StN: Seit mehr als einem Vierteljahrhundert fest mit den Blauen verbunden

„Blick vom Fernsehturm“, aktualisiert am 06.04.2011 um 00:00 Uhr
Sven Hayer setzt bei den Stuttgarter Kickers eine Familientradition fort: Nachdem sein Vater Horst und Bruder Marco in Degerloch schon die Kickstiefel geschnürt haben, peilt der 34-Jährige als Trainer der U19-Junioren den Bundesligaaufstieg an. Von Harald Landwehr

Exakt 75 Kilometer beträgt die Strecke von Cresbach im Kreis Freudenstadt zum Degerlocher ADM-Sportpark auf der Waldau, die Sven Hayer seit einem Dreivierteljahr mindestens fünfmal in der Woche zurücklegt. Sein Ziel: er will als Trainer die U19-Fußballjunioren der Stuttgarter Kickers fit für den Wiederaufstieg in die A-Junioren-Bundesliga machen. An einen Umzug nach Stuttgart hat der 34-Jährige bislang aber nicht gedacht: „Die Zeit im Auto vergeht wie im Flug. Ich kann unterwegs Musik hören, über die Freisprechanlage wichtige Telefonate erledigen oder schon meine Unterrichtsstunden gedanklich vorbereiten“, sagt der Lehrer für Sport und Mathematik, der an einer Privatschule im Schwarzwald unterrichtet.

Sven Hayers Lebensmittelpunkt mit seiner Familie und dem Hauptjob liegen im Schwarzwald, während die abendlichen Trainingseinheiten in Degerloch und seine Wochenenden mit den Auftritten der Kickers-U19-Junioren in der Oberliga in ganz Baden-Württemberg stattfinden. Für dieses einerseits stressige und andererseits sportlich-reizvolle Programm hat Hayer im vergangenen Sommer das Traineramt beim Landesligisten SV Tumlingen-Hörschweiler aufgegeben und das Angebot des Degerlocher Vereins angenommen – und damit eine gute Familientradition fortgesetzt. Schon sein Bruder Marco hatte in den 1990er-Jahren als A-Jugendlicher bei den Blauen gekickt, ebenso wie sein Vater Horst, der im Kickers-Trikot zwischen 1978 und 1982 insgesamt 79 Spiele in der zweiten Bundesliga absolviert hat. Anders ausgedrückt: Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist die Schwarzwälder Familie Hayer mit den Blauen fest verbunden.

Es ist kein Zufall, dass die Kickers durch ihren Geschäftsführer Jens Zimmermann, der ist ebenfalls im nördlichen Schwarzwald aufgewachsen, einen guten Draht zur dortigen Fußballszene haben und auf Sven Hayer aufmerksam wurden. Bereits mit 24 Jahren begann er beim SV Glatten, dem Heimatverein des Dortmunder Bundesligatrainers Jürgen Klopp, als Spielertrainer in der Kreisliga B seine Karriere. Später folgten für ihn Engagements in höheren Spielklassen, außerdem die Tätigkeit als DFB-Stützpunkttrainer im Schwarzwald, und in der Saison 2003/04 war er Assistent von U19-Bundestrainer Uli Stielike.

„Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich im Jugend- oder im Aktivenbereich arbeite. Mich muss die Aufgabe reizen“, sagt Sven Hayer, der mit seiner Kickers-A-Jugend um den Aufstieg in die Bundesliga spielt. Die Aussichten, dass der älteste Jugendjahrgang der Blauen bald wieder in der höchsten deutschen Spielklasse spielt, sind nicht schlecht. Vier Punkte Rückstand haben die Degerlocher momentan auf den Tabellenführer SV Waldhof Mannheim, allerdings auch eine Partie weniger bestritten als die Kurpfälzer. Am letzten Saisonspieltag am 29. Mai kommt es in Mannheim zum vielleicht entscheidenden Duell um den Meistertitel und den Aufstieg zwischen den beiden Kontrahenten.

Nach dem 1:0 im Spitzenspiel gegen den Tabellendritten Offenburger FC am vergangenen Sonntag liegt das Team von Trainer Hayer und seinem Co-Trainer Sasa Janic am Sonntag beim FC Astoria Walldorf weiter auf Kurs. „Wir haben das Hinspiel gegen den Waldhof sehr unglücklich mit 1:2 verloren. Ich bin aber überzeugt davon, dass wir uns am Ende durchsetzen werden, wenn wir uns keine Ausrutscher erlauben“, sagt Hayer. Seine Hauptaufgabe ist allerdings nicht der Bundesligaaufstieg – vielmehr soll er dafür sorgen, dass die Kickers-Talente einen gelungenen Übergang in die Oberliga- und auch in die Regionalligamannschaft der Blauen schaffen. Auch in dieser Hinsicht befinden sich die Kickers-Formation auf einem guten Weg.

Im vergangenen Jahr hat Sven Hayer beim deutschen Branchenführer FC Bayern München ein viertägiges Praktikum absolviert. Die Erfahrung an der Säbener Straße war für ihn sehr beeindruckend: „Ich habe von der C- bis zur A-Jugend und auch bei den Amateuren Einblick gehabt und einiges für meine eigene Arbeit bei den Kickers abgeschaut“, sagt Sven Hayer.

Stuttgarter Nachrichten

Jugendfußball: Sven Hayer bei den Kickers

„Da stimmt eigentlich alles“

Fünf Mal die Woche Training, fünf Mal die Woche von Cresbach nach Stuttgart – Sven Hayer, seit dieser Saison bei den Stuttgarter Kickers in Degerloch für deren A-Junioren verantwortlich, ist viel auf Achse. „Mittlerweile merk‘ ich die 75 Kilometer fast nicht mehr“, sagte der Ex-Coach des SV Tumlingen-Hörschweiler beim Turnier in Vollmaringen.

Vollmaringen. Zur neuen Saison wechselte Sven Hayer vom Aktiven- in den Juniorenbereich, vom Landesligisten SV Tumlingen-Hörschweiler zum Traditionsverein SV Stuttgarter Kickers. Dort ist er Cheftrainer der U 19, die in der Oberliga spielt. Beim Turnier in Vollmaringen lief’s nicht ganz rund für seine Jungs; Hayer verfällt deswegen aber nicht in Panik, auch wenn bei einigen Eltern schon ein paar kritische Töne wegen des vorletzten Platzes zu hören waren. „Wir sind in der Vorbereitung, und da muss man auch Gelegenheit wahrnehmen, mal etwas auszuprobieren,“ sagte er, „zudem sind einige Spieler noch in Urlaub. Hier hat man ein Top-Wettkampftraining, im Endeffekt ist das Abschneiden ja zweitrangig. In 14 Tagen gilt’s erst, erst dann zählen keine Ausreden mehr.“

Für Hayer sei es überhaupt kein Thema gewesen, nachdem er von Walter Baur die Einladung erhalten habe, an diesem Turnier nicht teilzunehmen. Mit Blick auf die vielen Absagen oder gar Nicht-Antworten, die die Nagolder als Organisatoren erhalten haben, sagte Hayer: „Es ist für mich unverständlich, wie manche Trainer und Vereine so eine Gelegenheit auslassen können. Hier findet man optimale Bedingungen vor und hat zwei Wochen vor dem Rundenstart eine ideale Gelegenheit, sich mit den Ligakonkurrenten zu messen und dabei ein paar Dinge unter Wettkampfbedingungen auszuprobieren.“ Seine Mannschaft sei „total im Umbruch“, sagte er: „Wir haben nur noch elf Spieler des älteren Jahrgangs im Kader und zwölf des jüngeren. Unsere Torspieler sind beide vom jüngeren Jahrgang. Und man merkt schon, dass zwischen den 92ern und den 93ern schon ein Unterschied besteht. Die einen, das sind schon Männer, die anderen sind noch Buben, da gibt’s schon noch Defizite, die wir aufarbeiten müssen.“

In Vollmaringen haben seine Jungs gegen den VfL Nagold ihr bestes Spiel gemacht, mit dem 0:0 den Nagoldern den möglichen Turniersieg vermasselt. „Auch gegen Reutlingen haben wir die erste Halbzeit sehr gut mitgehalten. Insgesamt war ich nicht unzufrieden, auch wenn ich von dem einen oder anderen Spieler noch deutlich mehr verlange.“ Hayer hat seinem Bekunden nach seinen Schritt, zu den „Blauen“ nach Degerloch zu gehen, „noch keine Sekunde bereut. Wir trainieren derzeit fünf Mal die Woche, donnerstags gibt es sogar zwei Trainingseinheiten. Und die 75 Kilometer von meinem Wohnort Cresbach nach Degerloch die merk’ ich mittlerweile kaum noch. Wenn die Autobahn frei ist, dann bin ich in 40 Minuten daheim, hinwärts dauert es meist ein bisschen länger.“

Nur lobend äußert sich Hayer über die Bedingungen, die er bei den Kickers vorfindet. „Da stimmt eigentlich alles, das ganze Umfeld passt. Da wird jetzt auch ein größeres Augenmerk auf die Jugendarbeit gelegt, denn man hat erkannt, dass die Jugend das Kapital des Vereins ist“, sagte der Loßburger Grundschullehrer und bescheinigt den Kickers verstärkte Bemühungen in der Jugendarbeit, seit der Mitteltaler Jens Zimmermann bei den Kickers als Geschäftsführer tätig ist.

Mit der Tätigkeit des mittlerweile 32-jährigen Hayer bei den Kickers schließt sich ein Kreis: Svens Vaters Horst spielte von 1978 bis 1982 bei den „Blauen“ und hatte 79 Zweitliga-Einsätze. kpd

Südwest-Presse

Sven Hayer wird kommende Saison neuer Cheftrainer der Kickers U19-Junioren

Die U19-Junioren des Fußball-Regionalligisten SV Stuttgarter Kickers bekommen in der nächsten Spielzeit einen neuen Cheftrainer: Der 32 Jahre alte Sven Hayer aus Waldachtal wird am 1. Juli 2010 diesen Posten von Alexander Malchow übernehmen, der seit 17. März dieses Jahres als Interimstrainer gemeinsam mit seinem Co-Trainer Sasa Janic für die Mannschaft in der EnBW-Oberliga Baden-Württemberg verantwortlich ist. Während sich Malchow ab Sommer wieder ganz auf seine Hauptaufgabe als Co-Trainer von Chefcoach Dirk Schuster in der Regionalliga-Mannschaft konzentrieren wird, steht der ehemalige Kickers-Akteur Sasa Janic auch Sven Hayer in der kommenden Saison als Assistent zur Verfügung.

„Ich freue mich sehr auf diese neue sportliche Herausforderung und ebenso auf die Zusammenarbeit mit Sasa Janic“, sagt Sven Hayer, der in seinem Hauptberuf als Grund- und Hauptschullehrer in Loßburg (Kreis Freudenstadt) unterrichtet. Sein Vater Horst Hayer hatte von 1978 bis 1982 für die Stuttgarter Kickers gespielt und in 79 Zweitliga-Einsätzen vier Tore erzielt. „Seit dieser Zeit verfolge ich die Kickers sehr intensiv und leidenschaftlich“, sagt der A-Lizenzinhaber, der bis zum Ende der laufenden Spielzeit den Landesligisten SV Tumlingen-Hörschweiler betreut. Zuvor war er ebenfalls in verantwortlicher Trainerposition beim SV Glatten und beim SV Wachendorf für die aktive Mannschaft verantwortlich. Im Nachwuchsbereich war er von 2002 bis 2008 als Trainer beim DFB-Stützpunkt Nördlicher Schwarzwald tätig.

2003-2004 betreute er als einer der Assistenten die deutsche U19 Nationalmannschaft unter dem damaligen Trainer Uli Stielike. Seit 2006 ist Hayer Mitglied im Trainer-Lehrstab des Württembergischen Fußballverbandes (WFV). Als aktiver Fußballer hatte er für den TuS Ergenzingen und den 1. FC Normannia Gmünd jeweils in der Verbandsliga gespielt.

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