StN: Unruhe nach Mesic-Wechsel

Neuzugang bei den Blauen: Weller
 
Stuttgart – Zwei Spieler sind bei den Stuttgarter Kickers in der Winterpause gegangen, zwei neue gekommen: Nach dem vorzeitigen Abgang von Kapitän Mirnes Mesic räumt auch Timo Schlabach seinen Spind beim Fußball-Regionalligisten und wechselt zum Oberligisten Eintracht Trier.

VON JÜRGEN KEMMNER

Im Gegenzug leihen die Blauen Stürmer Sean Dundee vom Zweitligisten Offenbacher Kickers bis zum Saisonende aus und verpflichten Mittelfeldspieler Thomas Weller (26) vom Schweizer Erstligisten FC Schaffhausen. Der Sohn des früheren Spielers des VfB Stuttgart, Hans-Joachim „Hanjo“ Weller, brachte es bei den Eidgenossen in dieser Super-League-Saison nur zum Teilzeitarbeiter, nicht aber zum Stammspieler. Kickers-Trainer Robin Dutt stand schon lange in Kontakt mit Weller – nach dem Wechsel von Schlabach hatten die Blauen nun Bedarf im Mittelfeld. Dundee absolvierte am Montag bereits seinen ersten Arbeitstag beim Regionalligisten – bei einer Trainingseinheit in der Halle und beim Dauerlauf im Schnee.

Mit dem Zugang des 34-Jährigen ist jedoch nicht alles eitel Sonnenschein. Im Gegenteil. Allen Beteuerungen von Präsident Hans Kullen zum Trotz ist die Stimmung im Verein und besonders in der Mannschaft nach dem vorzeitigen Mirnes-Wechsel alles andere als euphorisch. Bei den Profis macht sich Ernüchterung breit – ohne Mesic glaubt der Großteil der Mannschaft nicht mehr an den Aufstieg. Die Verpflichtung von Dundee hat die Stimmung nicht verbessert. Die Spieler wollen ihren Ehrgeiz nun dadurch steigern, indem die Prämien erhöht werden. Schließlich hat die TSG Hoffenheim für Mesic etwa 170 000 Euro überwiesen.

Doch nicht nur die sportlichen Ambitionen beschäftigen die Kickers, auch die ungewisse Zukunft von Trainer Robin Dutt sorgt für Unruhe. Wegen der Misstöne beim Mesic-Wechsel ist der Coach enttäuscht – auch wenn er das öffentlich nie zugeben würde. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, zunächst ruhen die Verhandlungen. Da überrascht es nicht, dass immer wieder mögliche neue Arbeitgeber genannt werden. Besonders der Name des Zweitligisten SC Freiburg, bei dem Trainer Volker Finke zum Saisonende abdankt, hält sich hartnäckig.

Stuttgarter Nachrichten

Sean Dundee – back to the roots


Mit sofortiger Wirkung leihen die Stuttgarter Kickers bis Saisonende Sean Dundee von den Offenbacher Kickers aus. Der 34jährige Stürmer kam am heutigen Montag direkt nach Stuttgart, unterschrieb seinen Vertrag und stieg dann unmittelbar ins Training ein. Dundee soll bei den Blauen Mirmes Mesic ersetzen, der am Wochenende die sofortige Freigabe für die TSG Hoffenheim erhielt.

Der gebürtige Südafrikaner Sean Dundee begann seine Karriere in Deutschland bei den Stuttgarter Kickers, für die er in der Zeit zwischen September 1992 und Dezember 1993 spielte. Danach wechselte er zur TSF Ditzingen und kam dann als Torjäger beim Karlsruher SC in den Jahren zwischen 1995 und 1998 groß heraus. Seine weiteren Stationen waren der FC Liverpool, der VfB Stuttgart, Austria Wien, wiederum der Karlsruher SC und in dieser Saison die Offenbacher Kickers. Nun wechselt er also wieder nach Stuttgart und hofft hier mit den Kickers nochmals die 2. Liga zu erreichen

Quelle: Offizielle Vereinspage

Schlabach zu Eintracht Trier

Timo Schlabach wechselt mit sofortiger Wirkung zum Regionalliga-Absteiger Eintracht Trier. Auf der Trierer Homepage heißt es:

„Timo bringt uns fußballerisch wieder ein gutes Stück weiter. In der Offensive kann er flexibel eingesetzt werden, ob auf Außen, als hängende Spitze oder als Stürmer.“

Damit könnte wiederum Platz im Kader für Mittelfeldspieler Thomas Weller vom FC Schaffhausen sein. Weller wäre ablösefrei zu haben.

Kicker: Dundee zurück zu den Wurzeln

Stuttgarter Kickers: OFC-Stürmer kommt auf Leihbasis

Regionalligist Stuttgarter Kickers begrüßt zur Rückrunde ein alt bekanntes Gesicht: Sean Dundee kommt auf Leihbasis vom Zweitligisten Offenbacher Kickers. Der gebürtige Südafrikaner spielte Anfang der Neunziger Jahre schon einmal für die „Blauen“. Beim OFC konnte er sich keinen Stammplatz erkämpfen.

Der Leihvertrag läuft bis zum Saisonende und beinhaltet nach Angaben von Manager Joachim Cast keine Kaufoption. Dundee, dessen Arbeitspapier in Offenbach noch bis zum 30. Juni 2008 gültig ist, wurde geholt, um die durch den Wechsel von Mirnes Mesic zur TSG Hoffenheim frei gewordene Stelle im Angriff des Drittligisten zu füllen.

Der 34-jährige Dundee hatte sich durch starke Leistungen in Stuttgart und später bei der TSF Ditzingen einst für einen Wechsel zum damaligen Bundesligisten Karlsruher SC empfohlen. Dort ging sein Stern dann vorübergehend auf – „Crocodile Dundee“ schaffte nach seiner Einbürgerung den Sprung bis in die deutsche Nationalmannschaft.

Später spielte Dundee auch für den FC Liverpool, den VfB Stuttgart, Austria Wien, nochmals für den KSC und seit dem vergangenen Sommer schließlich in Offenbach. In 14 Punktspieleinsätzen, davon wurde Dundee zwölf Mal eingewechselt, gelang ihm kein Treffer.

Kicker

StN: Kommentar – Im Abseits

Im Abseits
 
VON JÜRGEN KEMMNER
 
Mirnes Mesic verlässt die Kickers. Der Stürmer wollte nicht bis Ende Juni warten und hat um seine sofortige Freigabe für die TSG Hoffenheim gebeten. Die Frage bei den Kickers lautete: Soll man einen abwanderungswilligen Spieler für ein ordentliches Schmerzensgeld vorzeitig ziehen lassen oder ihn gegen dessen Willen halten und ihn im Sommer gratis abgeben? Die Blauen entscheiden sich fürs Geld.

Man kann diese Entscheidung begrüßen oder kritisieren – es gab Gründe für eine vorzeitige Freigabe, aber auch Argumente dagegen. Mit Mesics Weggang hat der Verein im Kampf um den Aufstieg einem direkten Konkurrenten einen wichtigen Trumpf zugesteckt und die eigenen Ambitionen letztlich begraben. Durch Mesics Abschied hat der Club aber auch finanziellen Spielraum gewonnen, um sich für die nächste Saison gut aufzustellen – in dieser Spielzeit ist der Aufstiegszug ohnehin so gut wie abgefahren.

Nicht die Entscheidung als solche ist angreifbar, wohl aber ihr Zu-Stande-Kommen. Kickers-Präsident Hans Kullen hat lediglich das Präsidium des Clubs mit einbezogen und mit dieser Strategie einen wichtigen Entscheidungsträger ins Abseits gestellt: Robin Dutt. Ausgerechnet der Cheftrainer, für den sportlichen Erfolg in hohem Maße verantwortlich, wurde in die wegweisende Personaldebatte nicht mit einbezogen. Dutt wurde so zum reinen Befehlsempfänger degradiert – der Coach wird sich genau überlegen, ob er die Zusammenarbeit mit den Kickers über den 30. Juni 2007 hinaus fortsetzt. Der Weggang von Mesic könnte der erste Akt beim Abschied von Dutt gewesen sein.

Stuttgarter Nachrichten

StN: Kickers: Abschied von Aufstiegsambitionen

Mesic geht nach Hoffenheim – Dundee soll kommen
 
Stuttgart – Was kürzlich noch als undenkbar galt, ist wahr geworden: Mirnes Mesic verlässt Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers mit sofortiger Wirkung und schließt sich Aufstiegskandidat TSG Hoffenheim an. Trainer Robin Dutt wirkt deshalb verärgert.

VON JÜRGEN KEMMNER

Anfragen für Torjäger Mesic gab es bei den Kickers immer wieder, doch es galt das ungeschriebene Gesetz: Der 28-Jährige darf die Blauen erst nach Ablauf seines Vertrages am 30. Juni verlassen. Gesetze sind manchmal nur da, um gebrochen zu werden: Mesic verlässt Stuttgart nun doch vorzeitig, offenbar war das Angebot aus Hoffenheim finanziell zu verlockend, um dessen Trainer Ralf Rangnick auf Sommer zu vertrösten. Es soll sich um eine sechsstellige Summe handeln, Ende Juni hätte die TSG den Stürmer zum Nulltarif bekommen.

So weit, so ärgerlich für die Fans der Blauen. Und für Trainer Robin Dutt. Es wird gemunkelt, dass der Coach nicht in die Entscheidung eingebunden war, sondern lediglich über die vorzeitige Freigabe informiert wurde. Präsident Hans Kullen hatte sich dabei nur vom Präsidium grünes Licht geben lassen. Den sportlichen Leiter muss das tief getroffen haben. Doch Dutt ist keiner, der deshalb öffentlich kräftig auf den Putz haut – er formuliert seinen Ärger zwischen den Zeilen. Frage: „Warum haben Sie doch noch Ihre Zustimmung zum Transfer gegeben?“ Antwort: „Es blieb mir nichts anderes übrig, als diese Tatsache zu akzeptieren – es nutzt nichts, zu lamentieren, dass Mirnes geht. Ich muss das Beste draus machen.“

Das kann kaum noch der anvisierte Aufstieg sein. Durch den Abgang von Mesic haben die Kickers auch die Ambitionen auf Liga zwei begraben. Ohne den mit zehn Treffern erfolgreichsten Torschützen fehlt die Qualität in der Offensive, um zum Angriff auf den SV Wehen und die TSG Hoffenheim zu blasen. Die designierten Aufsteiger haben elf bzw. sechs Punkte Vorsprung bei noch 14 ausstehenden Spielen. Auch bei der Einschätzung der Situation stichelt Dutt und würzt seine Aussage mit einer Prise Ironie. „Hoffenheim ist gestärkt, wir geschwächt – vielleicht nimmt das ja den Druck von der Mannschaft, vielleicht lässt es sich nun einfacher angehen“, sagt der 42-Jährige, „und wenn wir jetzt nicht aufsteigen, kann keiner dem Team mehr einen Vorwurf machen.“

Dutt wirkt verärgert. Das Pikante daran: Auch sein Vertrag läuft im Sommer aus, der Tiefschlag könnte sich negativ auf die Verhandlungen auswirken. Auf die entsprechende Frage hin weicht der Trainer aus. „Ob ich verlängere, hängt von vielen Dingen ab“, sagt er, „vom Verein, vom Team, vom Etat und den persönlichen Verhältnissen.“ Das Klima hat sich schon gewandelt. Im Oktober hatte Dutt noch erklärt: „Wir sind auf einer Wellenlänge, es sieht gut aus.“

Die Ablösesumme für Mesic wollen die Kickers nicht auf die hohe Kante legen – sie wird gleich investiert. Sean Dundee soll von Zweitligist Offenbacher Kickers ausgeliehen werden. Der 34-Jährige kennt sich aus in Stuttgart. Dundee spielte für die Kickers (1992 bis 1994) und den VfB (1999 bis 2003).

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Dundee für Mesic

Dundee für Mesic
 
Wechselspiele bei den Kickers
 
STUTTGART (ump). Mirnes Mesic verlässt den Fußball-Regionallisten Stuttgarter Kickers in Richtung Hoffenheim – mit sofortiger Wirkung. Während der Stürmer mit seinem neuen Klub nach Spanien geflogen ist, haben die Kickers Sean Dundee aus Offenbach geholt.

Dass Mirnes Mesic die Stuttgarter Kickers in Richtung des Regionalligakonkurrenten Hoffenheim verlassen wird, ist schon ein paar Tage bekannt. Neu ist, dass der Wechsel mit sofortiger Wirkung über die Bühne geht. Eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Tagen offensichtlich abgezeichnet hatte. „Der Spieler selbst ist auf uns zugekommen und hat den Wunsch geäußert“, sagt der Kickers-Manager Joachim Cast – und kommt zu dem Schluss: „Wahrscheinlich ist das für alle Beteiligten das Beste.“

Der Tabellenzweite TSG Hoffenheim hat jedenfalls zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: sich selbst gestärkt und einen der härtesten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg geschwächt. Immerhin bekommen die Kickers jetzt noch eine Ablöse (die im knapp sechsstelligen Bereich liegen soll), was im Sommer nicht mehr der Fall gewesen wäre. Allerdings verlieren die Kickers nicht nur ihren mit zehn Treffern besten Torjäger, sondern auch eine Leitfigur. Deshalb sagt der Trainer Robin Dutt zähneknirschend: „Man muss den Verkauf akzeptieren. In diesem Geschäft ist eben alles möglich.“

Lange haben die Kickers denn auch nicht mit Mesic“ Abgang gehadert – und die Lücke umgehend geschlossen. Vom Zweitligisten Kickers Offenbach kommt ablösefrei der 34-jährige Sean Dundee, der heute einen Vertrag zunächst bis Saisonende (mit Option für eine weitere Saison) unterschreiben wird. Der gebürtige Südafrikaner hat Anfang der neunziger Jahre seine Karriere in Deutschland bei den Kickers begonnen, ehe er später unter anderem für den FC Liverpool in der Premier League und den VfB Stuttgart aktiv war. Ein Transfer des Bayernliga-Torjägers Peter Heyer (Bamberg) ist – zumindest in der Winterpause – kein Thema mehr.

Weil die Transferliste am Mittwoch schließt, standen die Kickers unter einem gewissen Zeitdruck. Der Trainer Dutt weiß: „Jeder Transfer jetzt ist mit Unbekannten verbunden.“ Wobei sich personell durchaus noch etwas bei den Kickers tun kann. Timo Schlabach jedenfalls soll sich mit dem Oberligisten Eintracht Trier einig sein, sodass dessen Manager Adnan Kevric sagt: „Ich gehe davon aus, dass der Transfer am Montag über die Bühne geht.“ In diesem Falle würden die Kickers nochmals nachlegen, möglicherweise mit dem Mittelfeldmann Thomas Weller (zuletzt FC Schaffhausen).

Bereits über die Bühne ist der Wechsel von Matthias Jaissle (18) vom VfB Stuttgart II, ebenfalls mit sofortiger Wirkung, zur TSG Hoffenheim. Was bei VfB-Trainer Rainer Adrion gar nicht gut angekommen ist: „Wir sind um 16 Uhr aus dem Trainingslager in Oberstaufen zurückgekommen, und zwei Stunden später erfahre ich, dass er in Hoffenheim unterschrieben hat. Das hat es bei uns noch nie gegeben, dass sich ein Spieler gegen seinen Ausbildungsverein entscheidet.“

Stuttgarter Zeitung