Presse zur Suspendierung von Okpala

24. November 2006 in Kickers I, News

Okpala wird handgreiflich – und fliegt
 
Der Fußball-Regionalligist suspendiert seinen Torjäger nach einem Zwischenfall in der Kabine
 
STUTTGART. Es gibt Zeiten, da überschlagen sich die Ereignisse – so wie bei den Stuttgarter Kickers zurzeit. Nach Bierbecherwurf und Hauptversammlung ist gestern Christian Okpala suspendiert worden. „Für ihn wird es kein Zurück geben“, sagt der Trainer Dutt.

Von Joachim Klumpp

Normalerweise beißt sich der Trainer Robin Dutt lieber auf die Zunge, bevor er etwas Konkretes zur Aufstellung sagt. Gestern war das anders, wenngleich es keine frohe Kunde gab: „Christian Okpala ist mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb der ersten Mannschaft suspendiert“, sagte der Trainer sachlich. Grund seien Handgreiflichkeiten nach dem Mittagstraining am Mittwoch im Kabinentrakt gegen einen Mannschaftskollegen, wobei es sich um Sascha Benda handeln soll.

„Das ging weit über das hinaus, was man tolerieren kann“, sagte der Manager Joachim Cast, nachdem bei dem 30-Jährigen bisher schon mal ein Auge zugedrückt worden war. Schließlich gilt Okpala als nicht gerade pflegeleichter Spieler, weshalb letztlich auch der FC Augsburg nach dem Aufstieg keinen gesteigerten Wert mehr auf die Dienste des Nigerianers mit Schweizer Pass legte. „Das war uns auch schon bei seiner Verpflichtung bekannt“, sagte Dutt, „aber wir haben gedacht, wir bekommen das hin.“ Irrtum.

Dabei schien sich die Situation zu stabilisieren. Am vergangenen Wochenende hatte Okpala die Mannschaft noch geschlossen zur Geburtstagsfeier eingeladen. Dutt sagt deshalb: „Zum jetzigen Zeitpunkt kam der Zwischenfall aus heiterem Himmel.“ Zumal es keine rassistischen Hintergründe gegeben habe, allerdings auch keine Einsicht des Spielers: „Er sah seine Reaktion als recht normal an“, sagte das Präsidiumsmitglied Dirk Eichelbaum. Nach den Worten des Juristen gibt es nun zwei Möglichkeiten: „Eine fristlose Kündigung oder die Freistellung vom Spielbetrieb.“ Letztere ist bereits unmittelbar erfolgt, allerdings gepaart mit der Möglichkeit, am Training (der zweiten Mannschaft) teilzunehmen, was der Spieler aber ablehnt. „Das werde ich nicht tun“, sagte er auf Anfrage.

Zudem wolle er sich einen anderen Verein suchen. Das wäre offensichtlich auch im Sinne der Kickers, die auf einen Wechsel in der Winterpause setzen, womit der Spitzenverdiener (rund 100 000 Euro Jahresgehalt) von der Lohnliste gestrichen werden könnte und gleichzeitig Spielraum für einen Ersatz vorhanden wäre. Im Gespräch soll Marius Zarn vom FC Aarau sein, kein Stürmer allerdings, weshalb der Trainer zugibt: „Ein Christian Okpala in Bestform wie zu Saisonbeginn fehlt uns natürlich, keine Frage.“

Für die nächsten drei Spiele, beginnend mit dem Rückrundenstart gegen den VfR Aalen morgen im Gazistadion, muss Robin Dutt so oder so auf den vorhandenen Kader zurückgreifen. Und da sind die Alternativen im Angriff neben Mirnes Mesic überschaubar. Sie heißen: Gambo, Schlabach, und von der zweiten Mannschaft Bischoff – oder Kacani, der mit neun Treffern in der Oberliga auf sich aufmerksam machte. „Ich denke nicht, dass der Vorfall negative Spuren hinterlässt“, sagt Dutt. Im Gegenteil. „Ich traue der Mannschaft sogar zu, dass sie den Vorfall in positive Energie umsetzt.“

Außerhalb des Platzes haben die Kickers eine Sorge weniger: das ehemalige Aufsichtsratsmitglied Gerhard W. Kluge verzichtet auf eine Anfechtung der Wahlen bei der Hauptversammlung. „So ärgerlich das Ganze war, letztlich würde sich dadurch nichts verändern, auch wenn ich mit der Klage Erfolg hätte.“ Kluge will sich künftig noch im Förderkreis engagieren und sagt: „Es ist ja nicht so, dass mir die Kickers über Nacht egal sind.“

Wie das bei dem sechsmaligen Torschützen Christian Okpala aussieht, ist nicht genau bekannt. Der einstige Hoffnungsträger bestreitet die Handgreiflichkeiten und will einen Anwalt einschalten. Dennoch steht fest: ein Hintertürchen wird sich nicht öffnen. „Es gibt für ihn kein Zurück“, betont Robin Dutt – trotz der Aufstiegsambitionen.

Stuttgarter Zeitung

Kickers trennen sich von Okpala
 
Regionalligist suspendiert den Stürmer nach Handgreiflichkeiten in der Kabine
 
Stuttgart – Er kam vor der Saison und sollte die Blauen in die zweite Liga schießen. Jetzt trennen sich die Wege wieder. Die Stuttgarter Kickers haben Stürmer Christian Okpala mit sofortiger Wirkung suspendiert.

VON GUNTER BARNER

Der Nigerianer mit Schweizer Pass darf zwar bis auf weiteres mit der Oberligamannschaft trainieren, eine Rückkehr in den Regionalligakader schließen die Kickers-Verantwortlichen aber aus. „Uns blieb keine andere Wahl“, sagte Trainer Robin Dutt.

Was sich am Mittwoch nach dem Nachmittagstraining in der Umkleidekabine im ADM-Sportpark en Detail abspielte, behalten die Chefs auf der Waldau für sich. „Aus arbeitsrechtlichen Gründen“, wie Präsidiumsmitglied Dirk Eichelbaum betonte. Klar ist aber: Christian Okpala und Teamkollege Sascha Benda lieferten sich zunächst ein Wortgefecht. Dann soll dem Nigerianer der Kragen geplatzt sein. Benda ging offenbar zu Boden. Teamkollege Gambo wollte schlichten und bekam ebenfalls sein Fett ab. Rassistische Hintergründe spielten dabei nach Vereinsangaben keine Rolle.

Nach ausgiebigen Beratungen des Präsidiums mit der Mannschaftsleitung entschlossen sich die Blauen zu der drastischen Maßnahme, die von den Teamkollegen nach Angaben von Jens Härter gestützt wird. „Der Vorfall war so eklatant, da hätte der Teamgeist gelitten“, sagte der Kickers-Kapitän.

Christian Okpala beharrte unserer Zeitung gegenüber: „Ich bin provoziert worden.“ Im Gespräch mit der Vereinsleitung soll er keine Einsicht gezeigt haben, was Okpala wiederum dementiert. Er will einen Anwalt zu Rate ziehen. „Okpala findet, dass seine Reaktion gerechtfertig war“, sagte Präsidiumsmitglied Dirk Eichelbaum. Der Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit hatte am Samstag nach dem 2:0 gegen den SV Elversberg das Team noch zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen. Okpala, der 30 Jahre alt wurde, hatte nach längerer Durststrecke wieder ins Schwarze getroffen. „Da war er bester Laune“, wundert sich Dutt.

Der Kickers-Trainer hofft vor dem Heimspiel am morgigen Samstag gegen den VfR Aalen (14.30 Uhr/Gazistadion) darauf, „dass die Mannschaft jetzt noch enger zusammenrückt“. Solche Maßnahmen könnten den Teamgeist auch stärken.

So oder so müssen sich die Blauen in den kommenden drei Spielen möglichst schadlos halten, um sich in der Winterpause neu zu sortieren. Okpala, verheiratet, zwei Kinder, hat beim Regionalligisten einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Sein Gehalt dürfte bei knapp 10 000 Euro pro Monat liegen. Jetzt hoffen die Kickers, dass der Torjäger schnell einen neuen Verein findet. Mit dem frei werdenden Geld könnten sich die Blauen nach Ersatz für Okpala umsehen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers suspendieren Okpala

Der 30-Jährige lässt sich angeblich zu Handgreiflichkeiten gegen Mitspieler hinreißen – Stürmer dementiert
 
Stuttgart – Der Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Abbruch des DFB-Pokalsspiels gegen Hertha BSC Berlin am 25. Oktober sorgen die „Blauen“ jetzt wegen innerer Querelen für weitere Schlagzeilen. Die Kickers haben mit sofortiger Wirkung den Stürmer Christian Okpala suspendiert. Der 30-Jährige habe sich zu Handgreiflichkeiten gegen einen Mitspieler hinreißen lassen, teilten die Kickers mit.
 
Von Hannes Kern

Was genau am Mittwoch in Degerloch vorgefallen ist und Anlass für die Suspendierung Okpalas war, wollte Manager Joachim Cast nicht preisgeben. „So eine Maßnahme spricht man nicht ohne Grund aus“, verriet er lediglich. Trainer Robin Dutt erklärte: „Uns bleibt nach dem Vorfall keine andere Wahl.“

Okpala, der im Sommer vom Zweitliga-Aufsteiger FC Augsburg als Torschützenkönig nach Degerloch gewechselt war und bei den Kickers einen Vertrag bis 2008 unterschrieben hatte, wehrte sich gestern gegen die Darstellung des Vereins. „Das stimmt nicht“, erklärte der 30-Jährige, der nun mit Hilfe eines Anwalts gegen die Suspendierung durch die Kickers vorgehen will. Dennoch scheint auch er eine weitere Zusammenarbeit mit den Kickers auszuschließen. Der Stürmer will nach einem neuen Verein suchen. „Das kann für mich nicht so weitergehen mit den Stuttgarter Kickers.“

Dabei schien zu Saisonbeginn die Chemie zwischen dem Regionalligisten und Okpala zu stimmen. Der Stürmer, der zu den Topverdienern bei den „Blauen“ zählt, war zunächst überaus erfolgreich und erzielte bisher sechs Treffer.

Allerdings blieb der gebürtige Nigerianer mit Schweizer Pass zwischen dem sechsten und 17. Spieltag ohne Torerfolg. Erst beim „Geisterspiel“ gegen Elversberg am vergangenen Samstag trug er sich wieder in die Torschützenliste ein. Zwischendurch war Kritik an seiner Leistung aufgekommen. „Die Suspendierung hat damit überhaupt nichts zu tun“, versicherte Cast.

Gleichwohl schloss Cast aus, dass sich der Verein und der Stürmer eventuell über eine weitere Zusammenarbeit verständigen könnten. „Ich gehe davon aus, dass es keinen Weg mehr zurück gibt“, erklärte der Manager.

„Verstoß gegen den Teamgeist“
Für die Partie der Kickers gegen den VfR Aalen zum Rückrundenstart morgen (14.30 Uhr) berief Dutt die Stürmer Bastian Bischoff und Sokol Kacani aus der Oberliga-Mannschaft in den Regionalliga-Kader. Einer von ihnen könnte die zweite Angriffsposition neben Mirnes Mesic besetzen. „Ich hoffe, dass nach diesem bedauerlichen Vorfall, der einen groben Verstoß gegen dem Teamgeist darstellt, die Mannschaft noch enger zusammenrückt und die entsprechende Energie gegen Aalen freimacht“, sagte Cast.

Eßlinger Zeitung

0 Antworten zu Presse zur Suspendierung von Okpala

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.