Presse zu SSV Ulm – Stuttgarter Kickers II (1:0)

19. November 2007 in Kickers II, News

Ohne Erfolgserlebnis haben dagegen die Stuttgarter Kickers II die Rückreise von ihrem Spiel beim SSV Ulm antreten müssen. Doch selbst die Ulmer sprachen hinterher von einem äußerst glücklichen 1:0-Sieg. Bereits nach 16 Minuten hatte Miguel Coulibaly mit einer feinen Einzelleistung das Tor des Tages erzielt. Die Kickers bestimmten nach dem frühen Rückstand zwar den Rhythmus der Partie, ließen aber vor dem Ulmer Tor die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. So war dann auch der Kickers-Trainer Björn Hinck mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht. „Positiv ist sicher, dass wir den spielerischen Aufwärtstrend auch gegen Ulm fortgesetzt haben. Einzig dass wir es trotz bester Möglichkeiten verpasst haben, Tore zu schießen, ist sehr ärgerlich“, sagte Hinck.

Stuttgarter Zeitung

FUSSBALL / Neuer Beweis gegen Kickers: Erst Führung, dann Schlendrian

Spatzen im Spannungsloch

Fußball-Oberligist SSV Ulm 1846 im Spannungsloch: Im Gefühl der Dominanz lässt die Mannschaft nach. Die Offensive wird von der Vorzeigeabteilung zur Problemzone. Der in die Kritik geratene Miguel Coulibaly gibt beim 1:0 gegen die „kleinen Kickers“ die Antwort auf dem Platz.

WINFRIED VOGLER

Die Kritik war hart, die Situation nicht leicht – aber die Antwort deutlich. Und die gab Miguel Coulibaly auf dem Platz. Mit seinem Oberliga-Saisontor Nummer fünf erzielte er den Siegtreffer zum 1:0 (1:0) über die Stuttgarter Kickers II und bescherte dem SSV Ulm 1846 damit in einer mäßigen Partie drei wichtige Punkte im Kampf um die Qualifikation zur Regionalliga.

Drei Spiele in Folge hatte der 35-jährige Stürmer zuvor nicht mehr getroffen und war damit ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Der Super-Trumpf unter den Taten ist dabei für einen kriselnden Offensivspieler immer noch ein entscheidendes Tor. Das dem Senegalesen gegen die „Blauen“ aus Degerloch eben in der 16. Minute geglückt ist.

„Er hat die passende Antwort gegeben“, sagte Trainer Paul Sauter. „Ich freue mich für ihn, das hat er verdient.“ Und Mannschaftskapitän Patrick Neumann streichelte mit warmen Worten: „Baba hatte einen kleinen Durchhänger. Aber wir wissen doch alle, was er kann.“

Dass er noch nicht die Form der vergangenen Saison hat, in der er stolze 23 Tore erzielte, bewies die Szene aus der 9. Minute, als Coulibaly schon Torwart Julian Hauser ausgespielt hatte, den Ball aber aus spitzem Winkel am leeren Tor vorbei zirkelte. „Ich glaubte mich im falschen Film, als er diesen Ball nicht rein machte“, gestand Coach Sauter, der jedoch klarstellte: „Miguel arbeitet viel für die Mannschaft, er darf diesmal besonders gelobt werden.“ Das empfanden auch die Fans, von denen einige nach dem Spiel in den Katakomben des Donaustadions dem Schützen Coulibaly persönlich ihre Wertschätzung in Worten überbrachten.

Klartext geredet hatte zuvor schon Trainer Sauter, für den der achte Sieg im elften Spiel unter seiner Amtszeit kein Schritt nach vorne gewesen ist. Trotz des Sprungs auf Tabellenrang zwei mochte er nichts schönreden. „Das war ein Rückschritt“, stellte er ernüchtert fest. Es ist ein Phänomen, dem der Coach in den nächsten Tagen auf den Grund gehen will: Im Gefühl der Dominanz lässt seine Mannschaft nach. Nach Führungen schleicht sich der Schlendrian ein. Beim VfR Mannheim, in Kirchheim und vorgestern eben auch gegen die Kickers. Psychologen nennen diese allzu menschliche Reaktion „Spannungsloch“. Sprich: Ein Abfall der Konzentration nach einer anspruchsvollen Leistung.

„Die Sache ist mir ein Rätsel, warum wir es uns so schwer machen“, fragt sich Sauter. Was der Mannschaft derzeit zweifellos fehlt, ist der Killerinstinkt. Obwohl die Platzherren im ersten Durchgang das Spiel über weite Strecken beherrschten, kam außer dem Führungstreffer nicht mehr Zählbares heraus. Paul Sauter vermisst „die Torabschlüsse“. Obwohl er in den vergangenen Wochen das Trainingspensum erhöht hat, sieht er keine physischen Probleme. „Wir gehören zu den körperlich besten Mannschaften.“ Was den Trainer stört, sind die vielen Ballverluste, „denen wir unnötig hinterher laufen müssen.“

Was auch gegen die Kickers-Zweite über Gebühr der Fall war. Damit dies beim Auswärtsspiel am kommenden Samstag in Bahlingen besser wird, soll ein Schwerpunkt im Training in dieser Woche die Ballsicherheit und das Spielen risikofreier Pässe werden.

Südwest Presse

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