StZ: Nur noch 2000 Karten / Kickers-Kampagne im Pokal

STUTTGART (ump). Das Team des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers steigt heute wieder ins Training ein – ausgeruht nach drei freien Tagen. Am Samstag wartet schließlich der Hamburger SV im Pokal. „Wir verlieren nicht“, sagt der Trainer Robin Dutt.

Lust auf Hamburger? Was sich im ersten Moment wie eine pfiffige Kampagne einer Fastfood-Kette ausnimmt, ist im Fall der Stuttgarter Kickers ein Werbeslogan vor dem Spiel in der ersten DFB-Pokalrunde am Samstag (15.30 Uhr) gegen den Hamburger SV. Mehr als 2000 Plakate (mit zwei Motiven) hat der Regionalliga-Tabellenführer drucken lassen, die seit Tagen in weiten Teilen Baden-Württembergs an Plakatwänden hängen.

Und Lust auf die Hamburger haben die Fußballfans hier ganz offensichtlich: Rund achteinhalbtausend Karten sind bereits verkauft. Weshalb das für Marketing zuständige Präsidiumsmitglied Dieter Wahl sagt: „Ich gehe fest davon aus, dass eine fünfstellige Besucherzahl kommt.“ Damit wäre das Gazistadion ausverkauft, denn es ist nur für 10 500 Besucher zugelassen. „Der Vorverkauf läuft besser als im Vorjahr“, sagt der Manager Joachim Cast. Nur zur kleinen Erinnerung: auch damals trafen die beiden Mannschaften im Pokal aufeinander, am Ende siegte der Bundesligist (vor insgesamt 8820 Fans) noch standesgemäß mit 5:1.

Doch als Tabellenführer der Regionalliga gehen die Kickers mit breiter Brust in das Duell, sodass ihr Trainer Robin Dutt sagt: „Wir verlieren nicht.“ Dutt weilte am Wochenende zufällig in Hamburg, bei einem Heimspiel des FC St. Pauli. „Allerdings ohne direkten sportlichen Hintergrund.“

Den gibt es am Samstag. Zu verlieren haben die Kickers dabei nichts, nur zu gewinnen. Auch in Sachen Image. „Ich bin jetzt fünf Jahre bei den Kickers, aber das ist der absolute Höhepunkt“, sagt Cast, seit 2001 im Verein, zunächst als Spieler, danach als Manager. „Aber so groß war das Interesse noch nie. Es ist fast wie zu Zweitligazeiten.“

Die könnten vielleicht schon nächste Saison wiederkommen. Doch trotz aller Euphorie warnt der Präsident Hans Kullen: „Wir müssen auf dem Boden bleiben.“ So werden auch die zusätzlichen Einnahmen aus dem Pokal – im Vorjahr waren es netto 75 000 Euro – erst einmal auf die Seite gelegt.

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – SV Darmstadt 98 (3:0) II

Stuttgarter Klubs unter sich
 
In der Fußball-Regionalliga haben sich die Kickers und der VfB II an die Spitze gesetzt
 
STUTTGART. Sechs Spiele sind in der Regionalliga absolviert, ein Drittel der Vorrunde also – Zeit für ein erstes Fazit. „Überragend“, resümiert Robin Dutt, der Trainer des Tabellenführers Stuttgarter Kickers, dem nun der Lokalrivale VfB II im Nacken sitzt.

Von Joachim Klumpp

Wo soll das noch enden? Diese Frage stellt sich nach einem Drittel der Vorrunde mancher Fan des Tabellenführers Stuttgarter Kickers. Zumal der Trainer Robin Dutt nach dem erst am Ende sicheren 3:0-Sieg gegen Darmstadt gesagt hat: „Erstmals hat man gesehen, dass wir auf dem Weg zu einer Spitzenmannschaft sind.“

Was der Trainer vor allem auf die zunehmende Abgeklärtheit seiner Mannschaft zurückführt. Hinzu kommt, dass die Mannschaft inzwischen auch im Mittelfeld Torgefährlichkeit besitzt. Nicht nur dank Bashiru Gambo (fünf Treffer), sondern auch dank Manuel Hartmann, der gegen Darmstadt mit seinem dritten Treffer erst die Weichen auf Sieg stellte. Dazu kommt der Angriff, in dem Mirnes Mesic als unermüdlicher Arbeiter glänzt. Eigenschaften, die nicht unbedingt die Stärken seines Partners Christian Okpala sind, doch auch auf den ist Verlass. Im entscheidenden Moment war er am Freitag mit dem wichtigen zweiten Treffer zur Stelle – genau wie eine Woche zuvor in Ingolstadt.

Wobei der 4:2-Sieg dort nachträglich aufgewertet wurde. Denn der Aufsteiger siegte jetzt beim Spitzenteam SV Wehen mit 3:2. Nicht zuletzt deshalb sagt Dutt: „Die anderen Mannschaften müssen erst einmal auf das Niveau kommen, auf dem wir inzwischen schon sind.“ Und den einen oder anderen Spieler haben die Kickers ja noch in petto: Parmak, Stierle oder den Neuzugang Kanyuk, der noch keine Minute in einem Pflichtspiel für die Kickers absolviert hat. Dutt: „Erst wenn man solche Leute in der Hinterhand hat, macht das eine Spitzenmannschaft aus.“

Der Kickers-Präsident Hans Kullen sieht sich einstweilen bestätigt. „Bei unseren Neuzugängen war ich mir vor der Saison sicher, dass mehr herauskommen muss als der achte Platz aus dem Vorjahr.“ Kullen geht sogar noch ein Stück weiter. „Es sieht so aus, als würde der Weg zum Aufstieg doch über die Kickers führen.“ Wobei am Samstag erst einmal der Pokal im Mittelpunkt steht – mit dem Schlager gegen den Hamburger SV.

Im Pokal ist der VfB Stuttgart II zwar nicht vertreten, dafür sitzt der Lokalrivale den Kickers inzwischen in der Liga im Nacken. Dank des letzten Treffers von Adam Szalai und dem dadurch errungenen 4:1-Sieg bei 1860 München II rückte der Bundesliganachwuchs wegen des besseren Torverhältnisses auf Platz zwei vor. „Das war ein eindrucksvoller Sieg“, sagte der Trainer Rainer Adrion. Dabei musste er unter der Woche im Training auf etliche zu den Profis abgestellte Spieler verzichten und am Samstag auch auf den Stürmer Bernd Nehrig. Trotz der vier Treffer sagt Adrion: „Ich hätte nichts dagegen, wenn sich auch diese Saison ein Torjäger herauskristallisieren würde.“

Verzichten muss der VfB auf Schlussmann Alex Stolz, der kurz vor Ende der Transferperiode an die TSG Hoffenheim ausgeliehen wurde. „Es war einfach die Frage, wo er am meisten Spielpraxis bekommt“, sagt Adrion, der die Entscheidung gleichzeitig als Vertrauensbeweis für den jungen Timo Hammel (19) sieht, der sich zuletzt in den Vordergrund gespielt hat – und auch im Spitzenspiel nächstes Wochenende gegen Kassel zwischen den Pfosten stehen wird. Wo das enden soll? „In der Bundesliga“, sagt Adrion – zumindest für einige seiner Talente.

Stuttgarter Zeitung

Vorfreude auf den Hit im DFB-Pokal
 
Kickers selbstbewusst
 
Der Kollege aus Kiel war beeindruckt. Eigentlich war er ja wegen des Länderspiels im Daimlerstadion in Stuttgart, als Aufwärmprogramm wählte er am Freitag aber das Gazistadion auf der Waldau.

VON DIRK PREISS

Regionalliga Süd statt EM-Qualifikation – klingt erst mal nach wenig Erlebnis. Doch der Kollege hatte Spaß. Die Stuttgarter Kickers feierten den fünften Sieg (3:0) im sechsten Spiel, bleiben an der Spitze – und unser Kollege prophezeite: „Hier hat der HSV noch lange nicht gewonnen.“

Am Freitag war Darmstadt 98 zu Gast bei den Blauen, am Samstag kommt der Hamburger SV zur Erstrundenpartie im DFB-Pokal. Die Freude auf dieses Spiel könnte nach den jüngsten Erfolgen größer nicht sein. „Diese Partie kommt zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Robin Dutt. Und man sah dem Kickers-Trainer an, dass er darauf brennt, dem Favoriten ein Bein zu stellen.

Der große Coup ist nicht mehr auszuschließen – weil die Kickers langsam, aber sicher das sind, was man eine Spitzenmannschaft nennt. „Wir haben heute einen weiteren Schritt in diese Richtung gemacht“, sagte Dutt, „ich war mir immer sicher, dass wir ein Tor machen und gewinnen.“

Dass ausgerechnet Manuel Hartmann für die Vorentscheidung sorgte, passt in die Entwicklung der Kickers. Als der 22-Jährige im Sommer 2005 vom SGV Freiberg zu den Blauen kam, war er Ergänzungsspieler. Über Kurzeinsätze wurde er zur Stütze im defensiven Mittelfeld oder zur wertvollen Variante in der Abwehr. Diese Saison brachte einen weiteren Fortschritt: Hartmann gilt als gesetzt, und mit drei Treffern in sechs Spielen ist er nun auch noch richtig torgefährlich. „An ihm sieht man, wie viel Selbstvertrauen die gesamte Mannschaft hat“, sagt Dutt. Und Hartmann sieht das Ende der Entwicklung noch lange nicht gekommen. „Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt“, sagt er. Am Samstag, gegen 17.30 Uhr, weiß er mehr.

Stuttgarter Nachrichten

„Das Niveau müssen die anderen erst einmal erreichen“

Die Stuttgarter Kickers sind nach sechs Spieltagen Tabellenführer der Regionalliga und wollen es auch bleiben
 
Stuttgart – Robin Dutt hatte schon vor einiger Zeit angekündigt, nach dem sechsten Spieltag eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Nach dem 1:0-Erfolg gegen den SV Darmstadt 98, dem fünften Saisonsieg, tat das der Trainer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers natürlich gerne – und blickte selbstbewusst in die Zukunft: „Wir sind jetzt vorne. Unser Ziel muss sein, dort zu bleiben.“
 
Von Sigor Paesler

Dutt weiß genau, dass seine Mannschaft nicht alle Spiele gewinnen wird. Positiv stimmt ihn jedoch, dass sie einige Begegnungen für sich entschied, die eng waren oder in denen sie sich – wie gegen Darmstadt – trotz Überlegenheit lange schwer tat. Das einzige Match, das die „Blauen“ in dieser Saison bislang nicht gewannen, war gegen den Überraschungszweiten VfB Stuttgart II. Dass der eine oder andere bisher schwächelnde Konkurrent aufholen wird, wenn er besser eingespielt ist, beunruhigt den Coach des Tabellenführers nicht sehr: „Das Niveau, das wir haben, müssen die anderen erst einmal erreichen.“ Die Kickers schauen lieber nach sich selbst. Und da hat auch Manager Joachim Cast festgestellt: „Die Mannschaft hat sich weiterentwickelt.“ Ein Blick auf die Mannschaftsteile und das Umfeld beweist das:

Abwehr:
In der vergangenen Saison das Aushängeschild gab es dennoch Veränderungen. Vor David Yelldell, der sich zu einem der besten Torhüter der Liga entwickelt hat, zeigt Neuzugang Sascha Benda zwar noch Schwächen in Rückwärtsbewegung und Spielaufbau, als Standardspezialist war er aber schon an einer ganzen Reihe von Toren beteiligt. Kapitän Jens Härter agiert gewohnt solide, Moritz Steinle hatte mit dem Wechsel von der rechten auf die linke Außenbahn keine Mühe. Die Überraschung der Saison ist bislang Recep Yildiz: In der Vergangenheit vor allem im Angriff eingesetzt verdrängte er Marco Wildersinn. Hinten souverän und auch bei Vorstößen gefährlich ist Yildiz eine Bereicherung.

Mittelfeld:
Die Hoffnungen ruhen auf dem noch verletzten Neuzugang Laszlo Kanyuk. Das fehlende kreative Element gleicht das Team, vor allem Mustafa Akcay auf der offensiven Position, durch fleißiges Arbeiten und unermüdliches Anrennen aus. Während Akcay wohl nie torgefährlich werden wird, haben Bashiru Gambo (fünf Treffer) und Manuel Hartmann (drei) in diesem Bereich zugelegt.

Angriff:
In Christian Okpala haben die Kickers endlich einen echten Goalgetter. Der Ghanaer mit dem Schweizer Pass gönnt sich zwar immer mal wieder Pausen, hat aber bereits fünf Tore erzielt und schafft zudem viel Platz für die Mitspieler. Am meisten profitiert davon Mirnes Mesic, der zwar nicht mehr so sehr als Torschütze in Erscheinung tritt, aber als Vorbereiter und im Zusammenspiel mit Okpala eine wichtige Rolle spielt.

Umfeld:
„Ich bin seit 2001 bei den Kickers, etwas Vergleichbares habe ich hier noch nicht erlebt“, sagt Manager Cast. Die Verantwortlichen sind stolz darauf, dass die Arbeit der vergangenen Jahre so langsam Früchte trägt. Die Zuschauer honorieren es mit gutem Besuch: Gegen Darmstadt waren 4580, im Derby gegen den VfB sogar 7210 Fans im Gazi-Stadion. Im DFB-Pokalspiel gegen Bundesligist Hamburger SV am Samstag (15.30 Uhr) könnte das Stadion zum ersten Mal seit Jahren mit 11 500 Zuschauern ausverkauft sein. Die Frage ist, wie das Umfeld reagiert, wenn die Mannschaft einmal eine Schwächephase haben sollte.

Eßlinger Zeitung

Der Herbst kann ungemütlich werden
Fußball-Regionalliga: SV 98 macht Fortschritte in der Defensive, doch es fehlt ein Erfolgserlebnis – Sonntag DFB-Pokal
 
Eigentlich steht der große Festtag dieser Saison bevor. Am Sonntag (17 Uhr) trifft der SV Darmstadt 98 im DFB-Pokal auf Bundesligist Hertha BSC Berlin. Endlich mal wieder der Hauch von großem Fußball am Böllenfalltor. Bereits 10 000 Eintrittskarten sind verkauft, mit 15 000 Zuschauern (das Fassungsvermögen ist auf 19 000 begrenzt) rechnen die Südhessen. Eigentlich ein großes Ereignis. Doch darüber verliert derzeit keiner ein Wort am Böllenfalltor, die Gedanken sind beim Ist-Zustand in der Regionalliga Süd. Und der ist alles andere als rosig.
Nach drei Niederlagen in Folge geht der Blick nicht mehr nach oben, sondern nach unten, denn der SV 98 steht kurz vor den Abstiegsrängen. Das Paradoxe: am Freitag bei den Stuttgarter Kickers boten die Darmstädter eine starke Partie, vielleicht sogar die bislang stärkste unter Trainer Gino Lettieri – und kassierten mit 0:3 die höchste Saisonniederlage. „Wir haben sehr gut gestanden, bis zur 60. Minute keine Chance zugelassen und hätten zur Halbzeit führen müssen“, analysierte Trainer Lettieri nach der bitteren Niederlage, die durch einen Sonntagsschuss von Manuel Hartmann (77.) eingeleitet wurde. Lettieri lag mit dieser Einschätzung richtig. Defensiv stimmte die Ordnung, Sebastiao hatte zudem bereits nach sieben Minuten eine Riesenchance.

Bis zur 42. Minute war alles im Lot. Doch zum dritten Mal in dieser Saison kassierten die Darmstädter einen überflüssigen Platzverweis. Der Verlust von Alberto Mendez kurz vor der Halbzeitpause war letztlich der Knackpunkt. Zwar rannten die Stuttgarter lange vergeblich an, aber sie verloren nie die Geduld. „Früher haben wir in Überzahl planlos angegriffen. Diesmal haben wir die Ruhe bewahrt. Der Druck war so groß, dass irgendwann ein Treffer fallen musste“, lobte Kickers-Trainer Robin Dutt und schob hinterher: „Wir sind auf dem Weg zu einer Spitzenmannschaft.“

Lange hatten die Darmstädter, die in der Schlussphase vergeblich auf den Ausgleich drängten und gar noch zwei Kontertore fingen, den Stuttgartern dank eines gut gestaffelten Defensivverbandes das Leben schwer gemacht. Das war zweifellos ein Fortschritt gegenüber den Partien in Reutlingen oder Pirmasens, als der SV 98 Ordnung und Disziplin vermissen ließ. „Das Potenzial ist vorhanden“, sagte Lettieri nach dem Abpfiff in Stuttgart. Jetzt wird es aber Zeit, es endlich auszuschöpfen.

Das Umstellen von Vierer-Abwehrkette auf einen klassischen Libero (Pfuderer) und zwei Manndecker (Adiele, Konjevic) sowie mit Hanke und Juskic zwei Abräumer vor der Abwehr zahlte sich aus. Doch unübersehbar bleibt die Offensivschwäche der Darmstädter. Gefahr ging einzig von Sebastiao aus, doch bei aller Ballfertigkeit – er ist kein Torjäger. Sajaia als einzige Spitze aufzubieten, ist brotlose Kunst. Er sah sich im Angriff als Einzelkämpfer meist drei Abwehrspielern gegenüber. Stuttgart mag nicht als Maßstab gelten, denn es war offensichtlich, dass es dem SV 98 am Freitag in erster Linie darum ging, Treffer zu verhindern. Was in einem Auswärtsspiel beim Tabellenführer nachvollziehbar ist. Was aber, wenn der SV 98 das Spiel machen muss – um selbst zu gewinnen? Sajaia wäre im Mittelfeld besser aufgehoben. Doch da von den Stürmern bislang weder Beigang noch Beierle oder Fischer überzeugen konnten, gleicht die Zusammensetzung des Angriffs einer Lotterie.

Der Druck ist bereits nach sechs Spieltagen groß. Die Darmstädter brauchen im nächsten Heimspiel gegen den SV Wehen dringend ein Erfolgserlebnis. Denn Lob vom gegnerischen Trainer wie am Freitag (Dutt: „Das war unser bislang schwerstes Spiel“) bringt den SV 98 nicht voran. Ohne einen Sieg gegen Wehen (13. September) steht den Darmstädtern ein ungemütlicher Herbst ins Haus. Aber halt, dazwischen ist ja noch was: das Pokalspiel gegen Hertha. Schade, dass die Begegnung unter diesen schlechten Vorzeichen stattfindet.

Echo Online

Hartmann hält die Kickers auf Kurs

Die Gäste aus Darmstadt begannen forsch und hatten bereits in der siebten Minute die beste Chance der ersten Hälfte: Sebastiao war enteilt, scheiterte aber an Kickers-Keeper David Yelldell. Der Tabellenführer aus Stuttgart vereinte nun immer mehr Spielanteile auf sich. Das verstärkte sich noch nach der Gelb-Roten Karte von Alberto Mendez (44.).

Chancen waren trotz Überzahlspiel zunächst Mangelware, weil sich die Kickers gegen die gut stehende Darmstädter Defensive äußerst schwer taten. Doch der Druck der Gastgeber wurde von Minute zu Minute größer. Die Offensive der Gäste fand nicht mehr statt und so kamen die Schwaben doch noch zu ihren Tormöglichkeiten.

Mit dem sehenswerten Distanzschuss von Manuel Hartmann zum 1:0 (76.) war der Bann letztlich gebrochen. Torjäger Christian Okpala und Marco Tucci erhöhten auf 3:0, das am Ende allerdings etwas zu hoch ausfiel.

Sigor Paesler

Kicker

Fußballparty in Degerloch

Wann hat es das zuletzt gegeben? Einen riesigen Dank an die irischen Fans, ein herzlichen Dank an die Mannschaft und ein herzlichen Dank an die Zuschauer! Die Party geht weiter! Wir sehen uns am kommenden Samstag!
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Pressefoto Eibner

Stuttg.Kickers
Aufstellung:
Tor: David Yelldell
Abwehr: Jens Härter
Abwehr: Manuel Hartmann
Abwehr: Recep Yildiz
Mittelfeld: Oliver Stierle
Mittelfeld: Mustafa Akcay
Mittelfeld: Sven Sökler
Mittelfeld: Sascha Benda
Sturm: Mirnes Mesic
Sturm: Bashiru Gambo
Sturm: Christian Okpala
Auswechslungen:
75. min: Tucci (unbekannt) für Mustafa Akcay (Mittelfeld)
81. min: Nico Kanitz (Abwehr) für Sven Sökler (Mittelfeld)
85. min: Marco Wildersinn (Abwehr) für Mirnes Mesic (Sturm)
SV Darmstadt 98
Aufstellung:
Tor: Bastian Becker
Abwehr: Joachim Pfuderer
Abwehr: Echendu Adiele
Abwehr: Alexander Konjevic
Mittelfeld: Zivojin Juskic
Mittelfeld: Stefan Leitl
Mittelfeld: Stephan Hanke
Mittelfeld: Marcus Mann
Mittelfeld: Alberto Mendez
Mittelfeld: José Sebastiao da Veiga
Sturm: Mikhail Sajaia
Auswechslungen:
66. min: Alexander Geiger (Mittelfeld) für José Sebastiao da Veiga (Mittelfeld)
66. min: Nico Beigang (Sturm) für Stefan Leitl (Mittelfeld)
80. min: Andreas Fischer (Sturm) für Stephan Hanke (Mittelfeld)
Karten:
Gelb: Echendu Adiele (Abwehr)
44. min Gelb/Rot: Alberto Mendez (Mittelfeld) wh.Foul
Torfolge:
1:0 Manuel Hartmann (Abwehr), 77. min
2:0 Christian Okpala (Sturm), 86. min
3:0 Tucci (unbekannt), 90. min
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Zuschauer: 4580

IRSport

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SV Darmstadt 98

Fußball-Regionalliga, 6. Spieltag
Kickers nehmen neue Rolle an
 
STUTTGART (ump). Die Wetterprognose stimmt schon mal. Rechtzeitig zum Heimspiel der Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga heute (19 Uhr, Gazistadion) gegen Darmstadt 98 soll der Sommer noch einmal nach Stuttgart zurückkehren. Das würde passen. Denn sportlich befindet sich die Mannschaft von Robin Dutt ja seit Wochen in einem Hoch. Das soll sich auch gegen die Hessen fortsetzen, die der Kickers-Trainer trotz der zwei Niederlagen zuletzt weiter zum Favoritenkreis zählt. „Von den Einzelspielern her rechne ich Darmstadt zu den drei, vier besten Teams der Liga – auch wenn sie sich als Mannschaft bisher noch nicht richtig gefunden haben.“

Anders ist das bei den Kickers, die zuletzt sogar die Ausfälle von drei Stammspielern (Stierle, Kanyuk und Parmak) verkraftet haben. „Deshalb war der Sieg in Ingolstadt für mich auch richtungweisend“, sagt Dutt, der keinen Zweifel daran lässt, dass sich die Kickers so lange wie möglich oben in der Tabelle festsetzen wollen. „Wir nehmen die Favoritenrolle an“, sagt der Trainer. Und das Präsidiummitglied Dieter Wahl wagt die Prognose, dass heute mindestens 5000 Zuschauer kommen werden.

Stuttgarter Zeitung
SV 98 muss sich gewaltig steigern
Fußball-Regionalliga: Trainer Gino Lettieri fordert Geduld – Ohne Mavraj bei den Stuttgarter Kickers – Keine Neuzugänge
 
Im Trainingsspiel des Fußball-Regionalligisten SV Darmstadt 98 vergehen kaum mehr als zwei Minuten, bis Trainer Gino Lettieri unterbricht. Immer wieder. Es folgen Erklärungen über Laufwege, Stellungsspiel oder Pässe. Feinarbeit, die der SV 98 nötig hat. Denn in der Abstimmung passt einiges nicht, die Mannschaft ist keine eingespielte Einheit. Wie die katastrophale zweite Halbzeit am vergangenen Freitag beim 1:2 gegen Pirmasens zeigte.
„Es sind viele Kleinigkeiten, die noch verbessert werden müssen. Und das braucht Zeit“, versucht Lettieri die Partie gegen Pirmasens nicht schön zu reden. „Aber die Mannschaft arbeitet konzentriert und akribisch. Die Niederlage ist verdaut, die Stimmung gut.“ Nun, an der Stimmung kann es wirklich nicht liegen, sie war gestern auf dem Trainigsplatz in der Tat gut. Nicht dabei war Mergim Mavraj, der wegen einer Verletzung an den Adduktoren die ganze Woche über pausierte und auch am heutigen Freitag bei den Stuttgarter Kickers (19 Uhr) nicht eingesetzt werden kann.

Und das bereitet Lettieri Probleme. Denn auf der linken Seite in der Vierer-Abwehr fehlt es an Alternativen, selbst Mavraj ist im Grunde eine Notbesetzung. Anders als in der vergangenen Saison, als mit Dirk Wolf und Dilaver Satilmis variiert werden konnte, fehlt nun eine Alternative. Im Grunde müsste der SV 98 personell nachbessern. Doch dazu fehlen die finanziellen Mittel, gestern endete zudem die Transferperiode.

„Wir haben gegen Pirmasens nach dem Ausgleich die Ordnung verloren. Dass ich nach dem Spiel Leitl, Hanke und Pfuderer genannt habe, hat nichts damit zu tun, dass ich sie in die Pfanne hauen wollte. Aber das sind die erfahrenen Spieler, die die Ordnung halten müssen.“ Einige hätten nach dem 1:1 zu viel gewollt, mit aller Gewalt versucht, auf Sieg zu spielen – und dabei eben die Ordnung verloren.

Verwundert und enttäuscht zeigt sich das Präsidium des SV 98 auf der Internetseite über das Verhalten der eigenen Fans. „Viele Spieler sind gerade wegen des tollen Publikums gekommen, nun spüren sie mangelndes Vertrauen und fast schon Hysterie bei jedem Fehlpass. Das trägt nicht dazu bei, dass die Mannschaft besser spielt“, erklären die Präsidiumsmitglieder Karlheinz Hahn und Karl-Heinz Wandrey. Das Verhalten der Fans macht aber auch deutlich, dass sie sich noch nicht mit der neuformierten Mannschaft identifizieren. Im Kader stehen nur sieben Spieler, die bereits in der vergangenen Saison in Darmstadt unter Vertrag standen. Hinzu kommt die Erwartungshaltung, die sich von der letzten Spielzeit auf die aktuelle übertragen hat: die Darmstädter Zuschauer erwarten, dass der SV 98 oben mitmischt. Doch nach den bisherigen Leistungen besteht kaum Hoffnung, dass daraus etwas wird.

Mit dem ungeschlagenen Tabellenführer Stuttgarter Kickers treffen die Darmstädter heute Abend auf einen Gegner, der ihnen zwei Dinge voraus hat. Die Stuttgarter sind eingespielt und haben treffsichere Offensivkräfte. Christian Okpala hat bereits vier Treffer erzielt, Bashiru Gambo sogar schon fünf – so viel, wie der kompletten Mannschaft des SV 98 bisher gelangen. Welche Formation Lettieri beim Tabellenführer aufbietet, ließ er wie immer offen. Die Mannschaft des SV 98 muss sich aber gewaltig steigern, um am Degerloch bestehen zu können.

Voraussichtliche Aufstellung: Becker – Mahr, Adiele, Pfuderer, Mann – Leitl, Hanke, Juskic, Mendez, Sebastiao – Sajaia.

Echo-Online

SV98 tritt am Freitag bei Spitzenreiter Kickers Stuttgart an

Mit dem Auswärtsspiel am kommenden Freitag (1. September) beim bislang ungeschlagenen Tabellenführer Stuttgarter Kickers steht für den SV Darmstadt 98 eine schwere Aufgabe an. Anpfiff für das Spiel im Gazi-Stadion am Degerloch ist um 19 Uhr.

Für die Mannschaft von Trainer Gino Lettieri heißt die Devise nach der Heimniederlage gegen Pirmasens nun Selbstvertrauen und Stärke zurück zu gewinnen. „Wir wollen in Stuttgart unser Spiel durchbringen, da ist es mir egal, ob ungeschlagen oder Tabellenführer“, blickt der Coach kämpferisch nach vorne. Lettieri: Wir werden aggressiv sein, dürfen aber nicht übermotiviert sein, dürfen Stuttgart nicht zu viel Raum geben.“

Im Mittelpunkt der Arbeit unter der Woche stand die Aufarbeitung der beim letzten Heimspiel gemachten Fehler (Lettieri: „die Pirmasenser Gegentore haben wir selbst vorbereitet“) mittels Videoanalysen und Besprechungen sowie die spieltaktische Vorbereitung auf den Gegner von der Tabellenspitze.

Die Stuttgarter Kickers haben indes einen Traumstart hingelegt und führen ohne Niederlage bei 13 Punkten die Tabelle an. Nachdem zu Beginn der Saisonvorbereitung noch vorsichtig das obere Tabellendrittel anvisiert wurde hat Trainer Robin Dutt mittlerweile ganz klar den Schalter auf Aufstieg umgelegt. Mit meist souveränen Leistungen hat man die Höhen erklommen. Die Neuzugänge Benda, Okpala und Kanyuk sind bestens eingeschlagen und bilden mit dem eingespielten Rest eine stark offensiv ausgerichtete Formation, die meist in 4-4-2 mit Mittelfeldraute aufläuft. Bereits 14 Tore in fünf Spielen stehen auf dem Torkonto. Besonders Gambo mit fünf und Okpala mit vier Toren zeigen sich treffsicher. Einzige Schwäche der Stuttgarter scheint im Moment der mit nur 18 Mann personell gesehen sehr dünne Kader zu sein.

Mit welcher Mannschaft und Taktik Gino Lettieri die knifflige Auswärtsaufgabe lösen will, verrät er gemäß seiner Gewohnheit noch nicht. Klar ist aber, „dass wir nicht nur die Offensive der Kickers lahm legen wollen, sondern selber unser Spiel machen und eine gute Leistung bieten wollen.“

Homepage SV Darmstadt 98

StN: „Hier sind alle hungrig auf Erfolg“

Kickers-Spieler Sascha Benda
 
Stuttgart – Fünf Treffer hat Sascha Benda in dieser Saison bereits für die Stuttgarter Kickers vorbereitet. Am heutigen Freitag (19 Uhr/Gazistadion) gegen den SV Darmstadt 98 peilt er sein erstes eigenes Tor an. Viel wichtiger ist ihm, dass sein Tipp in Erfüllung geht: „Wir gewinnen das Spiel 2:0.“

Herr Benda, wie fühlt man sich als Vorlagenkönig der Fußball-Regionalliga?

(lacht). Ganz gut soweit, nur jetzt würde ich auch selbst mal gerne treffen. Aber letztendlich stimmt die Floskel eben doch: Wer die Tore erzielt, ist vollkommen egal.

Warum klappt es mit den Standardsituationen in dieser Saison so hervorragend?

Wir trainieren Ecken und Freistöße regelmäßig. Es ist einstudiert, dass ich die Bälle auf die kopfballstarken Bashiru Gambo und Recep Yildiz zirkle. Aber das wird von Spiel zu Spiel schwieriger, wahrscheinlich müssen wir uns jetzt was Neues einfallen lassen.

Wie stehen die Chancen auf den Aufstieg?

Ich glaube, wir haben gute Karten. Die Mannschaft ist eingespielt und kompakt, die Mischung zwischen Alt und Jung stimmt, und wir sind von der ersten Minute an hellwach und machen sofort unsere Tore.

Mit dem FC Augsburg kamen Sie letzte Saison schwerer in die Gänge. Am Ende reichte es souverän zum Aufstieg. Wo liegen die Hauptunterschiede zu den Blauen?

Bei diesem Vergleich müssen wir uns nicht verstecken. Beim FCA hatten wir 23 gleichstarke Spieler im Kader mit viel mehr Routiniers. Aber unser sensationeller Teamgeist sowie die neue Euphorie und Begeisterung rund um die Kickers können das durchaus ausgleichen. Hier sind alle unheimlich hungrig auf Erfolg.

Fragen von Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten