Kickers – SC Pfullendorf 1:2 (1:1)

Trotz einer 1:0 Führung der Kickers durch den ersten Treffer von Sean Dundee nach 15 Spielminuten standen die Blauen am Ende ohne Punkte da. Durch zwei „Gastgeschenke“ – wie sie Trainer Robin Dutt nannte – drehten die Pfullendorfer die Partie und sicherten sich so drei wichtige Punkte im Abstiegskampf. Beide Treffer für die Gäste vor den 2550 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau erzielte Torjäger Neno Rogosic.

Die Aufstellung:

Kickers-Trainer Robin Dutt gab heute Laszlo Kanyuk im zentralen Mittelfeld eine Chance von Beginn an, doch dem Kickers-Mittelfeldspieler klebt das Verletzungspech wirklich an den Sohlen. Schon nach 15. Minuten musste er verletzungsbedingt ausgewechselt werden, als sein Gegenspieler bei einem Klärungsversuch so unglücklich auf ihn drauf viel, dass er nicht mehr weiterspielen konnte. Für Sascha Benda spielte heute Mustafa Parmak, im Sturm stand Sean Dundee heute in der Startelf.
Die Kickers-Aufstellung im Überblick: David Yelldell im Tor, die Abwehrreihe mit Sven Sökler, Recep Yildiz, Jens Härter und Oliver Stierle. Im Mittelfeld zentral Manuel Hartmann, auf dem linken Flügel Thomas Weller, rechts Mustafa Parmak und zentral zunächst offensiv Laszlo Kanyuk, der nach 15 Minuten durch Moritz Steinle ersetzt wurde. Vorne stürmten heute Bastian Bischoff und Sean Dundee.
Die Gäste aus Pfullendorf spielten mit einer Viererabwehrkette, einem laufstarken Mittelfeld und nur einer nominellen Spitze.

Zum Spielverlauf:

Die Partie begann mit hohem Tempo auf beiden Seiten. Es gab heute kein langes Abtasten, beide Mannschaften attackierten früh und spielten schnell nach vorne. Die erste Chance hatten die Kickers, als eine Flanke von Mustafa Parmak im gegnerischen Fünfmeterraum an Freund und Feind vorbei flog (3.). Aber auch die Gäste hatten zwei gute Möglichkeiten: Der Schuss von Heidinger flog knapp über das Tor (4.), der Versuch von Busch landete im Aussennetz (5.).
Das Spiel ging zunächst hin und her und beide Mannschaften gaben Vollgas, doch der Führungstreffer fiel nach der ersten Standardsituation: Nach einer Ecke köpfte Manuel Hartmann auf das Gästetor, wobei sein Versuch zunächst abgeblockt wurde. Der Klärungsversuch landete bei Jens Härter, der die Kugel sofort wieder vor das Tor schlug, wo Sean Dundee als Stürmer goldrichtig stand und das Leder aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Sein erstes Pflichttor für die Kickers in der 15. Minute.
Wieder nach einer weiteren Ecke ergab sich die nächste Möglichkeit für die Blauen: Die Abwehr der Gäste konnte nicht weit genug klären, so dass Moritz Steinle aus 18 Metern mit links den Ball volley nahm, sein Schuss konnte Hermanutz im Gästetor aber sicher halten (23.).
Die Kickers blieben weiter vor allem nach Standardsituationen gefährlich: Freistoß Mustafa Parmak auf den Kopf von Sean Dundee, der den Ball auf den zweiten Pfosten verlängerte, doch erneut war Hermautz auf dem Posten (25.). In der 33. Minute dann auch mal eine Chance für die Gäste: Den 30 Meter Distanzschuss von Grech konnte David Yelldell nur seitlich abklatschen. Rogosic sprintete dazwischen als der Kickers-Keeper den Ball nachfassen wollte. Die Spieler berührten sich zwar, doch der Pfullendorfer Stürmer wollte den Kontakt ausnützen und einen Elfmeter schinden. Schiedsrichter Viktora entschied richtigerweise auf Abschlag (33.). Nach einem Freistoß von Thomas Weller stieg Bastian Bischoff im Strafraum am Höchsten, aber auch sein Kopfball verfehlte das Ziel (35.).
Kurz vor dem Halbzeitpfiff fiel dann der Ausgleichstreffer: Sven Sökler ließ auf der Grundlinie die Flanke von Heidinger zu und drei Meter vor dem Tor war Pfullendorfs Torjäger Neno Rogosic einen Schritt schneller am Ball als sein Gegenspieler Recep Yildiz. Der Stürmer spitzelte die Kugel durch die Beine durch David Yelldell zum 1:1 ins Tor. (43.).

Zur zweiten Halbzeit gab es nichts Neues. Die Kickers waren zwar bemüht, doch immer wieder schlichen sich Fehlpässe oder Stockfehler ein. Gleich zu Beginn hatte dennoch Sean Dundee die Schussmöglichkeit, doch leider traf er die Kugel nicht (46.). Die Gäste störten den Aufbau der Kickers früh und in der 53. Minute auch erfolgreich. Moritz Steinle versuchte den Ball vor der Strafraumgrenze zu klären, doch traf er die Kugel nicht weil Rogosic ihn vehement unter Druck setzte. Steinle verlor die Kugel und Recep Yildiz ließ sich vom Pfullendorfer Stürmer düpieren, als er sich viel zu einfach ausspielen ließ. David Yelldell rückte raus, doch auch hier wusste der abgeklärte Stürmer die passende Antwort: unter Bedrängnis spitzelte er überlegt die Kugel am Kickers-Keeper ins Tor. Die 2:1-Führung für die Gäste in der 53. Minute.
Mit einem Doppelwechsel zehn Minuten später wollte Trainer Robin Dutt nochmals für frischen Wind sorgen: Marco Tucci und Angelo Vaccaro kamen ins Spiel. Doch die Pfullendorfer ließen zunächst nichts zu. Aggressiv und diszipliniert erstickten sie die Kickers-Angriffe meist schon im Keim, so ideenlos und immer wieder mit einfachen Fehlern kamen die Kickers spielerisch überhaupt nicht mehr ins Spiel. Erst in der 80. Minute fasste sich Thomas Weller ein Herz, doch sein toller Schuss aus 20 Metern strich Zentimeter über die Latte. 60 Sekunden später flankte Mustafa Parmak auf Bastian Bischoff, der den Ball stark behauptete und mustergültig auf Angelo Vaccaro ablegte. Der Kickers-Neuzugang zog aus 16 Metern direkt ab, doch Hermanutz im Pfullendorfer Tor wehrte den zu unplatzierten Schuss mit seinen Fäusten ab. Ein langer Ball auf Oliver Stierle sollte die letzte Möglichkeit im Spiel gewesen sein, doch Keeper Hermanutz spielte gut mit und konnte vor dem Kickers-Akteur klären (82.). Damit war die dritte Heimniederlage perfekt, denn auch in den Schlußminuten passierte gar nichts mehr.

Die Trainerstimmen:

Michael Feichtenbeiner: „Wir sind natürlich sehr glücklich über diesen Sieg, der letztendlich sicherlich verdient war. Der Rückstand war sehr ärgerlich, denn er geschah eigentlich aus dem Nichts. In der Folgezeit hatten die Kickers vor allen bei Standardsituationen eine gewisse Lufthoheit. Aber die Mannschaft ließ sich nicht hängen und hat dann verdient den Ausgleich vor der Halbzeit gemacht. Der 2:1 Führungstreffer war ein Produkt eines erzwungenen Abwehrfehlers, der durch unser Pressing entstand. Danach verwalteten wir das Ergebnis und haben hinten wenig zugelassen. Es tut sehr gut so ein unerwarteter Auswärtssieg und stimmt uns optimistisch den Klassenerhalt zu schaffen.“

Robin Dutt: „Wir sind gut ins Spiel reingekommen, haben flach und gut kombiniert und uns viele Standardsituationen erarbeitet. Doch mit zunehmender Spieldauer kam wieder eine Verunsicherung in unser Spiel und es wurde die hohen Bälle geschlagen anstatt zu kombinieren. In der zweiten Halbzeit war es nur noch Kampf und Krampf. Über die zwei Situationen bei den Gegentoren müssen wir uns unterhalten, denn einmal darf so was vielleicht passieren, aber in der Häufigkeit mit den letzten Spielen ist es fast schon tragisch. Aber wir haben völlig verdient verloren, unsere spielerische Linie hat leider gefehlt.

Die Spielstatistik:

Kickers: David Yelldell – Sven Sökler (64. Angelo Vaccaro), Recep Yildiz, Jens Härter, Oliver Stierle – Manuel Hartmann, Mustafa Parmak, Laszlo Kanyuk (14. Moritz Steinle), Thomas Weller – Sean Dundee (64. Marco Tucci), Bastian Bischoff – Trainer: Robin Dutt
SC Pfullendorf: Hermanutz – Deufel, Kiefer, Rapp, Zimmermann – Busch, Konrad (60. Flum), Leandro, F. Gerster (89. Schumacher), Heidinger (90. Lucic) – Rogosic – Trainer Feichtenbeiner

Zuschauer:
2.550 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Torfolge:
1:0 Sean Dundee (15.)
1:1 Neno Rogosic (43.)
1:2 Neno Rogosic (53.)

Schiedsrichter:
Ralf Viktora (Siegbach)
Verwarnungen:
Gelbe Karten: Stierle, Bischoff – Flum

Offizielle Homepage

Presse: Robin Dutt in Freiburg offiziell vorgestellt

Dutt will keine Unruhe

Freiburg stellt Trainer vor

STUTTGART (ump). Jetzt ist es offiziell: Robin Dutt wird Trainer des Zweitligisten SC Freiburg: „Der Verein stand auf meiner Wunschliste immer ganz oben“, sagte der 42-jährige Coach des Regionalligisten Stuttgarter Kickers vor dem Heimspiel heute gegen Pfullendorf.

Der Anfang von Robin Dutt beim SC Freiburg steht unter einem etwas unglücklichen Stern. Gestern Mittag auf der obligatorischen Pressekonferenz des Fußball-Zweitligisten jedenfalls sagte der zum Saisonende scheidende Freiburger Trainer Volker Finke: „Ich habe den Präsidenten gebeten, den Nachfolger nicht vor dem wichtigen Spiel gegen Kaiserslautern bekannt zu geben, um die Vorbereitung nicht zu stören.“ Vergeblich. Zumindest kam der Nachfolger Robin Dutt diesem Wunsch nach, indem er sagte: „Beide Vereine stehen in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung, und es ist eine Frage des Respekts, diese nicht durch irgendwelche Statements zu beeinflussen.“

Die Wellen in Freiburg dürften morgen im Badenovastadion auch so hoch genug schlagen, denn der 16 Jahre in Freiburg tätige Finke kann – erst recht nach der Aufholjagd in der zweiten Liga mit neun Spielen ohne Niederlage – auf viele Sympathien bei den Fans setzen, die für das Spitzenspiel gegen den FCK sogar eine Protest- und Plakataktion geplant haben. Robin Dutt sagte gestern zu seinem künftigen Verein nur noch: „Mir hat nicht zuletzt die Arbeit des SC im Ausbildungsbereich immer sehr imponiert. Und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dieses Konzept mit neuen Ideen weiterzuentwickeln. Das ist für mich Ansporn und Verpflichtung zugleich. Der Sportclub stand auf meiner Wunschliste immer ganz oben.“

Und wer steht auf der Wunschliste der Kickers ganz oben? „Es gibt keine klare Nummer eins“, sagt der Manager Joachim Cast. „Aber es gibt zum Beispiel Trainer mit einer positiven Vergangenheit bei den Kickers.“ Was auf Pfullendorfs Michael Feichtenbeiner zutrifft oder auf Günter Rommel (VfL Sindelfingen Frauen) oder Alexander Malchow (SG Sonnenhof Großaspach).

Stuttgarter Zeitung

Für Dutt geht ein Wunsch in Erfüllung

Wechsel des Kickers-Coachs zum SC Freiburg verärgert Finke – Blaue denken bei Trainersuche um

Freiburg/Stuttgart – Nun ist es amtlich: Kickers-Coach Robin Dutt wird im Sommer Nachfolger von Trainer Volker Finke beim Fußball-Zweitligisten SC Freiburg.

VON MARTIN HAAR

Natürlich stand das Telefon des 42-jährigen Trainers der Stuttgarter Kickers am Freitagnachmittag kurz nach der Bekanntgabe des SC Freiburg nicht mehr still. Alle Anrufer wollten wissen, mit welchen Gefühlen und Plänen Robin Dutt seine neue Aufgabe im Breisgau angeht. Aber Dutt vertröstete alle. „Ich bitte um Verständnis“, sagte er, „aber es ist eine Frage des Respekts meinem jetzigen Arbeitgeber, aber auch Volker Finke gegenüber, die Spielvorbereitung des SC Freiburg, aber auch unserer Vorbereitung auf das Spiel gegen Pfullendorf nicht durch unnötige Statements zu beeinträchtigen.“ Tatsächlich geht es für beide Clubs um viel – beide wollen ihre kleine Aufstiegschance wahren. Der SC Freiburg am Sonntag im Heimspiel (14 Uhr) durch einen Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern. Und die Blauen an diesem Samstag im Gazistadion (14.30 Uhr) mit einem Erfolg gegen den SC Pfullendorf.

Mit seinem Schweigen hat Dutt wohl instinktiv das Richtige getan. Denn in Freiburg sorgt der Wechsel ohnehin für viel Unruhe. Jedes (falsche) Wort von Dutt könnte die explosive Lage verschärfen. Denn Finke-treue Fans planen vor dem Spiel gegen Kaiserslautern angeblich eine Flugblattaktion. Und der langjährige SC-Trainer hatte seinen Präsidenten Achim Stocker bekniet, die Präsentation von Robin Dutt zu verschieben, „damit die Vorbereitung der Mannschaft nicht gestört wird und wir unsere gute Tabellensituation weiter verbessern können“.

Nachdem Achim Stocker die Bitte ignoriert hat, reagierte Finke mit Zorn und Unverständnis: „Ein anderer Zeitpunkt ist anscheinend nicht möglich gewesen“, brummte er. Zudem klang eine Ankündigung des 58-Jährigen beinahe wie eine Drohung: Finke erklärte, dass Freiburg in jedem Fall sein Lebensmittelpunkt bleiben werde.

So gesehen war Robin Dutt gut beraten, sich zunächst bedeckt zu halten und gleichzeitig die Trainer-Ikone Finke zu loben: „Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe und weiß, was für eine tolle Arbeit Volker Finke in vielen Jahren hier geleistet hat. Das ist für mich Ansporn und Verpflichtung zugleich.“ Weiter sagte er: „Der SC stand auf meiner persönlichen Wunschliste immer ganz oben. Mir hat die Nachhaltigkeit, mit der der Verein seine Geschäfte vorangetrieben hat, auch im Ausbildungsbereich, immer imponiert. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dieses Konzept mit neuen Ideen zu unterstützen und weiterzuentwickeln.“

Freiburgs Präsident Achim Stocker hob hervor, dass er froh sei, „mit Robin Dutt einen engagierten, jungen Trainer verpflichtet zu haben, der gut in unser Anforderungsprofil passt“. Außerdem leiste Dutt bei den Stuttgarter Kickers „hervorragende Arbeit und teilt die Ausbildungsphilosophie“ des SC Freiburg.

Diesen Weg der Freiburger wollen jetzt offenbar auch die Kickers gehen. Wie es heißt, sucht das neue Präsidium ebenfalls nach einem jungen und unverbrauchten Trainer, der mit seiner Aufgabe wachsen kann. Angeblich hat nach ersten Unmutsäußerungen im Umfeld der Blauen ein Umdenken stattgefunden. Namen wie Michael Feichtenbeiner (SC Pfullendorf) oder Alexander Malchow (SG Sonnenhof Großaspach) stünden für die Vergangenheit, meinen die Kritiker, nicht für den propagierten Aufbruch.

Stuttgarter Nachrichten

Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SC Pfullendorf

Eine Chance für Kanyuk?

Kickers empfangen Pfullendorf

STUTTGART (ump). Die Stuttgarter Kickers kämpfen in der Regionalliga an mehreren Fronten: morgen gegen Pfullendorf um Punkte und die nächsten Tage um einen neuen Coach. Den VfB II plagen derweil Verletzungssorgen.

Der Kickers-Trainer Robin Dutt macht sich heute schon mal auf einen arbeitsreichen Tag gefasst. Denn nach dem morgendlichen Training mit der Mannschaft dürfte im Laufe des Nachmittags das Handy nicht mehr stillstehen. Dann soll der Wechsel am Saisonende zum SC Freiburg auch offiziell bekannt gegeben werden. „Es könnte etwas hektisch werden“, gibt Dutt zu. In der Nachfolgefrage legen die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten dagegen eine betonte Gelassenheit an den Tag. „Wir verfallen jetzt nicht in Panik“, sagt das Präsidiumsmitglied Walter Kelsch, der die aktive Suche sowieso dem Manager Joachim Cast übertragen hat. Und der hat inzwischen mit einem halben Dutzend Kandidaten telefoniert, die auf der Kickers-Liste standen. „Inzwischen haben sich aber noch viel mehr Kandidaten gemeldet“, sagt Cast: „Wir werden schauen, wer noch in unser Anforderungsprofil passt.“ Der Konkurrenzkampf ist jedenfalls eröffnet.

Gleiches gilt im Übrigen für die Mannschaft, die gestern erstmals in dieser Saison komplett das Training begonnen hat, es aber nicht geschlossen beenden konnte: Bashiru Gambo (Nagelbettentzündung) musste vorzeitig aufgeben und fällt auch für das Spiel morgen (14.30 Uhr) gegen den SC Pfullendorf aus. Der Gegner muss auf Mark Lerandy verzichten, der positiv auf die verbotene Substanz Reproterol getestet und nun für sechs Pflichtspiele gesperrt worden ist. Möglicherweise wird bei den Kickers Laszlo Kanyuk eine neue Chance als Spielgestalter bekommen, auch wenn in Darmstadt Mustafa Parmak diese Rolle zunächst gut ausgefüllt hat, der dafür nach rechts rücken könnte. Im Angriff dürfte Bastian Bischoff gesetzt sein, sein Sturmpartner ist offen. „Alle haben diese Woche gut trainiert“, sagt Dutt, „sodass ich einen der fünf Stürmer sogar aus dem Kader streichen muss.“

(…)

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Fest steht nur, dass Minkwitz bleibt

Stuttgart (jüf) – In der Trainerfrage bei den Stuttgarter Kickers steht bisher nur eines fest: Co-Trainer Stefan Minkwitz wird über die Saison hinaus beim Regionalligisten bleiben – aber definitiv nicht als Nachfolger von Chefcoach Robin Dutt. Die Trainerfindungskommission der Blauen, bestehend aus Präsident Dirk Eichelbaum, Präsidiumsmitglied Walter Kelsch und Manager Joachim Cast, will in den nächsten 14 Tagen die Vorauswahl abgeschlossen haben. Erste Gespräche stehen nun an – unter anderen mit Alexander Malchow (SG Sonnenhof Großaspach), Peter Zeidler (1. FC Nürnberg II) und Michael Feichtenbeiner (SC Pfullendorf).

Feichtenbeiner gastiert mit seinem Team am morgigen Samstag (14.30 Uhr) im Gazistadion. Die Blauen haben bis auf Bashiru Gambo (Nagelbettentzündung) alle Mann an Bord. Für Gambo wird wohl Laszlo Kanyuk auf der Spielmacherposition zum Einsatz kommen. Unterdessen zeigt Oberligist SV Sandhausen Interesse am derzeit verletzten Innenverteidiger Marco Wildersinn.

Stuttgarter Nachrichten

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 17.03.2007 14:30
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Ralf Viktora, Stephan Kammerer, Markus Finke

Stuttgarter Kickers: Gambo (nach Grippe) und Kanyuk (nach Knieproblemen) sind im Mittelfeld eine Alternative. Bischoff könnte erneut für Dundee stürmen.

SC Pfullendorf: Da sich Agyemang zuletzt nicht aufdrängte, dürfte sich an der Anfangsformation nichts ändern.

Aufstellung

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Sökler, Yildiz, Härter, Stierle – M. Hartmann – Benda, Parmak, Weller – Vaccaro, Dundee; Trainer: Dutt

SC Pfullendorf
Hermanutz – Deufel, Kiefer, Rapp, R. Zimmermann – Busch, Konrad, Leandro, Gerster – I. Lucic, Rogosic; Trainer: Feichtenbeiner

Kicker

Pfullendorfs Gastgeber Stuttgarter Kickers hofft wieder auf den Aufstieg

Das DFB-Urteil bezüglich eines Punktabzugs steht im „Fall Lerandy“ noch aus. Heute geht es bei Regionalligist SC Pfullendorf ausnahmsweise wieder mal schwerpunktmäßig um Fußball. Doch bleibt das Auswärtsspiel (14.30 Uhr) bei den Stuttgarter Kickers von der Affäre nicht gänzlich unberührt.

Obwohl er nach dem „Rüffel“ von DFB und SCP-Vorstand eigentlich nichts mehr zum Thema Lerandy sagen wollte, ließ sich Trainer Feichtenbeiner gestern doch noch einen Kommentar zum Urteil entlocken: „Mark ist sozusagen mit einem blauen Auge davongekommen. Sechs Spiele Sperre, wovon eins mit Pirmasens ja schon abgesessen ist, sind weniger als zu befürchten stand.“

Dann blickte der Coach aufs heutige Spiel in seiner Stuttgarter Heimat: „Ein Punkt wäre okay, ich traue uns aber auch einen Dreier zu!“ Pech jedoch für den SCP: Die Kickers haben nach der jüngsten Hoffenheimer Pleite wieder reale Aufstiegschancen – werden also wohl „Gas geben“. Feichtenbeiner: „Der stärkste Mannschaftsteil ist das Mittelfeld. Da sind sie mit Benda, Gambo oder Weller torgefährlicher als wir.“ Weniger Sorgen bereitet ihm der Sturm mit Vaccaro und Ex-Nationalspieler Sean Dundee, die im Winter Okpala (nach Siegen gewechselt) und Mesic (jetzt für die TSG Hoffenheim am Ball) ersetzt haben: „Sind die fit, sind es Granaten. Aber ihnen fehlen noch paar Prozent!“

Beim SCP fehlt außer Mark „frutti di mare“ Lerandy noch Patrick Hagg, der Knieprobleme hat. Auch Mark Zeh (Sprunggelenk) und der Langzeitverletzte Helgi Kolvidsson (Kahnbeinbruch sind nicht mit dabei. Damit hat Feichtenbeiner keinen gelernten Abwehrspieler mehr auf der Bank.

Auf personelle Alternativen aus dem Pfullendorfer F-Team muss die Regionalliga-Elf derzeit verzichten. Das Risiko wäre zu groß. Aus Spielerkreisen sickerte zwischenzeitlich nämlich durch: Der Verein hat die Verbandsliga-Kicker des SCP zum Thema „Dopingverstoß-Gefahren“ bislang noch nicht aufgeklärt.

Schwäbische Zeitung

Schaffhauser Trainer bald in Stuttgart?

Schaffhausen – Der Trainer des FC Schaffhausen, Jürgen Seeberger, könnte Gerüchten zufolge bald auf der Gehaltsliste des deutschen Drittligisten Stuttgarter Kickers stehen. Die beiden Vereine, Schaffhausen und Stuttgart, haben eine Gemeinsamkeit. Beide Vereine müssen sich für die nächste Saison nach einem neuen Trainer umschauen. Jürgen Seeberger hatte der Vereinsführung des FC Schaffhausen schon Ende Januar mitgeteilt, dass er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern möchte, sondern nach sieben Jahren in Schaffhausen nach einer neuen Herausforderung suchen möchte.
Der Drittligist aus Stuttgart muss sich ebenfalls nach einem neuen Coach umschauen. Robin
Dutt wird Stuttgart, ebenfalls auf eigenen Wunsch, zum Saisonende verlassen.

Im Umfeld der Stuttgarter Kickers wurde nun während der vergangenen Tage immer wieder der Name des Noch-Trainers des FC Schaffhausen ausgesprochen. Es gibt sogar Stimmen innerhalb des deutschen Vereins die behaupten, dass sich der deutsche Drittligist schon fast mit Jürgen Seeberger einig sei. Offiziell wird dies zwar noch dementiert, doch die Kreise die das Gerücht streuen, sind für gewöhnlich gut informiert.
In Schaffhausen, so teilte der Verein heute mit, sei die Trainerfrage nach wie vor
ungeklärt.

Kanton Online

SZON: Interview mit Trainer Robin Dutt

Interview mit Robin Dutt, Trainer der Stuttgarter Kickers

STUTTGART – Die Stuttgarter Kickers sind am Samstag ab 14.30 Uhr Gastgeber des SC Pfullendorf. Für den SCP ist es ein ganz wichtiges Match, nachdem ja wegen der Doping-Affäre Punktabzug droht. Die Kickers, bei denen es vorige Woche einen Wechsel in der Vereinsführung gab (Anwalt Dirk Eichelbaum für Hans Kullen), haben ihrereseits durch die Niederlage des Tabellenzweiten TSG Hoffenheim auch wieder realistische Chancen im Kampf um den Aufstieg. Sechs Punkte beträgt aktuell der Rückstand auf Hoffenheim bei noch elf ausstehenden Spielen. SZ-Mitarbeiter Dirk Meier sprach mit Trainer Robin Dutt (42), der in den letzten Tagen die regionalen Sportschlagzeilen beherrschte, weil er die „Stukis“ am Saisonende zum SC Freiburg verlassen wird. Doch der der gebürtige Rheinländer mit indischen Vorfahren und schwäbischem Akzent ist ganz offenbar ein Mann mit Prinzipien. Zwar steht der Wechsel in den Breisgau definitiv fest, doch Dutt ist der Name seines künftigen Clubs vor der für heute angekündigten offiziellen Bekanntgabe in Freiburg nicht zu entlocken. Dafür sagt der Finke-Nachfolger, was er über den neuerlichen Dopingfall beim SC Pfullendorf denkt.

SZ: Herr Dutt: Die Medien berichten, dass Sie zur neuen Saison zum Zweitligisten SC Freiburg gehen. Ist das richtig?

Dutt: Es ist nicht bestätigt, wohin ich gehe. Es wurde zwar in vielen Zeitungen darüber berichtet, aber ich bestätige diese Meldungen nicht. Wenn Sie das alles richtig gelesen haben, dann werden Sie dort keine Aussage zu irgendeinem Verein von mir finden. Ich bestätige weder den von Ihnen genannten Vereinsnamen noch einen anderen. Mein neuer Arbeitgeber und ich werden das erst am heutigen Freitag tun.

SZ: Wie Sie meinen, Herr Dutt. Dann lassen Sie uns über das aktuelle Regionalligageschehen sprechen: Ihr Team hat wieder Chancen, doch noch den Aufstieg in die Zweite Liga zu schaffen. Denn Hoffenheim hat zuletzt überraschend beim Karlsruher SC II mit 0:1 verloren.

Dutt: Unsere Mannschaft ist der große Außenseiter, sportlich und auch was den Etat angeht. Bis jetzt hat sich für uns auch noch nichts geändert. Wir wollen eine Serie hinlegen, dann wird man sehen. Meiner Meinung nach ist es auch jetzt noch zu früh, um Aussagen zu machen, die den Aufstieg betreffen.

SZ: Bei den Kickers ist vorige Woche der langjährige Präsident Hans Kullen zurückgetreten. Wie kommentieren Sie diesen Vorgang?

Dutt: Das kommentiere ich überhaupt nicht, weil das Vereinspolitik ist. Ich bin im sportlichen Sektor tätig. Auf diese Aufgabe konzentriere ich mich ausschließlich.

SZ: Aber wird dieser Führungswechsel spurlos an der Mannschaft vorbei gehen oder könnte er Auswirkungen auf das Team haben?

Dutt: Nein, der Wechsel an der Vereinsspitze wird sich nicht auf die Mannschaft auswirken. Das ist auch meine Aufgabe, solche Dinge von den Spielern fern zu halten.

SZ: Ihr nächster Gegner heißt SC Pfullendorf. Dort kracht es momentan nach dem zweiten Dopingskandal binnen dreieinhalb Jahren. Wie beurteilen Sie den Fall?

Dutt: Es ist schon sehr ärgerlich, dass so etwas passiert ist. Zumal der betroffene Spieler ein sehr wichtiger für den SCP ist. Das Ganze hat für mich eine gewisse Tragik. Denn jedes Jahr kämpft Pfullendorf um den Klassenerhalt und dann müssen sie noch mit einem Punktabzug leben. Das tut mir sehr leid und ist sehr schade.
SZ: Sie kennen doch den SC Pfullendorf sehr gut. Was ist denn jetzt dort zu tun?

Dutt: Das ist einzig und allein Sache der Pfullendorfer, da kann ich als Außenstehender nichts dazu sagen. Ich habe ein gutes Verhältnis zu diesem Verein, aber deswegen können wir ihnen am Samstag keine drei Punkte schenken.

SZ: Wie sieht es im Kickers-Lager vor der Partie personell aus?

Dutt: Mir stehen, und das kommt ja selten genug vor, erfreulicherweise alle Spieler zur Verfügung.

SZ: Sie sind mit SCP-Trainer Michael Feichtenbeiner befreundet. Können Sie Ihrem Kollegen im Abstiegskampf nicht ein paar Tipps geben?

Dutt: Michael und der Verein sind so erfahren im Abstiegskampf, dass sie von mir sicher keine guten Ratschläge brauchen. Der Spielplan ist auch so, dass wir schon sehr lange vorher gegen Klubs spielen, die dann gegen Pfullendorf antreten. Da würden meine Hinweise nicht mehr helfen, weil sie nicht mehr aktuell sind.

SZ: Ab der nächsten Saison läuft die Qualifikation für die neue dritte Profiliga. Haben die Pfullendorfer das Zeug für diese Spielklasse?

Dutt: Es würde mich sehr freuen, wenn der SCP die Rahmenbedingungen schaffen kann, die ein Mitspielen um die neue Spielklasse möglich machen. Ich halte es auch für die Pflicht jedes Regionalligisten, den Sprung in die Dritte Liga schaffen zu wollen. Immerhin können die ersten neun Mannschaften aufsteigen. Ich sehe das auch als wichtige Motivation für die Spieler. Die Vorgabe das zu erreichen, muss ja nicht gleich mit einem finanziellen Risiko verbunden sein. Aber die Dritte Liga sollte jeder anstreben und der SC Pfullendorf ist es auch seiner Region schuldig.

Schwäbische Zeitung

Trainernachfolge: Erste Gespräche stehen an

Laut StN von heute wird Stefan Minkwitz definitiv Cotrainer bei den Kickers bleiben und kommt daher nicht als Cheftrainer in Frage. Präsident Dirk Eichelbaum, Walter Kelsch und Manager Joachim Cast werden innerhalb der nächsten 14 Tagen eine Vorauswahl treffen und Gespräche führen. Als erstes mit Alexander Malchow (Großaspach), Peter Zeidler (Nürnberg II) und Michael Feichtenbeiner (Pfullendorf). Feichtenbeiner ist morgen zu Gast im Waldau-Stadion.