Presse zu Stuttgarter Kickers – Wacker Burghausen (1:1)

1. Oktober 2007 in Kickers I, News

Parmak und Gambo – das passt

Die beiden Kickers-Spieler sorgen zusammen mit Vaccaro im Mittelfeld für die Lichtblicke

STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers sind in der Fußball-Regionalliga zu Hause zwar weiter sieglos, doch das 1:1 gegen Wacker Burghausen war ein Fortschritt. „Leider sind wir für unsere Leistung nicht ganz belohnt worden“, sagt der Manager Joachim Cast.

Von Joachim Klumpp

Der Trainer Peter Zeidler hob sich seinen Griff in die Trickkiste dieses Mal bis kurz vor Anpfiff auf. Nachdem unter der Woche sieben harte Trainingseinheiten auf dem Programm standen, ließ sich der Coach am Samstag doch noch etwas Besonderes einfallen. Seine Spieler liefen in den gelben Auswärtstrikots auf, was wohl den Heimkomplex aus den Kleidern schütteln sollte. „Zuletzt gegen Sandhausen hat sich die Mannschaft noch etwas gesträubt, diesmal habe ich darauf bestanden“, sagte Zeidler, allerdings ohne dass es den erhofften Befreiungsschlag gab. Denn auch gegen den Zweitligaabsteiger reichte es unterm Strich nur zu einem 1:1. Dennoch sagte der Manager Joachim Cast: „Ich bin mit der Leistung zufrieden, das war unser bisher bestes Heimspiel.“

Was insofern nicht allzu schwerfiel, weil bei den vier vorangegangenen Auftritten immer Sand im Getriebe war. Andererseits präsentierte sich mit Burghausen ein Gegner im Gazi-Stadion, der durchaus höhere Ambitionen hat als nur die Qualifikation für die dritte Liga. Was die Gäste zumindest mit dem Führungstreffer nach einer Standardsituation bewiesen. „In der ersten Halbzeit hatten wir nach der Balleroberung noch zu viele Fehler im Spielaufbau“, ärgerte sich Zeidler. Vor allem Marcus Mann fiel es neben dem aggressiven Akcay im defensiven Mittelfeld schwer, sich in Szene zu setzen.

Dabei hatte Cast vor dem Anpfiff gefordert: „Die Mannschaft muss Mut zeigen.“ Der war bei einigen durchaus zu erkennen. Das bewirkte vor allem die etwas variablere taktische Ausrichtung mit der offensiven Mittelfeldbesetzung, aus der sich Angelo Vaccaro immer wieder neben den Stoßstürmer Kacani in den Angriff einschaltete und sicher ein halbes Dutzend Torschüsse abfeuerte. „Das zeigt sein Selbstvertrauen“, sagte der Präsident Dirk Eichelbaum. Das demonstrierte der Italiener auch beim Ausgleich, für den allerdings (symptomatisch?) ein Elfmeter herhalten musste. Dass den Strafstoß Mustafa Parmak herausgeholt hatte, war kein Zufall. Er ist der Dreh- und Angelpunkt im Kickers-Spiel und meist nur schwer vom Ball zu trennen – auch wenn der Trainer sagte: „Wenn er mal regelmäßig im Training ist, erwarten wir noch mehr von ihm.“

Noch mehr? „Ich kann mich steigern“, sagte Parmak selbst, der von Bashiru Gambo profitiert. Da scheinen sich zwei gesucht und gefunden zu haben. „Das passt ganz gut“, sagte der Türke Parmak zum Zusammenspiel mit den Ghanaer, der es mit Ramadan sehr genau nimmt. Doch Eichelbaum akzeptiert das. „Wenn er sich immer so einsetzt, kann meinetwegen das ganze Jahr über Ramadan sein.“ Der erste Auftritt von Parmak und Gambo über 90 Minuten in dieser Saison lässt jedenfalls hoffen. „Die beiden machen schon den Unterschied“, sagte Cast, was die Kreativität angeht, die spielerische Eleganz eben. „Das sind auch zwei Spieler, die von ihrem Selbstverständnis in die zweite Liga wollen.“ Und die Kickers? Nichts ist unmöglich in dieser Liga. Fünf Unentschieden am Wochenende demonstrieren eindrucksvoll, dass keine Mannschaft übermächtig ist, wie im Vorjahr Wehen oder Hoffenheim, wobei mit deren Aufstieg auch ein Qualitätsverlust in der Spitze der Liga einherging.

Deshalb betonte Cast: „Ein Auftritt wie in der zweiten Halbzeit muss unser Anspruch sein.“ Im Boxen hätte man gesagt: die Kickers sind Punktsieger. So müssen sie mit einem Punkt leben. „Zumindest sind wir nicht mehr die schlechteste Heimmannschaft“, sagte Zeidler. Aber noch immer die beste Auswärtsmannschaft. Was nicht nur eine Frage der Trikotfarbe ist.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Härter, Rapp (69. Rodrigues), Stierle – Akcay, Mann (69. Yildiz) – Parmak, Gambo, Vaccaro – Kacani (81. Tucci).

Tore: 0:1 Solga (30.), 1:1 Vaccaro (72./Foulelfmeter)

Stuttgarter Zeitung

Mit Mut und Risiko zu neuer Anerkennung

Beste Kickers-Heimleistung der Saison wird gegen Burghausen nur mit 1:1 belohnt – Vaccaro trifft

Stuttgart – Zugegeben: Die Messlatte lag nicht allzu hoch. Doch gegen Wacker Burghausen zeigten die Stuttgarter Kickers ihr bisher bestes Heimspiel in dieser Regionalligasaison. Am Ende reichte es jedoch auch im fünften Anlauf nicht zu einem Sieg.

VON JÜRGEN FREY

Wenn die Elf der Kickers nach einem 1:1-Unentschieden von ihrer Fan-Gemeinde mit warmem Applaus in die Kabine begleitet wird, muss auf Degerlochs Höhen schon etwas Außergewöhnliches passiert sein. Und das war auch so. Endlich hatte die Mannschaft zu Hause nicht nur kreuzbrav vor sich hin gekickt, sondern nach der Pause mit der nötigen Aggressivität, mit Mut, Risiko und Ideen energisch nach vorne gespielt. Angetrieben von Mustafa Parmak und Bashiru Gambo, den beiden kreativen Köpfen im Kickers-Team, erspielte sich das blaue Ensemble mehrere Chancen. Das einzige Manko: Es reichte nur zu einem Elfmetertor – durch Angelo Vaccaros fünften Saisontreffer. „Ein Sieg wäre der Befreiungsschlag für uns gewesen“, sagte Trainer Peter Zeidler hinterher – fügte aber schnell hinzu: „Auf diese Leistung lässt sich aufbauen.“ Der zweite Teil ist so etwas wie der Standardspruch des 46-Jährigen. Das neue daran: Erstmals konnte diese Einschätzung nach einem Heimspiel jeder unterstreichen.

Daran änderten auch die Probleme vor der Pause wenig. Vor allem Marcus Mann leistete sich einige Ballverluste. Ebenfalls auffallend: Viel zu selten waren die Mittelfeldspieler nach der Balleroberung nachgerückt. Sokol Kacani, die nominell einzige Spitze, erhielt zu wenig Unterstützung. In der zweiten Hälfte ging ein Ruck durchs Team. Was auch der Häuptling der Blauen wohlwollend registrierte: „Die Art und Weise, wie die Mannschaft aufgetreten ist, wie sie nach dem Rückstand Gas gegeben hat, das stimmt mich sehr, sehr zuversichtlich“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum.

Erfolgreiche und attraktive Spiele sind im Kampf ums sportliche und wirtschaftliche Überleben auch notwendig. Gegen Burghausen kamen erstmals in dieser Saison unter 3000 Zuschauer ins Gazistadion. „Auf Dauer wären solche Besucherzahlen natürlich ein Problem“, gibt Eichelbaum zu, baut aber schon auf das nächste Heimspiel: Im Derby gegen den SSV Reutlingen (20. Oktober) werden über 4000 Fans erwartet.

Apropos Fans: Am Samstag sammelte der harte Kern der Kickers-Anhänger Unterschriften gegen mögliche künftige Heimspiele des VfB II auf der Waldau. Gelingt den Roten der Sprung in die dritte Liga, wird dies kaum zu verhindern sein. Kickers-Chef Eichelbaum hätte damit auch gar kein Problem. Im Gegenteil: „Wird das Stadion von zwei Teams genutzt, wird die Stadt sich leichter tun, es zu modernisieren.“ Jetzt will er Aufklärungsarbeit bei den Fans leisten. Wahrscheinlich dürfte dies schwieriger werden als die nächste Aufgabe der Mannschaft. Sie darf am kommenden Samstag wieder auswärts antreten – beim VfR Aalen. „Dort holen wir drei Punkte“, sagte Vaccaro siegessicher.

Stuttgarter Nachrichten

Ein Punkt in Gelb

Den Stuttgarter Kickers bleibt der erste Heimsieg in dieser Saison weiter verwehrt – 1:1 gegen Wacker Burghausen

Stuttgart – Auch der fünfte Versuch ist gescheitert. Die Stuttgarter Kickers müssen weiter auf ihren ersten Heimsieg in dieser Saison warten, gingen diesmal aber zumindest nicht leer aus. Gegen Wacker Burghausen kam der Fußball-Regionalligist trotz einer deutlichen Leistungssteigerung nur zu einem 1:1 (0:1). Das Glück des Tüchtigeren blieb den Kickers gegen den enttäuschenden Zweitliga-Absteiger verwehrt.

Von Beate Wockenfuß

Der Heimfluch ist noch nicht gebannt. Auch der Griff in die psychologische Trickkiste hat den Kickers nicht den ersehnten ersten Dreier im Gazi-Stadion gebracht. Statt in den blau-weißen Heimtrikots, die bisher kein Glück und nur einen Punkt in vier Spielen gebracht hatten, lief die mit 13 Zählern beste Auswärtsmannschaft der Liga gegen die Oberbayern in ihren gelben Auswärtstrikots auf. „Das war meine Idee“, sagte Trainer Peter Zeidler, der mit der Leistung seiner Schützlinge diesmal „einverstanden“ war und zu dem Fazit kam: „Ein Sieg wäre verdient gewesen.“Dem kann durchaus zugestimmt werden – allerdings nur mit Blick auf die zweite Hälfte. Da schienen die gelben Trikots ihre Wirkung endlich entfalten zu wollen. Unermüdlich kämpften die Kickers gegen die drohende vierte Niederlage unter dem Fernsehturm an. Denn der Start in die Partie war eher mäßig verlaufen – und so gar nicht nach den Vorstellungen der Gastgeber. Von der ersten Minute an sollte mit der Körpersprache dem Gegner signalisiert werden, dass es in Degerloch nichts zu holen gibt – so lautete zumindest die Ansage von Zeidler. Doch in den ersten 20 Minuten passierte außer zahlreichen Ballverlusten überhaupt nichts. Die erste Chance hatten dann aber die „Gelben“, doch Angelo Vaccaro (22.) verfehlte nach einem Pass von Mustafa Parmak das Tor knapp. Besser und effektiver machten es die Gäste: Nach einem Freistoß von Levente Schultz sorgte David Solga in der 30. Minute per Kopf überraschend für die Führung der Burghausener – erste Chance, erstes Tor. Sokol Kacani hatte kurz vor der Pause zwar noch den Ausgleich auf den Fuß, traf aber nur den Pfosten.Doch der Rückstand hatte Auftrieb gegeben. Wild entschlossen kamen die Gastgeber aus der Kabine und versuchten, die Maßgabe von Zeidler, nun auch umzusetzen. Während von den Gästen im Spiel nach vorn weiterhin nichts zu sehen war, erspielten sich die nun überlegenen Kickers reihenweise Chancen. Die besten (47., 57.) hatte Vaccaro, aber erst einen Elfmeter brachte der engagierte Stürmer erfolgreich im Tor (72.) unter. Vorausgegangen war ein Foul von Dilaver Satilmis, der den schnellen Parmak nur noch durch Festhalten stoppen konnte. Der Ausgleich war verdient – aber trotz weiterer Versuche auch das letzte Tor im Gazi-Stadion.„Das war unser bestes Heimspiel in dieser Saison“, meinte ein sichtlich erleichterter Kickers-Manager Joachim Cast, der wie Zeidler einen „klaren Fortschritt“ ausmachte. „Auf dieser Leistung können wir aufbauen“, sagte der Trainer.
statistik

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Härter, Rapp (69. Yildiz), Stierle – Akcay, Mann (69. Rodrigues), Parmak, Gambo – Vaccaro, Kacani (81. Tucci).

Wacker Burghausen: Riemann – Lastovka, Palionis, Matiasovits, Satilmis (76. Jovanovic) – Hertl, Solga (90. Oslislo), Bonimeier, Schultz – Neubert (65. Doll), Teinert.

Schiedsrichter: Kempter (Sauldorf).

Zuschauer: 2710.

Tore: 0:1 Solga (30.), 1:1 Vaccaro (72./Foulelfmeter).

Gelbe Karten: Akcay, Stierle, Vaccaro / Satilmis, Lastovka, Solga, Teinert.

Beste Spieler: Gambo, Parmak / Teinert, Solga.

Eßlinger Zeitung

Vaccaro braucht mehrere Anläufe

Die Stuttgarter müssen weiter auf ihren ersten Heimsieg warten. Dennoch konnten sie mit dem einen Punkt nach zuletzt bitteren Niederlagen im Gazi-Stadion zumindest einen Aufwärtstrend feststellen – sowohl spielerisch als auch kämpferisch.

Burghausen bleibt auswärts ungeschlagen. Allerdings war vom Zweitliga-Absteiger in der zweiten Hälfte kaum etwas zu sehen. Die in dieser Phase deutlich überlegenen Kickers vergaben gleich mehrere gute Möglichkeiten.

Nach zähem Beginn nutzte David Solga in der 30. Minute per Kopf die erste Chance der Burghausener zur 1:0-Führung. In der zweiten Hälfte drängten die Gastgeber auf den Ausgleich. Die besten Chancen hatte Angelo Vaccaro (47., 67.). Erfolgreicher war der Stürmer schließlich beim Foulelfmeter (72.) zum mehr als verdienten 1:1.

Beate Wockenfuß

Kicker

Ein kurzer Zupfer kostet den Dreier

Nach 1:1 bei den Stuttgarter Kickers: Neue Qualen für Wackers Linksverteidiger Dilaver Satilmis

von Steffi Brenninger
Versteinert saß Dilaver Satilmis noch Minuten nach dem Schlusspfiff auf der Auswechselbank des GAZI-Stadions auf der Waldau. Quälende Momente für den Linksverteidiger des SV Wacker Burghausen. Er hatte in der 71. Minute einen Foulelfmeter verschuldet. Einen, den die Stuttgarter Kickers zum späten 1:1 nutzten. Der 28-Jährige haderte mit dem Schicksal.
Solide spulte der Defensivspezialist sein Pensum auf der linken Abwehrseite herunter – so als ob er nie weg gewesen wäre. Dabei war der Auftritt im Schwabenland erst der zweite Pflichtspieleinsatz von Satilmis in dieser Saison nach einer langen Leidenszeit. Rund sieben Monate musste er pausieren, lief in Liga 2 zuletzt am 18. März beim MSV Duisburg (4:3) auf. Doch die Qualen sind nun vergessen.
Nach dem Ausfall von Thomas Mayer (Patellaschaden) stand Satilmis bereit und fügte sich nahtlos in die Burghauser Abwehrkette ein, die zuletzt immer wieder wegen diverser Verletzungen umgebaut werden musste, aber mit nur acht Gegentreffern trotzdem zu den besten der Liga zählt (abgesehen vom 1:4 gegen den VfR Aalen kassierte der SVW nie mehr als ein Gegentor). Der Defensivmann setzte in Stuttgart sogar Akzente nach vorne, hatte in der 28. Minute gar die Führung auf dem Fuß.
Doch dann das. Die zweite Halbzeit war Einbahnstraßenfußball pur: Vom Zweitliga-Absteiger war plötzlich nichts mehr zu sehen, die Kickers drängten, vergaben jedoch Chance um Chance. In der 71. Minute lief der starke Mustafa Parmak in den Strafraum, Satilmis zupfte kurz an dessen Ärmel, der Stuttgarter fiel und Schiedsrichter Robert Kempter pfiff. „Ja, ich hab’ ihn leicht gehalten“, gestand Satilmis hinterher. Ein folgenschweres Vergehen, denn den fälligen Elfmeter nutzte Angelo Vaccaro zum Ausgleich. Kurz darauf war für Satilmis Schluss, Trainer Ingo Anderbrügge tauschte den Schweizer mit türkischem Pass gegen Igor Jovanovic aus.
Satilmis als tragische Figur, als ob er die vergangenen Monate nicht schon genug erdulden hatte müssen. Neue Qualen für den Verteidiger, diesmal allerdings seelischer Art. „Ich bin sehr traurig.“ Schließlich „wollten wir drei Punkte. Der blöde Elfer“.
Die Bilder jener Szene wollten Satilmis einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Da half auch alles Zureden nichts. Wackers Sportdirektor Peter Assion versuchte es, machte ihm gleich nach dem Schlusspfiff Mut, doch der Unglücksrabe war untröstlich. Auch SVW-Innenverteidiger Julian Matiasovits sprach seinen Kollegen von aller Schuld frei: „Dila kam unglücklich hin. Der Spieler von den Kickers hat das aber auch clever gemacht, er wollte den Elfmeter.“ Dabei hätte Satilmis gar nicht erst in diese Zwickmühle kommen müssen, wenn der SV Wacker den Sack frühzeitig gegen verunsicherte Stuttgarter zugemacht hätte. Ja, wenn. Doch nach der Führung durch David Solga hörte der Tabellenfünfte auf, dem Fußball zu spielen. „Wir haben den Stuttgartern völlig das Spiel überlassen“, schüttelte Christoph Teinert ungläubig den Kopf, „wir haben nur noch am eigenen Sechzehner verteidigt, das war schon fast handballähnlich.“ Das Schicksal nahm für Satilmis seinen Lauf. Es wurde am Ende ein bitterer Moment für den Abwehrmann. Einer, der ihn wohl noch lange quälen wird – trotz aller aufmunternden Worte.

Passauer Neue Presse

SV Wacker verpasst Sprung in Spitzengruppe

Fußball-Regionalligist spielt bei Kickers 1:1 – Trainer Ingo Anderbrügge: „Kein Beinbruch“

von Steffi Brenninger

18 Minuten hatten gefehlt. Dann hätte sich der SV Wacker Burghausen in der Fußball-Regionalliga Süd in die Spitzengruppe eingereiht. Die Konkurrenz patzte nämlich, doch auch die Oberbayern kamen bei den Stuttgarter Kickers nicht über ein 1:1 hinaus.

Auswärts sind die Burghauser heuer noch ohne Niederlage, zudem sind sie seit fünf Spielen (ein Sieg, vier Unentschieden) ungeschlagen. Doch trotzdem schlichen die Aktiven mit hängenden Köpfen vom Platz – und dazu hatten sie auch einen Grund: Erneut hatten sie es nicht geschafft, „90 Minuten gut Fußball zu spielen“, klagte David Solga.
Dabei lief es zumindest in Durchgang 1. Der Tabellenfünfte agierte nicht berauschend, aber zweckmäßig. „In der ersten Halbzeit haben wir die Räume eng gemacht“, lobte SVW-Trainer Ingo Anderbrügge. Nach Chancen für Thomas Neubert (28.) und Dilaver Satilmis (28.) brachte Solga den Zweitliga-Absteiger in Front. Der Mittelfeldmann köpfte den Ball nach einem Freistoß von Levente Schultz unbedrängt ins Tor (29.). Stuttgart, das weiter auf den ersten Heimerfolg wartet, war verunsichert. „Psychologisch war das keine einfache Situation für uns“, gestand Peter Zeidler hinterher ein.
Doch der Kickers-Trainer hatte in der Pause wohl die richtigen Worte gefunden. Denn nach dem Wechsel drängte die Heimelf, Burghausen verteidigte nur noch. „Wir haben das Spiel nach vorne vergessen“, ärgerte sich Anderbrügge. Doch der starke Torwart Manuel Riemann, der nach seiner Grippeerkrankung rechtzeitig fit geworden war, bewahrte sein Team zunächst gegen Bashiru Gambo (55.), Mustafa Akcay (56.) und Angelo Vaccaro (66.) vor dem Ausgleich. Doch in der 72. Minute war er machtlos. Vaccaro verwandelte einen Foulelfmeter (Satilmis an Mustafa Parmak). „Man kann den pfeifen“, gab Wackers Linksverteidiger zu, „ich bin zu spät gestartet.“ Den Gästen wäre dennoch beinahe das Siegtor durch Kapitän Björn Hertl (79./Kopfball) geglückt. Anderbrügge richtete seine Truppe gleich in der Kabine wieder auf: „Das 1:1 ist kein Beinbruch.“ Den Sturm an die Spitze hat Burghausen damit aber erst einmal verpasst.
Stuttgarter Kickers: Yelldell – Steinle, Härter, Rapp (69. Yildiz), Stierle – Parmak, Akcay, Mann (69. Rodrigues), Vaccaro – Gambo – Kacani (81. Tucci).
SV Wacker Burghausen: Riemann – Lastovka, Palionis, Matiasovits, Satilmis (76. Jovanovic) – Hertl, Bonimeier – Teinert, Schultz, Solga (90. Oslislo) – Neubert (65. Doll). Tore: 0:1 Solga (29.), 1:1 Vaccaro (72./Foulelfmeter). SR: Kempter (Sauldorf). – 2710 Zuschauer.

Passauer Neue Presse

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.