Vorberichte: Stuttgarter Kickers – SSV 05 Reutlingen

19. Oktober 2007 in Kickers I, News

Die Kickers und der SSV: Vergleiche sind erlaubt

Zwischen den beiden Fußball-Regionalligisten gibt es viele Parallelen – Beim Derby stehen morgen vor allem die Trainer im Blickpunkt
 

STUTTGART. In der Regionalliga treffen morgen (14 Uhr, Gazistadion) die Stuttgarter Kickers auf den SSV Reutlingen. Ein brisantes Derby, aus verschiedenen Gründen. Deshalb sagt der Kickers-Manager Joachim Cast: „Das ist der ideale Gegner zum jetzigen Zeitpunkt.“

Von Joachim Klumpp

Reutlingens Trainer Peter Starzmann hat am vergangenen Samstag das WFV-Pokalspiel zwischen Kirchheim und den Kickers verfolgt. Allzu viel Schrecken dürfte ihm der Gegner von morgen allerdings nicht eingejagt haben, nachdem der sang- und klanglos mit 0:3 beim Oberligisten verloren hatte. Reutlingen war zuvor mit einem Sieg in Schwieberdingen in die nächste Runde eingezogen. Ansonsten aber gibt es viele Parallelen zwischen den Kickers und dem SSV. Auch wenn der Kickers-Trainer Zeidler betont: „Wir haben noch fünf Punkte Vorsprung.“

Die Trainer: Ob einer der beiden Fußballlehrer nach dem Spiel den Schwarzen Peter hat? Man kann jedenfalls nicht gerade behaupten, dass die beiden Trainer Peter Zeidler (Kickers) und Peter Starzmann (Reutlingen) fest im Sattel sitzen. Bei den Kickers gab es nach der Pokalpleite nochmals eine Schonfrist, doch bei einer erneuten Niederlage könnte die Geduld der Macher erschöpft sein; und die ist auch in Reutlingen nicht unendlich, zumal die Mannschaft in diesem Jahr erst drei und in dieser Saison sogar erst einen Sieg auf dem Konto hat. Dennoch geben sich beide gelassen: „Ich kenne im Sport keine Angst“, sagt Zeidler, „auch wenn ich weiß, dass am Samstag einiges auf dem Spiel steht.“ Und sein Reutlinger Kollege sagt: „Vielleicht ist die Erwartungshaltung einfach zu hoch. Bei beiden Vereinen.“

Die Mannschaft: Bei den Kickers hat der Trainer am vergangenen Sonntag zum letzten Mittel gegriffen und vier Spieler suspendiert – „obwohl es keine Stinkstiefel waren“, wie er gestern betonte. „Aber es hat einfach intern nicht gepasst.“ Darunter waren Markus Ortlieb und Nico Beigang, zwei von sechs Neuzugängen. „Insgesamt haben diese Spieler die Erwartungen sicher noch nicht so erfüllen können wie erhofft“, sagt Zeidler, wobei Benedikt Deigendesch sowie Saban Genisyürek von vornherein eher Perspektivspieler waren. Auch beim SSV tun sich die Neuen schwer, von dem halben Dutzend im Sommer gekommenen Spielern hat sich allenfalls Robert Vujevic durchsetzen können.

Die Funktionäre: Auch da gibt es durchaus Berührungspunkte. So hat der Kickers-Manager Joachim Cast lange Zeit in Reutlingen gespielt. Der ehemalige Kickers-Präsident Hans Kullen wiederum steht kurz vor einer Rückkehr zum SSV (wo er ebenfalls schon Präsident war, allerdings nur einige Wochen) und jetzt die Funktion des sportlichen Leiters übernehmen soll.

Die Finanzen: Es ist ein offenes Geheimnis, dass die beiden Clubs nicht gerade auf Rosen gebettet sind. Den SSV Reutlingen drücken noch Altlasten und Rückzahlungen, zum Beispiel an die Finanzbehörden. Die Kickers wiederum leben praktisch von der Hand in den Mund und können sich ebenfalls keine großen Sprünge leisten. „Deshalb ist das Ausscheiden im Pokal besonders bitter“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum. Inwieweit sich die Situation bei einer Qualifikation für die dritte Liga verbessern würde, bleibt abzuwarten. Denn die avisierten Fernsehgelder in Höhe von 650 000 Euro sind „zu wenig“, heißt es bei beiden Clubs unisono.

Die Fans: Beide Vereine haben ihren kalkulierten Zuschauerschnitt im Vergleich zum Vorjahr nach oben geschraubt, die Kickers auf 3000, Reutlingen sogar auf 4000. Doch außer im Spiel gegen Burghausen hat die Mannschaft von der Kreuzeiche diese Marke nie erreicht; deshalb droht dem SSV noch Unheil mit dem DFB, da dieser dem Verein besondere Auflagen auferlegt hat. Die Kickers liegen bislang zwar im Soll, doch die Tendenz ist fallend, zuletzt waren es weniger als 3000 Besucher. Und auch morgen ist man weit davon entfernt, die Vorjahreszahl (6000) zu erreichen. „Wir rechnen mit 3000 bis 5000 Besuchern“, sagte Joachim Cast.

Die Verletztenliste: Bei den Kickers haben in dieser Woche die beiden Kapitäne Jens Härter (Innenbanddehnung) und Oliver Stierle (Hexenschuss) bisher nicht mittrainieren können, so dass ihr Einsatz stark gefährdet ist. Auch der SSV hat Sorgen, weil ausgerechnet die defensiven Mittelfeldakteure Vujevic (Grippe) und Otto (Oberschenkel) fraglich sind. Sicher ausfallen wird der Innenverteidiger Aybar wegen einer Gelbsperre.

Stuttgarter Zeitung

Turbulente Tage bei den Kickers
Zukunft von Trainer Zeidler ungewiss – Kullen erneuert finanzielle Forderungen
 
Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers durchleben vor dem Derby gegen den SSV Reutlingen – mal wieder – turbulente Tage. Die sportlichen Auftritte des Fußball-Regionalligisten sorgen für Unmut im Umfeld, Trainer Peter Zeidler droht gar der Rauswurf. Zudem ist die finanzielle Situation des Vereins weiter unklar.

VON STEFAN KLINGER

Peter Zeidler besitzt gute Nerven. Die Kritik, die seit der Pokalpleite beim Oberligisten VfL Kirchheim (0:3) auf den Coach einprasselt, ist groß – kümmert Zeidler aber kaum. Dabei ist die Lage für den 45-Jährigen prekär. Es gilt als sicher, dass er bei einem erneut schwachen Auftritt seines Teams am Samstag (14 Uhr, Gazistadion) gegen den SSV Reutlingen entlassen wird. Zeidler bleibt dennoch entspannt. „Ich habe keine Angst“, sagt er energisch, „ganz im Gegenteil: Ich kann es kaum erwarten, dass die Partie beginnt.“ Der Kickers-Trainer ist zuversichtlich, dass die Blauen im sechsten Anlauf den ersten Heimsieg einfahren.

Denn Peter Zeidler ist sich sicher, dass seine Maßnahmen am Samstag im Spiel gegen Reutlingen greifen. Nach dem Pokal-Aus am vergangenen Wochenende verbannte er Sascha Benda, Sven Sökler, Nico Beigang und Markus Ortlieb in die Oberligamannschaft. „Wir brauchen mehr Leidenschaft im Team und eine totale Identifikation eines jeden Spielers mit seinem Mitspieler“, sagt Peter Zeidler, „durch das neue Mannschaftsgefüge ist das besser möglich.“ Der neue Teamgeist ist Zeidlers große Hoffnung – und seine letzte Chance. Denn obwohl die Blauen als Achter weiter auf Kurs in Richtung Qualifikation für die dritte Liga sind, sorgt die Art und Weise, wie sich die Kickers-Mannschaft auf dem Platz präsentiert für Ärger.

Neben der Unzufriedenheit im sportlichen Bereich plagt das Präsidium noch eine andere Sorge. Ex-Präsident Hans Kullen fordert Geld. „Seit 1. Juli warte ich auf 53 000 Euro, die mir zustehen. Zudem werden am 31. Dezember Zinsen aus meinem Darlehen in Höhe von 50 000 Euro fällig“, sagt Kullen. Weil er bislang erst ein ergebnisloses Gespräch mit der neuen Vereinsführung geführt habe, sorge er sich um sein Geld. Zumal Kullen die größte Forderung einer Rückzahlung im kommenden Sommer stellt: Am 30. Juni endet laut Kullen eine Rangrücktrittserklärung, die er für sein Darlehen unterschrieben habe. Die Kickers müssten dann 450 000 Euro überweisen.

Kickers-Chef Dirk Eichelbaum stellt das alles in Frage: „Ich weiß nur, dass es eine Zahlung von Hans Kullen an den Verein gegeben hat. Ich warte aber seit Wochen darauf, dass er uns das Original des Darlehensvertrages zeigt.“ Kommende Woche treffen sich Eichelbaum und Kullen, um die Formalitäten zu besprechen. Sicher ist bis dahin nur: Ob auf dem Feld oder hinter den Kulissen – die turbulenten Tage bei den Blauen dauern noch eine Weile an.

Stuttgarter Nachrichten
„Wir freuen uns auf ein Erfolgserlebnis“

Die Stuttgarter Kickers schwanken vor dem Derby zwischen Verdrängungstaktik und Jetzt-erst-recht-Stimmung
 
Von Beate Wockenfuß

Stuttgart – Dass bei Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers nach schwachen Ligaspielen und der herben 0:3-Pokalpleite zuletzt beim Oberligisten VfL Kirchheim die Luft brennt, nein, das sei überhaupt nicht der Fall. Auch dass es nach zwei Punkten in den bisherigen fünf Heimspielen für Trainer Peter Zeidler langsam eng wird, weist man unter dem Fernsehturm energisch von sich. Im Gegenteil. Der Coach und Manager Joachim Cast demonstrieren Einigkeit und Zuversicht – das Duo geht fest davon aus, dass die Negativserie morgen (14 Uhr) beim Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten SSV Reutlingen reißt.

Ausgerechnet in dem Derby liegen nun die großen Hoffnungen der Kickers. Die Hoffnungen auf die Wende, die die ewigen Kritiker verstummen lassen soll. Es gebe keine Krise, schließlich sei man ja nicht Tabellen-18., sondern 8. Und bei unterklassigen Vereinen könne man schon mal verlieren. „Es wird aber besser im nächsten Spiel“, verspricht Zeidler, der es sichtlich kaum noch erwarten kann, dass die Partie angepfiffen wird. „Wir sind heiß, voller Tatendrang“, sagt er, rutscht dabei unruhig auf seinem Stuhl hin und her und ballt die Fäuste. Und dann ergänzt er selbstbewusst: „Wir freuen uns auf ein Erfolgserlebnis.“
Spieler sprechen sich aus
Für ihn sei es kein Schicksalsspiel, betont der Coach: „Ich weiß sehr wohl, dass etwas auf dem Spiel steht, aber solche geflügelten Worte wie Schicksal passen einfach nicht in den Fußball.“ Genauso wenig wie das Wort Angst übrigens. „Die habe ich nicht, denn ich weiß, dass die Mannschaft zu hundert Prozent zu mir steht.“ Geht es nach Cast, muss Zeidler auch keine Angst haben. Was bei einer Niederlage morgen passiert? „Damit beschäftige ich mich nicht“, wehrt der Manager jegliche Gedanken an das nächste Schreckensszenario ab. Er wolle sich nicht der „negativen Grundhaltung“ des Umfelds anschließen. Stattdessen berichtet er von dem neuen Gefühl, das er bei der Mannschaft ausgemacht habe: „Nachdem auch die Spieler untereinander Tacheles geredet haben, herrscht eine Jetzt-erst-recht-Stimmung.“

Auf neue Gefühle setzt auch Zeidler – nämlich auf diejenigen, die in Kirchheim offensichtlich fehlten: Leidenschaft und Identifikation. „Es war ein katastrophales Spiel, für das ich als Trainer natürlich auch die Verantwortung übernehme“ – diese Feststellung war ihm wichtig. Und auch die: „Ich erwarte Respekt vor meiner Arbeit, vor meinem hundertprozentigen Einsatz für die Kickers und auch vor meiner Person.“ Nun habe man intern einige Dinge geändert, vier Spieler suspendiert und sich mit dem Rest noch konzentrierter auf die wichtige Partie gegen Reutlingen vorbereitet. „Die Aufgaben sind für jeden jetzt noch klarer definiert“, berichtet Zeidler.

Also alles paletti bei den Kickers? Eine Antwort gibt es morgen ab 14 Uhr im Gazi-Stadion.
 
Eßlinger Zeitung

Vorschau

Spielinfos:

Anstoß: 20.10.2007 14:00
Stadion: GAZI-Stadion auf der Waldau

Schiedsrichter: Steinberg (Korntal)
Assistenten: Kugele (Stuttgart), Paulat (Schönebürg)

Stuttgarter Kickers: Nach der Suspendierung von vier Spielern stehen die Verteidiger Leist und Baradel im Kader. Die angeschlagenen Härter und Stierle sind fraglich.

SSV Reutlingen 05: Für Aybar (Gelbsperre) rückt Liotte in die Verteidigung. Unger (Oberschenkelzerrung) fehlt. Vujevic (Grippe) und Otto (Oberschenkel) sind fraglich.

Aufstellung

Stuttgarter Kickers
Yelldell – Steinle, Yildiz, Härter, Stierle – Parmak, Akcay, Gambo, Mann – Kacani, Vaccaro; Trainer: Zeidler

SSV Reutlingen 05
Hoffmeister – Maroh, Liotte, Kirsch, Scheuring – Rill, Vujevic, Otto, Janic – Schipplock, C. Haas; Trainer: Starzmann
 
Kicker

Stuttgarter Kickers: Derby als Knackpunkt?

Zeidler unter Druck
Die vier Spieler Markus Ortlieb, Sascha Benda, Nico Beigang und Sven Sökler hat Trainer Peter Zeidler am Sonntag in Absprache mit dem Präsidium suspendiert, doch auch seine Stelle bei den zuletzt arg enttäuschenden Stuttgarter Kickers ist gefährdet.
Das Derby gegen Reutlingen sei „eine Nagelprobe, bei der wir den ersten Heimsieg sehen müssen“, sagt Präsidiumsmitglied Walter Kelsch. „Wir lassen uns durch den achten Tabellenplatz nicht blenden, wir haben bisher noch keine konstante Leistung über 90 Minuten gezeigt.“

Er setzt Zeidler unter Druck, indem er erklärt, dass „es auch um seinen Job geht“. Präsident Dirk Eichelbaum stellt aber klar: „Es kommt auf die Art und Weise an, wie sich die Mannschaft entwickelt. Es zählt die Leistung, nicht nur das Ergebnis.“ Der Trainer ist derweil überzeugt, dass sein Team nach den Suspendierungen besser funktioniert. „Das Gefüge ist nun besser“, sagt Zeidler. „Wir werden in den nächsten Wochen stärker werden. Normalerweise kann ich keinen Sieg versprechen, aber wir schlagen Reutlingen.“

Matthias Jung

Kicker

SSV-I: Derby unterm Fernsehturm

Nach dem spielfreien Wochenende greift der SSV Reutlingen am Samstag wieder ins Geschehen ein. Beim Derby gegen die Kickers hoffen die »Starzmänner« auf den ersten Auswärtsdreier, zumal das Team aus Degerloch zuhause bislang wenig überzeugte.

[Daniel Hipp] – Die Gastgeber stehen in der laufenden Runde noch ohne Sieg im eigenen Stadion da und verabschiedeten sich letzte Woche aus dem wfv-Pokal mit einer 0:3-Niederlage beim Oberligisten VfL Kirchheim. Übrigens erzielte Feriz Meha, der zwei Jahre ältere Bruder unseres Spielers Alban Meha, dabei zwei Treffer. Sportlich läuft es beim Team von Peter Zeidler momentan also alles andere als rund, die Konsequenzen zog der Kickers-Coach prompt nach der Pokalpleite: Mit Markus Ortlieb, Sascha Benda, Nico Beigang und Sven Sökler beorderte er 4 Spieler in die Oberliga-Mannschaft, wobei Zeidler die fehlende Identifikation mit dem Verein und mangelnde sportliche Leistung kritisierte. Bei den Kickers ist das Klima also mächtig angespannt und man darf gespannt sein, wie sich das Zeidler-Team am Wochenende präsentiert.

SSV ohne Aybar und Unger

Der SSV Reutlingen machte es im wfv-Pokal besser als die Kickers und gewann in Schwieberdingen mit 2:0 durch Tore von Schipplock und Bischoff. In dieser Partie zog sich Markus Unger eine starke Oberschenkelzerrung zu, so dass der 25-jährige am Samstag auf jeden Fall ausfällt. Auch SSV-Kapitän Ilker Aybar kann nur zuschauen, der Reutlinger Abwehrchef ist durch einen Leistenbruch außer Gefecht gesetzt und muss in nächster Zeit operiert werden. Für ihn könnte Josue Liotté zu seinem ersten Punktspieleinsatz für die Nullfünfer kommen. Der Neuzugang aus Saarbrücken spielte bereits sowohl im Pokal als auch im Langner-Abschiedsspiel an der Seite von Patrick Kirsch und erledigte seinen Job ordentlich.
Aufwärts geht es bei Samer Khalil, der sich wieder im Training befindet und gegen Freiburg erste Gehversuche unternahm. Beim Ausgleichstreffer von Vujevic leistete er die Vorarbeit. Gegen die Stuttgarter Kickers steht Khalil wohl wieder im Kader, für einen längeren Einsatz wird es aber noch nicht reichen.

Viel Brisanz ist beim Derby unterm Fernsehturm gegeben, vielleicht kann der SSV die momentane Unruhe im Kickers-Umfeld ausnutzen und den ersten Auswärtssieg der Saison einfahren. Wer nicht mit dem PKW nach Stuttgart fährt, hat die Möglichkeit mit dem Fanbus oder per Bahn mit der Szene E zu fahren. Näheres findet man unter der Rubrik „Nächster Gegner“. Hoffen wir also auf eine große Kulisse im GAZi-Stadion, dann ist für das Starzmann-Team in Degerloch sicherlich einiges möglich.

SSV News

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