Es hat nicht sollen sein – 1:1-Unentschieden gegen Burghausen

29. September 2007 in Kickers I, News

Kickers – SV Wacker Burghausen 1:1 (0:1)

Auch das fünfte Heimspiel der Saison konnten die Kickers nicht gewinnen. Gegen den Zweitligaabsteiger Wacker Burghausen reichte es vor 2710 Zuschauern im GAZi-Stadion auf der Waldau nur zu einem 1:1 (0:1) Unentschieden. Wie so oft gingen die Gäste mit der ersten Chancen durch den Kopfballtreffer von David Solgo mit 0:1 in Führung (30.). Nach der Pause wurden die Kickers aber immer stärker und hatten viele gute Möglichkeiten. Der verdiente Ausgleich fiel per Foulelfmeter, den Angelo Vaccaro sicher verwandelte (72.).

Zur Aufstellung:

Vor David Yelldell im Kickers-Tor spielten heute Moritz Steinle, Jens Härter, Marcel Rapp und Oliver Stierle in der Abwehrreihe. Im Mittelfeld spielten Mustafa Akcay, Marcus Mann und Bashiru Gambo zenral, auf den Flügeln liefen Mustafa Parmak und Angelo Vaccaro auf hinter dem einzigen Stürmer Sokol Kacani. Auf der Bank nahmen zunächst Recep Yildiz, Marco Tucci, Dominique Rodrigues, Sascha Benda, Benedikt Deigendesch, Sven Sökler und Ersatzkeeper Manuel Salz Platz.

Zum Spielverlauf:

Die Kickers liefen heute aufgrund der tollen Auswärtsbilanz in ihren Auswärtstrikots auf, doch in den ersten zwanzig Minuten passierte eigentlich gar nichts. Beide Abwehrreihen ließen nichts zu, wobei sie von den Offensivkräften auch nicht gefordert wurden. Die erste nennenswerte Möglichkeit hatte Angelo Vaccaro, als er den öffnenden Pass von Mustafa Parmak kurz annahm und vom Strafraumeck abzog, doch sein Schuss ging leider knapp am rechten Pfosten vorbei (20.). Die Kickers taten sich wieder schwer, viele Fehlpässe störten einen schnellen Aufbau, schöne Spielzüge über mehrere Stationen gab es nicht. So kam es leider wieder wie so oft in den letzten Heimspielen: Der Gegner kommt zum ersten Mal vor das Tor von David Yelldell und dieser muss gleich hinter sich greifen. Einen Freistoß köpfte David Solga aus elf Metern ins rechte Ecke zur 0:1 Gästeführung. Der Burghausener stand völlig frei, die Zuteilung stimmt leider in dieser Situation in der Kickers-Hintermannschaft überhaupt nicht.
Mit dem Pausenpfiff aber fiel fast der Ausgleich. Ein langer Ball von Moritz Steinle flog auf den zweiten Pfosten, das Mißverständnis zwischen den Gästeabwehr und dem keeper nutzte Sokol Kacani, der im Fallen an den Ball kam und mit der Fußspitze die Kugel an den Pfosten lenkte.

Mit dem 0:1-Rückstand ging es in die Pause. Beide Trainer wechselten zum zweiten Durchgang nicht, doch den Kickersspielern merkte man sofort an, dass sie hier heute gewinnen wollten. Das erste Ausrufezeichen setzte wieder der starke Angelo Vaccaro, als er einen langen Ball stark mitnahm, seinen Gegner abschüttelte und mit rechts leider knapp über das Tor verzog (46.). In der 50. Minute schwamm die beste Abwehr der Liga mit nur sieben Gegentreffern gewaltig, als zunächst Mustafa Parmak und Bashiru Gambo die Schusschancen hatten, im Nachschuss der Versuch von Mustafa Akcay aber zu unplatziert war.
Eine Flanke von Mustafa Parmak verarbeite Bashiru Gambo wunderbar, legte dann quer auf Angelo Vaccaro, der mit seinem Seitfallzieher den Gästekeeper Riemann erneut prüfte. Doch der junge Keeper bekam die Fäuste hoch und konnten den Schuss über die Latten lenken (65.). In der 72. Minute fiel dann endlich der verdiente Ausgleich: Mustafa Parmak setzte sich gegen seinen Gegenspieler Satilmis durch, der sich im Strafraum nur noch mit einem Foul zu helfen wusste und den Kickers-Spieler deutlich am Oberarm festhielt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Angelo Vaccaro sicher mit seinem Schuss flach ins linke Eck (72.).
Die Gäste, die auch in den zweiten Hälfte kaum etwas für ihr Offensivspiel taten, hatten in der 76. Minute ihre eigentlich zweite Möglichkeit im Spiel: Hertl köpfte einen Freistoß Richtung Torwinkel, doch David Yelldell streckte sich lange und fischte mit den Fingerspitzen den Ball noch aus dem Eck heraus. Nur zwei Minuten später wieder das Duell zwischen Gästekeeper Riemann und Kickers-Stürmer Angelo Vaccaro: Erneut legte Bashiru Gambo mustergültig auf ihn ab, doch den Schuss konnte der Keeper wieder über die Latte abwehren. Die einzige Konterchance der Gäste vereitelte David Yelldell, als er mit seiner Handabwehr vor Teinert die Kugel resolut entschärfen konnte (82.).
So blieb es beim 1:1-Unentschieden, denn in der Schlussminuten ließ doch die Kraft bei den Kickers nach, um eine letzte Drangphase zu starten. Und leider sollte es auch heute nicht mit dem ersten Heimsieg klappen …

Die Trainerstimmen:

Ingo Anderbrügge: „Ich denke wir haben heute eine sehr gute erste Halbzeit meiner Mannschaft gesehen. Wir spielten sehr kontrolliert, haben die Räume eng gemacht und den Gegner zu Fehlpässen und langen Bällen gezwungen. So mussten wir kaum Chancen zulassen und konnten uns selbst unsere Möglichkeiten erarbeiten. Durch den Kopfballtreffer sind wir dann verdient in Führung gegangen. Zur zweiten Halbzeit hat Stuttgart immer mehr Druck ausüben wollen und können, aber wir hatten das Spiel weitestgehend im Griff. Leider haben wir in der zweiten Halbzeit vergessen nach vorne zu spielen und die Konter zu fahren. Dort waren wir viel zu unkonzentriert und haben die Bälle zu schnell wieder verloren. Wir hätten das Spiel aktiver nach vorne gestalten müssen, um hier wirklich gewinnen zu können.“

Peter Zeidler: „In der ersten Halbzeit waren von der Balleroberung her sehr gut, haben aber in vielen Situationen den Ball wieder viel zu schnell verloren und mussten dann hinterherlaufen. Durch die erste Chance kriegen wir leider wieder den Gegentreffer. So war es ein unglücklicher Halbzeitstand, normal steht so ein Spiel 0:0 Unentschieden. Zur zweiten Halbzeit haben sich die Zuschauer sehr gut verhalten und uns super unterstützt. Wir kamen zu klaren Torchancen und haben dem Gegner selbst kaum Chancen zugelassen. Leider kam das 1:1 so spät, aber wir hatten es uns wirklich verdient gehabt und das Spiel im zweiten Durchgang klar dominiert.
Das Fazit für heute: Für die engagierte Leistung und die Steigerung in der zweiten Halbzeit hätten wir und die Zuschauer einen Sieg verdient gehabt. Auf der Leistung insgesamt lässt sich aber aufbauen, jetzt fahren wir voller Vorfreude zum Auswärtsspiel nach Aalen.“

Die Spielstatistik:

Kickers: David Yelldell – Moritz Steinle, Jens Härter, Marcel Rapp (69. Recep Yildiz), Oliver Stierle – Mustafa Akcay, Marcus Mann (69. Dominique Rodrigues), Mustafa Parmak, Bashiru Gambo – Angelo Vaccaro, Sokol Kacani (81. Marco Tucci)- Trainer: Peter Zeidler

Burghausen:Riemann – Lastovka, Palionis, Matiasovits, Satilmis (76. Jovanovic) – Hertl, Solga (90. Oslislo), Bonimeier, Schultz – Neubert (65. Doll), Teinert – Trainer: Anderbrügge

Zuschauer:
2.710 Fans im GAZi-Stadion auf der Waldau

Torfolge:
0:1 Solga (29.)
1:1 Vaccaro (72., Foulelfmeter)

Schiedsrichter:
Robert Kempter (Saulgau)

Verwarnungen:
Gelbe Karten: Stierle, Akcay, Vaccaro – Lastovka, Satilmis, Solga,Teinert

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Starker Riemann hält Wacker den Punkt fest

Am Ende konnten die Kicker von Trainer Ingo Anderbrügge mit dem Punkt bei den Stuttgarter Kickers noch hochzufrieden sein. Nach einer großenteils ordentlich geführten 1. Halbzeit führte Burghausen durch ein Tor von David Solga nach 30 Minuten mit 1:0. In der zweiten Hälfte konnte der SVW kaum mehr mit Konzept spielen und die Kickers glichen durch Angelo Vaccaro per Elfmeter (72.) verdient aus. Die Schwaben hätten die Partie durchaus gewinnen können. Dann wären keine Beschwerden angebracht gewesen. Dank Manuel Riemann blieb es beim Remis.

Manuel Riemann war der Turm in der Schlacht. Hier pariert er gegen Sokol Kacani

Zu Beginn agierte Wacker sehr präsent. Die normalerweise recht offensiven Schwaben fanden kein Mittel, um sich gefährlich einzusetzen. Burghausen versuchte schnell nach vorne zu spielen. Das ging vor allem zwischen der 20. und 35. Minute recht gut. Dennoch kam Kickers-Schlussmann David Yelldell nur selten wirklich in Gefahr.

Führung durch Solga per Kopf

Trotz optischer Überlegenheit fehlte der letzte Druck auf das Tor der Schwaben, die durch Gambo (23.) und Vaccaro (24.) die gefährlicheren Szenen verzeichneten. Bei erst genannter Aktion rettete Manuel Riemann wirklich glänzend. Die Führung für Wacker entstand durch einen schönen Freistoß von Levente Schultz, der genau den Kopf von David Solga fand. Dessen zweites Saisontor brachte die Führung nach einer halben Stunde. Aber anstatt danach konsequent und mit Köpfchen auf das zweite Tor, das an diesem Nachmittag sicherlich die Entscheidung gebracht hätte, zu spielen, vergeigten die Burghausen gute Konterchancen durch billige Fehlpässe. Fehlpässe, die nicht durch Bedrängnis hervorgerufen wurden. Stuttgart war zu diesem Zeitpunkt total von der Rolle und zu keinem ordentlich gespielten Ball mehr fähig. Drei gute SVW-Angriffsaktionen wurden durch simple Fehler leichtfertig vergeben. Die Führung zur Pause war aber auf alle verdient. Allerdings hätte der Gastgeber Sekunden vor dem Pausentee den Ausgleich machen müssen. Vaccaro traf nur den Pfosten.

Zweite Halbzeit: Wacker verliert den Plan

In der Halbzeit fanden die Kickers ihre Leidenschaft wieder und kämpften bis zum Umfallen. Gekämpft hat Burghausen auch, aber ohne Stabiliät im System. Wie schon gegen Haching, das vom Spielermaterial deutlich stärker als Kickers besetzt ist, brach vor allem das Mittelfeld ziemlich auseinander. Die Stuttgarter hatten dort leichtes Spiel. Und so schwamm letztendlich auch die Defensive. Nur ein absolut starker Manuel Riemann verhinderte durch viele gute Reaktionen Schlimmeres. Die Kickers tauchten sicherlich zehnmal gefährlich im Strafraum auf. Nicht immer war es gefährlich, aber immer brenzlig. Der Ausgleich fiel dann durch einen Elfmeter. Dilaver Satilmis, der in der ersten sehr gut gespielt hatte, musste wohl Stuttgarts Härter im Strafraum am Trikot gezupft haben. Vaccaro nutzte den Elfer zum verdienten Ausgleich (72.).

Fast hätte Teinert noch getroffen

Erst in den letzten 10 Minuten fing sich Wacker wieder. Der Wille zum Kampf war zumindest bei einigen vorhanden und fast hätte Christoph Teinert noch den Siegtreffer aus kurzer Entfernung markiert. Doch der Winkel war in der 90. Minuten zu spitz. Es ist schon komisch: Was Burghausen an Pech bei Verletzungen hat, hat es Glück im Spiel. Jetzt muss das System endlich mal wieder über 90 Minuten durchgebracht werden, dann geht noch viel mehr in dieser Liga. Hier gibt es keine wirkliche Klassemannschaft. Einen Punkt hat der SVW auf die Spitze aufgeholt.

Homepage Wacker Burghausen

Weitere Berichte:
Bericht von Groundhopper Roland Kübert aus Leinfelden
Bericht von Fair_Ground_06

1 Antwort zu Es hat nicht sollen sein – 1:1-Unentschieden gegen Burghausen

  1. Am 2. Oktober 2007 sagte Case:

    Hi, freut mich, dass ihr meinen Bericht verlinkt habt. 🙂

    Mein Kollege Hubert Hérenger schreibt auch immer ganz nette Berichte, also mache ich mal uneigennützig Werbung für seine Seite; den Bericht über das Burghausenspiel könnt ihr hier finden: http://tinyurl.com/2rpgz9 .

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