Auch Kickers-Youngster Patrick Auracher bleibt den Blauen weiter treu und verlängert seinen Vertrag bis Sommer 2013

Nach Philip Türpitz hat jetzt mit Patrick Auracher ein weiterer talentierter Youngster seinen bis Sommer 2011 laufenden Vertrag beim Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers vorzeitig bis zum 30. Juni 2013 verlängert. Der 20 Jahre Defensivspieler, der im Januar 2010 von der eigenen U23-Mannschaft in den Regionalligakader der Stuttgarter Kickers (bislang acht Einsätze in der Fußball-Regionalliga Süd) aufrückte, ist ein waschechter Stuttgarter und wohnt aktuell in der Stuttgarter Stadtmitte nahe der Liederhalle. Seit seinem Wechsel als C-Jugendlicher im Jahr 2004 vom Nord-Stuttgarter Club ASV Botnang auf die Waldau ist er ohne Unterbrechung für die Blauen am Ball.

Im Sommer 2009 feierte Patrick Auracher mit den Kickers-U19-Junioren den Gewinn des WFV-Pokals, im Jahr zuvor sammelte er in 20 Einsätzen Erfahrung in der A-Junioren-Bundesliga. 2007 war dem Fachabiturienten mit den Kickers-B-Junioren der Aufstieg in die U17-Bundesliga gelungen.

Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster: „Patrick Auracher hat uns schon in der vergangenen Saison bewiesen, dass er innerhalb unserer Mannschaft eine sehr wichtige Rolle spielen kann. Patrick ist ein junger, frischer und ambitionierter Spieler, der im Defensivbereich seine Stärken hat. Durch sein kompromissloses kämpferisches Auftreten, verbunden mit seiner ausgezeichneten technisch-taktischen Ausbildung, kann er ein sehr wichtiger Baustein für unsere Mannschaft werden.“

Patrick Auracher: „Ich habe meinen Vertrag sehr gerne verlängert, weil die Stuttgarter Kickers schon immer mein Verein sind, und das auch in Zukunft so bleiben soll. Ich fühle mich bei den Blauen sehr wohl und finde das Konzept des Vereins, verstärkt auf eigene und junge Spieler zu setzen, sehr gut. Für die anstehende Saison habe ich mir zum Ziel gesetzt, einen Stammplatz in der Kickers-Elf zu erkämpfen. Mit unserer Mannschaft wollen wir unter die ersten sechs in der Tabelle, außerdem ist es unser Ziel, den WFV-Pokal zu gewinnen“.

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Stuttgarter Kickers starten mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger FC Memmingen in neue Saison

Süddeutscher Fußballverband (SFV) terminiert Regionalliga-Spielplan 2010/2011 – Auftakt am Wochenende 7./8. August

Der Süddeutsche Fußballverband (SFV) hat am heutigen Mittwoch den Rahmen-Spielplan für die Saison 2010/2011 in der Fußball-Regionalliga Süd bekannt gegeben. Die Stuttgarter Kickers starten demnach am Wochenende 7./8. August mit einem Heimspiel im GAZi-Stadion auf der Waldau gegen den Liga-Neuling FC Memmingen in die neue Runde – und ebenfalls vor eigener Kulisse beenden die Blauen auch diese Saison: am 28. Mai 2011 mit der Heimpartie gegen Wormatia Worms. Ihre erste Auswärtspartie der neuen Spielzeit bestreiten die Blauen unterdessen beim SC Pfullendorf (13./14./15. August 2010). Endgültig festgelegt werden die genauen Ansetzungen und Anstoßzeiten am kommenden Montag, 12. Juli 2010, im Rahmen der Regionalliga-Managertagung in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main. [mehr]

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Kicker: Offensive aufpoliert

Schuster: „Alles doppelt besetzt“

Vor einem Jahr stand der Trainer der Stuttgarter Kickers, Dirk Schuster, beim Trainingsauftakt mit nur zwölf Spielern auf dem Platz. Nun ist die Situation grundlegend anders: Mit 22 Mann, die bis Donnerstag im Trainingslager im Schwarzwald schufteten, ist der Kader praktisch voll.

„Alle Positionen sind doppelt besetzt“, erklärt Schuster. „Im Vergleich zur letzten Saison haben wir einen viel größeren Konkurrenzkampf.“ Damals, sagt Verteidiger Marcel Rapp, mit 31 Jahren der Älteste in einem jungen Team, „hat sich die Mannschaft oft selbst aufgestellt“.

Nun sind mit Daniel Reule, Marcel Brandstetter, Ali Pala und dem auch für die Oberligaelf vorgesehenen Denis Videc vier von fünf Neuzugängen für die Offensive gekommen. Sie war bisher trotz des Regionalliga-Torschützenkönigs Mijo Tunjic, der künftig für Drittligist Unterhaching spielt, die Problemzone. „Da sind wir nun schwerer ausrechenbar“, betont Schuster.

Zudem hat er mit dem 27-jährigen Reule und dem gleichaltrigen Rückkehrer Oliver Stierle, der für die linke defensive oder offensive Außenbahn vorgesehen ist, mehr Erfahrung hinzugewonnen.

So arbeiten die Kickers also weiter an ihrem Ziel, spätestens 2012 wieder in die 3. Liga zurückzukehren. Doch wie sagt der Stürmer Reule: „Von mir aus können wir auch schon in dieser Saison hoch.“

Matthias Jung

Kicker-Sportmagazin

Presse zum Saisonauftakt

Pala zeigt sich treffsicher

Fußball Der Neuzugang der Stuttgarter Kickers erzielt beim 2:4 zur Saisoneröffnung gegen Heidenheim beide Tore. Von Joachim Klumpp

Die Wasserkübel, die auf dem ADM-Sportpark abgestellt waren, dienten eigentlich zur Abkühlung für die Spieler bei gefühlten 40 Grad in der Mittagssonne. Doch zwischendurch reagierte sich der Trainer Dirk Schuster an ihnen ab, indem er den Plastikeimern einen Tritt verpasste. Aus Ärger über einige Aktionen in der zweiten Hälfte, als sich die Kickers vor 400 Zuschauern bei der offiziellen Saisoneröffnung gegen den Drittligisten 1. FC Heidenheim nach einem 2:2 zur Pause eine 2:4-Niederlage einhandelten.

„Die erste Halbzeit haben wir richtig guten Fußball gespielt“, sagte Schuster, „danach sind wir nicht mehr richtig in die Zweikämpfe gekommen“ – so dass Heidenheim durch einen Elfmeter von Jarosch und Klarer noch zum Sieg kam.

Die Kickers spielten je 45 Minuten mit nahezu zwei verschiedenen Aufstellungen, lediglich Mahir Savranlioglu und Jerome Gondorf mussten durchspielen, nachdem die angeschlagenen Dirk Prediger und Fabian Gerster sowie der leicht grippekranke Denis Videc geschont wurden. „Dennoch hat das Spiel einige interessante Aufschlüsse gegeben“, so Schuster. Zum Beispiel, dass Gondorf auch als Sechser spielen kann, Savranlioglu als Spielmacher und Ali Pala seine Treffsicherheit mit den beiden Toren unterstreichen konnte.

Nachdem Caglar Celiktas von der zweiten Mannschaft als 23. Mann in den Kader nachgerückt ist, sind auch keine weiteren Neuzugänge (zum Beispiel Marvin Braun) geplant. Zumindest derzeit nicht.

Stuttgarter Zeitung

Kickers Saisonauftakt
Härtetest mit wertvollen Erkenntnissen

Stuttgart – Es war ein Freundschaftsspiel bei über 35 Grad Celsius. Doch Dirk Schuster kannte keine Gnade mit dem erfrischenden Nass: Beim Gegentor zum 2:3 kickte er einen vollen Wassereimer am Spielfeldrand um. „In der zweiten Hälfte sind wir nicht mehr kompakt gestanden“, begründete der Trainer des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers nach dem 2:4 (2:2) gegen den 1. FC Heidenheim seinen kleinen Wutausbruch.

Eines zeigte die offizielle Saisoneröffnung bei den Blauen deutlich: Die Ansprüche sind gestiegen. Nicht nur beim Trainer. Auch bei den Fans, den Spielern – und beim Präsidenten. „Natürlich ist die Erwartungshaltung höher als im Vorjahr, doch wir sind sehr zuversichtlich, unser Ziel Platz eins bis sechs auch zu erreichen“, sagt Edgar Kurz. Der Präsident hat es sich an einem schattigen Plätzchen im ADM-Sportpark gemütlich gemacht. Genauso wie den 400 Fans macht ihm vor allem die erste Halbzeit viel Spaß. Die Blauen kombinieren flott, ein Klassenunterschied gegen den Vorjahres-Sechsten der dritten Liga ist nicht zu erkennen. Und ein Rückkehrer beweist bei diesem Härtetest eindrucksvoll seinen Torriecher: Der vom VfB II gekommene Ali Pala (20) trifft zweimal. Kurz: „Er hat das Zeug dazu, Torjäger Mijo Tunjic zu ersetzen.“

Eine Garantie dafür gibt es nicht. Deshalb fahnden die Blauen noch nach einem erfahrenen weiteren Neuzugang. „Aus meiner Sicht ist das zwingend erforderlich“, bekräftigte Koordinator Michael Zeyer am Samstag. Ex-Kickers-Spieler Marvin Braun (28/zuletzt Wuppertaler SV) spielt in den Planungen keine Rolle mehr. Gestern sagte Schuster dem Offensivmann, der sich bei einem Hamburger Fünftligisten fithält, ab.

Der Trainer geht mit einem 23-Mann-Kader in eine arbeitsreiche Woche. Zweimal pro Tag wird von heue an trainiert. Am Freitag (18 Uhr) steht ein Test bei Oberligist ASV Durlach auf dem Programm. Danach geht es bis Sonntag zum Trainingslager, Teil 2, auf den Schliffkopf, ehe am 14. Juli (19 Uhr/Gazistadion) das Stadt-Derby gegen den VfB Stuttgart ansteht. Es wird noch viel Schweiß fließen bis zum Saisonauftakt am 7./8. August. „Die Intensität erinnert mich an die Zeit unter Hermann Gerland“, sagt Oliver Stierle. Der war sein Trainer beim FC Bayern II – und der Tiger gilt als der Prototyp des Schleifers.

Stuttgarter Nachrichten

Stuttgarter Kickers feiern mit 400 Fans ihre Saison-Opening-Party im ADM-Sportpark

Großartige Stimmung bei der großen Saison-Opening-Party 2010 des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers: Rund 400 Fans haben an diesem Samstag den offiziellen Auftakt in die neue Saison gefeiert. Bei perfektem Sommerwetter mit mehr als 35 Grad war die Präsentation des neuen Mannschaftskaders von Kickers-Cheftrainer Dirk Schuster auf einer Showbühne im Degerlocher ADM-Sportpark aber nur einer von vielen Höhepunkten. Punktspielstart für die Blauen in der neuen Saison in der Regionalliga Süd ist am Wochenende 7./8. August.

Ins Schwitzen gerieten die Kickers-Fußballer aber nicht nur beim Signieren ihrer neu gestalteten Autogrammkarten im Rahmen einer großen Autogrammstunde, sondern auch beim anschließenden Testspiel gegen den Drittligisten 1. FC Heidenheim, welches die Gäste mit 4:2 (2:2) für sich entschieden. Kickers-Offensivspieler Ali Pala egalisierte mit seinem Tore-Doppelpack im ersten Durchgang für die Hausherren gleich zweimal eine Führung der Mannschaft von der Ostalb.

Spätestens nach dem grandiosen 4:0-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien war die Trauer über die erste Niederlage der Blauen in ihrer diesjährigen Saisonvorbereitung allerdings restlos verflogen: Beim gemeinsamen Public Viewing im ADM-Sportpark jubelten am Ende des WM-Viertelfinals die Fans der Stuttgarter Kickers gemeinsam mit der Mannschaft von Trainer Schuster über den souveränen Halbfinaleinzug der DFB-Elf.

In den 90 Testspielminuten gegen Heidenheim setzte der Kickers-Chefcoach abgesehen von Dirk Prediger (Rekonvaleszent), Fabian Gerster und Denis Videc (pausierten) beim ersten Auftritt vor den eigenen Fans alle Akteure seines neuen Kaders ein. Dirk Schuster war vor allem mit dem Auftritt seiner Mannschaft in den ersten 45 Spielminuten rundum zufrieden: „Dort haben wir vieles richtig gemacht, taktisch sehr diszipliniert agiert und unseren Aufwand durch zwei wunderschöne Treffer von Ali Pala belohnt“, sagte er nach der Hitzeschlacht im ADM-Sportpark. Dass die Partie aus Sicht der Blauen am Ende dennoch mit 2:4 verloren ging, lag aus Schusters Sicht daran, dass „wir nach dem Seitenwechsel das Feld nicht eng genug gemacht hatten und dem Gegner dadurch Offensivaktionen ermöglichten“.

Ihr nächstes Testspiel bestreiten die Stuttgarter Kickers am kommenden Freitag, 9. Juli, beim Oberligisten ASV Durlach. Spielbeginn im Durlacher Turmbergstadion ist um 18 Uhr.

Die Stuttgarter Kickers bedanken sich für die tolle Unterstützung bei der Saison-Opening-Party 2010 bei der Wirtsfamilie Rörich vom Kickers-Clubrestaurant, Markus Michels (Firma Soundlight Company in Vaihingen/Enz), der Spedition A. Weiss Erben in Stuttgart und der Spedition Schnaitmann in Leinfelden-Echterdingen sowie bei allen Helferinnen und Helfern, die durch ihren Einsatz diese Kickers-Veranstaltung möglich gemacht haben.

Stuttgarter Kickers: 1 Wagner (46. 27 Güvenc) – 28 Wonschick (46. 6 Jung), 3 Auracher (46. 4 Köpf), 15 Rapp (46. 26 Fennel), 13 Stierle (46. 19 Abruscia) – 8 Rizzi (46. Ivanusa) – 22 Gondorf, 24 Savranlioglu, 27 Türpitz (46. Celiktas) – 20 Pala (46. 10 Marchese), 11 Brandstetter (46. 9 Reule). Trainer: Dirk Schuster.

1. FC Heidenheim: 1 Sabanov (46. 34 Lehmann) – 17 Weil (46. 19 Klarer), 15 Krebs (46. 7 Schnatterer), 3 Aupperle, 2 Feistle (46. 4 Meier) – 20 Bagceci (46. 10 Spann) – 21 Sirigu, 6 Schittenhelm, 8 Gül – 22 Kulabas (46. 14 Jarosch), 11 Mayer (46. 16 Göhlert). Trainer: Frank Schmidt.

Tore: 0:1 Mayer (15.), 1:1 Pala (24.), 1:2 Mayer (37.), 2:2 Pala (38.), 2:3 Jarosch (53., Foulelfmeter), 2:4 Klarer (85.)

Besonderes: –

Schiedsrichter: Martin Pedersen (Stuttgart)

Zuschauer: 400 Fans im ADM-Sportpark

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Das Bayern-Gen steckt nun auch in Oliver Stierle

Kickers Der 27-Jährige kehrt von München nach Degerloch zurück. Von Joachim Klumpp

An den 2. September 2008 kann sich Oliver Stierle noch haargenau erinnern. „Das ganze Stadion hat Olli gerufen – aber leider den anderen gemeint.“ Oliver Kahn nämlich, zu dessen Ehren an diesem Abend das Abschiedsspiel in der ausverkauften Münchner Allianz Arena veranstaltet wurde. Mit den beiden Ollis, wobei Stierle erst in der Schlussphase zu einem Kurzeinsatz kam. Der unvergessen bleibt. Mittendrin statt nur dabei.

Der Heimkehrer der Stuttgarter Kickers gehörte seinerzeit zur zweiten Mannschaft des FCB, dritte Liga, doch kurz zuvor war der damalige Chefcoach Jürgen Klinsmann unvermittelt ins Training gekommen und hatte sich vier Spieler zur Verstärkung geangelt, darunter Stierle. Ein paar Monate später wurde der Exbundestrainer vorzeitig entlassen. Schlecht für ihn – und für Stierle. Denn plötzlich war auch Klinsmanns Zusage wertlos wie Monopolyspielgeld: den Blondschopf in der folgenden Saison bei den Profis mittrainieren zu lassen.

Das war ein erster Dämpfer, doch der eigentliche K.-o-Schlag folgte in der vergangenen Winterpause. Sein Trainer Mehmet Scholl plante nämlich, Stierle solle den Trainerschein machen und dann im Nachwuchsbereich der Bayern eingebunden werden. Doch mit diesem Vorschlag kam er beim neuen Präsidenten Uli Hoeneß nicht durch, und von dem Tag an war für Stierle klar: „Ich muss mir etwas Neues suchen.“

Was neues Altes: die Stuttgarter Kickers, deren Trainer Dirk Schuster frühzeitig sein Interesse bekundet hatte, nicht zuletzt in persönlichen Gesprächen. Zwar gab es auch von Drittligisten Anfragen (Dynamo Dresden) oder sogar Angebote (Wacker Burghausen), doch bei ersteren war die finanzielle Situation des Vereins mehr als unsicher, bei den anderen das Angebot „unterirdisch“, wie Stierle sagt. Blieben die Blauen.

Da weiß man, was man hat. Vor allem wenn man seit 2000 schon acht Jahre in Degerloch gespielt hatte. „Letztendlich war es eine Herzensangelegenheit“, sagt der Botnanger Stierle zu seinem Comeback bei den Kickers, dem nicht nur der Präsident Edgar Kurz („auf ihn bin ich besonders gespannt“) entgegenfiebert, wenn er heute bei der offiziellen Saisoneröffnung im ADM-Sportpark vorbeischaut.

Auch der Trainer Dirk Schuster verspricht sich viel von dem 27-Jährigen. Nicht nur weil er bei der Abschlussfahrt eines Teils der Mannschaft nach Mallorca mit dabei war. Das zeugt von Identifikation – und kommt gut an. „Olli hat schon von Anfang an gezeigt, dass er sich in der Hierarchie und Hackordnung ziemlich weit oben ansiedeln wird“, sagt der Trainer Dirk Schuster. Doch eine Stammplatzgarantie gibt es auch für einen Oliver Stierle mit dem Bayern-Stallgeruch nicht. „Schließlich definiert sich alles über die Leistung“, betont Schuster.

Das weiß auch der Linksfuß, der sich sowohl in der Viererkette als auch im Mittelfeld wohlfühlt. Und der von der Mannschaft überzeugt ist. Das eine oder andere Spiel in der Rückrunde hat er beobachtet, und selbst im Training vorbeigeschaut. „Da hat man die Handschrift des Trainers gesehen, das hat mir imponiert.“

Stierle kann sich ein gewisses Urteil erlauben. Schließlich hat er in den zwei Jahren bei den Bayern zwei Trainer erlebt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Hermann („Tiger“) Gerland, den harten Hund, der auf dem Platz schon mal laut werden kann, und als Kontrastprogramm den Feingeist und TV-Kommentator Mehmet Scholl, der eher für technische Finesse und spielerische Eleganz steht. Lernen konnte man von beiden, weshalb Stierle die Zeit in München „auf keinen Fall missen will“.

In dieser Woche beim Trainingslager auf dem Schliffkopf wurden sogar ein wenig Erinnerungen wach. Das Programm war „mit dem unter Gerland vergleichbar“, sagt Stierle. Und das will was heißen. Schuster lässt es dagegen kalt: „Da müssen die Spieler jetzt durch.“ Nicht nur Stierle.

Die Saisoneröffnung beginnt heute um 11 Ihr im ADM-Sportpark mit der Mannschaftspräsentation und einer Autogrammstunde. Das Testspiel gegen Heidenheim wurde auf 13.30 Uhr vorverlegt, um dem WM-Viertelfinale gegen Argentinien aus dem Weg zu gehen, das in Degerloch auf einer Großbildleinwand gezeigt wird.

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Presse zur Vorbereitung und zum Testspiel gegen den FC Schaffhausen (0:0)

Harter Konkurrenzkampf
Stuttgarter Kickers Im Schwarzwald bringt sich der Regionalligist für die nächste Fußballsaison in Schwung. Von Joachim Klumpp

Hoch hinaus wollen die Stuttgarter Kickers in dieser Saison – dazu passt das Schliffkopf-Hotel im Schwarzwald, wo die Mannschaft diese Woche ihr Trainingslager absolviert. Auf 1025 Meter Höhe. Dort oben hat der Cheftrainer das Tempo mit bis zu drei Übungseinheiten täglich gleich zu Beginn der Vorbereitung angezogen, „da gehen wir bis an die Grenzen“, sagt Dirk Schuster und fügt hinzu: „Das müssen wir auch, wenn wir unser Ziel erreichen wollen.“

Das Ziel lautet Platz eins bis sechs in der Regionalliga, auch wenn der Neuzugang Daniel Reule sagt: „Von mir aus können wir auch schon dieses Jahr den Aufstieg packen.“ Die forschen Töne liegen vielleicht auch daran, dass der Stürmer, der vom SV Waldhof kam, zunächst nur einen Einjahresvertrag hat, aber der Sprung in die dritte Liga offiziell erst für 2012 geplant ist.

Fünf Neuzugänge müssen integriert werden, neben Reule noch Oliver Stierle (zuletzt FC Bayern II), der ebenso schon in Degerloch gespielt hat wie Ali Pala (VfB Stuttgart II) und Marcel Brandstetter (VfR Aalen). Dazu gesellt sich Denis Videc (FC Heilbronn), der die Umstellung am meisten spürt: der Sprung von der Landesliga in die Regionalliga geht nicht spurlos vorüber. „So langsam gewöhne ich mich daran“, sagt der 19-jährige Stürmer, der um einen Platz in der Stammelf kämpfen will.

„Jeder hat die gleichen Chancen“, sagt Schuster, „nur die Leistung zählt.“ Wobei der Konkurrenzkampf härter wird als im Vorjahr, „als die Mannschaft sich ja oft selbst aufgestellt hat“, wie der Kapitän Marcel Rapp betont. Gestern beim 0:0 im Test gegen den FC Schaffhausen konnte der Trainer zwei komplette Teams aufbieten, die zur Halbzeit wechselten. Reule musste den Platz wegen einer Knöchelverletzung allerdings schon nach zehn Minuten verlassen. Für Schuster zählt nun vor allem eines: „Wichtig ist das erste Pflichtspiel.“ Das ist am letzten Juli-Wochenende im WFV-Pokal gegen den Bezirksligisten TSV Glems.

Stuttgarter Zeitung

Keine Tore – trotzdem gut
Fußball: Lokalmatador Mahir Savranlioglu war beim 0:0 einer der Besten

Ach wenn‘s keine Tore gab, waren die Zuschauer nicht enttäuscht. Die Stuttgarter Kickers und der FC Schaffhausen zeigten beim Gastspiel droben in Salzstetten spielerisch nämlich bei weitem keine Nullnummer.
ULI BERNHARD

Salzstetten. Rund 300 Zuschauer waren es immerhin, die ins Waldachtal gepilgert waren, um sich ein „Schmankerl der ganz besonderen Art“ (SF-Vize Andy Müller am Sprechermikrofon) anzuschauen. Auf der einen Seite Regionalligist Stuttgarter Kickers, der derzeit im „Schliffkopf“ im Nordschwarzwald ein Trainingslager absolviert, und auf der anderen Seite der Schweizer Zweitligist FC Schaffhausen. „Gerade der richtige Gegner“, sagte Kickers Coach Dirk Schuster vor dem Spiel und freute sich auf einen „echten Leistungstest“. Schuster hatte seinen kompletten Kader von 22 Mann in Salzstetten dabei, spielte deshalb auch in beiden Halbzeiten mit komplett ausgetauschten Mannschaften. „Und die 45 Minuten werden sie wohl gerade noch schaffen“, sagte Schuster, da das Team bei Spielbeginn schon einen harten Trainingstag hinter sich hatte. „Aber da müssen sie durch. Das ist Trainingslager“, sagte Schuster und verwies darauf, dass auch heute Morgen (genau wie gestern) um sieben Uhr wieder die erste Trainingseinheit auf dem Plan steht.

Einer der sich bei den Stuttgarter Kickers durchbeißen will, und die Strapazen gerne in Kauf nimmt, ist der Rexinger Mahir Savranlioglu. In der zweiten Saison im Kickers Kader stehend, will seinem Trainer zeigen, dass er zu den ersten elf Mann im Team gehört. Gestern war‘s zumindest mal so, dass Savranlioglu in der Startformation stand, und dann auch sehr gut spielte. „Mir gefällt‘s richtig gut bei den Kickers“, sagte der Rexinger vor dem Spiel. Als der erste Ball gespielt war, sah man das auch gleich auf dem Platz. Savranlioglu agierte hinter den Spitzen und war im Prinzip an allen gefährlichen Aktionen der Kickers beteiligt. Die größte Chance hatte er in der 12. Minute, doch sein Schuss ging knapp drüber. Zehn Minuten später wieder eine gute Savranlioglu-Aktion, doch da wurde er in letzter Sekunde gebremst. Fast das 1:0 in der 29. Minute, doch da versemmelte er die Vorlage vom Besten Kickers-Akteur der ersten Halbzeit, Michele Rizzi. Ein Führungstreffer wäre wohl auch nicht verdient gewesen, denn der FC Schaffhausen, in der Vorbereitung schon zwei Wochen weiter, war spielerisch etwas besser.

Halbzeit zwei flachte auf beiden Seiten etwas ab. Die Stuttgarter Kickers wechselten mit Ausnahme von Enzo Marchese die komplette Mannschaft aus. Schaffhausen brachte ebenfalls fünf Neue. Unter anderem nicht mehr dabei waren die beiden brandgefährlichen Spitzen Thomas Weller und Bruno Valente. Dafür rückte die schwarze Perle Mbala Bircotte in die Spitze, und auch in den Mittelpunkt. Doch auch er konnte den Ball nicht im Tor unterbringen. Auch nicht die Kickers Akteure, denen ohne Mahir Savranlioglu viel von ihrer Offensivstärke verloren ging.

Trotzdem waren hinterher sowohl Holger Kreidler vom Veranstalter SF Salzstetten, als auch Kickers Geschäftsführer Jens Zimmermann zufrieden. „Wenn wir mal wieder im Schwarzwald sind, wissen wir ja, an wen wir uns wenden dürfen“, sagte Zimmermann, und gab damit ein Kompliment an alle Salzstetter „die organisatorisch alles Bestens gemacht haben“.

Südwest-Presse