Presse zu Kickers – Karlsruher SC II

10. August 2006 in Kickers I, News

2:1 – Glück hat nur der Tüchtige
 
Die Stuttgarter Kickers spielen gegen Karlsruhe nicht überragend, aber erfolgreich
 
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers sind nach dem 2:1 (1:0)-Sieg gegen den Karlsruher SC II Tabellenführer der Fußball-Regionalliga. Doch zu einem Spitzenteam fehlt noch etwas.

Von Joachim Klumpp

Es lief bereits die Nachspielzeit, als Mustafa Parmak nach einem Zweikampf plötzlich an der Außenlinie lag und japste: „Ich kriege keine Luft mehr.“ Doch der Schiedsrichter hatte ein Einsehen und pfiff die Partie ab. Sehr zur Freude des Kickers-Managers Joachim Cast, der sagte: „Wer heute ein 5:0 mit Glanz und Gloria erwartet hatte, war falsch gewickelt.“ So blieb es am Ende bei einem hart erkämpften 2:1 der Stuttgarter Kickers, die damit ihre Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga verteidigten.

Als die ersten Fans unter den 3550 Zuschauern auf der Tribüne des Gazistadions schon murrten: „Was ist denn das?“, da schlug das Sturmduo der Kickers zu. Christian Okapla erwies sich dabei als glänzender Passgeber, dessen Flanke Mirnes Mesic mit einem Seitfallzieher in der 73. Minute zum erlösenden 2:1 ins Netz setzte. „Das zeichnet gute Stürmer eben aus: dass sie im entscheidenden Moment zur Stelle sind“, sagte Cast. So sieht es auch der Trainer Robin Dutt: „Man kann die beiden vielleicht 89 Minuten ausschalten, aber es wird immer eine Minute geben, in der sie zuschlagen – das ist jedenfalls diese Saison unsere große Hoffnung.“

Und es war auch in Augen des Karlsruher Gästetrainers Rainer Krieg der Unterschied der beiden Mannschaften: „Die Kickers haben jede Chance genutzt.“ Ganz so war es zwar nicht, weil Parmak, Okapala und Mesic alleine in der Schlussphase noch große Chancen zu einem dritten Treffer leichtfertig vergaben. Dennoch musste selbst Cast, nicht nur wegen eines elfmeterreifen Fouls von Moritz Steinle in letzter Minute, zugeben: „Über ein Unentscheiden hätten wir uns auch nicht beschweren können.“

Schließlich war die Mannschaft schon schwer ins Spiel gekommen, die erste Chance hatten jedenfalls die Gäste, doch der Torwart David Yelldell lenkte einen Kopfball gerade noch so an die Latte. Keine gute Figur gab dafür sein Gegenüber Thomas Unger in der 28. Minute ab, als er einen eher harmlosen Distanzschuss von Manuel Hartmann unter dem Körper zum 1:0 durchgleiten ließ. „Glück“, sagte Dutt. Doch das hat bekanntlich nur der Tüchtige – oder in diesem Fall eben der, der auch mal was wagte.

Als der Neuzugang Christian Okpala dann nach der Pause mit einer großen Chance am Torwart scheiterte, rächte sich das. Statt 2:0 hieß es plötzlich 1:1. Der schnelle Christian Essig war der Kickers-Innenverteidigung enteilt und ließ Yelldell mit einem strammen Schuss ins lange Eck nicht den Hauch einer Chance (56.). Obwohl die personellen Alternativen momentan nicht allzu groß sind, stellten die Kickers um. Bashiru Gambo ging von links ins offensive Mittelfeld, Timo Schlabach brachte von der Bank frischen Schwung in die Angriffsbemühungen. Doch es klafften immer wieder große Lücken im Mittelfeld der Kickers, gepaart mit etlichen Ballverlusten, die die Gäste aber nicht nutzten.

Also lautete der Endstand 2:1. „Heute zählen nur die drei Punkte“, sagte der Manager Cast. Ähnlich sah es auch der Kapitän Jens Härter. „Der Sieg war wichtig für die Mannschaft.“ Auch wenn zu einem Spitzenteam noch einiges fehlt. Doch der Trainer hat deswegen kein schlechtes Gewissen. Wieso auch? „In der letzten Saison haben wir gegen Spitzenmannschaften oft gut gespielt und verloren; heute haben wir ein durchschnittliches Spiel abgeliefert und stehen mit sechs Punkten in der Tabelle ganz vorne. Das ist mir allemal lieber“, sagte Dutt.

Zumal die Kickers jetzt die große Chance haben, sich erst einmal oben festzusetzen. Zum Beispiel mit einem Sieg am Sonntag beim 1. FC Kaiserslautern II. Da braucht die Mannschaft wieder Luft für 90 Minuten, nicht nur ein Mustafa Parmak.

Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Parmak, Hartmann, Akcay (62.Schlabach), Gambo (82. Sökler) – Okpala, Mesic.

Tore: 1:0 Hartmann (28.), 1:1 Essig (56.), 2:1 Mesic (73.).

Stuttgarter Zeitung

2:1 – Kickers bleiben an der Spitze
 
Hartmann und Mesic treffen gegen Karlsruher SC II
 
Stuttgart – Der Gala zum Auftakt folgte ein hart erkämpfter Arbeitssieg. Durch den 2:1(1:0)-Erfolg gegen den Karlsruher SC II im zweiten Saisonspiel haben die Stuttgarter Kickers ihre Tabellenführung in der Fußball-Regionalliga verteidigt.

VON JÜRGEN FREY

Kaum zu glauben, was so ein 5:2-Sieg zum Saisonauftakt alles bewirken kann: Als die Kickers am Mittwochabend ihren ersten Heimauftritt in dieser Saison hatten, mussten sie sich zunächst noch gedulden. Weil noch zahlreiche Zuschauer an den Kassen anstanden, begann die Partie gegen den Karlsruher SC II erst einige Minuten später, als alle 3550 Zuschauer im Stadion waren.

Zumindest auf dem Rasen war es wenig später mit der Euphorie aber vorbei. „Wir waren in der Anfangsphase sehr nervös“, sagte Kickers-Trainer Robin Dutt, „wir haben überhaupt nicht unseren Rhythmus gefunden.“ Die Kickers kamen nicht ins Spiel, das gegen Aalen so gefährliche Sturmduo Mirnes Mesic und Christian Okpala blieb zunächst wirkungslos. Stattdessen zeigten die Gäste ein technisch starkes Spiel und hatten die erste große Chance der Partie – doch Christian Essig traf nur die Latte.

Dass dann aber doch die Kickers die Führung erzielten, kam eher überraschend. Als Dutt gerade lautstark das umständliche Angriffsspiel seines Teams kritisiert hatte, beförderte Manuel Hartmann den Ball auf ziemlich geradlinige Art und Weise ins Tor. Der Mittelfeldspieler zog aus 30 Metern ab, und Gäste-Keeper Thomas Unger ließ die Kugel unter dem Körper durchrutschen.

Die Erleichterung war groß – wich wenig später aber wieder sorgenvollen Mienen. In der 56. Minute traf KSC-Stürmer Essig aus 15 Metern zum 1:1. Der Ausgleich war verdient, doch die Blauen schlugen zurück. Dutt stärkte mit der Einwechslung von Timo Schlabach die Offensive – und wurde in der 73. Minute belohnt, als Okpala und Mesic endlich ihre Klasse bewiesen. Okpala flankte, Mesic verwandelte per Seitfallzieher zum 2:1.

Es war keine Gala wie gegen Aalen, aber ein wichtiger Arbeitssieg. „Wenn man 2:1 gewinnt“, analysierte Dutt, „dann kann man auch mal mit einem durchschnittlichen Spiel leben.“ Als Tabellenführer fällt es einem umso leichter.

Stuttgarter Nachrichten

Neues Sturmduo harmoniert nur einmal
 
Stuttgarter Kickers bleiben nach dem 2:1-Arbeitssieg gegen den Karlsruher SC II Tabellenführer
 
Stuttgart – Trainer Robin Dutt hatte einen Sieg gefordert – und die Spieler des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers brachten ihn. Nach dem fulminanten 5:2-Saisonstart in Aalen mussten sich die 3550 Fans zum Heimauftakt aber mit einem mühsamen 2:1 (1:0)-Arbeitssieg gegen den Karlsruher SC II begnügen. Ein Blick auf die Tabelle tröstet darüber hinweg: Die Kickers bleiben Tabellenführer.
 
Von Sigor Paesler

Sekunden vor dem Schlusspfiff hatten Kickers-Manager Joachim Cast und Karlsruhes Co-Trainer Michael Wittwer kurz Blickkontakt, nachdem Moritz Steinle KSC-Stürmer Christian Essig im Strafraum von den Beinen geholt hatte. „Da hätten wir uns nicht beschweren können“, sagte Cast in Richtung des Ex-Profis. Damit meinte er den ausgebliebenen Elfmeterpfiff. Die Aussage passte aber auch zum Spielergebnis: Ein Remis wäre in Ordnung gewesen. „In der vergangenen Runde haben wir oft super gespielt und verloren“, meinte Dutt. „Diesmal haben wir ein durchschnittliches Spiel gewonnen – so ist es mir natürlich lieber.“

Die Stuttgarter schienen überrascht zu sein, wie forsch die Karlsruher nach vorne spielten. In der 13. Minute musste sich Keeper David Yelldell ganz lang machen, um eine Kopfball-Verlängerung von Christopher Hock aus dem Winkel zu angeln. Noch mehr Glück hatten die Kickers bei der Führung: KSC-Keeper Thomas Unger ließ ein Distanz-Schüsschen von Manuel Hartmann ins Tor gleiten. Wer glaubte, nun sei der Bann gebrochen, täuschte sich: Die Gäste kombinierten weiterhin sicherer, die Stuttgarter hatten Mühe im Spielaufbau und offenbarten Lücken in der Defensive. In der 56. Minute der verdiente Ausgleich: Die „Blauen“ verteidigten wieder einmal nicht konsequent genug und Christian Essig traf aus 15 Metern.

Christian Okpala, in Aalen der überragende Spieler auf dem Platz, gab einen insgesamt unglücklichen Heimauftakt. Das Zusammenspiel mit Sturmkollege Mirnes Mesic klappte längst nicht so gut wie am vergangenen Samstag – bis zur 73. Minute: Flanke Okpala, Volleyschuss Mesic – 2:1.

„Das ist in dieser Saison unser Vorteil“, meinte Dutt, „auch wenn unsere Stürmer gut aufgehoben sind, kann man sie nicht komplett ausschalten.“

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda, Yildiz, Härter, Steinle – Hartmann – Parmak, Akcay (62. Schlabach), Gambo (82. Sökler) – Okpala, Mesic.

Karlsruher SC II: Unger – Gallego, Benjamin Barg, Thorsten Barg, Manske (82. Neziraj) – Traut (46. Fischer), Hock (75. Strobel), Schröder, Müller – Türkeri, Essig.

Schiedsrichter: Aytekin (Nürnberg).

Zuschauer: 3550.

Tore: 1:0 Hartmann (28.), 1:1 Essig (56.), 2:1 Mesic (73.).

Gelbe Karten: Parmak / Essig.

Beste Spieler: Yildiz, Parmak / Essig, Türkeri, Schröder.

Eßlinger Zeitung

Süd: 2. Spieltag, Stuttg. Kickers – Karlsruher SC II 2:1 (1:0)

Okpala findet Mesic nur einmal

Karlsruhe begann forsch. Laufstark und kombinationssicher hatten die Gäste leichte Vorteile gegenüber den Kickers. Dabei gab es auch nach dem 1:0 der Stuttgarter keinen Bruch.

Hartmanns recht zaghaften Schuss aus der Distanz ließ Unger unnötig durchrutschen. Karlsruhe blieb aber spritziger und spielbestimmend. Stuttgart kämpfte mit Problemen im Aufbau. Essigs 1:1 war nicht nur, weil die Kickers in der Entstehung nicht konsequent genug klärten, fast überfällig.

Den schmeichelhaften Kickers-Sieg sicherte dann ausgerechnet das bis dahin schlecht harmonierende Sturmduo Okpala und Mesic. Ersterer flankte, Letzterer vollendete volley.

Sigor Paesler

Kicker-Sportmagazin

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