Presse zu VfR Aalen – Stuttgarter Kickers (1:0)

8. Oktober 2007 in Kickers I, News

5 Minuten, die zu denken geben

Bei der 0:1-Niederlage in Aalen lassen viele Kickers-Spieler die nötige Einstellung vermissen

AALEN. Die Serie der Stuttgarter Kickers ist gerissen. Das 0:1 beim VfR Aalen war die erste Auswärtsniederlage der Saison. „Vor der Pause war das wie Barcelona gegen VfB“, sagte der Trainer Peter Zeidler. Wobei sein Team in die Rolle des VfB schlüpfte.

Von Jaochim Klumpp

Peter Zeidler musste nach dem Spiel viele Hände schütteln. Nicht zum Glückwunsch, sondern weil er im Waldstadion noch jede Menge Leute kennt. Es war eben ein gefühltes Heimspiel. In jeder Beziehung. Zum einem wegen seiner alten Aalener Wirkungsstätte; zum andern, weil sein Team verloren hat, mit 0:1, wie bisher nur zu Hause. Jetzt ist also die stolze Auswärtsserie der Kickers zu Ende gegangen, was der Stürmer Angelo Vaccaro recht gelassen nahm: „Irgendwann ist immer das erste Mal, ägerlich ist nur, wenn es so kurz vor Schluss passiert.“

84 Minuten lang hatten sich die Gäste vor der durch den Kinder- und Jugendtag auf 8116 Besucher gepuschten Kulisse mit Glück und Geschick (sowie einem starken Torwart David Yelldell) gegen die drohende Niederlage aufgebäumt, als der eingewechselte Okic auf den ebenfalls eingewechselten Maric flankte, und der zum Siegtreffer einköpfte. Ausgerechnet das Enfant terrible der Ostalb, das der Verein wegen Meinungsverschiedenheiten schon transferieren wollte. Solche Geschichten schreibt eben der Fußball.

Die Erfolgsgeschichte der Kickers ist auswärts erst einmal zu Ende. Dabei sagte der Manager Joachim Cast: „Je länger das Spiel dauerte, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass wir es in den Griff bekommen.“ Die Mannschaft war (mit Vaccaro als zweiter Spitze) nach der Pause einigermaßen gleichwertig, auch in puncto Chancen, wobei Marcus Mann die größte vergab. Doch ein Spiel dauert eben 90 Minuten, und über die volle Distanz haben die Kickers bisher, das zur Erinnerung, noch keine konstante Leistung abgerufen. Ein Zustand, der nicht nur dem Präsidenten Dirk Eichelbaum zu denken gibt. „Die erste Halbzeit ist mir ein Rästel.“

Was war los vor der Pause? Der Kickers-Trainer Peter Zeidler zog einen Vergleich: „Das war wie Barcelona gegen VfB – wobei wir nicht Barcelona waren.“ In diese Rolle schlüpfte der VfR Aalen, der mit den Kickers Katz und Maus spielte und vor lauter Spielfreude nur vergaß, die Falle zuschnappen zu lassen. „Das war indiskutabel“, schimpfte Cast über den Auftritt später. Keine Aggressivität, viel zu viel Platz für den Gegner, der mit dem Regisseur Holzer sowie Haller über rechts die Kickers von einem Problem ins andere stürzte.

Dass neben Kapitän Jens Härter („manchmal merkt man erst, wie wertvoll ein Spieler ist, wenn er fehlt“, so Zeidler) kurzfristig auch noch Stierle und Rodrigues ausfielen, machte die linke Abwehrseite zur Achillesferse, wo der Rechtsverteidger Moritz Steinle aushelfen musste. Auf dessen Position wiederum nutzte Sascha Benda seine Chance nicht und musste zur Pause raus. Nicht nur deshalb sagte Zeidler: „Ich bin schon von einigen Spielern enttäuscht.“ Gambo und Parmak bekamen das Spiel nicht in den Griff, und Eichelbaum wunderte sich: „Spielorganisation ist eigentlich die Kernkompetenz des Trainers.“ Doch die Handschrift kommt immer nur schemenhaft zum Vorschein.

Mit einem Sieg hätten die Kickers ganz vorne (zweite Liga) anklopfen können, jetzt geht es erst einmal um die Absicherung des zehnten Platzes. „Wenn wir so spielen wie vor der Pause, reicht es nicht für die Qualifikation“, macht sich Zeidler nichts vor. Es ist ein Wechselbad der Gefühle. Jetzt soll eine andere Serie zu Ende gehen. Mit dem ersten Heimsieg in zwei Wochen gegen Reutlingen. Wobei zuvor der WFV-Pokal beim Oberligisten VfL Kirchheim ansteht. „Da sind zwei Siege Pflicht“, sagt Eichelbaum.

Zeidler schüttelte da keine Hände mehr, sondern nur noch den Kopf. Nicht wegen der Vorgabe des Präsidenten, sondern der Vorstellung seiner Mannschaft.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda (46. Ortlieb), Wildersinn, Rapp (87. Yildiz), Steinle – Akcay, Mann – Parmak, Gambo, Vaccaro – Kacani (74. Beigang).

Tor: 1:0 Marijo Maric (84.).

Stuttgarter Zeitung

Die Elf mit den zwei Gesichtern

Kickers beim 0:1 in Aalen erst chaotisch, dann bis zum Gegentor kompakt

VfR Aalen: Linse – Fall (38. Okle), Welm, Alder, Traub – Hofmann – Haller, Holzer, Cescutti (77. Okic) – Steegmann (69. Maric), Sailer.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda (46. Ortlieb), Wildersinn, Rapp (87. Yildiz), Steinle – Akcay, Mann – Parmak, Gambo, Vaccaro – Kacani (74. Beigang).

Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf).

Zuschauer: 8116.

Tor: 1:0 Maric (84.).

Gelbe Karten: Akcay, Gambo, Parmak.

Aalen – Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga im sechsten Spiel ihre erste Auswärtsniederlage hinnehmen müssen. Verdientermaßen. Weil die Blauen beim VfR Aalen vor der Pause eine vollkommen indiskutable Leistung zeigten.

VON JÜRGEN FREY

Als Kickers-Trainer Peter Zeidler sein Statement bei der Pressekonferenz beendet hatte, verließen die Präsidiumsmitglieder Walter Kelsch, Friedrich Kummer und Hans-Jürgen Wetzel in ihren schmucken blauen Clubanzügen den Saal. Zurück blieb Chef Dirk Eichelbaum – mit versteinerter Miene: „Positiv war, dass wir ins Spiel zurückgekommen sind. Doch diese erste Halbzeit gibt mir Rätsel auf“, sagte der Präsident nach der 0:1-Niederlage. Dass der Rivale von der Ostalb, dank der Millionen von Präsident Berndt-Ulrich Scholz, den Kickers finanziell überlegen ist und über ein weitaus moderneres Stadion verfügt, war bereits bekannt. Doch nun befindet sich Aalen auf dem besten Weg, den Konkurrenten aus der Landeshauptstadt auch sportlich abzuhängen. „Vielleicht komme ich nächstes Jahr hierher und schaue mir Köln an“, sagte Zeidler und räumt seinem Ex-Club gute Chancen für den Sprung in die zweite Liga ein.

Und die Kickers? Nach elf Spieltagen erhärtet sich die nüchterne Erkenntnis: Die Qualifikation für die dritte Liga bleibt das Höchste der Gefühle – und dürfte zudem ein hartes Stück Arbeit werden. Zu wechselhaft präsentiert sich das Team. Auch die Partie im Waldstadion offenbarte die zwei Gesichter der Mannschaft. Vor der Pause führten bärenstarke Aalener mut- und leblose Kickers vor. Nach allen Regeln der Kunst. „Das war wie Barcelona gegen VfB“, fand Zeidler. Nur, dass die Kickers noch unterlegener waren als der Lokalrivale im ungleichen Champions-League-Duell. Das Chancenverhältnis lautete 7:1 für Aalen. Bei den Blauen passte rein gar nichts zusammen. Es spricht für das Team, dass es wie verwandelt aus der Kabine kam. Nun war eine Spielorganisation zu erkennen. Die Räume wurden eng gemacht. Die Elf stand kompakt und erarbeitete sich ein Chancenplus. Je länger das Spiel dauerte, umso besser hatten es die Blauen im Griff. Bis zur 84. Minute. Da zeigte Marco Wildersinn nach einer Flanke, bei der der Ball lange in der Luft war, gegen Marijo Maric keinerlei Gegenwehr – das Tor des Tages war perfekt. „Da zeigt es sich eben doch, was ein Jens Härter wert ist“, brummte Eichelbaum. Der Kapitän fehlte wegen Knieproblemen ebenso in der Viererkette wie Oliver Stierle (Rückenverletzung). Bis zum nächsten Regionalligaspiel am 20. Oktober gegen den SSV Reutlingen wollen sie wieder dabei sein. Und mithelfen mit einer guten Leistung über 90 Minuten, den ersten Heimsieg einzufahren.

Stuttgarter Nachrichten

fussball Regionalliga – VfR Aalen gewinnt gegen die Stuttgarter Kickers vor über 8000 Zuschauern mit 1:0 (0:0) – Marijo Maric köpft das Siegtor

Die Rückkehr des Ausgemusterten

Es war kein Spiel für schwache Nerven. Der VfR Aalen zeigte im Derby gegen die Stuttgarter Kickers eine überragende erste Halbzeit, doch die gut 8000 Zuschauer mussten bis zur 84. Minute zittern, ehe das entscheidende Tor zum 1:0 (0:0)-Sieg fiel. Ausgerechnet der vor wenigen Wochen ausgemusterte Marijo Maric traf mit einem Kopfball und sorgte für eine Begeisterung wie schon lange nicht mehr.

von alexander haag

Edgar Schmitt hatte die schlimmsten Befürchtungen. „Ja“, gab der Trainer des VfR Aalen hinterher zu, „ich habe wirklich gedacht, dass wir wie in Unterhaching zwei Punkte verschenken.“ Doch dann hatte der Ex-Profi bei seinen Einwechslungen ein glückliches Händchen: Der eine – Branko Okic – flankte von rechts, der andere – Marijo Maric – köpfte – 1:0. Die Entscheidung.
Selten hat ein Tor im Waldstadion für eine solche Begeisterung gesorgt. Doch nach den vorangegangenen 84 Minuten war das kein Wunder. „Der VfR Aalen war uns in den ersten 45 Minuten technisch und taktisch in allen Belangen überlegen“, so beschrieb Kickers-Trainer Peter Zeidler die Dominanz des Gegners an seiner alten Wirkungsstätte. Und er legte nach: „In dieser Halbzeit war das Kräfteverhältnis wie im Champions-League-Spiel VfB Stuttgart gegen FC Barcelona. Und wir waren nicht Barcelona.“
Tatsächlich war die bis dahin stärkste Auswärtsmannschaft in dieser Hälfte chancenlos. Der VfR gewann die Zweikämpfe, ließ Ball und Gegner laufen und hatte Chancen im Minutentakt. Christian Holzer zielte zu hoch (8.), Marco Sailer scheiterte freistehend an Keeper David Yelldell (12.). Eine Minute später köpfte Mischa Welm an die Latte. Dann schoss der starke Marco Haller drüber (25.), und der freistehende Marcus Steegmann scheiterte wieder an Yelldell (36.). Die Kickers hatten kaum Zeit zum Durchatmen. Dennoch: „Es hätte zur Halbzeit auch anders aussehen können“, kritisierte Edgar Schmitt und meinte damit die 11. Minute: Als Mustafa Akcay alleine vor VfR-Torhüter Tobias Linse auftauchte, rettete dieser mit einer Glanzparade das 0:0. Doch ein Tor der Kickers hätte den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt.
Nach der Halbzeitpause gestalteten die „Blauen“ das Spiel offener, und das Derby wurde zum Geduldsspiel. Aalen hatte weitere Möglichkeiten, die beste vergab Holzer (50.). Aber auch die Kickers tauchten nun gefährlich vor dem VfR-Tor auf. Und nach 74 Minuten musste Linse bei einem 16-Meter-Schuss von Angelo Vaccaro seine ganze Klasse zeigen. „Es war klar, dass das erste Tor das Spiel entscheidet“, sagte Zeidler.
Sechs Minuten vor dem Abpfiff war’s dann soweit. Marijo Maric entschied das Spiel mit seinem Kopfball ins linke Eck. Ausgerechnet der Stürmer, der vor wenigen Wochen ausgemustert wurde. Dem vom Verein nahe gelegt wurde, den Club zu wechseln. „Es war ein Risiko, ihn zurückzuholen.“ Dieser Satz fiel Edgar Schmitt nach dem 1:0 sichtlich leicht.
22 Punkte nach elf Spielen, der VfR Aalen war für einen Tag sogar Tabellenführer. Und deshalb kam sie wieder, die Frage nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Wir sind auf einem guten Weg und wollen in Ruhe weiterarbeiten“, reagierte der VfR-Trainer gewohnt gelassen und ließ sich nichts entlocken.
So war es Peter Zeidler, der das sagte, was die VfR-Fans hören wollten: „Nächstes Jahr komme ich hier her und schaue mir den 1. FC Köln an…“

VfR Aalen – Stuttgarter Kickers 1:0 (0:0)
VfR: Linse – Fall (38. Okle), Alder, Welm, Traub – Hofmann, Haller, Cescutti (77. Okic), Holzer – Steegmann (69. Maric), Sailer
Kickers: Yelldell – Benda (46. Ortlieb), Wildersinn, Rapp (85. Yildiz), Steinle – Akcay, Parmak, Mann, Gambo, Vaccaro – Kacani (74. Beigang)
Tor: 1:0 Maric (84.)
Zuschauer: 8116

Schwäbische Post

Die Grenzen aufgezeigt
 
Stuttgarter Kickers verlieren beim VfR Aalen mit 0:1
 
Aalen (red) – Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers hat im Derby beim VfR Aalen seine erste Auswärtsniederlage dieser Saison eingesteckt. Mit 0:1 (0:0) unterlag die Mannschaft von Trainer Peter Zeidler durch ein Tor von Joker Marijo Maric fünf Minuten vor Schluss.

„So dürfen wir nicht auftreten, damit bin ich überhaupt nicht zufrieden“, ärgerte sich Zeidler insbesondere über die schwache erste Hälfte seiner Schützlinge. Da dominierten die Gastgeber vor 8116 Zuschauern klar das Spiel, waren in fast allen Belangen überlegen und kamen zu zahlreichen Chancen. „Uns wurden ganz deutlich die Grenzen aufgezeigt“, sagte der Coach, der kurzfristig auf die Verteidiger Jens Härter und Oliver Stierle verletzungsbedingt verzichten musste. Die neu formierte Abwehr und das Mittelfeld fanden nicht zueinander und die Aalener daher schnell ins Spiel. „Bei uns hat es nicht gepasst“, erklärte Zeidler, der Probleme im technischen, spielerischen und taktischen Bereich ausmachte. Dank Torhüter David Yelldell stand es zur Pause trotzdem noch 0:0.Nach dem Seitenwechsel stellte der Kickers-Trainer um. Für Sascha Benda kam Markus Ortlieb, und Angelo Vaccaro rückte als zweite Spitze neben den bisherigen Sturmsolisten Sokol Kacani. Nun fanden die Gäste ins Spiel und kamen auch zu einigen Chancen. Markus Mann (55.) vergab freistehend aus kurzer Distanz, sein Treffer (75.) wurde wegen Foulspiels im Fünfmeterraum nicht gegeben. Auch Vaccaro hatte zwei gute Möglichkeiten. Besser machte es in der 85. Minute der kurz zuvor eingewechselte Maric.„Ich bin enttäuscht über das Ergebnis und auch über die Leistung einiger Spieler“, sagte Zeidler, dessen Rezept bis zum nächsten Spiel gegen den SSV Reutlingen (20. Oktober) lautet: „Trainieren, trainieren, trainieren.“ Schließlich haben die Kickers in dieser Saison noch nicht zu Hause gewonnen. Zeidler: „Wenn die eine Serie reißt, dann reißt die andere hoffentlich auch.“ Stuttgarter Kickers: Yelldell – Benda (46. Ortlieb), Wildersinn, Rapp (87. Yildiz), Steinle – Akcay, Mann, Parmak, Gambo, Vaccaro – Kacani (74. Beigang).
 
Eßlinger  Zeitung

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