Presse zu Kickers – Karlsruher SC II

2:1 – Glück hat nur der Tüchtige
 
Die Stuttgarter Kickers spielen gegen Karlsruhe nicht überragend, aber erfolgreich
 
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers sind nach dem 2:1 (1:0)-Sieg gegen den Karlsruher SC II Tabellenführer der Fußball-Regionalliga. Doch zu einem Spitzenteam fehlt noch etwas.

Von Joachim Klumpp

Es lief bereits die Nachspielzeit, als Mustafa Parmak nach einem Zweikampf plötzlich an der Außenlinie lag und japste: „Ich kriege keine Luft mehr.“ Doch der Schiedsrichter hatte ein Einsehen und pfiff die Partie ab. Sehr zur Freude des Kickers-Managers Joachim Cast, der sagte: „Wer heute ein 5:0 mit Glanz und Gloria erwartet hatte, war falsch gewickelt.“ So blieb es am Ende bei einem hart erkämpften 2:1 der Stuttgarter Kickers, die damit ihre Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga verteidigten.

Als die ersten Fans unter den 3550 Zuschauern auf der Tribüne des Gazistadions schon murrten: „Was ist denn das?“, da schlug das Sturmduo der Kickers zu. Christian Okapla erwies sich dabei als glänzender Passgeber, dessen Flanke Mirnes Mesic mit einem Seitfallzieher in der 73. Minute zum erlösenden 2:1 ins Netz setzte. „Das zeichnet gute Stürmer eben aus: dass sie im entscheidenden Moment zur Stelle sind“, sagte Cast. So sieht es auch der Trainer Robin Dutt: „Man kann die beiden vielleicht 89 Minuten ausschalten, aber es wird immer eine Minute geben, in der sie zuschlagen – das ist jedenfalls diese Saison unsere große Hoffnung.“

Und es war auch in Augen des Karlsruher Gästetrainers Rainer Krieg der Unterschied der beiden Mannschaften: „Die Kickers haben jede Chance genutzt.“ Ganz so war es zwar nicht, weil Parmak, Okapala und Mesic alleine in der Schlussphase noch große Chancen zu einem dritten Treffer leichtfertig vergaben. Dennoch musste selbst Cast, nicht nur wegen eines elfmeterreifen Fouls von Moritz Steinle in letzter Minute, zugeben: „Über ein Unentscheiden hätten wir uns auch nicht beschweren können.“

Schließlich war die Mannschaft schon schwer ins Spiel gekommen, die erste Chance hatten jedenfalls die Gäste, doch der Torwart David Yelldell lenkte einen Kopfball gerade noch so an die Latte. Keine gute Figur gab dafür sein Gegenüber Thomas Unger in der 28. Minute ab, als er einen eher harmlosen Distanzschuss von Manuel Hartmann unter dem Körper zum 1:0 durchgleiten ließ. „Glück“, sagte Dutt. Doch das hat bekanntlich nur der Tüchtige – oder in diesem Fall eben der, der auch mal was wagte.

Als der Neuzugang Christian Okpala dann nach der Pause mit einer großen Chance am Torwart scheiterte, rächte sich das. Statt 2:0 hieß es plötzlich 1:1. Der schnelle Christian Essig war der Kickers-Innenverteidigung enteilt und ließ Yelldell mit einem strammen Schuss ins lange Eck nicht den Hauch einer Chance (56.). Obwohl die personellen Alternativen momentan nicht allzu groß sind, stellten die Kickers um. Bashiru Gambo ging von links ins offensive Mittelfeld, Timo Schlabach brachte von der Bank frischen Schwung in die Angriffsbemühungen. Doch es klafften immer wieder große Lücken im Mittelfeld der Kickers, gepaart mit etlichen Ballverlusten, die die Gäste aber nicht nutzten.

Also lautete der Endstand 2:1. „Heute zählen nur die drei Punkte“, sagte der Manager Cast. Ähnlich sah es auch der Kapitän Jens Härter. „Der Sieg war wichtig für die Mannschaft.“ Auch wenn zu einem Spitzenteam noch einiges fehlt. Doch der Trainer hat deswegen kein schlechtes Gewissen. Wieso auch? „In der letzten Saison haben wir gegen Spitzenmannschaften oft gut gespielt und verloren; heute haben wir ein durchschnittliches Spiel abgeliefert und stehen mit sechs Punkten in der Tabelle ganz vorne. Das ist mir allemal lieber“, sagte Dutt.

Zumal die Kickers jetzt die große Chance haben, sich erst einmal oben festzusetzen. Zum Beispiel mit einem Sieg am Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern II. Da braucht die Mannschaft wieder Luft für 90 Minuten, nicht nur ein Mustafa Parmak.

Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Parmak, Hartmann, Akcay (62.Schlabach), Gambo (82. Sökler) – Okpala, Mesic.

Tore: 1:0 Hartmann (28.), 1:1 Essig (56.), 2:1 Mesic (73.).

Stuttgarter Zeitung

2:1 – Kickers bleiben an der Spitze
 
Hartmann und Mesic treffen gegen Karlsruher SC II
 
Stuttgart – Der Gala zum Auftakt folgte ein hart erkämpfter Arbeitssieg. Durch den 2:1(1:0)-Erfolg gegen den Karlsruher SC II im zweiten Saisonspiel haben die Stuttgarter Kickers ihre Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga verteidigt.

VON JÜRGEN FREY

Kaum zu glauben, was so ein 5:2-Sieg zum Saisonauftakt alles bewirken kann: Als die Kickers am Mittwochabend ihren ersten Heimauftritt in dieser Saison hatten, mussten sie sich zunächst noch gedulden. Weil noch zahlreiche Zuschauer an den Kassen anstanden, begann die Partie gegen den Karlsruher SC II erst einige Minuten später, als alle 3550 Zuschauer im Stadion waren.

Zumindest auf dem Rasen war es wenig später mit der Euphorie aber vorbei. „Wir waren in der Anfangsphase sehr nervös“, sagte Kickers-Trainer Robin Dutt, „wir haben überhaupt nicht unseren Rhythmus gefunden.“ Die Kickers kamen nicht ins Spiel, das gegen Aalen so gefährliche Sturmduo Mirnes Mesic und Christian Okpala blieb zunächst wirkungslos. Stattdessen zeigten die Gäste ein technisch starkes Spiel und hatten die erste große Chance der Partie – doch Christian Essig traf nur die Latte.

Dass dann aber doch die Kickers die Führung erzielten, kam eher überraschend. Als Dutt gerade lautstark das umständliche Angriffsspiel seines Teams kritisiert hatte, beförderte Manuel Hartmann den Ball auf ziemlich geradlinige Art und Weise ins Tor. Der Mittelfeldspieler zog aus 30 Metern ab, und Gäste-Keeper Thomas Unger ließ die Kugel unter dem Körper durchrutschen.

Die Erleichterung war groß – wich wenig später aber wieder sorgenvollen Mienen. In der 56. Minute traf KSC-Stürmer Essig aus 15 Metern zum 1:1. Der Ausgleich war verdient, doch die Blauen schlugen zurück. Dutt stärkte mit der Einwechslung von Timo Schlabach die Offensive – und wurde in der 73. Minute belohnt, als Okpala und Mesic endlich ihre Klasse bewiesen. Okpala flankte, Mesic verwandelte per Seitfallzieher zum 2:1.

Es war keine Gala wie gegen Aalen, aber ein wichtiger Arbeitssieg. „Wenn man 2:1 gewinnt“, analysierte Dutt, „dann kann man auch mal mit einem durchschnittlichen Spiel leben.“ Als Tabellenführer fällt es einem umso leichter.

Stuttgarter Nachrichten

Neues Sturmduo harmoniert nur einmal
 
Stuttgarter Kickers bleiben nach dem 2:1-Arbeitssieg gegen den Karlsruher SC II Tabellenführer
 
Stuttgart – Trainer Robin Dutt hatte einen Sieg gefordert – und die Spieler des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers brachten ihn. Nach dem fulminanten 5:2-Saisonstart in Aalen mussten sich die 3550 Fans zum Heimauftakt aber mit einem mühsamen 2:1 (1:0)-Arbeitssieg gegen den Karlsruher SC II begnügen. Ein Blick auf die Tabelle tröstet darüber hinweg: Die Kickers bleiben Tabellenführer.
 
Von Sigor Paesler

Sekunden vor dem Schlusspfiff hatten Kickers-Manager Joachim Cast und Karlsruhes Co-Trainer Michael Wittwer kurz Blickkontakt, nachdem Moritz Steinle KSC-Stürmer Christian Essig im Strafraum von den Beinen geholt hatte. „Da hätten wir uns nicht beschweren können“, sagte Cast in Richtung des Ex-Profis. Damit meinte er den ausgebliebenen Elfmeterpfiff. Die Aussage passte aber auch zum Spielergebnis: Ein Remis wäre in Ordnung gewesen. „In der vergangenen Runde haben wir oft super gespielt und verloren“, meinte Dutt. „Diesmal haben wir ein durchschnittliches Spiel gewonnen – so ist es mir natürlich lieber.“

Die Stuttgarter schienen überrascht zu sein, wie forsch die Karlsruher nach vorne spielten. In der 13. Minute musste sich Keeper David Yelldell ganz lang machen, um eine Kopfball-Verlängerung von Christopher Hock aus dem Winkel zu angeln. Noch mehr Glück hatten die Kickers bei der Führung: KSC-Keeper Thomas Unger ließ ein Distanz-Schüsschen von Manuel Hartmann ins Tor gleiten. Wer glaubte, nun sei der Bann gebrochen, täuschte sich: Die Gäste kombinierten weiterhin sicherer, die Stuttgarter hatten Mühe im Spielaufbau und offenbarten Lücken in der Defensive. In der 56. Minute der verdiente Ausgleich: Die „Blauen“ verteidigten wieder einmal nicht konsequent genug und Christian Essig traf aus 15 Metern.

Christian Okpala, in Aalen der überragende Spieler auf dem Platz, gab einen insgesamt unglücklichen Heimauftakt. Das Zusammenspiel mit Sturmkollege Mirnes Mesic klappte längst nicht so gut wie am vergangenen Samstag – bis zur 73. Minute: Flanke Okpala, Volleyschuss Mesic – 2:1.

„Das ist in dieser Saison unser Vorteil“, meinte Dutt, „auch wenn unsere Stürmer gut aufgehoben sind, kann man sie nicht komplett ausschalten.“

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Hartmann – Parmak, Akcay (62. Schlabach), Gambo (82. Sökler) – Okpala, Mesic.

Karlsruher SC II: Unger – Gallego, Benjamin Barg, Thorsten Barg, Manske (82. Neziraj) – Traut (46. Fischer), Hock (75. Strobel), Schröder, Müller – Türkeri, Essig.

Schiedsrichter: Aytekin (Nürnberg).

Zuschauer: 3550.

Tore: 1:0 Hartmann (28.), 1:1 Essig (56.), 2:1 Mesic (73.).

Gelbe Karten: Parmak / Essig.

Beste Spieler: Yildiz, Parmak / Essig, Türkeri, Schröder.

Eßlinger Zeitung

Süd: 2. Spieltag, Stuttg. Kickers – Karlsruher SC II 2:1 (1:0)

Okpala findet Mesic nur einmal

Karlsruhe begann forsch. Laufstark und kombinationssicher hatten die Gäste leichte Vorteile gegenüber den Kickers. Dabei gab es auch nach dem 1:0 der Stuttgarter keinen Bruch.

Hartmanns recht zaghaften Schuss aus der Distanz ließ Unger unnötig durchrutschen. Karlsruhe blieb aber spritziger und spielbestimmend. Stuttgart kämpfte mit Problemen im Aufbau. Essigs 1:1 war nicht nur, weil die Kickers in der Entstehung nicht konsequent genug klärten, fast überfällig.

Den schmeichelhaften Kickers-Sieg sicherte dann ausgerechnet das bis dahin schlecht harmonierende Sturmduo Okpala und Mesic. Ersterer flankte, Letzterer vollendete volley.

Sigor Paesler

Kicker-Sportmagazin

Kickers siegen gegen KSC II

Die Stuttgarter Kickers bleiben auf der Erfolgsspur. Gegen den Karlsruher SC II gewannen die Blauen heute Abend mit 2:1 Tore. Manuel Hartmann (28. ) und Mirnes Mesic (73. ) erzielten die Tore vor 3550 Zuschauern.

Damit bleiben die Stuttgarter Kickers Tabellenführer der Regionalliga Süd. Am Sonntag müssen die Blauen beim 1. FC Kaiserslautern II ihre Tabellenführung verteidigen.

Vorberichte: Kickers – Karlsruher SC II

Regionalliga: heute gegen KSC II
Heimpremiere der Kickers
 
STUTTGART (ump). Bevor die Stuttgarter Kickers heute (19 Uhr, Gazistadion) zum ersten Heimspiel der Fußball-Regionalligasaison gegen den Karlsruher SC II antreten, hat der Trainer gestern früh erst einmal eine Hiobsbotschaft verkraften müssen: Oliver Stierle wird rund vier Wochen ausfallen. Zwar hat sich der Verdacht auf Bänderriss bei der Kernspintomografie nicht bestätigt, aber auch eine starke Dehnung reicht für die längere Zwangspause des Mittelfeldspielers. Hinzu kommt bereits der Ausfall des als Spielmacher aus Offenbach geholten Laszlo Kanyuk, sodass bereits am zweiten Spieltag zwei Leistungsträger fehlen. „Im Moment können wir das vielleicht noch verkraften“, sagt Robin Dutt, „aber viel passieren darf jetzt nicht mehr.“ Doch der Trainer weiß: „Finanziell haben wir keinen Spielraum mehr für Neuverpflichtungen.“

Heute zur Heimpremiere sollen dennoch die positiven Eindrücke des Auftaktsiegs in Aalen bestätigt werden, wobei der Trainer warnt: „Man darf nicht erwarten, dass wir jetzt jedes Spiel mit 5:2 gewinnen. Wenn es mal spielerisch nicht so läuft, müssen wir auch mit einem 1:0 zufrieden sein.“ Drei Punkte sollen auf jeden Fall her, auch wenn die Kickers ein ganz anderer Gegner erwartet als im ersten Spiel. „Es ist eben eine Amateurmannschaft, die topfit ist“, sagt Dutt, der die Gäste am vergangenen Freitag beim 2:2 gegen den FK Pirmasens beobachtet hat.

Die Rollen sind aber klar verteilt: Favorit sind die Kickers, der KSC ist Außenseiter. Dutt hat deshalb in den vergangenen zwei Tagen nochmals die Fehler aus dem Aalen-Spiel angesprochen, die vor allem im gruppentaktischen Bereich des Defensivverhaltens lagen. „Das haben wir sachlich aufgearbeitet“, sagt Dutt, der überzeugt ist: „Die Mannschaft hat das dementsprechend aufgenommen und wird nicht überheblich sein.“

So oder so: die Erwartungshaltung in Degerloch ist gestiegen. Das hat der Trainer seit dem Wochenende gespürt. „Man merkt doch, dass viele Fans, die in Aalen nicht dabei waren, sehen wollen, ob da eine Mannschaft auf dem Platz steht, die das Zeug dazu hat, ganz vorne mitzuspielen.“ Hinzu kommt die generelle Lust auf Fußball nach der Weltmeisterschaft und der langen Sommerpause, sodass der Kickers-Coach mit rund 3500 Zuschauern rechnet. Was deutlich über dem kalkulierten Schnitt von zweieinhalbtausend liegt. Doch die Kickers wollen sich ja positiv abheben – und Werbung in eigener Sache betreiben. Schließlich kommt es im nächsten Heimspiel schon zum Derby gegen den VfB II – und am 9. September (15.30 Uhr) zum Pokalschlager gegen den Hamburger SV.

Stuttgarter Zeitung

Optimismus ja, Übermut nein
 
FUSSBALL Die drei Neuzugänge der Kickers bestärken die Hoffnung, in die zweite Liga aufzusteigen
 
Degerloch. Beim Saisonauftakt in Aalen haben die Stuttgarter Kickers am Samstag überzeugt, heute beim ersten Heimspiel gegen den Karlsruher SC II gilt es, sich erneut zu beweisen. Der BLICK VOM FERNSEHTURM sprach mit den neuen Spielern, um herauszufinden, inwiefern sie zum Erfolg der Mannschaft beitragen könnten.

Von Andrea Jenewein

Das kleine, doch bedeutungsschwangere Wörtchen Aufstieg ist in aller Munde. Mal kommt es vorsichtig über die Lippen, als ein verhaltener Wunsch, dann wieder wird es voller Übermut herausgeschleudert, als eine Kampfansage. Robin Dutt, der Trainer der Stuttgarter Kickers, verwendet es voller Optimismus, ist doch „die Ausgangssituation so gut wie noch nie“. Stefan Minkwitz, der Co-Trainer, blickt stolz auf sechs Wochen intensiver Vorbereitungszeit zurück, in der „die Spieler insgesamt höchstens drei Tage frei gehabt haben – und froh waren, wenn sie endlich in der Waagerechten lagen“. Doch nicht allein dieser Fakt trieb den Dauerkartenverkauf um zehn Prozent in die Höhe, sondern maßgeblich verantwortlich für die allgemeine Euphorie sind die drei Neuzugänge Christian Okpala, Sascha Benda und Laszlo Kanyuk. Mit diesen Spielern erhofft sich Dutt, „die Prozentpunkte, die bisher noch zum Aufstieg gefehlt hatten, endlich erbringen zu können“.

Als einen „großartigen Techniker im Mittelfeld“ kündigte Guido Dobbratz, der bekannte ehemalige SWR-Sportreporter, den in Ungarn geborenen Laszlo Kanyuk bei der Kickers Hocketse im Juli an. Diese Aussage zu bewerten, ziert sich der 27 Jahre alte Fußballer, doch dass er gerne im Mittelfeld spielt, gerne viel läuft und immer da zur Stelle ist, wo im Spiel Not am Mann ist, das bestätigt er voller Inbrunst. Im Moment ist er allerdings zum Nichtstun verdammt, hat er sich doch pünktlich zum Saisonauftakt einen sechs mal elf Zentimeter großen und drei Zentimeter tiefen Bluterguss zugezogen, der „aussieht wie eine Gurke“. Gestern wurde Kanyuk operiert, das Hämatom wurde aufgeschnitten und eine Drainage gelegt.

Sechs Wochen soll er laut seinem Arzt nicht spielen können, aber der Verletzte selbst gibt sich zuversichtlich: „Ich denke, in drei bis vier Wochen bin ich wieder einsatzfähig.“ Über den Sieg seiner Mannschaft freut er sich sehr: „Ich war immer der Meinung, dass wir von Anfang an stark spielen müssen, um dann auf den Erfolgen aufzubauen.“ Den neuen Kollegen fühlt er sich verbunden, auch wenn er weiß, dass er nach seiner Genesung erst durch Leistung überzeugen muss, um völlig in die Truppe integriert zu werden. Kanyuk kommt aktuell von der Zweitligamannschaft der Offenbacher Kickers, und wechselte unter anderem wegen der Nähe zu seiner Heimatstadt Sasbach zu den Stuttgarter Kickers. Andere Angebote aus der Regionalliga interessierten ihn nur bedingt, wollte er doch unbedingt unter dem Trainer Robin Dutt spielen. In Stuttgart möchte sich der ehrgeizige Spieler neu beweisen – und dem Verein Erfolg bringen. „Verlieren kann ich nicht“, sagt Kanyuk, der sich immer dann langweilt, wenn er gerade mal nicht auf dem Spielfeld steht.

Nicht nur für Dobbratz ist der in Nigeria geborene Christian Okpala der „Torschützenkönig“ der vergangenen Saison. In den weniger als 20 Spielen, zu denen er auf Grund einer fünfmonatigen Verletzungspause gerade einmal antreten konnte, erzielte er 16 Tore. Für die Stuttgarter Kickers ist seine Vertragsunterzeichnung ein Glücksfall. Zumal der nicht abzusehen war, hatte der 29-Jährige doch nicht unerheblich zum Aufstieg seines früheren Vereins, des FC Augsburgs beigetragen. Dennoch verlängerten die Augsburger seinen Vertrag nicht, und so entschied sich der Stürmer – trotz mehrerer Angebote aus dem Profibereich – für den Degerlocher Traditionsverein. Es war eine sehr spontane Entscheidung: Okpala kam mit seiner damals noch schwangeren Frau und seinem dreieinhalbjährigen Sohn nach Degerloch, sprach bei einem Essen mit dem Trainer und der Geschäftsführung, schaute sich das Kickers-Gelände an – und sagte zu. Überzeugt haben ihn und seine Familie auch die Nähe zu Augsburg und der Schweiz, dem Heimatland seiner Frau Cornelia. Die Familie ist Okpala sehr wichtig, seine sportliche Karriere, die ihn schon nach Israel, Österreich, Tunesien und die Schweiz geführt hat, richtet er nun auch nach deren Bedarf aus. Dennoch weiß der Stürmer, dass er für Höheres geschaffen ist. Für ihn ist deshalb der Aufstieg seiner neuen Mannschaft unabdingbar; falls dies nicht gelingen sollte, kann er nicht versprechen, dass er bei den Blauen bleibt. Doch er bereitet ihnen den Weg: Gegen Aalen erzielte er zwei Tore, auch wenn bei einem strittig ist, ob er tatsächlich der Torschütze ist: „Egal, Hauptsache der Schuss ging rein“, sagt er großzügig. Okpalas Traum ist es, Fußballmanager für junge Spieler aus Afrika zu werden – und kurzfristiger: den Aufstieg der Kickers gewährleisten.

Sascha Benda ist laut Dobbratz der „Freistoßspezialist“ – und er ist auch der wieder gefundene Sohn. Zwei Jahre lange war der in der Abwehr spielende Fußballer bei den Stuttgarter Kickers, bevor er dann ebenfalls für zwei Jahre zum FC Augsburg wechselte. Jetzt ist er wieder bei den Blauen und sei, abgesehen von den Erfahrungen, die er inzwischen sammeln konnte, „ganz der selbe geblieben“. Insofern ist er der Richtige, um Vergleiche zwischen damals und heute zu ziehen: „Ich kenne noch die Hälfte der Mannschaft, und ich merke schon, dass sie sich spielerisch verstärkt hat“, sagt Benda. Auch er ist zuversichtlich, dass der Aufstieg der Kickers gelingen kann – und will das Seinige dazu tun, dass es dazu kommt. Schließlich ist er mit seinen 26 Lenzen im besten Fußballeralter, und weiß um seine Stärken in der Offensive und im Freistoß. Er bleibt den Blauen – anders als sein Teamkollege Okpala, den er schon aus Augsburg kennt – aber auch erhalten, sollten sie weiterhin in der Regionalliga spielen müssen; sein Vertrag läuft zwei Jahre. Auch bei Benda, der mit seiner Frau und seinem 20 Monate alten Sohn Pascal in Karlsruhe wohnt, spielte die Nähe zu Stuttgart eine Rolle bei seiner Entscheidung für die Kickers.

Stuttgarter Zeitung

Dutt fordert Geduld gegen den KSC
 
Stierle fällt vier Wochen aus
 
Stuttgart (jüf) – Das 5:2 in Aalen hat die ohnehin hohen Erwartungen beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers weiter ansteigen lassen. Trainer Robin Dutt sieht darin kein Problem, dennoch warnt er vor dem ersten Saisonheimspiel am heutigen Mittwoch (19 Uhr/Gazistadion) gegen den Karlsruher SC II: „Das wird ein völlig anderes Spiel. Der KSC wird mit einem Punkt zufrieden sein“, sagt Dutt und ergänzt: „Dieses junge Team wird uns konditionell alles abverlangen. Wir brauchen Geduld.“

Unterdessen steht nach einer Kernspintomografie bei Oliver Stierle die genaue Diagnose seiner Verletzung fest: Der Mittelfeldspieler hat in Aalen eine starke Bänderdehnung und eine Einblutung am Knöchel erlitten. Er fällt vier Wochen aus.

Nach wie vor auf Vereinssuche befindet sich Ex-Kickers-Spieler Emanuel Akwuegbu. Neuerdings gibt es Kontakte zu den SF Siegen und zum SV Waldhof Mannheim.

Fest steht inzwischen der Termin des DFB-Pokal-Spiels gegen den Hamburger SV. Die Partie findet am Samstag, 9. September (15.30 Uhr), im Gazistadion statt.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers empfangen den KSC II – Dutt setzt auf „Aalener Schwung“

Zuversichtlich und mit dem zuletzt bewährten Team werden die Kickers am Mittwochabend (Anstoß um 19.00 Uhr) ihre Heimpremiere im GAZi-Stadion auf der Waldau gegen die 2. Mannschaft vom Karlsruher SC bestreiten. „Wir wollen den Schwung aus Aalen mitnehmen, um auch gegen Karlsruhe zu den nötigen Toren und Punkten zu kommen“, gab sich Kickers-Trainer Robin Dutt nach dem Abschlußtraining optimistisch.
Robin Dutt selbst beobachtete die Karlsruher bei ihrem 2:2-Unentschieden gegen Pirmasens und sah dabei eine junge, engagierte Karlsruher Mannschaft. „Die sind hungrig und laufbereit. Da müssen wir wie in Aalen 90 Minuten Gas geben“, so der Kickers-Trainer

Offizielle Homepage

Krieg-Elf vor schwerer Aufgabe in Stuttgart

Bereits am morgigen Mittwoch (19 Uhr) steht für den KSC II die zweite Partie der neuen Regionalliga-Spielzeit an. Dabei müssen die Karlsruher beim Aufstiegsaspiranten Stuttgarter Kickers antreten.

Nur fünf Tage nach dem ersten Spieltag in der Regionalliga Süd, an dem der KSC II gegen Aufsteiger FK Pirmasens nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus kam, steht für die Mannschaft von Rainer Krieg und Michael Wittwer schon die nächste Partie auf dem Plan. Am morgigen Mittwoch (19 Uhr) gastieren die Karlsruher bei den Stuttgarter Kickers. Cheftrainer Krieg ist aufgrund der Gelb-Rot-Sperre von Stanislaus Bergheim in jedem Fall zu Änderungen in seiner Startelf gezwungen.

Dass sie wohl nicht umsonst zu den Aufstiegsfavoriten zählen, stellten die Stuttgarter am vergangenen Samstag beim VfR Aalen unter Beweis. Das Team von Robin Dutt überrannte die Aalener förmlich und siegte am Ende mit 5:2. Auch die Profimannschaft des KSC bekam während ihres Trainingslagers in Baiersbronn bereits die Stärke der Kickers zu spüren und gewann das Testspiel nur knapp mit 2:1.

Homepage Karlsruher SC

Stierle mit Knochenquetschung – Kanyuk fällt weiter aus

Die sportmedizinische Untersuchung bei dem in Aalen verletzten Kickers-Spieler Oliver Stierle hat ergeben, daß er sich eine starke Knochenquetschung mit einer tiefen Einblutung sowie eine Bänderdehnung zugezogen hat. „Wohl ist es kein Bänderriß, aber Stierle dürfte damit weiterhin vier bis sechs Wochen ausfallen“, diagnostizierte Kickers-Mannschaftsarzt Dr. Christian Mauch.
Mit einem Spezialschuh wird nun das Bein von Stierle zwei Wochen lang ruhig gestellt, ehe er wieder mit dem Aufbautraining beginnen kann. 
 
Ebenfalls vier bis sechs Wochen dürfte auch Neuzugang Laszlo Kanyuk fehlen. Bei der Operation im Klinikum Bad Cannstatt wurde der hartnäckige Bluterguß aufgelöst sowie eine Drainage gesetzt. Nun hofft das Ärzteteam um Dr. Arnold, daß es zu keiner Nachblutung kommt und die Wunde gut verheilt.

Offizielle Homepage

Vorberichte: Kickers vs. Karlsruher SC II in der Statistik

Nach dem Paukenschlag in Aalen geht es am morgigen Mittwoch im heimischen Gazi-Stadion auf der Waldau gegen die zweite Mannschaft des Karlsruher SC.

Die bisher einzigen Vergleiche gab es in der letzten Saison. Am vorletzten Spieltag in Karlsruhe spielten unsere Blauen 1:1 unentschieden, zuhause gab es ein 3:1 Sieg.

Ein Heimsieg könnte fast historische Ausmaße haben. Mit zwei Siegen starteten die Blauen zuletzt vor elf Jahren. In der Saison 1995/96 schafften die Blauen schließlich die Rückkehr in die 2. Bundesliga.

Mehr dazu im Kickersarchiv.

Kickers II: Letzter Test erfolgreich

Die zweite Mannschaft der Stuttgarter Kickers hat das letzte Testspiel vor Beginn der Saison 2006/2007 gewonnen. Am Montag Abend besiegten die „kleinen Blauen“ die Mannschaft des ASV Durlach mit 3:2. Lucky Karapantzos brachte die Kickers in Führung und Marcel Ivanusa erzielte noch vor der Halbzeit das 2:0. Nach dem Seitenwechsel kam der Verbandsligist aus Baden noch zu zwei Toren. Den Treffer für die Stuttgarter Kickers erzielte der in der Halbzeit eingewechselte Sokol Kacani.

Offizielle Homepage

StN: Okpala will die Kickers in die zweite Liga schießen

Sensibelchen mit Wucht und Torriecher
 
Stuttgart – Sein Name steht für Tore, sein Name steht für Erfolg: Christian Okpala ist der spektakulärste Neuzugang der Stuttgarter Kickers seit dem Abstieg in die Regionalliga. Vor seiner Heimpremiere stellt er klar: „Ich bin hierher gekommen, um aufzusteigen.“

VON JÜRGEN FREY

Die Frage stellen ihm Mitspieler, Fans, Freunde – und natürlich Journalisten. Warum wechselt der Torschützenkönig der Fußball-Regionalliga von einem Club wie dem Zweitliga-Aufsteiger FC Augsburg ausgerechnet zu den Stuttgarter Kickers? Christian Okpala kann die Neugierde durchaus verstehen. Deshalb nimmt er sich vor dem ersten Heimspiel am morgigen Mittwoch (19 Uhr/Gazistadion) gegen den Karlsruher SC II auch Zeit für die Beantwortung.

Er sitzt entspannt auf der Terrasse des Kickers-Clubhauses und spricht von Missverständnissen mit dem FCA, von einem unsäglichen Hickhack um diverse Klauseln im Vertrag. Unterm Strich legte Augsburg keinen gesteigerten Wert mehr auf seine Dienste. Das ist die eine Seite. Die andere beschreibt der 29-Jährige mit einem Leuchten in seinen dunklen Augen: „Die Kickers haben sich um mich bemüht wie kein anderer Club.“ Es gab Kontakte zu den Zweitligisten Wacker Burghausen und SpVgg Unterhaching, erklärt Okpala. „Die halbe Regionalliga war hinter ihm her“, ergänzt sein Berater Dirk Lips. Der Sportmanager aus Gerlingen pflegt einen engen Kontakt zu Kickers-Trainer Robin Dutt. Auch deshalb ging alles ganz schnell. Ein, zwei Telefonate, ein entscheidendes Gespräch am Muttertag im Waldhotel – fertig war der Zweijahresvertrag. „Das Kickers-Angebot unterschied sich nicht groß von den anderen“, verrät Lips. Mit den Ausschlag für Stuttgart gab die Nähe zur Schweiz, wo seine Frau Cornelia herstammt. Zusammen mit den Kindern Marion (3) und Maurice (zwei Wochen) lebt der Nigerianer mit Schweizer Pass nun in Sindelfingen. Nachdem er 1998 von den Enugu Rangers nach Europa gekommen war, durchlief er zahlreiche Stationen: Israel, Österreich, Tunesien, Schweiz, Dubai. Jetzt will der Weltenbummler endlich sesshaft werden – und die Kickers mit seiner Wucht, seinem Durchsetzungsvermögen und seinem Torriecher nach oben schießen.

„Chris hat das Potenzial für die Bundesliga“, ist sich sein Berater Lips sicher. Warum der bullige Stürmer (85 Kilo, 1,87 m) den Sprung bisher nicht geschafft hat? „Vielleicht liegt es an der empfindlichen afrikanischen Seele“ vermutet er. Okpala sei ein Sensibelchen. Wenn der Trainer nicht den richtigen Ton treffe, ziehe er sich zurück. Unter dem jetzigen VfB-Coach Armin Veh sei das in Augsburg so gewesen. Okpala selbst will nicht näher darauf eingehen. Er streicht lieber heraus, dass bei den Blauen bisher alles passe. Was einen angenehme Nebeneffekt mit sich bringt: An Okpalas Seite blühen Spieler wie Mirnes Mesic oder Bashiru Gambo förmlich auf. Keine schlechten Voraussetzungen für das große Ziel Aufstieg.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zu VfR Aalen vs. Kickers

5:2 – Kickers starten mit Paukenschlag
 
Okpala macht den Unterschied – Stierle und Kanyuk verletzt
 
AALEN. Die Stuttgarter Kickers sind nach dem 5:2-Kantersieg in Aalen erster Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Süd. Doch der Trainer Robin Dutt sagt: „Ich werde noch genug Dinge finden, die man verbessern kann.“ Vor allem im Defensivverhalten.

Von Joachim Klumpp

Im Vorfeld des Spitzenspiels VfR Aalen gegen Stuttgarter Kickers hatte der SWR-Reporter Thomas Wehrle nur eine Sorge. „Bitte kein 0:0 wie im Vorjahr“, flehte er fast schon, „schließlich muss ich rund zwanzig Minuten Sendezeit füllen.“ Was schließlich nicht schwer fiel – bei einem 5:2 (1:1) der Gäste. Das Spiel hielt, was es versprochen hatte, nicht nur wegen der Zweitligakulisse von 4786 Zuschauern. Wobei der neutrale Beobachter Rainer Adrion von den VfB-Amateuren sagte: „Ich habe nur eine Spitzenmannschaft gesehen.“ Die Kickers. „Und das auch nur über 45 Minuten.“ In der zweiten Hälfte.

Für diese Phase lautete das Fazit des Kickers-Trainers Robin Dutt: „Da haben wir uns fast in einen Rausch gespielt.“ Sodass die zum Teil herrlich herausgespielten Treffer fast zwangsläufig fielen. Dabei hatte es nach so einem klaren Ergebnis zur Pause nun gar nicht ausgesehen. Da hatten die Kickers schon den Schock des frühen Ausfalls von Oliver Stierle (Verdacht auf Bänderriss) sowie den Rückstand durch eine Kopfballtreffer des Aaleners Steegmann hinnehmen müssen. Wichtig war, dass es noch zum Ausgleich durch Neuzugang Christian Okpala reichte.

Überhaupt Okpala: der machte am Samstag den Unterschied zum selbst ernannten Favoriten Aalen aus. Der Kickers-Präsident Hans Kullen meinte nur: „Ein Fehlgriff war seine Verpflichtung nicht.“ Alleine schon durch seine körperliche Präsenz hält Okpala den Gegner in Schach. Dutt sagte lobend: „Er weiß, wann er Egoist sein muss und wann Teamspieler.“ Zum Beispiel kurz nach der Pause, als er Mustafa Parmak in Szene setzte, der zur Führung abschloss. Das vorentscheidende 4:2 erzielte der Nigerianer mit Schweizer Pass dann wieder selbst, die Tore widmete er seinem eine Woche alten Sohn Maurice. Wenn der Papa allerdings in diesem Tempo weiter trifft, überfordert das eindeutig die Geburtenrate der Familie. Aber schließlich soll künftig der Sturmpartner Mirnes Mesic profitieren, der diesmal leer ausging. Okpala sagt: „Das Zusammenspiel wird noch besser werden.“ Und auch der Trainer ist überzeugt, dass Mesic für seinen Einsatz bald mit Toren belohnt wird.

Hinzu kam eine neue Qualität bei Standards, ausgeführt durch Sascha Benda. Dutt: „Wie er die Bälle reinschlägt, muss man ja mal treffen.“ So wie beim 3:2 durch Gambo, der auch noch den Schlusspunkt setzte. „Man kann nie zu hoch gewinnen“, sagte Dutt.

Dabei weiß er nur zu gut, dass noch nicht alles Gold ist, was glänzt. Vor allem in der neu formierten Viererkette, in der nur der Kapitän Jens Härter auf seinem angestammten Platz spielte, gab es noch diverse Abstimmungsprobleme, die Aalen zu dem einen oder anderen Treffer hätte nutzen können. Doch Dutt sieht das pragmatisch: „Wenn man so viel für die Offensive tut, muss man in Kauf nehmen, dass der Gegner auch mal zu Chancen kommt.“ Und Mustafa Parmak weiß: „Der Trainer sorgt schon dafür, dass wir nicht abheben.“

Allein schon mit Blick auf das Heimspiel am Mittwoch gegen den Karlsruher SC II. „Da müssen wir die Mischung finden: selbstbewusst sein, aber nicht überheblich“, sagt Dutt. Zumal die Personalsituation nach dem ersten Spieltag bereits angespannt ist. Stierle schied früh aus, Kanyuk war erst gar nicht dabei und muss am Oberschenkel operiert werden, sodass sechs Wochen Pause drohen. Doch an einen weiteren Transfer ist nicht gedacht; das verbieten schon die Finanzen. Und der Präsident Hans Kullen sagt: „Ich sehe das auch als Ansporn für die Spieler der zweiten Mannschaft.“

Dennoch darf nicht mehr viel passieren. Schließlich ist der Kader mit 18 Mann recht dünn besetzt. Aalens Coach Frank Wormuth hat es da besser. Trotz des Ausfalls von vier Stammspielern und den Verletzungen von Torwart Wulnikowski und da Silva sagte er: „Auch im nächsten Spiel werden wir wieder ein starke Mannschaft aufs Feld schicken.“ Was nichts daran ändert, dass er am Samstag gerne mit seinem Kollegen getauscht hätte.

Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Parmak (80. Schlabach), Hartmann, Gambo, Stierle (13. Akcay) – Mesic, Okpala (89. Sökler).

Tore: 1:0 Steegmann (24.), 1:1 Okpala (33.), 1:2 Parmak (49.), 2:2 Joppe (55.), 2:3 Gambo (57.), 2:4 Okpala (61.), 2:5 Gambo (85.)

Stuttgarter Zeitung

5:2 – Kickers wecken die Lust auf mehr
 
Beim Auftakttriumph in Aalen überragt Okpala
 
Aalen – Traumstart für die Stuttgarter Kickers: Mit einem 5:2 (1:1) beim Aufstiegsmitfavoriten VfR Aalen untermauerten die Blauen ihre Zweitliga-Ambitionen. Wermutstropfen: die Verletzung von Oliver Stierle.

VON JÜRGEN FREY

Es müssen schon außergewöhnliche Siege sein, wenn sich Robin Dutt vor dem Fan-Block aufbaut und sich zusammen mit seinen Spielern von den Anhängern feiern lässt. Der Triumph in Aalen war ein solches Fußballfest, bei dem den Kickers-Trainer nach dem Schlusspfiff nichts mehr auf der Bank hielt. „Das Team hat sich in einen Rausch gespielt“, jubelte Dutt. Und Manager Joachim Cast strahlte, als hätten die Blauen den Aufstieg schon gepackt: „Unglaublich, genial“, schwärmte er, „dieses Spiel wurde allen Ansprüchen gerecht.“

„Einsteigen, umsteigen, aufsteigen“ steht auf den neuen Warmlauftrikots der Blauen. Und der Saisoneinstieg zeigte zumindest eines: Zwei Schwachstellen aus der letzten Saison dürften die Kickers durch ihre Neuzugänge vom FC Augsburg behoben haben.

Erstens die Chancenverwertung: Der überragende Christian Okpala glänzte nicht nur als Torschütze, er bereitete auch zwei Treffer mustergültig vor. Der Regionalliga-Torschützenkönig der vergangenen Saison (16 Treffer) besticht vor allem durch seinen gekonnten Körpereinsatz. Die Klasse und Erfahrung des 29-Jährigen kommt seinem Sturmpartner zugute: Die gegnerischen Teams können sich nicht mehr nur auf Mirnes Mesic konzentrieren.

Zweitens die Standardsituationen: Wenn Sascha Benda sich den Ball bei Ecken und Freistößen zurechtlegt, herrscht Alarmstufe eins. Im Aalener Waldstadion resultierten daraus die Treffer zum 3:2 und 4:2.

Die Kickers machen Lust auf mehr. Doch bei aller Euphorie gibt es auch gute Gründe, mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben. Zwar wollte Trainer Dutt „nach diesem Spiel nicht bremsen und krampfhaft nach Dingen suchen, die schlecht waren“, doch die lasche Anfangsphase und die Anfälligkeiten in der Defensive sind auch ihm nicht entgangen. Besonders auffallend: Innenverteidiger Recep Yildiz sah bei beiden Gegentreffern nicht gut aus. Hinzu kommt: Viel darf nicht mehr passieren und der dünne Kader wird zu einem echten Problem. Spielmacher Laszlo Kanyuk muss am Oberschenkel operiert werden – und fällt sechs Wochen aus. Oliver Stierle verletzte sich in Aalen ohne Fremdeinwirkung am Sprunggelenk. Erste Diagnose: Bänderriss. Am heutigen Montag bringt eine Kernspintomografie genauen Aufschluss über die Verletzung. Vier Wochen wird der Mittelfeldspieler auf alle Fälle ausfallen.

Dies alles ändert nichts daran: Die Blauen können voller Selbstbewusstsein ins erste Heimspiel am kommenden Mittwoch (19 Uhr/Gazistadion) gegen den Karlsruher SC II gehen. „In Sachen Attraktivität müssen wir jetzt nicht nachlegen“, sagte Dutt, „wir müssen nur das Spiel gewinnen.“ Soll heißen: Nach dem Zauberfußball auf der Ostalb wird ein Arbeitssieg schwer genug.

Stuttgarter Nachrichten

Den Moment genießen
 
Trainer Dutt will die Euphorie nach dem 5:2 in Aalen nicht bremsen – Bänderriss bei Stierle Aalen – Auftakt nach Maß für die Stuttgarter Kickers. Beim VfR Aalen, einem der Top-Aufstiegfsanwärter, gewannen die „Blauen“ zum Saisonauftakt in der Fußball-Regionalliga mit 5:2 (1:1) und untermauerten damit die eigenen Ansprüche, im Rennen um die ersten beiden Tabellenplätze ein gewichtiges Wort mitzureden. Immerhin haben sie nach dem ersten Spieltag die Spitzenposition übernommen.
 
Von Sigor Paesler

Eine Niederlage würde sein Team nicht zurückwerfen, hatte Kickers-Trainer Robin Dutt in einem Interview mit dem Aalener Stadion-Magazin zu Protokoll gegeben. Nach der insgesamt überzeugenden Vorstellung, die aber auch noch einige Ansätze für Verbesserungen hergab, ließ er die Spieler und sich selbst erst einmal das gute Gefühl genießen. „Man kann nie hoch genug gewinnen“, sagte er auf die Frage, ob psychologisch betrachtet ein knapperer Sieg nicht besser gewesen wäre. „Es ist nicht meine Aufgabe, zu bremsen, denn das Selbstvertrauen aus diesem Spiel wird uns gut tun“, fuhr der Coach fort, „aber ich werde darauf achten, dass keiner übermütig wird.“ Gleichzeitig gestand er ein, dass das Ergebnis vom Spielverlauf her etwas zu hoch ausgefallen war. Und bei der Analyse der Videobilder werde ihm auch noch einiges einfallen: „Die Liste der Dinge, die wir verbessern müssen, wird lang sein.“ Doch damit wollte er die Kicker noch ein paar Stunden verschonen.

Fehlende Ordnung im Mittelfeld
Um die Euphorie nicht zu dämpfen, in Kürze die Schwachpunkte: Nachdem Oliver Stierle mit einem Bänderriss vom Feld musste (Dutt: „Der einzige Wermutstropfen“), fehlte der Mannschaft einige Zeit lang die Ordnung im Mittelfeld, es gab kaum gescheite Spielzüge in die Spitze und die Aalener übernahmen mit einem gekonnten Flügelspiel die Initiative. Hier machte sich auch das Fehlen von Neuzugang Laszlo Kanyuk bemerkbar, dessen Pferdekuss wohl operiert werden muss, was eine längere Pause bedeutet. In der Innenverteidigung gab Dutt dem jungen Recep Yildiz den Vorzug vor Marco Wildersinn, beim Kopfballtreffer von Marcus Steegmann (23.) hatte Yildiz das Nachsehen. „Ansonsten aber war ich mit ihm hoch zufrieden. Besser, er zahlt in so einem Spiel Lehrgeld“, meinte Dutt.

Nun zum Positiven: Über den Kampf fanden die Kickers auch ihre spielerische Linie wieder, das Zusammenspiel klappte von Minute zu Minute besser und auch die Defensive wurde immer sicherer. Beide eingesetzten Neuzugänge überzeugten. Christian Okpala mit seinen Toren und seiner Erfahrung und Sascha Benda mit seinen Freistößen und Eckbällen, mit denen er zwei Treffer vorbereitete. Beim Stand von 3:2 hielt Keeper David Yelldell zwei Mal mit starken Paraden die Führung fest.

Am Mittwoch (19 Uhr) beim Heimauftakt gegen den Karlsruher SC II müssen die Kickers den starken Auftakt bestätigen. So betrachtet ist der hohe Sieg gegen Mitfavorit Aalen bestimmt als Momentaufnahme zu betrachten. Diesen Moment zu genießen, ist aber durchaus erlaubt.

Eßlinger Zeitung

Okpala hat gut lachen
 
Aalen (sip) – Christian Okpala hat eine tiefe, volumenreiche Stimme, die man auch in einigen Metern Entfernung noch gut hört. Das ist hilfreich, denn immer wieder ruft der neue Stürmer der Stuttgarter Kickers seinen Mitspielern etwas zu: Anweisungen, Lob, Aufmunterungen. Nach seinen Treffern aber lacht der 29-Jährige so laut, dass er sogar den allgemeinen Jubel der mitgereisten Kickers-Anhänger übertönt. Der Mann hat Spaß an seinem Beruf. Vor allem, wenn er das macht, wozu er geholt wurde: Tore schießen. Auch nach dem Schlusspfiff strahlt der Stürmer über beide Ohren, um dann mit leuchtenden Augen zu sagen: „Ich widme das Spiel meinem Sohn Maurice, der vor einer Woche zur Welt kam.“

Sturmpartner Mesic profitiert
Zwei Tore erzielte der Mann, von dem keiner so recht weiß, warum ihn der FC Augsburg gehen ließ, beim 5:2 in Aalen selbst, eines bereitete er wunderbar vor und an einem weiteren war er beteiligt. Aber das ist es nicht allein, was Okpala für die Kickers so wertvoll macht. „Das war das Positive an der Wundertüte“, sagt Trainer Robin Dutt, „dass er Tore macht, wussten wir. Dass er auch zum Führungsspieler wird, nicht unbedingt.“ Der Nigerianer, der mit einer Schweizerin verheiratet ist und deshalb verkehrsgünstig nach Sindelfingen an die A 81 gezogen ist, ist sehr präsent, dirigiert die Mitspieler und bindet Gegenspieler. „Er ist ein Teamspieler, der weiß, wann er egoistisch sein muss“, lobt Dutt. Beim 1:1 hielt Okpala nach einem Schuss von Jens Härter im richtigen Moment den Fuß hin, beim 2:1 sah er trotz guter Schussposition den noch besser stehenden Mustafa Parmak. Besonders aber profitiert Sturmpartner Mirnes Mesic. Er traf gegen Aalen zwar nicht, obwohl manche ihm das Tor zum 4:2 anrechnen wollten, da er den Ball mit seinem Oberschenkel noch ablenkte. Der Bosnier, der von seinem Laufspiel lebt, ist nun nicht mehr der Alleinunterhalter in der Sturmspitze. Da er ein Typ ist, der nicht im Mittelpunkt stehen muss, weiß er die neu geschaffenen Räume dankbar zu nutzen. „Es ist sicher ein Vorteil, dass sich die beiden von Anfang an menschlich gut verstanden haben“, meint Dutt. Okpala ergänzt: „Es klappt schon gut, aber es wird noch besser.“ Das klingt nach viel Grund zum Lachen.

Eßlinger Zeitung

FUSSBALL / Regionalliga – VfR Aalen verliert Auftaktspiel gegen Stuttgarter Kickers 2:5 
 
Fußballfest mit bitterem Ende 
 
Ein Fußballfest mit bitterem Ende für die Gastgeber erlebten die fast 5000 Zuschauer am Samstag im Aalener Waldstadion. Der VfR Aalen verlor gegen die Stuttgarter Kickers mit 2:5. 

VON WERNER RÖHRICH 
 
Während sich Kickers-Trainer Robin Dutt nach dem Match schon gegen voreilige Meisterschaftsglückwünsche wehrte, rätselte Aalens Chefcoach über die Frage, wie sein Team fünf Gegentore kassieren konnte.
Dabei hatte alles geradezu blendend begonnen. Eine Rekordkulisse von 4800 erwartungsvollen Fans – von der Band „Strahler“ musikalisch angeheizt – sah von Beginn einen VfR, der gewillt war, die Punkte am Kocher zu behalten. Und schon nach fünf Minuten war klar: die Degerlocher werden an diesem Nachmittag dagegen halten, wollen ihrerseits punkten. So entwickelte sich zu Spielbeginn gleich ein packender Schlagabtausch, in dem Metzelder und Co. zunehmend die Oberhand behielten. Auf der rechten Seite sorgte immer wieder Angelo Donato für Tempovorstöße. Bernd Maier setzte Akzente im Mittelfeld und hinten schien es, als sei der Stuttgarter Paradesturm Christian Okpala und Mirnes Mesic bei Cassio da Silva und Michael Schiele in besten Händen. Aalen verstand es ein ums andere Mal durch geschickten Flankenwechsel ein gefährliches Flügelspiel aufzuziehen. Als Marcus Steegmann nach 24 Minuten eine Hereingabe zum vielumjubelten Führungstreffer einköpfte, war die Welt der Aalener Fußballfans in Ordnung.
Doch es dauerte nicht lange, da gab der Torjäger der vergangenen Regionalligasaison, Christian Okpala, erstenmals zu verstehen, dass man ihn nicht eine Sekunde aus den Augen lassen darf. Schon drei Minuten später staubte er eine Ecke zum 1:1-Ausgleichtreffer ab. Der Halbzeitstand.
Und während die Kickers mit neuem Selbstbewusstsein aus der Kabine kamen, war beim VfR Aalen der Spielfluss wie abgebrochen. Zweimal hatten die Rohrwängler innerhalb weniger Zeigerumdrehungen Glück. Beim dritten Mal klepperte es in der Kiste von Robert Wulnikowski. Okpala, der sich zusehends in der Position einer hängenden Spitze auch als Spielgestalter gefiel, hatte im Strafraum Mustafa Parmak bedient, der zur Sutttgarter 2:1-Führung einschießen konnte.
Obwohl sich die Aalener aufbäumten und durch einen sehenswerten 20-Meterschuss von Björn Joppe zum 2:2-Ausgleich kamen, spielten sich die Stuttgarter in einen wahren Spielrausch. Aus zwei Freistoßsituationen entstanden zwei weitere Stuttgarter Tore durch Bashiru Gambo und Christian Okpala (Letzterer Treffer schien durch Mesics Eingreifen – der vielleicht den Ball sogar noch abgelenkt hat – stark abseitsverdächtig).
Vielleicht hätte die Partie noch eine andere Wendung genommen, wenn kurz zuvor Dennis Hillebrand allein vor Torwart Yelldell das Leder im Tor untergebracht und/oder Bernd Maier aus kurzer Distanz getroffen hätte. Doch nach dem 2:4 war jedem klar: Gegen diese Stuttgarter Elf war an diesem Nachmittag nichts mehr zu holen. Dennoch war es des Guten zu viel, dass Bashiru Gambo den VfR noch mit dem 2:5 demütigte.
Das musste auch Stuttgarts Trainer Robin Dutt zugeben, der sein Team „gegen eine absolute Topmannschaft“ gewinnen sah. Für VfR-Trainer Wormuth sind neben der Niederlage vor allem die Verletzungen von Robet Wulnikowski (Leistenprellung) und Cassio da Silva (Schulter ausgekugelt) zusätzlich bitter. Beide werden wohl am Mittwoch in Wehen gegen eine weitere Topmannschaft der Liga kaum spielen können.
VfR Aalen:
Wulnikowski – Hillebrand, Da Silva (74. Fall), Metzelder, Schiele – Maier, Joppe (71. Sailer), Donato (63. Okle), Christ – Jank, Steegmann.
Stgt. Kickers:
Yelldell – Steinle, Härter, Yildiz, Benda – Stierle (13. Akcay), Parmak (79. Schlabach), Gambo, Hartmann – Mesic, Okpala (87. Sökler)
Tore:
1:0 Steegmann (24.), 1:1 Okpala (33.), 1:2 Parmak (49.), 2:2 Joppe (55.), 2:3 Gambo (57.), 2:4 Okpala (61.), 2:5 Gambo (85.).
Schiedsrichter:
Günter Perl (München).
Zuschauer:
4786

Gmünder Tagespost