Vorberichte: SF Siegen – Stuttgarter Kickers

Deigendesch liegt knapp vor Cerci
STUTTGART (ump). Die Hausaufgaben hat der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers in dieser Woche schon mal gemacht. Zumindest außerhalb des Platzes. Denn da ist am Montag um 15.30 Uhr die Frist zur Abgabe der Lizenzierungsunterlagen für die dritte und vierte Liga abgelaufen. Der Manager Joachim Cast hat die Papiere fristgerecht in Frankfurt abgegeben. „Der DFB schaut sich jetzt alles an, da kann es sein, dass in den nächsten zwei Wochen noch etwas nachgereicht werden muss“, erklärt Cast das Prozedere. Wobei die Entscheidung über die Lizenzerteilung erst Ende April erfolgt. Neben umfangreichen Angaben zur Organisation (zum Beispiel beim Stadion) wurden auch die Planzahlen eingereicht. Die sehen bei den Stuttgarter Kickers vor, dass in der dritten Liga (bei einem Schnitt von 3000 Zuschauern) mit gut drei Millionen Euro kalkuliert wird.

Doch erst einmal muss sich die Mannschaft sportlich dafür qualifizieren, ein Schritt in diese Richtung soll heute Abend (19.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Siegen gemacht werden. „Deren Spiel ist ja zum Glück auch ausgefallen, so dass die nicht wissen, wo sie stehen“, sagt der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz, der sich immer noch darüber ärgert, dass die geplante Partie am vergangenen Samstag gegen Pfullendorf nicht stattfinden konnte.

An der Ausgangslage hat sich nichts geändert. Jens Härter, Oliver Stierle und Gino Russo fallen nach wie vor verletzt, Bashiru Gambo und Julian Leist wegen einer Sperre aus. Offen bleibt, ob Minkwitz seine Startformation gegenüber den Planungen von Pfullendorf ändern wird. „Die Spieler machen es mir schwer“, sagt Minkwitz, bei dem Recep Yildiz gegenüber Marcus Mann zuletzt leichte Vorteile besaß. Gleiches gilt im linken Mittelfeld für Benedikt Deigendesch gegenüber dem Neuzugang Ferhat Cerci, und im Sturm hätte vergangenen Samstag Marco Tucci den Vorzug vor Sokol Kacani erhalten. Minkwitz: „Alle haben gezeigt, dass sie spielen wollen.“

Stuttgarter Zeitung

Kickers spielen in Siegen auf Sieg
Stuttgart (jüf) – Stefan Minkwitz ist ein Mann der klaren Worte: „Eine knappe Niederlage oder ein Punkt bringen uns doch nicht weiter“, sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers vor dem Spiel bei den SF Siegen am heutigen Freitag (19.30 Uhr). Also heißt das Motto der Blauen wie schon vor dem abgesagten Spiel gegen den SC Pfullendorf: Volle Kraft voraus. „Wir werden keinen Hurrafußball zeigen, aber aus einer gut gestaffelten Abwehr offensiv spielen“, verspricht Minkwitz. Um 8 Uhr steigen die Kickers in den Bus, Mittag und Nachmittag werden in einem Tageshotel verbracht. Mit folgender Aufstellung ist zu rechnen: Yelldell – Benda, Rapp, Wildersinn, Baradel – Rosen, Yildiz, Parmak, Deigendesch – Vaccaro, Tucci.

Stuttgarter Nachrichten

Minkwitz erwartet ein Kampfspiel

Stuttgart (bw) – Mit einer Woche Verspätung startet Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers aus der Winterpause und tritt heute (19.30 Uhr) zum Auftakt bei den Sportfreunden Siegen an. (…)

Stuttgarter Kickers
„Sieben Wochen Vorbereitung haben schon gereicht, jetzt sind es sogar acht geworden“, stöhnt Kickers-Cheftrainer Stefan Minkwitz über die lange Wartezeit auf den ersehnten Auftakt, der sich durch den Ausfall der Partie gegen den SC Pfullen­dorf verzögert hat. Die Mannschaft war schon am vergangenen Wochenende „absolut heiß“ auf das Heimspiel. Nun geht es erst heute und damit auswärts in Siegen los. „Es war nicht einfach, die Spannung aufrecht zu erhalten, aber das Training in dieser Woche war erfolgversprechend“, berichtet der Coach. Die Personalprobleme beim Tabellen-16. haben sich durch die Verschiebung allerdings nicht gelöst. Jens Härter (Knie), Oliver Stierle (Wadenzerrung) und Neuzugang Gino Russo (Ferse) fallen weiterhin verletzt aus. Bashiru Gambo sitzt seine Gelb-Rot-Sperre ab. Und so startet die Formation, die auch gegen Pfullendorf angetreten wäre. Die Siegener, die die ehemaligen Kickers-Spieler Christian Okpala und Alexander Blessin in ihren Reihen haben, mussten am vergangenen Samstag ebenfalls aussetzen. Minkwitz rechnet mit einem „Kampfspiel“ beim Tabellen-14.: „Sie sind in derselben Situation wie wir und wollen auch da unten raus.“

So wollen sie spielen: Yelldell – Benda, Wildersinn, Rapp, Steinle – Rosen, Parmak, Mann, Cerci – Tucci, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Minkwitz: „Wir werden uns in Siegen nicht verstecken“

Siegen/Stuttgart. (MSPW) Für die Stuttgarter Kickers beginnt heute Abend im Leimbachstadion gegen die Sportfreunde Siegen (19.30 Uhr) die „Aufholjagd“. Der Drittletzte der Regionalliga Süd steht sechs Punkte unterm Qualifikationsstrich zur Dritten Liga.

Nachdem der Restrunden-Auftakt im Heimspiel gegen den SC Pfullendorf dem Sturmtief „Emma“ zum Opfer fiel, ist für die Mannschaft von Kickers-Trainer Stefan Minkwitz, der nach dem 14. Spieltag Peter Zeidler beerbt hatte, der Auftakt gegen die Sportfreunde Siegen vielleicht sogar ein Vorteil. Denn auswärts fühlen sich die Schwaben deutlich wohler.

Während sie daheim noch auf den ersten Saison-Sieg warten, stehen in der Fremde immerhin vier Erfolge und zwei Unentschieden zu Buche. In der Summe beträgt der Rückstand auf einen Qualifikationsrang für die 3. Liga aber sechs Zähler.

Wir sprachen mit Kickers-Trainer Minkwitz vor der Partie in Siegen:

Das Pfullendorf-Spiel konnte nicht wie geplant stattfinden. Hätten Sie lieber gespielt?

Minkwitz: Natürlich. Meine Spieler haben fast drei Monate kein Liga-Spiel absolviert. Das ist extem lang. Ich habe gespürt, dass die Truppe enorm heiß auf das Spiel war. Aber die Absage war schnell abgehakt und es galt, Spannung für Siegen aufzubauen.

Auswärts spielt Ihre Mannschaft erfolgreicher als zu Hause. Ist es ein Vorteil, zuerst auf fremdem Platz antreten zu können?

Mir ist im Prinzip egal, wo wir anfangen. Zu Hause müssen wir früher oder später ohnehin antreten. Dort wollen wir natürlich unsere Heimschwäche ablegen. Und ich bin mir auch absolut sicher, dass uns das gelingen wird.

Sie haben in der Winterpause mit den Verpflichtungen von Alexander Rosen, Ferhat Cerci und Gino Russo personell nachgelegt. Wie ist Ihr Eindruck?

Leider konnte Gino große Teile der Vorbereitung nicht mitmachen. Er laboriert an einer Fersenverletzung. Bei Ferhat sehe ich noch Luft nach oben. Alexander spielt die Rolle, die ich ihm zugedacht habe. Er kann im Mittelfeld flexibel eingesetzt werden und hat bisher überzeugt.

Auch die Sportfreunde Siegen legen am Freitag einen „Kaltstart“ hin. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Die Situation in Siegen ist unserer Lage sehr ähnlich. Die Sportfreude gehören da unten genau so wenig hin wie wir. Das zeigt ein Blick auf ihren Kader. Uns helfen nur Siege weiter, um den Rückstand auf Rang zehn zu verringern. Daher werden wir uns in Siegen keinesfalls verstecken, sondern mutig nach vorne spielen.

Wie sieht es gegen Siegen personell aus?

Neben Gino Russo fehlen mir am Freitag verletzungsbedingt auch Oliver Stierle und Jens Härter. Bachirou Gambo ist noch gesperrt. Gleiches gilt für Julian Leist.

Agentur Baumann

Westfalenpost
Endlich rollt wieder der Ball im Leimbachstadion

Siegen. Es war wie immer im Vorfeld der Regionalliga-Spiele: Marc Fascher erzählt dies und das, antwortet brav auf alle möglichen Fragen, aber die Katze lässt er nicht aus sem Sack. …
… In seine personellen Planunge für heute Abend gewährt der Trainer der Siegener Sportfreunde nur ganz kleine Einblicke.

„Ich habe da was im Kopf, aber was, das möchte ich nicht en detail sagen“, meint er verschmitzt lächelnd. „Aus drei mach zwei“, ist eine Äußerung, die sich auf die Innenverteidigung für das verspätete Jahresauftakt-Spiel gegen die Stuttgarter Kickers bezieht.

Daniel Bogusz, Cem Islamoglu und Alexis Genet stehen zur Verfügung, nur zwei davon werden auflaufen. „Alle drei haben ihre Stärken, alle drei sind gute Kopfball-Spieler“, lobt er das Trio – und doch muss er einen auf die Bank setzen. Wir tippen mal, dass es Genet „erwischt“, natürlich ohne Gewähr.

Dafür legte sich Fascher in der Torwartfrage fest: Robert Wulnikowski wird zwischen den Pfosten stehen. In dieser Frage wird aus „Dreien nur Einer“ – nämlich der, der auf die Tribüne muss. Nach Lage der Dinge wird das Neuzugang Michael Frech sein, da in Marc Birkenbach der ideale Mann für die U23-Regelung auf der Bank Platz nehmen kann.

Weitere „Baustellen“ glaubte Fascher vor ein paar Tagen noch ausgeräumt zu haben. Bis dann die Hiobsbotschaften in schöner Regelmäßigkeit Einzug hielten. Mohamed El Berkani und Markus Unger waren nach den guten Eindrücken aus der langen Vorbereitungs-Phase in der Rechnung des Trainers „gesetzt“. Der Ausfall beider Mittelfeldspieler macht nun neuen Überlegungen Platz.

„Beackert“ der gesetzte“ Verteidiger Marcel Throm die linke Schwinge allein, quasi von hinten heraus, oder stellt Fascher einen offensiveren, wie zum Beispiel Dennis Bührer, zur Unterstützung dazu?

Eine der vielen Fragen, die offen geblieben sind beim gestrigen Presse-Gespräch in der Sportfreunde-Geschäftsstelle.

Oder auch die: Was passiert im Angriff? Schulterzucken beim Fußball-Lehrer. Das bedeutet nun nicht unbedingt, dass er diese Frage bis heute am frühen Abend „auswürfeln“ wird, sondern eher, dass Marc Fascher sich nicht in die Karten sehen lassen will.

Da wir den Trainer und seine verdeckten Andeutungen mittlerweile ein bisschen besser kennen gelernt haben, könnte das alles, aber auch nichts bedeuten. Die Variante mit einer agilen, weil lauffreudigen Spitze Gerrit Müller ist sicher die, die der Trainer im Stillen bevorzugt.

Doch möchte Fascher natürlich auch gerne erleben, dass bei den beiden bislang etatmäßigen Angreifern Christian Okpala und Veselin Popovic mal der Knoten platzt. Zwei Treffer vom einen bzw. vier vom anderen sind aus 17 Spielen nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Eine mögliche Variante könnte durch die verletzungsbedingten Ausfälle hinzu kommen. Stürmer Popovic wäre so als offensiver Mittelfeldmann für die rechte Seite denkbar, eine Position, die für Okpala sicher kaum denkbar ist. Die Vermutung, dass der Nigerianer mit Schweizer Pass trotz vom Trainer bescheiniger Fitness auf der Bank Platz nehmen wird, liegt jedenfalls nahe.

Das Wichtigste aber ist: Es wird wieder Fußball gespielt im Leimbachstadion. Mehr als zehn Wochen Winterpause gehören der Vergangenheit an.

„Freitagabend um 19.30 Uhr interessiert keinen mehr die Vorbereitung“, atmet natürlich auch der Trainer hörbar auf.

Viel wurde nach dem letzten Punktspiel Anfang Dezember von den „Hausaufgaben“ geredet, die anstanden. „Ich denke, man wird sehen, dass und vor allem wie sie gemacht worden sind“, so der Trainer. Dass er im Hinterkopf natürlich von der „guten Erledigung“ dieser Hausaufgaben ausgeht, versteht sich von selbst.

„Wir müssen am Samstag alle in den Spiegel sehen können ohne uns etwas vorwerfen zu müssen“, lautet die Prämisse des Trainers für den heutigen Abend.

Dass die Kicker aus Stuttgart gerade auswärts eine Macht drastellen, soll nicht verschwiegen werden. Aus vier Siegen und einem Remis in der Fremde holten sie 13 Zähler. Ein Spitzenwert in der Regionalliga Süd. Dafür warten sie daheim in Degerloch nach wie vor auf den ersten „Dreier“.

Ungers Tatendrang Mit dabei sein will im Stadion auch Markus Unger. Der Ex-Reutlinger ist gestern Vormittag im Jung-Stilling-Krankenhaus am gerissenen Syndesmose-Band operiert worden und war kurz darauf, wie der Sportliche Leiter Heinz Knüwe nach einem Gespräch mit dem behandelnden Arzt Dr. Baumgart mitteilte, schon wieder „voller Tatendrang“ gewesen. Die Operation sei „optimal verlaufen“.

Das Jahresdebüt von Mohamed El Berkani erwartet Marc Fascher am kommenden Dienstag in Unterhaching. „Ein Einsatz heute wäre verfrüht“, meint der Trainer.

Mit der Oberschenkelblessur sei nicht zu spaßen.

Es waren also wenigstens ein paar kleine Einblicke in die Planungen, die Marc Fascher gestern gewährte. Wenn große Taten folgen, hat er alles richtig gemacht. 15 Spiele in drei Monaten stehen an. Da wird es noch viel zu erzählen geben

Westfalenpost

Nach „Emma“ bläst Fascher zum Sturm

Siegen. Nachdem das Sturmtief „Emma“ die Auswärtspartie gegen Unterhaching am vergangenen Samstag weggefegt hatte, starten die Sportfreunde nach 13-wöchiger Winterpause nun doch mit einem Heimspiel in die Restrunde – und mit der Unterstützung von …

… erhofften 5000 Anhängern.

Für die Sportfreunde ein Vorteil? „Jede Situation hat ein Für und Wider. Aber wir haben jetzt noch 15 Spiele, da spielt die Reihenfolge keine Rolle. Was zählt, sind Punkte – und am Ende ist man wohl mit 50 auf der sicheren Seite“, erklärt Cheftrainer Marc Fascher die Situation vor dem ersten Meisterschaftsspiel im Jahr 2008 – und vor seinem ersten Spiel als Cheftrainer der Sportfreunde Siegen.

„Heute zählt kein Testspiel mehr“

Wie das? Schnell erklärt! Nach der bitteren 0:1-Niederlage gegen den FSV Frankfurt im letzten Spiel vor der Winterpause hatte der Loose-Nachfolger frustgeplagt den Spruch rausgehauen: „Bisher war ich mehr Verwalter der Mannschaft als Trainer. Ab 19. Januar 2008 bin ich bei den Sportfreunden als Trainer tätig!“ Und nach der vermeidbaren Niederlage hatte er in die Blöcke diktiert: „Keine Floskel, nehmen Sie es als Kampfansage: Wir werden das Ziel 3. Liga erreichen!“

Die Vorbereitung dafür war hart, intensiv und bisweilen in den Testspielen auch erfolgreich. Die Mannschaft trägt die Handschrift des Trainers Fascher. Die hat den Schriftzug: Nur eine Mannschaft auf dem Gipfel der Fitness kann auch erfolgreichen Fußball spielen. Schneller, zweikampfstärker, stürmischer, offensiver sind sie geworden, die Sportfreunde.

Doch all` dies gilt es ab heute abzurufen und so kommt auch Fascher nicht um die Feststellung umhin: „Jetzt zählt kein Testspiel mehr, keine Vorbereitung, jetzt zählt die Meisterschaft. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, wir haben alles abgerufen – Entschuldigung für die Phrase, aber jetzt liegt die Wahrheit auf dem Platz.“ Was erwartet er von seiner Mannschaft: „Wir müssen nach dem Spiel in den Spiegel gucken und sagen können: Wir haben alles aufgeboten, alles abgerufen.“

Bei den heutigen Kontrahenten gibt es mehrere Parallelen: Beide stehen unter dem „Strich“, der die Qualifikation zur Dritten Liga bedeutet und „Emma“ hatte auch die Restrunden-Auftaktpartie der Stuttgarter gegen Pfullendorf gestoppt. Beiden Teams fehlt somit die Spielpraxis, beide sind heiß auf die Meisterschaft, beide wollen die Aufholjagd erfolgreich starten.

Am Dienstag gab es für die Sportfreunde kurz vor der Restrunde jedoch einen herben Nackenschlag: Neuzugang Markus Unger hatte sich im Training das Syndesmoseband im rechten Sprunggelenk gerissen und wurde bereits gestern im Jung-Stilling-Krankenhaus bei Dr. Baumgart operiert. Die OP verlief ohne Komplikationen. Marc Fascher: „Natürlich ist das ein herber Verlust für uns. Markus war einer der Gewinner der Vorbereitung, er hätte ganz sicher in der Startformation gestanden.“ Der Sportliche Leiter Heinz Knüwe: „Ich habe mit ihm gesprochen, er will unbedingt zum Spiel kommen.“

Somit fallen Mansour Assoumani und Kapitän Peter Nemeth mit Spiel-Sperre und Mohamed El Berkani und Unger verletzungsbedingt aus. Stellt sich die Frage nach der Anfangsformation gegen die Kickers – und da gab sich Marc Fascher gewohnt verschlossen wie ein Pharaonengrab. Aufstellung? Fascher zuckt mit den Achseln.

Gerrit Müller als einsame Spitze?

„Gesetzt“ sind Torhüter Robert Wulnikowski und in der Viererkette links Marcel Throm. Fascher lobte: „Er hatte eine super Vorbereitung.“

Schiedsrichter der Partie ist übrigens Markus Pflaum. Der 32-Jährige aus dem oberfränkischen Hallstadt pfiff am 13. September 2006 schon einmal im Leimbachstadion. Damals gewann Siegen gegen Reutlingen mit 3:0. Kein schlechtes Omen also.

So könnten sie spielen: Wulnikowski – Gallego, Islamoglu, Bogusz, Throm – Pospischil, Gaede – Pfingsten, Blessin, Bührer – Müller.

Westfalenpost

»…und ich hoffe, dass das so bleibt«
Stuttgarter Kickers nach Trainerwechsel wenig erfolgreich / Unger operiert

geo/tina Siegen. Im zweiten Anlauf soll es endlich klappen: heute Abend schlagen die Siegener Sportfreunde endgültig das mit Spannung erwartete Fußball-Kapitel 2008 auf, nachdem der Auftakt in der Regionalliga Süd in Unterhaching am letzten Wochenende u.a. vom Winde verweht wurde. Gegner um 19,30 Uhr sind heute die Stuttgarter Kickers, die in der Tabelle vier Zähler, aber nur zwei Plätze hinter den auf Platz 14 zurückgefallenen Sportfr. Siegen stehen. Damit ist klar, dass beide Teams heute Abend gehörig unter Dampf stehen und sich keine Niederlage leisten können.

Nicht immer kehren indes neue Besen gut. Auch bei den Stuttgarter Kickers zeitigte der Trainerwechsel Anfang November nämlich bislang noch wenig Erfolg. Peter Zeidler, jetzt im Trainerstab des Zweitligisten 1899 Hoffenheim, wurde am 5. November entlassen, Stefan Minkwitz übernahm die Regie am Degerloch. In den fünf Spielen unter dem »Neuen« holten die »Blauen« aber gerade mal zwei Punkte und schossen dabei nur ein einziges Törchen. Einen Sieg gab es unter Minkwitz noch nicht.

Darauf angesprochen, meinte Siegens Trainer Marc Fascher gestern Abend: »…und ich hoffe, dass das so bleibt!« In Augenschein nehmen konnte der Siegener Coach die Gäste aus dem Schwabenland indes in diesem Jahr noch nicht. Wie auch, da auch das Spiel der Kickers am letzen Wochenende ausfiel. Aber immerhin beobachtete der Siegener Trainer das Stuttgarter Ensemble einmal nach dem Trainerwechsel Zeidler/Minkwitz.

Umgekehrt wird es den Gästen ähnlich gehen, weshalb die Karten neu gemischt werden, wenn Schiedsrichter Markus Pflaum heute Abend vor erhofften 6000 Zuschauern zum Anpfiff bittet. Überhaupt ist sich der Siegener Trainer sicher, dass die »Vorbereitung heute niemand mehr interessieren wird. Nur das Ergebnis wird zählen. Für mich ist es aber auch wichtig, nach dem Spiel sagen zu können, dass wir alles gegeben haben.«

Welche Spieler diesen Auftrag heute erfüllen sollen, scheint indes noch ziemlich offen. Gestern Abend besuchte Marc Fascher seinen frisch operierten Neuzugang Marc Unger im Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus. Dort wurde dem Ex-Reutlinger das Syndesmoseband im rechten oberen Sprunggelenk »zusammengeflickt«, wie sich Fascher am Krankenbett äußerte. Die Operation sei gut verlaufen und Unger wolle versuchen, seine Kameraden heute Abend live im Leimbach-Stadion zumindest moralisch zu unterstüzten. Unger, der nun mindestens zwei Monate ausfallen wird, sei ein sicherer Kandidat für die Startformation gewesen, verriet Fascher, der auch Mohamed El-Berkani und natürlich die gesperrten Mansour Assoumani und Peter Nemeth ersetzen muss.

Das kann auch zu einer Ssystemänderung führen: »Der Wechsel auf das 4-4-2-System ist ein Option«, verriet der Trainer gestern auf der Pressekonferenz zum Spiel. Schließlich stehen Veselin Popovic und Christian Okpala Gewehr bei Fuß. Fascher hat sich aber vermutlich schon entschieden, seiner Lieblingsspielweise dennoch treu zu bleiben. Und die sieht vor der Vierer-Abwehrkette (Gallego-Islamoglu-Bogusz-Throm) zwei »Sechser« (Gaede, Pospischil), drei offensive Mittelfeldspieler und Gerrit Müller als einzige Angriffsspitze vor. Und genau hier bewährt sich die Zukaufspolitik der Winterpause, denn die beiden verletzten Spieler sind ebenso adäquat zu ersetzen wie die gesperrten Akteure. So tippen wir darauf, dass auf der linken Seite Dennis Bührer (für El Berkani), auf rechts Nils Pfingsten (für Unger) und in der Mitte zentral Alexander Blessin zum Einsatz kommen werden.

Siegener Zeitung

Kickers II besiegen Waldhof

Durch ein Tor durch Franco Petruso gewann das Oberligateam der Stuttgarter Kickers gegen den haushohen Favorit SV Waldhof Mannheim mit 1:0.

Die Kickers belegen damit zum ersten Male seit dem siebten Spieltag einen Nichtabstiegsplatz. Am 15. März spielen die Kickers bei der SGV Freiberg.

Die Kickers spielten mit:
Salz; Ortlieb, Parhizi, Petruso, Rizzi, Gentner, Kovac, Sökler, Bajrami, Ivanusa, Stevanovic

Fußball-Oberliga: SV Waldhof beim Schlusslicht Stuttgarter Kickers II klarer Favorit

Über Degerloch Richtung Liga-Spitze

Mannheim. Waldhof-Trainer Alexander Conrad lässt keine Ausreden gelten: „Egal ob es regnet, stürmt, schneit oder die Sonne scheint: Wir wollen drei Punkte.“ Vor dem Gastspiel am Donnerstagabend (19.30 Uhr/Gazi-Stadion) bei Oberliga-Schlusslicht Stuttgarter Kickers II hat der 41-Jährige seine Elf bereits ins Gebet genommen: „Von Beginn an agieren, selbst das Spiel machen. Dann bin ich zuversichtlich“, lautet die Devise.

Personell sind bei den Blau-Schwarzen gegenüber dem Kirchheim-Spiel kaum Veränderungen zu erwarten. Die einzig offene Frage bleibt, ob Thomas Ollhoff wieder ins Team zurückkehrt. Conrad: „Er hat sehr gut trainiert. Andererseits bringt es nichts, ihn zu verheizen und dann vielleicht wieder einen längeren Ausfall zu riskieren. Dabei sein wird er in jedem Fall. Auch, weil schon seine Präsenz der ganzen Mannschaft gut tut.“

Bei den Degerlochern tat sich der SVW in den vergangenen Jahren schwer. Nur ein Sieg aus vier Spielen bei der Reserve der Blauen steht in der Statistik. Allerdings haben die Kickers diese Saison große Probleme. Seit dem ersten Spieltag am 12. August 2007 (4:0 gegen Balingen) gab es für die heimschwächste Mannschaft der Liga nur ein Remis gegen den VfR Mannheim. Ansonsten setzte es zumeist deftige Niederlagen. Conrad lassen die nackten Zahlen kalt: „Die freuen sich sicherlich auf uns, werden kämpfen und alles versuchen, um uns ein Bein zu stellen“, erwartet er einen leidenschaftlich spielenden Gegner.

Immerhin: Dem SVW winkt nach Abschluss des 21. Spieltags erstmals die alleinige Tabellenführung. Vorausgesetzt Babatz, Reule und Co. bringen etwas Zählbares aus dem Schwabenland mit. Tabellenführer SC Freiburg II erwartet am Samstag das schwere Auswärtsspiel bei FC Astoria Walldorf.

Trotz des vorverlegten Spiels auf einen Arbeitstag rechnet der Fanbeauftragte Robert Schmidt mit 300 mitreisenden Anhängern. Ein Fanbus wird eingesetzt. Abfahrt ist 16.30 Uhr am Benz-Stadion. Der Mitfahrpreis beträgt 13 Euro für „Pro Waldhof“-Mitglieder, 15 Euro für Nichtmitglieder. Telefon-Anmeldung unter 0621/76 415 11. robo

Mannheimer Morgen

Nachholspiel gegen SC Pfullendorf auf Dienstag, 18. März 2008 terminiert

Das aufgrund des Orkantiefs ausgefallene Heimspiel der Stuttgarter Kickers gegen den SC Pfullendorf vom 1. März 2008 wurde nun neu terminiert. Die Partie der Regionalliga Süd wird am Dienstagabend, 18. März 2008 um 19.00 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau nachgeholt. Selbstverständlich behalten die bereits erworbenen Tickets für die Partie ihre Gültigkeit. Offizielle Homepage

Jens Härter – ein Problemfall wider Willen

Der Kapitän der Stuttgarter Kickers quält sich seit fünf Monaten mit einer Verletzung herum – und eine Besserung ist nicht in Sicht

STUTTGART. Jens Härter hat den Spielausfall des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers gegen Pfullendorf relativ gelassen nehmen können. Denn der 28-Jährige ist verletzt. Wie lange noch, weiß keiner. „Die Situation ist deprimierend“, sagt der Verteidiger.

Von Joachim Klumpp

Der Kellner im Kickers-Clubhaus will die Schinkennudeln ganz normal als Tagesmenü abrechnen, für 6,80 Euro. „Sportleressen“, sagt daraufhin Jens Härter mit einem Augenaufschlag, der andeuten soll, dass er Anspruch auf den Rabatt hat, der den Spielern des Fußball-Regionalligisten gewährt wird. Auch wenn sie außer Dienst sind, wie derzeit der Kapitän. „Ich habe schon aufgehört zu zählen, wie viele Spiele ich gefehlt habe“, sagt Jens Härter nur. Dem Manne kann geholfen werden: zehn sind es inzwischen einschließlich Pokal, auch in der Vorbereitung war er keine einzige Minute im Einsatz.

Dabei sollte im neuen Jahr alles besser werden, nachdem er seit Anfang Oktober außer Gefecht ist. „Eine starke Innenbanddehnung im linken Knie, fast ein Riss“, so lautete die Diagnose nach der ersten Kernspintomografie. Nichts Gravierendes also. Woche für Woche war Härters Einsatz geplant, vor dem Derby beim VfB Stuttgart II am 17. November hat er den letzten Anlauf genommen, ohne Erfolg. „Der Fehler war, dass ich nie richtig mit dem Training ausgesetzt habe“, sagt Härter heute, „ich hätte einfach mal vier, fünf Wochen Pause einlegen müssen.“

Das hat Härter schließlich in den Weihnachtsferien nachgeholt mit dem Ziel, zum Trainingsauftakt am 14. Januar wieder voll einzusteigen. Hat er auch getan, zumindest bis die Arbeit mit dem Ball auf dem Programm stand. Zehn Minuten ging das gut, dann traten wieder Schmerzen auf, zuletzt kam erschwerend noch ein Grippevirus hinzu, aus Härters Sicht aber eher eine Lappalie. Fakt ist: an einen Einsatz war und ist nicht zu denken, weshalb Härter sagt: „So kann es nicht weitergehen.“

Der Spieler ist der Verzweiflung nahe, zuletzt hat sich Jens Härter in die Hände von Mohamed Khalifa begeben, dem der Ruf eines Wunderheilers vorauseilt und der bei etlichen Sportlern erstaunliche Erfolge erzielen konnte; bei Jens Härter schlug die heilende Technik des Ägypters bisher nicht wie erhofft an. Zuvor hatten sich sowohl der Vereinsarzt Christian Mauch als auch der Pforzheimer Orthopäde Andree Ellermann gegen eine Operation ausgesprochen. So langsam neigt sich die Geduld des Patienten aber dem Ende zu, zumal inzwischen auch eine leichte Meniskusverletzung aufgetreten ist und sich Wasser im Knie bildet, was kein gutes Zeichen ist. „Fünf Monate Pause ist eindeutig zu lange“, sagt auch Mauch, „ein Vierteljahr wäre normal gewesen.“

„So eine Leidenszeit hatte ich noch nie“, sagt Härter, der als Zuverlässigkeit in Person gilt, seit er 2004 vom Oberligisten SGV Freiberg nach Degerloch gekommen ist. In der vergangenen Saison verpasste er lediglich zwei Spiele wegen einer Bauchmuskelzerrung, ein Wehwehchen im Vergleich zu der jetzigen Situation, „die nicht klar fassbar ist“, wie es der Vereinsarzt Mauch umschreibt. Doch so langsam drängt auch er auf eine Entscheidung. Das heißt, wenn es nicht besser wird, hilft nur noch ein operativer Eingriff, eine sogenannte Arthroskopie. „Jens Härter ist ja kein Simulant“, sagt Christian Mauch, „der Spieler hat Biss.“

Schließlich geht es nicht nur um die Zukunft der Kickers, sondern auch um seine eigene. „Die dritte Liga wäre nochmals ein Anreiz und Motivation“, sagt der 28-Jährige, der davon ausgeht, noch einige Jahre als Profi spielen zu können. Keine Angst vor einem Karriereende? „Sicher denkt man darüber mal kurz nach, aber letztlich verdrängt man das, es bringt ja auch nichts, sich unter Druck zu setzen“, sagt der gelernte Industriekaufmann, der bei den Blauen eine feste Größe in der Innenverteidigung war.

Wobei die Abwehr nicht das Sorgenkind der Kickers im bisherigen Saisonverlauf gewesen ist. Deshalb setzt ihn auch niemand unter Druck. Der Manager Joachim Cast nicht, der Trainer erst recht nicht, „auch wenn ich ihn gern dabeihätte“, sagt Stefan Minkwitz, der es sich aber abgewöhnt hat, einen festen Termin für das Comeback ins Auge zu fassen.

Und der Spieler? „Ich will natürlich so früh wie möglich spielen.“ Das wäre also am Freitag in Siegen, doch Härter weiß, dass das unrealistisch ist. Der Kapitän will aber mitfahren, als moralische Stütze und um zu demonstrieren, dass der Zusammenhalt im Kickers-Kader stimmt. „Ich versuche schon so oft wie möglich bei der Mannschaft zu sein“, sagt Härter, ehe er sich in ein Rehazentrum nach Stuttgart-Feuerbach begibt. Alleine, für ein- bis anderthalb Stunden Krafttraining – und ein wenig Frustabbau. Letztlich will Jens Härter bald wieder mit der Mannschaft gemeinsam am Stammtisch des Clubhauses sitzen. Damit auch jedem Kellner klar ist, dass er Anspruch auf das Sportleressen hat.

Stuttgarter Zeitung

Kickers II empfangen Waldhof Mannheim

Am kommenden Donnerstag, 6. März 2008 empfängt die 2. Mannschaft der Kickers um 19:30 Uhr im GAZi-Stadion auf der Waldau den SV Waldhof Mannheim in der Oberliga Baden-Württemberg.
Die Gäste aus der Kurpfalz belegen derzeit mit 44 Punkten den 2.Rang in der Oberliga und sind Punktgleich mit dem Spitzenreiter SC Freiburg II. Das Spiel wurde aus Sicherheitsgründen in GAZi-Stadion verlegt und findet nicht wie gewohnt auf der Bezirkkssportanlage statt.

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Presse zum Ausgang des Becherwerferprozess

Bewährungsstrafe für Becherwerfer
Kickers fordern 50000 Euro Schadenersatz – Zeugin: „Der hat geworfen und getroffen“

Der Becherwerfer, der am 25. Oktober 2006 einen Linienrichter mit einem Bierbecher niedergestreckt hatte, hat seinen Einspruch zurückgezogen und den Strafbefehl über acht Monate Haft auf Bewährung akzeptiert. Mehrere Zeugen hatten ihn klar erkannt.

Von Susanne Janssen

Auch das Spiel vor dem Stuttgarter Amtsgericht, mit einem heftigen Schlagabtausch zwischen Verteidiger Franz Friedel und Staatsanwalt Michael Greven, ist gestern vorzeitig beendet worden: Um 14 Uhr, als die beiden letzten Zeugen vor der Tür warteten, nahm der 39-jährige Kai B. seinen Einspruch gegen den verhängten Strafbefehl zurück. Staatsanwalt und Richter stimmten zu. Kai B. bringt der Becherwurf vom 25. Oktober 2006 acht Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und hundert Stunden gemeinnützige Arbeit ein. Das dicke Ende kommt aber noch: Die Stuttgarter Kickers wollen von dem Mann Schadenersatz in Höhe von „zumindest 50 000 Euro“ fordern, wie der Verein gestern Abend erklärte. Damit sollen die durch den Vorfall entstandenen Kosten – 10 000 Euro Strafe, 35 000 Euro für ein Fangnetz sowie Einnahmeausfälle durch ein Spiel im Degerlocher Gazi-Stadion ohne Zuschauer – kompensiert werden. „Wir wollen damit auch ein Signal gegen Randalierer und Störenfriede setzen“, so Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum.

Bei Kai B. wird aber nicht viel zu holen sein: Der 39-jährige Maler ist zurzeit auf Arbeitssuche und lebt von Hartz IV. 20 Mal ist der gebürtige Cannstatter, der eigentlich Fan des VfB Stuttgart ist, bereits der Polizei aufgefallen, darunter auch als Fußball-Hooligan. Am 25. Oktober 2006 machte der Mann durch eine besonders unrühmliche Tat auf sich aufmerksam. Die Kickers lagen im DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC Berlin 0:2 zurück, als auf den Rängen im Fanblock B Tumulte ausbrachen. In der 81. Minute flog ein Bierbecher über den Zaun, traf den Schiedsrichterassistenten Kai Voss am Rücken und streckte diesen nieder. Mehrmals schauten sich gestern die Verfahrensbeteiligten einen Ausschnitt aus einem Fernsehbericht an, in dem der hochgewachsene 33-Jährige mit Zeitverzögerung zu Boden ging.

Der Linienrichter reiste gestern eigens aus Schleswig-Holstein an und schilderte den Vorfall: „Es gab einen Schlag an der Wirbelsäule, und dann fehlen mir 30 bis 60 Sekunden Erinnerung.“ Danach stand er wieder auf den Beinen, er war nur einen Tag krankgeschrieben. Der damals erfolgte Spielabbruch sei aber zwingend gewesen: „Wenn ein Schiedsrichter oder einer seiner Assistenten tätlich angegriffen wird, ist das Spiel abzubrechen“, zitierte Voss die Fußballregeln.

Der Angeklagte Kai B. hatte nicht bestritten, aus Frust einen halbvollen Becher geworfen zu haben. Er habe zuvor rund fünf Liter Bier getrunken, um seine Schmerzen herunterzuspülen, erklärte er dem Amtsrichter Stefan Biehl. Denn wenige Tage zuvor habe er sich bei einem Unfall mit seinem Mountainbike einen dreifachen Kieferbruch zugezogen gehabt. Frage nur: war es wirklich Kai B.“s Becher, der den Linienrichter getroffen hatte? Um diese Frage kreiste das Verfahren bereits seit November 2006. Ein DNA-Gutachten an zwei Bechern, die neben dem Schiedsrichterassistenten gefunden wurden, ergab keine Übereinstimmung. Eine groß angelegte Bierbecherwurfübung der Polizei brachte nur die Erkenntnis, dass es möglich war, vom Stehplatz des Angeklagten zu treffen. Zum Verhängnis wurden dem Angeklagten nun allerdings drei Zeugen, die behaupteten, sie hätten Kai B. beim Werfen des Bechers beobachtet. Eine 58-jährige Frau erklärte, sie habe definitiv gesehen, wie der Angeklagte den Becher geworfen und den Linienrichter getroffen habe. Danach sollen die Bekannten, mit denen Kai B. im Stadion gewesen war, gelacht, diesem auf die Schulter geklopft und „Volltreffer!“ gerufen haben.

Als Höhepunkt im Schlagabtausch zwischen Verteidiger und Staatsanwalt beantragte Anwalt Friedel die Vereidigung der Zeugin. „Lächerlich“ fand dies Staatsanwalt Michael Greven. Die 58-Jährige schwor indes bei Gott, die Wahrheit zu sagen. Danach zog Kai B. seinen Einspruch gegen den zuvor verhängten Strafbefehl zurück – und Richter Biehl konnte die Partie abpfeifen. Das Nachspiel folgt dann vor einem Zivilgericht.

Stuttgarter Zeitung 

Endlich
VON GEORGE STAVRAKIS
 

Nach fast eineinhalb Jahren hat es die Stuttgarter Justiz geschafft, den Becherwerfer aus dem Kickers-Stadion seiner Strafe zuzuführen. Endlich. Acht Monate, wenn auch auf Bewährung, sind kein Pappenstiel. Der Mann wird an den Folgen seines idiotischen Tuns eine ganze Weile zu knabbern haben. Doch das Verfahren hat viel zu lang gedauert. Solche Aktionen müssen schnell und hart bestraft werden. Denn sie sind geeignet, den Sport, der so viele Menschen begeistert, zu zerstören.

Fußball lebt von Emotionen – auf dem Feld und auf den Rängen. Gewalt jedoch, egal in welcher Form, muss in den Stadien und in ihrem Umfeld konsequent bekämpft werden. „Ich kam mir vor wie auf einem Schlachtfeld“, hat eine Zuschauerin nach dem Bundesliga-Derby des VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC am vergangenen Samstag gesagt. Gegen das, was sich im Daimlerstadion abgespielt hat, scheint der Degerlocher Becherwurf eine Petitesse zu sein. Ist er aber nicht. Mit einem Plastikbecher fängt es an. Dann fliegen weit gefährlichere Geschosse. Wir erinnern uns mit Schrecken an den von einem Golfball am Kopf getroffenen, blutüberströmten Oliver Kahn.

Die Vereine und die Sicherheitskräfte müssen Flagge zeigen. Aber auch die Justiz muss unbedingt schnell(er) handeln. Dass sie das kann, hat sie bei der WM bewiesen.

Stuttgarter Nachrichten

Becherwerfer aus Kickers-Stadion verurteilt
Acht Monate auf Bewährung wegen Körperverletzung – Linienrichter mit Bierbecher niedergestreckt

Der Mann, der im Oktober 2006 das DFB-Pokalspiel der Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC mit einem Becherwurf zum Abbruch gebracht haben soll, hat seinen Strafbefehl akzeptiert. Er wird mit acht Monaten Haft, ausgesetzt zur Bewährung, bestraft.

VON GEORGE STAVRAKIS

Drei Stunden Verhandlung vor dem Amtsgericht, eine Videovorführung und mehrere Zeugenaussagen haben den knapp 40-jährigen Fan des VfB Stuttgart zu der Erkenntnis kommen lassen, dass für ihn vor Einzelrichter Stefan Biehl nichts zu holen ist. Um die drohende noch höhere Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung abzuwenden, lenkten er und sein Verteidiger Franz Friedel ein. Damit war der zuvor bereits mehrfach geplatzte Prozess ohne Urteil beendet.

Jetzt kommen auf den Hartz-IV-Empfänger aus Bad Cannstatt Schadenersatzansprüche der Stuttgarter Kickers zu. Die Kickers sprechen von rund 50 000 Euro, bestehend aus der Strafe vom DFB, Anwaltskosten und Kosten für das Fangnetz, das der Regionalligaverein wegen des Becherwurfs vor die Gegengerade hat spannen müssen.

Es war der 25. Oktober 2006, der den Angeklagten wahrscheinlich viel Geld kosten wird. Die Kickers spielten im DFB-Pokal im ausverkauften Gazistadion auf der Waldau gegen Hertha. Beim Stand von 2:0 für die Berliner flog in der 74. Minute ein halbvoller Bierbecher aus Hartplastik aus dem B-Block Richtung Spielfeld, traf Schiedsrichterassistent Kai Voss an der Wirbelsäule und streckte ihn für kurze Zeit nieder. Das Spiel wurde abgebrochen, die Kickers als Gastgeber vom DFB bestraft. Das Fernsehen zeigte die Bilder und sprach von einem „Skandalspiel“. Noch im Stadion wurde der wegen früherer Gewalttätigkeiten im Rahmen von Fußballspielen vorbestrafte Mann dingfest gemacht.

„Ich habe mich hinreißen lassen, es tut mir leid“, gibt der Angeklagte zu. Er besteht darauf, dass er sich vor mehr als zehn Jahren von der Hooligan-Szene losgesagt habe. Ob es allerdings sein Becher war, der den Linienrichter getroffen hat, wisse er nicht. Tatsächlich waren mehrere Becher aufs Spielfeld geworfen worden. Eine Zeugin legte sich fest und ließ sich auch durch ihre Vereidigung nicht ins Bockshorn jagen. Sie sagte aus, der Angeklagte habe geworfen – und getroffen. Andere Zeugen sagten, der Mann sei nach dem Becherwurf von seinen Kumpeln mit Schulterklopfen beglückwünscht worden. „Volltreffer“ habe einer aus der Gruppe gesagt.

Zuerst hatte der Verteidiger bezweifelt, dass man einen Becher über den Zaun überhaupt auf den Linienrichter werfen kann. Die Polizei stellte das Geschehen im Kickers-Stadion nach. Fazit nach der Videodemonstration im Gerichtssaal: Es ist möglich. Der damals noch unter Bewährung stehende Mann zog seinen Einspruch zur Zufriedenheit von Staatsanwalt Michael Greven zurück. „Das erspart uns weitere Zeugen und die Berufung vor dem Landgericht“, so der Ankläger.

Wann nun das Netz vor der Gegengerade im Gazistadion abgenommen werden darf, ist unklar. Falls nichts mehr passiert, können die Kickers Ende dieser Saison einen Antrag beim DFB stellen.

Stuttgarter Nachrichten

Becherwerfer verknackt!
2006 Spielabbruch verursacht – Kickers wollen Schadenersatz

Am 25. Oktober 2006, beim Pokalspiel der Kickers gegen Hertha im Gazi-Stadion, wurde Linienrichter Kai Voss mit einem Hartplastik-Becher am Rücken getroffen und verletzt. Das Spiel wurde abgebrochen.

Jetzt ist der Becherwerfer, Kai-Oliver B. (39) aus Stuttgart, wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Stuttgart setzte die Strafe zur Bewährung aus. Der mehrfach Vorbestrafte muss außerdem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.Nach dem Wurf in der 80. Minute (Stand 2:0 für Berlin) wertete der DFB das Spiel mit 0:2 gegen die Kickers. Die Blauen mussten 10.000 Euro Strafe zahlen und für 40.000 Euro ein Fangnetz vor der Gegentribüne anbringen.

Manager Joachim Cast: „Neben dem Imageschaden ein finanzieller Verlust. Wir werden zivilrechtliche Schritte gegen den Verurteilten einleiten und versuchen, Schadenersatz zu bekommen.“

Cast weiter: „Es war ja kein Kickers-Anhänger.“ Früher sei B. schon als Hooligan bei Spielen des VfB aufgefallen.

BILD