers. Doch der Reihe nach.

49. Minute: Nach einem Eckball drückt Michele Rizzi einen Nürnberger etwas plump zur Seite, der Schiedsrichter zögert nicht lange, Elfmeter und Tor (durch Matthias Heckenberger). „Außerhalb des Strafraums kann man vielleicht Foul pfeifen“, sagt Rizzi später, „aber innerhalb . . .“

61. Minute: Nach einem Zweikampf an der Außenlinie kommen Oliver Stierle und sein Gegenspieler zu Fall; die Frage lautet eigentlich nur: Wer hat wen gefoult? Doch der Schiedsrichter hat eine exklusive Sicht der Dinge: „Schwalbe“ von Stierle, was für den bereits Verwarnten Gelb-Rot bedeutet. Doch es kommt noch schlimmer.

64. Minute: Wieder ist Rizzi der Unglücksrabe. Bei einem kleinen Gerangel zieht er seinen Gegenspieler kurz, der fällt geschickt – und der Schiedsrichter darauf rein? Wieder Pfiff, wieder Tor durch Heckenberger. „Sehr fragwürdig“, sagt Rizzi.

75. Minute: Bei einem Konter trifft Patrick Auracher den eingewechselten Michael Bühler mit gestrecktem Bein am Kopf. Der Schiedsrichter entscheidet auf Notbremse – und Rot. Hart, aber vertretbar. Doch damit nicht genug.

89. Minute: Der bereits verwarnte Torschütze Jéräme Gondorf leistet sich ein weiteres Foul – und fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. Das Ende vom Lied in einer Partie, in der der Unparteiische trotz der vielen Unterbrechungen nur eine Minute nachspielen lässt. Er scheint es eilig zu haben, wie schon in der Halbzeit.

Da hatte Herr Foltyn, der nach der Pause jegliches Fingerspitzengefühl vermissen ließ, bereits nach sieben Minuten die Mannschaften aufs Feld geholt, woraufhin sich die Kickers beschwerten. „Als Antwort hieß es: es sind nur fünf Minuten vorgeschrieben“, berichtete der Geschäftsführer Jens Zimmermann später.

Und was sagten die Trainer? Nichts, die Pressekonferenz fiel aus, hinter vorgehaltener Hand gab Nürnbergs Trainer René Müller zu, dass Stierles Platzverweis eine Fehlentscheidung war. Dass seine Mannschaft in Überzahl bis zum Schluss um die drei Punkte kämpfen musste, spricht zumindest für die Moral der Kickers, die zwischenzeitlich zum 1:1 durch Gondorf gekommen waren (54.). „Mit elf Mann hätten wir gewonnen“, sagte Rizzi – und stand mit dieser Meinung nicht alleine da.

„Dem Fußball hat der Schiedsrichter keinen Gefallen getan“, sagte der Kickers-Präsident Edgar Kurz. Er verkniff sich, mehr Öl ins Feuer zu gießen, und ging stattdessen in die Schiedsrichterkabine, um sich für den Feuerzeugwurf offiziell zu entschuldigen. Ob es hilft? Das Strafmaß reicht in solchen Fällen von einer Geldstrafe über ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit bis hin zu einer Platzsperre. „Eine solche wäre übertrieben“, sagt Zimmermann.

Zumal die Kickers alles Erdenkliche getan hatten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Mehr als 50 Ordner waren bei der Partie, die auch nicht als Sicherheitsspiel eingestuft worden war, im Einsatz. Die Frage lautete allenfalls, warum von ihnen keiner einen Schirm zum Schutz des Schiedsrichters hatte.

Der Verein wird auf jeden Fall Strafanzeige gegen unbekannt stellen, um später eventuelle juristische Forderungen gegen den Feuerzeugwerfer geltend machen zu können. Und der Schiedsrichter, der es zuvor so eilig hatte, verließ erst zwei Stunden nach dem Abpfiff das Stadion.

Kickers Güvenc – Gerster (55. Türpitz), Auracher, Rapp, Stierle – Rizzi (81. Savranlioglu) – Abruscia, Gondorf – Marchese – Brandstetter (70. Pala), Reule.

Schiedsrichter Foltyn (Mainz-Kastel).

Tore 0:1 Heckenberger (51. Elfmeter), 1:1 Gondorf (54.), 1:2 Heckenberger (64. Elfmeter).

Gelb-Rote Karten Stierle (61.), Gondorf (89.). Rote Karte Auracher (75./Notbremse).

Stuttgarter Zeitung

Zwei freie Tage zum Abreagieren
Von Jürgen Frey, aktualisiert am 06.09.2010 um 14:31

Stuttgart – Die Blauen sahen Rot: Drei Platzverweise und zwei umstrittene Foulelfmeter brachten die Emotionen im Lager des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers zum Überkochen. „Wir lassen uns von den Benachteiligungen nicht stoppen“, sagte Trainer Dirk Schuster nach dem 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg II.

Die Art der Frustbewältigung sah bei allen anders aus. Manche Kickers-Spieler wollten einfach nur nach Hause, andere zog es zum Weindorf oder in die Disco. Trainer Schuster wählte die Zweisamkeit: Er machte einen langen Spaziergang mit seiner Frau Britta. „Jeder muss diese Enttäuschung, den Ärger, die Wut so schnell wie möglich auf seine Art verarbeiten“, sagte der Coach – und verordnete seiner Mannschaft zwei trainingsfreie Tage.

Es war schon ein außergewöhnliches Fußballspiel, das am Samstag im Gazistadion über die Bühne ging. Eine hochanständige Partie ohne jegliche Provokationen von beiden Seiten sahen die 2550 Zuschauer vor der Pause. Doch im Laufe der zweiten Hälfte nahm das Unheil für die Kickers seinen Lauf. Mittendrin: Schiedsrichter Rafael Foltyn (25) aus dem Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel. Er verhängte zwei umstrittene Strafstöße gegen die Blauen – beides Mal soll Michele Rizzi gefoult haben. Außerdem sahen Oliver Stierle nach einer angeblichen Schwalbe in einem Laufduell und Jerome Gondorf nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot. Damit nicht genug: Das hohe Bein von Patrick Auracher ahndete der Referee als Notbremse. Kickers-Präsident Edgar Kurz sprach von einem „Skandal“. Coach Schuster beurteilte die Leistung des Schiedsrichters auch mit einem Tag Abstand als „unterirdisch“. Am Spieltag hatte er sich noch einen Maulkorb verpasst und nach Absprache mit seinem Nürnberger Kollegen Rene Müller die obligatorische Pressekonferenz abgeblasen. „Ich wollte mir nicht den Mund verbrennen und irgendwelche Sanktionen riskieren“, erklärte Schuster.

Auch seine Spieler waren unmittelbar nach dem Schlusspfiff auf 180. Kickers-Torwart-Trainer Kai Rabe musste Ali Pala und Mahir Savranlioglu fast schon im Polizeigriff in die Kabine führen. Physiotherapeut Marc Weiss zerrte Philipp Türpitz und Sandro Abruscia vom Feld. Den Rest zum Schutz des Schiedsrichters erledigten andere besonnene Kickers-Verantwortliche und der Ordnungsdienst. Was sie nicht verhindern konnten: Ein von der Haupttribüne aus geworfenes Feuerzeug traf den Schiri an der Lippe.

Die Blauen fahnden nach dem Übeltäter – genauso wie nach einer vernünftigen Aufstellung im Spiel bei 1899 Hoffenheim II am kommenden Samstag (14 Uhr). Drei gesperrte Stammspieler fehlen. Innenverteidiger Simon Köpf ist nach seiner Operation am Sprunggelenk zwar wieder im Training, eine Nominierung für die Anfangsformation kommt aber wohl noch zu früh. Zudem wird weiter nach einem Torwart Ausschau gehalten: Daniel Riemer (zuletzt Preußen Münster) sagte gestern ab. Für alle Fälle wird Defensiv-Routinier Moritz Steinle aus der Oberligaelf, die am kommenden Wochenende spielfrei ist, von Dienstag an mittrainieren. Wie auch immer die Aufstellung aussieht: Schuster setzt auf eine Trotzreaktion. „Wir lassen uns von den Benachteiligungen nicht stoppen und wollen in Hoffenheim drei Punkte holen“, sagt der Coach. Dann könnte man von einer äußerst erfolgreichen Frustbewältigung sprechen.

Stuttgarter Nachrichten

DIE KICKERS UND DER ÄRGER MIT DEN SCHIEDSRICHTERN
Artikel aus der STUTTGARTER ZEITUNG vom 06.09.2010

Strafe Im DFB-Pokalspiel am 22. Oktober 2006 gegen Hertha BSC brach der Schiedsrichter die Partie in der 81. Minute ab, nachdem sein Linienrichter Kai Voss von einem Bierbecher getroffen worden war. Gegen die Kickers wurden 10 000 Euro Strafe sowie ein Spiel

unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhängt.

Geisterspiel Die Regionalligapartie gegen Elversberg (2:0) musste im November 2006 unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Gazi-Stadion ausgetragen werden, zudem wurde im März 2007 auf DFB-Geheiß entlang der Gegengeraden ein Fangnetz installiert, das erst Ende September 2008 wieder entfernt werden durfte.

Zivilklage Vor dem Landgericht Stuttgart haben die Kickers den Prozess gegen den „Becherwerfer“ gewonnen. Der muss dem Club die Strafe von 10 000 Euro sowie den geschätzten Einnahmenverlust in Höhe von 3500 Euro ersetzen. Da der Verurteilte Privatinsolvenz angemeldet hat, ist derzeit aber nichts zu holen. ump

Stuttgarter Zeitung

Drei Platzverweise und die erste Pleite

Stuttgart (red) – Schwarzer Tag für die Stuttgarter Kickers: Erstens kassierte der Fußball-Regionalligist beim 1:2 (0:0) am sechsten Spieltag zu Hause gegen den 1. FC Nürnberg II die erste Saisonniederlage. Zweitens kamen beide Gegentreffer durch umstrittene Foulelfmeter zustande. Drittens beendeten die Gastgeber wegen drei Platzverweisen das Spiel nur mit acht Mann. Und viertens muss der Verein jetzt auch noch mit einer Geldstrafe rechnen, weil Schiedsrichter Rafael Foltyn (Mainz-Kastel) von einem Feuerzeug an der Lippe getroffen wurde.Nach diesem intensiven Spiel vor 2550 Zuschauern im Gazi-Stadion verweigerten beide Trainer jegliche Aussagen zur Partie, die übliche Pressekonferenz fiel aus.

Zuvor konnten die erhitzen Gemüter der Spieler und Fans der „Blauen“ nur schwer beruhigt werden. Denn nach der torlosen ersten Hälfte überschlugen sich im zweiten Abschnitt die Ereignisse. Aus Sicht der Kickers jagte ein negativer Höhepunkt den nächsten – mit Ausnahme des 1:1-Ausgleichstreffers durch Jerome Gondorf in der 54. Minute. Zuvor hatte Matthias Heckenberger die Nürnberger per Foulelfmeter (50.) in Führung gebracht. Der gleiche Schütze sorgte erneut per Strafstoß auch für den 2:1-Endstand (63.). Dazwischen sah als erstes Kickers-Mittelfeldspieler Oliver Stierle wegen einer Schwalbe die Ampelkarte (61.). Ihm folgten später Innenverteidiger Patrick Auracher wegen hohen Beins (Rot/75.) und Torschütze Gondorf nach wiederholtem Foulspiel (Gelb-Rot/88.) ebenso frühzeitig in die Kabine.

Eßlinger Zeitung

WFV-Pokal-Achtelfinalpartie der Blauen in Neckarsulm auf 29. September verlegt

Die Achtelfinalpartie des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers im laufenden WFV-Pokal-Wettbewerb beim Landesligisten Neckarsulmer Sportunion – die am kommenden Dienstag hätte ausgetragen werden sollen – musste aus organisatorischen Gründen seitens der Gastgeber kurzfristig verlegt werden. Neuer Spieltermin ist nun am Mittwoch, 29. September 2010. Spielbeginn ist voraussichtlich um 18.30 Uhr.

Offizielle Homepage

Zweiter Anlauf: Nachholspiel der Stuttgarter Kickers beim SV Darmstadt 98 auf 19. Oktober terminiert Abstand

Einen neuen Spieltermin gibt es für die in der Vorwoche ausgefallene Punktspiel-Begegnung des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers beim SV Darmstadt 98. Die Partie vom 4. Spieltag bei den „Lilien“, die nach starken Regenfällen kurzfristig vom Sportamt der Stadt Darmstadt abgesagt worden war, soll am Dienstag, 19. Oktober 2010, nachgeholt werden. Spielbeginn im Böllenfalltor-Stadion ist um 19.30 Uhr, bereits erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit.

Offizielle Homepage

Presse zu SpVgg Weiden – Stuttgarter Kickers (0:1)

„Das Nervenkostüm liegt darnieder“
SpVgg Weiden nach 0:1 gegen Stuttgarter Kickers Letzter – Viel Kampf, wenig Konstruktives

Weiden. (mr) Dieses Ding will keiner haben, aber jetzt hängt die Rote Laterne der Regionalliga Süd erst einmal in Weiden. „Tiefer geht jetzt nimmer“, sagte Trainer Günter Güttler nach der 0:1-Heimniederlage am Mittwochabend gegen die Stuttgarter Kickers. Natürlich meinte er zuallererst die Tabellensituation (1 Punkt), aber auch die spielerische Vorstellung gibt Anlass zu großer Sorge.

SpVgg Weiden verliert erneut: 0:1-Heimniederlage gegen Stuttgarter Kickers Weiden. (eg) Langsam wird es eng für die SpVgg Weiden. Denn auch im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers verlor die Regionalmannschaft 0:1. Verdient, wie nach 90 Minuten auch die 977 Zuschauer feststellen mussten. In der 40. Minute markierte der Stuttgarter Daniel Reule den einzigen Treffer des Abends am Weidener Wasserwerk. Torwart Tobias Linse machte dabei keine gute Figur, rettete aber die Weidener im Laufe der Partie mit einigen Paraden vor einer höheren Niederlage. Marcel Brandstetter hätte durchaus die Chance gehabt, für die Gäste das Ergebnis höher zu schrauben. Für die einzige nennenswerte Möglichkeit für die SpVgg hatte Sebastian Szikal nach einer viertel Stunde gesorgt. Er traf aber nur den Außenpfosten. Die Weidener sind nach dieser erneuten Niederlage nun Schlusslicht in der Regionalliga Süd mit nur einem Punkt. Das Bild zeigt eine Szene mit dem Weidener Ralf Egeter (Mitte), der gegen Torwart Günay Güvenc zu spät kam. Bild: Eger
Der Coach sagte dann auch, dass der Sieg der ambitionierten Gäste verdient sei. „Bei uns liegt bei dem einen oder anderen das Nervenkostüm darnieder“, urteilte der Trainer. Genau diesen Zustand nutzten die Gäste aus, wie deren Trainer Dirk Schuster nachher erklärte: „Wir wussten, dass die Weidener nach ihrem Saisonstart nicht die Gefestigsten sind.“ Bei besserer Chancenverwertung durch ihre Stürmer Daniel Reule und Marcel Brandstetter hätten die Kickers noch höher gewinnen können. Schließlich reichte das Kopfballtor von Reule fünf Minuten vor der Pause. Auch die Vorbereitung dieses Treffers ärgerte Güttler: „Man darf die Kickers da nicht so flanken lassen.“ Aber es sei wie so oft in den vergangenen Spielen gewesen: „Manchmal sind wir einfach zu brav.“

Kämpferisch in Ordnung

Kämpferisch war den Weidenern vor knapp 1000 Zuschauern nicht viel vorzuwerfen, doch manch einer versuchte seine spielerischen Mängel anders zu kompensieren: „Manche wollen alles machen, und machen dann viele Fehler“, hat Güttler erkannt, der wieder sah, dass er derzeit keinen im Team hat, der spielerische Struktur reinbringen könnte. Auf der rechten Seite im Mittelfeld probierte er es zunächst mit dem gelernten Stürmer Ralf Egeter. Ganz vorne in der Spitze spielten Sokol Kacani und Nico Beigang. Doch die Zuspiele zu ihnen funktionierten kaum.

Die Stuttgarter setzten in den ersten Minuten die Gastgeber stark unter Druck. Michele-Claudio Rizzi hätte schon nach fünf Minuten die Führung für den Mitfavoriten in der Regionalliga Süd erzielen müssen, doch er verzog knapp. Auch danach spielten die Kickers ihre technischen Vorteile aus, doch die Weidener bissen sich allmählich ins Spiel und hatten nach einer Viertelstunde ihre beste Chance: Der Ball berührte nach einem abgefälschten Freistoß von Sebastian Szikal den Außenpfosten. Auch Sascha Steinacher versuchte einige Mal über links durchzukommen. Als es ihm einmal gelang, wurde er von Fabian Gerster kurz vor der Strafraumgrenze niedergestreckt. Beim anschließenden Freistoß rettete ein Kickers-Akteur vor dem kopfballbereiten Egeter. Das 1:0, das Tor des Abends, entsprang eigentlich keiner Großchance. Erst ließen die Weidener Jeröme Gondorf beim Flanken zu viel Raum, dann machte beim Tor Keeper Tobias Linse, der ansonsten bravourös hielt, nicht die beste Figur. Noch vor der Pause hätten die Kickers durch Brandstetter und Patrick Auracher nachlegen müssen.

Das machten die Gäste bei einigen Chancen auch nach der Pause nicht. „Wir haben es versäumt, unsere Konter präziser auszuspielen“, klagte Schuster. Die Weidener zeigten zwar weiterhin viel Einsatz, doch das meiste blieb Stückwerk. So hatten die Kickers nur einen Schaden an diesem Tag: Bei der Anreise mussten sie nach einem Defekt an der Bustür in Nürnberg in eine Werkstatt. In Weiden blieb für die Gäste alles heil.

Oberpfalznet

Güvenc rückt für Wagner ins Kickers-Tor

5. Regionalliga-Spieltag: Der Stammkeeper der Blauen fällt am Mittwoch beim Gastspiel in Weiden mit einer Knieverletzung aus – Spielbeginn um 19 Uhr im Stadion am Wasserwerk

Vor dem Gastspiel des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers an diesem Mittwoch bei der SpVgg Weiden (Stadion am Wasserwerk, 19 Uhr) plagt den Cheftrainer Dirk Schuster ein weiteres personelles Problem: Daniel Wagner, der Stammtorwart der mit sieben Punkten aus drei Partien glänzend in die Saison gestarteten Blauen, fällt mit einer Knieverletzung aus – deshalb wird der 19-jährige Youngster Günay Güvenc beim zweiten Saison-Auswärtsauftritt der Degerlocher in der Oberpfalz seine Punktspielpremiere feiern.

Nach den Kickers-Feldspielern Dirk Prediger (Kreuzbandriss) und Simon Köpf, der sich nach einer Knöcheloperation mittlerweile schon im Aufbautraining befindet und wohl schon in naher Zukunft wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren kann, muss nun auch noch Daniel Wagner passen. Der 23 Jahre alte Torhüter hatte sich am vergangenen Freitagabend im Rahmen einer Trainingseinheit nach dem witterungsbedingt ausgefallenen Punktspiel beim SV Darmstadt 98 eine Meniskusquetschung zugezogen und wird voraussichtlich insgesamt zwei Wochen pausieren müssen.

„Diese Verletzung ist für Daniel natürlich bitter“, sagt der Trainer Schuster, nachdem der Schlussmann seit seinem Wechsel zu den Blauen im Sommer 2009 insgesamt 37 Regionalliga-Einsätze nacheinander im Kickers-Trikot bestritten hatte. „Wir haben aber vollstes Vertrauen in Günay Güvenc und sind davon überzeugt, dass er in Weiden seine Leistung bringen wird“, betont Schuster.

Ungeachtet dieses ärgerlichen Ausfalls strebt Schuster mit seiner in der noch jungen Spielzeit ungeschlagenen Formation den ersten Auswärts-„Dreier“ an. Jedoch: einen Spaziergang um die drei Zähler wird es im Stadion am Wasserwerk für die Blauen wohl nicht geben. Ein solches Szenario erwartet bei diesem Gastspiel (Schiedsrichter ist Andreas Bischof/ Hundheim) auch Schuster nicht, da die SpVgg Weiden mit nur einem Punkt aus ihren bisherigen vier Saisonpartien gestartet ist und momentan lediglich auf dem vorletzten Tabellenplatz der Fußball-Regionalliga Süd steht.

„Die Weidener sind bislang deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben und werden deshalb so schnell als möglich den Schalter umlegen wollen“, sagt Schuster, der die Mannschaft von Trainer Günter Güttler – einem früheren Profifußballer, unter anderem in Diensten des FC Bayern München und bei Schalke 04 – nach ihrem misslungenen Auftakt mit einem „angeschlagenen Boxer“ vergleicht. Und genau diese Konstellation kann eine vermeintlich leichte Aufgabe viel schwerer machen als gedacht.

Offizielle Homepage

Presse zu Stuttgarter Kickers II – FC 08 Villingen (1:2)

FC 08 stürmt vor auf Platz zwei
Von Schwarzwälder-Bote, aktualisiert am 29.08.2010 um 21:32

Von Michael Bundesmann

Kickers Stuttgart II – FC 08 Villingen 1:2 (0:1). Hand aufs Herz, wer hätte dies nach dem fünften Saisonspiel des FC 08 gedacht? Martin Braun und Co. stehen auf dem zweiten Tabellenplatz.

Es ist der Lohn dafür, dass sich die Villinger seit Saisonbeginn Woche für Woche steigern und vor allem als geschlossene Einheit mehr und mehr überzeugen.

Mit dem gestrigen Sieg gegen wie erwartet spielerisch starke Kickers setzt die Mannschaft von Martin Braun ein weiteres Ausrufezeichen.

Er hatte seine Formation gegenüber der Mittwoch-Partie gegen Kehl gestern unverändert gelassen. Hochzeiter Jago Maric nahm auf der Bank Platz, auch weil er sich selbst nach seiner Muskelverletzung noch nicht topfit fühlte.

Die 120 Zuschauer bekamen von Beginn an eine spielerisch ausgezeichnete Oberliga-Partie zu sehen. Die Kickers schlugen ein hohes Tempo an, gingen allerdings glücklich durch einen herrlichen Freistoßtreffer des bereits in dieser Saison regionalliga-erprobten Mahir Savranlioglu (aus 25 Metern Distanz) mit 1:0 in Führung. Glücklich deshalb, denn der Torschütze hatte kurz zuvor, ungeahndet, Villingens Weißhaar gefoult. Dies war aber der einzige Fehler des guten Unparteiischen Dominik Schaal, den die Nullachter nach den Ausschreitungen vor zwei Jahren im Heimspiel gegen Großaspach noch nicht vergessen haben. Schaal hatte gestern nach langer Zeit wieder ein Spiel des FC 08 geleitet.

Der 0:1-Rückstand schockte die Gäste keineswegs. Sie agierten technisch auf Augenhöhe und besaßen durch Haibt (22.) ihre erste Großchance. Mansoruglu hatte ihn mit einem tollen Pass in die Tiefe freigespielt, doch Haibts Schuss ging am langen Eck vorbei. Ein Flankenball von Lehn sprang wenig später auf der Lattenoberkante des Stuttgarter Gehäuses auf.

Wer nun gedacht hätte, die junge Kickers-Mannschaft könne ihrerseits das gute Spielniveau nach dem Seitenwechsel unter den Augen ihres Chef- und Regionalliga-Trainers Dirk Schuster fortsetzen, der sah sich für die nächste halbe Stunde getäuscht.

Schuld an dieser Tatsache war eine weitere Leistungssteigerung der Villinger, die nun in dieser Phase ihre wohl bisher stärkste Leistung zelebrierten, den Gegner klar beherrschten. Ein Aufbruchsignal hierfür war natürlich das 1:1 gleich zwei Minuten nach Wiederbeginn: Ketterer hatte einen Eckball scharf hereingegeben, Mansur Mansuroglu nutzte im Stuttgarter Strafraum frei stehend mit einem Flachschuss die Chance zum 1:1. Haibt (65.) und auch Plavci (74.) hätten bei guten Möglichkeiten bereits hier die Führung erzielen können. Auf der anderen Seite stoppte 08-Keeper Daniel Miletic mit einer Glanztat einen Sololauf von Sarajlic, der wenig später aus guter Position das Spielgerät übers Villinger Gehäuse schoss. Kurioses passierte dann in der 85. Minute. Bei einem Abwurf traf Miletic Ketterer, der, ein paar Minuten benommen, mit einem ››Brummschädel“ sogar vom Platz musste. Er erlebte auch nicht mehr die siegbringende Szene zwei Minuten später mit, als Mansuroglu einen Abschlag von Kickers-Schlussmann Güvenc mit einem Kopfball im Mittelfeld abwehrte, dieser aber sogar zur Vorlage für den davon marschierenden Florian Rudy wurde, der im Alleingang zum 2:1-Endstand einschob und sein Team auf den zweiten Tabellenplatz vorrücken ließ. Diese überzeugende Vorstellung des 08-Teams gestern macht Appetit auf mehr in dieser Saison.

Schwarzwälder Bote

FC 08 Villingen bleibt auf Erfolgskurs

Fußball-Oberliga: Stuttgarter Kickers II – FC 08 Villingen 1:2 (1:0) –(sum) Der FC 08 Villingen bleibt in der Erfolgsspur und hat sich in der Tabelle durch einen Sieg bei der U 23 der Stuttgarter Kickers auf Rang zwei vorgeschoben. Die Null achter sicherten die drei Punkte vor allem durch eine starke zweite Halbzeit.Die Partie begann für die Schwarzwälder allerdings alles andere als verheißungsvoll.
Der Villinger Mario Ketterer im Duell mit dem Stuttgarter Demis Jung. Ketterer ließ sich auch von den Kickers kaum stoppen. Allerdings sorgte einer seiner FC 08-Teamkollegen dafür, dass er vorzeitig vom Feld musste.

Stuttgarts Mahir Savranlioglu verwandelte nach nur acht Minuten einen umstrittenen Freistoß direkt in den Winkel zur Führung der Gastgeber. Doch die Villinger bewahrten Nerven und kamen ihrerseits zu einigen Chancen und einem Treffer durch Sebastian Lehn, der allerdings wegen Abseits nicht anerkannt wurde.

Vor dem Seitenwechsel hatten die Nullachter noch zwei weitere Möglichkeiten zum Ausgleich. Ein Ball von Lehn wurde an die Latte abgefälscht und mit Benedikt Haibt hatte auch der zweite FC 08-Stürmer eine dicke Chance, konnte diese jedoch nicht nutzen.

Aus der Pause kamen die Villinger mit gezieltem Pressing, was sich bald positiv auswirkte. Einen Eckball nahm der starke Neuzugang Mansur Mansuroglu auf, ließ einen Gegenspieler aussteigen und traf nach 80 Sekunden der zweiten Hälfte zum 1:1. Der Treffer beflügelte die Nullachter, die fortan klar feldüberlegen waren. Doch der Führungstreffer wollte zunächst nicht gelingen. Nedzad Plavci kam bei einer Chance einen Tick zu spät, dann scheiterte Haibt und zudem war Kickers-Torhüter Günay Güvenc im Weg. Auf der Gegenseite hätte Kickers-Stürmer Predrag Sarajlic die Gastgeber in der 80. Minute in Führung bringen können. Doch FC 08-Torhüter Daniel Miletic verhinderte dies mit einer großartigen Reaktion. Bei der zweiten Sarajlic-Gelegenheit hatte der Stuttgarter bei seinem Schuss zuviel Rücklage.

Fünf Minuten vor Schluss musste Mario Ketterer verletzt vom Platz, nachdem ihn ein Abwurf von Miletic direkt am Kopf erwischt hatte. Die Villinger ließen sich dadurch nicht beirren. Mansuroglu passte vier Minuten vor dem Abpfiff präzise auf den eingewechselten Florian Rudy. Der 21-Jährige behielt in einer Eins-gegen-Eins-Situation gegen Güvenc die Nerven, zog ab und traf zum 2:1. Die von knapp 50 Fans begleiteten Nullachter brachten den Sieg über die Runden und dürfen sich nun auf ein Spitzenspiel am kommenden Samstag gegen Normannia Gmünd freuen.

Trainer Martin Braun sprach nach der Partie von einem „sehr guten Oberligaspiel“ und lobte sein Team, das den frühen Rückstand ausgezeichnet weggesteckt habe. „Die Mannschaft ist schon sehr gefestigt“, freute sich der neue FC 08-Coach. Kickers-Trainer Björn Hinck meinte, dass der Gästesieg insgesamt in Ordnung gehe. Allerdings sei es ärgerlich, so kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer zu kassieren.

FC 08 Villingen: Miletic – Maus, Bea, D´ Incau, Ketterer (85. Sopelnik)- Knackmuss, Weißhaar – Plavci, Mansuroglu – Haibt (91. Yahyaijan), Lehn (75. Rudy).

Tore: 1:0 (8.) Savranlioglu, 1:1 (47.) Mansuroglu, 1:2 (86.) Rudy; Schiedsrichter: Dominik Schaal (Tübingen); Zuschauer: 150

Südkurier