AA: Warum Okpala ausrastete: Dicke Luft

(ötz/AZ). Hat „dicke Luft“ zur Handgreiflichkeit Christian Okpalas und seiner anschließenden Suspendierung beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers geführt? Gegenüber der Bild-Zeitung versuchte Okpala seinen Ausraster zu erklären: „Sascha Benda hat mich provoziert, indem er ständig furzte“, beklagte sich der Stürmer in einem Interview am Dienstag über seinen Mitspieler. „Ich habe ihn aufgefordert, damit aufzuhören. Doch er hat weiter gefurzt. Da schlug ich ihm mit der Faust ins Gesicht.“ Dies sei aber nicht das erste Mal gewesen. Okpala, der im Sommer vom Zweitliga-Aufsteiger FC Augsburg gemeinsam mit Benda nach Stuttgart wechselte, wird zitiert: „Das hat er bereits in Augsburg getan, wo wir bis letzte Saison zusammen spielten. Dort musste er sogar 250 Euro Strafe bezahlen.“

Disziplinarische Strafe

Die Strafe für Sascha Benda bestätigt FCA-Trainer Rainer Hörgl, aber sie wurde aus einem ganz anderen Grund verhängt: „Es waren disziplinarische Gründe.“ Benda habe mehrmals Anweisungen des Trainers auf dem Platz lautstark kommentiert. Ansonsten wollte Hörgl zum Thema Okpala nichts mehr sagen: „Unser Manager hat alles gesagt. Jedes weitere Wort über dieses Thema ist ein Wort zu viel.“ Ein offenes Geheimnis ist aber, dass Okpala nicht leicht zu führen war. Dies war, so war immer wieder zu hören, auch ein Grund, warum der FCA den Vertrag mit dem letztjährigen Torschützenkönig der Regionalliga, der maßgeblich mit am Aufstieg des FCA beteiligt war, nicht verlängert hatte.

Okpala selbst vermutet sogar, dass sein Kollege zu den Provokationen angestiftet wurde. „Ich habe das Gefühl, die Kickers wollen mich loswerden, weil ich zu viel verdiene.“ Nachdem es am vergangenen Mittwoch in der Kabine zu der Auseinandersetzung gekommen war, hatte der Verein den 30 Jahre alten Torjäger beurlaubt.

Allerdings gibt es bereits Interessenten, die Okpala verpflichten wollen. Darunter scheint auch der Zweitliga-Absteiger SF Siegen zu sein.

Augsburger Allgemeine

Oberligateam weiter erfolgreich

Auch die TSG Hoffenheim II konnte die U23 der Kickers nicht stoppen. Zum dritten Mal in Folge gewannen die „kleinen“ Blauen – 3:1 gegen Hoffenheim. Neben den Nachwuchsstürmern Bastian Bischoff, Sokol Kacani und Marco Tucci kamen heute auch Marco Wildersinn und Laszlo Kanyuk aus dem Regionalligateam zum Einsatz.

Die Tore erzielten Spielmacher Dominique Rodrigues (29. ) sowie die Stürmer Marco Tucci (79. ) und Bastian Bischoff (83. ) per Konter. Mit 24 Punkten stehen die Blauen damit auf Platz Acht der Oberliga Baden-Württemberg. Der Vorsprung vor den Abstiegsrängen beträgt sage und schreibe elf Punkte!

Heimspiel der Kickers II im GAZi-Stadion

In einem Spiel der Oberliga Baden-Württemberg empfangen die Stuttgarter Kickers II am morgigen Dienstagabend, 27. November 2006 um 19.30 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau die Mannschaft der TSG Hoffenheim II. Mit einem Sieg könnten die Kickers die Gäste in der Tabelle nicht nur überholen, sondern bis auf Platz 8 vorstoßen. Da in beiden Mannschaft vermutlich einige Spieler aus der ersten Mannschaft ihre Chance erhalten, dürfte es zu einem interessanten Duell kommen.

Quelle: stuttgarter-kickers.de

Bild: Zu viel gefurzt! Da schlug Okpala zu

Diese Sache stinkt gewaltig!

Stürmer Christian Okpala (30), der mit Drittligist Stuttgarter Kickers den HSV aus dem Pokal schoss, ist von seinem Verein suspendiert worden, weil er sich energisch gegen übel riechende Angriffe von Mitspieler Sascha Benda (26) zur Wehr setzte.

Okpala zu BILD: „Benda hat mich provoziert, indem er ständig furzte. Das hat er bereits in Augsburg getan, wo wir bis letzte Saison zusammen spielten. Dort musste er sogar 250 Euro Strafe bezahlen.“
In der vergangenen Woche eskalierte es.

Okpala tickte aus, schlug Benda vor den Augen der Kollegen mit der Faust ins Gesicht.

Vom Verein wurde der Nigerianer dafür bis auf weiteres gesperrt.

Bild.de

Presse zu Stuttgarter Kickers – VfR Aalen (4:1)

Okpala wird von den Kickers nicht vermisst
 
Der Trainer Robin Dutt sagt nach dem 4:1-Sieg in der Fußball-Regionalliga gegen Aalen: Das Thema ist abgehakt
 
STUTTGART. Der VfR Aalen entwickelt sich zum Lieblingsgegner der Stuttgarter Kickers. Nach dem 5:2 im Hinspiel und dem Erfolg im WFV-Pokal gab es nun einen 4:1-Sieg. Überragender Spieler war Mirnes Mesic mit drei Treffern.

Von Joachim Klumpp

Man kann nicht gerade behaupten, dass Christian Okpala am Samstag im Gazistadion allgegenwärtig gewesen wäre. Der Spieler selbst fehlte erwartungsgemäß. Aber nicht mal ein Transparent oder ein Schlachtruf erinnerte daran, dass der einstige Hoffnungsträger der Stuttgarter Kickers am Donnerstag nach einer Handgreiflichkeit gegen Sascha Benda im Kabinentrakt suspendiert worden war.

Aus dem Auge, aus dem Sinn? Nach dem letztendlich souverän herausgespielten 4:1 gegen den VfR Aalen sagte der Mittelfeldspieler Manuel Hartmann zu diesem Thema: „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie noch enger zusammengerückt ist.“ Wobei der Sturmkollege Mirnes Mesic immerhin zu bedenken gab: „Nach so einem Ergebnis ist es einfach zu sagen, ohne Okpala läuft es besser, aber das ist nicht ganz in Ordnung so. Als Spieler fehlt er uns schon.“ Als Mensch weniger. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mirnes Mesic jedenfalls unterstrich seine seit Wochen ansteigende Form mit einem Galaauftritt. Er holte einen Elfmeter heraus, schoss drei Tore selbst (es hätten auch fünf sein können) – und erhöhte sein Trefferkonto auf acht. Dennoch widersprach der Trainer Robin Dutt seinem Kollegen Wormuth: „Das war kein Mesic-Festival.“ Na ja, als Trainer muss man das wohl sagen, wenngleich auch Mesic zugab: „Ich wurde super angespielt.“

Von Gambo zum Beispiel oder Stierle. Ergo, so Dutt: „Das waren drei Punkte für den Teamgeist. Alle Spieler hatten den gleich hohen Anteil am Erfolg.“ Wobei es schon einer taktischen Umstellung in der Halbzeit bedurfte, um die Schwächen auf den Außenpositionen der Abwehrkette (Steinle und Kanitz) zu korrigieren. Das gelang nahezu perfekt, und im Mittelfeld haben die Kämpfernaturen Akcay und Hartmann momentan gegenüber einem Feingeist wie Kanyuk die Nase vorn. Das muss kein Dauerzustand sein. Je nach Gegner, je nach Spielverlauf. „Es ist auf alle Fälle ein Vorteil, wenn man von der Bank noch Qualität bringen kann“, sagt der Trainer, wobei das zuletzt vor allem auf Mustafa Parmak zutraf. Bei Stürmer Sokol Kacani ist es nach seinem Neunminutendebüt noch zu früh für ein Urteil. Obwohl der Albaner neun Treffer in der zweiten Mannschaft erzielt hat, ist er nicht gleich der neue Okpala. Dutt sagt: „Dieses Thema ist abgehakt.“

Sportlich vielleicht. Juristisch noch nicht. Es ist kein Geheimnis, dass die Kickers versuchen wollen, eine einvernehmliche Lösung zu finden, damit Okpala in der Winterpause – gegen eine Ablöse – wechseln kann. Das Interesse der Konkurrenz jedenfalls scheint vorhanden. Ob sich schon ein Verein gemeldet hat? „Nicht nur einer“, sagt der Manager Joachim Cast, nachdem bereits vor der Saison Konkurrenten wie eben Aalen oder auch Saarbrücken Interesse bekundet hatten. „Wir haben gewusst, dass er kein einfacher Spieler ist“, sagt Cast, der ansonsten zu der leidigen Affäre nur noch anmerkte: „Für Kritik war Okpala überhaupt nicht empfänglich.“

Das zeigt sich auch daran, dass der 30-Jährige bisher die Teilnahme am Training der zweiten Mannschaft boykottiert. „Das mache ich nicht“, hatte er schon unmittelbar nach seiner Suspendierung erklärt. Ob das für den weiteren Verlauf der Dinge klug ist, steht auf einem anderen Blatt. Was für die Kickers schwerer wiegt: Ersatz zu finden. „Das wird nicht ganz einfach“, gibt Cast zu.

Aber nötig, wenn die Kickers ernsthaft um den Aufstieg mitspielen wollen. Wobei man nicht vergessen darf: beim Schlusspfiff standen praktisch nur Spieler des Vorjahres auf dem Rasen. Damals wurden die Kickers am Ende Neunter. So gesehen ist Platz vier ein großer Schritt nach vorne. Und das, obwohl die Neuzugänge nicht wie erhofft eingeschlagen haben: Okpala suspendiert, Kanyuk nur Ersatz, Benda ausgewechselt. Diese Bilanz ist ausbaufähig.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Kanitz (46. Parmak) – Benda (77. Schlabach), Akcay, Hartmann, Stierle – Gambo (81. Kacani), Mesic.

VfR Aalen: Wulnikowski – Stickel, Alder, da Silva, – Schiele (72. Okle), Maier, Wingerter, Hillebrand – Okic (55. Christ) – Steegmann, Sailer (55. Maric).

Schiedsrichter: Seemann (Essen).

Zuschauer: 2680.

Tore: 0:1 Schiele (14.), 1:1 Mesic (16.), 2:1 Benda (32./Foulelfmeter), 3:1 Mesic (67.), 4:1 Mesic (85.).

Gelbe Karten: Yildiz – Steegmann, Christ.

Stuttgarter Zeitung

Drei Tore – Mesic macht Okpala vergessen
 
Der Stürmer der Stuttgarter Kickers ist der beste Mann beim 4:1-Erfolg über den VfR Aalen
 
Stuttgart – Die Suspendierung von Christian Okpala hat zumindest kurzfristig keine Spuren hinterlassen. Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers gewann am Samstag gegen den VfR Aalen mit 4:1 – und ausgerechnet Okpalas einstiger Sturmpartner Mirnes Mesic blühte auf.

VON DIRK PREISS

Wenn der Gegner der Gäste eine Lobeshymne auf einen Kickers-Spieler singt, dann gibt es für Robin Dutt meist nur eine Reaktion: zurücklehnen und genießen. Doch am Samstag war das anders: Der Kickers-Trainer widersprach.

Frank Wormuth, der Coach des VfR Aalen, hatte nach der Partie nicht viel gefunden, was er seiner Mannschaft vorwerfen konnte. Nur zwei Dinge hätten nicht geklappt. Erstens: Die Aalener vergaßen, eine ihrer zahlreichen, toll heraugespielten Torchancen zu nutzen. Und zweitens: „Wir haben Mirnes Mesic nicht in den Griff bekommen“, sagte Wormuth, „das war ein Mesic-Festival, er hat das Spiel entschieden.“

Dieser Meinung hätte man sich durchaus anschließen können. Schließlich hatte der Stürmer nicht nur drei Treffer erzielt, sondern sogar noch den Elfmeter zum 2:1 durch Sascha Benda herausgeholt. Robin Dutt ging das Lob seines Aalener Kollegen dann aber doch ein wenig zu weit. „Ich finde, das war ganz und gar kein Mesic-Festival“, erklärte der Kickers-Coach mit ernster Miene, „er ist schließlich von den anderen Spielern toll in Szene gesetzt worden.“ Für den am Ende deutlichen Sieg gegen den VfR Aalen gebe es daher „drei Punkte für den Teamgeist“.

Dieses Thema lag Dutt ganz besonders am Herzen. Vergangene Woche hatte der Club nach Handgreiflichkeiten in der Kabine Stürmer Christian Okpala suspendiert. Unklar war danach, wie die Mannschaft auf diesen Vorfall reagieren würde. Die Antwort: ganz hervorragend. „Wir haben gezeigt, dass wir jetzt noch enger zusammenstehen“, sagte Mittelfeldspieler Manuel Hartmann. Mesic erklärte zwar, dass „uns Okpala als Spieler fehlt“. Doch der Stürmer sorgte mit seiner Leistung selbst dafür, dass am Samstag keiner die Suspendierung des Topverdieners kritisierte. „Das Thema ist abgehakt“, machte Dutt deutlich.

Nun geht es darum, Okpala in der Winterpause an einen anderen Club zu vermitteln. „Es gibt bereits mehr als eine Anfrage“, sagte Manager Joachim Cast. Unter anderen haben die SF Siegen Interesse signalisiert. Klappt es mit einem Transfer, werden die Kickers laut Dutt auf jeden Fall Ersatz präsentieren. Ob der Kader darüber hinaus verstärkt wird, hängt auch von den letzten beiden Partien in diesem Jahr ab. Siegen die Blauen beim Karlsruher SC II und gegen den 1. FC Kaiserslautern II, darf wohl noch ein weiterer Neuzugang mithelfen, das Ziel Aufstieg doch noch zu erreichen.

Stuttgarter Nachrichten

Dutt stellt das Team in den Mittelpunkt
 
4:1 der Kickers gegen Aalen dank einer starken Mannschaftsleistung und eines überragenden Mesic
 
Stuttgart – Natürlich war Christian Okpala immer noch das Thema. Aber die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers konnten die Fragen nach dem suspendierten Stürmer ganz gelassen beantworten. Immerhin hatte die Mannschaft ohne den 30-Jährigen mit 4:1 (2:1) gegen den VfR Aalen gewonnen. Es war bereits der dritte Kickers-Sieg gegen den VfR in dieser Saison.
 
Von Sigor Paesler

Nach dem Schlusspfiff stand ein anderer Stuttgarter Spieler aber noch mehr im Fokus des Interesses: Okpalas bisheriger Sturmpartner Mirnes Mesic hatte drei Treffer erzielt und den Elfmeter zum 2:1 herausgeholt. Doch während Aalens Coach Frank Wormuth von einem „Mesic-Festival“ sprach, stellte sein Gegenüber Robin Dutt demonstrativ die Mannschaft in den Mittelpunkt: „Das war ein Sieg für den Teamgeist.“ Von Verunsicherung nach dem Theater um Okpala war jedenfalls nichts zu spüren. Mesic konnte mit der Aussage seines Coaches gut leben. „Bei der Mannschaft läuft es wieder, das kommt mir zugute“, sagte der Bosnier. Allerdings war er schon während der Schwächephase der „Blauen“ stets der beste Stuttgarter gewesen.

Die Aalener sind in dieser Saison der Lieblingsgegner der Kickers. Bereits das Hinspiel und das Aufeinandertreffen im WFV-Pokal hatten die Stuttgarter gewonnen. Und wieder sahen die Zuschauer ein sehr sehenswertes Spiel, in dem der VfR nicht so schlecht war wie es das Ergebnis glauben lässt. Im Gegenteil: Die 2:1-Pausenführung der „Blauen“ war schmeichelhaft. Die Aalener zogen im ersten Durchgang ein gutes Flügelspiel auf und erarbeiteten sich Chancen. Dabei sprang jedoch nur das 1:0 durch Michael Schiele nach Vorarbeit des starken Dennis Hillebrand heraus (14.). Dann aber drehte Mesic auf. Das 1:1 erzielte er aus der Bedrängnis mit einem satten Distanzschuss (16.). Vor dem 2:1 durch Sascha Bendas Strafstoß hatte Aalens Keeper Robert Wulnikowski großes Glück, dass sein Foul an Mesic nicht mit Rot bestraft wurde (31.).

Aufstieg wieder ein Thema
Nach dem Wechsel standen die Stuttgarter in der Defensive geordneter. Mesic machte mit seinem siebten und achten Saisontreffer alles klar (67. / 85).

Der Rückstand der Stuttgarter zur TSG Hoffenheim auf dem Aufstiegsplatz zwei beträgt nun nur noch fünf Punkte. Und plötzlich ist die zweite Liga wieder ein Thema. Wenn auch nicht bei Dutt: „Ich schaue zunächst von Spiel zu Spiel.“ Mesic gab sich forscher: „Natürlich wollen wir aufsteigen. Wir hatten unsere Schwächephase, Hoffenheim hat sie zurzeit und Wehen wird sie auch noch bekommen.“ Klar ist jedenfalls, dass die Stuttgarter das Geld wieder investieren wollen, das durch den zu erwartenden Weggang von Top-Verdiener Okpala in der Winterpause frei wird. Interessenten für den in Ungnade gefallenen Angreifer gibt es einige. Unter anderem hat der VfR Aalen bereits bei den Kickers angefragt. Insofern bleibt Okpala noch eine Weile ein Thema.

Eßlinger Zeitung

Aalen vergibt viele Chancen

Nur ein Torjägerist zu wenig
Aalen – 45 Minuten lang spielt der VfR Aalen Fußball aus dem Lehrbuch. In dieser ersten Hälfte zum Rückrundenauftakt der Fußball-Regionalliga hätte Aalen die Stuttgarter Kickers abschießen können. Gravierende Abschlussschwächen und individuelle Fehler in der Hintermannschaft sorgten am Ende für ein frustrierendes 1:4 in Degerloch.

Von unserem Redakteur Thomas Ringhofer

Auf drei Positionen hatte Aalens Chefcoach FrankWormuth die Mannschaft gegenüber dem Mittwochspiel umgestellt. Benjamin Wingerter kam für Marco Haller, Marco Sailer für Marijo Maric und Branko Okic für Marco Christ. Eine Umstellung, die sich auszahlte, denn der VfR legte am Samstag vor 2680 Zuschauern los wie die Feuerwehr. Eine Umstellung aber auch, anhand derer im weiteren Spielverlauf klar wurde, was Aalen zu einer Spitzenmannschaft fehlt.

Aalen vergibt viele Chancen

Mit offenen Visieren gingen beide Mannschaften in den Rückrundenstart. Nach 23 Minuten stand es nach Toren 1:0 für den VfR, nachdem Michael Schiele einen überlegten Querpass von Dennis Hillebrand zur verdienten Führung abgeschlossen hatte. Es hätte nach 23 Minuten aber auch 4:1, 5:1 oder gar 6:1 für Aalen heißen können, müssen. Aber Kickers-Schlussmann Yelldell lenkte Steegmanns Kopfball über die Latte, Okic verpasste das Tor um einen Stiefelspitze (4.), traf aus 22 Metern nur den Querbalken, weil wieder Yelldell aufgepasst hatte (20.), und scheiterte in der 23. Minute aus zehn Metern nochmals an Yelldell. Die größte Chance aber vergab Sailer, der frei stehend nicht so recht wusste, was er tun sollte, dann einen verunglückten Heber fabrizierte (13.).

Aalen hat seinen Chancentod, die Kickers haben einen Knipser. Drei Tore schoss Mirnes Mesic selbst (16., 68., 85.), holte zudem den Elfer zur 2:1-Pausenführung durch Benda (32.) heraus. Das ist der Unterschied. Auch weil sein Gegenspieler Christian Alder nicht seinen besten Tag hatte, Aalen nach dem deprimierenden 1:2 nach 45 Minuten das Fußballspielen einstellte, nicht mehr über die Flügel kam, in der Vorwärtsbewegung viele Bälle verlor.

Wormuth brachte nach 55 Minuten Christ für den überragenden, aber dann müden Okic und Maric für Sailer. Was die Neuen aber zeigten, das war weniger als nichts: Dem Trainer fehlen einfach die Alternativen, er ist machtlos, wenn andere lustlos sind. So hatte Aalen in der zweiten Hälfte nicht eine einzige Torchance, die Kickers dagegen sieben.

Schwäbische Zeitung

Kickers wieder in der Erfolgsspur – Aalen konnte mit 4-1 besiegt werden

Stuttgart (dpa) – Die Stuttgarter Kickers sind zum Rückrunden-Auftakt in der Fußball-Regionalliga Süd in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt besiegte den VfR Aalen deutlich mit 4:1 (2:1).

Vor 2680 Zuschauern führten zunächst die Gäste durch den Treffer von Michael Schiele (14.). Doch in einem sehenswerten Spiel sorgten Mirnes Mesic (16.) und Sascha Benda (32.) mit einem Foulelfmeter für das 2:1. Nach der Pause machte Mesic (67., 85.) mit zwei weiteren Treffern den Stuttgarter Sieg perfekt, der damit aber etwas zu hoch ausgefallen ist.

Fotos vom Spiel bei www.tausendsascha.de

Kickers – VfR Aalen – Vorbericht

Bereits zum dritten Mal in dieser Saison treffen am morgigen Samstagnachmittag, 14.30 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau, die Stuttgarter Kickers auf den VfR Aalen und auch beim dritten Mal hoffen die Blauen als Sieger den Platz verlassen zu können. In der ersten Partie behaupteten sich die Kickers ja beim Hinrundenstart in Aalen mit einem souveränen 5:2-Erfolg und leiteten damit eine tolle Serie von acht Spielen ohne Niederlage ein. Das nächste Wiedersehen mit Aalen erfolgte im GAZi-Stadion beim wfv-Pokal und damals setzten sich die Kickers nach Verlängerung und Elfmeterschießen mit 7:6 durch.

Jetzt folgt also das dritte Aufeinandertreffen und sicher wäre da nach seinen zwei Toren im Hinspiel Torjäger Christian Okpala im Mittelpunkt gestanden. Nun aber hat sich der 30jährige Nigerianer durch seine Handgreiflichkeiten in der Kabine selbst ins Abseits gespielt und er wird vermutlich nicht mehr das Kickers-Trikot tragen. Das wiederum ist die Chance für andere und vor allem für die Mannschaft, sich in dieser Begegnung zu profilieren. „Der Teamgeist stimmt ja in der Mannschaft und er könnte gegen Aalen neue Energien freisetzen“, hofft jedenfalls Trainer Robin Dutt.
Große Änderungen dürfte Robin Dutt also nicht vornehmen, da sich zuletzt die Viererkette in der Abwehr bewährte und auch die Mischung im Mittelfeld stimmte. Der Trainer überlegt lediglich, ob er von Anfang an Mustafa Parmak bringen oder ihn später einwechseln soll. Offen ist auch noch, wer anstelle von Okpala im Angriff stürmen soll. In Frage kommen da auch Bastian Bischoff und Sokol Kacani, die sich zuletzt in der zweiten Mannschaft bewährten. „Gegen Aalen wird es sich wieder ein Geduldsspiel, aber wir hoffen auf das bessere Ende für uns“, sinniert auch Manager Joachim Cast. Die Begegnung wird übrigens in einem größeren Beitrag im SWR ab 17.00 Uhr übertragen.

Guido Dobbratz

www.stuttgarter-kickers.de

Das 2:5 vom Hinspielsoll aus den Köpfen

Aalen – Das 2:5 zu Hause gegen die Stuttgarter Kickers ist für den VfR Aalen der Knackpunkt für die Vorrunde der Fußball-Regionalliga gewesen. Heute haben die VfR-Spieler die Gelegenheit, das Ding zu drehen, einen positiven Schub für die Rückrunde zu schaffen. 

Von unserem RedakteurThomas Ringhofer

Noch heute haben die Spieler des VfR Aalen die Auftakt-Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers im Hinterkopf. „Gut gespielt, aber verloren, und auch noch fünf Gegentreffer kassiert“, das waren die ersten 90 Minuten des VfR Aalen in dieser Saison. „Die Mannschaft hat damals nicht begriffen, was abgeht“, sagt Cheftrainer FrankWormuth dazu. Die jetzige Lage wird von einigen wenigen Kickern immer noch nicht richtig eingeschätzt. „Mit diesen Spielern habe ich Tacheles geredet. Es kann nicht sein, dass man nach dem 0:0 gegen Darmstadt am nächsten Tag fröhlich durch die Gegend läuft!“

Das Gros der Aalener war nach der erneut verpassten Chance an die Spitzengruppe aufzuschließen demprimiert. Gegen Reutlingen und Darmstadt wäre ein Sieg möglich gewesen, „dann wären wir jetzt Dritter. So entsteht bei einigen Frust“, so der Trainer. Den Vorwurf, dass er am Mittwoch Branko Okic zu spät für Marco Christ einwechselte, lässt Wormuth gelten. „Ich habe den richtigen Zeitpunkt verpasst, weil sowohl ich als auch Co-Trainer Rainer Kraft das Gefühl hatten, es gibt keinen Grund etwas zu ändern. Wir waren der Ansicht, die Mannschaft hat sich nach der Pause besser gefunden. Sie hatte ja auch ihre Torchancen.“

Kickers sind wieder in der Spur
Gefunden haben sich laut Wormuth auch wieder die Kickers. „Nach einer bösen Phase haben sie zuletzt wieder besser gespielt, sind jetzt wieder auf ihrem normalen Niveau.Während Kickers-Trainer Robin Dutt auf Sven Sökler (Leistenprobleme) verzichten muss, sind in Aalen außer den Langzeitverletzten alle an Bord. Denkbar ist es, dass Marijo Maric nach seiner zum Teil wenig engagierten Vorstellung gegen Darmstadt zunächst auf der Bank bleibt, dafür Marco Sailer beginnt, auch wenn er zu viele Chancen vergibt, Maric gefährlicher ist.

Schwäbische Zeitung online

Presse zum Platzen des Becherwurf-Prozesses

Prozess geplatzt – Becherwerfer wieder frei
 
Richterin bricht beschleunigtes Verfahren ab und will auf DNA-Analyse warten
 
Das beschleunigte Verfahren gegen einen 38-Jährigen, der beim DFB-Pokalspiel Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC einen Bierbecher auf den Linienrichter geworfen hatte, ist gestern gescheitert. Die Richterin will das Ergebnis eines DNA-Gutachtens abwarten.

Von Markus Heffner

Dieter Wahl und die übrigen Präsidiumsmitglieder der Stuttgarter Kickers werden sich noch einige Wochen gedulden müssen, bis sie ihr Recht geltend machen können. Ihre Regressforderungen gegen den 38-jährigen „Fan“, der beim Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin durch seinen Becherwurf einen Spielabbruch provoziert hatte, belaufen sich laut Wahl auf derzeit 55 000 Euro. 10 000 Euro musste der Verein an Geldstrafe bezahlen, auf weitere 10 000 Euro beziffert Wahl die Einnahmenverluste aus dem bereits durchgeführten Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, 35 000 Euro wird das Netz kosten, dass der Verein nun als Auflage vor der Gegengerade anbringen muss. „Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen“, sagt Wahl.

Mit ihrer Zivilklage wollen die Kickers aber warten, bis der wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung angeklagte Kai B. rechtskräftig verurteilt ist – und das wird länger als gedacht dauern: Amtsrichterin Katharina Wörlen lehnte gestern nach knapp dreistündiger Beweisaufnahme die Durchführung der Hauptverhandlung im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens ab.

Zuvor hatten sich nicht nur drei der insgesamt fünf geladenen Zeugen zur Sache geäußert, auch Linienrichter Kai Voss war eigens aus Mönchengladbach angereist. Den Becherwurf vom 25. Oktober und seine Folgen habe er überstanden, sagte er aus. Allerdings habe er einige Zeit pausieren müssen, weil er neben Kopf- und Rückenschmerzen auch psychische Probleme gehabt habe.

Der Linienrichter war in der 81. Minute von einem Hartplastikbecher im Nacken getroffen worden und bewusstlos zusammengesackt. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen und vom DFB-Sportgericht mit 2:0 für Berlin gewertet. Geworfen worden war jener Bierbecher aus dem B-Block der Kickers-Fans, von dem aus auch der Angeklagte mit drei, vier Begleitern das Spiel verfolgte. Dabei waren sie nicht nur durch VfB-Gesänge aufgefallen, sondern laut Zeugen auch durch ihren Bierkonsum. Sie habe die Gruppe direkt neben ihr immer wieder besorgt beobachtet, gab eine 57-jährige Zeugin zu Protokoll. Dann habe sie gesehen, wie der Angeklagte ausgeholt, den Becher „mit Schmackes geworfen“, und dieser den Linienrichter getroffen habe. Der Angeklagte habe triumphierend gegrinst, ein Kumpel mit einem Schulterklopfen zu dem „Volltreffer“ gratuliert.

Den Wurf selbst hat der polizeibekannte Hooligan Kai B., der einschlägig vorbestraft ist und bereits 20 Einträge zu Buche stehen hat, dem Gericht gegenüber eingeräumt. Er habe aber niemanden treffen wollen. Sein Anwalt zweifelt gar, dass sein Becher den Linienrichter überhaupt treffen konnte. Daher stellte er den Antrag, dass ein Sachverständiger eine Flugbahnberechnung vornehmen solle. Die Richterin lehnte dies ab und regte ihrerseits an, auf das Ergebnis eines DNA-Gutachtens zu warten. Dieses soll klären, ob an dem Becher Spuren des Angeklagten zu finden sind. Weil mit dem Ergebnis nicht vor fünf, sechs Wochen zu rechnen ist, setzte die Richterin den Haftbefehl gegen Meldeauflagen außer Vollzug. Der Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

Stuttgarter Zeitung

Prozess um Becherwurf im Gazi-Stadion geplatzt
 
Verhandlung muss wegen schwieriger Beweislage neu angesetzt werden – Angeklagter massiv vorbestraft
 
Der Prozess wegen des folgenschweren Becherwurfs im DFB-Pokalspiel der Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC Berlin ist am Donnerstag geplatzt. Der bisher inhaftierte Angeklagte wurde auf freien Fuß gesetzt.

VON GEORGE STAVRAKIS

Am 25. Oktober wollte Regionalligist Stuttgarter Kickers nach dem Hamburger SV mit Hertha BSC den zweiten Bundesligisten aus dem DFB-Pokal kegeln. Es kam anders. Beim Stand von 2:0 für den HSV im Gazi-Stadion auf der Waldau ging Linienrichter Kai Voss bewusstlos zu Boden. Der 32-Jährige war aus dem B-Block von einem Bierbecher aus Hartplastik an der Wirbelsäule getroffen worden. Das Spiel wurde abgebrochen. Jetzt sollte sich der mutmaßliche Becherwerfer in einem beschleunigten Verfahren vor dem Amtsgericht verantworten.

Eigentlich schien alles klar. Der 38-jährige Angeklagte räumte vor Einzelrichterin Katharina Wörlen ein, seinen Bierbecher Richtung Spielfeld geworfen zu haben. „Ich habe mich hinreißen lassen“, so der VfB-Anhänger. Er habe mit Schwung geworfen, aber nicht gezielt. Und: „Ich weiß bis heute nicht, ob ich jemanden getroffen habe.“

Damit war die Verteidigungslinie von Anwalt Franz Friedel vorgezeichnet. Erstens: Sein Mandant habe mitnichten den Linienrichter treffen wollen. Zweitens: Es sei nicht erwiesen, dass der Becher seines Mandanten das Opfer niedergestreckt habe. Denn um den benommenen Unparteiischen lagen mehrere Becher am Spielfeldrand vor der Gegengerade herum.

Zwar sagten drei Zeugen aus, sie hätten den VfB-Anhänger, der in einer Gruppe mit Kumpeln stand, einen Becher werfen sehen. Als der Linienrichter zu Boden ging, hätten die Männer gelacht, dem Werfer auf die Schulter geklopft und „Volltreffer“ gesagt. Doch nur eine Zeugin bestand darauf, dass es auch der Becher des Angeklagten gewesen sei, der Kai Voss getroffen habe.

Staatsanwalt Michael Greven war damit zufrieden – zumal sich Kai B. bei dem Opfer entschuldigt hatte. Doch die junge Richterin gab dem Antrag des Verteidigers nach einem DNA-Gutachten statt. Dieses soll anhand von Fingerspuren klären, ob der Becher des Kai B. überhaupt bis aufs Spielfeld geflogen ist.

Damit war der Prozess geplatzt. Wann das jetzt notwendige Hauptverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung stattfinden wird, ist noch unklar. Der Haftbefehl gegen Kai B. wurde gegen Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt. Sehr zum Missfallen von Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl. Der Verein wartet nämlich auf ein rechtskräftiges Urteil, um den Angeklagten zivilrechtlich zur Rechenschaft ziehen zu können. „Das sind wir unseren Mitgliedern und Sponsoren schuldig“, so Wahl.

Der Vorfall hat die Kickers viel Geld gekostet. 10 000 Euro Strafe vom DFB, 10 000 Euro Verlust aus dem Spiel gegen Elversberg unter Ausschluss der Öffentlichkeit, rund 35 000 Euro, die der Verein jetzt für ein Netz aufbringen muss, das gespannt werden muss, plus Anwaltskosten.

Und auch für Kai B. geht es um viel. Der Mann steht wegen einer Prügelei im Sommer 2005 unter Bewährung. Er hat 20 Vorstrafen: ältere Gewaltdelikte als Hooligan, Drogen- und Verkehrssachen. „Ich bin seit zehn Jahren kein Hooligan mehr“, sagt der Mann aus Bad Cannstatt. Trotzdem hatte er während der Fußball-WM Stadionverbot.

Stuttgarter Nachrichten